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Dokumentenidentifikation DE69501933T2 27.08.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0713374
Titel CHIRURGISCHER HANDGRIFF VERSEHEN MIT EINER KONTROLLIERTEN AUSLASSÖFFNUNG
Anmelder United States Surgical Corp., Norwalk, Conn., US
Erfinder VIDAL, Claude, A., Saint Paul, MN 55133-3427, US;
REDMOND, Russell, J., Saint Paul, MN 55133-3427, US;
PLYLEY, Alan, K., Saint Paul, MN 55133-3427, US;
COLLINSON, Michael, Saint Paul, MN 55133-3427, US;
EYERLY, Robert, Michael, Saint Paul, MN 55133-3427, US
Vertreter HOFFMANN · EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 69501933
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 09.06.1995
EP-Aktenzeichen 959222779
WO-Anmeldetag 09.06.1995
PCT-Aktenzeichen US9507345
WO-Veröffentlichungsnummer 9534246
WO-Veröffentlichungsdatum 21.12.1995
EP-Offenlegungsdatum 29.05.1996
EP date of grant 01.04.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.08.1998
IPC-Hauptklasse A61B 17/128
IPC-Nebenklasse A61M 13/00   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen Instrumente zur Verwendung bei der endoskopischen oder laparoskopischen Chirurgie und, insbesondere einen chirurgischen Griff mit einem geregelten Austrittsdurchlaß.

Bei laparoskopischen chirurgischen Verfahren werden lange und schmale Instrumente verwendet, um Chirurgie auf Gewebebereichen und Gefäßen innerhalb einer aufgeblasenen Bauchhöhle durch einen schmalen Einschnitt in der Haut auszuführen. Viele laparoskopische Instrumente bedingen die Betätigung von Klemmbacken oder anderen Mechanismen auf dem distalen Ende des Instrumentes innerhalb der Bauchhöhle.

Zum Beispiel kann eine chirurgische Klemmenanbringevorrichtung verwendet werden, um chirurgische Klemmen an Blutgefäße, Leitungen oder ähnliches bei laparoskopischen oder endoskopischen Verfahren anzubringen. In einigen Fällen kann die Klemmenanbringevorrichtung einen wiederverwendbaren Griff und einen wegwerfbaren endoskopischen Bereich besitzen. In solchen Fällen sollte der Griff gestaltet sein, um sein gründliches Reinigen zwischen den Verwendungen zu gestatten, um eine ordnungsgemäße mechanische Betätigung sicherzustellen und um Infektionen oder ähnliches zu verhindern, während der wegwerfbare endoskopische Bereich nach der Verwendung entsorgt werden kann.

Im US-Patent 5,100,420 an Green et al. besitzt der endoskopische Bereich eine lange und relativ schmale Röhre zum Einführen in einen Körperhohlraum durch einen Trokar oder einen schmalen Einschnitt. Der endoskopische Bereich weist eine Schieberstange zum Vorrücken von jeweils einer chirurgischen Klemme gleichzeitig zu einem Paar von biegbaren, gegenüberliegenden Klemmbacken auf, welche die Klemmen um ein Gefäß oder eine Leitung schließen. Die Klemmbacken werden durch eine sich in distaler Richtung bewegende Rinne zusammengeklemmt.

Der Griff umfaßt einen Hebel zum Betätigen der Klemmbackenschließrinne und ein sich in Längsrichtung verschiebendes Element, um die Schieberstange zum Vorrücken der Klemme zum Laden einer anderen Klemme zwischen die Klemmbacken zu betätigen. Eine Gasabdichtung ist im endoskopischen Bereich vorgesehen, um eine Verbindung von Gasen durch den Einschnitt zu verhindern. Die Abdichtung wird durch das Vorsehen enger Toleranzen für die inneren beweglichen Teile erzielt. In einer speziellen Ausführungsform umfaßt die Gasabdichtung einen Abdichtblock mit einer Öffnung für die Schieberstange und die Klemmenschließrinne. Die innere Oberfläche des Abdichtblockes ist in enger Berührung mit den Oberflächen der Schieberstange und der Rinne. Eine Lage Silikonfett kann verwendet werden, um zu verhindern, daß Gase zwischen den Oberflächen austreten.

Das Vorsehen einer Dichtung durch das Herstellen von Teilen mit engen Toleranzen bedingt zusätzliche Zeit und Aufwand während der Herstellung und der Montagevorgänge und leistet einen beträchtlichen Beitrag zu den Kosten des endoskopischen Bereichs. Im Fall eines wegwerfbaren endoskopischen Bereichs sind die Kosten besonders wichtig, da es ein Gegenstand zur einmaligen Verwendung ist. Zusätzlich leistet die Verwendung vonsilikonfett einen Beitrag zu den Kosten des Gegenstandes wie auch seiner Herstellung und Montage.

Aus der obigen Diskussion sollte deutlich werden, daß ein Bedürfnis besteht nach einem laparoskopischen chirurgischen Instrument, das nicht eine Abdichtung benötigt, aber dennoch bei der Verwendung bei laparoskopischen oder endoskopischen Verfahren nützlich ist. Zusätzlich sollte der wiederverwenbare Teil solch eines Instrumentes gestaltet sein, um eine leichte Reinigung zu ermöglichen.

Zusammenfassung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung ist in einem chirurgischen Griff für ein laparoskopisches oder endoskopisches Instrument, wie ein Klemmenanbringevorrichtung ausgeführt, die in einen aufgeblasenen Körperhohlraum einführbar ist. Der Griff, der im beigefügten Anspruch 1 definiert ist, umfaßt einen Durchgang zum Regeln des Austrittes von Insuffliergas vom Patienten während der Operation und beseitigt die Notwendigkeit fur eine Abdichtung im endoskopischen Instrument. Der Durchgang im Griff ist auch nützlich zum Reinigen des Griffes nach jedem chirurgischen Verfahren.

Der chirurgische Griff umfaßt ein Gehäuse mit einer distalen Endbefestigung, die eine Öffnung zur Aufnahme eines Endes des endoskopischen Instrumentes begrenzt. Der chirurgische Griff weist auch eine erste langgestreckte Schieberöhre innerhalb des Gehäuses und in Ausrichtung mit der Befestigungsöffnung auf. Die Schieberöhre ist in Längsrichtung zu der und von der Befestigungsöffnung bewegbar und besitzt einen inneren Durchgang, der in Fluidverbindung mit dem endoskopischen Instrument ist, wenn das endoskopische Instrument in der Befestigungsöffnung aufgenommen ist. Der chirurgische Griff umfaßt auch einen ersten Betätiger, der gestaltet ist, um die Schieberöhre in bezug auf die Befestigungsöffnung zu bewegen.

Ein Merkmal der vorliegenden Erfindung ist es, daß der innere Durchgang der Schieberöhre dimensioniert ist, um den Fluß von Insuffliergas durch diesen hindurch, das vom Körperhohlraum mit bis zu einem vorbestimmten Volumenstrom austritt, zu gestatten, wobei der Volumenstrom auf ein Maß festgesetzt ist, der nicht zu einer Deflation des Körperhohlraumes führt.

In einer bevorzugten Ausführungsform fließt im wesentlichen das gesamte Gas, das aus dem Körperhohlraum durch das endoskopische Instrument austritt, durch den inneren Durchgang.

Gemäß einem anderen ausführlichen Merkmal der vorliegenden Erfindung umfaßt das Gehäuse einen Griff und der erste Betätiger umfaßt einen Hebel, der schwenkbar am Gehäuse angebracht ist. Der Hebel besitzt ein erstes Ende, das sich vom Gehäuse weg in einer Richtung erstreckt, die im allgemeinen parallel zu dem Griff ist und von diesem beabstandet ist, und ein zweites Ende, das am proximalen Ende der inneren Schieberöhre angebracht ist. Demgemäß bewegt sich beim Betätigen des Hebels in Richtung des Griffes die erste Schieberöhre in Richtung der Befestigungsöffnung.

Gemäß einem anderen Merkmal der vorliegenden Erfindung umfaßt der chirurgische Griff weiterhin eine zweite langgestreckte Schieberöhre, die innerhalb des Gehäuses angeordnet und koaxial zur ersten langgestreckten Schieberöhre ausgerichtet ist. Die zweite langgestreckte Schieberöhre ist in Längsrichtung zu und von der Befestigungsöffnung bewegbar und besitzt einen inneren Durchgang zur Aufnahme der ersten langgestreckten Schieberöhre darin. Der chirurgische Griff umfaßt auch einen zweiten Betatiger, der gestaltet ist, um die zweite langgestreckte Schieberöhre in Längsrichtung in bezug auf die Befestigungsöffnung zu bewegen.

Gemäß einem anderen Merkmal umfaßt der zweite Betätiger einen Abzug und ein Kipphebelbein. Der Abzug ist gestaltet, um in das Gehäuse zu gleiten, wenn er betätigt wird. Das Kipphebelbein ist schwenkbar im Gehäuse befestigt und besitzt ein Ende in Eingriff mit dem Abzug und ein anderes Ende in Eingriff mit dem proximalen Ende der zweiten langgestreckten Schieberöhre, so daß das Betatigen des Abzugs in Richtung des Griffes die zweite langgestreckte Schieberöhre in der Richtung der Befestigungsöffnug bewegt.

Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, daß der chirurgische Griff schnell gereinigt werden kann, indem Reinigungsflüssigkeit durch den inneren Durchgang der ersten Schieberöhre zwangsgeströmt wird, um jegliche, darin abgesetzte Schmutzablagerungen oder Kontaminierung zu entfernen.

Andere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung sollten von der folgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform in Verbindung mit den begleitenden zeichnungen deutlich werden, die beispielhaft die Prinzipien der Erfindung verdeutlichen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht eines laparoskopischen Instrumentes mit einem chirurgischen Griff der vorliegenden Erfindung.

Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht des chirurgischen Griffes der vorliegenden Erfindung entlang der Linie 2-2 in Fig. 1.

Fig. 3 ist eine Querschnittsansicht des chirurgischen Griffes entlang der Linie 3-3 in Fig. 2.

Fig. 4 ist eine Querschnittsansicht des chirurgischen Griffes entlang der Linie 4-4 in Fig. 2.

Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform

Mit Bezugnahme auf die Zeichnungen und insbesondere auf Fig. 1 ist ein laparoskopisches Instrument 10 mit einem chirurgischen Griff 12 und einem endoskopischen Instrument 14 gezeigt. Der chirurgische Griff wird in der Hand des Chirurgen gehalten und verwendet, um verschiedene chirurgische Instrumente, wie laparoskopische Anbringevorrichtungen für Abbindeklemmen zu betätigen. Eine typische Anbringevorrichtung für Abbindeklemmen umfaßt eine lange Abdeckröhre 16 mit vorher eingesetzten Klemmen (nicht dargestellt) und Klemmbacken 18, die an ihrem distalen Ende angeordnet sind. Der Chirurg bringt die Klemmen in einem Zwei-Schritt-Verfahren an. Zuerst wird eine Klemme in die Klemmbacken vorgerückt und dann werden die Klemmbacken geschlossen, um die Klemme an einem Gefäß oder einer Leitung zu befestigen.

In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform besitzt der chirurgische Griff 12 ein hohles Gehäuse 20, einen Griff 22, einen Hebel 24 und einen Abzug 26. Das Gehäuse besitzt auch eine Befestigung 28 an ihrem distalen Ende. Die Befestigung begrenzt eine kreisförmige Öffnung 30 zur Aufnahme eines proximalen Endes des endoskopischen Instrumentes 14. Der Griff 22 erstreckt sich von dem Gehäuse 20 in einer Richtung weg, die im allgemeinen senkrecht zur Längsachse der kreisförmigen Öffnung ist. Das Gehäuse 20 besitzt zwei symmetrische Hälften, die durch verschieden Schrauben, Stifte oder ähnliches zusammengehalten werden.

In der bevorzugten Ausführungsform ist der chirurgische Griff 12 wiederverwendbar und das endoskopische Instrument lösbar am chirurgischen Griff befestigt, um das Abnehmen und Entsorgen nach der Verwendung zu gestatten. Der Abzug 26 und der Hebel 24 des Griff sind betriebsmäßig mit dem endoskopischen Instrument verbunden, um jeweils eine Klemme in die Klemmbacken zu laden und die Klemmbacken zu schließen.

Eine detailliertere Beschreibung des chirurgischen Griffes 12 ist in Fig. 2 gezeigt. Das distale Ende des Gehäuses 20 umfaßt ein Paar von kreisförmigen Flanschen 32, die eine Bohrung 34 zur Aufnahme der Befestigung 28 begrenzen, die in der bevorzugten Ausführungsform in der Form eines Daumenrades 36 ist. Das Daumenrad besitzt eine Instrumentenöffnug 38 durch diese hindurch, die dimensioniert ist, um das Ende des endoskopischen Instrumentes 14 aufzunehmen. Das Daumenrad besitzt einen zylinderförmigen Bereich 40, der einen Außendurchmesser aufweist, der dimensioniert ist, um drehbar durch die ringförmigen Flansche 32 in der Bohrung 34 des Gehäuses befestigt zu werden. Dies gestattet es einem Chirurgen, das endoskopische Instrument so zu drehen, daß die Klemmbacken, wie gewünscht, ausgerichtet werden können. Ein proximales Ende des Daumenrades umfaßt eine ringförmige Lippe 43 und eine innere ringförmige Nut 44. Die ringförmige Lippe 43 rückt in einen der ringförmigen Flansche 32 des Gehäuses ein, um das Herausziehen nach der Montage zu verhindern. Die innere ringförmige Nut 44 nimmt ein Ende einer ersten Feder 46 auf, deren Zweck später detaillierter beschrieben werden wird. Das Daumenrad 36 besitzt auch eine lappenformige äußere Oberfläche 42 zum leichteren Drehen.

Eine untere Oberfläche 48 des Gehäuses 20 begrenzt eine Betätigeröffnung 50 zur Aufnahme eines Hebels 24 und des Abzuges 26, die, wie oben erwähnt wurde, verwendet werden, um das endoskopische Instrument zu betätigen. Der Hebel 24 tritt in Eingriff mit einer Klemmbacke oder einer ersten langgestreckten Schieberöhre 52 und der Abzug 26 tritt in Eingriff mit einer Klemme oder zweiten langgestreckten Schieberöhre 54. Die Schieberöhre für die Klemmen besitzt ein distales Ende 54 und die Klemmbackenschieberöhre besitzt ein distales Ende 52', das betriebsmäßig in Eingriff treten kann mit entsprechenden Bereichen (nicht dargestellt) des endoskopischen Instrumentes, um Klemmen in die Klemmbacken 18 vorzurücken und die Klemmbacken jeweils zu schließen. Verschiedene Verbindungsverfahren sind dem Fachmann bekannt und müssen nicht hierin beschrieben werden.

Die Klemmbackenschieberöhre 52 umfaßt einen inneren Durchgang 56, der durch eine distale Bohrung 58, eine proximale Bohrung 60 und einen kurzen konischen Abschnitt 62 begrenzt wird, welcher einen geneigten Übergang zwischen den distalen und proximalen Bohrungen bereitstellt. Die distale Bohrung besitzt einen relativ größeren Durchmesser als die proximale Bohrung. Der innere Durchgang 56 sorgt für einen Durchgang für Fluidströmung zwischen dem Inneren des endoskopischen Instrumentes 14 und dem Inneren des Gehäuses. An einem proximalen Ende 64 der Klemmbackenschieberöhre 52 ist eine Hebelaufnahme 66 zur Aufnahme des Hebels 24. Die Klemmenschieberöhre 54 ist außerhalb und konzentrisch zur Klemmbackenschieberöhre 52 angebracht und besitzt einen flachen ringförmigen Flansch 68 an ihrem proximalen Ende. Der Flansch 68 definiert eine ringförmige Schulter 70, die mit dem anderen Ende der vorher erwähnten ersten Feder 46 in Eingriff tritt. Die erste Feder 46 spannt die Klemmenschieberöhre 54 in eine zurückgezogene Position vor.

Der Hebel 24 besitzt ein erstes Ende 72, das in der Hebelaufnahme aufgenommen wird und in die Klemmbackenschieberöhre und ein zweites Ende 74 einrückt. Das erste Ende 72 ist abgerundet mit einer scheibenförmigen Form, um eine glatte Bewegung der Klemmbackenschieberöhre zu erleichtern. Das zweite Ende 74 (Fig. 1) ist lang und schmal gestaltet, um durch die Finger der Hand gegriffen zu werden. Die Dicke des Hebels 24 ist durch gewisse Abmessungen des unten diskutierten Abzuges 26 begrenzt.

Der Hebel 24 ist schwenkbar am Gehäuse 20 mittels eines Hebelstiftes 76 angebracht. Wenn er am Gehäuse 26 angebracht ist, erstreckt sich das zweite Ende des Hebels 24 aus dem Gehäuse 20 durch die Betätigeröffnung 50 in einer Richtung heraus, die im allgemeinen parallel zu und von dem Griff 22 beabstandet ist. Eine Nase 78, die zwischen dem Hebelstift 76 und dem abgerundeten ersten Ende 72 des Hebels angeordnet ist, besitzt ein Loch 80, durch welches ein Ende einer zweiten schraubenförmigen Feder 82 mit dem Hebel verbunden ist. Das andere Ende (nicht dargestellt) der zweiten schraubenförmigen Feder ist am Gehäuse angebracht, um das erste Ende 72 des Hebels in eine zurückgezogene Position vorzuspannen. Der Hebel 24 besitzt auch einen Anschlag 84, der auf einem Kipphebelschwenkstift 86, der am Gehäuse befestigt ist, aufsitzt. Der Chirurg betätigt den Hebel, wenn er montiert ist, indem er den Griff 12 mit dem Handgriff 22 in der Handfläche einer Hand hält und am Hebel mit den Fingern dieser Hand zieht. Dies führt dazu, daß das erste Ende des Hebels die Klemmbackenschieberöhre in distaler Richtung antreibt. Wenn der Chirurg den Hebel losläßt, zieht die zweite Feder den Hebel in seine Ursprungsposition mit dem Anschlag auf dem Kipphebelschwenkstift aufsitzend zurück. Die Hebelaufnahme stellt sicher, daß die Rückkehr des Hebels in seine ursprüngliche Position auch die Klemmbackenschieberöhre in ihre zurückgezogene Position zurückführen wird.

Der Abzug 26 besitzt eine langgestreckte rechteckige Form. Mit Bezugnahme auf die Fig. 2 und 3 umfaßt der Abzug 26 einen Hülsenbereich 88, der eine sich in vertikaler Richtung erstreckende Öffnung 90 begrenzt, eine untere Oberfläche 92 und eine obere Oberfläche 93. Der Hülsenbereich 88 umfaßt zwei seitlich beabstandete Wände 24, eine auf dem langgestreckten Schlitz 100, der senkrecht zum ersten langgestreckten Schlitz 96 angeordnet ist, um einen Kipphebelstift 102 aufzunehmen. Der Abzugsstift 98 fixiert das distale Ende des Abzugs 26 in einer vertikalen Richtung. Die Länge des ersten Schlitzes 96 begrenzt die lineare Bewegung des Abzugs. Der Hebelstift 76 fixiert die untere Oberfläche 92 des Abzugs und wirkt auch als eine Führung während der Betätigung des Abzugs. Der Kipphebel-Schwenkstift 86 fixiert die obere Oberfläche 93 des Abzugs. Ein distales Ende 103 des Abzugs besitzt eine in bequemer Weise verbreiterte Form zur Aufnahme des Zeigefingers.

Mit Bezugnahme auf Fig. 2 bis 4 koppelt ein Kipphebelarm 104 die Bewegung des Abzugs 26 mit der Klemmenschieberöhre 54. Der Kipphebelarm 104 ist innerhalb der Hülsenöffnung 90 des Abzugs angeordnet und schwenkbar am Kipphebelarmschwenkstift 86 befestigt. Ein zweiter Kipphebelarm 105 kann ebenfalls, wenn erwünscht, verwendet werden (siehe Fig. 4) und, in solch einem Fall, sind die Kipphebelarme in der Hülsenöffnung 90 des Abzugs neben entsprechenden Wänden 94 des Abzugs befestigt.

Jeder Kipphebelarm besitzt ein oberes Ende 106, ein unteres Ende 108 und eine Biegung 110, so daß das obere Ende 106 des Kipphebelarmes den ringförmigen Flansch 68 der Klemmenschieberöhre 54 berührt, und das untere Ende 108 des Kipphebelarmes in der Hülsenöffnung 90 angeordnet ist. Der Kipphebelarmstift 102 ist auf dem unteren Ende 108 des Kipphebelarms angeordnet und wird durch den zweiten langgestreckten Schlitz 100 des Abzugs eingeführt. Somit wird, wenn ein Bediener den Abzug zieht, der Kipphebelarmstift 102 den zweiten langgestreckten Schlitz 100 durchqueren und der Kipphebelarm wird sich um den Kipphebelarmschwenkstift 86 in Uhrzeigerrichtung drehen. Dies führt dazu, daß das obere Ende 106 des Kipphebelarmes oder der Arme die Klemmenschieberöhre in distaler Richtung antreibt. Wenn der Bediener den Hebel losläßt, schiebt die erste Feder die Klemmenschieberöhre in ihre zurückgezogene Position. Die Bewegung der Klemmenschieberöhre zwingt den Kipphebelarm oder die Arme und den Hebel in ihre ursprüngliche Positionen zurück.

Es wird erkannt werden, daß auch der Hebel 24 durch die Hülsenöffnung 90 so hindurchtritt, daß das abgerundete Ende 72 des Hebels in der Hebelaufnahme 66 (siehe Fig. 2 und 3) aufgenommen wird. In der bevorzugten Ausführungsform sind Rahmenplatten 112 aus Metall am Gehäuse befestigt, um die Montage zu unterstützen.

Gemäß einem bestimmten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird der chirurgische Griff 12 mit einem endoskopischen Instrument 14 verwendet, das nicht mit einer unabhängigen Abdichtung versehen ist. Demgemäß wird eine Gasverbindug zwischen dem aufgeblasenen Körperhohlraum durch das endoskopische Instrument in den chirurgischen Griff stattfinden. Durch das Vorsehen einer Abdichtung 114 zwischen dem endoskopischen Instrument 14 und dem Daumenrad 36 (siehe Fig. 2) wird eine Gasströmung in den Griff nur durch den inneren Durchgang 56 der ersten Schieberöhre 52, zwischen der ersten und zweiten Schieberöhre 52, 54 und zwischen dem Daumenrad 36 und der zweiten Schieberöhre 54 auftreten. Vorzugsweise wird die Größe des inneren Durchgangs so gewählt, daß der Großteil des Gasaustritts durch diesen hindurch geschehen wird. In solchen Fällen kann die Größe des inneren Durchgangs verwendet werden, um die Menge an Gas zu regeln, die aus dem insufflierten Körperhohlraum ausströmt.

Auf der einen Seite sollte der innere Durchgang 56 nicht so groß sein, daß er eine Durchflußrate gestattet, die ausreichend ist, um den insufflierten Körperhohlraum zu entleeren. Auf der anderen Seite kann eine relativ große Strömungsrate erwünscht sein, z.B. um den Körperhohlraum von Rauch zu entleeren, der durch gewisse chirurgische Verfahren erzeugt wird. Zusätzlich sollte der Durchgang vorzugsweise groß genug sein, um das Reinigen des Griffes zu erleichtern. In dem Fall eines wiederverwendbaren Griffs kann das Reinigen ausgeführt werden, indem eine Reinigungsflüssigkeit oder - lösung durch den inneren Durchgang zwangsgeströmt wird, indem ein Schlauch in die Verbindungsöffnung 30 eingeführt wird. Der innere Durchgang 46 wirkt als ein Spülloch, so daß jeglicher Schmutz oder Kontaminierung, die in das Innere des Schiebers eingetreten sein können, herausgespült und entfernt werden.

Hypothetische Beispiele der Beziehung zwischen der Größe des inneren Durdhganges und der Strömungsrate sind unten bereitgestellt. Unter der Annahme, daß eine Insufflation durch Kohlendioxidgas mit einer Temperatur von 299,8 K (80º Fahrenheit) und einem Druck von 1866,5 Pa (14 mmhg (38,8 lbf/ft2)) bereitgestellt ist, wurde die Durchströmungsrate durch einen inneren Durchgang mit der Form einer zylinderförmigen Leitung mit einer Länge von 30,7 x 10&supmin;³m (1,21 Inches) und einem Durchmesser von 0,5&supmin;³m (0,02 Inches) zu etwa 0,74 Liter pro Minute berechnet. Ein Durchgang ähnlicher Länge und mit einem Durchmesser von 0,8&supmin;³m (0,03 Inches) wird für einen Gesamtgasstrom von etwa 1,16 l/min sorgen. In ähnlicher Weise wird ein Durchgang mit derselben Länge mit einem Lochdurchmesser von 1,0 x 10&supmin;³m (0,04 Inches) für einen Gesamtgasstrom von etwa 2,35 l/min sorgen. Diese Werte werden die Insufflation nicht vorzeitig ablassen und sind gewünschte Leckraten, basierend auf der derzeitigen Insufflatortechnologie. Im Falle einer massiven ersten Schieberöhre, die nicht Teil der vorliegenden Erfindung innerhalb des Umfangs der beigefügten Ansprüche bildet, d.h. mit keinem inneren Durchgang, würde noch immer eine geringe Menge an Strömung zwischen den ersten und zweiten Schieberröhren und zwischen der zweiten Schieberröhre und dem Daumenrad stattfinden. In diesem Falle, in dem die Teile unter Verwendung einer Standardherstellungstoleranz von ± 0,025 x 10&supmin;³m (± 0,001 Inches) bezüglich der Durchmesser der Röhren hergestellt sind, wurde die Durchströmungsrate theoretisch zu etwa 0,19 l/min berechnet.

Zur Verwendung des chirurgischen Griffes 12 zum Anbringen von Abbindeklemmen kann ein wegwerfbares endoskopisches Instrument 14 wie ein entfernbares oder entsorgbares Magazin für eine Anbringevorrichtung für Abbindeklemmen in die Öffnung 38 des Daumenrades 36 eingeführt werden. Der Chirurg zieht dann zuerst den Abzug 26 in Richtung des Handgriffs 22. Der Abzug bewegt die Klemmenschieberöhre 54 mittels des schwenkbar befestigten Kipphebelarms 104. Wenn der Abzug betatigt wird, dreht sich der Kipphebelarm in Uhrzeigerrichtung und die Spitze oder das abgerundete Ende 106 des Kipphebelarms schiebt gegen den Flansch 68 der Klemmenschieberöhre in einer Richtung entgegengesetzt zu der der Abzugsbewegung. Das distale Ende 54' der Klemmenschieberöhre tritt in Eingriff mit einem Mechanismus (nicht dargestellt) in dem entsorgbaren Magazininstrument, was dazu führt, daß eine Klemme in die Klemmbacken 18 vorgerückt wird. Die Klemmbacken werden geschlossen und die Klemme an einem Blutgefäß oder einer Leitung durch das Ziehen des Hebels 24 in Richtung des Handgriffes angebracht, was dazu führt, daß das abgerundete Ende 72 des Hebels innerhalb der Hebelaufnahme 66 die Klemmbackenschieberöhre 52 in Richtung des endoskopischen Instrumentes bewegt und dabei einen Mechanismus (nicht dargestellt) im endoskopischen Instrument betätigt, der die Klemmbacken auf der Klemme schließen läßt. Der Hebel ist mit der zweiten Feder 82 verbunden, die den Hebel in seine ursprüngliche Position zurückführt, nachdem der Klemmvorgang abgeschlossen ist. In ähnlicher Weise wird der Abzug in seine ursprüngliche Position durch die erste Feder 46 zurückgeführt.

Der chirurgische Griff 12 stellt eine wiederverwendbare chirurgische Einrichtung bereit, die zur Verwendung während endoskopischer oder laparoskopischer chirurgischer Verfahren vorteilhaft ist, die wirtschaftlich herzustellen ist und nach jeder Verwendung gründlich gereinigt werden kann. Der innere Durchgang 56, der in dem wiederverwendbaren Griff umfaßt ist, wirkt als ein Spülloch und regelt ebenfalls die Durchflußrate der Gasströmung von einer insufflierten Körperhöhle.

Obwohl das Vorstehende die bevorzugten Ausführungsformen in der vorliegenden Erfindung offenbart, können Fachleute verschiedene Änderungen an den offenbarten Ausführungsformen innerhalb des Umfangs der beigefügten Ansprüche ausführen.


Anspruch[de]

1. Chirurgischer Griff (12) zur Verwendung mit einem endoskopischen Instrument (14), das in eine mit einem Gas aufgeblasene Körperhöhle einführbar ist, wobei der chirurgische Griff (12) umfaßt:

- ein Gehäuse (20) mit einem distalen Ende;

- eine Befestigung (28) am distalen Ende des Gehäuses (20), die eine Öffnung (30) zur Aufnahme des endoskopischen Instrumentes (14) begrenzt;

- eine erste langgestreckte Schieberöhre (52), die innerhalb des Gehäuses (20) angeordnet und mit der Befestigungsöffnung (30) ausgerichtet ist, welche erste Schieberöhre (52) in Längsrichtung zu und von der Öffnung (30) bewegbar ist und einen inneren Durchgang (56) besitzt, um einen Fluidstrom durch die erste Schieberöhre (52) zu gestatten, wobei der innere Durchgang (56) in Fluidverbindung mit dem Inneren des Gehäuses (20) und mit dem endoskopischen Instrument (14) ist, wenn das endoskopische Instrument (14) in der Befestigungsöffnung (30) aufgenommen ist, und einem ersten Betätiger, der gestaltet ist, um die erste Schieberöhre (52) in Längsrichtung in bezug auf die Befestigungsöffnung (30) zu bewegen;

- wobei der innere Durchgang (56) dimensioniert ist, um den Durchfluß durch diesen hindurch des Insuffuergases, das von der Körperhöhle entweicht, bis zu einer vorbestimmten Durchflußrate gestattet, und die vorbestimmte Durchflußrate zu einem Maß eingestellt ist, das nicht zu einem Entleeren des Körperhohlraumes führen wird, wenn der Körperhohlraum insuffliert ist.

2. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei der Großteil des Gases, das vom Körperhohlraum durch das endoskopische Instrument (14) entweicht, durch den inneren Durchgang (56) strömt.

3. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei im wesentlichen das gesamte vom Körperhohlraum durch das endoskopische Instrument (14) entweichende Gas durch den inneren Durchgang (56) strömt.

4. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei die Größe des inneren Durchganges (56) ausreichend groß ist, um durch diesen hindurch den Durchfluß einer Flüssigkeit zum Reinigen des inneren Durchganges (56) zu gestattet.

5. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei der innere Durchgang (56) eine Länge von etwa 1,2 Inches und einen Durchmesser zwischen etwa 0,5 x 10&supmin;³m (0,02 Inches) und 1,0 x 10&supmin;³m (0,04 Inches) besitzt.

6. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei der innere Durchgang (56) einen kreisförmigen Durchmesser besitzt und koaxial zur Achse der ersten langgestreckten Schieberöhre angeordnet ist.

7. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei der innere Durchgang (56) eine distale Bohrung (58) und eine proximale Bohrung (60) umfaßt und der Querschnitt der distalen Bohrung (58) größer als der Querschnitt der proximalen Bohrung (60) ist.

8. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 7, wobei ein kurzer konischer Abschnitt (62) den Übergang zwischen der distalen Bohrung (58) und der proximalen Bohrung (60) bereitstellt.

9. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, wobei der erste Betätiger einen Hebel (24) umfaßt, der schwenkbar am Gehäuse (20) angebracht ist, wobei der Hebel (24) ein erstes Ende (72) besitzt, das sich vom Gehäuse (20) weg erstreckt, und ein zweites Ende (74), das in Eingriff ist mit einem proximalen Ende (64) der ersten langgestreckten Schieberöhre (52), so daß eine Betätigung des Hebels (24) die erste langgestreckte Schieberöhre (52) in der Richtung der Befestigungsöffnung (30) bewegt.

10. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, weiter umfassend:

- eine zweite langgestreckte Schieberöhre (54), die innerhalb des Gehäuses (20) angeordnet und koaxial mit der ersten langgestreckten Schieberöhre (52) ausgerichtet ist, wobei die zweite langgestreckte Schieberöhre (54) in Längsrichtung zu und von der Befestigungsöffnung (30) bewegbar ist und einen inneren Durchgang (56) zur Aufnahme der ersten langgestreckten Schieberöhre (52) darin besitzt; und

- einen zweiten Betätiger, der gestaltet ist, um die zweite langgestreckte Schieberöhre (54) in Längsrichtung in bezug auf die Befestigungsöffnung (30) zu bewegen.

11. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 10, wobei der zweite Betätiger umfaßt:

- einen Abzug (26), der in das Gehäuse (20) gleitet, wenn er betätigt wird; und

- einen Kipphebel, der schwenkbar im Gehäuse (20) befestigt ist, wobei der Kipphebel ein erstes Ende besitzt, das in Eingriff tritt mit dem Abzug (26), und ein zweites Ende, das in Eingriff tritt mit einem proximalen Ende der zweiten langgestreckten Schieberöhre (54), so daß ein Betätigen des Abzuges (26) dazu führt, daß der Kipphebel die zweite langgestreckte Schieberöhre (54) in der Richtung der Befestigungsöffnung (30) bewegt.

12. Chirurgischer Griff gemäß Anspruch 1, 9, 10 oder 11, wobei das Gehäuse einen Griff (22) umfaßt,

der Hebel (24) das erste Ende (72) besitzt, das sich von dem Gehäuse (20) in einer Richtung weg erstreckt, die im allgemeinen parallel zu und von dem Handgriff (22) beabstandet ist, und ein zweites Ende (74) besitzt, das in Eingriff ist mit dem proximalen Ende (64) der ersten langgestreckten Schieberöhre (52), so daß eine Betätigung des Hebels (24) in Richtung des Handgriffes (22) die erste langgestreckte Schieberöhre (52) in der Richtung der Befestigungsöffnung (30) bewegt.







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