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Dokumentenidentifikation DE19719125A1 12.11.1998
Titel Raschelmaschine mit Stechkammbarre und Abschlagkammbarre
Anmelder Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH, 63179 Obertshausen, DE
Erfinder Kemper, Rainer, 63150 Heusenstamm, DE;
Lorenz, Michaela, 08529 Plauen, DE
Vertreter U. Knoblauch und Kollegen, 60320 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 07.05.1997
DE-Aktenzeichen 19719125
Offenlegungstag 12.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.11.1998
IPC-Hauptklasse D04B 23/00
IPC-Nebenklasse D04B 23/02   
Zusammenfassung Bei einer Raschelmaschine gibt es eine Stechkammbarre (9), deren Halter (11) um eine Stechkammwelle (12) schwenkbar sind, und eine Abschlagkammbarre (6), deren Halter (8) durch einen Ausleger (8a) gegen Verschwenken gesichert sind. Die Stechkammwelle (12) ist an den Abschlagkammbarrenhaltern (8) gelagert. Diese Halter sind von einer Zusatzwelle (18) getragen, die mit Hilfe von verstellbaren Exzentern (20) relativ zum Maschinengestell (17) verlagerbar ist. Auf diese Weise ist eine gemeinsame Abstandsverstellung von Abschlagkamm (4) und Stechkamm (5) möglich.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Raschelmaschine mit einer Stechkammbarre, deren Halter um eine Stechkammwelle schwenkbar sind, und einer Abschlagkammbarre, deren Halter durch einen Ausleger gegen Verschwenken gesichert sind, wobei die Barren zwecks Abschlagsverstellung verlagerbar sind.

Auf Raschelmaschinen werden die verschiedensten Arten textiler Flächen hergestellt, so zum Beispiel Netze, Schuhstoffe, Miederwaren, Gardinen, Sportswear usw. Die hierbei unterschiedlichen Maschenstrukturen bedingen ein stark unterschiedliches Abschlagverhalten, d. h. die Maschen rutschen besser oder schlechter von der Schieber- oder Zungennadel ab. Um bei einem Artikelwechsel die Raschelmaschine optimal auf den neuen Artikel einzustellen, ist daher häufig eine Abschlagverstellung notwendig.

Bei einer bekannten Raschelmaschine der eingangs beschriebenen Art (Typ RSE 4 der Anmelderin) ist die Stechkammwelle in Tragwänden des Maschinengestells drehbar gelagert und an einer Tragwand durch eine Feinjustiervorrichtung axial fixiert. Die Stechkammhebel sind fest mit der Stechkammwelle verbunden und werden durch ein Kurbel- oder Kurvenscheibengetriebe im Sinne einer Hin- und Herbewegung angetrieben. Die Abschlagkammbarrenhalter sind auf der Stechkammwelle gelagert und durch einen am Maschinengestell festgehaltenen Ausleger gegen Verdrehen gesichert.

Die Abschlagverstellung, also die Änderung der Abschlagposition des Abschlagkammes, erfolgt dadurch, daß eine Verschraubung zwischen der Abschlagkammbarre, die die Abschlagkammplatinen trägt, und den Abschlagkammbarrenhaltern gelöst, die Abschlagkammbarre in der Höhe verschoben und schließlich die Verschraubung wieder angezogen wird. Hierbei wird die Anschlagkammbarre auch aus ihrer axialen Befestigung gelöst und muß daher bei der Neueinstellung ausgerichtet werden. Dies kann besonders bei langen Maschinen mit hohen Feinheiten zu Problemen führen, da sich die Barren einer Wirkmaschine erfahrungsgemäß bei Temperaturänderungen unterschiedlich ausdehnen und eine exakte axiale Ausrichtung der Abschlagkammbarre zur Nadelbarre nicht mehr möglich ist. Um den Abstand zwischen Abschlagkamm und Stechkamm konstant zu halten, ist bei einer Abschlagverstellung ebenfalls eine Neueinstellung der Stechkammbarre notwendig. Dies erfolgt auf ähnliche Weise wie bei der Abschlagkammbarre. Es treten daher auch die gleichen Probleme auf.

Aus DE-GM 17 46 642 ist bereits eine heute als Kettenwirkautomat bezeichnete Kettenwirkmaschine bekannt, bei der die Stechkammplatinen und die Abschlagplatinen durch gemeinsame Einschluß-Abschlag-Platinen ersetzt sind. Hier ist die Barre an hin- und hergehenden Haltern befestigt, die über eine Kurbel angetrieben sind. Der maschinenseitige Drehpunkt des Schwenkhebels ist durch einen Exzenter in der Höhe verstellbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Abschlagverstellung bei einer Raschelmaschine der eingangs beschriebenen Art zu vereinfachen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Stechkammwelle an den Abschlagkammbarrenhaltern gelagert ist und daß diese Abschlagkammbarrenhalter von einer Zusatzwelle getragen sind, die mit Hilfe von verstellbaren Exzentern relativ zum Maschinengestell verlagerbar sind.

Bei dieser Konstruktion werden die Abschlagkammbarrenhalter nicht mehr auf der Stechkammwelle, sondern auf der Zusatzwelle gelagert. Und die Stechkammwelle ist nicht mehr in den Tragwänden des Maschinengestells, sondern an den Abschlagkammbarrenhaltern gelagert. Durch Verstellung der Exzenter werden daher gleichzeitig die Stechkammbarre und die Abschlagkammbarre unter Beibehaltung ihrer relativen Position verlagert. Außerdem ist es nicht erforderlich, eine axiale Befestigung zu lösen.

Günstig ist es, daß die Ausleger von einer Stützwelle getragen sind, die mit Hilfe von verstellbaren Exzentern mit gleicher Exzentrizität wie derjenigen der Zusatzwelle relativ zum Maschinengestell verlagerbar ist. Hiermit läßt sich die Stützstelle des Auslegers der Verstellung der Abschlagkammbarrenhalter im Bereich der Zusatzwelle anpassen, so daß Verklemmungen vermieden werden.

Zweckmäßigerweise sind die Exzenter der Zusatzwelle und der Stützwelle miteinander gekoppelt. Dies ermöglicht eine zentrale Abschlagverstellung, bei der es lediglich erforderlich ist, einen Hebel oder ein Handrad vorzusehen, um die Zusatzwelle und die Stützwelle zu verschwenken. Die Kopplung kann durch beliebige Getriebe erfolgen.

Mit besonderem Vorteil sind die Exzenter durch Exzenterbuchsen gebildet, die an Tragwänden des Maschinengestelles gelagert sind. Diese Exzenterbuchsen nehmen die Zusatzwelle bzw. die Stützwelle in einer exzenterischen Bohrung auf und werden bei einer Verdrehung der genannten Welle um vorgegebene Winkelabschnitte mitgenommen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dafür gesorgt, daß die Abschlagkammbarre sowie die Achsen der Stechkammwelle und der Zusatzwelle annähernd in einer Ebene liegen und daß die maximale Abschlagverstellung kleiner als die doppelte Exzentrizität ist. Dadurch, daß nur ein Teil der theoretisch möglichen Verstellung genutzt wird, erreicht man, daß bei der Abschlagseinstellung eine Querbewegung der Abschlagkammbarre weitgehend vermieden wird und der Abstand zu den Wirknadelrücken erhalten bleibt.

Günstig ist es ferner, daß das Stützwellenlager am Ausleger durch zwei trennbare Halbschalen gebildet ist. Durch Öffnen dieses Lagers, kann die Abschlagkammbarre nach vorn gekippt werden, so daß sich der Abschlagkamm auf einfache Weise reinigen läßt, beispielsweise von Baumwolle, die beim Verarbeiten von Fasergarnen hängen geblieben ist.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Darstellung des Arbeitsbereichs einer üblichen Raschelmaschine,

Fig. 2 eine Teil-Seitenansicht der erfindungsgemäßen Raschelmaschine mit den die Stechkammbarre und die Abschlagkammbarre tragenden Teilen und

Fig. 3 eine Teildraufsicht auf Fig. 2 mit abgenommenen Barren.

Der Arbeitsbereich 1 einer Raschelmaschine weist Wirknadeln 2, hier in der Form von Schiebernadeln mit zugehörigen Schiebern 3, einen Abschlagkamm 4 und einen Stechkamm 5 auf. Bei einer Abschlagverstellung wird der Abstand a zwischen der Oberkante des Abschlagkammes 4 und dem oberen Ende der in ihrer untersten Lage befindlichen Wirknadel 2 unter Beibehaltung des Abstandes b zwischen Unterkante des Stechkammes 5 und Oberkante des Abschlagkammes 4 verändert. Der Abstand a kann beispielsweise zwischen 0 und 2 mm liegen, vorzugsweise zwischen 0,5 und 1,5 mm.

Der Abschlagkamm 4 wird durch Abschlagplatinen gebildet, die an einer Abschlagkammbarre 6 befestigt sind, die ihrerseits an Halteelementen 7 von Abschlagkammbarrenhaltern 8 angebracht sind. Letztere weisen jeweils einen Ausleger 8a auf, der dazu dient, den Halter 8 gegen eine Verdrehung zu sichern. Die Stechkämme 5 sind durch Stechkammplatinen gebildet, die an einer Stechkammbarre 9 befestigt sind, die ihrerseits an Halteelementen 10 an Stechkammbarrenhaltern 11 angebracht ist.

Die Stechkammbarrenhalter 11 sind auf einer Stechkammwelle 12 aufgeklemmt, die in den Abschlagkammbarrenhaltern 8 drehbar gelagert ist. An einem Gelenk 13 greift eine Stange 14 an, die von der Hauptwelle aus in Richtung des Pfeiles 15 hin und her bewegt wird, so daß die Stechkammbarrenhalter 11 etwa senkrecht zum Hub der Wirknadeln 2 hin und her bewegt werden können.

In Tragwänden 16, die mit dem Maschinengestell 17 verbunden sind, sind eine Zusatzwelle 18 und eine Stützwelle 19 jeweils unter Zwischenschaltung eines als Buchse ausgebildeten Exzenters 20, 21 drehbar gelagert. Diese Buchsen sind mit Hilfe einer Schraube 22 fest auf der Zusatzwelle 18 bzw. der Stützwelle 19 angebracht. Der Abstand zwischen dem Mittelpunkt M1 des Exzenters 20 und dem Mittelpunkt M2 der Zusatzwelle 18 bestimmt die Exzentrizität e. Durch Verdrehen des Exzenters 20 läßt sich theoretisch eine Hubverstellung gleich der doppelten Exzentrizität e bewirken. Hiervon wird aber lediglich ein Verstellwinkel α < 180° ausgenutzt, um eine Abschlagverstellung im Rahmen des Abstandes a zu bewirken, ohne daß gleichzeitig eine zu starke Verlagerung des Abschlagkamms 4 quer hierzu in Kauf genommen werden muß. Für den Exzenter 21 und die Stützwelle 19 gelten die gleichen Verhältnisse.

Schematisch ist eine Kopplung 23 zwischen der Zusatzwelle 18 und der Stützwelle 19 angedeutet, die beispielsweise über ein Hebel-Lenkergestänge oder einen Ketten- oder Zahnriementrieb erfolgt. Ferner ist eine gemeinsame Einstellvorrichtung 24 vorhanden, beispielsweise ein Hebel oder Handrad, bei deren Betätigung die Exzenter 20 und 21 gemeinsam und mit gleichem Verstellwinkel verdreht werden.

Der Ausleger 8a ist an der Stützwelle 19 mittels eines Lagers 25 gelagert, das aus zwei Halbschalen 26 und 27 besteht. Durch Abnehmen der unteren Halbschale 27 läßt sich der Abschlagkammbarrenhalter 8 um die Zusatzwelle 18 schwenken. Hierdurch wird der Abschlagkamm 4 freigelegt, um ihn besser reinigen zu können.

Klemmringe 28 sichern die Axiallager der Abschlagkammbarrenhalter 8 und Klemmringe 29 legen die Stechkammwelle axial fest. Bei einer Abschlagverstellung bleibt daher die früher justierte Axiallage von Stechkamm und Abschlagkamm 4 erhalten.

Die Exzentrizität der Exzenter 20 und 21 liegt vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 1,5 mm. Unter Berücksichtigung des begrenzten Schwenkwinkels α kann so eine Abschlagverstellung a von ca. 1,0 bis 1,5 mm realisiert werden, ohne daß der Abstand zum Nadelrücken unzulässig viel verändert wird.

Weil der Abschlagkamm 4 und die Achsen der Schwenkhebelwelle 12 und der Zusatzwelle 18 annähernd in einer Ebene liegen, führt eine Verstellung der Exzenter 20 und 21 zu einer gleichartigen Verlagerung der Abschlagkämme 4 und der Stechkämme 5.

Von der dargestellten Ausführungsform kann in vielfacher Hinsicht abgewichen werden, ohne den Grundgedanken der Erfindung zu verlassen. So kommen anstelle der Schiebernadeln auch Zungennadeln oder andere bekannte Wirknadeln in Betracht. Statt der Exzenterbuchsen können Exzenterzapfen verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Raschelmaschine mit einer Stechkammbarre, deren Halter um eine Stechkammwelle schwenkbar sind, und einer Abschlagkammbarre, deren Halter durch einen Ausleger gegen Verschwenken gesichert sind, wobei die Barren zwecks Abschlagsverstellung verlagerbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Stechkammwelle (12) an den Abschlagkammbarrenhaltern (8) gelagert ist und daß diese Abschlagkammbarrenhalter (8) von einer Zusatzwelle (18) getragen sind, die mit Hilfe von verstellbaren Exzentern (20) relativ zum Maschinengestell (17) verlagerbar sind.
  2. 2. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausleger (8a) von einer Stützwelle (19) getragen sind, die mit Hilfe von verstellbaren Exzentern (21) mit gleicher Exzentrizität (e) wie derjenigen der Zusatzwelle (18) relativ zum Maschinengestell (17) verlagerbar ist.
  3. 3. Maschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenter (20, 21) der Zusatzwelle (18) und der Stützwelle (19) miteinander gekoppelt sind.
  4. 4. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenter (20) durch Exzenterbuchsen gebildet sind, die an Tragwänden (16) des Maschinengestelles (17) gelagert sind.
  5. 5. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschlagkammbarre (6) sowie die Achsen der Stechkammwelle (12) und der Zusatzwelle (18) annähernd in einer Ebene liegen und daß die maximale Abschlagverstellung kleiner als die doppelte Exzentrizität (e) ist.
  6. 6. Maschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützwellenlager (25) am Ausleger (8a) durch zwei trennbare Halbschalen (26, 27) gebildet ist.






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