PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19734102A1 11.02.1999
Titel Verfahren und Einrichtung zum Maschinenschutz
Anmelder KBA-Planeta AG, 01445 Radebeul, DE
Erfinder Singer, Stefan, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Förster, Matthias, 01640 Coswig, DE
DE-Anmeldedatum 07.08.1997
DE-Aktenzeichen 19734102
Offenlegungstag 11.02.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.02.1999
IPC-Hauptklasse B65H 7/12
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Maschinenschutz bei Verwendung von bedruckten Materialien in Druckmaschinen.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Einrichtung, die den Maschinensatz bei Verwendung von bedruckten Materialien realisiert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei Verarbeitung bereits bedruckter Materialien eine Betriebsart Maschinenschutz aktivierbar ist, die Bogenkontrolle in der Betriebsart Maschinenschutz mit der kapazitiven Doppelbogenkontrolleinrichtung durchgeführt wird und damit erst bei über der Anspruchsschwelle derselben liegenden Mehrfachbogen eine Unterbrechung des Bogenlaufes erfolgt und nach der Verarbeitung bereits bedruckter Materialien aktiviert werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zum Maschinenschutz bei Verwendung von bedruckten Materialien in Druckmaschinen.

An Druckmaschinen sind Einrichtungen zur Doppelbogenkontrolle in der Praxis allgemein bekannt, bei denen zur Doppelbogenkontrolle von zu bedruckenden Papierbogen mit einer Grammatur bis zu ca. 150 g eine optische Doppelbogenkontrolleinrichtung und zur Doppelbogenkontrolle von zu bedruckendem Karton mit einer Grammatur über ca. 150 g eine kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtung verwendet wird. Die Grammaturgrenze entspricht dabei in etwa einer Dickengrenze des zu verarbeitenden Materials.

Die alternative Verwendung der beiden Doppelbogenkontrolleinrichtungen ist bedingt dadurch, daß kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtungen nur ab einer bestimmten Grammaturgrenze sicher arbeiten und deshalb unterhalb dieser Grammaturgrenze eine optische Doppelbogenkontrolleinrichtung, die nach dem Durchlichtverfahren arbeitet, eingesetzt werden muß. Umgekehrt arbeitet eine optische Doppelbogenkontrolleinrichtung nur im unteren Grammaturbereich zufriedenstellend.

Nachteilig ist bei dieser Kombination von Doppelbogenkontrolleinrichtungen, daß bei Arbeiten mit bereits bedrucktem Material (Widerdruck oder Makulaturvorlauf) die optische Doppelbogenkontrolleinrichtung infolge des Einflusses der sich auf dem Druckbogen befindlichen Farbe nicht exakt arbeitet, d. h. daß häufig unerwünschte Bogenlaufunterbrechungen auftreten; ein Abgleich der optischen Doppelbogenkontrolleinrichtung zur Elimination des Faktors Farbe ist auf Grund des z. B. bei Makulatur in weiten Grenzen streuenden Farbauftrages (Bogen aus unterschiedlichen Druckaufträgen) nicht möglich; wird die optische Doppelbogenkontrolleinrichtung aber ausgeschaltet kann es zu Maschinenschäden infolge des unkontrollierten Einlaufes von Mehrfachbogen kommen:

d. h. es ist kein Maschinenschutz wirksam.

Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Einrichtung, die den Maschinenschutz bei Verwendung von bedruckten Materialien realisiert.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Patentansprüche gelöst.

Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Zeichnung zeigt eine Prinzipskizze Maschinenschutz.

In Druckmaschinen werden die über einen Anlegtisch 1 zur Druckmaschine geförderten zu bedruckenden Bogen 2 mit einer Doppelbogenkontrolleinrichtung (DBK) 3 auf das Vorhandensein Einfachbogen/Doppelbogen kontrolliert. Bei Vorliegen von Doppelbogen wird ein Signal über die Auswerteeinheit 4 zur Maschinensteuerung 5 geleitet und der Bogenlauf unterbrochen.

Die Doppelbogenkontrolleinrichtung 3 besteht aus einer optisch arbeitenden Doppelbogenkontrolleinrichtung 6 mit einem Geber 8 und einem Empfänger 9 und einer kapazitiv arbeitenden Doppelbogenkontrolleinrichtung 7.

Dabei wird die optisch arbeitende Doppelbogenkontrolleinrichtung 6 für die Doppelbogenkontrolle von Papierbögen mit einer Grammatur unter ca. 150 g und die kapazitiv arbeitende Doppelbogenkontrolleinrichtung 7 für die Doppelbogenkontrolle von Kartonbögen mit einer Grammatur über ca. 150 g verwendet. Optische und kapazitiv arbeitende Doppelbogeneinrichtungen sind allgemein bekannt und werden nicht näher erläutert; die Grammaturgrenzen sind als Zirkawerte zu verstehen.

Die Aktivierung der jeweiligen materialtypischen Doppelbogenkontrolleinrichtung (optisch oder kapazitiv) erfolgt durch das Bedienungspersonal der Druckmaschine über die Schalter 10 (optische DBK) und 11 (kapazitive DBK).

Die Verwendung von zwei nach unterschiedlichen Prinzipien arbeitenden Doppelbogenkontrolleinrichtungen ist dadurch bedingt, daß kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtungen 7 nur ab einer bestimmten Grammaturgrenze sicher arbeiten und deshalb unterhalb dieser Grenze eine optische Doppelbogenkontrolleinrichtung 6 vorzusehen ist, wobei die Doppelbogenkontrolleinrichtung 6 aber für dicke Materialien auf Grund des verwendeten Meßprinzipes nicht geeignet ist.

Beim Einrichtung der Druckmaschine mit bereits bei anderen Druckaufträgen bedruckten Bogen Widerdruck/Makulatur) wird erfindungsgemäß über einen Makulaturvorlaufschalter 12 die kapazitiv arbeitende Doppelbogenkontrolleinrichtung 7 aktiviert, d. h. diese arbeitet nunmehr als Maschinenschutzkontrolleinrichtung. Infolge der höheren Ansprechschwelle der verwendeten kapazitiven Doppelbogenkontrolleinrichtung 7 für den Maschinenschutz wird erreicht, daß erst bei Vorhandensein von 2 bis 5 Papierbogen ein Signal an die Maschinensteuerung 5 zur Unterbrechung des Bogenlaufes gegeben wird. Diese höhere Ansprechschwelle, die bei der Funktion als Doppelbogenkontrolleinrichtung d. h. im normalen Druckbetrieb nachteilig und nicht akzeptabel ist, ermöglicht vorteilhafterweise den Einsatz der Doppelbogenkontrolleinrichtung als Maschinenschutzkontrolleinrichtung.

Der Durchlauf der durch die höhere Ansprechschwelle bedingten 2 bis 5 Papierbogen ist ohne Schaden für die Druckmaschine möglich. Nach Beendigung der Betriebsart Verarbeitung bereits bedruckten Papiers werden entweder manuell die materialtypischen Betriebsarten Doppelbogenkontrolle aktiviert oder die Aktivierung erfolgt automatisch durch Angleich auf unbedrucktes Papier. Bezugszeichenliste 1 Anlegtisch

2 Bogen

3 Doppelbogenkontrolleinrichtung

4 Auswerteeinheit

5 Maschinensteuerung

6 optische Doppelbogenkontrolleinrichtung

7 kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtung

8 Geber

9 Empfänger

10 Schalter optische DBK

11 Schalter kapazitive DBK

12 Makulaturvorlaufschalter


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Maschinenschutz in Druckmaschinen mit einer Doppelbogenkontrolleinrichtung, bei der für die Betriebsart Papier-Doppelbogenkontrolle eine optische Doppelbogenkontrolleinrichtung und für die Betriebsart Karton-Doppelbogenkontrolle eine kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtung aktiviert ist, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verarbeitung bereits bedruckter Materialien eine Betriebsart Maschinenschutz aktivierbar ist, die Bogenkontrolle in der Betriebsart Maschinenschutz mit der kapazitiven Doppelbogenkontrolleinrichtung durchgeführt wird und damit erst bei über der Anspruchsschwelle derselben liegenden Mehrfachbogen eine Unterbrechung des Bogenlaufes erfolgt und nach der Verarbeitung bereits bedruckter Materialien aktiviert werden.
  2. 2. Einrichtung zum Maschinenschutz in Druckmaschinen mit einer aus einer optischen Doppelbogenkontrolleinrichtung für Papier und einer kapazitiven Doppelbogenkontrolleinrichtung für Karton bestehenden Doppelbogenkontrolleinrichtung und einer je einen Schalter zur Inbetriebnahme der Doppelbogenkontrolleinrichtungen enthaltenden, mit einer Maschinensteuerung verbundenen Auswerteeinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschinenschutzkontrolleinrichtung mit der kapazitiven Doppelbogenkontrolleinrichtung (7) identisch ist und dieser ein in der Auswerteeinheit (4) angeordneter, dem Schalter kapazitive Doppelbogenkontrolleinrichtung (11) parallelgeschalteter Makulaturvorlaufschalter (12) vorgeordnet ist.
  3. 3. Einrichtung zum Maschinenschutz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aktivierung der materialtypischen Betriebsarten Doppelbogenkontrolle nach der Verarbeitung bereits bedruckter Materialien manuell oder automatisch durch Angleich auf unbedrucktes Papier erfolgt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com