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Dokumentenidentifikation DE19741404A1 25.03.1999
Titel Vorrichtung zur Vereinzelung von Münzen eines Münzenkollektivs oder zur Vereinzelung von scheibenförmigen Gegenständen
Anmelder Standardwerk Eugen Reis GmbH & Co, 76646 Bruchsal, DE
Erfinder Reuter, Reinhard, 76661 Philippsburg, DE
Vertreter Zahn, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 76229 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 19.09.1997
DE-Aktenzeichen 19741404
Offenlegungstag 25.03.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.03.1999
IPC-Hauptklasse G07D 3/16
IPC-Nebenklasse G07D 9/04   
Zusammenfassung In Verbindung mit einer Vorrichtung zur Vereinzelung von Münzen eines Münzenkollektivs oder zur Vereinzelung von scheibenförmigen Gegenständen, die von einem umlaufenden Münzteller längs dessen hochstehendem Tellerrand einer im wesentlichen tangential anschließenden Führungsbahn zugeführt werden, mit einem am Übergang zur Führungsbahn oberhalb des Münztellers vorgesehenen Auslaufspalt, dessen Oberkante von der Oberfläche des Münztellers einen solchen Abstand hat, daß der Auslaufspalt etwas größer ist als die Dicke der dicksten zu vereinzelnden Münze, wird vorgeschlagen, einen etwa spiralförmig vom Tellerrand (3) zum Übergang zwischen dem Münzteller (1) und der Führungsbahn (4) hin nach innen führenden Münzabstreifer (10) vorzusehen, dessen Unterkante von der Oberfläche des Münztellers (1) einen solchen Abstand ("a") hat, daß ein Spalt entsteht, der etwas größer ist als es der Dicke der dünnsten zu vereinzelnden Münze entspricht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Vereinzelung von Münzen eines Münzenkollektivs beziehungsweise zur Vereinzelung von scheibenförmigen Gegenständen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Münzzähl- und/oder -sortiereinrichtungen, denen zugangsseitig ein Münzteller zur Vereinzelung und Zuführung der Münzen eines Münzkollektivs jeweils einzeln nacheinander zugeordnet ist, sind lange bekannt; im Großen und Ganzen haben sie sich auch bewährt.

Bekanntlich haben die Münzen einzelner (nationaler) Münzkollektive zum Teil sehr unterschiedliche Durchmesser und Dicken. Im Hinblick auf diese unterschiedlichen Dicken treten immer dann Probleme auf, wenn zwei Münzen einer bestimmten Wertigkeit gemeinsam nicht dicker sind, als es die dickste Münze dieses Münzenkollektivs ist. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, daß am Übergang vom Münzteller zur Führungsbahn eine Art Schleuse vorgesehen ist, deren Durchgangshöhe auf die Dicke der dicksten im Münzenkollektiv vorkommenden Münze eingestellt ist beziehungsweise sein muß. Wenn nun zwei Münzen zusammen nicht höher sind als es der dicksten Münze entspricht, so gelangen diese miteinander auf die Förderstrecke. Abgesehen davon, daß dies zu Fehlzählungen führt, kann dies auch zu ganz erheblichen Betriebsstörungen führen, wenn die aufliegende Münze freikommt und sich unkontrolliert bewegt.

Dieses Problem ist natürlich nicht neu und es gibt verschiedenerlei Lösungsansätze, die aber samt und sonders nicht alle bekannten Münzenkollektive wirklich absolut fehlerfrei zu vereinzeln vermögen (vergleiche DE 21 20 353 C3, DE 29 12 016 C2, DE 32 44 292 C2. Jede der bekannten Vereinzelungseinrichtung ist im Hinblick auf mindestens ein spezielles Münzenkollektiv untauglich. Was diese spezielle Münzenkollektive anbelangt, so seien hier insbesondere die Länder Schweiz und Niederlande genannt.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist es, eine Vereinzelungseinrichtung der gattungsgemäßen Art anzugeben, mit der sämtliche vorkommenden Münzenkollektive sicher und zuverlässig verarbeitet werden können.

Gelöst wird diese Aufgabe durch einen etwa spiralförmig vom Tellerrand zum Übergang zwischen dem Münzteller und der Führungsbahn hin nach innen führenden Münzabstreifer, dessen Unterkante von der Oberfläche des Münztellers einen solchen Abstand hat, daß ein Spalt entsteht, der etwas größer ist, als es der Dicke der dünnsten zu vereinzelnden Münzen entspricht.

Mit anderen als im Anspruch 1 gebrauchten Worten besteht der Kern der vorliegenden Erfindung darin, daß das Münzenkollektiv während der aufgrund der Zentrifugalkraft erfolgenden Ausbreitung in dünne und dicke Münzen separiert wird, die dann streng getrennt die Schleuse passieren und der Führungsbahn zugeführt werden. Der Münzabstreifer läßt aber gewissermaßen nur die dünnsten Münzen durch, die dann ihrerseits aber ganz normal am Tellerrand des Münztellers längs geführt werden.

Bei den praktischen Versuchen hat es sich gezeigt, daß die Vereinzelungsvorrichtung noch zuverlässiger arbeitet, wenn dem Münzteller in Umlaufrichtung betrachtet vor dem Anfang des Münzabstreifers eine Zuführrutsche zugeordnet ist, über die die Münzen dem radial außen liegenden Bereich des Münztellers zugeführt werden.

Der Münzabstreifer reicht etwa über die Hälfte des Umfangs des Münztellers und weist vorzugsweise, und zwar im mittleren Bereich, ein gerades Segment auf.

Für den Fall, daß mit den Münzen auch Fremdkörper auf den Münzteller gelangen und diese sich verhaken und verklemmen und damit den Betrieb stören, ist vorgesehen, den Münzabstreifer heb- und senkbar aufzuhängen. Damit können dann derartige Fremdkörper leicht entfernt werden.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt in

Fig. 1 eine Aufsicht auf den Münzteller mit einem Münzabstreifer, wobei der Übergang zur Führungsbahn prinzipiell dargestellt ist;

Fig. 2 eine Seitenansicht auf den Münzabstreifer längs der Schnittlinie II-II nach Fig. 1.

In Fig. 1 ist ein Münzteller 1 dargestellt, dem über einen Vorratsbehälter mit einer Zuführrutsche 2 Münzen (oder dergleichen scheibenförmigen Gegenstände) zugeführt werden). Die Münzen werden infolge der über die Drehung - vergleiche Pfeil X - des Münztellers 1 vermittelten Zentrifugalkraft zum Tellerrand 3 des Münztellers 1 hinbewegt und einzeln nacheinander einer Führungsbahn 4 mit einer Führungskante 5 zugeführt. Hier werden die Münzen Stück für Stück im Abstand zueinander mit Hilfe eines Transportriemens 6 an einer Münzerkennungseinrichtung 7 vorbei und - nicht dargestellten - Sortier-/Zählstationen zugeführt. Die soweit beschriebene Münzenverarbeitungseinrichtung ist - funktional betrachtet - allgemeiner Stand der Technik und solange brauchbar und funktionsfähig, wie nicht Münzen zu verarbeiten sind, deren Dicken um den Faktor "2" differieren.

Um auch derartige Münzen sicher verarbeiten und d. h. hier vereinzeln zu können, ist oberhalb des Münztellers 1 ein spiralförmig (nach innen) verlaufender Münzabstreifer 10 vorgesehen, der insoweit als Münzabweiser dient, als unter ihm nur die dünnsten vorkommenden Münzen des Münzenkollektivs durchrutschen können und alle dickeren Münzen an ihm längs geführt werden. Am Tellerrand 3 des Münztellers 1 werden mithin nur die dünnsten Münzen 100 längsgeführt; alle anderen, d. h. dickeren Münzen 101, gleiten längs der Unterkante des Münzabstreifers 10 zum Übergang zur Führungsbahn 4 hin. Die Unterkante des Münzabstreifers 10 hat zum Münzteller 1 hin also einen solchen Abstand, daß nur die dünnsten Münzen 100 hindurch zu rutschen vermögen.

In der Praxis bedeutet dies, daß zwei aufeinander liegende dünne Münzen 100 sicher getrennt werden; zunächst gleitet die unterste Münze 100 unter der Unterkante des Münzabstreifers 10 hindurch und anschließend rutscht dann auch die abgestreifte Münze 100' unter dieser Unterkante hindurch.

Die Anordnung des Münzabstreifers 10, sowie seiner Länge sind so gewählt, daß die Spiralform - in Drehrichtung x betrachtet - nach der Zuführrutsche 2 beginnt und etwa über einen Bereich von 180° führt. Am Ende des Münzabstreifers 10 beziehungsweise am Ausgang des Kanals 11 zwischen dem Münzabstreifer 10 und dem Tellerrand 3 schließt die Führungsbahn 4 an und die Münzen 100/101 werden nun wirklich sicher einzeln nacheinander vom Transportriemen 6 erfaßt und abgezogen.

Aufgrund diverser Tests und Versuche hat es sich gezeigt, daß die Vereinzelung noch problemloser erfolgt, wenn der Münzabstreifer 10 ein gerades Segment 12 aufweist.

In Fig. 2 ist - längs der Schnittlinie II-II nach Fig. 1 - eine Seitenansicht dargestellt, aus der insbesondere zu erkennen ist, wie die Zuordnung zwischen dem Münzteller 1 und dem Münzabstreifer 10 ist. Letzterer hat also einen derartigen Abstand "a" gegenüber dem Münzteller 1, daß gerade die dünnsten vorkommenden Münzen 100 durchrutschen können und alle anderen Münzen 101 längsgeführt werden. Durch einen Pfeil Y ist insbesondere auch angedeutet, daß der Münzabstreifer 10 heb- und senkbar aufgehängt ist, um gegebenenfalls verklemmte Fremdkörper wieder frei zu bekommen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Vereinzelung von Münzen eines Münzenkollektivs oder zur Vereinzelung von scheibenförmigen Gegenständen, die von einem umlaufenden Münzteller längs dessen hochstehendem Tellerrand einer im wesentlichen tangential anschließenden Führungsbahn zugeführt werden, mit einem am Übergang zur Führungsbahn oberhalb des Münztellers vorgesehenen Auslaufspalt, dessen Oberkante von der Oberfläche des Münztellers einen solchen Abstand hat, daß der Auslaufspalt etwas größer ist als die Dicke der dicksten zu vereinzelnden Münze, gekennzeichnet durch, einen etwa spiralförmig vom Tellerrand (3) zum Übergang zwischen dem Münzteller (1) und der Führungsbahn (4) hin nach innen führenden Münzabstreifer (10), dessen Unterkante von der Oberfläche des Münztellers (1) einen solchen Abstand ("a") hat, daß ein Spalt entsteht, der etwas größer ist als es der Dicke der dünnsten zu vereinzelnden Münze entspricht.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Münzteller (1) in Umlaufrichtung (X) betrachtet vor dem Anfang des Münzabstreifers (10) eine Zuführrutsche (2) zugeordnet ist, über die die Münzen dem radial außen liegenden Bereich des Münztellers (1) zugeführt werden.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Münzabstreifer (10) etwa über die Hälfte des Umfangs des Münztellers (1) reicht.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Münzabstreifer (10) im mittleren Bereich ein gerades Segment (12) aufweist.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Münzabstreifer (10) heb- und senkbar (Y) aufgehängt ist.






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