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Dokumentenidentifikation DE19739915A1 01.04.1999
Titel Bodenfräsaggregat, insbesondere Bankettefräsaggregat
Anmelder Schmailzl, Johann, 84178 Kröning, DE
Erfinder Schmailzl, Johann, 84178 Kröning, DE
Vertreter Lederer, Keller & Riederer, 84028 Landshut
DE-Anmeldedatum 11.09.1997
DE-Aktenzeichen 19739915
Offenlegungstag 01.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.04.1999
IPC-Hauptklasse E01C 23/088
Zusammenfassung Ein z. B. von einem Bagger oder Lader getragenes Bodenfräsaggregat (1), insbesondere Bankettefräsaggregat, ist gekennzeichnet durch die kombinierte Verwendung einer Baggerschaufel (15) mit einer nach vorne gerichteten offenen Seite (17) und einer zur Drehung um ihre Achse (22) antreibbaren Frästrommel (21), die mit ihrer Achse (22) im wesentlichen parallel zur Baggerschaufel (15) vor dieser angeordnet ist. Die Baggerschaufel nimmt das von der Frästrommel abgefräste Material auf und trägt außerdem vorzugsweise zur Glättung und Verdichtung des Bodens im gefrästen Bereich bei.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Bodenfräsaggregat, insbesondere Bankettefräsaggregat, zum eingreifenden Entlangführen an abzufräsenden Bodenschichten, insbesondere an einer Straßenbankette.

Es sind Bankettefräsmaschinen bekannt, die jedoch von erheblicher Komplexität und hohen Kosten sind. Diese hohen Kosten sind für das Bankettefräsen häufig nicht gerechtfertigt.

Es ist auch bekannt (z. B. DE 33 44 113 A), Bankette mit einem rotierenden Fräskörper, nämlich einer Frästrommel zu fräsen. Frästrommeln zum Bodenfräsen, auch zum Fräsen verwitterter Straßenbeläge, sind in verschiedener Form bekannt (z. B. US 3 844 670). Das abgenommene Fräsgut kann über ein Förderband auf ein mitfahrendes Sammelfahrzeug geladen oder ins Gelände seitlich der Straße abgeschleudert werden. Speziell die Übernahme des Fräsguts erweist sich als sehr aufwendig. Die bekannten Frästrommeln können auch mit einem Prallblech versehen sein, das das Abschleudern von Fräsgut in unerwünschten Richtungen verhindert.

Es könnte auch daran gedacht werden, die Bankette mit Hilfe eines Baggers und einer von diesem über seinen Auslegerarm mitgezogenen Baggerschaufel einfach abzuschälen und das abgelöste Gut von Zeit zu Zeit aus der Schaufel in ein Ladefahrzeug zu laden. Ein solches Vorgehen erweist sich jedoch nur bei relativ dicker Bankettelage als brauchbar, nämlich wenn die Baggerschaufel unterhalb des üblichen Wurzelbereichs hindurchschneidet. Ist die Bankettelage nur dünn und die Schneide der Baggerschaufel bewegt sich durch den Wurzelbereich der zu entfernenden Pflanzen, so werden die Wurzeln teilweise nicht durchtrennt, sondern aus dem Untergrund herausgerissen, mit der Folge, daß die wiederhergestellte Bankette Risse, Löcher und Unebenheiten aufweist.

Es wurde nun herausgefunden, daß das aus Gründen der Kosten und der Arbeitsgeschwindigkeit an sich bevorzugenswerte Vorgehen mit der Baggerschaufel dann auch bei geringer Höhe des abzufräsenden Belags funktioniert, wenn der Baggerschaufel eine Frästrommel vorgeschaltet ist. Das entsprechende Aggregat kann am einfachsten durch einen Bagger oder Lader, im Prinzip jedoch auch durch andere hierfür geeignete Fahrzeuge an der abzufräsenden Bodenschicht eingreifend entlanggeführt werden.

Die Erfindung ist also gekennzeichnet durch die kombinierte Verwendung einer Baggerschaufel mit einer nach vorne gerichteten offenen Seite, vorzugsweise mit einer Schneide entlang deren unterem Rand, und einer zur Drehung um ihre Achse antreibbaren Frästrommel, die mit ihrer Achse im wesentlichen parallel zur offenen Vorderseite bzw. zur Schneide der Baggerschaufel und mit einer Breite im wesentlichen gleich der Breite der Baggerschaufel angeordnet ist.

Die Konstruktion sieht vorzugsweise so aus, daß seitlich an der Baggerschaufel verschwenkbare Arme angelenkt sind, in denen die Frästrommel mit ihren Achsenden gelagert ist und die außerdem mit der Baggerschaufel zu ihrer Verschwenkung noch über beiderseits angelenkte hydraulische Linearmotoren verbunden sind. Die Frästrommel selbst muß zur Rotation angetrieben werden, wobei beide Drehrichtungen in Frage kommen; hierfür eignet sich bevorzugt ein Hydraulikmotor, da dieser seine Energie vom Bagger beziehen kann und leicht bei großem Drehmoment auf die erforderliche vom abzutragenden Material abhängige Drehzahl einstellbar ist, und zwar insbesondere bei Montage des Hydraulikmotors an der Baggerschaufel und Übertragung des Antriebs über einen Kettentrieb.

Vorzugsweise ist das Aggregat an der Oberseite der Baggerschaufel mit einem Kuppelelement z. B. in Form eines üblichen Dreh- und Schwenkteils und, wenn sie am Boden gleiten soll, an deren Unterseite mit Gleitsohlen, die die Abnützung verlangsamen, ausgestattet. Das Aggregat kann jedoch auch so ausgestaltet sein und betrieben werden, daß die Baggerschaufel mit Abstand über dem Boden im höheren Bereich der Frästrommel mitgeführt wird und nur dem Auffangen des Fräsguts dient.

Weitere Einzelheiten, Vorteile und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Es zeigen:

Fig. 1 in schematischer perspektivischer Darstellung ein an einen Bagger angeschlossenes erfindungsgemäßes Bodenfräsaggregat im Einsatz;

Fig. 2 eine Seitenansicht des Bodenfräsaggregats unter Veranschaulichung seiner Funktion;

Fig. 3 und 4 schematische Seitenansichten abgewandelter Konstruktionen des Bodenfräsaggregats.

Ein Bodenfräsaggregat 1 wird von einem Bagger 2 über den üblichen Auslegerarm 3 geführt. Der Bagger bewegt sich entlang einem Weg 4 in der Richtung eines Pfeils 5 und hat die Aufgabe, eine Bankette 11 abzufräsen, die zunächst von allerlei Bewuchs und Erdreich 12 - in den Fig. 2 bis 4 geschnitten dargestellt - bedeckt ist. Die Zeichnung zeigt zur anschaulicheren Darstellung eine Betriebsweise, bei der das Aggregat 1 mehr oder weniger geschoben wird. Je nach der Art des Fahrzeugs kann jedoch auch ein Betrieb, bei dem das Aggregat 1 schräg hinterhergezogen wird, möglich und sogar zu bevorzugen sein. Das Aggregat 1 umfaßt eine Baggerschaufel 15, die über eine Kupplung 16, nämlich ein Dreh- und Schwenkteil, starr, jedoch verstellbar mit dem Auslegerarm 3 verbunden ist. Der Baggerführer kann die Lage, Neigung usw. der Baggerschaufel 15 auf hydraulischem Wege justieren. Die Baggerschaufel besteht aus einem wannenartigen Behälter mit einer offenen Seite 17, die im Fräsbetrieb hinsichtlich der Fahrtrichtung als Vorderseite angeordnet wird. Entlang dem unteren Rand der offenen Vorderseite 17 hat die Baggerschaufel eine geradlinige Schneide 18.

Als beispielsweise Maße der Baggerschaufel 15 seien angegeben eine Breite von 1,75 m, eine Tiefe von 1,20 m und eine Höhe von 1,20 m.

In geringem Abstand, beispielsweise in einem Achsabstand von wenigen Zentimetern von der offenen Vorderseite 17, befindet sich vor dieser eine Frästrommel 21, die auf einer Achse 22 sitzt, welche parallel zur Baggerschaufel 15 und insbesondere zu deren Schneide 18 angeordnet ist. Die Frästrommel kann eine von vielen bekannten Strukturen für derartige Werkzeuge haben, beispielsweise mit Rippen, mit Messern, mit Zähnen und so weiter bestückt sein. Sie hat beispielsweise eine axiale Länge von 1,75 m und einen Durchmesser von 0,47 m. Die Frästrommel ist gemäß der Konstruktion von Fig. 2 an Armen 23 gelagert, und die Arme selbst sind bei 25 seitlich außen an die Baggerschaufel 15 angelenkt. An den Armen 23 greift jeweils ein hydraulischer Linearmotor in Form eines Hydraulikzylinders 26 an, der selbst bzw. dessen Kolbenstange einerseits an der Seitenwand der Baggerschaufel 15 und andererseits am jeweiligen Arm angelenkt ist. Verstellbare Anschläge 27 verhindern, daß die Frästrommel 21 relativ zur Baggerschaufel 15 zu tief eingestellt wird. Auf einem der Arme 23 sitzt außerdem ein an das Hydrauliknetz des Baggers angeschlossener Hydraulikmotor 30, der über einen Kettentrieb 31 die Frästrommel 21 zur Drehung antreibt. Für den Betrieb sind beide Drehrichtungen verwendbar. Ein Schutz- und Prallblech 32, das an der Lagerung der Achse 22 befestigt ist, schützt vor abgeschleuderten Steinen und sonstigen Partikeln.

Für den Betrieb wird mit Hilfe der Hydraulikzylinder 26 die Frästrommel 21 auf eine Höhe eingestellt, in der ihre untere horizontale Tangentenebene die Schneide 18 enthält. Eventuell verstellbare Fräsmesser an der Frästrommel 21 werden in Abhängigkeit von der zu fräsenden Bankette, die beispielsweise überwiegend aus Sandboden, aus Kies usw. besteht, gemäß der Erfahrung so eingestellt, daß das Fräsgut leicht abgeschleudert werden kann. Beim Drehen der Frästrommel 21 z. B. zwischen 200 und 700 Umdrehungen pro Minute in Abhängigkeit vom zu fräsenden Material, in einer der beiden möglichen Drehrichtungen wird der Überstand der Bankette gefräst und gelockert und in die Schaufel 15 geschleudert. Die Frästrommel 21 bewirkt eine glatte Oberfläche der rekonstruierten Bankette, die von der Baggerschaufel 15 weiter geglättet und verdichtet wird. Von Zeit zu Zeit, beispielsweise nach 20 m Fräsung, hebt der Baggerführer das Bodenfräsaggregat 1 auf, verschwenkt die Arme 23 und damit die Frästrommel 21 so, daß sie die offene Vorderseite 17 der Baggerschaufel 15 freigibt, und entleert die Baggerschaufel durch die offene Vorderseite 17 auf ein bereitstehendes Ladefahrzeug.

Fig. 3 zeigt ein abgewandeltes Aggregat, bei dem die - teilweise geschnitten dargestellte - Baggerschaufel 15 nicht nur über die offene Vorderseite 17 entleerbar ist, sondern als Rückwand eine Leerungsklappe 36 aufweist, die zum Leeren geöffnet werden kann. Die Leerungsklappe 36 sitzt an ihrem oberen Rand über Scharniere 37 an der festen Wand der Baggerschaufel 15 und kann durch an ihrem unteren Rand angebrachte lösbare Verriegelungen 38 während des Fräsvorgangs geschlossen gehalten werden und zum Entleeren geöffnet werden. Die Verriegelungen sind vorteilhafterweise hydraulisch steuerbar. Ein Wegklappen der Frästrommel von der offenen Vorderseite 17 weg zur Schaufelentleerung ist deshalb nicht notwendig und deren Halterung kann eine Konstruktion haben, die nicht auf das häufige Wegklappen abgestellt ist. In der Fig. 3 ist eine Halterung mit vertikaler Halteschiene 39 und handverstellbaren Spindeln 40 dargestellt. Der Hydraulikmotor 30 sitzt bei der dargestellten Ausführung direkt auf der Achse 22 der Frästrommel 21. Im Schaufelinneren ist angesammeltes Fräsgut 41 dargestellt.

Fig. 4 zeigt in schematisierter Darstellung eine Anordnung, bei der man auf die glättende und verdichtende Wirkung der Schaufel 15 verzichtet und diese relativ zur Frästrommel 21 erhöht anordnet, wiederum mit der Möglichkeit der Schaufelleerung durch Umkippen ohne Verstellung des Aufhängorts der Frästrommel. Die Drehrichtung der Trommel 21 ist durch einen Pfeil 43 angezeigt sie muß also in der Fahrtrichtung fräsen. Das Schutz- oder Prallblech 32 übernimmt zusätzlich die Funktion einer Lenkung abgeschleuderter Partikel des Fräsguts 41.

Das beschriebene Aggregat erlaubt ein relativ schnelles und mit mäßigem Geräteaufwand durchführbares Bankettefräsen. Vor allem erfolgt die Abgabe des Fräsguts mit Hilfe der Baggerschaufel in sehr einfacher und günstiger Weise.


Anspruch[de]
  1. 1. Bodenfräsaggregat (1) zum eingreifenden Entlangführen an abzufräsenden Bodenschichten (12), insbesondere Straßenbankette, gekennzeichnet durch die kombinierte Verwendung einer Baggerschaufel (15) mit einer nach vorne gerichteten offenen Seite (17), und einer zur Drehung um ihre Achse (22) antreibbaren Frästrommel (21), die mit ihrer Achse (22) im wesentlichen parallel zu den querverlaufenden Rändern der offenen Vorderseite (17) der Baggerschaufel (15) und mit einer Breite im wesentlichen gleich der Breite der offenen Vorderseite vor der Baggerschaufel angeordnet ist.
  2. 2. Bodenfräsaggregat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Bagger (2) über dessen Bagger-Auslegerarm (3) verbunden ist.
  3. 3. Bodenfräsaggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Frästrommel (21) relativ zur Baggerschaufel (15) höhenverstellbar ist.
  4. 4. Bodenfräsaggregat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß seitlich an der Baggerschaufel (15) verschwenkbare Arme (23) angelenkt sind, in denen die Frästrommel (21) mit ihren Achsenden gelagert ist.
  5. 5. Bodenfräsaggregat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme (23) mit der Baggerschaufel (15) außer über die jeweilige Anlenkstelle (25) auch noch zu ihrer Verschwenkung über beiderseits angelenkte hydraulische Linearmotoren (26) verbunden sind.
  6. 6. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Frästrommel (21) von einem an der Baggerschaufel (15) sitzenden Motor (30) über einen Riemen- oder Kettentrieb (31) angetrieben ist.
  7. 7. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Frästrommel (21) über einen hydraulischen Rotationsmotor (30) angetrieben ist.
  8. 8. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an der der Baggerschaufel (15) abgewandten Seite der Frästrommel (21) diese durch ein Schutz- und Prallblech (32) abgedeckt ist.
  9. 9. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der Oberseite der Baggerschaufel (15) ein Kuppelelement (16) für eine dreh- und schwenkbare Ankupplung sitzt.
  10. 10. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Baggerschaufel (15) als unteren Rand der offenen Vorderseite (17) eine Schneide (18) aufweist, die im wesentlichen in der unteren horizontalen Tangentialebene der Frästrommel (21) liegt.
  11. 11. Bodenfräsaggregat nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich an der Unterseite der Baggerschaufel (15) Gleitsohlen (19) befinden.
  12. 12. Bodenfräsaggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Baggerschaufel (15) an einer ihrer Wände eine Leerungsklappe (36) aufweist.






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