PatentDe  


Dokumentenidentifikation EP0860555 01.10.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0860555
Titel Verfahren zur winterlichen Fahr- und/oder Gehwegreinigung und Vorrichtung hierzu
Anmelder Sartori, Gualtiero, Breganzona, CH
Erfinder Sartori, Gualtiero, Breganzona, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 18.02.1998
EP-Aktenzeichen 988101309
EP-Offenlegungsdatum 26.08.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.10.1998
IPC-Hauptklasse E01H 5/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur winterlichen Fahr- und/oder Gehwegreinigung gemäß Patentanspruch 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Patentanspruch 2.

Aufgabe der Erfindung ist es, auf Fahr- und/oder Gehwegen liegenden Schnee und Eis zu entfernen.

Die Erfindung geht neue Wege bei der winterlichen Reinigung von Fahr- und/oder Gehwegen. Es werden nämlich nicht mehr Eis und Schnee entfernt und dann an einem Ort zwischengelagert, von dem es anschließend abtransportiert werden muß, sondern Eis und Schnee werden nach der Aufnahme vom Weg geschmolzen. Das Schmelzwasser benötigt einen geringeren Rauminhalt als aufgesammelter Schnee oder in Schollen abgelegtes Eis. Es kann anschließend in jeden Wegabfluß abgelassen werden. Hierdurch entfallen lange Transportwege zu einem Lagerplatz, auf dem Eis und Schnee auf einen warmen Wintertag zum Abschmelzen warten sollen oder sonst wie entsorgt werden. Da das Schmelzwasser einen Wärmeüberschuß aufweist, kann durch ein Ablassen in Wegabflüsse, Gullys und dergleichen auch dessen Einfrieren verhindert oder eingefrorene Teilbereiche wieder aufgetaut werden.

Da die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Erwärmungseinrichtung zum Schmelzen des aufzunehmenden und/oder aufgenommenen Schnees und/oder Eises hat, kann hierdurch mechanisch nicht mehr entfernbares Eis direkt auf dem Fahr- und/oder Gehweg in Schmelzwasser verwandelt werden. Auch kann mit der Erwärmungseinrichtung bei einer zugeschalteten Fluid- insbesondere Luftstromerhitzung ein Abtrocknen einer Wegoberfläche vorgenommen werden. Dies dürfte sich in bevorzugter Weise bei Landebahnen und auf Fußwegen einsetzen lassen.

Im folgenden werden Beispiele eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur winterlichen Fahrund/oder Gehwegreinigung und eine hierzu verwendete Vorrichtung anhand einer Zeichnung erläutert. Die Zeichnung zeigt einen vertikalen Querschnitt durch die erfindungsgemäße Vorrichtung. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem nachfolgenden Beschreibungstext.

Die in der Figur dargestellte Vorrichtung zur winterlichen Fahr- bzw. Gehwegreinigung ist bevorzugt an der Vorderfront eines Fahrzeuges angeordnet und ist seitlich sowie in der Höhe verstellbar sowie insbesondere auch schwenkbar gehalten. Die Verstellungen können mit hydraulischen sowie auch elektromotorischen Einheiten erfolgen; auch wäre eine manuelle Verstellung möglich. Die Vorrichtung hat eine Aufnahmeeinrichtung 1 zum Entfernen von Eis und/oder Schnee 3 von der Fahr- bzw. Gehwegoberfläche 5, eine Erwärmungseinrichtung 7 zum Schmelzen von aufzunehmenden bzw. aufgenommenen Schnee bzw. Eises 5, eine Transporteinrichtung zum Transport von Eis, Schnee bzw. von Schmelzwasser zu einem (nicht dargestellten) Sammelbehälter und eine (ebenfalls nicht dargestellte) Auslaßeinrichtung zum Ablassen des Schmelzwassers in den Rinnsteig, einen Gully oder sonstigen Abfluß. Das Schmelzwasser kann auch zum Abtransport in einen "Zisternenwagen" gepumpt werden.

Die Aufnahmeeinrichtung weist in der hier gezeigten beispielsweisen Ausführungsform ein über ein Getriebe 11, eine Welle 12 und einen nicht explizit dargestellten Antrieb in Rotation versetzbares Fräsrad 13 auf. Mit dem Fräsrad 13 als Aufnahmeelement ist auf der Wegoberfläche 5 liegender Schnee bzw. auf der Oberfläche 5 liegendes Eis mechanisch ablösbar d.h. "herausfräsbar" und zur Einführöffnung 15 der Transporteinrichtung bringbar. Das Einbringen des abgelösten Schnees und/oder Eises wird durch ein Ansauggebläse sowie durch ein schaufelartiges Schild 17 unterstützt. Die Vorderkante 19 des Schildes 17 ist in ihrer Höhe über der Wegoberfläche 5 mit einer Kolben-Zylindereinheit 20 verstellbar. Die Vorderkante 19 liegt zwischen der Wegoberfläche 5 und der Unterseite des Fräsrads 13. Oberhalb des Fräsrads 13 ist eine Auslaßdüse 21 für ein erwärmtes Fluid, hier Luft, als Mittel zur Erwärmung des Fräsrads 13 sowie eines Wegbereichs in der Umgebung des Fräsrads 13 vorhanden. Auch diese Auslaßdüse 21 ist mit einer Kolben-Zylindereinheit 23 schwenkbar angeordnet. Durch diese Schwenkbarkeit ist eine Einstellung für eine gerichtete Wärmezufuhr möglich.

Die Erwärmungseinrichtung 7 hat mehrere Heizfluiderzeuger, hier als Dampferzeuger ausgebildet, von denen in der Figur die beiden mit den Bezugszeichen 25a und 25b gekennzeichnet dargestellt sind. Jeder Dampferzeuger 25a/b hat einen Verdampfer 26, in dem Wasser insbesondere Schmelzwasser aus einer Zuleitung 27 kommend, verdampft wird. Die Verdampfung erfolgt an der Oberfläche 29 eines erhitzten Elements 30. Die Erhitzung kann nun elektrisch oder durch eine innenliegende Flamme, gespeist mit Gas, Treibstoff (Benzin, Diesel, Öl,...), sowie mit anderen Erhitzungseinrichtungen erfolgen. Der erzeugte Dampf strömt durch eine Austrittsöffnung 31 in eine hohle Zylinderwandung 33, welche die Welle 12 sowie eine unten beschriebene Anordnung 34 mit Dampfauslaßdüsen 35 in ihrem dem Fräsrad 13 benachbarten Bereich 36 umgibt. Jeder Dampferzeuger 25a/b hat eine weitere Dampfaustrittsöffnung 37. Von dieser Dampfaustrittsöffnung 37 wird der Dampf über eine Leitung 39 in eine weitere hohle Zylinderwandung 40 geführt. Diese Zylinderwandung 40 ist Teil eines Zylinders 41, der den unten beschriebenen, rotierenden Schnee- und Eiszerstäuber 43 umgibt. Der Innendurchmesser dieses Zylinders 41 ist etwa viermal so groß wie derjenige der Zylinderwandung 33. Der Zylinder 41 ist dem Bereich 36 nachgeordnet, also weiter von dem Fräsrad 13 entfernt. Aus dem Innenraum der hohlen Zylinderwandung 40 wird der Dampf über eine Leitung 44 in den Innenraum der in Rotation versetzbare Anordnung 34 geführt.

Die Anordnung 34 wird von dem nicht dargestellten Antrieb über ein Getriebe 45 angetrieben, welches gleichzeitig über die Welle 12 und das weitere Getriebe 11 das Fräsrad 13 antreibt. Ferner werden über das Getriebe 45 die Schnee- und Eiszerstäuber 43 angetrieben. Die Anordnung 34 ist als Hohlzylinder ausgebildet, der schräg nach außen, in Richtung des Fräsrades 13 stehende Dampfauslaßdüsen 35 aufweist. In den die Welle 12 aufnehmenden Innenraum 47 ist Dampf aus der hohlen Zylinderwandung 40 über die Leitung 44 und einen den Fuß 50 der Anordnung 34 umgreifenden Hohlring 51 durch mehrere Durchbrüche 53 im Fuß 50 einleitbar. Der in den Innenraum 47 eingeleitete Dampf strömt über die Dampfauslaßdüsen 35 aus und schmilzt durch die Einführöffnung 15 eingesaugten Schnee und eingesaugtes Eis.

Der Transport von Eis, Schnee und Schmelzwasser von der Wegoberfläche 5 erfolgt durch die Schleuderbewegung des Fräsrads 13 unterstützt durch die Sogwirkung des nicht dargestellten Ansauggebläses, welches unmittelbar hinter dem Getriebe 45 angeordnet ist. Damit für eine ausreichende Wärmeaufnahme der angesaugte Schnee und die angesaugten Eisbruchstücke nicht zu schnell an der erwärmten Zylinderwandung 33 vorbeistreicht bzw. vorbeistreichen, weist diese Erhöhungen, hier beispielsweise als umlaufende Wulstreihen 54 ausgebildet, auf. Durch diese Wulstreihen 54 bilden sich Verwirbelungen, welche eine bessere Wärmeaufnahme ermöglichen. Eis und Schnee streichen nun unter teilweisem Schmelzen an der Zylinderwandung 33 vorbei. Da Eis und Schnee zusammen mit Schmelzwasser leicht zum Verklumpen neigt, sind dem Bereich 36 in Strömungsrichtung nachgeordnet rotierende Schnee- und Eiszerstäuber 43 vorhanden. Diese Zerstäuber 43 weisen an ihrem Mantel geneigt angeordnete Stäbe 55 auf. Die Neigung der Stäbe 55 ist derart gewählt, daß sie schräg vom Fräsrad weggerichtet sind. Die Stäbe 55 wirken als Zerhacker und Strömungsverwirbler. Die Lagerung 57 der Anordnung 34 erfolgt nicht auf einer massiven, sondern einer mit nicht dargestellten Schlitzen und Durchbrüchen 61 versehenen Grundplatte 59. Der Grundplatte 59 nachgeordnet befindet sich dann das nicht dargestellte Ansauggebläse. Durch die Schlitze und Durchbrüche der Grundplatte 59 wird das Schmelzwasser in einen Sammelbehälter abgesaugt, dessen Inhalt, wie oben bereits ausgeführt, über einen beliebigen Abfluß abgelassen werden kann. Ein Teil des Schmelzwassers wird jeweils aus dem Sammelbehälter entnommen und zur Wasserzuleitung 27 des Verdampfers 26 geführt.

Aus der Auslaßdüse 21 tritt zur Erwärmung des Fräsrads 13 und/oder des Wegoberflächenbereichs in der Umgebung des Fräsrads 13 erhitzte Luft als zweites erwärmtes Fluid aus. Die hierzu benötigte Luft kommt durch eine Umleitung vom Ansauggebläse über eine Leitung 60 zur Auslaßdüse 21. Die Erwärmung der Luft erfolgt mit der Restwärme des Schmelzvorgangs, da sie an den erhitzten Oberflächen des Verdampfers 26 und der erhitzten Zylinderwandung vorbeigestrichen ist. Sollte eine weitere Erwärmung gewünscht werden, so kann die in der Leitung 60 strömende Luft an der Außenwand der Zylinderwandung 40 und des Dampferzeugers 25b vorbeigeführt werden. Mit dieser erwärmten Luft kann auch eine Trocknung der Wegoberfläche vorgenommen werden. Es wird bevorzugt nur erhitzte Luft und kein Wasserdampf durch die Auslaßdüse 21 ausgelassen, da Wasserdampf auf der Wegoberfläche oder am Fräsrad kondensieren würde. Dieses Kondenzwasser könnte zu einer unverwünschten Eisbildung beitragen.

Wird anstelle des Dampferzeugers ein Brenner eingesetzt, so können die heißen Verbrennungsgase direkt ohne Dampferzeugung verwendet werden. Diese heißen Gase kann man dann auch aus der Auslaßdüse 21 ausströmen lassen.

Anstatt die Vorrichtung wie in der Figur dargestellt so zu betreiben, daß das Fräsrad 13 mit horizontaler Achslage insbesondere Schnee herausfräst, kann die Vorrichtung auch derart gestaltet werden, daß die Achse des Fräsrads vertikal verläuft. In diesem Fall wird man das Schild 17 und die Auslaßdüse 21 annähernd auf gleicher Höhe links und rechts des Fräsrads anordnen. Die nun direkt über der Wegoberfläche 5 ausströmende erhitzte Luft eignet sich dann insbesondere zur Erwärmung des Wegoberflächenbereichs um das Fräsrad herum und auch zur direkten Erwärmung des Fräsrads, um dieses vor einem Ansetzen von Schnee und Eis zu schützen.

Das Fräsrad 13 mit dem schaufelartigen Schild 17 und der Auslaßdüse 21 kann auch um eine horizontale Achse schwenkbar angeordnet werden. Eine optimale Arbeitslage kann dann immer eingestellt werden.

Anstelle eines einzigen Fräsrads können auch zwei nebeneinander liegende verwendet werden. Man wird dann aber bevorzugt mit einer vertikalen Achsenanordnung der Fräsräder arbeiten.

Anstelle eines Fräsrads kann auch ein Bürstenrad oder ähnliches verwendet werden.

Die Verwendung des Schnee- und Eiszerstäubers 43 ist nicht zwingend; er erhöht jedoch die Effizienz der Vorrichtung.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur winterlichen Fahr- und/oder Gehwegreinigung, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Weg (5) liegendes Eis und/oder Schnee (3) mechanisch unter Erwärmung aufgenommen, anschließend geschmolzen, das Schmelzwasser gesammelt und an einem geeigneten Ort abgelassen wird.
  2. Fahrbare Vorrichtung zur winterlichen Fahr- und/oder Gehwegreinigung gemäß einem Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Aufnahmeeinrichtung (13, 17) zum Entfernen von Eis und/oder Schnee (3) von einem Fahr- und/oder Gehweg (5), eine Erwärmungseinrichtung (7, 21, 25a, 25b) zum Schmelzen des aufzunehmenden und/oder aufgenommenen Schnees und/oder Eises (3), eine Transporteinrichtung (15, 43) zum Transport von Eis, Schnee und/oder Schmelzwasser,einen Sammelbehälter zur Aufnahme des Schmelzwassers und eine Auslaßeinrichtung zu dessen ablassen.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmeeinrichtung (13, 17) wenigstens ein rotierend angetriebenes Aufnahmeelement (13) zur mechanischen Ablösung von Eis und/oder Schnee (3) von der Wegoberfläche (5) und zur Beförderung zur Transporteinheit sowie die Erwärmungseinrichtung (7, 25a, 25b) Mittel (21) zur Erwärmung des Aufnahmeelements (13) und/oder eines Wegbereichs in der Umgebung des Aufnahmeelements (13) hat.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinrichtung ein Ansauggebläse aufweist, mit dem von der Aufnahmeeinrichtung (13, 17) bzw. vom Aufnahmeelement (13) aufgenommener Schnee, aufgenommene Eisstücke und/oder aufgenommenes Schmelzwasser zum Sammelbehälter transportierbar sind.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, gekennzeichnet durch schaufelartiges Schild (17), dessen Vorderkantenabstand bevorzugt in der Höhe über der Wegoberfläche (5) verstellbar ist und welches zwischen Aufnahmeelement (13) und Wegoberfläche (5) angeordnet ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmungseinrichtung (7, 21, 25a, 25b) einen Heißfluiderzeuger (25a, 25b) hat, mit dem Schmelzwasser in Dampf überführbar ist, und von dem ein Teil des erzeugten Heißfluids und/oder ein mit diesem erwärmtes zweites Fluid zur Erwärmung der Aufnahmeeinrichtung, des Aufnahmeelements (13) und/oder des Wegbereichs in der Umgebung des Aufnahmeelements (13) führbar ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinrichtung einen mit einer Außenwandung umgebenen Bereich (36) hat, in dem ein radial verlaufender Auslaßdüsen (35) aufweisender, in Rotation versetzbarer Innenzylinder (34) angeordnet ist, dessen Innenraum mit dem Heißfluiderzeuger (25a, 25b) fluidmäßig verbunden ist, wobei der Zwischenraum zwischen der Oberfläche des Innenzylinders und der Innenfläche der Wandung zum Transport von Schnee, Eis und/oder Schmelzwasser ausgelegt ist.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich (36) in seinem dem Aufnehmeelement (13) benachbarten Bereichsteil an dessen Innenwandung Erhebungen (54) zur Verringerung der Tranportgeschwindigkeit von Eis, Schnee und/oder Schmelzwasser aufweist und diese Innenwandung erwärmbar ist.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß Transporteinrichtung wenigstens einen in einem axialen Teilbereich des Zwischenraums angeordneten Schnee-und/oder Eiszerstäuber (43) hat.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com