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Dokumentenidentifikation DE19741650A1 25.03.1999
Titel Vorrichtung zur Regelung von Form und Größe der zwischen zwei Walzgerüsten gebildeten Walzgut-Schlingen in Draht- oder Stabstahl-Walzstraßen mit Hilfe von Form und Position der gebildeten Walzgut-Schlingen überwachenden Sensoren
Anmelder SMS Schloemann-Siemag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Plociennik, Uwe, 40882 Ratingen, DE;
Keller, Karl, 57271 Hilchenbach, DE
Vertreter Hemmerich, Müller & Partner, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 22.09.1997
DE-Aktenzeichen 19741650
Offenlegungstag 25.03.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.03.1999
IPC-Hauptklasse B21B 37/00
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Regelung von Form und Größe der Walzgut-Schlingen, die zwischen zwei Walzgerüsten in Draht- oder Stabstahl-Walzstraßen gebildet werden und deren Form und Position durch Sensoren überwacht werden. Zwischen den beiden Walzgerüsten WG 1 und WG2 ist ein Träger TR gegen den Walzgut-Schlingenbogen SB und von diesem wegbewegbar. Der Träger TR trägt eine Mehrzahl von Los-Rollen LR, die auf diesen in der Form eines Bogens gelagert sind.

Beschreibung[de]

Vorrichtungen dieser Art dienen in erster Linie dazu, zu vermeiden, daß sich die, zwischen den walzgerüsten gebildete regelmäßige bogenförmige Walzgutschlinge z. B. infolge von Unregelmäßigkeiten in der Differenz der Geschwindigkeiten des Walzgutes beim Austritt aus dem einen und Eintritt in das andere der beiden Walzgerüste zu einer Schlaufe verformt und dadurch zu Störungen, häufig auch zur Unterbrechung des Walzgutbetriebes führt.

Man hat bereits vorgeschlagen (DE-A 1-30 12 526) diesen Bogenverlauf der Walzgut-Schlinge mit Hilfe von Tast-Sensoren zu überwachen und die Abtastergebnisse ständig mit vorgegebenen, dem idealen Bogenverlauf entsprechenden Sollwerten zu vergleichen und aufgrund der Vergleichsergebnisse die Drehzahlen der Ein- bzw. Austritts-Walzgerüste ändernd zu regeln.

Abgesehen davon, daß diese Art der Regelung einen verhältnismäßig großen Aufwand an Regeleinrichtungen erfordert, gelingt es mit ihrer Hilfe nicht immer, die Drehzahlen der Walzgerüste den sich ändernden Verhältnissen so schnell anzupassen, daß eine störende Schlaufenbildung verhindert wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, daß mit einem geringeren technischen Aufwand die Schlaufenbildung zwischen den Walzgerüsten sicher vermieden wird.

Diese Aufgabe wird durch einen, quer zur Walzlinie der beiden Walzgerüste, zwischen diesen, gegen den Walzgut-Schlingenbogen und von diesem weg bewegbaren Träger einer Mehrzahl von, in Form eines Bogens gelagerter Los-Rollen gelöst, wobei der Träger, gesteuert in Abhängigkeit von dem Form und Position des Schlingenbogens überwachenden Sensoren die Los-Rollen in ständigem Berührungskontakt mit der Walzgut-Schlinge hält. Die Form des von den Los-Rollen gebildeten Bogens entspricht dabei, wie die Erfindung weiter vorsieht, zweckmäßig dessen maximaler Auslenkung.

Die Sensoren können als Druck-Sensoren in den Lagern der Los-Rollen ausgebildet und angeordnet sein; es besteht aber auch die Möglichkeit, Sensoren in der Form von Lichtschranken anzuwenden, die Bestandteil einer Zeilenkamera (CCD) sind.

Wie die Erfindung weiter vorsieht, kann zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit der Vorrichtung eine Mehrzahl von ortsfest gelagerten Los-Rollen vorgesehen werden, die im Bereich der maximalen Auslenkung des Schlingenbogens und in Walzgut-Bewegungsrichtung hinter diesen in einer bogenförmigen Anordnung ortsfest gelagert sind, die der bogenförmigen Anordnung der Los-Rollen auf dem beweglichen Träger entspricht. Die Los-Rollen können in einer anderen Ausbildung der Vorrichtung an den Enden zweier, an den beweglichen Träger angelenkten, mittels eines Kolben-Zylinder-Aggregats aufeinander zu und voneinander weg bewegbaren Tragarmen gelagert sein.

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, die Betriebssicherheit der Vorrichtung dadurch zu erhöhen, daß parallel zur Steuerung des Trägers in Abhängigkeit von den Form und Position des Schlingenbogens überwachenden Sensoren, ebenfalls in Abhängigkeit von diesen Sensoren eine an sich bekannte Regelung über die Drehzahlen der Ein- und Austrittswalzgerüste bewirkt wird.

Da die Los-Rollen in ständigem Berührungskontakt mit der Walzgut- Schlinge stehen, werden Unregelmäßigkeiten im Bogenverlauf der Schlinge bereits in deren Entstehungszustand erfaßt und ausgeglichen mit der Folge, daß sich solche Unregelmäßigkeiten nicht zu einer Schlaufenbildung aufschaukeln können. Mit Hilfe der ortsfest, jenseits und seitlich hinter dem Schlingenbogen angeordneten Rollen ist es dabei sogar möglich, eine, hier bewußt eingesteuerte Schlaufe stabil zu halten und damit eine entsprechende Vergrößerung der Schlingen-Kapazität zu erreichen.

Die Erfindung wird anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 Form und Verlauf der verschiedenen Schlingenbogen in schematischer Darstellung,

Fig. 2 die Regelungsvorrichtung in verschiedenen Regelpositionen, ebenfalls in schematischer Darstellung,

Fig. 3 eine Zusatzanordnung zur Regelungsvorrichtung und

Fig. 4 eine andere Ausbildungsform der Regelvorrichtung, ebenfalls in schematischer Darstellung.

Wie aus Fig. 1 hervorgeht, bildet die aus dem Walzgerüst WG1 austretende und in das Walzgerüst WG2 eintretende Schlinge zunächst einen leicht gekrümmten Schlingenbogen SB1, der sich dann während des Walzbetriebes bis zu einem Schlingenbogen SB2 vergrößern und beim Auftreten von Unregelmäßigkeiten in den Drehzahldifferenzen zwischen dem Eintritts-Walzgerüst WG1 und dem Austrittswalzgerüst WG2 in eine Schlaufe SB3 übergehen kann. Wird, wie aus Fig. 2 hervorgeht, ein in Richtung des Doppelpfeils PF verschiebbarer Träger TR mit auf diesem bogenförmig angeordneten Los-Rollen LR gegen die Walzgutschlinge gedrückt, und zwar vorteilhaft dann, wenn diese Form und Position der in unterbrochenen Linien dargestellten Schlinge SB2 erreicht hat. Die Los-Rollen LR halten die Schlinge dann in der, während des Walzbetriebes wechselnd größer und kleiner werden symmetrischen Bogenform zwischen der Anfangsgröße SB2 und der maximalen Größe SB2', die hier punktiert wiedergegeben ist.

Bei der Ausbildung der Vorrichtung nach Fig. 3 wird eine bewußt eingesteuerte Schlaufe des Schlingenbogens SB3 durch die, in Bewegungsrichtung (Pfeil R) hinter und jenseits der Los-Rollen LR des Trägers TR angeordneten ortsfest gelagerten Rollen OR als ein in seiner Kapazität vergrößerter Schlingenbogen geführt und stabilisiert.

Bei der Ausbildung der Vorrichtung nach Fig. 4 sind an dem Träger TR zwei Tragarme TA angelenkt, an deren Enden jeweils eine Los-Rolle LR gelagert ist. Diese beiden Los-Rollen treten an die Stelle der in Form eines Bogens gelagerten Los-Rollen LR beim vorher beschriebenen Ausführungsbeispiel. Ein zwischen beiden Tragarmen TA angeordnetes Kolben-Zylinder-Aggregat KA erlaubt es, die beiden Schwenkarme TA gegeneinander oder voneinander weg zu schwenken und damit den Führungsweg der über die beiden Los-Rollen LR geführten Walzgut- Schlinge SB in ähnlicher Weise zu beeinflussen, wie dies mit den, bogenförmig angeordneten Los-Rollen LA der vorher beschriebenen Ausbildung der Vorrichtung erreicht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Regelung von Form und Größe der zwischen zwei Walzgerüsten gebildeten Walzgutschlingen in Draht- oder Stabstahl-Walzstraßen mit Hilfe von, Form und Position der gebildeten Walzgutschlingen überwachender Sensoren, gekennzeichnet durch quer zur Walzlinie der beiden Walzgerüst (WG1), zwischen diesen, gegen den Walzgutschlingenbogen (SB) und von diesem weg bewegbaren Träger (TR) einer Mehrzahl von, in Form eines Bogens gelagerter Los-Rollen (LR).
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (TR), gesteuert in Abhängigkeit von dem, Form und Position des Schlingenbogens (SB1, SB2, SB2') überwachenden Sensoren, die Los-Rollen (LR) in ständigem Berührungskontakt mit der Walzgutschlinge (SB) hält.
  3. 3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Form des, von den Los-Rollen (LR) gebildeten Bogens dem des Walzgutschlingenbogens in dessen maximaler Auslenkung entspricht.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren als Drucksensoren in den Lagern der Los-Rollen (LR) angeordnet sind.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren in der Form von Lichtschranken Bestandteil einer Zeilenkamera (CCD) sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von, im Bereich der maximalen Auslenkung des Schlingenbogens als Schlaufe (SB3), in Walzgut-Bewegungsrichtung hinter und jenseits der auf dem beweglichen Träger (TR) angeordneten Los-Rollen (LR) ortsfest gelagerte Los-Rollen (OR).
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Los-Rollen (LR) an den Enden zweier, an dem beweglichen Träger (TR) angelenkten, mittels eines Kolben-Zylinder-Aggregates (KA) aufeinander zu und voneinander weg schwenkbaren Tragarme (TA) gelagert sind.
  8. 8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Steuerung des Trägers (TR) in Abhängigkeit von dem Form und Position des Schlingenbogens überwachenden Sensoren eine an sich bekannte Regelung über die Drehzahlen der Ein- und Austrittswalzgerüste (WG1; WG2) bewirkt wird.






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