PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19846770A1 22.04.1999
Titel Rotor für Offenend-Spinnmaschinen
Anmelder Backmeister, Felix, Bregenz, AT
Erfinder Backmeister, Felix, Bregenz, AT
Vertreter Riebling, P., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 88131 Lindau
DE-Anmeldedatum 10.10.1998
DE-Aktenzeichen 19846770
Offenlegungstag 22.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.04.1999
IPC-Hauptklasse D01H 4/10
Zusammenfassung Ein Rotor für Offenend-Spinnmaschinen besteht aus einem drehangetriebenen, rotationssymmetrischen, im wesentlichen einseitig offenen, topfförmigen Gehäuse, welches im Schnitt eine radial sich auswärts erweiternde Einlaufschräge ausbildet, welche in der Nähe des Gehäusebodens in eine Rotorrille mündet. Damit bei verschlissener Rotorrille oder bei insgesamt verschlissenem Rotor nicht der gesamte Rotor ausgewechselt werden muß, ist vorgesehen, daß der Rotor mindestens zweiteilig ausgebildet ist und aus einem Rotoroberteil sowie einem Rotorunterteil besteht, daß die beiden Teile lösbar miteinander verbunden sind und daß zwischen den beiden Teilen ein die Rotorrille ausbildender Verschleißring auswechselbar angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rotor für Offenend-Spinnmaschinen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Kennzeichen aller OE-Spinnverfahren (Offenend-Spinnverfahren) ist die Auflösung des Faserverbandes bis zu Einzelfasern mit anschließender erneuter Fasersammlung und Andrehung an das Garnende. Dadurch können die Prozesse Drehungserteilung und Garnaufbindung unabhängig von zwei verschiedenen Organen ausgeführt werden. Durch Fliehkräfte, aber vor allem durch Luftunterdruck im Rotorraum, gelangen die Fasern von der Auflösewalze über einen Faserleitkanal bis auf die Rotorwand im inneren des Rotors. Durch die hohen Fliehkräfte im Rotor und die schräge Fasereinspeisung wandern die Fasern auf der konisch ausgebildeten Rotorwand bis an die Stelle mit dem größten Durchmesser, der Rotorrille, wo sie sich sammeln und zu einem Faserbändchen (Faserring) formiert werden. Damit ist die Fasersammlung in der Rotorrille beschrieben.

Die Garnbildung erfolgt nun so, daß wenn ein Garnende von außen über die Abzugsdüse hinweg bis in die Rotorrille ragt erhält dieses durch die Rotation des Rotors eine Drehung außerhalb der Abzugsdüse, die sich im Faden bis in das Rotorinnere fortpflanzt. Dadurch rotiert das Garnende um seine Achse und dreht (spinnt) die in der Rotorrille abgelegten Fasern fortlaufend an, während das gebildete Garn kontinuierlich abgezogen wird.

Der Garnabzug und die Garnaufwindung erfolgt nun derart, daß durch die ortsfeste Abzugsdüse hindurch das im Rotor gebildete Garn von einem Walzenpaar kontinuierlich abgezogen und auf einer Kreuzspule aufgewunden wird.

Ein derartiger, bekannter Rotor für das OE-Spinnverfahren besteht im wesentlichen aus einem Metallkörper, der mit hoher Tourenzahl drehend angetrieben und im übrigen topfförmig ausgebildet ist und demgemäß einseitig geöffnet ist und mindestens in seinem Innenraum eine verschleißmindernde Schicht aufweist, um nicht zu schnell einer Abnutzung durch das durchlaufende Garn zu unterliegen.

Im wesentlichen wird aber lediglich die Rotorrille abgenützt, die deshalb besonders vor Verschleiß geschützt wird.

Bisher ist es lediglich bekannt, bei Verschleiß des Rotors, insbesondere der Rotorrille, den gesamten Rotor auszuwechseln, wie es z. B. die US-4,663,930 zeigt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rotor für eine Offenend- Spinnmaschine der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß bei Verschleiß der Rotorrille nicht der gesamte Rotor ausgewechselt werden muß.

Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor mindestens zweiteilig ausgebildet ist und aus einem Rotoroberteil sowie einem Rotorunterteil besteht, daß die beiden Teile lösbar miteinander verbunden sind und daß zwischen den beiden Teilen ein die Rotorrille ausbildender Verschleißring auswechselbar angeordnet ist.

In einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, daß der Verschleißring aus einem Keramikring besteht. Es können jedoch auch andere Materialien für diesen Verschleißring gewählt werden, wie z. B. Hartmetallringe oder andere verschleißfeste Materialien.

Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß durch die Zweiteilung des Rotors es nun möglich ist, die Rotorrille selbst in einem anderen Werkstoff auszubilden, als den Rotor selbst; damit ist es nun möglich, einen Verschleißring zur Ausbildung der Rotorrille zu verwenden, der aus einem hochabriebfesten Material besteht. Sollte dieser Verschleißring trotzdem nach einer gewissen Laufzeit verschleißen, dann ist es ohne weiters möglich, die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil und dem Rotoroberteil zu trennen und dem dann zugänglichen Verschleißring auszuwechseln.

Ebenso ergibt sich bei der vorliegenden Erfindung der Vorteil, daß der Verschleißring, eine bestimmten Rillengeometrie definiert, durch einen anderen Verschleißring ausgewechselt werden kann, der eine andere Rillengeometrie ausbildet. Damit können mit ein und demselben Rotor unterschiedliche Garnqualitäten gesponnen werden.

Die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil und dem Rotoroberteil wird bevorzugt als Gewindeschraubverbindung ausgebildet. Hierauf ist die Erfindung jedoch nicht beschränkt. Die Erfindung sieht sämtliche lösbaren Verbindungen zwischen diesen beiden Teilen vor, insbesondere auch eine Bajonett- Schraubverbindung, eine Steckverbindung, eine Magnethaftverbindung und eine Klebeverbindung die bevorzugt aus einem wärmeschmelzbaren Kleber besteht, weil dieser kann durch Zuführung von Wärme wieder so erweicht werden, daß hierbei ebenfalls ein Rotorunterteil von einem Rotoroberteil abziehbar ist.

Durch Trennen von Ober- und Unterteil wird somit der Verschleißring frei zugängig, der demgemäß leicht auswechselbar ist. Er wird bevorzugt in eine zugeordnete Aufnahmenut im Rotorunterteil eingesetzt und ist dort spielfrei gehalten.

Ebenso ist es möglich, den Verschleißring nicht nur von oben her auf eine zugeordnete Sitzfläche des Rotorunterteils aufzusetzen, sondern es ist auch möglich, den Verschleißring von der Seite her (senkrecht zur Längsachse von Rotorober- und unterteil) auf die Sitzfläche des Rotorunterteils aufzubringen.

Mit der zweiteiligen Ausbildung von Rotoroberteil und Rotorunterteil ergibt sich im übrigen der Vorteil, daß es nun nicht mehr lösungsnotwendig ist, die beiden Teile aus dem gleichen Material zu machen. Hierbei reicht es aus, beispielsweise das Rotorunterteil aus einem kostengünstigen Metallmaterial zu fertigen, während das Rotoroberteil aus einem verschleißfesten Material gestaltet werden kann. Hierbei kann vorgesehen sein, daß das Rotoroberteil insgesamt aus einem Keramikteil besteht oder aus einem Metallteil, welches mit Keramik beschichtet ist.

Ebenso ist es möglich, für das Rotor-Oberteil entsprechende Metallverbundlösungen zu wählen oder Metall-Keramikverbundlösungen, um so das Rotoroberteil möglichst verschleißfest zu gestalten.

Insgesamt ergibt sich damit der Vorteil, daß lediglich die Flächen verschleißgemindert ausgekleidet und ausgestaltet sein müssen, die einem tatsächlichen Verschleiß unterworfen sind, nämlich das Rotoroberteil und den Verschleißring. Das Rotorunterteil kann hingegen aus einem relativ kostengünstigen Material gebildet sein.

Damit wird die Lebensdauer des Rotors insgesamt entscheidend erhöht. Ebenso wird die Anwendungsbreite eines derartigen Rotors wesentlich erhöht, denn durch einfaches Austauschen des Verschleißringes und des Rotoroberteiles können unterschiedliche Rotorgeometrien mit ein und demselben Rotorunterteil verwirklicht werden.

Im übrigen ist es auch nicht mehr erforderlich den gesamten Rotor - wie früher üblich - mit einer verschleißhemmenden Schicht zu versehen, was ein relativ teueres Verfahren ist, weil ja gemäß der vorliegenden Erfindung nur einige, wenige Schichten verschleißmindernd ausgebildet werden müssen.

Durch die schnelle Auswechselbarkeit des Verschleißringes mit unterschiedlichen Rotorrillen-Geometrien ergibt sich der Vorteil, daß in Verbindung mit dem Einsatz von verschiedenen Abzugsdüsen die Garnqualität entscheidend und vor allem einfach und kostengünstig beeinflußt werden kann.

Ein weiterer Vorteil bei der lösbaren Befestigung von Rotoroberteil und Rotorunterteil besteht darin, daß man die Funktionsflächen (das sind die vom Textilfaden berührten Flächen) unterschiedlich auch ausbilden kann.

Wenn man beispielsweise die Innenseite des Rotoroberteils (Rutschfläche) relativ rauh ausbildet, dann ist damit der Vorteil verbunden, daß die dort auflaufenden Fasern gleichmäßig ausgerichtet und gestreckt werden, die dann nach innen in Richtung zu dem mittig angeordneten Verschleißring wandern und auf der sehr glatten Oberfläche des Verschleißringes einen glatten, hochwertigen Faden bilden. Dieser Faden ist frei von Nissen (naps).

Neben der lösbaren Verbindung von Oberteil und Unterteil ist in einer weiteren Ausgestaltung vorgesehen, daß die beiden Teile lösbar durch ein Verpressen miteinander verbunden sind.

Das Verpressen kann ein Aufschrumpfen sein, wobei man auf ein erhitztes Unterteil ein kaltes Oberteil aufsetzt und diese Verbindung beim Erkalten eine Preßverbindung ergibt.

Insgesamt ist es bei der Erfindung gleichgültig, ob das Oberteil einen nach innen gerichteten Flansch aufweist, in dem das Unterteil mit geringerem Durchmesser lösbar befestigt ist oder ob das Unterteil einen nach innen gerichteten Flansch größeren Durchmessers aufweist, in dem das Oberteil mit einem Flansch kleineren Durchmessers lösbar eingreift.

Insgesamt bezieht sich die Erfindung auf alle lösbaren Verbindungen, die ohne Materialzerstörung der beiden Teile wieder getrennt werden kann.

Ein weiteres wesentliches Merkmal der Erfindung ist, daß der Verschleißring mit bestimmten radialen Flächen einerseits satt und passend an zugeordneten Flächen des Rotors anliegt, während andere Flächen des Verschleißringes Spiel zu den zugeordneten, gegenüberliegenden Anlageflächen des Rotors haben müssen. Diese spezielle Ausbildung der Sitzpassung des Verschleißringes im Rotor hat den Vorteil daß wegen der speziellen Ausbildung dieser Flächen und des Sitzes des Verschleißringes in diesen Flächen eine vorzeitige Beschädigung des Verschleißringes vermieden wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man als Verschleißring einen relativ spröden Keramikring verwendet, der leicht zum Brechen neigt. Durch die besondere Ausgestaltung der Sitzflächen dieses Verschleißringes in den zugeordneten Flächen des Rotors wird damit ein vorzeitiger Bruch dieses Verschleißringes vermieden, und es wird eine überragende Lebensdauer erreicht.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird selbständiger Schutz für drei unabhängig voneinander geltende Erfindungsgegenstände beansprucht:

  • 1. Die zweiteilige Ausbildung eines Rotors mit einem Rotorunterteil und einem lösbar davon ausgebildeten Rotoroberteil und einem dazwischen angeordneten Verschleißring.
  • 2. Die Anordnung einer ringsumlaufenden axial einwärts gerichteten Nase, welche im wesentlichen die Einlaufschräge 9 verlängert und welche teilweise die Fasersammelrille (Rotorrille) teilweise überdeckt.
  • 3. Die Sitzanpassung des Verschleißringes mit einer radial außen liegenden Sitzfläche, an der dieser kraft- und formschlüssig an einer zugeordneten, radial einwärts gerichteten Fläche des Rotorunterteils oder Oberteils anliegt und wobei er mit den anderen Flächen ein Spiel zu den benachbarten Flächen des Rotors aufweist.

Die genannten Erfindungsgegenstände nach Ziffer 2 und 3 genießen also unabhängigen Schutz davon, ob sie in einem einteiligen oder in einem zweiteiligen Rotor ausgebildet sind oder nicht.

Dies bedeutet, daß die Erfindungsgegenstände nach den Ziffern 2 und 3 auch Schutz genießen sollen, wenn ein einteiliger Rotor vorliegt der beispielsweise aus einem Rotoroberteil und einem Rotorunterteil besteht, wobei aber diese beiden Teile unlösbar miteinander verbunden sind. Bei dieser Ausführungsform eines einteiligen Rotors kann zwar der Verschleißring 3 nicht mehr entfernt werden; im Falle der Zerstörung des Verschleißringes wird dann der gesamte Rotor ausgewechselt. Wichtig ist jedoch bei dieser Ausführungsform, daß bei allen Ausführungsformen (zweiteiliger, lösbarer Rotor oder einteiliger, unlösbarer Rotor) stets die vorher beschriebene axiale einwärts gerichtete Nase vorhanden ist, welche die Einlaufschräge in Richtung auf die Rotorsammelrille verlängert.

Ebenso genießt die vorliegende Erfindung Schutz für die Art der Einbringung des Verschleißringes in den Rotor, unabhängig davon, ob dieser einteilig oder mehrteilig ausgebildet ist.

Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.

Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung, offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von einer lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnung näher erläutert. Hierbei gehen aus der Zeichnung und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.

Es zeigen:

Fig. 1 schematisiert eine erste Ausführungsform eines Rotors,

Fig. 2 eine zweite Ausführungsform eines Rotors,

Fig. 3 ein vergrößerter Schnitt durch eine Rotorsammelrinne.

In der Abbildung ist schematisiert im Querschnitt eine bevorzugte Ausführungsform eines Rotors dargestellt.

Der rotationssymmetrische Rotor besteht aus einem Rotorunterteil 1, welches eine mittige Bohrung 5 aufweist, in welche eine nicht näher dargestellte Welle 1 angreift, welche für den Drehantrieb des Rotors geeignet ist. Die Bohrung 5 ist in einem etwa zylindrischen Ansatz 4 eingebracht, der sich zu einem nach außen erweiternden, tellerförmigen Konus 6 öffnet.

Das Rotoroberteil 2 besteht im wesentlichen aus einer konischen Hülse, welche im Schnitt eine radial sich nach außen erweiternde Einlaufschräge 9 aufweist, wobei die beiden Teile 1, 2 in ihrem Verbindungsbereich lösbar miteinander verbunden sind. Wichtig ist nun, daß in diesem Verbindungsbereich ein Verschleißring 3 auswechselbar angeordnet ist, der bevorzugt als Keramikring ausgebildet ist.

Der Verschleißring besteht im wesentlichen aus einem Sitzring 14, der auf einer zugeordneten, relativ gerade ausgebildeten Sitzfläche 15 im Rotorunterteil 1 im wesentlichen spielfrei eingepaßt ist.

Wichtig ist weiter, daß im Verschleißring 3 eine konische Rotorrille 12 ausgebildet ist, die als Hinterschneidung 13 ausgeformt ist.

Ferner ist wesentlich, daß die Einlaufschräge 9 im Rotoroberteil 2 eine nach unten sich verlängernde Kante 11 bildet, welche möglichst übergangslos in die Hinterschneidung 13 der Rotorrille 12 einläuft.

Die beiden Flächen (Kante 11 und Hinterschneidung 13) können hierbei (im Schnitt gemäß der Abbildung) im Winkel zueinander stehen.

Zur besseren Sicherung des Verschleißringes 3 im Rotoroberteil 2 weist der Verschleißring einen oberen, etwa zylindrischen Rand 10 auf, der in eine zugeordnete Sitzfläche im Rotoroberteil eingepaßt ist.

Auf diese Weise wird der Verschleißring 3 zwischen den beiden Teilen 1, 2 spielfrei gehalten.

Wichtig ist nun, daß das Rotorunterteil und das Rotoroberteil 1, 2 lösbar miteinander verbunden sind. Hierbei bildet das Rotoroberteil 2 einen axialen Gewindeflansch 8 mit einem Innengewinde aus, welches auf ein zugeordnetes Außengewinde 7 am Rotorunterteil aufgeschraubt ist.

In nicht dargestellter Weise kann auch eine ähnliche Gewindeschraubverbindung dadurch verwirklicht werden, daß das Rotorunterteil (1) ein Innengewinde aufweist, auf welches das Rotor-Oberteil (2) mit einem zugeordneten Außengewinde aufgeschraubt ist.

Die beiden Teile sind also über die genannte Schraubverbindung lösbar miteinander verbunden.

Anstatt der hier gezeigten Gewindeschraubverbindung kommen auch andere lösbare Verbindungen in Betracht, wie z. B. eine Bajonett-Schraubverbindung, eine Steckverbindung, welche in axialer Richtung des Rotors gesteckt und verriegelt wird oder die vorher erwähnten Klebeverbindungen, die unter Wärmeeinfluß lösbar sind.

Ebenso kann eine Magnethaftverbindung zwischen den beiden Teilen vorgesehen sein.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Rotoroberteil (2) getrennt von dem Verschleißring (3) ausgebildet, das heißt, es handelt sich um zwei voneinander getrennte Teile, die entweder aus gleichem oder aus unterschiedlichem Material sein können.

In Fig. 1 ist noch die besondere Sitzanpassung des Verschleißringes 3 in den zugeordneten Aufnahmenuten des Rotor-Ober- und Unterteils dargestellt.

Wichtig ist, daß die außenliegende Radialfläche 16 des Verschleißringes satt und passend an einer zugeordneten radial einwärts gerichteten Fläche des Rotorunterteils anliegt. Wichtig ist ferner, daß die anderen radialen Flächen 17 und 18 jedoch ein Spiel zum Verschleißring aufweisen, der demzufolge an diesen Flächen mit einem geringen Spiel von z. B. 0,5 mm Abstand aufweist.

Auf diese Weise wird gewährleistet, daß der Verschleißring nur radial auswärts an der Radialfläche 16 anliegt, während er an den anderen Flächen Abstand hat und deshalb nicht unter mechanischer Spannung oder Bruchlast gesetzt wird.

Der keramische Verschleißring wird also lediglich an seinem Außendurchmesser form- oder kraftschlüssig gehalten. Diese Art der Aufnahme ergibt entscheidende Vorteile bei der Montage und bei dem späteren Austausch des Verschleißringes, sowie beim Auswuchten des Rotors.

In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines zweiteiligen Rotors dargestellt, welcher zeigt, daß das Rotorunterteil 1 das Rotoroberteil 2 übergreift. Hierdurch ergibt sich am Rotorunterteil ein radial außenliegender, lastaufnehmender Flansch, welcher das Rotoroberteil von außen her umfaßt. Damit wird die Festigkeit des Rotors entscheidend erhöht und es sind somit hohe Drehzahlen (im Bereich von 150 000 rpm und mehr) möglich.

Dieser außenliegende Flansch ist mit 20 in Fig. 2 bezeichnet.

Die Kante 11 wird als überhängende Nase ausgeführt. Das heißt, der Übergang in die Fasersammelrille (Rotorrille 12) wird dadurch horizontal überdeckt. Es wird somit verhindert, daß die Fasern während des Spinnprozesses zwischen die Nase (Kante 11) und die Fasersammelrille eintreten können und damit zu einem nicht zufriedenstellenden Spinnvermögen des Rotors führen.

Weitere Einzelheiten sind aus Fig. 3 der Anmeldung zu entnehmen.

Hierbei ist erkennbar, daß die Fläche 16 des Verschleißringes 3 kraft- und formschlüssig an der innenliegenden, zugeordneten Fläche des Oberteils 2 anliegt, während die übrigen Flächen ein Spiel zu dem Verschleißring 3 aufweisen. Dies gilt insbesondere für die Gerade 23, die mit entsprechendem radialen Spiel zu dem Rotoroberteil 2 angeordnet ist.

Wichtig ist nun, daß die Schräge 9 durch die Kante 11 nach innen verlängert ist und hierdurch die Rotorrille 12 in axial einwärts gerichteter Richtung geringfügig überdeckt wird. Diese Überdeckung wird durch den Abstand 19 dargestellt, der im Bereich von etwa 0,2 bis 0,3 mm sein kann.

Dieser Abstand 19 und die Überdeckung der Nase 11 über die Schräge 22 des Verschleißringes 3 hinaus ist entscheidend wichtig, weil hierdurch die Qualität des Spinnprozesses verbessert wird. Die Fasern haben nämlich entlang der Rutschfläche, an der sie in Pfeilrichtung 24 entlanggleiten, eine sehr hohe Querbeschleunigung, die radial auswärts wirkt. Sie werden deshalb an der Kante 11 in Pfeilrichtung 25 umgelenkt und werden sofort auf die Schräge 22 des Verschleißringes geleitet, ohne bei Position 21 in Richtung auf die Gerade 23 und den dort befindlichen Spalt eingeklemmt zu werden.

Hierdurch werden also Einklemmungen von Faserresten in diesem Spalt bei Position 21, 23 verhindert.

In einer anderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß das Rotoroberteil 2 werkstoffeinstückig mit dem Verschleißring verbunden ist. Das bedeutet, daß die beiden Teile zu einem einzigen Teil vereinigt sind, und daß der Verschleißring unmittelbar in das Rotoroberteil 2 eingearbeitet ist. Eine solche Ausführung wird insbesondere dann bevorzugt, wenn das Rotoroberteil (2) insgesamt aus Keramik oder einem anderen und abriebbeständigen Material besteht.

Es wird also darauf hingewiesen, daß die vorliegende Erfindung insgesamt für drei verschiedene Erfindungen selbständigen Schutz beansprucht:

  • 1. Der Rotor, der aus einem lösbaren Rotorunterteil 1 und einem davon lösbaren Rotoroberteil 2 besteht,
  • 2. unabhängig von dem zweiteiligen Rotor die Ausbildung einer im wesentlichen axial in die Rotorrille einwärts gerichteten Nase als Verlängerung der Einlaufschräge 9,
  • 3. die Sitzeinpassung des Verschleißringes 3 mit einer radial außen liegenden Radialfläche 16, an der dieser kraft- und formschlüssig anliegt, während er zu den anderen Sitzflächen entsprechendes Spiel aufweist.

Es wird also im Rahmen der vorliegenden Erfindung für diese drei verschiedenen Erfindungsgegenstände selbständiger Schutz, unabhängig voneinander, beansprucht.

In einer anderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, daß das Rotoroberteil (2) werkstoffeinstückig mit dem Verschleißring verbunden ist. Das bedeutet, daß die beiden Teile zu einem einzigen Teil vereinigt sind, und daß der Verschleißring unmittelbar in das Rotoroberteil (2) eingearbeitet ist. Eine solche Ausführung wird insbesondere dann bevorzugt wenn das Rotoroberteil (2) insgesamt aus Keramik oder einem anderen hochfesten und abriebbeständigen Material besteht. Bezugszeichenliste 1 Rotor-Unterteil

2 Rotor-Oberteil

3 Verschleißring

4 Ansatz

5 Bohrung

6 Konus

7 Gewinde

8 Gewindeflansch

9 Einlaufschräge (Rutschfläche)

10 Rand

11 Kante

12 Rotorrille

13 Hinterschneidung

14 Sitzring

15 Sitzfläche

16 Radialfläche

17 Radialfläche

18 Radialfläche

19 Abstand

20 Flansch

21 Position

22 Schräge

23 Gerade

24 Pfeilrichtung

25 Pfeilrichtung


Anspruch[de]
  1. 1. Rotor für Offenend-Spinnmaschinen mit einem drehangetriebenen, rotationssymmetrischen, im wesentlichen einseitig offenen, topfförmigen Gehäuse, welches im Schnitt eine radial sich auswärts erweiternde Einlaufschräge ausbildet, welche in der Nähe des Gehäusebodens in eine Rotorrille mündet, und daß der Rotor mindestens zweiteilig ausgebildet ist und aus einem Rotoroberteil (2) sowie einem Rotorunterteil (1) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile (1, 2) lösbar miteinander verbunden sind, und daß zwischen den beiden Teilen (1, 2) ein die Rotorrille (12) ausbildender Verschleißring (3) auswechselbar angeordnet ist.
  2. 2. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschleißring (3) aus einem Keramikring besteht.
  3. 3. Rotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschleißring (3) aus einem Hartmetallring besteht.
  4. 4. Rotor nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil (1) und dem Rotoroberteil (2) als Gewindeschraubverbindung ausgebildet ist.
  5. 5. Rotor nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil (1) und dem Rotoroberteil (2) als Bajonettschraubverbindung ausgebildet ist.
  6. 6. Rotor nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil (1) und dem Rotoroberteil (2) als Magnethaftverbindung ausgebildet ist.
  7. 7. Rotor nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil (1) und dem Rotoroberteil (2) als Klebeverbindung ausgebildet ist und daß der für die Klebeverbindung verwendete Kleber unter Wärmeeinwirkung seine Klebekraft im wesentlichen verliert.
  8. 8. Rotor nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die lösbare Verbindung zwischen dem Rotorunterteil (1) und dem Rotoroberteil (2) als in axialer Richtung wirkende Steckverbindung ausgebildet ist.
  9. 9. Rotor nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß das Rotoroberteil (2) aus Keramik ausgebildet ist.
  10. 10. Rotor nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, daß das Rotoroberteil (2) aus einem Verbund aus Metall und Keramik ausgebildet ist.
  11. 11. Rotor nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß das Rotoroberteil (2) werkstoffeinstückig mit dem Verschleißring (3) ausgebildet ist.
  12. 12. Rotor nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß das Rotoroberteil (2) getrennt von dem Verschleißring ausgebildet ist.
  13. 13. Rotor für Offenend-Spinnmaschinen mit einem drehangetriebenen, rotationssymmetrischen, im wesentlichen einseitig offenen, topfförmigen Gehäuse, welches im Schnitt eine radial sich auswärts erweiternde Einlaufschräge ausbildet, welche in der Nähe des Gehäusebodens in eine Rotorrille mündet und daß der Rotor mindestens aus einem Rotoroberteil (2), sowie einem Rotorunterteil (1) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Rotoroberteil (2) eine ringsumlaufende, axial einwärts gerichtete Kante (11) aufweist, welche im wesentlichen die Einlaufschräge (9) verlängert und welche teilweise die Rotorrille (12) um einen Abstand (19) überdeckt.
  14. 14. Rotor für Offenend-Spinnmaschinen mit einem drehangetriebenen, rotationssymmetrischen, im wesentlichen einseitig offenen, topfförmigen Gehäuse, welches im Schnitt eine radial sich auswärts erweiternde Einlaufschräge ausbildet, welche in der Nähe des Gehäusebodens in eine Rotorrille mündet, und daß der Rotor mindestens zweiteilig ausgebildet ist und aus einem Rotoroberteil (2) sowie einem Rotorunterteil (1) besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzanpassung des Verschleißringes (3) mit einer radial außen liegenden Sitzfläche (16) bewerkstelligt wird, an der dieser Verschleißring (3) kraft- und formschlüssig an einer zugeordneten, radial einwärts gerichteten Fläche des Rotorunterteils (1) oder Rotoroberteils (2) anliegt und daß er mit den anderen Flächen (15, 17, 18) ein Spiel zu den benachbarten Flächen des Rotors (1, 2) aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com