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Dokumentenidentifikation DE69411106T2 11.03.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0644289
Titel Industrienähmaschine wobei unter dem Kopf ein kreuzförmiger Tisch befestigt ist, der den Laufwagen mit Nähguthalter aufnimmt
Anmelder JAM - S.r.l., Corinaldo, IT
Erfinder Campolucci, Carlo, Corinaldo (AN), IT
Vertreter Patentanwälte Reichel und Reichel, 60322 Frankfurt
DE-Aktenzeichen 69411106
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, GR, IT, PT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 19.09.1994
EP-Aktenzeichen 948304373
EP-Offenlegungsdatum 22.03.1995
EP date of grant 17.06.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.03.1999
IPC-Hauptklasse D05B 21/00

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine numerisch gesteuerte Industrienähmaschine, unter deren Kopf ein kreuzförmiger Auflagetisch für den Transportwagen einer Doppelklemme verankert ist, die zum Aufnähen von aufgesetzten Taschen verwendet wird.

Zur Verdeutlichung der Vorteile der erfindungsgemäßen Maschine erscheint es angebracht, den Aufbau und die Funktionsweise der derzeit verwendeten Industrienähmaschinen zum Aufnähen von Nähgutstücken, wie beispielsweise Taschen, auf Stoff oder Leder kurz zu erläutern.

Diese Spezialmaschinen sind mit einer Doppelklemme ausgestattet, die auf einer Auflagefläche verschiebbar aufliegt und an einem Transportwagen befestigt ist, der in der Lage ist, sich entlang der Achsen x und y einer kartesischen Ebene, d. h. nach rechts und links (x-Achse) bzw. vorwärts und rückwärts (y-Achse) zu bewegen.

Diese Doppelklemme besteht aus einer ersten Platte zum Festhalten der Stoffunterlage und einer zweiten, innerhalb der ersten arbeitenden Platte zum Festhalten des Nähgutstücks; genauer gesagt, ist die größere Platte zum Festhalten der Stoffunterlage mit einem Fenster in der Mitte ausgestattet, das genau dem aufzunähenden Nähgutstück entspricht.

Die Platte zum Festhalten des Nähgutstücks hat eine ähnliche Form wie das zuvor beschriebene Fenster, ist jedoch kleiner als dieses, um darin aufgenommen werden zu können, wobei jedoch rundherum ein Schlitz frei bleibt, der von der Nadel während des Nähvorgangs benutzt wird.

Die Doppelklemme hat zwei Funktionen:

- Nähgutstück und Stoffunterlage getrennt oberhalb der Nähebene festzuhalten;

- Nähgutstück und Stoffunterlage entlang einer geschlossenen, gebogenen Linie zu bewegen, die der auszuführenden Naht entspricht.

Der Transportwagen, auf dem die besagte Doppelklemme angebracht ist, ist mit zwei getrennten Antriebsgruppen verbunden, von denen die eine für dessen geradlinige Querbewegung entlang der x-Achse und die andere für dessen Längsbewegung entlang der y-Achse sorgt. Die Gruppe, die für die Längsbewegung (vorwärts-rückwärts) des Wagens zuständig ist, befindet sich oberhalb der Arbeitsfläche und besteht aus einem Ritzel-Zahnstangen-Trieb, der von einem eigenen Motor angetrieben wird, der an die Tragsäule der Nähmaschine angeflanscht ist.

Genauer tritt die zuvorgenannte Zahnstange an der Stirnseite der Tragsäule aus und ist an der Rückseite eines Querbügels befestigt, der die Halterungs- und Führungsstangen des Klemmenträgerwagens trägt. Die Gruppe, die für die Querbewegungen (links-rechts) des Wagens sorgt, befindet sich unterhalb der Arbeitsfläche und weist einen kreuzförmigen Tisch auf, der mit einem eigenen Antrieb zur Benutzung mit einer Riemenübertragung ausgestattet ist, die quer angeordnet ist, um den kreuzförmigen Schlittentisch nach links oder nach rechts zu bewegen. Der kreuzförmige Schlittentisch, der sich unterhalb der Arbeitsfläche befindet, wird mittels eines Tragarms mit dem darüber befindlichen Klemmenträgerwagen verbunden, der oberhalb der Arbeitsfläche angebracht ist.

Auf den Klemmenträgerwagen können somit sowohl lineare Bewegungen nach rechts oder links mittels des kreuzförmigen Schlittentisches als auch lineare Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen mittels der Zahnstange des besagten Ritzel-Zahnstangen-Triebs übertragen werden.

Eines der Hauptprobleme solcher Spezialnähmaschinen besteht darin, daß der hinter der Nadel zur Verfügung stehende Raum zum Ausbreiten des Stoffes, auf dem das Nähgutstück aufgenäht werden soll, sehr begrenzt ist.

Dieser Raum reicht bei normalen Nähmaschinen bis zur Tragsäule der Nähmaschine, während er bei den besagten Spezialnähmaschinen nicht über den Tragarm hinausgehen kann, der den kreuzförmigen Schlittentisch mit dem darüber befindlichen Klemmenträgerwagen verbindet, wobei sich der Arm auch bei vollkommen zurückgefahrenem Schlitten in jedem Fall mehrere Zentimeter vor der Basis der Tragsäule der Nähmaschine befindet.

Diese Begrenzung des Nutzraums vor der Nadel zum Glätten des Stoffes, auf den das Nähgutstück aufgenäht werden soll, stellt eine beachtliche Einschränkung des Anwendungsbereichs der Maschine dar, die nur dann richtig, d. h. ohne Kräuselung des besagten Stoffes, benutzt werden kann, wenn der Abstand zwischen dem aufzunähenden Nähgutstück und dem Rand der Stoffunterlage geringer ist als der zwischen der Nadel und dem Tragarm des kreuzförmigen Schlittentisches. Ein weiterer Faktor, der das Anwendungsgebiet der derzeitigen Spezialnähmaschinen zum Aufnähen von Einsatzstücken einschränkt, besteht in der begrenzten Auslenkung des Klemmenträgerwagens in Längsrichtung, d. h. vorwärts und rückwärts.

Diese Beschränkung ist vor allem auf den geringen Platz für den Sitz des kreuzförmigen Tisches unterhalb der Arbeitsfläche zurückzuführen.

Der kreuzförmige Tisch sitzt in der Tat innerhalb eines Hohlraums des Trägerrahmens der Nähmaschine, der sich von der Basis der Tragsäule der Maschine bis zum rückwärtigen Rand der Nadelplatte erstreckt.

Das bedeutet, daß die vom Klemmenträgerwagen auf der y-Achse maximal erreichbare Auslenkung dem Abstand zwischen dem rückwärtigen Rand der Nadelplatte und dem vorderen Rand des kreuzförmigen Schlittentisches entspricht, wenn der Schlitten sich in maximal zurückgefahrener Position befindet.

Es ist offensichtlich, daß die Höchstlänge (gemessen in Längsrichtung) der auf dem Nähgutstück auszuführenden Naht von der maximalen Auslenkung des Schlittens in Längsrichtung (vorwärts-rückwärts) abhängt.

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, das Anwendungsgebiet derartiger Spezialnähmaschinen durch Vergrößerung der Längsauslenkung (vorwärts-rückwärts) des kreuzförmigen Schlittentisches und durch Vergrößerung des Raums zum Ausbreiten des Stoffes unter der Nadel zu erweitern.

Diese zweifache Ziel wurde dadurch erreicht, daß der kreuzförmige Tisch samt zugehörigem Motor oberhalb der Arbeitsfläche angeordnet wurde.

Genauer gesagt, ist der kreuzförmige Tisch der erfindungsgemäßen Maschine unterhalb einer Halteplatte verankert, die ihrerseits unter dem abstehenden Arm der Nähmaschine angeschraubt ist.

Bei dieser neuartigen Maschine bleibt also die für die Längsbewegung (vorwärts-rückwärts) verantwortliche Verbindung zwischen dem Klemmenträgerwagen und der Antriebsgruppe (Ritzel-Zahnstange) unverändert, während die Verbindung zwischen dem Klemmenträgerwagen und dem kreuzförmigen Schlittentisch der nun oberhalb des Wagens liegt, um 180º gedreht wird.

Die Idee, den kreuzförmigen Tisch oberhalb des Klemmenträgerwagens unterzubringen, ermöglicht es einerseits, die Arbeitsfläche vollständig frei zu lassen, so daß sich diese ohne Unterbrechung bis an die Tragsäule der Nähmaschine erstreckt.

Darüber hinaus erlaubt diese Drehung auch eine Vergrößerung der Längsauslenkung (vorwärts-rückwärts) des kreuzförmigen Schlittentisches, welcher seine Bewegung nun nach vom über den rückwärtigen Rand der darunter befindlichen Nadelplatte hinaus verlängern kann. Bei der nachstehenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen wird ausdrücklich auf eine ausführliche Beschreibung der beiden Antriebsgruppen des Klemmenträgerwagens verzichtet, da diese beiden Gruppen sowohl in ihrem Aufbau als auch in ihrer Funktion im Großen und Ganzen keine Veränderungen gegenüber den derzeitigen Nähmaschinen aufweisen.

Dasselbe gilt für den kreuzförmigen Tisch, der gegenüber den derzeitigen Ausführungen lediglich größere Abmessungen, vor allem in Längsrichtung, besitzt, da er nicht mehr den räumlichen Beschränkungen des unterhalb der Arbeitsfläche zur Verfügung stehenden Platzes unterworfen ist, in dem der kreuzförmige Tisch in den derzeitigen Maschinen untergebracht ist.

Zum besseren Verständnis erfolgt die weitere Beschreibung der Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen, die ausschließlich zur Veranschaulichung und nicht zur Einschränkung dienen, wobei:

- Fig. 1 eine axonometrische Ansicht der erfindungsgemäßen Maschine und

- Fig. 2 eine von links nach rechts gehende Ansicht von Fig. 1 darstellt.

Unter Bezugnahme auf die besagten Zeichnungen umfaßt die erfindungsgemäße Maschine eine konventionelle Doppelklemme (1) zum Festhalten und Transport des Nähgutstücks und des Stoffes auf der Arbeitsfläche (2).

Besagte Doppelklemme (1) ist auf der Stirnseite des ebenfalls in herkömmlicher Weise gestalteten Transportwagens (3) angebracht, der sowohl mit dem kreuzförmigen Schlittentisch (4) als auch mit der Zahnstange (5) eines Ritzel-Zahnstangen-Triebs verbunden ist.

Dieses Ritzel-Zahnstangen-Paar, das auch in den derzeitigen Nähmaschinen des beschriebenen Typs vorhanden ist, wird durch einen Motor (6) angetrieben, der an der Seite der Tragsäule der Nähmaschine angebracht ist.

Die Besonderheit der erfindungsgemäßen Maschine besteht darin, daß der kreuzförmige Tisch (4) sich oberhalb des Wagens (3) befindet und unterhalb einer Halteplatte (7) verankert ist, die ihrerseits unterhalb des abstehenden Arms (8) der Nähmaschine angeordnet ist.

Die Nummer (9) bezeichnet den Zahnriemen, mit dem der kreuzförmige Schlittentisch in Querrichtung (links-rechts) verschoben wird. Dieser Zahnriemen wird von einem eigenen Motor (10) angetrieben, der an einem Flansch (7a) verankert ist, der auf der Rückseite der Halteplatte (7) vorgesehen ist.

Aus der Betrachtung der besagten Zeichnungen werden die Vorteile der Erfindung nun leicht nachvollziehbar.

Zuallererst weist die Arbeitsfläche (2) keine Schlitze oder Öffnungen unterhalb des abstehenden Arms der Nähmaschine mehr auf, so daß auf der Oberfläche keine Unebenheiten bzw. Kanten mehr vorhanden sind, welche bei den derzeitigen Nähmaschinen Ursache für ein Hängenbleiben oder Ausreißen des Stoffes, welcher von der Doppelklemme (1) bewegt und gegen die Arbeitsfläche (2) gedrückt wird, darstellen kann.

In Fig. 2 ist die durch die 180º-Drehung des kreuzförmigen Tisches gewonnene zusätzliche Auslenkung in Längsrichtung (a) deutlich dargestellt; wie bereits oben angedeutet ist dieser Gewinn (a) darauf zurückzuführen, daß der kreuzförmige Schlittentisch nun seine Vorwärtsauslenkung über den rückwärtigen Rand (11) der Nadelplatte hinaus verlängern kann, bis er an der rückwärtigen Wand (12a) des Kopfes der Nähmaschine anschlägt.


Anspruch[de]

1. Industrienähmaschine, unter deren Kopf eine kreuzförmige Halteplatte für den Transportwagen eines Doppelklemme verankert ist, wobei die Doppelklemme (1) zum Festhalten und Transportieren des Nähgutstücks und des Stoffes oberhalb der Arbeitsfläche (2) dient und auf der Stirnseite eines Transportwagens (3) angebracht ist, welcher sowohl mit dem kreuzförmigen Schlittentisch (4), der über einen Zahnriemen (9) durch einen Motor (10) getrieben wird, als auch mit der Zahnstange (5) eines Ritzel- Zahnstangen-Triebs verbunden ist, der von einen Motor (6) getrieben wird; Nähmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß der kreuzförmige Tisch oberhalb des Wagen (3) angeordnet und unterhalb einer Halteplatte (7) befestigt ist, welche ihrerseits unterhalb des abstehenden Armes (8) der Nähmaschine angeschraubt ist.







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