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Dokumentenidentifikation DE4412092C2 17.12.1998
Titel Einrichtung zum Handhaben von Münzen
Anmelder Standardwerk Eugen Reis GmbH & Co, 76646 Bruchsal, DE
Vertreter Zahn, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 76229 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 08.04.1994
DE-Aktenzeichen 4412092
Offenlegungstag 12.10.1995
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 17.12.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.12.1998
IPC-Hauptklasse G07D 3/16
IPC-Nebenklasse G07D 3/06   G06M 7/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Handhaben, insbesondere zum Sortieren und Zählen von Münzen oder dergleichen scheibenförmigen Gegenständen, wobei die Münzen einem horizontalen Beschickungsteller zugeführt und von hier einzeln nacheinander zu einer mit Separiermitteln und einer Sortierscheibe ausgestatteten kreisförmigen Sortierstrecke übergeben werden.

Einrichtungen der gattungsgemäßen Art sind schon lange bekannt (vergleiche DE 21 36 657 A1) und dienen bestimmungsgemäß dazu, Münzen (oder vergleichbare scheibenförmige Gegenstände wie zum Beispiel Jetons) aus einem Gemenge unterschiedlicher Münzen ihrem spezifischen Durchmesser entsprechend auszusortieren und dabei gleichzeitig zu zählen. Die Leistung und Funktionssicherheit dieser bekannten Münzsortier- und -zählmaschinen ist grundsätzlich von der Geschwindigkeit abhängig, mit der die Münzen vom horizontalen Beschickungsteller aufgegeben und von hier einzeln nacheinander der Sortierstrecke mit der Sortierscheibe zugeleitet werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Münzen ist unkontrollierbar und es kann gegebenenfalls gar zu Berührungen der einzelnen Münzen hintereinander kommen.

Gemäß den vorgenannten bekannten Münzsortier- und -zählmaschinen sind zwei gegenläufige Drehteller vorgesehen, deren einer (der Beschickungsteller) unter dem Vorratsbehälter dreht und die Münzen so mittels Zentrifugalkraft an den Rand drängt, von wo sie über einen Überführungskanal dem zweiten Drehteller mit durchmesserspezifischen Aussortieröffnungen zugeführt werden. Gemäß einer neueren Entwicklung einer Münzsortiereinrichtung sind sich geringfügig überlappende Drehteller vorgesehen (vergleiche WO 93/18488) und die Münzen werden nacheinander über an der Sortierscheibe angeordnete, elastische, radiale "Finger" vom Beschickungsteller (quasi Stück für Stück) abgenommen. Auch bei dieser letztgenannten Einrichtung werden die Münzen vom Beschickungsteller zur Sortierstrecke mit unkontrolliertem Abstand übergeben.

Abgesehen von den vorgenannten Offenlegungsschriften sind die Schriften DE 37 24 965 A1 und DE 38 30 674 A1 als zum relevanten Stand der Technik zu betrachten.

Bei der DE 37 24 965 A1 geht es um einen sogenannten Flachsorter, d. h. um eine Münzsortiereinrichtung mit einem exakten Stop und einer Separierung für überschüssige Münzen (Münzeliminierungsvorrichtung), wobei die Sortieröffnungen längs einer gerade verlaufenden Schiene angeordnet sind. Bei der DE 38 30 674 A1 geht es um eine spezielle Münzzuführscheibe zum Sortierkörper, letztlich also um einen Rundsorter, bei dem die Münzen direkt vom Zuführteller auf eine Sortierscheibe geführt werden (vergleiche auch DE 21 36 657 A1, WO 93/18488). Bei allen bekannten Rundsortern erfolgt mithin die Zählung der Münzen grundsätzlich an den jeweiligen Sortieröffnungen.

Somit können mit den bis heute bekannten Münzsortier- und -zähleinrichtungen nur Münzen mit unterschiedlichen Durchmessern sortiert werden; fremde und falsche Münzen mit gegebenenfalls gleichem Durchmesser können somit nicht ausgesondert werden.

Gleichermaßen ist es auch nicht möglich Münzen eines zu sortierenden Münzgemisches, die gleiche oder annähernd gleiche Durchmesser haben, sicher zu separieren. Bei allen bekannten Einrichtungen werden die Münzen nur an ihren Aussortieröffnungen gezählt, und zwar so, daß die in die Öffnung fallenden Münzen gezählt werden. Dabei werden aufgrund der Unzulänglichkeiten bei der Separation auch falsche Münzen mitgezählt, wobei unter "falsch" hier alle Münzen zu verstehen sind, die nicht spezifisch zu einer Sortieröffnung beziehungsweise einer Separierweiche gehören.

Ein besonderes Problem besteht bei den bekannten Einrichtungen darin, daß das Sortieren und exakte Zählen vorgegebener Mengen von Münzen in Verbindung mit deren Absacken (Abpacken beziehungsweise Verpacken) mehr als problematisch ist. Das Problem besteht darin, daß bei Erkennung beziehungsweise Zählung der letzten (n-ten) Münze der vorgegebenen abzusackenden Münzmenge an der Sortieröffnung die Sortierscheibe angehalten werden muß, und daß hier bei bestimmten Reihenfolgenkonstellationen ein Nachlaufen der (n+1)-ten Münze nicht verhindert werden kann.

Auch im Hinblick auf die Überleitung beziehungsweise Überführung der Münzen vom Beschickungsteller zur Sortierscheibe haben sich die bekannten Einrichtungen dann als problembehaftet erwiesen, wenn die Münzen aufgrund einer reibschlüssigen Mitnahme seitens der Sortierscheibe erfolgt. Folgen hier beispielsweise eine dicke und eine dünne Münze unmittelbar hintereinander, so resultiert daraus gegebenenfalls ein zu geringer Druck auf die dünne Münze und dies kann zu Störungen führen; naturgemäß beeinträchtigt dies die Genauigkeit und die Kapazität der Einrichtung als Ganzes.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, die vorstehend genannten Probleme zu eliminieren und so eine Einrichtung der gattungsgemäßen Art anzugeben, die Münzen beliebiger Art sicher erkennt, zählt und separiert, und die einen optimalen Betrieb im Hinblick auf das genannte Absackproblem und das Schlupfproblem bei Münzen mit unterschiedlicher Dicke gewährleistet.

Die vorgenannte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen dem Beschickungsteller 1 und der Sortierscheibe 7 mit der Sortierstrecke 8 eine die Münzen transportierende Steuerstrecke 3 vorgesehen ist, durch die die vom Beschickungsteller 1 zugeführten Münzen vereinzelt und mit kontrolliertem Abstand über zugeordnete Erkennungs- (4), Stopp- (5) und Ablenkeinrichtung (6) zur Sortierscheibe (7) geführt werden.

Mit anderen als im vorstehend wiedergegebenen Anspruch 1 gebrauchten Worten besteht der Kern der vorliegenden Erfindung darin, daß die Münzen nacheinander einer Steuerstrecke übergeben werden, längs der eine zentrale Münzerkennungseinrichtung angeordnet ist.

Auf der Grundlage der vorliegenden Erfindung werden die vorgenannten Probleme somit mit Hilfe einer Steuerungs- "Zähl"-strecke zwischen dem Beschickungsteller und der Sortierscheibe gelöst, indem jederzeit und zwar ohne Unterbrechung der Zählung, auch Fremdmünzen aussortiert werden können, bevor sie auf die Sortierstrecke überführt werden.

Diese Münzerkennungseinrichtung kann dabei mit Sensoren unterschiedlicher Spezifikationen ausgerüstet sein, so daß die zu sortierenden (und zu zählenden) Münzen auch im Hinblick auf die Dicke der Münzen, ihre Legierung, sowie ihre Prägung (d. h. ihr Münzbild) und gegebenenfalls ihre Rändelung untersucht werden können. Auf der Grundlage der genannten Identifikationskriterien ist es möglich, die Münzen zentral vor der Überführung an die Sortierscheibe zu zählen und zum Beispiel Steuer- beziehungsweise Ableitsignale zu generieren, die den Weg einer Münze insoweit begleiten, als sie beispielsweise vor dem Einschleusen in die Sortierstrecke bereits aus dem Münzstrom aussortiert werden können (als Falschmünze zum Beispiel) oder längs der Sortierstrecke von durchmessergleichen Münzen (unterschiedlicher Wertigkeit) sicher separiert werden können. Aufgrund der eindeutigen Erkennung aller Münzen vor ihrer Zuführung zur Sortierstrecke läßt sich darüber hinaus ein sicherer und eindeutiger Stoppmechanismus realisieren, um so eine vorgegebenen Menge an gleichen Münzen absacken beziehungsweise verpacken zu können.

Der besondere Vorteil der dem Beschickungsteller nachgeordneten Steuerstrecke ist insbesondere noch darin zu sehen, daß aufgrund der in Verbindung mit Münzsortiereinrichtungen bekannten Vereinzelungsvorrichtungen über eine Differenz zwischen der Zuführ- und der Abzugsgeschwindigkeit bei der Übergabestation des Beschickungstellers der Abzug der Münzen aus dem Beschickungsteller geordnet und definiert erfolgt. Somit kann bei der Münzübergabe kein unkontrollierter Druck auf die Münze entstehen und gleichermaßen kann es nicht vorkommen, daß Münzen (unmittelbar) aneinander anliegen, d. h. mit Kontakt der Sortierstrecke zugeführt werden.

Besondere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der im Vorstehenden spezifizierten Münzsortier- und -zähleinrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Eine ganz besondere Ausführungsform ist darin zu sehen, daß dem aus dem Beschickungsteller und der Sortierscheibe bestehenden Doppelaggregat zur Münzvereinzelung und Münzsortierung mit der die genannten Funktionseinheiten funktional verbindenden Steuerstrecke eine (sogenannte) Rückführstrecke zugeordnet ist, über die - am Ende eines Sortiervorgangs und damit am Ende der Sortierstrecke - Münzen wieder zum Beschickungsteller zurückgeführt werden können.

Die genannte Rückführstrecke wird in Verbindung mit der gattungsgemäßen Münzsortier- und -zähleinrichtung insbesondere dann integriert, wenn über eine Steuerstrecke am Übergang zwischen dem Beschickungsteller und der Sortierscheibe jede Münze eindeutig identifiziert wird und wenn der Sortiervorgang längs der Sortierstrecke der Sortierscheibe nicht alleine über den Münzdurchmesser, d. h. alleine durch mechanische Kriterien, erfolgt - wobei davon ausgegangen wird, daß nicht der Münzsortiervorgang an sich im Mittelpunkt der Anwendung steht, sondern die Münzsortier- und - zähleinrichtung als Ausgabegerät zur Ausgabe ganz bestimmter, über die zentrale Münzerkennungseinrichtung vorgebbarer Münzkollektive benutzt werden soll.

Die besonderen Vorteile einer mit einer Rückführstrecke ausgerüsteten Münzsortier- und -zähleinrichtung sind dabei darin zu sehen, daß zum Beispiel Absackvorgänge ohne jeden Stoppvorgang ablaufen können - die (n+1)-te Münze wird zum Beispiel einfach wieder dem Beschickungsteller zugeführt. Ferner lassen sich - wie bereits erwähnt - vorgegebene Münzgemische zusammenstellen und es lassen sich aus einem beliebigen Münzgemisch einzelne Münzwerte aussortieren, sowie getrennte Münzwerte in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander zusammenstellen.

Die Einzelheiten der vorliegenden Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert.

Diese zeigt eine aus einem Beschickungsteller und einer Sortierstrecke mit Sortierscheibe bestehende Einrichtung zum Handhaben, insbesondere zum Zählen und Sortieren von Münzen oder dergleichen.

In der Zeichnung ist ein Beschickungsteller 1 dargestellt, dem über einen - zeichnerisch nicht dargestellten - Vorratsbehälter Münzen oder dergleichen scheibenförmige Gegenstände zugeführt werden. Die Münzen werden mit Hilfe eines Transportriemens 2 einzeln nacheinander auf eine Steuerstrecke 3 gebracht. Dieser Steuerstrecke 3 ist hinter dem Auslaufbereich des Beschickungstellers 1 eine Münzerkennungseinrichtung 4 mit einem Sensorfeld zugeordnet, über die jede Münze für sich abgetastet wird und die für jede Münze ein spezifisches Signal generiert. Längs der Steuerstrecke 3 sind abgesehen von der Münzerkennungseinrichtung 4 noch eine Stoppvorrichtung 5, sowie eine Separier- beziehungsweise Ablenkeinrichtung 6 zur Separierung von Fremd- und Falschmünzen angeordnet.

Die vom Beschickungsteller 1 über den Transportriemen 2 längs der Steuerstrecke 3 geführten Münzen werden sodann einer kreisförmigen Sortierstrecke 8 zugeführt, an die die Münzen vom Transportriemen 2 übergeben werden. Mittels einer Sortierscheibe 7 werden die Münzen dann reibschlüssig mitgenommen, d. h. längs einer Führungskarte F der Sortierstrecke 8 zwangsbewegt. Längs der Sortierstrecke 8 sind - in der Zeichnung acht - Separiervorrichtungen 8.i vorgesehen, deren jede einzelne münzenspezifisch aktivierbar ist. Es ist denkbar, die Separiervorrichtung 8.i als durchmesserabhängige Aussortieröffnungen auszubilden - in diesem Falle werden dann in der der Steuerstrecke 3 nächst gelegenen Separiervorrichtung 8.1 die Münzen mit kleinstem Durchmesser und in der entferntest gelegenen 8.8 die Münzen mit größtem Durchmesser sortiert. Es sind jedoch auch Separiervorrichtungen 8.i denkbar, bei denen Münzen aufgrund nicht mechanischer Unterscheidungskriterien seitlich von der Sortierstrecke 8 abgelenkt werden - damit können zum Beispiel in der Separiervorrichtung 8.1 die größten und in der entlegenen Separiervorrichtung 8.8 die kleinsten Münzen aussortiert werden.

Dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel entsprechend verläuft die Steuerstrecke 3 im wesentlichen parallel zur Verbindungsstrecke der Antriebsachsen des Beschickungstellers 1 und der Sortierscheibe 7. Grundsätzlich ist es auch möglich die Steuerstrecke so an- beziehungsweise zuzuordnen, daß sie die genannte Verbindungsstrecke kreuzt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die anhand der Zeichnung dargestellte und beschriebene Münzerkennungs- und -sortiereinrichtung noch dahingehend ergänzt, daß am Ende der Sortierstrecke 8 etwa parallel zur Steuerstrecke 3 eine sogenannte Rückführstrecke 10 angeordnet ist. Hier werden mit Hilfe eines Rückführtransportriemens 11 etwa nicht aussortierte Münzen wieder zum Beschickungsteller 1 zurückgeführt.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung zum Handhaben, insbesondere zum Sortieren und Zählen von Münzen oder dergleichen scheibenförmigen Gegenständen, wobei die Münzen einzeln nacheinander aus einem horizontalen Beschickungsteller (1) an eine Sortierscheibe (7) mit einer kreisförmigen Sortierstrecke (8), welche mit Separiervorrichtungen (8.i) ausgestattet ist, übergeben werden, und wobei zwischen dem Beschickungsteller (1) und der Sortierscheibe (7) mit der Sortierstrecke (8) eine die Münzen transportierende Steuerstrecke (3) vorgesehen ist, durch die die vom Beschickungsteller (1) zugeführten Münzen vereinzelt und mit kontrolliertem Abstand über zugeordnete Erkennungs- (4), Stopp- (5) und Ablenkeinrichtungen (6) zur Sortierscheibe (7) geführt werden.
  2. 2. Einrichtung zum Handhaben von Münzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschickungsteller (1) und die Sortierscheibe (7) gleichsinnig angetrieben sind und die Steuerstrecke (3) im wesentlichen parallel zur Verbindungsstrecke der Antriebsachsen verläuft.
  3. 3. Einrichtung zum Handhaben von Münzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschickungsteller (1) und die Sortierscheibe (7) gegensinnig angetrieben sind und die Steuerstrecke (3) die Verbindungsstrecke der Antriebsachsen kreuzt.
  4. 4. Einrichtung zum Handhaben von Münzen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Beschickungsteller (1) und der Sortierstrecke (8) mit der Sortierscheibe (7) eine Rückführstrecke vorgesehen ist, über die die Münzen am Ende der Sortierstrecke (8) in den Beschickungsteller (1) zurückgeführt werden können.
  5. 5. Einrichtung zum Handhaben von Münzen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerstrecke (3) aus einem Teil oder mehreren unabhängig voneinander angetriebenen Teilen besteht.






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