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Dokumentenidentifikation DE19749778C1 15.04.1999
Titel Anschlußelement für einen Pulversprühkopf
Anmelder Göttling, Manfred, 42697 Solingen, DE;
Schwan, Christian, 42697 Solingen, DE
Erfinder Göttling, Manfred, 42697 Solingen, DE
Vertreter Patentanwälte Lippert, Stachow, Schmidt & Partner, 42651 Solingen
DE-Anmeldedatum 11.11.1997
DE-Aktenzeichen 19749778
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.04.1999
IPC-Hauptklasse B05B 12/08
IPC-Nebenklasse B05B 15/06   B05B 1/16   B05B 1/32   
Zusammenfassung Zur selektiven Beaufschlagung verschiedener Fingerdüsen eines an sich bekannten Sprühkopfs für Pulverpistolen sieht die Erfindung ein Anschlußelement (9) vor, das als rohrförmiges Zwischenstück zum Anschluß des Sprühkopfs an eine Pulverpistole ausgebildet ist, mit einem Pulverdurchtritt, einem Anschlußquerschnitt (12) für die Pistolenmündung und einem Anschlußquerschnitt (11) für das Verteilerstück des Sprühkopfs sowie mit einem in dem Pulverdurchtritt angeordneten Verschlußkörper (13), der so ausgebildet ist, daß er einen Teil der in dem Verteilerstück vorgesehenen Pulverzuführungen zu den Fingerdüsen des Sprühkopfs versperrt, wobei Gruppen von zu versperrenden Fingerdüsen durch Verdrehen des Anschlußelements (9) bezüglich des Sprühkopfs wählbar sind.

Beschreibung[de]

Die Anmeldung betrifft ein Anschlußelement für einen Pulversprühkopf mit Fingerdüsen.

Bei der Pulverbeschichtung, sei es bei der Anwendung elektrostatischer Verfahren oder bei der sogenannten Tribobeschichtung, finden Sprühköpfe für Pulverpistolen Anwendung, die eine Mehrzahl sogenannter Fingerdüsen in verschiedenster Anordnung aufweisen (siehe z. B. EP 0 516 462 A1). Die Fingerdüsen können beispielsweise als zylindrische Röhrchen ausgebildet sein, die in ein zylindrisches Verteilerstück eingesetzt sind und deren Austrittsöffnungen in etwa kammartig in einer oder mehreren Reihen angeordnet sind. Mehrere Reihen von Düsenaustrittsöffnungen können parallel zueinander angeordnet sein, es kann jedoch auch vorgesehen sein, daß in einer Reihe zueinander angeordnete Fingerdüsen jeweils so ausgerichtet sind, daß zwei benachbarte Düsen sich beispielsweise im Winkel von 45° kreuzen.

Diese bekannten Pulversprühköpfe werden mit ihrem Verteilerstück, in welches die Fingerdüsen kreisförmig angeordnet münden, in eine Pulverpistole eingesteckt. Die Pulverpistolen mitsamt daran angeordneten Sprühköpfen sind in Pulverbeschichtungskabinen so montiert, daß die durch die Pulverbeschichtungskabine, in der Regel an Transporthaken aufgehängt geführten Bauteile beiderseits mit Pulver beaufschlagt werden. Je nach Abmessungen des zu beschichtenden Bauteils werden die Pistolen mit den daran angeordneten Sprühköpfen mehr oder minder vertikal bewegt. Je nach Anwendungsfall stehen Sprühköpfe mit unterschiedlicher Anzahl und unterschiedlicher Anordnung von Fingerdüsen zur Verfügung. In der Regel sind die Sprühköpfe so ausgerichtet, daß die einzelnen Fingerdüsen eines Sprühkopfs vertikal übereinander angeordnet sind. Bei einem großflächigen zu beschichtenden Bauteil wird eine Vertikalbewegung der betreffenden Pulverpistole mit dem daran angeordneten Sprühkopf erforderlich sein, wenn das Bauteil vollständig bestrichen werden soll. Werden kleine Bauteile beschichtet, nimmt man den sogenannten "Overspray" in Kauf, d. h. ein Teil des aus den Düsen austretenden Pulvers geht ins Leere bzw. wird auf dem Boden der Pulverbeschichtungskabine gesammelt. Dies hat jedoch zum Nachteil, daß aufgrund der elektrostatischen Aufladung des Pulvers ein Teil des an dem Bauteil vorbeivagabundierenden Pulvers dennoch angezogen wird, so daß die Pulverablagerungen an einigen Flächen der Bauteile zu stark werden.

Das Vorhalten verschiedener Sprühköpfe und Umrüsten der Pistolen im Betrieb, um verschiedenen Bauteilabmessungen gerecht zu werden, ist praktisch nicht üblich und auch nicht wünschenswert, da dies zu teuer ist und die Rüstzeiten erhöht.

Um auch den "Overspray" in gewissen Grenzen zu halten, erfolgt daher bislang eine Regelung der Pulvermenge über die Pumpenleistung der Zuführpumpe. Dies hat jedoch den Nachteil, daß bei besonders kleiner Pumpenleistung, die zur Beschichtung von kleineren Bauteilen wünschenswert wäre, ein regelmäßiger Austrag des Pulvers praktisch nicht mehr gewährleistet ist. Es erfolgt ein stoßweiser Pulveraustrag, der keine guten Beschichtungsergebnisse liefert.

Ein selektives Verschließen der Fingerdüsen, was beispielsweise mit einfachen Mitteln an deren Austragsöffnungen möglich wäre, kommt nicht in Betracht, da sich die einzelnen Düsen anderenfalls mit Pulver zusetzen.

Aus der US 4,613,080 ist beispielsweise ein Düsenkopf mit fingerähnlichen Düsenverlängerungen bekannt, der stromaufwärts eines Verteilerstücks einen drehbaren Verschlußkörper aufweist, der einen Teil der dort vorhandenen Flüssigkeitszuführungen der Fingerdüsen versperrt, wobei Gruppen von zu versperrenden Düsen durch Verdrehen des Anschlußelements bezüglich des Düsenkopfs wählbar sind. Der Düsenkopf ist zum Anschluß von Gartenschläuchen oder dergleichen vorgesehen. Der drehbare Verschlußkörper ist in den Düsenkopf integriert. Der beschriebene Düsenkopf ist in Konstruktion und Ausbildung weder bestimmt noch geeignet, bei der Pulverbeschichtung Anwendung zu finden.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, Mittel zur Verfügung zu stellen, die eine möglichst einfache Beaufschlagung bestimmter Düsen eines Sprühkopfs unter Vermeidung vorstehend genannter Nachteile ermöglicht.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch ein Anschlußelement für einen Sprühkopf mit Fingerdüsen gelöst, der als rohrförmiges Zwischenstück zum Anschluß des Sprühkopfs an eine Pulverpistole ausgebildet ist, mit einem Pulverdurchtritt, einem Anschlußquerschnitt für die Pistolenmündung und einem Anschlußquerschnitt für das Verteilerstück des Sprühkopfs sowie mit einem in dem Pulverdurchtritt angeordneten Verschlußkörper, der so ausgebildet ist, daß er einen Teil der in dem Verteilerstück vorgesehenen Pulverzuführungen zu den Fingerdüsen des Sprühkopfs versperrt, wobei Gruppen von zu versperrenden Fingerdüsen durch Verdrehen des Anschlußelements bezüglich des Sprühkopfs wählbar sind.

Die Erfindung macht sich dabei zunutze, daß die Fingerdüsen kreisförmig in das zylinderförmige Verteilerstück münden so daß die Pulverzuführungen zu den einzelnen Fingerdüsen in einem Kreisbogen angeordnet sind. Bei Ausrichtung aller Fingerdüsen in einer Achse oder in einer Sprühebene können mit dem Verschlußkörper mehrere Pulverzuführungen so versperrt werden, daß entweder beispielsweise jede zweite Fingerdüse oder wahlweise jeweils eine Gruppe von hintereinander angeordneten Fingerdüsen versperrt sind. Da das Verschließen der Fingerdüsen mit dem Anschlußelement im Bereich der Mündung der Pulverpistole erfolgt, wird zuverlässig vermieden, daß die ein oder andere Düse verstopft. Das Anschlußelement gemäß der Erfindung kann einfach als Paßstück zwischen den Sprühkopf und die Mündung der Pistole eingesteckt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzt der Verschlußkörper eine Stirnfläche mit einer kreissegmentförmigen Kontur, wobei die Stirnfläche des Verschlußkörpers in Einbaulage gegen die Öffnungen der zu versperrenden Pulverzuführungen anliegt. Auf diese Art und Weise werden auf einem Kreisbogensegment hintereinander angeordnete Pulverzuführungen versperrt, wodurch bei geradzahliger Anzahl von Fingerdüsen entweder jede zweite Fingerdüse oder insgesamt die Hälfte von hintereinander angeordneten Fingerdüsen versperrt sind.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der Verschlußkörper in Einbaulage stromabwärts des geförderten Pulvers rampenförmig ansteigend abgeschrägt ist, so daß gewährleistet ist, daß in dem Anschlußelement keine Pulverablagerungen entstehen können.

Es können beispielsweise auf der Stirnfläche des Verschlußkörpers Erhebungen vorgesehen sein, deren Durchmesser in etwa dem Durchmesser der Öffnungen der Pulverzuführungen entspricht.

Weiterhin können Rastmittel zur drehfesten Arretierung des Anschlußelements gegen den Sprühkopf und/oder die Pulverpistole vorgesehen sein.

Das Anschlußelement kann sowohl in verschiedenen Raststellungen verdrehbar wie auch drehfest bezüglich des Sprühkopfs ausgebildet sein. Bei verdrehbarer Ausbildung des Anschlußelements können beispielsweise außen auf dem Anschlußelement entsprechende Markierungen vorgesehen sein, die je nach Winkelstellung des Anschlußelements anzeigen, welche Fingerdüsen gesperrt und welche freigegeben sind.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Ansicht eines Sprühkopfs, teilweise im Schnitt und

Fig. 2 eine Schnittansicht des Anschlußelements gemäß der Erfindung.

Der in Fig. 1 dargestellte Sprühkopf 1 besteht im wesentlichen aus einem zylindrischen Verteilerstück 2, in welches zylinderförmige Fingerdüsen 3 in kreisförmiger Anordnung eingesetzt sind. Die Fingerdüsen 3 sind zur Ausrichtung in einer gemeinsamen Ebene durch einen Haltebalken 4 geführt, so daß deren Austrittsöffnungen 5 bei der beschriebenen Ausführung auf einer Geraden angeordnet sind.

In dem Verteilerstück 2 ist für jede Fingerdüse 3 eine Pulverzuführung 6 jeweils als zylindrische Bohrung vorgesehen. Die Öffnungen 7 der Pulverzuführungen 6 sind aus strömungstechnischen Gründen als Senkbohrungen ausgeführt.

Der mit 8 bezeichnete Dorn soll das Anbacken von Pulver in dem mittleren, nicht durchbohrten Bereich des Verteilerstücks 2 verhindern.

Um Gruppen von Pulverzuführungen 6 wahlweise versperren zu können, wird das in Fig. 2 dargestellte Anschlußelement 9 anstelle der nicht dargestellten Mündung der Pulverpistole auf das Verteilerstück 2 aufgesetzt. Das Anschlußelement 9 ist hierzu als rohrförmiges Zwischenstück ausgebildet, das einen ersten Anschlußquerschnitt 10 zur Aufnahme des Bundes 11 des Verteilerstücks 2 aufweist. Ein zweiter Anschlußquerschnitt 12 ist so bemessen, daß er in die Pistolenmündung einführbar ist. Das so ausgebildete Anschlußelement 9 ermöglicht den dichtenden Anschluß des Sprühkopfes 1 an eine Pulverpistole.

Zum Verschließen mehrerer Pulverzuführungen 6 in dem Verteilerstück 2 ist in dem Pulverdurchtritt 15 des Anschlußelements 9 ein Verschlußkörper 13 vorgesehen, der einen in etwa keilförmigen Querschnitt sowie eine Stirnfläche 14 mit einer kreissegmentförmigen Kontur besitzt.

Wenn das Verteilerstück 2 in den ersten Anschlußquerschnitt 10 des Anschlußelements 9 eingesetzt wird, verdeckt die Stirnfläche 14 einen Teil der Öffnungen 7 der Pulverzuführungen 6.

In der Stirnfläche 14 ist eine in der Zeichnung nicht dargestellte Ausnehmung für den Dorn 8 des Verteilerstücks 2 vorgesehen, so daß, auch durch die stromabwärts des Pulvers rampenförmige Abschrägung des Verschlußkörpers 13 Anlagerungsflächen für Pulver vermieden werden.

Je nach Dimensionierung des Verschlußkörpers 13 und je nach Anzahl der vorgesehenen Fingerdüsen 3, deren Pulverzuführungen auf einem Kreisbogen angeordnet sind, können mittels des Anschlußelements 9 mehrere Pulverzuführungen 6 auf einmal versperrt werden. Der Sprühkopf 1 ist in der Regel so ausgebildet, daß zwei im Querschnitt des Verteilerstücks 2 auf einem Kreisbogen gegenüberliegend angeordnete Pulverzuführungen 6 in zwei auf dem Haltebalken 4 nebeneinander angeordnete Fingerdüsen 3 münden. Je nach Lage des Verschlußkörpers 13 innerhalb des Verteilerstücks 2 ist also entweder jede zweite Austrittsöffnung 5 des Sprühkopfs 1 nicht pulverbeaufschlagt oder es sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel 4 nebeneinanderliegende Austrittsöffnungen 5 nicht pulverbeaufschlagt.

Das Anschlußelement 9 kann bezüglich des Verteilerstücks drehbar ausgebildet sein, es können jedoch auch Rastmittel zur drehfesten Arretierung des Anschlußelements 9 und des Verteilerstücks 2 zueinander vorgesehen sein.

Bezugszeichenliste

1Sprühkopf

2Verteilerstück

3Fingerdüsen

4Haltebalken

5Austrittsöffnungen

6Pulverzuführungen

7Öffnungen

8Dorn

9Anschlußelement

10erster Anschlußquerschnitt

11Bund

12zweiter Anschlußquerschnitt

13Verschlußkörper

14Stirnfläche

15Pulverdurchtritt


Anspruch[de]
  1. 1. Anschlußelement für einen Sprühkopf mit Fingerdüsen, als rohrförmiges Zwischenstück zum Anschluß des Sprühkopfs an eine Pulverpistole, mit einem Pulverdurchtritt (15), einem Anschlußquerschnitt (12) für die Pistolenmündung und einem Anschlußquerschnitt (10) für das Verteilerstück (2) des Sprühkopfs (1) sowie mit einem in dem Pulverdurchtritt (15) angeordneten Verschlußkörper (13), der so ausgebildet ist, daß er einen Teil der in dem Verteilerstück (2) vorgesehenen Pulverzuführungen (6) zu den Fingerdüsen (3) des Sprühkopfs (1) versperrt, wobei Gruppen von zu versperrenden Fingerdüsen (3) durch Verdrehen des Anschlußelements (9) bezüglich des Sprühkopfs (1) wählbar sind.
  2. 2. Anschlußelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkörper (13) eine Stirnfläche (14) mit einer kreissegmentförmigen Kontur aufweist, wobei die Stirnfläche (14) in Einbaulage gegen die Öffnungen (7) der zu versperrenden Pulverzuführungen (6) anliegt.
  3. 3. Anschlußelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkörper (13) in Einbaulage stromabwärts des geförderten Pulvers rampenförmig ansteigend abgeschrägt ist.
  4. 4. Anschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Stirnfläche (14) des Verschlußkörpers (13) Erhebungen vorgesehen sind, deren Durchmesser in etwa dem Durchmesser der Öffnungen (7) der Pulverzuführungen (6) entspricht.
  5. 5. Anschlußelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß Rastmittel zur drehfesten Arretierung gegen den Sprühkopf (1) und/oder die Pulverpistole vorgesehen sind.






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