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Dokumentenidentifikation DE19515039C2 01.10.1998
Titel Vorrichtung zum Mischen von wenigstens zwei chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten
Anmelder Krauss-Maffei AG, 80997 München, DE
Erfinder Eidenmüller, Siegfried, 85256 Vierkirchen, DE
DE-Anmeldedatum 24.04.1995
DE-Aktenzeichen 19515039
Offenlegungstag 31.10.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.10.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.10.1998
IPC-Hauptklasse B29B 7/76

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Mischen von wenigstens zwei reaktiven Kunststoffkomponenten gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Eine Vorrichtung dieser Art ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster 89 15 329 bekannt, bei dem der Reinigungskolben einen in einer Ringnut angeordneten Dichtungsring aufweist. Mit diesem Dichtungsring ist die Oberfläche der Beruhigungskammer zwar gut zu reinigen, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß zwischen der Oberfläche der Beruhigungskammer und der Oberfläche des Reinigungskolbens ausreagiertes Kunststoffmaterial eindringt und zur Verklebung des Reinigungskolbens führt. Desgleichen besteht insbesondere bei einer ungleichförmigen Verteilung von ausreagiertem Kunststoffmaterial die Gefahr, daß es zu metallischem Kontakt und demgemäß zum Fressen zwischen Kolben und Zylinderrohr kommt.

Es ist aus der DE 28 38 798 B2 bereits bekannt, zum Verhindern des Festfressens des Steuerkolbens Vertiefungen in dem den Zulauf der Kunststoffkomponenten steuernden Kolben anzuordnen, wobei in den Vertiefungen ausreagiertes Material einen metallischen Kontakt zwischen Kolben und Zylinderwandung verhindern soll. Mit dieser Maßnahme allein lassen sich jedoch Verklebungen des Kolbens in der Zylinderwandung schwer lösen, so daß in diesem Falle so starke Losreißkräfte erforderlich werden können, daß es zu Beschädigungen und zum Bruch bzw. Abreißen des Reinigungskolbens kommen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Reinigungskolben der eingangs genannten Art die Neigung zur Verklebung und die erforderliche Losreißkraft zu verringern.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß durch die wendelförmige Belegung des Reinigungskolbens mit Abstandsmaterial zum einen die mögliche Verklebungsfläche reduziert ist und zum anderen keine ungleichförmige Belegung des Spaltes zwischen Kolben und Zylinderrohr mit klebendem ausreagiertem Kunststoffmaterial erfolgen kann. Die Gefahr, daß der Kolben durch einseitiges radiales Wegdrücken in unmittelbaren metallischen Kontakt mit dem Zylinderrohr kommt, ist damit ausgeschlossen. Vor allem wird jedoch durch die Einleitung einer Drehbewegung eine quer zum axialen Kolbenhub gerichtete Scherkraftkomponente erzielt, durch die zwischen dem Kolben und dem Zylinderrohr befindliche klebende Substanzen besonders wirkungsvoll gelöst werden können. Im weiteren ergibt sich der Vorteil, daß durch die bei jedem Hub stattfindende Drehung des Reinigungskolbens stets neue Partien der Oberflächen von Kolben und Zylinder gegenüberliegen, so daß die Bildung von axial verlaufenden Riefen und Ablagerungen mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

Vorzugsweise wird als Abstandsmaterial ausreagiertes Kunststoffmaterial verwendet. Dieses Material bildet sich durch Einsickern von noch nicht ausreagiertem Kunststoffgemisch über den zwischen Kolben und Zylinderrohr befindlichen Spalt. Das Kunststoffgemisch setzt sich in den Vertiefungen fest und bewirkt durch sein Anquellen beim Ausreagieren eine sichere, einen metallischen Kontakt zwischen Kolben und Zylinderfläche ausschließende Abstandshalterung.

Grundsätzlich ist es auch möglich, in die Vertiefungen vor dem Einbau des Reinigungskolbens andere Abstandsmaterialien als ausreagiertes Kunststoffgemisch einzubringen. Hierfür können Dichtungsmaterialien geeignet sein, die hinsichtlich des zu verarbeitenden Kunststoffgemisches nicht nur nicht zur Verklebung neigen, sondern aufgrund stark abstoßender Wirkung Verklebungen auch in unmittelbar an das Dichtungsmaterial angrenzenden Bereichen ausschließen.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Reinigungskolben frei drehbar an der Kolbenstange des Hydraulikkolbens befestigt, wodurch sich das durch die wendelförmige Anordnung der Vertiefungen hervorgerufene Drehmoment besonders effizient auf etwaige Verklebungsbereiche auswirken kann. Dreh-Reibungsverluste an den Dichtungsstellen der Kolbenstange und des Hydraulikkolbens sind dadurch ausgeschlossen.

Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch einen Mischkopf zum Mischen zweier reaktiver Kunststoffkomponenten,

Fig. 2 die Teildarstellung des Mischkopfes gemäß der Schnittlinie 11-11 in Fig. 1,

Fig. 3 die Einzeldarstellung eines Reinigungskolbens mit einer im Vergleich zu Fig. 1 anderen Art von spiralförmig angeordneten Vertiefungen und

Fig. 4 die Einzeldarstellung eines Reinigungskolbens mit einer weiteren Art von Vertiefungen.

Der dargestellte Mischkopf enthält eine zylindrische Mischkammer 1, in die eine Zulaufleitung 2 für die Kunststoffkomponente A und eine Zulaufleitung 3 für die Kunststoffkomponente B einmündet. Injektionsöffnungen 4 und 5 der Zulaufleitungen 2 und 3 werden von einem Mischkammerkolben 6 auf- und zugesteuert, der in der Mischkammer 1 reversierbar geführt ist. Der Mischkammerkolben 6 befindet sich in der Rezirkulationsstellung in der die Kunststoffkomponenten A und B über im Mischkammerkolben 6 ausgebildete Rezirkulationsnuten 7 und 8 in zu den Komponententanks (nicht dargestellt) führende Rücklaufleitungen 9 und 10 zurückgeleitet werden. In der Mischstellung (nicht dargestellt) befindet sich der Mischkammerkolben in zurückgezogener Stellung in der die Injektionsöffnungen 4 und 5 freigegeben sind, so daß die Kunststoffkomponenten A und B unter hohem Druck in der Mischkammer 1 aufeinandertreffen und sich dort innig durchmischen. Das so gebildete reaktive Kunststoffkomponentengemisch strömt über die Mischkammeraustrittsöffnung 11 in die anschließende Beruhigungskammer 12 und gelangt über deren Auslaßöffnung 13 in die Form (nicht dargestellt).

In der Beruhigungskammer 12 ist ein Reinigungskolben 14 reversierbar angeordnet, der sich in der Zeichnung in vorderster Stellung befindet, in der am Ende einer Spritzperiode das Kunststoffkomponentengemisch aus der Beruhigungskammer 12 ausgestoßen ist, wobei die Innenwandung der Beruhigungskammer 12 nahezu restlos von reaktivem Kunststoffkomponentengemisch gereinigt wird.

Der Reinigungskolben 14 ist mit enger Toleranz in der Beruhigungskammer 12 eingepaßt und weist auf seiner zylindrischen Mantelfläche Vertiefungen 15a in Form von wendelförmig verlaufenden Nuten auf. Die Vertiefungen sind mit Abstandsmaterial (nicht dargestellt) gefüllt, das aus ausreagiertem Kunststoffkomponentengemisch bestehen kann, das sich nach und nach während des Betriebes in den Vertiefungen ansammelt und in diesen festsetzt. Das Abstandsmaterial kann auch aus gesondertem Material bestehen, das vor dem Einbau des Reinigungskolbens in die Vertiefungen eingebracht wird.

Der Reinigungskolben 14 ist an einer Kolbenstange 16 frei drehbar befestigt, die mittels eines doppeltwirkenden Hydraulikkolbens 17 hin und herbewegbar ist. Grundsätzlich kann das Drehlager auch zwischen der Kolbenstange 16 und dem Hydraulikkolben 17 angeordnet sein.

Die Fig. 3 zeigt im vergrößerten Maßstab eine andere Ausführungsform eines Reinigungskolbens 14, bei dem die Vertiefungen 15b die Form von in wendelförmigen Linien 18 angeordneten Grübchen haben.

Die Fig. 4 zeigt im vergrößerten Maßstab einen Reinigungskolben 14 mit Vertiefungen 15c in Form von Wendelnuten, die im Vergleich zu den Wendelnuten des Reinigungskolbens 14 nach Fig. 1 einen wesentlich geringeren Winkel aufweisen. Damit wird erreicht, daß bei einem axialen Hub eine Mantellinie der Innenwandung der Beruhigungskammer mehrfach von den überdeckend angeordneten, mit Abstandsmaterial gefüllten wendelförmigen Vertiefungen 15c überstrichen wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Mischen von wenigstens zwei chemisch reaktiven Kunststoffkomponenten unter hohem Druck, mit einer zylindrischen Mischkammer, in welche die Kunststoffkomponenten injiziert werden, wobei zum Austragen von restlichem Kunststoffgemisch innerhalb der Mischkammer ein reversierbarer Kolben angeordnet ist, und mit einer zylindrischen Beruhigungskammer, welche sich an die Mischkammer anschließt und in einem Winkel von vorzugsweise 90° zur Längsachse der Mischkammer verläuft, wobei in der Beruhigungskammer ein reversierbarer Reinigungskolben zum Austragen des reaktiven Kunststoffgemisches aus der Beruhigungskammer angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungskolben (14) auf seiner zylindrischen Mantelfläche Vertiefungen (15a, 15b, 15c) ausgebildet hat, die mit Abstandsmaterial gefüllt und auf der Mantelfläche wendelförmig angeordnet sind, so daß bei einer axialen Bewegung des Reinigungskolbens (14) dieser in Drehung versetzt wird.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstandsmaterial aus ausreagiertem Kunststoffgemisch besteht.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstandsmaterial aus vor dem Einbau des Reinigungskolbens (14) in die Vertiefungen (15a, 15b, 15c) eingebrachtem Dichtungsmaterial besteht.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtungsmaterial in Bezug auf das zu verarbeitende Kunststoffgemisch eine stark abstoßende Wirkung aufweist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (15a, 15c) durchgehend wendelförmig angeordnet sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (15b) aus einzelnen, jeweils auf einer Wendellinie (18) angeordneten Grübchen bestehen.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungskolben (14) frei drehbar an einer Kolbenstange (16) befestigt ist.






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