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Dokumentenidentifikation DE19721260C1 29.10.1998
Titel Wechselvorrichtung für Dreiwalzen-Schrägwalzwerke
Anmelder Mannesmann AG, 40213 Düsseldorf, DE
Erfinder Häusler, Karl-Heinz, 41352 Korschenbroich, DE;
Schifferings, Burkhard, Ing.(grad.), 47259 Duisburg, DE;
Wengenroth, Karl-Helmut, Dipl.-Ing., 58093 Hagen, DE
Vertreter P. Meissner und Kollegen, 14199 Berlin
DE-Anmeldedatum 15.05.1997
DE-Aktenzeichen 19721260
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.10.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.10.1998
IPC-Hauptklasse B21B 31/08
IPC-Nebenklasse B21B 31/12   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk zum Lochen oder Strecken von gelochten Blöcken bei der Herstellung von Rohren, dessen Walzen lösbar über Gelenkwellen mit den Antrieben gekuppelt in einem gemeinsamen Walzenständer in Einbaustücken gelagert sind, wobei zwei Walzen in einer horizontalen Ebene symmetrisch unterhalb der dritten Walze angeordnet sind. Dabei ist der Walzenständer aus drei Holmen (2a, 2b, 2c) zusammengesetzt, deren Eckpunkte auf einem gedachten, vorzugsweise gleichschenkligen Dreieck angeordnet sind, wobei sich der untere feststehende Holm (2a) im wesentlichen horizontal erstreckt und an seinen beiden Enden Gelenke (4) für je einen der beiden anderen schwenkbaren Holme (2b, 2c) aufnimmt, um die die in der Arbeitsposition oberhalb der Walzen (7) lösbar miteinander verriegelten Holme (2b, 2c) nach dem Lösen der Verriegelung (5) in eine Ausbauposition verschwenkbar sind, in der die beidseitig des Walzensatzes seitlich weggeschwenkten Holme (2b, 2c) eine lichte Öffnung freigeben, durch die der mit einer Haltevorrichtung (10) zusammengehaltene Walzensatz nebst Einbaustücken (6) aus- und einbaubar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen- Schrägwalzwerk zum Lochen oder Strecken von gelochten Blöcken bei der Herstellung von Rohren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Dreiwalzen-Schrägwalzwerke werden seit Jahrzehnten zum Lochen von massiven Rundblöcken und auch zum Strecken der gelochten Blöcke bei der Herstellung von Stahl- und Rohren aus anderen Metallen eingesetzt. Die Walzen sind dabei einem hohen Verschleiß unterworfen und müssen deshalb häufiger ausgewechselt werden. Da jeder Wechsel einen Stillstand der Anlage verursacht, ist man um eine Verkürzung der Wechselzeiten bemüht. Der dabei zu treffende maschinenbauliche und logistische Aufwand muß allerdings aus Kostengründen so gering wie möglich sein.

Der Stand der Technik bietet eine Reihe von Lösungen für den schnelleren und vereinfachten Wechsel. So beschreibt die DE-OS 22 33 078 eine Einrichtung, die alle drei Walzeneinbaustücke des Ständers ergreift und aus dem Walzgerüst herauszieht. Die neuen Einbauten werden anschließend eingeschoben. Nachteilig ist, daß dazu der gesamte Ständer aus der Walzlinie herausgeschoben werden muß.

Die DE 28 23 139 C2 beschreibt eine ähnliche Vorrichtung an einem Dreiwalzen- Planetenschrägwalzwerk. Hier werden alle drei Walzen von einem Manipulator erfaßt und in Walzrichtung aus dem Ständer herausgezogen. Um Platz für den Manipulator zu schaffen, muß die Auslaufseite zur Seite geschwenkt werden. Dies ist bei einem Planetenschrägwalzwerk einfach, weil die Auslaufseite in der Regel nur aus einem einfachen Rollgang besteht, der leicht auf einen Rahmen gesetzt werden kann. Bei herkömmlichen Dreiwalzen-Schrägwalzwerken besteht die Auslaufseite jedoch aus Rollgangseinheiten, Dreirollenführungen und einem Widerlagerbock für die Lochdornstange, d. h. ein Schwenken wäre sehr aufwendig.

Die DE 32 26 871 C2 beschreibt eine Vorrichtung, bei welcher alle Einbaustücke hintereinander auf einen Schienenwagen gesetzt werden. Dieser Wagen fährt zur Seite und macht einem zweiten Wagen mit neuen Einbauten Platz. Die neuen Einbauten werden anschließend hintereinander wieder in des Walzgerüst eingeführt. Das hier beschriebene System ist sehr aufwendig und wenig kostenfreundlich.

Weiterhin ist aus der DE-OS 19 61 092 eine Vorrichtung bekanntgeworden, die einen aufklappbaren Ständer aufweist. Hierbei werden alle Einbaustücke in eine gemeinsame Ebene gebracht und können einzeln mit einem Kran entfernt werden. Die DE 35 32 894 C2 schreibt diesen Vorschlag fort und verspannt den Klappständer des Walzgerüstes gegen das in den Gelenken auftretende Spiel. Diese Lösung hat, wie der Erfinder selbst schreibt, den Nachteil, daß der aufgeklappte Ständer an den Seiten sehr viel Platz in Anspruch nimmt und alle Walzeneinbaustücke noch einzeln gewechselt werden müssen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Walzenwechselvorrichtung so zu verbessern, daß die Walzenwechselvorrichtung wenig Platz in Anspruch nimmt und die Wechselzeit auf ein geringstmögliches Minimum verkürzt wird.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Vorzugsweise wird nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, daß die Haltevorrichtung auf die Einbaustücke der Walzen aufsetzbar und diese in einer festen Position zusammenhaltend mit den Einbaustücken verriegelbar ist.

Bei aufgeklapptem Ständer, wird nach einem anderen Merkmal der Erfindung die Haltevorrichtung mit einem Kran, beispielsweise dem Hallenkran oder einem eigens dafür vorgesehenen Transportsystem manipuliert und mit den drei Einbaustücken und Walzen aus dem Ständer herausgehoben und weggefahren. In gleicher Weise werden die mit neuen Walzen bestückten Einbaustücke wieder eingefahren und der Ständer wird geschlossen. Eine besonders kurze Walzenwechselzeit ist erreichbar, wenn anstelle des Hallenkrans mit einem eigenen Transportsystem gearbeitet wird, dann nämlich können sich die Aus- und Einfahrvorgänge zur Minimierung der Stillstandszeit überschneiden.

Auf diese Weise ist es mit der Erfindung gelungen, eine schnelle, platzsparende und kostengünstige Lösung des Walzenwechsels an Dreiwalzen-Schrägwalzwerken zu finden.

Weiterhin sieht die Erfindung vor, daß mindestens an den verschwenkbaren Holmen Führungsleisten vorgesehen sind, die beim Einbau eines in den Einbaustücken gelagerten Walzensatzes die Haltevorrichtung in die Einbauposition der Walzen und deren Einbaustücke führen.

Selbstverständlich werden die Einbaustücke zum Ausbau und zum Einbau so ausgerichtet, daß sie mit den Befestigungspunkten der Haltevorrichtung stets übereinstimmen. Auch werden die Walzenanstellspindeln sowie die Einbaustück- Rückhaltevorrichtungen so ausgeführt, daß sie sich leicht vom Einbaustück lösen lassen.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß einer der verschwenkbaren Holme mit seinem Endbereich das Einbaustück der oberen Walze übergreift und in diesem Bereich die Anstellvorrichtung für diese Walze angeordnet ist. Dazu wird die obere Trennfuge der Ständerhälften so an die Peripherie des oberen Einbaustückes gelegt, daß die Walzenanstellung noch gut untergebracht werden kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigt:

Fig. 1 das Walzgerüst nach der Erfindung in Arbeitsstellung und

Fig. 2 das Walzgerüst nach Fig. 1 mit aufgeklapptem Ständer und angesetzter Haltevorrichtung in der Wechselstellung.

In Fig. 1 ist mit 1 ein gattungsgemäßes Dreiwalzen-Schrägwalzwerk bezeichnet, dessen Walzenständer aus drei Holmen 2a, 2b und 2c zusammengesetzt ist. Der untere Holm ist feststehend ausgebildet und auf der Sohlplatte 3 stehend mit dem Hallenflur verbunden. Die verschwenkbaren Ständerholme 2b und 2c sind mit an beiden Enden des feststehenden Ständerholmes 2a vorgesehenen Gelenken 4 schwenkbar verbunden. in der dargestellten Arbeitsstellung des Dreiwalzen- Schrägwalzwerkes sind die oberen Enden der Holme 2b, 2c bei 5 lösbar miteinander verbunden. Mit 6 sind die Einbaustücke für die mit 7 bezeichneten Walzen des Schrägwalzwerkes bezeichnet, die an Führungen 8 der Holme 2a, 2b, 2c anliegend über Spindeln 9 in bekannter Weise verstellbar sind.

In Fig. 2 ist die Ausbaustellung für den Walzensatz dargestellt. Erkennbar sind die Holme 2b, 2c um die Gelenke 4 nach außen verschwenkt und öffnen das Walzgerüst nach oben. Mittels einer nicht dargestellten Hubvorrichtung, beispielsweise dem Hüttenkran, wird die Haltevorrichtung 10 an dem Haken 11 ergriffen und die Walzen 7 werden zusammen mit den Einbaustücken 6 komplett ausgehoben. Auf die gleiche Weise, nur umgekehrt, wird ein neuer Walzensatz in das Walzgerüst eingeführt und in der Arbeitsposition festgelegt. Nach Verschwenken der Holme 5b, 5c in die Arbeitsposition des Schrägwalzwerkes werden diese bei 5 verriegelt. Erkennbar ist der Holm 2b an seinem oberen Ende hakenförmig gestaltet, so daß die Anstellvorrichtung oberhalb des Einbaustückes 6 der oberen Walze positionierbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk zum Lochen oder Strecken von gelochten Blöcken bei der Herstellung von Rohren, dessen Walzen (7) lösbar über Gelenkwellen mit den Antrieben gekuppelt in einem gemeinsamen Walzenständer in Einbaustücken (6) gelagert sind, wobei Walzen in einer horizontalen Ebene symmetrisch zu der dritten Walze angeordnet sind, wobei der Walzenständer aus drei Holmen (2a, 2b, 2c) zusammengesetzt ist, deren Eckpunkte auf einem gedachten, insbesondere gleichschenkligen, Dreieck angeordnet sind, wobei sich der untere feststehende Holm (2a) im wesentlichen horizontal erstreckt und an seinen beiden Enden Gelenke (4) für je einen der beiden anderen schwenkbaren Holme (2b, 2c) aufnimmt, um die die in der Arbeitsposition oberhalb der Walzen (7) lösbar miteinander verriegelten Holme (2b, 2c) nach dem Lösen der Verriegelung (5) in eine Ausbauposition verschwenkbar sind, in der die beidseitig des Walzensatzes seitlich weggeschwenkten Holme (2b, 2c) eine lichte Öffnung freigeben, durch die der Walzensatz nebst Einbaustücken (6) aus- und einbaubar ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Walzen in der horizontalen Ebene symmetrisch unterhalb der dritten Walze angeordnet sind und daß der durch eine Haltevorrichtung (10) zusammengehaltene Walzensatz nebst Einbaustücken (6) aus- und einbaubar ist.
  2. 2. Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung (10) auf die Einbaustücke (6) der Walzen (7) aufsetzbar und diese in einer festen Position zusammenhaltend mit den Einbaustücken (6) verriegelbar ist.
  3. 3. Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung (10) mit einem Kran oder einem eigens dafür vorgesehenen Transportsystem manipulierbar ist.
  4. 4. Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens an den verschwenkbaren Holmen (2b, 2c) Führungsleisten vorgesehen sind, die beim Einbau eines in den Einbaustücken (7) gelagerten Walzensatzes die Haltevorrichtung in die Einbauposition der Walzen (6) und deren Einbaustücke (7) führen.
  5. 5. Walzenwechselvorrichtung an einem Dreiwalzen-Schrägwalzwerk nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß einer der verschwenkbaren Holme (2b oder 2c) mit seinem Endbereich das Einbaustück (6) der oberen Walze (7) übergreift und in diesem Bereich die Anstellvorrichtung für diese Walze (7) angeordnet ist.






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