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Dokumentenidentifikation DE19733646A1 11.02.1999
Titel Drückerfuß für eine Nähmaschine
Anmelder Dürkopp Adler AG, 33719 Bielefeld, DE
Erfinder Fransing, Heinz, 49324 Melle, DE
DE-Anmeldedatum 04.08.1997
DE-Aktenzeichen 19733646
Offenlegungstag 11.02.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.02.1999
IPC-Hauptklasse D05B 29/00
IPC-Nebenklasse D05B 29/06   
Zusammenfassung Drückerfuß (13) für eine Nähmaschine, wobei die Nähmaschine eine Auflageplatte für ein Nähgut, einen Stoffschieber (31) und einen Drückerfuß (13) aufweist, der an einer Unterseite (16) einer Sohle (14) ein aus Kunststoff (Teflon) gefertigtes Sohlenunterteil (23) aufweist. Das Sohlenunterteil (23) ist mit einer gehärteten Stützfläche (21) ausgebildet. Bei Nichtvorhandensein eines Nähgutes unter dem Drückerfuß (13) gelangt dieser mit der Stützfläche (21) an der Verzahnung (32) des Stoffschiebers (31) zur Anlage, so daß eine Beschädigung oder Zerstörung der Kunststoffschicht durch die Verzahnung (32) des Stoffschiebers (31) mit Sicherheit vermieden wird. Es ist ein Ausführungsbeispiel beschrieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Drückerfuß für eine Nähmaschine nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Aus der US-PS 3,233,572 ist ein Drückerfuß für eine Nähmaschine mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 bekannt, bei dem zur Herabsetzung des Reibungswiderstandes gegen das Vorschieben des Nähguts in Bezug auf den ortsfesten Drückerfuß an dessen Sohle ein aus Polytetrafluoräthylen, auf dem Markt beispielsweise unter dem Handelsnamen Teflon bekannt, gefertigtes Bauteil angebracht ist.

Aus der US-PS 2,991,739 ist ein Drückerfuß mit aus Teflon gefertigten Sohlen bekannt. Zu Erleichterung der Auswechselbarkeit der Sohlen sind diese in Schwalbenschwanzführungen aufgenommen.

Schließlich wird noch angegeben, daß Drückerfüße mit Teflon beschichteten Sohlen auf dem Markt angeboten werden.

In der Praxis haben sich mit Teflon versehene Drückerfüße bei der Verarbeitung von bestimmten Materialien, beispielsweise Leder oder Gummi, wegen des relativ niedrigen Reibungswiderstandes, der dem Vorschieben des Nähgutes entgegenwirkt, bewährt. Nachteilig hat sich jedoch gezeigt, daß derartige Sohlen besonders dann einem erheblichen Verschleiß unterworfen oder gar zerstört werden, wenn die Nähmaschine nach dem Herausführen des fertiggenähten Nähguts aus der Stichbildebereich heraus weiterläuft und dabei die Verzahnung des Stoffschiebers mit dem Werkstoff Teflon in Berührung gelangt. Hierbei werden die mit dem Kunststoff versehenen Sohlen ähnlich einem Fräsvorgang der Verzahnung des Stoffschiebers ausgesetzt, so daß ein häufiges Wechseln der entsprechenden Drückerfußsohlen zu Maschinenausfallzeiten und erheblichen Ersatzteilkosten führen. Für die Nähoperation bedeutet ein verschlissener Drückerfuß eine Beeinträchtigung der Nähqualität, wobei die Erzeugung glatter Nähte zunehmend erschwert wird. Die Verschleißerscheinungen an mit Teflon beschichteten Drückerfüßen beeinträchtigen die Nähoperationen dann besonders, wenn schwereres Nähgut wie beispielsweise Leder zusätzlich noch mit der Einarbeitung von Mehrweite vernäht werden soll. Insofern wurden mit den eingangs beschriebenen Drückerfüßen Lösungen angeboten, die ein relativ einfaches Austauschen der mit Kunststoff versehenen Sohlen nach deren Verschleiß ermöglichen sollten.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den bekannten Drückerfuß weiterzubilden, daß die geschilderten Nachteile entfallen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Drückerfuß der gattungsgemäßen Art durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil von Anspruch 1 gelöst. Mit den Maßnahmen wird erreicht, daß eine den vorzeitigen Verschleiß oder die Zerstörung der Drückerfußsohle verursachende Berührung der mit dem speziellen, den Reibungswiderstand herabsetzenden Werkstoff versehenen Sohle und der Verzahnung des Stoffschiebers mit Sicherheit ausgeschaltet wird. Dies hat eine erhebliche Erhöhung der Standzeit und damit eine Kostenreduzierung durch geringere Stillstandszeiten der Nähmaschine und durch weniger häufig auszuwechselnder Ersatzteile zur Folge.

Mit den Weiterbildungen nach den Unteransprüchen werden eine Steigerung der Standzeit des Drückerfußes und fertigungstechnische Vorteile erzielt.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt

Fig. 1 eine Ansicht auf den Kopf einer Nähmaschine mit aufgebrochenem Deckel und teilweise im Schnitt dargestellter Lagerung der Stoffdrückerstange,

Fig. 2 eine Ansicht auf einen Bereich der Nähmaschine in Fig. 1 entsprechend dem Sichtpfeil in vergrößertem Maßstab,

Fig. 3 eine Ansicht auf den Bereich entsprechend dem Sichtpfeil III in Fig. 2,

Fig. 4 eine weiter vergrößerte Ansicht auf den Bereich entsprechend dem Sichtpfeil IV in Fig. 3 und

Fig. 5 eine Darstellung eines in dem Bereich verwendeten Einzelteils in einer der Fig. 4 entsprechenden Ansicht.

Eine Nähmaschine 1 ist in der üblichen Bauform mit einer Grundplatte 2, einer sich davon nach oben erstreckenden Säule 3 mit einem Arm 4 ausgebildet, der in einem Kopf 5 endet. Dieser ist mit einem Deckel 6 verschlossen. In dem Kopf 5 ist in Lagern 7 und 8 verschiebbar eine Stoffdrückerstange 9 gelagert, auf der ein Führungsteil 10 befestigt ist. Dieses greift in ein nicht dargestelltes Schiebelager ein und legt damit die Stoffdrückerstange 9 in ihrer Drehlage fest. Auf dem Führungsteil 10 stützt sich eine vorgespannte Schraubendruckfeder 11 ab, deren freies Ende an dem Lager 7 anliegt. Die Anordnung der Stoffdrückerstange 9 mit dem Führungsteil 10 und der Schraubendruckfeder 11 in dem Kopf 5 ist derart, daß die Schraubendruckfeder 11 die Stoffdrückerstange 9 unverdrehbar, jedoch in Längsrichtung mit der Kraft der Schraubendruckfeder 11 in Richtung zu der Grundplatte 2 hin zu schieben trachtet.

Am dem der Grundplatte 2 zugewandten Ende der Stoffdrückerstange 9 ist ein mit einer Schraube 12 befestigter Drückerfuß 13 angebracht, der eine im wesentlichen parallel zu der Grundplatte 2 verlaufende Sohle 14 mit einem radiusförmig nach oben verlaufenden Ende 15 aufweist. Die Sohle 14 ist mit einer Unterseite 16, einer diese in einer Nährichtung 7 begrenzenden Kante 18 und im Bereich des Endes 15 mit einem Schlitz 19 ausgebildet.

An der Unterseite 16 der Sohle 14 ist ein vorspringender Ansatz (Fig. 4) ange­.ordnet, der nachfolgend als Stütze 20 bezeichnet ist. Diese ist gemäß Fig. 2 mit einem rechteckförmigen Querschnitt und mit einer Stützfläche 21 ausgebildet, die mit einer zu der Kante 18 hin gerichteten leichten Abschrägung 22 versehen ist. Die Stützfläche 21 ist an ihrer Oberfläche gehärtet, so daß sie eine hohe Verschleißfestigkeit aufweist. Der soweit beschriebene Drückerfuß 13 ist als Feingußteil aus einem Stück und aus dem Werkstoff Stahl ausgeführt.

An der Unterseite 16 der Sohle 14 (Fig. 3) ist ein aus dem Werkstoff Kunststoff gefertigtes Sohlenunterteil 23 durch eine Klebeverbindung befestigt. Im Detail ist dieses aus Polytertafluoräthylen gefertigt, das beispielsweise unter dem Handelsnamen Teflon auf dem Markt erhältlich ist. Dieser Werkstoff hat sich bestens zur Erzielung eines niedrigen Reibungswiderstandes zwischen einer Drückerfußsohle und einem Nähgut erwiesen. Dieser Eigenschaft steht der Nachteil einer geringen Härte entgegen. Hieraus folgt, daß die Stützfläche 21 ein Vielfaches an Verschleißfestigkeit in Vergleich zu dem Sohlenunterteil 23 aufweist.

Gemäß Fig. 3 ist das Sohlenunterteil 23 der Form der Sohle 14 angepaßt und entsprechend der Abschrägung 22 ebenfalls mit einer dieser angepaßten Abschrägung 24 versehen. Das Sohlenunterteil 23 ist etwa mit einer Wandstärke von 1,5 Millimeter ausgeführt und kann insofern auch als eine Schicht der Sohle 14 bezeichnet werden. Gemäß Fig. 5 ist das Sohlenunterteil 23 mit einer U-förmigen Ausnehmung 25 ausgebildet, die zwei parallel zueinander verlaufende Schenkel 26, 27 mit Enden 28, 29 aufweist. Somit sind die Enden 28, 29 nahe der die Sohle 14 in Richtung der Nährichtung 17 begrenzenden Kante 18 angeordnet.

Die Grundplatte 2 ist mit einer Vorschubeinrichtung ausgestauet die einen Transporteurbalken 30 mit einem darauf aufgeschraubten Stoffschieber 31 aufweist. Die Vorschubeinrichtung ist nach bekannter Konstruktion derart ausgeführt, daß der Stoffschieber 31 im Betrieb der Nähmaschine 1 eine sogenannte Hüpferbewegung oder Viereckbewegung ausführt. Der Stoffschieber 31 ragt mit einer Verzahnung 32 durch eine Ausnehmung 33 einer Auflageplatte 34 hindurch, die auf der Grundplatte 2 festgeschraubt ist. In den Fig. 2 bis 4 ist der Stoffschieber 31 mit strichpunktierten Linien eingezeichnet. Ebenso geht aus den Fig. 2 bis 4 die Anordnung des Drückerfußes 13 in Bezug auf den Stoffschieber 31 hervor.

Auf der Auflageplatte 34 liegt ein Nähgutteil, nachfolgend als Nähgut 35 bezeichnet, auf. Auf dem Nähgut 35 liegt der Drückerfuß 13 mit dem Sohlenunterteil 23 und mit der gesamten Erstreckung der Stützfläche 21 auf. Dabei lastet der Drückerfuß 13 mit der Kraft der vorgespannten Schraubendruckfeder 11 auf dem Nähgut, welches sich seinerseits auf der Auflagplatte 34 abstützt. Durch den Schlitz 19 erstreckt sich die Bewegungsbahn einer Nadel 36. Der Bereich um die Nadel 36 einschließlich dem Arbeitsbereich des Stoffschiebers 31 und des Drückerfußes 13 wird nachfolgend als Stichbildebereich 37 bezeichnet.

Die Arbeitsweise der Nähmaschine mit dem erfindungsgemäßen Drückerfuß 13 ist wie folgt.

Es wird von einem Ausgangszustand der Nähmaschine 1 ausgegangen, wie dieser in Fig. 1 dargestellt ist. Hierbei liegt der Drückerfuß 13 mit der Kraft der vorgespannten Schraubendruckfeder 11 auf dem Nähgut 35 auf, welches auf der Auflageplatte 34 aufliegt. Mit dem Antrieb der Nähmaschine 1 führt der Stoffschieber 31 die genannte Hüpferbewegung aus. Hiermit tritt der Stoffschieber 31 mit der Verzahnung 32 durch die Ausnehmung 33 der Auflageplatte 34 heraus, um dem Nähgut 35 anschließend eine Transportbewegung in der Nährichtung 17 zu erteilen. Nach Beendigung der Transportbewegung führt der Stoffschieber 31 unterhalb der Auflageplatte 34 eine Rückwärtsbewegung aus. Zusammenfassend erfolgt also ein absatzweises Vorschieben des Nähgutes 35 in der Nährichtung 17 durch den Stichbildebereich 37.

Der Nähvorgang wird solange ausgeführt, bis das Nähgut 35 vollkommen durch den Stichbildebereich 37 hindurch transportiert worden ist. Mit dem Herausführen des fertig genähten Nähgutes 35 senkt sich der Drückerfuß 13 infolge der Kraft der Schraubendruckfeder 11 in Richtung zu der Auflageplatte 34 hin ab, womit die Sohle 14 einschließlich der Stützfläche 21 an dem Stoffschieber 31 bzw. dessen Verzahnung 32 zur Anlage gelangt.

Infolge der erwähnten Verschleißfestigkeit der Stützfläche 21 erfolgt das Abstützen des Drückerfußes 13 auf der sich bewegenden Verzahnung 32 des Stoffschiebers 31, ohne dabei eine Beschädigung der Stützfläche 21 zu verursachen. Die verschleißfeste Stützfläche 21 bildet insofern einen die abwärtsgerichtete Bewegung des Drückerfußes 13 begrenzenden Anschlag, so daß das aus dem Teflon, dem vergleichsweise weichen Material hergestellte Sohlenunterteil 23 keiner Beschädigung oder Zerstörung durch die Verzahnung 32 unterworfen ist. Bezugszeichenliste 1 Nähmaschine

2 Grundplatte

3 Ständer

4 Arm

5 Kopf

6 Deckel

7 Lager

8 Lager

9 Stoffdrückerstange

10 Führungsteil

11 Schraubendruckfeder

12 Schraube

13 Drückerfuß

14 Sohle

15 Ende

16 Unterseite

17 Nährichtung

18 Kante

19 Schlitz

20 Stütze

21 Stützfläche

22 Abschrägung

23 Sohlenunterteil

24 Abschrägung

25 Ausnehmung

26 Schenkel

27 Schenkel

28 Ende

29 Ende

30 Transporteurbalken

31 Stoffschieber

32 Verzahnung

33 Öffnung

34 Auflageplatte

35 Nähgut

36 Nadel

37 Stichbildebereich.


Anspruch[de]
  1. 1. Drückerfuß für eine Nähmaschine, wobei die Nähmaschine (1) aufweist:
    1. - eine Auflageplatte (34) für ein Nähgut (35),
    2. - die Auflageplatte (34) ist mit einer Öffnung (33) für den Durchtritt eines Stoffschiebers (31) zum Vorschieben des Nähguts (35) ausgebildet,
    3. - der Drückerfuß (13) weist eine auf dem Nähgut (35) mit einer Kraft aufliegenden Sohle (14) auf,
    4. - die Sohle (14) weist an der dem Nähgut (35) zugewandten Seite (16) eine Schicht (Sohlenunterteil 23) mit einer den Reibungswiderstand gegen das Vorschieben des Nähguts (35) herabsetzenden Werkstoff (Kunststoff) auf, gekennzeichnet durch die Merkmale:
    5. - die Schicht (Sohlenunterteil 23) ist mit einer Stützfläche (21) ausgebildet,
    6. - die Stützfläche (21) und der Stoffschieber (31) sind relativ zueinander derart angeordnet, daß die Stützfläche (21) bei Nichtvorhandensein des Nähguts (35) an dem Stoffschieber (31) zur Anlage gelangt,
    7. - die Stützfläche (21) weist ein Vielfaches an Verschleißfestigkeit im Vergleich zu der Schicht (Sohlenunterteil 23) auf.
  2. 2. Drückerfuß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützfläche (21) an einer Stütze (20) angeordnet ist.
  3. 3. Drückerfuß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht (Sohlenunterteil 23) aus einem ersten Werkstoff (Kunststoff) und die Stütze (20) aus einem zweiten Werkstoff (Metall) hergestellt ist.
  4. 4. Drückerfuß nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet daß die Schicht (Sohlenunterteil 23) eine Ausnehmung (25) aufweist und die Stütze (20) sich in die Ausnehmung (25) hinein erstreckend ausgebildet ist.
  5. 5. Drückerfuß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (25) U-förmig mit parallel zu einer Nährichtung (17 ) verlaufenden Schenkeln (26, 27) ausgebildet ist, deren freie Enden (28, 29) nahe der die Sohle (14) in der Nährichtung (17) begrenzenden Kante (18) angeordnet sind.
  6. 6. Drückerfuß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht (Sohlenunterteil 23) aus Kunststoff (Polytetrafluoräthylen) hergestellt ist.
  7. 7. Drückerfuß nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff Polytetrafluoräthylen (Teflon) ist.
  8. 8. Drückerfuß nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stütze (20) aus Stahl und daß die Stützfläche (21) gehärtet ist.
  9. 9. Drückerfuß nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohle (14) und die Stütze (20) einstückig ausgebildet sind.






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