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Dokumentenidentifikation DE69502178T2 12.11.1998
EP-Veröffentlichungsnummer 0741762
Titel POLYAMIDHARZ-ZUSAMMENSETZUNG UND FORMMASSEN DARAUS
Anmelder E.I. du Pont de Nemours and Co., Wilmington, Del., US
Erfinder HAYASHI, Ryuichi, Machida, Tokyo 194, JP
Vertreter Abitz & Partner, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69502178
Vertragsstaaten BE, CH, DE, FR, GB, IT, LI, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 25.01.1995
EP-Aktenzeichen 959093139
WO-Anmeldetag 25.01.1995
PCT-Aktenzeichen US9500936
WO-Veröffentlichungsnummer 9520630
WO-Veröffentlichungsdatum 03.08.1995
EP-Offenlegungsdatum 13.11.1996
EP date of grant 22.04.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.11.1998
IPC-Hauptklasse C08L 77/00
IPC-Nebenklasse C08G 69/26   C08K 7/08   

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft Polyamidharzzusammensetzungen und eine Art Polyamidharzformstück, die dadurch gekennzeichnet sind, daß das Formstück aus einer Polyamidharzzusammensetzung mit ausgezeichneter Fließbarkeit während des Formgebungsverfahrens hergestellt worden ist, und daß es ausgezeichnete mechanische Eigenschaften aufweist, wie Hitzebeständigkeit, chemische Beständigkeit und Dimensionsstabilität, wenn Feuchtigkeit absorbiert wird, so daß es einen breiten Anwendungsbereich besitzt, einschließlich für Teile, die in Kraftfahrzeugen, elektrischen/elektronischen Teilen und in Möbelstücken verwendet werden.

Konventionelle Polyamidharze, wie z.B. Nylon 66, Nylon 6, Nylon 612, etc., sind aliphatische Polyamidharze mit einem gewissen Maß an Hitzebeständigkeit und ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften. Demzufolge werden diese Harze für einen breiten Anwendungsbereich eingesetzt, so z.B. für Gießharze als Ersatzmaterial für Metallteile und Gießharze als Ersatzmaterial für Teile, die aus wärmehärtenden Harzen hergestellt wurden. Bei manchen Anwendungen, wenn Feuchtigkeit absorbiert wird, zeigen Nylon 6 und Nylon 66 jedoch charakteristische Dimensionsveränderungen. Aufgrund von Chemikalien können auch Spannungsrisse auftreten.

Um die chemische Beständigkeit, insbesondere die Beständigkeit gegenüber Calciumchlorid und anderen anorganischen Salzen zu verbessern, sind herkömmlicherweise für diese Nylons Nylon 612 oder eine Mischung aus Nylon 612 und Nylon 66 ein gesetzt worden. Bei der zuvor genannten Mischung fällt die Hitzebeständigkeit jedoch wegen der Anwesenheit des Nylon 612 ab. Dies ist ein Nachteil.

Bei verschiedenen Anwendungen existieren bei den derzeitigen Materialien unterschiedliche Probleme.

Auf dem Möbelgebiet wird vielfach glasfaserverstärktes Nylon 66 anstelle von Metallteilen bei der Herstellung von Stühlen und anderen Möbelgegenständen, die in Büros und Wohnhäusern verwendet werden, eingesetzt. Aufgrund von Feuchtigkeitsabsorption treten jedoch bei dem zuvor erwähnten glasfaserverstärktem Nylon 66 Dimensionsveränderungen und Eigenschaftsverschlechterungen auf.

Darüber hinaus wird für das Formen von Möbelteilen zur Gewährleistung eines guten Erscheinungsbildes der Formteile auch Nylon 6 eingesetzt. Im Falle von Feuchtigkeitsabsorption werden die Dimensionsveränderung und die Eigenschaftsverschlechterung jedoch noch beträchtlicher, wenn Nylon 6 verwendet wird.

Für die äußeren Teile von elektrischen Gegenständen, wie beispielsweise Reiskochern, Bügeleisen und anderen Hausgeräten, sowie von Textverarbeitungsgeräten und anderen Büroautomationsgeräten, werden überlegene mechanische Eigenschaften, wie z.B. die Fähigkeit hohen Anwendungstemperaturen zu widerstehen, hohe Beständigkeit gegenüber Hydrolyse und hohe Hitzebeständigkeit gegenüber den hohen Temperaturen, die beim Löten auf die Gegenstände einwirken, benötigt. Für einige Gegenstände sollte auch das Erscheinungsbild der Formstücke gut sein. Für Formstücke, die aus herkömmlichen Polyamidharzzusammensetzungen und Polyesterharzzusammensetzungen hergestellt worden sind, ist es jedoch schwierig, die oben erwähnten Erfordernisse vollständig zu erfüllen.

Für Teile von elektrischen/elektronischen Produkten, wie beispielsweise für Verbindungsstücke, Spulenkörper, Spulen, etc., ist es möglich, Polyamidharzzusammensetzungen und Polyesterharzzusammensetzungen zu verwenden. Bei solchen Dichtungsmaterialien sollten die Teile neben einer hohen Löthitzebeständigkeit auch eine kleine Dicke aufweisen, um das Gewicht der Teile zu verringern. Da Nylon 66 eine gute Fließbarkeit besitzt, kann es durch enge Spalten in die Gießwerkzeuge fließen, so daß dünnwandige Formstücke hergestellt werden können. Im Gegensatz dazu ist die Löthitzebeständigkeit schlecht. Dies bedeutet einen Nachteil.

Bei Kraftfahrzeuganwendungen werden Polyamidharze, insbesondere verstärkte Polyamidharze zur Herstellung von Motorabdeckungen, Teilen, die direkt mit den Motorabdeckungen verbunden sind, wie z.B. Verbindungsstücke, Luftaufnahmesammelleitungen und andere Motorteile, Kühlwasserbehältern, Deckeln und anderen Teilen des Kühlsystems, Kanistern, Benzinleitungen, Pumpenteilen und anderen Teilen des Kraftstoffsystems. Sie werden derzeit auch im breiten Umfange zur Herstellung von allgemeinen Steckern, Relaisbehältern, Getrieben, Klemmen, etc., verwendet. Für die erwähnten Anwendungsgebiete ist insbesondere Nylon 66 ein geeigneter Materialtyp, da es eine ausgezeichnete Hitzebeständigkeit, Formbarkeit und Zähigkeit aufweist. Wie jedoch schon oben erwähnt worden ist, treten beim Gebrauch der erwähnten Materialien, wenn Feuchtigkeit absorbiert wird, Dimensionsänderungen und Eigenschaftsänderungen auf. Demzufolge ist es notwendig, diese Änderungen vorherzusehen und die geeigneten Maßnahmen bei der Formgestaltung der Teile zu berücksichtigen. Aus diesem Grunde sind ihre Anwendungen eingeschränkt, und sie eignen sich nicht zur Herstellung von Hochpräzisionsteilen.

Neben den oben erwähnten Problemen hat sich in jüngerer Zeit ein hohes Bedürfnis zur Verringerung der Größe und zur Erhöhung der Stärke von Kraftfahrzeugmotoren ergeben. Demzufolge wird das Erfordernis der Hitzebeständigkeit von im Motorraum verwendeten Harzprodukten größer und größer. Wenn dieses Erfordernis verlangt wird, kann Nylon 66 in einigen Fällen nicht geeignet sein.

Für Harzmaterialien, die zur Lösung der erwähnten Probleme eingesetzt werden, und wenn Formstücke für relativ große Kraftfahrzeugteile hergestellt werden sollen, wie beispielsweise Motorabdeckungen, Kühlflüssigkeitsbehälter, Deckel, Luftaufnahmesammelleitungen, etc., wird eine Fließbarkeit wie diejenige von Nylon 66 benötigt. Für die erwähnten Kraftfahrzeugteile sollte auch die Beständigkeit gegenüber verschiedenen Arten von Öl und Chemikalien hoch sein. Herkömmlich werden Nylon 66 und Nylon 6 in breitem Umfange eingesetzt, da sie eine hohe Beständigkeit gegenüber Schmiermitteln und Aktivierungsölen besitzen. Auf der anderen Seite, sollte bei Anwendungen, die sich auf Langzeitkühlmittel (nachfolgend als LLC bezeichnet) beziehen, wie beispielsweise bei Kühlmittelbehältern, Reservoirbehältern, Heizkernen und anderen Teilen des Kühlsystems, die Beständigkeit gegenüber LLC in Abhängigkeit von der Anwendungsumgebung ebenfalls hoch sein. Darüber hinaus hat sich in jüngeren Jahren wegen des Gesetzes über das Verbot von Spikesreifen die Häufigkeit des Kontaktes zwischen Kraftfahrzeugteilen und Calciumchlorid, Calcium/Magnesium- Acetat und anderen Schneeschmelzmitteln erhöht. Wenn Formteile aus Nylon 66 und Nylon 6 mit den erwähnten anorganischen Salzen unter den beschriebenen Bedingungen in Berührung kommen, werden im allgemeinen Spannungsrisse erzeugt, und es kann unmöglich sein, die Leistungsfähigkeit der Formteile aufrechtzuerhalten.

Um die chemische Beständigkeit der erwähnten Harze zu verbessern, sind üblicherweise Nylon 612, Nylon 810, Nylon 11, Nylon 12 und andere langkettige aliphatische Polyamide entweder direkt oder in Form von Mischungen mit Nylon 66 eingesetzt worden. Diese Materialien besitzen jedoch eine geringere Hitzebeständigkeit als Nylon 66. Dies stellt einen Nachteil dar.

Das japanische Kohyo Patent Nr. Hei 5[1993]-506871 offenbart eine Art Copolymeres, welches aus einem aromatischen Polyamid hergestellt worden ist und aus Terephthalsäureeinheiten und Diamineinheiten von Hexamethylendiamin und 2- Methylpentamethylendiamin bestehen. Wenn das erwähnte aromatische Polyamid jedoch zur Herstellung von Kraftfahrzeugmotorabdeckungen, Luftaufnahmesammelleitungen, Kühlmittelbehältern und anderen Automobilteilen, von Beinen von Bürostühlen und anderen relativ großen Möbelteilen, von relativ dünnwandigen Teilen und Gehäusen, und anderen elektrischen/elektronischen Teilen, etc., verwendet wird, ist die Fließbarkeit des Harzes beim Formgebungsschritt schlecht.

Bezugnehmend auf die vorangegangene Diskussion ist es ein Ziel der Erfindung, eine Art Polyamidharzzusammensetzung mit ausgezeichneter Fließbarkeit beim Formgebungsschritt zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Ziel besteht darin, eine Art Polyamidharzformteil mit ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften, Hitzebeständigkeit, chemischer Beständigkeit und Dimensionsstabilität bei Feuchtigkeitsabsorption für den Einsatz in einem breiten Bereich von Anwendungen zur Verfügung zu stellen, einschließlich elektrischen/elektronischen Anwendungen, Möbelanwendungen und Kraftfahrzeuganwendungen.

Zusammenfassung der Erfindung

Zur Verwirklichung der erwähnten Ziele stellt die vorliegende Erfindung eine Art von Polyamidharzzusammensetzung zur Verfügung, welche umfaßt:

(A) 30-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (A) und

(B), eines Polyamidharzes, enthaltend

(i) 10-99 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), eines aromatischen Polyamids, welches eine Carbonsäurekomponente, die von Terephthalsäure oder einer Mischung von Terephthalsäure und Isophthalsäure, in welcher die Isophthalsäure 40 Mol-% oder weniger der Mischung bildet, abgeleitet ist, und eine a;liphatische Diaminkomponente, welche von einer Mischung aus Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin abgeleitet ist, enthält; und

(ii) 1-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), wenigstens eines Polyamids, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Dicarbonsäuren und aliphatischen Diaminen abgeleitet sind, und Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Aminocarbonsäuren abgeleitet sind; und

(B) 10-70 Gew.-%, bezogen auf die Kompontenen (A) und (B), eines anorganischen Füllstoffes.

Die erfindungsgemäße Polyamidharzzusammensetzung hat eine ausgezeichnete Fließbarkeit während des Formgebungsverfahrens. Demzufolge kann die Formgebung von großen Teilen, kleinen Teilen und dünnwandigen Teilen leicht durchgeführt werden. Die Formstücke besitzen ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, Hitzebeständigkeit, chemische Beständigkeit und Dimensionsstabilität. Demzufolge können sie nicht nur auf dem Gebiet der Kraftfahrzeuge, der elektrischen/elektronischen Teile und im Möbelbereich, sondern auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Insbesondere besitzen die erfindungsgemäßen Polyamidharzzusammensetzungsformteile alle erforderlichen Eigenschaften für im Motorraum angeordnete Kraftfahrzeugteile, und sie können über lange Zeiträumen hinweg eingesetzt werden.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung stellt eine Art Polyamidharzzusammensetzung zur Verfügung, welche umfaßt:

(A) 30-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (A) und

(B), eines Polyamidharzes, enthaltend

(i) 10-99 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), eines aromatischen Polyamids, welches eine Carbonsäurekomponente, die von Terephthalsäure oder einer Mischung von Terephthalsäure und Isophthalsäure, in welcher die Isophthalsäure 40 Mol-% oder weniger der Mischung bildet, abgeleitet ist, und eine aliphatische Diaminkomponente, welche von einer Mischung aus Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin abgeleitet ist, enthält; und

(ii) 1-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), wenigstens eines Polyamids, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Dicarbonsäuren und aliphatischen Diaminen abgeleitet sind, und Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Aminocarbonsäuren abgeleitet sind; und

(B) 10-70 Gew.-%, bezogen auf die Kompontenen (A) und (B), eines anorganischen Füllstoffes.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung besitzt das in (A)(i) definierte aromatische Polyamid eine Intrinsicviskosität in Schwefelsäure bei 25ºC im Bereich von 0,2-3,0. Auch der Schmelzpunkt liegt im Bereich von 280-330ºC. Die Mischung aus Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin enthält vorzugsweise 40 bis 90 Molprozent Hexamethylendiamin, bezogen auf die Mischung. Dieses aromatische Polyamid kann durch Polykondensationsverfahren, die den Fachleuten gut bekannt sind, hergestellt werden.

Das in (A)(ii) definierte Polyamid wird grundsätzlich für die Einstellung der Fließbarkeit der erfindungsgemäßen Polyamidharzzusammensetzung gemäß dem beabsichtigten Anwendungszweck verwendet. Beispiele für das in (A)(ii) definierte Polyamid umfassen Nylon 66, Nylon 6, Nylon 612, Nylon 46, Nylon 11, Nylon 12 und andere aliphatische Polyamide. Wenn diese aliphatischen Polyamide mit dem erwähnten aromatischen Polyamid unter Bildung der Polyamidharzkomponente (A) gemischt werden, ist es möglich, die Fließbarkeit bei der Formgebung einzustellen.

Was das Mischverfahren angeht, so ist es möglich, einen biaxialen Extruder zur Durchführung des Schmelzens/Mischens der Polyamide einzusetzen, oder die beiden Arten von Polyamiden in Pelletform vor der Formgebung zu mischen.

Es ist auch möglich, ein Polymeres mit dem gewünschten Molekulargewicht durch Polymerisation von niedermolekularen Substanzen, die die verschiedenen Polyamide bilden, oder einer Mischung der verschiedenen Polyamide und der niedermolekularen Substanzen, die die Polyamide bilden, zu erhalten.

Es ist auch möglich, das erwähnte Polyamidharz durch Polykondensation von Terephthalsäure alleine oder seiner Mischung mit Isophthalsäure, Adipinsäure, Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin herzustellen. Das Polyamidharz, das bei dem erwähnten Polymerisations/Misch-Verfahren oder Mischverfahren hergestellt worden ist, wird dann zur Herstellung des Formproduktes spritzgegossen oder extrudiert. Die Menge an obenerwähntem aliphatischem Polyamid sollte im Bereich von 1-90 Gewichtsprozent, oder vorzugsweise im Bereich von 5-85 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtheit aus aromatischen und aliphatischen Polyamiden, liegen.

-5 Wenn die Menge an aromatischem Polyamid in dem Polyamidharz weniger als 10 Gewichtsprozent beträgt, ist es schwierig, den Unterschied zwischen der Polyamidharzzusammensetzung und Nylon 66 oder einem anderen aliphatischen Polyamid im Hinblick auf die Hitzebeständigkeit und die Dimensionsstabilität zu ermitteln, und der Effekt der Zugabe des oben erwähnten aromatischen Polyamids wird unbedeutend. Beispielsweise sind die Verbesserung der Hitzebeständigkeit und der Beständigkeit gegenüber Calciumchlorid bei Automobilteilen unbedeutend. Auch bei Möbelteilen findet sich keine wesentliche Verbesserung hinsichtlich der durch Feuchtigkeitsabsorption verursachten Dimensionsveränderungen.

Die Menge an oben erwähntem aliphatischem Polyamid in dem Polyamidharz soll in Abhängigkeit von der Art und der Größe des Formteiles in geeigneter Weise ermittelt werden. Wenn relativ große Teile, wie beispielsweise Motorabdeckungen, Luftaufnahmesammelleitungen, Kühlmittelbehälter, etc., hergestellt werden, sollte die Fließbarkeit des Harzes beim Formgebungsschritt hoch genug sein. Demzufolge sollte in diesem Fall die Menge größer sein als im Falle von kleinen Teilen. Selbst wenn kleine Teile hergestellt werden, ist eine hohe Fließbarkeit des Harzes während der Formgebung immer noch erforderlich, wenn die Anwendung für dünnwandige Stecker, Dichtungsmaterialien, etc. gedacht ist. Demzufolge sollte eine geeignete Menge an aliphatischem Polyamid zu dem Polyamidharz zugesetzt werden.

Weiterhin sollte die Menge an zugesetztem ahorganischem Füllstoff bei der erfindungsgemäßen Polyamidharzzusammensetzung im Bereich von 10-70 Gewichtsprozent, oder vorzugsweise im Berich von 15-60 Gewichtsprozent liegen, bezogen auf das Polyamidharz und den anorganischen Füllstoff Beispiele für anorganische Füllstoffe, die eingesetzt werden können, umfassen Glasfasern, Kohlefasern, Calciumtitanat, Whiskers, Kaolin, Talk, Glimmer, etc. Wenn es notwendig ist, die mechanische Festigkeit des Formteils zu erhöhen, werden vorzugsweise Glasfasern zugesetzt. Wenn es notwendig ist, die Dimensionsstabilität des Formteils zu erhöhen und Verwerfungen zu unterdrücken, werden Kaolin, Talk, Glimmer oder Glasflocken zugesetzt. Wenn die Menge an anorganischem Füllstoff weniger als 10 Gewichtsprozent beträgt, konnen die für viele Anwendungszwecke gewünschten mechanischen Eigenschaften in dem Formteil nicht erreicht werden.

Solange die Eigenschaften des erhaltenen Formteils nicht beeinträchtigt werden, können neben dem aromatischen Polyamid, aliphatischem Polyamid und anorganichen Füllstoffen darüber hinaus andere Zusätze in geeigneten Mengen zugesetzt werden, wie beispielsweise thermische Stabilisatoren, Plastifizierungsmittel, Oxidationsinhibitoren, Farbstoffe, Pigmente, Formfreisetzungsmittel, etc.

Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Formteile können verschiedene herkömmliche Formgebungsverfahren herangezogen werden, wie beispielsweise Formpressen, Spritzgießen, Blasformen und Extrudieren. Bedarfsabhängig ist es auch möglich, das Formteil nachzubearbeiten, um das Produkt herzustellen.

Beispiele

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend detailliert mit Bezug auf Anwendungsbeispiele erläutert.

Anwendungsbeispiele 1-4 und Veraleichsbeisdiele 1-3

Die verschiedenen, in Tabelle 1 aufgelisteten Komponenten wurden in einem biaxialen Extruder (TEM35, hergestellt von Toshiba) schmelzgemischt. Nach dem Kühlen mit Wasser wurden Pellets hergestellt. Die erhaltenen Pellets wurden zur Formung von Probekörpern mit den Abmessungen 13 mm x 130 mm x 3,2 mm gemäß ASTM D838 verwendet. Die erhaltenen Probekörper wurden zur Messung der mechanischen Eigenschaften verwendet. Die Messungen wurden gemäß den folgenden Testverfahren durchgeführt.

(1) Zugfestigkeit: ASTM D638

(2) Dehnung: ASTM D638

(3) Biegemodul: ASTM D790

(4) Biegefestigkeit: ASTM D790

(5) Izod-Kerbschlagzähigkeit: ASTM D256

(6) Verwerfungstemperatur unter Belastung: ASTM D648

(7) Beständigkeit gegenüber Calciumchlorid: Unter einer Spannung von 200 kg/cm² wurde bei 23ºC eine gesättigte Calciumchloridlösung aufgetragen und dann zwei Stunden bei 100ºC getrocknet. Dieser Vorgang wurde anschließend wiederholt, und der Zustand der Oberfläche des Probekörpers wurde beobachtet.

(8) LLC Beständigkeit: Der Probekörper wurde 100 Stunden in eine 50%ige wäßrige Lösung von Ethylenglycol bei 120ºC getaucht, gefolgt von einem Absetzenlassen bei Zimmertemperatur, und anschließend wurden gemäß dem in (1) offenbarten Verfahren ein Zugtest durchgeführt. In diesem Falle wurde das Ergebnis mit der unmittelbar nach der Formgebung gemessenen Zugfestigkeit verglichen.

(9) Aussehen: Der Oberflächenglanz einer Formplatte mit den Abmessungen 75 mm x 100 mm x 3,2 mm wurde visuell untersucht und gemäß einem 3-Wert-Bewertungssystem bewertet. Einem aüsgezeichneten Oberflächenglanz wurde ein Wert von 1 zugeordnet, einem guten Oberflächenglanz wurde der Wert 2 zugeordnet und einem schlechten Oberflächenglanz wurde der Wert 3 zugeordnet.

(10) Dimensionsveränderung: Unmittelbar nach der Formung einer Platte mit den Abmessungen von 75 mm x 100 mm x 3,2 mm und nachdem sie mit Wasser durch Absorption bei 50ºC gesättigt worden war, wurden die Abmessungen gemessen und der Unterschied berechnet.

(11) Fließbarkeit: Es wurde der Spiralfluß bei einer Harztemperatur von 310ºC, einem Einspritzdruck voh 800 kgf/cm² und einer Düsentemperatur von 120ºC gemessen.

Die in den Anwendungsbeispielen 1 bis 4 eingesetzten aromatischen Polyamide waren Mischungen von Terephthalsäure und Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin. Die Menge an Hexamethylendiamin in dem Diaminkomponente betrug 50 Molprozent, und die Menge an 2-Methylpentamethylendiamin betrug ebenfalls 50 Mol%.

Als Nylon 66 wurde ein in Tabelle 1 genanntes aliphatisches Polyamid, Zytel 101, hergestellt von E.I. du Pont de Nemours and Company, verwendet. Als Nylon 612 wurde Zytel 151L, ebenfalls hergestellt von E.I. du Pont de Nemours and Company, verwendet. Es wurden auch Glasfasern, 10-um geschnittene Stränge, hergestellt von Nippon Sheet Glas Co., Ltd., verwendet.

Die Ergebnisse der Tests (1)-(5) sind in Tabelle II angegeben, und die Ergebnisse der Tests (6)-(11) sind in Tabelle III angegeben.

Tabelle I
Tabelle II
Tabelle III

Wie der Tabelle II entnommen werden kann, besitzen die Zusammensetzungen der Anwendungsbeispiele 1 bis 4 mechanische Eigenschaften, die denjenigen der Harzzusammensetzung von Vergleichsbeispiel 2 überlegen sind. Wie der Tabelle III entnommen werden kann, wurde die Fließbarkeit bei der Formgebung durch Zusatz von Nylon 66 oder Nylon 612 verbessert, wenn man die Harzzusammensetzungen der Anwendungsbeispiele 1 bis 4 mit dem Vergleichsbeispiel 1 vergleicht. Wenn die Formteile der Harzzusammensetzungen der Anwendungsbeispiele 1 bis 4 mit denjenigen der Vergleichsbeispiele 2 und 3 verglichen werden, zeigt sich eine bessere Beibehaltung der mechanischen Eigenschaften (d.h. der Zugfestigkeit). Vergleicht man die aus den Harzzusammensetzungen der Anwendungsbeispiele 1 bis 4 hergestellten Formteile mit denjenigen von Vergleichsbeispiel 2 zeigt sich, daß die Beständigkeit gegenüber Calciumchlorid beträchtlich verbessert wurde, und daß auch die Dimensionsstabilität verbessert wurde.


Anspruch[de]

1. Polyamidharz zusammensetzung umfassend:

(A) 30-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (A) und (B), eines Polyamidharzes, enthaltend

(i) 10-99 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), eines aromatischen Polyamids, welches eine Carbonsäurekomponente, die von Terephthalsäure oder einer Mischung von Terephthalsäure und Isophthalsäure, in welcher die Isophthalsäure 40 Mol-% oder weniger der Mischung bildet, abgeleitet ist, und eine aliphatische Diaminkomponente, welche von einer Mischung aus Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin abgeleitet ist, enthält; und

(ii) 1-90 Gew.-%, bezogen auf die Komponenten (i) und (ii), wenigstens eines Polyamids, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Dicarbonsäuren und aliphatischen Diaminen abgeleitet sind, und Polyamiden, die Wiederholungseinheiten enthalten, die von aliphatischen Aminocarbonsäuren abgeleitet sind; und

(B) 10-70 Gew.-%, bezogen auf die Kompontenen (A) und (B), eines anorganischen Füllstoffes.

2. Polyamidharzzusammensetzung nach Anspruch 1, in welcher die Mischung aus Hexamethylendiamin und 2-Methylpentamethylendiamin der Komponente (i) 40-90 Mol-%, bezogen auf die Mischung, Hexamethylendiamin enthält.

3. Aus einer Polyamidharzzusammensetzung nach Anspruch 1 geformter Gegenstand.

4. Gegenstand nach Anspruch 3 für elektrische oder elektronische Anwendungszwecke.

5. Gegenstand nach Anspruch 3 für Automobilanwendungszwecke.

6. Gegenstand nach Anspruch 3 für Möbelanwendungszwecke.







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