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Dokumentenidentifikation DE19718580A1 19.11.1998
Titel Schaftadapter zum Verbinden einer Stumpffassung mit einem Prothesenschaft
Anmelder Biedermann Motech GmbH, 78054 Villingen-Schwenningen, DE
Erfinder Biedermann, Lutz, 78048 Villingen-Schwenningen, DE;
Matthis, Wilfried, 79367 Weisweil, DE;
Piro, Markus, 78078 Niedereschach, DE
Vertreter Prüfer und Kollegen, 81545 München
DE-Anmeldedatum 05.05.1997
DE-Aktenzeichen 19718580
Offenlegungstag 19.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.11.1998
IPC-Hauptklasse A61F 2/78
IPC-Nebenklasse A61F 2/62   
Zusammenfassung Es wird ein Schaftadapter zum Verbinden einer Stumpffassung (1) mit einem Prothesenschaft (21) geschaffen. Der Schaftadapter weist ein Adapterelement (8) mit einer Ausnehmung (12) zur Aufnahme eines mit der Stumpffassung (1) verbundenen Stiftes (7) auf, wobei die Ausnehmung (12) wesentlich größer als die Querschnittsabmessung des Stiftes (7) ist und die Fixierung in jeder Position der Ausnehmung (12) möglich ist, wodurch erreicht wird, daß durch eine seitliche Anpassung die Trageigenschaften wesentlich verbessert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schaftadapter zum Verbinden einer Stumpffassung mit einem Prothesenschaft.

Eine solche Stumpffassung ist beispielsweise aus der US-PS 5,507,834 bekannt. Diese ist als Silikonstrumpf ausgebildet, den der Träger über den mit der Prothese zu verbindenden Stumpf zieht. An dem mit dem Stumpf zu verbindenden Ende weist der Strumpf einen als Schraube ausgebildeten Stift auf, der in einen Adapterteil eines Prothesenschaftes eingeschraubt wird. Der Proband achtet dabei darauf, daß der Strumpf so angezogen wird, daß der Stift in der neutralen nicht geneigten Position des Stumpfes sich in vertikaler Richtung erstreckt und somit in eine entsprechende Bohrung des Schaftes einführbar ist. Dabei tritt das Problem auf, daß der Stift zwar sich in vertikaler Richtung erstreckt, sich in vielen Fällen aber wegen der unterschiedlichen Ausbildung der Beine, beispielsweise als X-Beine, nicht unter dem eigentlichen Tragpunkt des Stumpfes liegt. Dadurch entstehen für den Probanden Schwierigkeiten durch eine erhebliche Belastung.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schaftadapter der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, mit dem eine Verbindung einer Stumpffassung mit einem Prothesenschaft derart verbessert werden kann, daß die Trageigenschaften wesentlich verbessert werden.

Diese Aufgabe wird durch den in dem Patentanspruch 1 gekennzeichneten Schaftadapter gelöst.

Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Weitere Merkmale und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Figuren. Von den Figuren zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht einer mit einem Schaftadapter mit einem Prothesenschaft verbundenen Stumpffassung im Schnitt;

Fig. 2 den Schaftadapter in explosionsartiger Darstellung;

Fig. 3 eine abgewandelte Ausführungsform in explosionsartiger Darstellung;

Fig. 4 eine vergrößerte Detaildarstellung aus der ersten Ausführungsform in Arretierstellung;

Fig. 5 dasselbe Detail in gelöstem Zustand;

Fig. 6 eine explosionsartige Darstellung einer abgewandelten Ausführungsform; und

Fig. 7 ein Detail der Vorrichtung.

Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist eine Stumpffassung 1 mittels einer Adaptereinrichtung 2 mit einem Prothesenschaft 3 verbunden.

Die Adaptereinrichtung 2 umfaßt einen Schaftansatz 4, der auf seiner der Stumpffassung 1 zugewandten Seite einen sphärischen Bereich 5 zur Aufnahme der Stumpffassung 1 aufweist. Auf der Stumpffassung ist innen eine zu dem sphärischen Bereich 5 passend ausgebildete sphärische Klemmscheibe 6 vorgesehen, die dazu dient, zusammen mit dem sphärischen Bereich 5 den Strumpf einzuklemmen. Auf seiner dem sphärischen Bereich 5 abgewandten Seite ist der Schaftansatz 4 plan ausgebildet. Die Klemmscheibe 6 und der Schaftansatz 4 weisen eine Mittenbohrung zur Aufnahme einer als Hohlstift 7 dienenden Schraube auf. Auf der dem sphärischen Bereich 5 abgewandten Seite grenzt an den Schaftansatz 4 ein als Zwischenstück ausgebildetes Adapterelement 8. Dieses ist als ein Art Käfig aufgebaut mit einer Deckwand 9, Seitenwänden 10 und einer Bodenwand 11. Die Deckwand 9 weist eine Ausnehmung 12 auf, deren Abmessung wesentlich größer als der Durchmesser des Hohlstiftes 7 ist. Auf der der Bodenwand 11 zugewandten Seite der Deckwand 9 ist eine Unterlegscheibe 13 vorgesehen, deren Außenabmessungen größer sind als die Innenabmessungen der Ausnehmung 12. Auf der der Deckwand 9 abgewandten Seite der Unterlegscheibe 13 ist eine Mutter 14 zum Aufschrauben auf den schraubenförmigen Hohlstift 7 angeordnet. Die Seitenwände 10 sind so bemessen, daß der Abstand der Bodenwand 11 von der Deckwand 9 größer ist als die in axialer Richtung gesehene Länge des aufzunehmenden Teiles des Hohlstiftstiftes 7 einschließlich Unterlegscheibe und Mutter. Wenigstens eine der Seitenwände weist, wie aus den Figuren ersichtlich ist, eine Ausnehmung auf, die es ermöglicht, die Mutter von außen mittels eines Schraubenschlüssels festzuziehen bzw. zu lösen.

Auf der der Deckwand 9 abgewandten Seite der Bodenwand 11 ist ein weiterer auf der zugewandten Seite eben ausgebildeter Schaftadapter 15 vorgesehen, welcher auf seiner dem Zwischenstück abgewandten Seite eine im wesentlichen sphärisch ausgebildete Fläche 16 und einen koaxial angeordneten pyramidenstumpfförmigen Abschnitt 17 aufweist. Der Schaftadapter ist mit Schrauben 32 mit dem Adapterelement 8 verbunden. Der Pyramidenstumpf erstreckt sich in der Weise, daß die Basis der Pyramide auf der dem Zwischenstück abgewandten Seite liegt. Auf der den Pyramidenstumpf 17 aufweisenden Seite folgt ein als Klemmadapter ausgebildetes Element 18, welches auf seiner dem Pyramidenstumpf zugewandten Seite eine Ausnehmung mit einem der sphärischen Fläche 16 angepaßten sphärischen Wandung besitzt. Von außen greifen vier Setzschrauben 19 in die Ausnehmung ein, deren Achsen jeweils senkrecht zu den Wandungen des pyramidenstumpfförmigen Ansatzes gerichtet sind.

Auf der gegenüberliegenden Seite weist der Klemmadapter 18 eine Bohrung mit einer geschlitzten Wandung und einen Klemmring 20 auf. Die Bohrung ist wenig größer als der Außendurchmesser eines damit zu verbindenden Rohres 21 des Prothesenschaftes 3. Die Bemessung ist so gewählt, daß beim Anziehen des Klemmringes eine feste Verbindung zwischen dem Klemmelement 18 und dem Rohr 21 erfolgt.

Im Betrieb wird die Klemmscheibe 6 von innen in die Stumpffassung 1 eingesetzt, dann wird die Stumpffassung 1 auf den sphärischen Bereich 5 des Schaftansatzes 4 aufgesetzt, und es wird die Schraube 7 durch die Bohrungen hindurchgeführt. Das als Zwischenstück ausgebildete Adapterelement 8 wird jetzt so relativ zu dem Schaftansatz 4 seitlich verschoben, daß die Mittenachse der Bodenwand 11 relativ zu Mittenachse des Stiftes 7 die gewünschte Position einnimmt. Dann wird durch Anziehen der Mutter 14 die Schraube in ihrer Position an der Deckwand 9 fixiert. Der Schaftadapter 15 und das Adapterelement 8 werden nun (oder sind auch bereits vorher) mittels angedeuteter Schrauben 22 so miteinander verbunden, daß die Mittenachse des Schaftadapters 15 und die Mittenachse der Bodenwand 11 zusammenfallen. Durch geeignetes Justieren mittels der Setzschrauben 19 kann eine winkelmäßige Einstellung zwischen dem Schaftadapter 15 und dem Element 18 vorgenommen werden. Dieses ist mittels des Klemmringes 20 fest mit dem Rohr 21 koaxial verbunden.

In die oben beschriebene Vorrichtung wird in der am besten aus den Fig. 4 und 5 ersichtlichen Weise ein einen Stumpf aufnehmender Strumpf 23 aufgenommen. Zu diesem Zweck weist der Strumpf 23 an seinem bodenseitigen Mittelpunkt einen Bolzen 24 auf. Der Bolzen hat einen Außendurchmesser, der im wesentlichen gleich dem Innendurchmesser der Innenbohrung des Hohlstiftes 7 ist, und der um so viel kleiner ist, daß er in der Innenbohrung gleiten kann. Der Bolzen 24 weist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel unmittelbar an den Strumpf 23 angrenzend einen rillen- oder ratschenförmigen Abschnitt 25 auf. In dem Kopf 26 des Hohlstiftes 7 ist ein Verriegelungselement vorgesehen, welches eine sich senkrecht zur Symmetrieachse des Hohlstiftes 7 erstreckende Scheibe 27 auffaßt, und diese Scheibe ist durch eine Feder in Richtung zu der Symmetrieachse hin vorgespannt. Sie weist eine Bohrung auf, die größer als der Durchmesser des Bolzens 24 ist. Ferner ist auf der der Feder abgewandten Seite ein Druckstift 29 vorgesehen, der in einer Führung 30 so gelagert ist, daß er bei Krafteinwirkung der am besten aus Fig. 5 ersichtlichen Weise auf die Scheibe 27 einwirkt und diese gegen die Kraft der Feder 28 aus ihrer in Fig. 4 gezeigten vorgeschobenen Stellung in die in Fig. 5 gezeigte zurückgeschobene Stellung bewegt. Ohne Krafteinwirkung des Druckstiftes 29 verriegelt die Scheibe 27 in der in Fig. 4 gezeigten Weise durch Ineingriffbringen mit dem rillenförmigen Abschnitt 25 den Bolzen 24 in der eingeführten Stellung. Bei Einwirken einer Kraft auf den Druckstift 29 wird die Verriegelung freigegeben, und der Strumpf kann mit Bolzen aus dem Hohlstift 7 herausgenommen bzw. in diesen eingeführt werden.

Die in Fig. 3 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der oben beschriebenen Ausführungsform lediglich dadurch, daß die Verriegelungseinrichtung nicht in dem Kopf des Hohlbolzens 7, sondern am Boden des Schaftansatzes 4 vorgesehen ist. Zu diesem Zweck ist bodenseitig von dem Schaftansatz 4 eine Kammer mit einem sich senkrecht zur längsseitigen Symmetrieachse der Vorrichtung erstreckender Schlitz vorgesehen, in dem wie in dem obigen Beispiel eine als Schieber ausgebildete Scheibe 27' vorgesehen ist, die mit einer Feder 28 in Richtung zur Mittenachse vorgespannt ist. Es ist wiederum ein auf die Scheibe einwirkender Druckstift 29 vorgesehen, mit dem die schieberförmige Scheibe 27 aus der davor gespannten Arretierstellung, die der Stellung in Fig. 4 entspricht, in die der Fig. 5 entsprechende gelöste Stellung zurückgeschoben werden kann. Der Hohlstift 7' unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform dadurch, daß er eine Öffnung 31 aufweist, durch die die schieberförmige Scheibe 27 in das Innere greift und auf einen entsprechender Höhe angebrachten rillenförmigen Abschnitt 25' des Bolzens 24' zum Arretieren einwirkt.

Die in Fig. 6 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von den bisherigen Ausführungsformen lediglich dadurch, daß anstelle des zur Aufnahme des Bolzens 24 hohl ausgebildeten Stiftes 7 ein normaler Schraubbolzen 37 vorgesehen ist.

In Fig. 7 ist eine Stellung der zuvor beschriebenen Ausführungsformen gezeigt, bei der eine seitliche Versetzung zwischen Stumpffassung 1 und dem mit dem Prothesenschaft zu verbindenden Adapterelement 8 erfolgt ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Schaftadapter zum Verbinden einer Stumpffassung mit einem Prothesenschaft, mit einem Adapterelement (8) mit einer Ausnehmung (12) zur Aufnahme eines mit der Stumpffassung (1) verbundenen Stiftes (7, 7', 23)' wobei die Ausnehmung (12) in ihrem Querschnitt wesentlich größer als die Querschnittsabmessung des Stiftes (7, 7', 23) ist und die Fixierung in jeder Position der Ausnehmung (12) möglich ist.
  2. 2. Schaftadapter nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Schaftansatz (4) mit einer zentralen Bohrung zur Aufnahme des Stiftes (7, 7') mit einem Durchmesser, der im wesentlich gleich dem des Stiftes ist, und der mit dem Adapterelement (8) in verschiedenen Relativstellungen in Quer- und Längsrichtung gesehen verbindbar ist.
  3. 3. Schaftadapter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaftansatz (4) auf einer dem Adapterelement (8) abgewandten Seite einen konzentrisch zur Bohrung angeordneten sphärischen Bereich (5) aufweist.
  4. 4. Schaftadapter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit dem sphärischen Bereich (5) zusammenwirkende Klemmscheibe (6) vorgesehen ist.
  5. 5. Schaftadapter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf der der aufzunehmenden Stumpffassung (1) abgewandten Seite des Adapterelementes (8) eine eine Bohrung zur Aufnahme des Stiftes aufweisende Scheibe (13) vorgesehen ist, deren Durchmesser größer als die Abmessungen der Ausnehmung (12) ist und der Stift (7, 7') mittels einer auf der der Stumpffassung (1) abgewandten Seite angreifenden Mutter (14) folgt.
  6. 6. Schaftadapter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein zusätzliches Verbindungselement (15) vorgesehen ist, welches auf seiner einen Seite zur Verbindung mit dem Prothesenschaft (21) ausgebildet ist und auf seiner anderen Seite mit dem Adapterelement (8) innerhalb eines um eine Mittenachse des Verbindungselementes (15) gehenden Kegelwinkels schwenkbar verbunden ist.
  7. 7. Schaftadapter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (15) eine Klemmeinrichtung (20) zum Verbinden mit dem Prothesenschaft (21) aufweist.
  8. 8. Schaftadapter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift (7) zur Aufnahme eines mit einem aufzunehmenden Strumpf (23) verbundenden Bolzens (24) als Hohlstift ausgebildet ist und eine Verriegelungseinrichtung (27, 28, 29) zum Verriegeln des Bolzens in einer vorgegebenen Stellung in dem Hohlstift (7) vorgesehen ist.






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