PatentDe  



Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Überwendlichmaschine zur automatischen Herstellung von Nähten in Verbindung mit einer Haltevorrichtung für die Fixierung der Nähgutzuschnitte, die funktionsbedingt sehr nahe an die Nadel herangeführt werden muß nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Eine gattungsgemäße, marktübliche Nähmaschine zur Herstellung eines Überwendlichstiches vom Typ 504 gemäß ISO 4915-1981, wie sie beispielsweise in DE 35 12 735 beschrieben ist, weist als wesentliche Stichbildeelemente neben einer Nadel noch einen Unter- und einen Obergreifer auf. Bei diesen Maschinen befindet sich der Untergreifer auf einem Träger, der auf einer Schwingwelle befestigt ist, die in Nährichtung angeordnet ist. Die Form des Untergreifers sowie dessen notwendige Schwingbewegung zwischen Nadel und Obergreifer erfordern einen beträchtlichen Bauraum quer zur Nährichtung außerhalb der Nadelebene, der für die automatische Herstellung von aus Nähgut bestehenden dreidimensionalen Gegenständen in Verbindung mit einer Haltevorrichtung für die Fixierung der Zuschnitte völlig ungeeignet ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Überwendlichnähmaschine zu schaffen, deren Stichbildeelemente so angeordnet sind, daß die Nähmaschine an eine externe Nähguthaltevorrichtung während des Nähvorganges bis auf eine Abstand zur Nadel von ca. 10 mm herangeführt werden kann. Diese Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Nähmaschine durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 bis 3 gelöst. Durch die Anordnung der Untergreiferwelle quer zur Nährichtung ist erreicht, daß der Untergreifer in Nährichtung schwingt und damit keinen wesentlichen Bauraum quer zur Nährichtung neben der Nadel beansprucht. Damit der Untergreiferfaden aber vom Obergreifer übernommen werden kann und dieser ohne Kollision mit dem Nähgut zum Zwecke der Stichbildung von einer Position unterhalb der Stichplatte in eine Position oberhalb der Stichplatte gelangen kann, wird dem Untergreifer neben seiner Schwing- noch eine Versatzbewegung quer zur Nährichtung überlagert.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der folgenden Beschreibung zu entnehmen, in der die Erfindung anhand von Skizzen näher erläutert wird.

Es zeigen:

Fig. 1 die Seitenansicht der Überwendlichnähmaschine mit Unter- und Obergreiferwelle,

Fig. 2 die Draufsicht mit den Bewegungsbahnen von Unter- und Obergreifer,

Fig. 3 eine schematische Darstellung des Stichbildes Typ 504,

Fig. 4 die schematische Vorderansicht der Überwendlichnähmaschine.

Die wesentlichen Elemente zum Bilden von Überwendlichstichen sind in Fig. 1 dargestellt. Es sind dies die Nadel 1, der Untergreifer 2 mit dem Träger 3 und der Greiferwelle 4 sowie der Obergreifer 5 mit dem Träger 6 und der Greiferwelle 7. Zum automatischen Herstellen von Schließnähten mittels Überwendlichnähmaschinen wird das Nähgut 8 auf einer Haltevorrichtung 9 fixiert. Die zu verbindenden Nähgutenden 10; 11 stehen dabei im allgemeinen nur wenige Millimeter von der Haltevorrichtung 9 ab, so daß die Nähmaschine gezwungen ist, ihre Nadel 1 sehr nahe an die Haltevorrichtung 9 heranzubringen. Dies ist aber nur möglich, wenn der Untergreifer 2 seine Schwingbewegung in Nährichtung ausführt. Zu diesem Zwecke ist seine Welle 4 quer zur Nährichtung angeordnet. Zur Realisierung des Stichbildes 504 (siehe Fig. 3) ist es erforderlich, daß die beteiligten Elemente den Nadel- und die beiden Greiferfäden zu den Schlingen 12; 13 und 14 führen. Die Schlinge 12 entsteht dabei problemlos bei der Übernahme des Nadelfadens durch den Untergreifer 2. Zur Bildung der Schlinge 13 vollführt der Untergreifer 2 eine Schwing- und Versatzbewegung ins Nähmaschineninnere und der Obergreifer 5 eine entsprechende Schwing- und Versatzbewegung in entgegengesetzter Richtung. An der Kreuzungsstelle beider Greifer wird der Untergreiferfaden vom Obergreifer 5 übernommen. Die Schlinge 14 entsteht bei der Übernahme des Obergreiferfadens durch die Nadel 1 an der gemeinsamen Kreuzungsstelle. Bis dahin muß der Obergreifer 5 seine Bewegung von einer Position unterhalb der Stichplatte durch eine entsprechende Schwing-und Versatzbewegung in eine Position oberhalb der Stichplatte fortsetzen. Der Antrieb für die Schwing- und Versatzbewegung beider Greifer erfolgt dabei durch den gemeinsamen Antrieb 15 bzw. 16.

Bezugszeichenliste

1 1 Nadel

2 Untergreifer

3 Träger

4 Greiferwelle

5 Obergreifer

6 Träger

7 Greiferwelle

8 Nähgut

9 Haltevorrichtung

10 Nähgutende

11 Nähgutende

12 Schlinge

13 Schlinge

14 Schlinge

15 Antrieb

16 Antrieb


Anspruch[de]
  1. 1. Überwendlichnähmaschine zur Herstellung von Nähten an aus Nähgut bestehenden Gegenständen, deren Zuschnitte in einer Haltevorrichtung fixiert sind, mit mindestens einer Nadel, die auch in Nährichtung bewegbar sein kann sowie je einem Ober- und Untergreifer, und einer Kantenbeschneideeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß Unter- und Obergreifer 2 bzw. 5 auf je einer separaten Schwing- und Versatzwelle 4 bzw. 7 befestigt sind, die quer zur Nährichtung liegen und damit einen Abstand zwischen der Nadel 1 und der Nähguthaltevorrichtung 9 von ≤10 mm ermöglichen.
  2. 2. Überwendlichnähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Obergreiferwelle 7 oberhalb der Nähebene angeordnet ist.
  3. 3. Überwendlichnähmaschine nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Versatzbewegungen von Ober- und Untergreiferwelle 4 bzw. 7 von einem gemeinsamen Antrieb 15 realisiert werden.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com