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Dokumentenidentifikation DE19727340C2 10.09.1998
Titel Dosierung von pulverförmigem Material, insbesondere in der Zahntechnik
Anmelder Wolz, Stefan, 68163 Mannheim, DE
Erfinder Wolz, Stefan, 68163 Mannheim, DE
Vertreter Wolz, W., Dr.jur., Rechtsanw., 68163 Mannheim
DE-Anmeldedatum 27.06.1997
DE-Aktenzeichen 19727340
Offenlegungstag 12.02.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.09.1998
IPC-Hauptklasse B65D 83/06
IPC-Nebenklasse A61C 5/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Dosierung von pulverförmigem Material, insbesondere in der Zahntechnik.

Ferner betrifft die Erfindung eine dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der Vorrichtung besonders angepaßte Kartusche, die mit dem zu dosierenden Material gefüllt ist, und die Anwendung des Verfahrens zur Erzielung eines gewünschten Farbtons bei der Herstellung von künstlichen Zähnen aus Keramik.

Bei der Dosierung von pulverförmigem Material ist in der Regel eine Dosierung mit volumetrischen Methoden zu ungenau, da die Schwankungen im Schüttgewicht zu Falschdosierungen führen. Wenn genaue Dosierungen erforderlich sind, ist das Wiegen der Dosiermenge unabdingbar. Selbst kompliziert aufgebaute Dosierungsvorrichtungen mit Förderschnecken sind ziemlich ungenau. Das Wiegen selbst ist, unabhängig von der Art des Anwendungsgebietes, entweder technisch oder zeitlich sehr aufwendig.

Bei dem Zubereiten von Einbettmassen in der Zahntechnik beispielsweise gibt es derzeit zwei Möglichkeiten.

Entweder werden die benötigten Mengen einem Sack oder sonstigem Behältnis entnommen, abgewogen und mit Wasser usw. vermischt. Hierbei ist eine Abweichung in der Genauigkeit von einem Gramm schon nicht mehr tolerierbar, was also genauestes Arbeiten erfordert.

Diese Methode hat aber noch den weiteren Nachteil, daß bei der Lagerung in einem Zahnlabor durch die immer vorhandene Vibration eine Entmischung der Kornfraktion stattfindet und das Material daher unbrauchbar werden kann. Außerdem sind Gipse für Einbettmassen hygroskopisch. Das Material kann daher durch die Luftfeuchtigkeit ebenfalls unbrauchbar werden.

Man ist folglich dazu übergegangen, das Material in Beutel abzupacken und abgewogen anzubieten. Hier fallen zwar die oben genannten Nachteile weg, jedoch ergiebt sich durch die Verpackung ein Kosten- und Umweltproblem. Außerdem kann der Benutzer immer nur eine vorgegebene Menge entsprechend dem Beutelinhalt verwenden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein genaues Dosieren von pulverförmigem Material, insbesondere in der Zahntechnik zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird mit dem in Anspruch 1 angegebenen Verfahren und durch die Vorrichtung nach Anspruch 2 gelöst, wobei vorteilhafte Ausführungen der Vorrichtung in den Ansprüchen 3 bis 8 dargelegt sind. Durch die in Anspruch 9 angegebene, dem erfindungsgemäßen Verfahren besonders angepaßte Kartusche wird eine rezirkulierbare Verpackung bereitgestellt. Ferner eignet sich das erfindungsgemäße Dosierverfahren bei der Herstellung von künstlichen Zähnen, da es ohne großen Aufwand die Erzielung des gewünschten Farbtons erlaubt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in der einzigen Zeichnung dargestellt.

Zur Durchführung des Verfahrens bedarf es zunächst einer erfindungsgemäß angepaßten Kartusche 1. In diese Kartusche ist das pulverförmige Material so eingestampft und/oder eingerüttelt, daß ein Herausfallen nur aufgrund von Schwerkraft nicht mehr möglich ist.

Zum Transport ist diese Kartusche 1 an beiden Stirnseiten mit einem Abreißdeckel nach Art der Abdeckung für Joghurt-Becher verschlossen. Bevor die Kartusche 1 in den Aufnahmezylinder 4 eingeführt wird, werden diese Abreißdeckel entfernt. Der Preßkolben 2 wird dann an der obenliegenden Stirnseite der Kartusche eingeführt. Durch Drehen an dem Handrad 9 erfolgt eine Bewegung nach unten, da die Preßkolbenstange 3 ein Gewinde aufweist, das sein Gegengewinde im Bügel 7 findet. Durch die Drehung am Handrad 9 wird gleichzeitig die Kartusche 1 und der Aufnahmezylinder 8 in Drehung versetzt. Zum besseren Übertragen des Drehmomentes ist der Preßkolben an der Unterseite in einem beliebigen Muster aufgeraut. Der Aufnahmezylinder 8 ist in einem feststehenden Lagerblock 5 mittels Kugellagers 8 drehbar gelagert. Am unteren Ende des Lagerblocks 5 ist mindestens ein Rakelmesser 6 befestigt, dessen Schneide 6a die aus der Kartusche 1 herausgepreßte Pulvermasse abrakelt. Je nach Material und gewünschter Genauigkeit werden u. U. noch 2 Rakelmesser benötigt, die dann kreuzförmig angeordnet sind, oder mehrere, die sternförmig angeordnet sind.

Um das Einführen der Kartusche 1 zu erleichtern, ist der Bügel 7 schwenkbar am Lagerblock 9 angeordnet, wobei zweckmäßig eine nicht gezeigte Einrastungsvorrichtung nach dem Nut-Feder-Prinzip oder ein Anschlag vorgesehen sind, die den Bügel in senkrechter Stellung halten.

Das Drehen des Preßkolbens kann anstelle des Handrades 9 auch ein elektrischer Stellmotor übernehmen, wenn die Vorrichtung mehr automatisiert betrieben werden soll. Bei gegebener Kartusche 1 bedeutet jede Umdrehung eine Dosiermenge, die durch die Steigung des Gewindes der Preßkolbebstange definiert wird.

Die Kartusche 1 kann im Prinzip aus jedem geeigneten Material hergestellt werden. Geeignet ist aber insbesonders Hartpappe. Auf jeden Fall ist eine gebrauchte Kartusche wiederverwendbar.

Sollte es erforderlich sein, kann durch einfaches Anbringen eines nicht gezeigten Deckels an der Unterseite des Gerätes das Material in der Kartusche 1 gegen Verschmutzung und Luftfeuchtigkeit geschützt werden. Das Gerät kann im übrigen als Stand- oder Wandgerät ausgebildet sein.

Aus vorstehenden Ausführungen ist ersichtlich, daß das beanspruchte Verfahren und die Vorrichtung prinzipiell in kinematischer Umkehr betrieben werden können, indem z. B. die Kartusche feststeht und das Messer rotiert.

Das erfindungsgemäße Verfahren eröffnet aber noch eine weitere erfinderische Anwendung.

Bei der Herstellung von künstlichen Zähnen ans Keramik muß der Farbton des Zahnes den übrigen Zähnen des Patienten angepaßt werden. Zu diesem Zweck werden von den Keramikpulverherstellern mehr als zwanzig Farbtöne angeboten, von denen unterschiedlich Gebrauch gemacht wird, die entsprechenden Keramikmischungen im Labor aber vorgehalten werden müssen. Aufgrund der genauen Dosierungsmöglichkeit der Erfindung kann jetzt die Anzahl der Keramikmischungen im Labor auf zwei, drei, vier oder fünf Grundmischungen, je nach gewünschter Genauigkeit, beschränkt werden, die in entsprechenden Kartuschen bevorratet sind.

Der Zahntechniker braucht daher nur eine Farbtabelle, die ihm vorgibt, wieviel Umdrehungen für einen bestimmten Farbton an der jeweiligen Kartusche erforderlich sind.

Mit der vorliegenden Erfindung wird daher ein völlig neues System in der Dosiertechnik offenbart, das eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten eröffnet und insbesondere in der Zahntechnik vorteilhaft anzuwenden ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Dosieren von pulverförmigem Material, insbesonders in der Zahntechnik, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer zylindrischen Kartusche (1), die das pulverförmige Material eingerüttelt und/oder eingestampft ist, durch Aufbringen eines Druckes an der Stirnseite der Kartusche das Material aus der Kartusche (1) gepresst wird und an der anderen Stirnseite das Material durch mindestens ein Messer (6) abgerakelt wird, wobei
    1. 1. a.) die Kartusche (1) bei feststehendem Messer (6) in Drehung versetzt wird oder
    2. 2. b.) bei feststehender Kartusche ein Messer in Drehung versetzt wird.
  2. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen drehbaren Preßkolben (2), der mittels des Gewindes seiner Kolbenstange (3) in die Kartusche (1) von einer Stirnseite her einpreßbar ist, wobei sich die Kartusche in einem drehbaren Aufnahmezylinder (4) befindet und die Drehung des Preßkolbens (2) über die Kartusche (1) auf den Aufnahmezylinder (4) übertragbar ist, der drehbar in einem Lagerblock (5) gelagert ist, an dem mindestens ein Rakelmesser (6) befestigt ist, das das Material an der Stirnseite der Kartusche abrakelt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch einen schwenkbaren Bügel (7), in dein das Gegengewinde zum Gewinde der Kolbenstange (3) eingearbeitet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Bügel (7) am Lagerblock (5) schwenkbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmezylinder (4) über ein Kugellager (8) im Lagerblock (5) gelagert ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, gekennzeichnet durch ein Handrad (9) oder einen elektrischen Stellmotor zum Drehen des Preßkolbens.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, gekennzeichnet durch mindestens zwei Rakelmesser, die kreuzweise, oder mehr als zwei Rakelmesser, die sternförmig angeordnet sind.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsseite der Vorrichtung durch einen Deckel verschließbar ist.
  9. 9. Kartusche zur Verwendung im Verfahren nach Anspruch 1 und zur Verwendung in der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in sie pulverförmiges Material zur Herstellung von Einbettmassen in der Zahntechnik oder keramisches Pulver zur Herstellung von Zähnen so eingestampft und/oder eingerüttelt sind, daß die dadurch erzielte Festigkeit ein nennenswertes Herausrieseln des Materials bei geöffneter Kartusche verhindert, und die Kartusche an beiden Seiten durch einen Abrißdeckel geschlossen ist.
  10. 10. Verfahren zur Erzielung einens gewünschten Farbtons bei der Herstellung von künstlichen Zähnen aus Keramik unter Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbton durch Dosieren und Mischen von mindestens zwei Keramikpulvern unterschiedlicher Farbtönung erfolgt, die durch jeweils eigene Kartuschen bereitgestellt werden.






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