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Dokumentenidentifikation DE19710896A1 17.09.1998
Titel Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine
Anmelder H. Stoll GmbH & Co, 72760 Reutlingen, DE
Erfinder Pick, Oliver, 72768 Reutlingen, DE;
Schmidt, Henning, 72770 Reutlingen, DE;
Schwenk, Jürgen, 72379 Hechingen, DE
Vertreter Möbus und Kollegen, 72762 Reutlingen
DE-Anmeldedatum 15.03.1997
DE-Aktenzeichen 19710896
Offenlegungstag 17.09.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.09.1998
IPC-Hauptklasse D04B 7/04
IPC-Nebenklasse D04B 7/22   
Zusammenfassung Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadelbetten und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei das Gestrick ein Grundgestrick (11) aufweist, das mindestens teilweise von einem rippgestrickten Rand (12) eingefaßt ist, und wobei mindestens im Bereich des rippgestrickten Randes (12) höchstens jede zweite Nadel eines Nadelbettes am Strickvorgang beteiligt ist und diejenigen Nadeln, die einer maschenbesetzten Nadel des einen Nadelbettes auf dem anderen Nadelbett gegenüberliegen, leer sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadelbetten und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei das Gestrick mindestens teilweise von einem rippgestrickten Rand eingefaßt ist. Insbesondere bei Jacken und Westen werden die Ränder des Gestrickes häufig mit solchen rippgestrickten Blenden versehen. Dieser Ripprand hat nicht nur optische Funktionen sondern sorgt auch für eine gute Formstabilität des Gestrickes. Der Ripprand kann dabei umlaufend am Gestrick angeordnet sein oder nur bereichsweise, beispielsweise am Revers einer Jacke oder einer Weste.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art vorzuschlagen, das eine hohe Produktivität und Minderungen und Zunahmen der Maschenzahl des Grundgestrickes, das von dem Ripprand eingefaßt wird, erlaubt.

Die Aufgabe wird mit einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens im Bereich des rippgestrickten Randes höchstens jede zweite Nadel eines jeden Nadelbettes am Strickvorgang beteiligt ist und diejenigen Nadeln, die einer maschenbesetzten Nadel des einen Nadelbettes auf dem anderen Nadelbett gegenüberliegen, leer sind. Falls das Grundgestrick bereits in einer Bindungstechnik gestrickt wird, bei der diese Nadeleinteilung verwendbar ist, ist das erfindungsgemäße Verfahren besonders effektiv, da dann keine Umhängevorgänge zur Erreichung der erforderlichen Nadeleinteilung zur Erzeugung des Ripprandes notwendig sind. Bei Gestricken, deren Grundgestrick eine Bindungstechnik aufweist, bei dem alle Nadeln am Strickvorgang beteiligt sind, können zur Erzeugung der für den rippgestrickten Rand erforderlichen Nadeleinteilung die Schritte gemäß Anspruch 2 durchgeführt werden. Die Unteransprüche 3 und 4 betreffen das Mindern bzw. das Zunehmen der Maschenzahl eines Grundgestrickes mit einer Bindungstechnik, bei der nur jede zweite Nadel strickt, während die Unteransprüche 5 bis 7 das Mindern bzw. das Zunehmen der Maschenzahl eines Grundgestrickes mit einer Bindungstechnik, bei der alle Nadeln stricken, betreffen.

Zur Erläuterung dieser unterschiedlichen Minderungs- bzw. Zunahmetechniken sowie der Umhängetechnik zur Erzeugung der erforderlichen Nadeleinteilung für den Ripprand werden nachfolgend anhand der Zeichnung entsprechende Gestrickbeispiele beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Ansicht eines ersten Gestrickes mit einem Ripprand;

Fig. 2 einen Maschenverlauf zur Herstellung von Maschenzahlminderungs- und Maschenzahlzunahmebereichen eines Gestrickes gemäß Fig. 1;

Fig. 3 eine schematische Teilansicht eines zweiten Gestrickes mit Ripprand;

Fig. 4 einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlminderungsbereich eines Gestrickes gemäß Fig. 3 an der rechten Seite;

Fig. 5 einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlminderungsbereich eines Gestrickes gemäß Fig. 3 an der linken Seite;

Fig. 6 einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlzunahmebereich eines Gestrickes gemäß Fig. 3 an der rechten Seite;

Fig. 7 einen Maschenverlauf für einen Maschenzahlzunahmebereich eines Gestrickes gemäß Fig. 3 an der linken Seite.

Fig. 1 zeigt ein Gestrickstück 10 mit einem glatt rechts gestrickten Grundgestrick 11 und einem seitlichen Ripprand 12. In einem ersten Abschnitt 13 ist das Grundgestrick 11 in konstanter Breite gestrickt, während in einem zweiten Bereich 14 die Maschenzahl des Grundgestrickes 11 gemindert wird. In diesem Maschenzahlminderungsbereich 14 sind zwischen dem Ripprand 12 und dem Grundgestrick 11 Grenzmaschen 15 vorgesehen.

Fig. 2 beschreibt die Herstellung eines solchen Minderungsbereiches 14 des Gestrickes 10 nach Fig. 1, wobei die Minderung auf der rechten Seite des Grundgestrickes 11 vorgenommen wird. In Reihe 1 wird in Strickrichtung von links nach rechts mit einem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet. Anschließend werden in Reihe 2 mit einem zweiten Stricksystem S2 die Grenzmaschen E und G zwischen dem Grundgestrick 11 und dem Ripprand 12 sowie die rechten Maschen I und K des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 3 werden nach einem Versatz des hinteren Nadelbettes H in Strickrichtung von rechts nach links mit dem ersten Stricksystem S1 die Grenzmaschen e, g auf die Nadeln C, E des vorderen Nadelbettes V und alle Maschen h bis l des Ripprandes 12 auf die Nadeln F bis J des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Dann werden in Reihe 4, nach Rückversatz des hinteren Nadelbettes H in die Ausgangsstellung, die Linksmaschen F, H, J des Ripprandes 12 wieder auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt. In Reihe 5 wird wieder eine Maschenreihe über den Ripprand 12 und das Grundgestrick 11 erzeugt.

Die Fig. 2.3 und 2.4 betreffen einen Minderungsvorgang des Grundgestrickes 11 auf der linken Gestrickseite. In Reihe 1 wird wieder eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet. Anschließend werden in Reihe 2 die beiden Grenzmaschen F, H sowie die rechten Maschen B, D des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. Danach werden in Reihe 3 nach einem Versatz des hinteren Nadelbettes H die beiden Grenzmaschen f, h auf die Nadeln H, J des vorderen Nadelbettes V sowie sämtliche Maschen a bis e des Ripprandes 12 auf die Nadeln C bis G des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Nach einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes werden dann in Reihe 4 die linken Maschen C, E, G des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett zurückgehängt, bevor in Reihe 5 erneut eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet wird.

Fig. 2.5 bis 2.6 zeigen ein Verfahren zur Zunahme von Maschen für das Grundgestrick 11 an der rechten Seite. Zunächst wird in Reihe 1 mit dem ersten Stricksystem S1 wieder eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet. In Reihe 2 werden mit dem zweiten Stricksystem S2 die Grenzmasche c und die rechten Maschen E, G, I des Ripprandes 12 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt. Anschließend werden in Reihe 3 nach einem Versatz des hinteren Nadelbettes H mit dem ersten Stricksystem S1 die Grenzmasche c auf die Nadel E und sämtliche Maschen e bis j des Ripprandes 12 auf die Nadeln G bis L des vorderen Nadelbettes V umgehängt, bevor nach einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes H in Reihe 4 wieder mit dem ersten Stricksystem S1 in Schlittenrichtung von links nach rechts die linken Maschen H, J, L des Ripprandes 12 auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt werden. In Reihe 5 wird dann wieder eine Maschenreihe über das Grundgestrick 11 und den Ripprand 12 gebildet, wobei auf der durch den Ausdeckungsvorgang leer gewordenen Nadel C ein Fanghenkel erzeugt wird.

Fig. 2.7 und 2.8 betreffen eine Zunahme des Gestrickes 11 auf der linken Gestrickseite. Sie verläuft analog zur Zunahme auf der rechten Gestrickseite gemäß den Fig. 2.5 und 2.6. In Reihe 1 wird zunächst mit dem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe über den Ripprand 12 und das Grundgestrick 11 gebildet, bevor in Reihe 2 mit dem zweiten Stricksystem S2 die Grenzmasche J und die Rechtsmaschen D, F, H des Ripprandes 12 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt werden. Nachdem das hintere Nadelbett H versetzt worden ist, werden in Reihe 3 mit dem ersten Stricksystem S1 die Grenzmasche j auf die Nadel H sowie sämtliche Maschen c bis h des Ripprandes 12 auf die Nadeln A bis F des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Anschließend werden in Reihe 4 mit dem gleichen Stricksystem S1 die linken Maschen A, C, E des Ripprandes 12 wieder auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt, bevor in Reihe 5 mit dem ersten Stricksystem S1 eine Maschenreihe über den Ripprand 12 und das Grundgestrick 11 erzeugt wird, wobei auf der durch den Ausdeckungsvorgang leer gewordenen Nadel J ein Fanghenkel gebildet wird.

Fig. 3 zeigt ein zweites Gestrick 20 in der Teilansicht, das aus einem rechts-rechts-gestrickten Grundgestrick 21 besteht, das am Rand mit einer rippgestrickten Blende 22 versehen ist. Das Grundgestrick 21 weist im Wechsel Bereiche 23 einer Maschenzahlminderung und Bereiche 24 einer Maschenzahlzunahme auf, wobei die Minderung bzw. die Zunahme jeweils an der Grenze zum Ripprand 22 erfolgt. Zur Erzeugung des Grundgestrickes 21 werden sämtliche Nadeln des vorderen Nadelbettes V und des hinteren Nadelbettes H benötigt. Zur Erzeugung des Ripprandes 22 aus dem Grundgestrick 21 muß also zunächst die Nadeleinteilung im Bereich des Ripprandes 22 verändert werden, wobei das in Fig. 4 zunächst gezeigte Verfahren eingesetzt werden kann. Fig. 4, die die Erzeugung eines Maschenzahlminderungsbereiches 23 des Gestrickes 21 verdeutlicht, beschreibt daher in den Reihen 1 bis 9 zunächst die Herstellung der erforderlichen Nadelteilung für den Ripprand 22. In Reihe 1 wird zunächst eine Maschenreihe für das Grundgestrick 21 erzeugt. Anschließend wird in Reihe 2 die rechte vordere Randmasche H des Grundgestrickes 21 auf die Nadel h des hinteren Nadelbettes H umgehängt. Anschließend werden in entgegengesetzter Strickrichtung in Reihe 3 die erste und zweite Masche g, h von rechts des hinteren Nadelbettes H auf die Nadeln H, I des vorderen Nadelbettes V umgehängt. In Reihe 4 werden dann die erste bis dritte Masche G, H, I von rechts des vorderen Nadelbettes V auf die Nadeln g bis i des hinteren Nadelbettes H umgehängt. In Reihe 5 erfolgt dann ein Zurückhängen der vier letzten Maschen f bis i von rechts des hinteren Nadelbettes H auf die Nadeln G bis J des vorderen Nadelbettes V. Anschließend werden die fünf letzten Maschen F bis J des vorderen Nadelbettes V am rechten Rand des Gestrickes 20 auf die Nadeln f bis j des hinteren Nadelbettes H umgehängt, bevor in Reihe 7 in Strickrichtung von rechts nach links die sechs letzten Maschen e bis j des hinteren Nadelbettes H auf der rechten Seite des Gestrickes 20 auf die Nadeln F bis K des vorderen Nadelbettes V umgehängt werden. Damit wurden aus den drei Rechts-Rechts-Maschen F, e, G, f, H, g durch kontinuierliches Umhängen sechs Maschen auf dem vorderen Nadelbett V. Der Ripprand 22 besteht bei diesem Beispiel also aus sechs Maschen. Soll der Ripprand 22 breiter werden, so kann nach dem gleichen Verfahren durch weiteres Umhängen die Maschenzahl des Ripprandes 22 erhöht werden. In Reihe 8 werden dann die linken Maschen F, H, J des Ripprandes 22 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt, wodurch sich das in Reihe 9 gezeigte Maschenbild ergibt. In dieser Reihe wird eine Maschenreihe über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21 erzeugt. Soll am Grundgestrick 21 keine Zunahme oder Minderung erfolgen, so wird die Reihe 9 solange wiederholt, bis das Gestrick die gewünschte Höhe erreicht hat. Die Reihen 10 bis 13 betreffen eine Maschenzahlminderung des Grundgestrickes 21 auf der rechten Gestrickseite. Gemäß Reihe 10 wird die hintere Randmasche d des Grundgestrickes 21 auf die Masche D des Grundgestrickes 21 im vorderen Nadelbett V dazugehängt. Gleichzeitig wird die vordere Randmasche E des Grundgestrickes 21 sowie die rechten Maschen G, I, K des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 11 werden nach einem Nadelbettenversatz die Randmasche e des Grundgestrickes 21 auf die Maschen D des Grundgestrickes 21 im vorderen Nadelbett V dazugehängt. Außerdem werden alle Maschen f bis k des Ripprandes 22 in leere Nadeln E bis J des vorderen Nadelbettes V übertragen. Hierdurch wird das Gestrick um eine Masche in der Breite vermindert. In Reihe 12 werden nach dem Rückversatz des hinteren Nadelbettes H die linken Maschen E, G, I des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt, bevor in Reihe 13 eine Maschenreihe über das Grundgestrick 21 und den Ripprand 22 gebildet wird. Die Schritte der Reihen 10 bis 13 können anschließend solange wiederholt werden, bis das Grundgestrick 21 um die gewünschte Zahl an Maschen in der Breite vermindert worden ist.

Fig. 5 beschreibt den Vorgang der Minderung auf der linken Seite des Grundgestrickes 21. Dabei ist zunächst in den Reihen 1 bis 8 gezeigt, wie die zur Herstellung des Ripprandes 22 notwendige Nadeleinteilung erreicht wird. Sie entspricht der in den Reihen 1 bis 8 der Fig. 4 gezeigten Verfahrensweise. Die notwendigen Umhängevorgänge werden durch kurze Schlittenhübe erreicht, wobei sich das Strickschloß nur über die am Umhängevorgang beteiligten Nadeln bewegt. In Reihe 9 wird dann eine erste Maschenreihe über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21 gebildet. Anschließend werden in Reihe 10 die rechten Maschen B, D, F des Ripprandes 22 vom vorderen Nadelbett V auf das hintere Nadelbett H umgehängt. Nach einem Nadelbettenversatz wird in Reihe 11 die vordere Randmasche H des Grundgestrickes 21 zur Masche i des Grundgestrickes 21 auf dem hinteren Nadelbett H dazugehängt. Anschließend werden in Reihe 12 nach einem Rückversatz des hinteren Nadelbettes um eine Nadelteilung die beiden Maschen g, h des Grundgestrickes 21 auf die Nadeln H, I des vorderen Nadelbettes V sowie sämtliche Maschen b bis f des Ripprandes 22 auf die Nadeln C bis G des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Hierdurch wird die Breite des Grundgestrickes 21 um eine Masche vermindert. In Reihe 13 werden die linken Maschen D, F, H des Ripprandes 22 nach dem Rückversatz des hinteren Nadelbettes H in die Ausgangsposition auf das hintere Nadelbett H übertragen, bevor in Reihe 14 wieder eine Maschenreihe über dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 gebildet wird. Die Schritte der Reihen 10 bis 14 können anschließend solange wiederholt werden, bis das Grundgestrick um die gewünschte Zahl an Maschen in der Breite vermindert worden ist.

Fig. 6 betrifft die Zunahme des Grundgestrickes 21 aus Fig. 3 an der rechten Gestrickseite, wobei die Reihen 1 bis 8 wieder die Erzeugung der Nadeleinteilung für den Ripprand 22 betreffen, die den Schritten der Reihen 1 bis 8 aus Fig. 4 entsprechen. In Reihe 9 wird dann eine Maschenreihe über dem Grundgestrick 21 und dem aus sechs Maschen bestehenden Ripprand 22 gebildet. In Reihe 10 werden in Strickrichtung von links nach rechts die vordere Randmasche D des Grundgestrickes 21 auf die leere Nadel d des hinteren Nadelbettes H und die rechten Maschen F, H, J des Ripprandes 22 auf die Nadeln f, h, j des hinteren Nadelbettes H umgehängt. Nach einem Nadelbettenversatz werden in Reihe 11 die Randmasche d des Grundgestrickes 21 auf die Nadel E des vorderen Nadelbettes V sowie sämtliche Maschen e bis j des Ripprandes 22 auf die Nadeln F bis K des vorderen Nadelbettes V umgehängt. Hierdurch erfährt das Grundgestrick 21 eine Verbreiterung um eine Masche. Nach Rückversatz des hinteren Nadelbettes H werden anschließend die linken Maschen F, H, J des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H zurückgehängt. In Reihe 13 wird dann eine Maschenreihe über dem Grundgestrick 21 und dem Ripprand 22 gebildet, wobei die Nadel D im vorderen Nadelbett V und die Nadel d im hinteren Nadelbett H Fanghenkel bilden, wodurch sich ein besonderer Effekt an der Grenze zwischen Grundgestrick 21 und Ripprand 22 ergibt. Die Schritte der Reihen 10 bis 13 können anschließend solange wiederholt werden, bis das Grundgestrick 21 die gewünschte Verbreiterung erfahren hat.

Fig. 7 beschreibt das der Fig. 6 entsprechende Verfahren zur Verbreiterung des Grundgestrickes 21 auf der linken Gestrickseite. Auch hier betreffen die Reihen 1 bis 8 wieder die Herstellung der Nadeleinteilung für den Ripprandbereich 22. Anschließend wird in Reihe 9 eine Maschenreihe aber dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 gebildet. In umgekehrter Schlittenrichtung werden anschließend in Reihe 10 die rechten Maschen B, D, F des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H umgehängt. In Reihe 11 erfolgt dann nach einem Nadelbettenversatz ein Umhängen der Randmasche g des Grundgestrickes 21 auf die Nadel F sowie sämtlicher Maschen b bis f des Ripprandes 22 auf die Nadeln A bis E des vorderen Nadelbettes V. Daraufhin wird das hintere Nadelbett H in die Ausgangsposition zurückversetzt und anschließend ein Zurückhängen der linken Maschen B, D, F des Ripprandes 22 auf das hintere Nadelbett H vorgenommen. In Reihe 13 erfolgt die Bildung einer Maschenreihe über den Ripprand 22 und das Grundgestrick 21, wobei in den Nadeln g und G Fanghenkel erzeugt werden, um einen bestimmten optischen Effekt im Grenzbereich zwischen dem Ripprand 22 und dem Grundgestrick 21 zu erhalten.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Herstellung eines Gestrickes auf einer Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadelbetten (V, H) und einer Maschenumhängeeinrichtung, wobei das Gestrick (10, 20) ein Grundgestrick (11, 21) aufweist, das mindestens teilweise von einem rippgestrickten Rand (12, 22) eingefaßt ist, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens im Bereich des rippgestrickten Randes (12, 22) höchstens jede zweite Nadel eines Nadelbettes (V, H) am Strickvorgang beteiligt ist und diejenigen Nadeln, die einer maschenbesetzten Nadel des einen Nadelbettes auf dem anderen Nadelbett gegenüberliegen, leer sind.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Grundgestrick (21) mit einer Bindungstechnik, bei der alle Nadeln stricken, zur Erzeugung der für den rippgestrickten Rand (22) erforderlichen Nadeleinteilung folgende Schritte durchgeführt werden:
    1. a) Umhängen der Randmasche (H) des Gestrickes (21) vom vorderen Nadelbett (V) auf die erste leere Nadel (h) des hinteren Nadelbettes (H),
    2. b) Zurückhängen der beiden Randmaschen (g, h) des Grundgestrickes (21) auf dem hinteren Nadelbett (H) auf leere Nadeln (H, I) des vorderen Nadelbettes (V),
    3. c) Umhängen dieser zurückgehängten Maschen (H, I) und der unmittelbar benachbarten Masche (G) auf die dem Gestrick (21) unmittelbar benachbarten leeren Nadeln (g, h, i) des hinteren Nadelbettes (H),
    4. d) Zurückhängen dieser umgehängten Maschen (g, h, i,) und der unmittelbar benachbarten Masche (f) vom hinteren Nadelbett (H) auf die dem Gestrick (21) unmittelbar benachbarten leeren Nadeln (G, H, I, J) des vorderen Nadelbettes (V),
    5. e) Wiederholung der Schritte c) und d) bis die gewünschte Breite des Randes (22) erreicht ist,
    6. f) Umhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H).
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Grundgestrick (11) ein Glattgestrick ist und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (12) die Maschenzahl des Grundgestrickes (11) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. a) Bilden einer Maschenreihe über das Grundgestrick (11) und den rippgestrickten Rand (12),
    2. b) Umhängen der beiden Grenzmaschen (E, G) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12) sowie der rechten Maschen (I, K) des Randes (12) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H),
    3. c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) in Richtung Gestrickmitte,
    4. d) Umhängen der Grenzmaschen (e, g) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12) sowie aller Maschen (h bis l) des Randes (12) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
    5. e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (h) in die Ausgangsstellung,
    6. f) Zurückhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (12) auf das hintere Nadelbett (H),
    7. g) Wiederholung der Schritte a) bis f) bis die gewünschte Anzahl von Maschen gemindert worden ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, wobei das Grundgestrick (11) ein Glattgestrick ist und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (12) die Maschenzahl des Gestrickes (11) erhöht wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. a) Bilden einer Maschenreihe über das Grundgestrick (11) und den rippgestrickten Rand (12),
    2. b) Umhängen der Grenzmasche (C) des Grundgestrickes (11) zum Rand (12) und der rechten Maschen (E, G, I) des Randes (12) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H),
    3. c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) in Richtung des Randbereiches (12),
    4. d) Umhängen der Grenzmasche (c) zwischen Grundgestrick (11) und Rand (12) sowie aller Randmaschen (e bis j) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
    5. e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
    6. f) Zurückhängen der linken Maschen (H, J, L) des Randes (12) auf das hintere Nadelbett (H),
    7. g) Bildung einer Maschenreihe über dem Grundgestrick (11) und dem Rand (12), wobei auf der durch den Ausdeckungsvorgang leer gewordenen Nadel (C) neben der Grenzmasche (E) des Grundgestrickes (11) ein Fanghenkel erzeugt wird,
    8. h) Wiederholung der Schritte b) bis g), bis die gewünschte Anzahl von Maschen zugenommen worden ist.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Grundgestrick (21) ein mit allen Nadeln der Nadelbetten gebildetes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (22) auf der rechten Gestrickseite die Maschenzahl des Grundgestrickes (21) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22),
    2. b) Umhängen der rechten Maschen (E, G, I, K) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H) und der Grenzmasche (E) des Grundgestrickes (21) zum Rand (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H), während die links danebenliegende Masche (d) vom hinteren Nadelbett (H) zu der gegenüberliegenden Masche (D) auf dem vorderen Nadelbett (V) dazugehängt wird,
    3. c) Versatz des hinteren Nadelbettes (h) nach links,
    4. d) Umhängen der Grenzmasche (e) des Grundgestrickes (21) auf die Nadel (D) mit der Doppelmasche des vorderen Nadelbettes (V) sowie aller Maschen (f bis k) des Randes (22) auf leere Nadeln (E bis J) des vorderen Nadelbettes (V),
    5. e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
    6. f) Zurückhängen der linken Maschen (E, G, I) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett (H),
    7. g) Wiederholung der Schritte a) bis f), bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 5, wobei das Grundgestrick (21) ein mit allen Nadeln der Nadelbetten gestricktes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (22) auf der linken Gestrickseite die Maschenzahl des Grundgestrickes (21) gemindert wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22),
    2. b) Umhängen der rechten Maschen (B, D, F) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett (H),
    3. c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H) nach links,
    4. d) Umhängen der Grenzmasche (H) des Grundgestrickes (21) zum band (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf die Nadel (i) mit der letzten Grundgestricksmasche auf dem hinteren Nadelbett (H),
    5. e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) um eine Nadelteilung,
    6. f) Umhängen aller Randmaschen (b bis f) und der Grenzmaschen (g, h) des Grundgestrickes (21) vom hinteren Nadelbett (H) auf das vordere Nadelbett (V),
    7. g) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H) in die Ausgangsstellung,
    8. h) Zurückhängen der linken Randmaschen (D, F, H) auf das hintere Nadelbett (H),
    9. i) Wiederholung der Schritte a) bis h), bis die gewünschte Zahl an Maschen gemindert worden ist.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2, 5 oder 6, wobei das Grundgestrick (21) ein mit allen Nadeln der Nadelbetten gestricktes Rechts-Rechts-Gestrick ist und im Übergangsbereich zum rippgestrickten Rand (22) die Maschenzahl des Grundgestrickes (21) erhöht wird, gekennzeichnet durch die Schritte:
    1. a) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick und den Rand (22),
    2. b) Umhängen der Grenzmasche (D) des Grundgestrickes (21) und der rechten Maschen (F, H, J) des Randes (22) vom vorderen Nadelbett (V) auf das hintere Nadelbett (H),
    3. c) Versatz des hinteren Nadelbettes (H),
    4. d) Umhängen der Grenzmasche (d) und aller Maschen (e bis j) des Randes (22) auf das vordere Nadelbett (V),
    5. e) Rückversatz des hinteren Nadelbettes (H),
    6. f) Zurückhängen der linken Maschen (F, H, J) des Randes (22) auf das hintere Nadelbett (H),
    7. g) Bildung einer Maschenreihe über das Grundgestrick (21) und den Rand (22), wobei im Grenzbereich zwischen Grundgestrick (21) und Rand (22) zwei Fanghenkel (D, d) gebildet werden,
    8. h) Wiederholung der Schritte b) bis g), bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist.






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