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Dokumentenidentifikation DE19750482A1 12.05.1999
Titel Verwendung von Ligninen, Ligninderivaten, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonaten als UV-Schutzmittel zur Wirkungssteigerung und Verlängerung der Wirkungsdauer von biologischen Material zum Einsatz als biologische Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz
Anmelder Zschiegner, Hans-Joachim, Dr., 04279 Leipzig, DE
Erfinder Zschiegner, Hans-Joachim, Dr., 04279 Leipzig, DE
DE-Anmeldedatum 07.11.1997
DE-Aktenzeichen 19750482
Offenlegungstag 12.05.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.05.1999
IPC-Hauptklasse A01N 25/22

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung von Ligninen, Ligninderivaten, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonaten als UV-Schutzmittel zur Wirkungssteigerung und Verlängerung der Wirkungsdauer von biologischem Material zum Einsatz als biologische Pflanzenschutzmittel im Pflanzenschutz.

Vorgeschlagen wird die Einordnung 51 in Int. Cl. A 01 N 61/00.

Beschreibung der Erfindung und des Standes der bekannten technischen Lösungen

In der Fachwelt wird generell anerkannt, daß das Sonnenlicht den größten Einfluß auf die Wirksamkeit und die Wirkungsdauer von "biologischen Systemen" hat. Die UV-Strahlen des Sonnenlichtes schädigen die genannten "biologischen Systeme", wenn diese den UV-Strahlen ungeschützt ausgesetzt sind.

Im biologischen Pflanzenschutz werden "biologische Systeme" als Nützlinge zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen im Gewächshaus (Gemüse und Zierpflanzen) sowie im Freiland (Feldbau, Obstbau, Weinbau) eingesetzt.

Eine Übersicht über die verwendeten Nützlinge vermittelt eine Aufstellung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau, Oberwil (Schweiz) aus dem Jahre 1993, vergl. Anlage.

Weitere auch in Deutschland zugelassene biologischen Systeme wurden am 13. Februar 1997 auf der Heidelberger Tagung "Pflanzenschutz im ökologischen Gemüsebau" vorgestellt, so zum Beispiel:

  • - Pilzpräparat Cotans (Coniothyrium minitans) als Bodenantagonist zur Pilzkrankheit Sclerotinia Sclerotiorum (Kopfsalat, Gurke, Tomate, Stangenbohne);
  • - Verschiedene Bacillus thuringiensis - Präparate zur Bekämpfung von Schmetterlingsraupen in Kohlkulturen;
  • - Granulose-Viren gegen Obstschädlinge (Apfelwickler, Schalenwickler);
  • - Nematoden gegen Schnecken.

Weitere biologische Systeme werden in der aktuellen Pflanzenschutzliteratur beschrieben.

Für diese genannten biologischen Systeme gibt es zahlreiche Bestrebungen, um diese mit chemischen Mitteln, Pflanzenextrakten und physikalischen Methoden gegen die schädigenden Einflüsse der UV-Strahlen des Sonnenlichtes zu schützen.

Diese Aufgabe ist aber bisher höchst unvollkommen durch erfinderische Leistungen gelöst. Deshalb bedarf es weiterer erfinderischer Leistungen.

Die Verwendung von Ligninen, Ligninderivaten, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonaten als UV-Schutzmittel im Pflanzenschutz ist nicht bekannt.

Die Verwendung der genannten Mittel ist auch nicht bekannt zum Schutz von lichtempfindlichen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen (z. B. Pyrethrumextrakte).

Die bezeichneten Substanzen sind auch keine zugelassenen UV-Schutzmittel im Bereich der Kosmetik (Sonnenschutzmittel) und der Medizin (medizinische Hautcrems).

Bekannt ist jedoch die Verwendung von Ligninen, Ligninderivaten, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonaten als Pflanzenstärkungsmittel.

Bei dieser Verwendung geht es um die Induktion pflanzeneigener Abwehrkräfte zur Prophylaxe und Metaphylaxe von Infektionskrankheiten bei Pflanzen.

Hinsichtlich weiterer Details wird auf die Offenlegungsschrift DE 44 04 860 A1 beim Deutschen Patentamt verwiesen.

Darlegung des Wesens der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde Lignine, Ligninderivate, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonate als neuartige UV-Schutzmittel für biologische Systeme und lichtempfindliche Pflanzenschutzmittelwirkstoffe sowie lichtempfindliche Pflanzenstärkungsmittel (bevorzugt Pflanzenextrakte) zu verwenden.

Die Verwendung als UV-Schutzmittel für biologische Systeme entspricht einer neuen Verwendung dieser Mittel im Pflanzenschutz.

Die Durchführung dieser neuen Verwendungsart mit den bezeichneten Mitteln bedarf erfinderischer Leistungen.

Verwendet werden Mittel, wie sie bereits in der Offenlegungsschrift DE 44 04 860 A1 beim Deutschen Patentamt beschrieben sind.

Darüber hinaus wird hinsichtlich der Charakterisierung der Mittel auf Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. neubearbeitete und erweiterte Auflage, Band 16, Verlag Chemie GmbH Weinheim 1978 sowie VCH-Verlagsgesellschaft Weinheim 1990 verwiesen.

Die bezeichneten Mittel absorbieren UV-Licht einer Wellenlänge von 205 nm bis 350 nm.

Dadurch sind Lignine, Ligninderivate, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonate als "UV-Breitbandfilter" für eine neue Verwendung im Pflanzenschutz einsetzbar.

Genannte Mittel absorbieren sowohl UV-A-Strahlung (400-320 nm), UV-B-Strahlung (320-285 nm) und UV-C-Strahlung (285-100 nm).

Diese UV-Breitband-Schutzwirkung schützt biologische Systeme und lichtempfindliche Pflanzenextrakte (Pflanzenschutzmittel, Pflanzenstärkungsmittel) effektiv vor Wirkungsverlusten.

Eine weitere Wirkungssteigerung der bezeichneten Lignine, Ligninderivate, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonate als UV-Schutzmittel im Pflanzenschutz wird erreicht, wenn sie als galenische Zubereitungsformen (Formulierungen) in Kombination mit Lipidextrakten, Ölen, Lecithinextrakten sowie Vitamin A-, C- und Vitamin E-haltigen Substanzen zur Anwendung kommen.

Die Anwendung der bezeichneten Mittel im Pflanzenschutz geschieht in der Weise, daß sie den "biologischen Systemen" zugesetzt und gemeinsam mit diesen appliziert werden.

Zweckmäßig ist weiterhin eine Behandlung der biologischen Systeme und lichtempfindlichen Substanzen mit UV-Sonnenschutzmitteln unmittelbar nach ihrer Anwendung als "Nützlinge" oder "Pflanzenschutzmittel" im Pflanzenschutz, soweit sie nicht gemeinsam auf diesen ausgebracht werden können.

Eine kombinierte Ausbringung ist aber aus ökonomischen Gründen zu empfehlen und die spezifischen Verhältnisse der gemeinsamen Applikation müssen an jedes einzelne biologische System angepaßt werden.

Ausführungsbeispiele Beispiel 1

Der UV-Schutz von biologischen Systemen hat sehr große Bedeutung für den biologischen Pflanzenschutz im Bio-Baumwollanbau in Ägypten und anderen Ländern mit bedeutender Baumwollproduktion zur Gewinnung von Baumwolle, die nicht mit persistenten und giftigen Pestizid-Schadstoffen belastet sein soll.

Bedeutende Baumwollschädlinge, wie

  • - Egytian cotton leaf worm (Spotoptera littoralis, Spotoptera exigua),
  • - Black cut worms (Agrotis ipsilon, Agrotis segetum)

    und andere schädigende Raupen,

können effektiv mit insektenpathogenen Viren (z. B. Polyhedrose-Viren) bekämpft werden.

Zu diesem Zweck wurden in experimentellen Untersuchungen Larven der genannten Baumwollschädlinge mit Virussuspensionen der genannten insektenpathogenen Viren infiziert. Dadurch erkranken die Baumwollschädlinge und sterben sehr schnell ab bevor sie nennenswerte Schäden an den Baumwollkulturen verursachen können.

Polyhedrose-Viren sind aber UV-empfindlich und müssen daher mit UV-Schutzmitteln behandelt werden.

Dies geschieht in der Weise, daß Lignine, Ligninderivate, Lingninsulfonsäuren oder Ligninsulfonate den Virussuspensionen als UV-Schutzmittel zugesetzt werden.

Die UV-Schutzmittel werden gemeinsam mit der Virussuspension ausgebracht, wobei die UV-Schutzmittel in dem Konzentrationsbereich von 0,01% bis 0,1% Wirkstoffgehalt angewendet werden.

In dieser Weise behandelte Polyhedrose-Viren zeigten bei intensiver UV-Bestrahlung eine wesentlich höhere Beständigkeit (Erhaltung der Infektiosität der Viren) und Wirkungsdauer als unbehandelte Virussuspensionen.

Die Infektiositätsdauer der behandelten Virussuspensionen konnte bis um das 30-fache verlängert werden im Vergleich zu unbehandelten biologischen Material.

Beispiel 2

Die UV-Schutzwirkung der beschriebenen Mittel gemäß Beispiel 1 schützt auch Granulose-Viren zur Bekämpfung des Apfelwicklers und des Schalenwicklers im Obstbau.

Beispiel 3

Lignine, Ligninderivate, Ligninsulfonsäuren und Ligninsulfonate eignen sich auch als effektive UV-Schutzmittel für lichtempfindliche Substanzen (z. B. Pyrethrumextrakte), die im Pflanzenschutz zur Anwendung kommen.








Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung von UV-Schutzmitteln im Pflanzenschutz zum Schutz von lichtempfindlichen biologischen-Systemen oder Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß die UV-Schutzmittel Lignine, Ligninderivate, Ligninsulfonsäuren oder Ligninsulfonate sind oder diese als Wirkstoffbestandteil enthalten.
  2. 2. Verwendung von UV-Schutzmitteln im Pflanzenschutz gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie allein oder in Kombination mit pharmazeutischen Hilfsstoffen (z. B. Emulgatoren, Öl-Wasser-Emulsionen, Wasser-Öl-Emulsionen) oder weiteren Substanzen (Vitamine A, C, E) oder Lipidextrakten oder Lecithinextrakten zur Anwendung kommen.






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