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Dokumentenidentifikation DE69601348T2 27.05.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0776117
Titel Überspannungsschutzvorrichtung für eine Fernsprecheinrichtung
Anmelder France Télécom, Paris, FR;
Rousseaux Electronique Informatique (S.A.R.L.), Epinay-sur-Seine, FR
Erfinder Houze, Patrice, Cabinet Ballot Schmit, 94230 Cachan, FR;
Rousseaux, Jean-Claude, 94230 Cachan, FR
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, Anwaltssozietät, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69601348
Vertragsstaaten DE, GB
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 22.11.1996
EP-Aktenzeichen 964025274
EP-Offenlegungsdatum 28.05.1997
EP date of grant 13.01.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.05.1999
IPC-Hauptklasse H04M 1/74
IPC-Nebenklasse H04M 3/18   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Vorrichtungen, die ermöglichen, Fernsprechanlagen sowie die mit diesen Anlagen verbundenen Fernsprechleitungen und eventuell sogar Einrichtungen wie die am anderen Ende der Fernsprechleitung befindliche automatische Vermittlungszentrale gegen gegen Blitzschlag zu schützen.

Man weiß, daß die mit den Fernsprechleitungen und dem Stromnetz verbundenen Geräte besonders den Wirkungen des Blitzschlags ausgesetzt sind. Dieser entwickelt durch Induktion längs dieser Leitungen sehr hohe Spannungen, die in diese Anlagen geleitet werden.

Solange diese Anlagen im wesentlichen aus passiven Fernsprechapparaten bestanden, hielten sich die Schäden in Grenzen und ein Schutz war relativ einfach herzustellen.

Heute sind die Fernsprechanlagen hochentwickelt und kompliziert und selbst der einfachste Fernsprechapparat enthält eine bestimmte Anzahl elektronischer Bauteile, die sehr empfindlich gegen Überspannungen sind.

Zudem werden neben den Fernsprechapparaten immer mehr andere Terminals benutzt, z. B. Telefaxgeräte, Anrufbeantworter oder sogar mit einer Adapterkarte ausgerüstete Mikrocomputer.

Diese Geräte sind schon wegen ihrer elektronischen Komponenten gegen Überspannung empfindlich, und das Problem vergrößert sich in dem Maße, wie die Miniaturisierung und die Integration fortschreiten.

Die Situation wird dadurch erschwert, daß die Störungsbeseitigung, wenn nicht gar unmöglich, zumindest nicht wirtschaftlich ist, insbesondere nicht bei den Massenprodukten.

Man ist daher oft schon nach einem einfachen Unwetter gezwungen, den ganzen Apparat wegzuwerfen und zu ersetzen. Dies ist ärgerlich, insbesondere für das Markenimage der Hersteller und den Betreiber des Fernsprechnetzes.

Generell werden gegen Überspannungen nichtlineare Vorrichtungen eingesetzt, die bei den üblichen Benutzungs spannungen der Geräte einen sehr hohen Widerstand haben, der jedoch ab einer hohen, für das Gerät aber noch nicht schädlichen Spannung sehr klein wird.

Bei einer Fernsprechleitung ist es üblich, zwischen zwei den beiden Drähten der Leitung einen Varistor einzuschalten, der ermöglicht, einen Schutz gegen die differentiellen bzw. ungleichartigen Störungen (les defauts en mode differentiel) zu erhalten, und zwischen jedem Draht dieser Leitung und einer Schutzerde Gasentladungsableiter einzuschalten, die ermöglichen, einen Schutz gegen die gleichartigen Störungen (les defauts en mode commun) zu erhalten.

Diese Schutzart erfordert zunächst, daß Erdung möglich ist und vor allem aufrechterhalten wird, und außerdem, daß der Widerstandswert dieser Erde ausreichend klein ist, was bei weitem nicht immer der Fall ist.

In dem häufigen Fall, wo die Erde eine zu hohe Impedanz aufweist, riskiert man, daß sich Störungen durch diese Impedanz rückwärts ausbreiten, insbesondere dann, wenn das elektrische Netz betroffen ist und die Ableiter, die dieses häufig schützen, eine gleichartige Störung (en mode commun) in die Erde leiten, die in die Fernsprechleitung zurückschlägt.

Festzustellen ist, daß eine solche Störung Schäden nicht nur an den Fernsprechanlagen sondern auch an den Fernsprechleitungen verursachen kann.

Man findet im Handel gegenwärtig diverse Vorrichtungen, die man zwischen die Fernsprechleitung und die mit ihr verbundene Anlage einfügen kann und eventuell zwischen die Steckdose und den Stecker, über die diese Fernsprechanlage mit elektrischer Energie versorgt wird, wenn sie benötigt wird.

Diese Vorrichtungen bringen jedoch keinen zusätzlichen empfindlichen Schutz in bezug auf den oben beschrieben, denn sie beruhen grundsätzlich auf demselben Prinzip, d. h. einer Kombination von Varistoren und Ableitern, eventuell verbunden mit einer Schutzerde.

Das Dokument US-A-4 980 911 beschreibt eine Schaltung zur Eliminierung von Durchgangs- bzw. Momentansignalen in einem metallischen paarverseilten Kabel, das eine Fernsprechanlage und eine Fernsprechzentrale verbindet und eine vorübergehende Isolierung der Anlage ermöglicht.

Um die Fernsprechanlagen sowie die Fernsprechleitungen wirksam zu schützen, schlägt die Erfindung eine Schutzvorrichtung einer Fernsprechanlage und der sie bedienenden Fernsprechleitung gegen Blitzschlag vor, wobei diese Leitung einen Satz Überspannungsableiter umfaßt, die mit einer Schutzerde verbunden sind und diese Vorrichtung dabei hauptsächlich dadurch gekennzeichnet ist, daß sie einen ersten Satz von Kontakten umfaßt, die außerhalb der Betriebsperioden der Anlage ermöglichen, diese Anlage galvanisch von der Telephonleitung zu trennen, und einen zweiten Satz von Kontakten, die ermöglichen, simultan die Leitung galvanisch von der Erde zu trennen, und dadurch, daß sie eine Steuerstromkreis mit starker Isolierung umfaßt, der die Anlage und die Leitung auf nicht-galvanische Weise verbindet und Einrichtungen umfaßt, um ein von der Leitung kommendes Anrufsignal oder ein von der Anlage kommendes Abhebsignal zu detektieren und um bei der Detektion eines dieser Signale die beiden Kontaktsätze zu betätigen, um die galvanische Verbindung zwischen einerseits der Anlage und der Leitung und andererseits der Leitung und der Erde über die Überspannungsableiter wiederherzustellen; wobei diese Einrichtungen ermöglichen, die Kontaktsätze umgekehrt zu betätigen, um die galvanischen Trennungen nach dem Verschwinden des Abhebsignals wiederherzustellen.

Nach einer anderen Charakteristik der Erfindung hat die Isolation des zweiten Kontaksatzes einen ersten Wert, die Isolation des ersten Kontaktsatzens einen zweiten Wert, höher als der erste, und die Isolation des Steuerstromkreises einen dritten Wert, höher als der zweite.

Nach einer weiteren Charakteristik der Erfindung sind die drei Isolationswerte im wesentlichen gleich 6 kV, 8 kV und 10 kV.

Nach einer weiteren Charakteristik der Erfindung umfaßt die Vorrichtung einen Transformator, um die genannte nicht-galvanische Verbindung herzustellen.

Nach einer weiteren Charakteristik der Erfindung umfaßt die Vorrichtung eine mit einem Phototransistor gekoppelte Photodiode, um die genannte nicht-galvanische Verbindung herzustellen.

Nach einer weiteren Charakteristik der Erfindung werden die Kontaktsätze durch einen über die Telephonleitung gespeisten Mikromotor betätigt.

Nach einer weiteren Charakteristik der Erfindung umfaßt die Anlage eine Stromnetz-Versorgung, wobei die Schutzvorrichtung ebenfalls die Unterbrechung dieser Versorgung ermöglicht.

Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden, erläuternden und nicht einschränkenden Beschreibung hervor, bezogen auf die beigefügten Figuren:

- die Fig. 1 ist eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, einerseits mit einer Fernsprechleitung und andererseits mit einer Fernsprechanlage verbunden;

- die Fig. 2 ist eine schematische Ansicht einer komplementären Vorrichtung, ebenfalls dazu bestimmt, die Anlage und die Leitung gegen im Stromnetz auftretende Störungen zu schützen;

- die Fig. 3 ist eine detailliertere Ansicht der Steuerschaltung der Fig. 1; und

- die Fig. 4 ist ein Chronogramm der Funktionsweise der Kontakte in Abhängigkeit von dem Motorweg bzw. der Motordrehung.

In Fig. 1 umfaßt eine zweiadrige Fernsprechleitung zwei Leiter L1 und L2, verbunden mit einer nicht dargestellten Terminalanlage, schematisiert durch die Anschlüsse T1 und T2.

Einerseits werden die Leitung und das Terminal werden durch die Schutzvorrichtungen 101 und 102, z. B. Varistoren, geschützt, die auf der einen Seite die beiden Drähte der Fernsprechleitung und auf der anderen Seite die beiden Verbindungsdrähte zur Fernsprechanlage kurzschließen.

Sobald eine Überspannung zwischen den Drähten der Leitung oder eventuell zwischen den Drähten der Terminalanlage auftritt, wird sie von diesen Einrichtungen absorbiert, die die exzessiven Überspannungen differentieller Art absorbieren.

Andererseits ist die Fernsprechleitung mit einem System von wenigstens zwei Überspannungsableitern 103 ausgerüstet, die ermöglichen, die beiden Drähte dieser Leitung mit einer Schutzerde zu verbinden.

Diese Überspannungsableiter reagieren, wenn gleichzeitig an beiden Drähten der Leitung eine Überspannung auftritt, und sie leiten die von dieser gleichen Überspannung in beiden Drähten stammende Energie in die Schutzerde.

Wie schon weiter oben erwähnt ist klar, daß im Falle einer zu großen Impedanz dieser Schutzerde eine in dieser auftretende Potentialdifferenz, die z. B. von einem Durchschlag ins Stromnetz stammt, in die Leitung und die Fernsprechanlage gelangen und diese beschädigen kann.

Erfindungsgemäß umfaßt die Schutzvorrichtung einen Satz von zwei Kontakten 104 und 105, installiert zwischen der Fernsprechleitung und der Fernsprechanlage, jeweils in jeder der beiden Drahtverbindungen der Leitung, so daß man die Anlage und die Leitung außerhalb der Betriebszeiten dieser Anlage voneinander trennen kann. Diese Kontaktsätze sind vorgesehen, um die Überspannungen auszuhalten, die in der großen Mehrheit der Fälle auftreten können. Die Trennung zwischen den am nächsten beieinanderbefindlichen Leiterpunkten beträgt also ungefähr 8 mm in Luft.

Bei der dargestellten Ausführungsart umfaßt die Schutzvorrichtung außerdem einen weiteren Satz Kontakte 106 (einen einzigen in der Figur), der ermöglicht, die Ableiter 103 von der Schutzerde zu trennen, wieder außerhalb der Betriebsperioden der Fernsprechanlage.

Bei der derart von der Leitung getrennten Fernsprechanlage muß die Verbindung mit Hilfe des Kontaktsatzes 104/105 einerseits dann herstellbar sein, wenn auf der Leitung ein Anrufsignal von der entfernten automatischen Vermittlungszentrale eintrifft, mit der sie verbunden ist, und andererseits dann, wenn der Benutzer der Anlage sich ihrer bedienen möchte, d. h. im Falle eines Fernsprechapparats, wenn er den Höher abnimmt.

Dazu umfaßt die Schutzvorrichtung zusätzlich eine Steuerschaltung 107, die einerseits mit der Leitung L1/L2 und andererseits mit der Fernsprechanlage T1/T2 verbunden ist, die aber so konzipiert ist, daß sie eine galvanische Trennung zwischen der Leitung und der Anlage gewährleistet. Es sei daran erinnert, daß der Begriff "galvanische Trennung" alle Fälle betrifft, wo die direkte Verbindung durch Leitungen unterbrochen ist, wobei die Verbindung durch andere geeignete Einrichtungen, z. B. magnetische (Transformator), kapazitive (Kondensator), optoelektronische ..., aufrechterhalten werden kann.

Diese Steuerschaltung umfaßt einerseits Detektionseinrichtungen 108, die das Eintreffen eines Anrufsignal auf der Leitung detektieren. Dieses Anrufsignal hat bei den üblichen Fernsprechapparaten herkömmlicherweise eine Frequenz F1 von 50 Hz und eine Spannung von 80 V.

Die Steuerschaltung umfaßt auch eine Detektionsschaltung 109 der Inbetriebnahme der Terminalanlage. Diese Detektionsschaltung stellt z. B. die Impedanzveränderung dieser Anlage fest, wenn z. B. durch Abheben des Hörers ein Kontakt geschlossen wird.

Diese Detektionseinrichtungen 108 und 109 ermöglichen dann, ein Steuersignal P an die Kontakte 104 bis 106 zu senden. Dieses Signal ist in der Figur dargestellt durch die Schließung eines weiteren in der Steuerschaltung enthaltenen Kontakts 110, der eine Versorgungsquelle 111 anschließt, die das Signal P an die verschiedenen Kontakte sendet.

Mit diesem elektrischen Signal P wird z. B. ein Mikromotor gespeist, der diese Kontakte mittels eines Satzes Kurvenscheiben schließt.

Die Fernsprechanlage ist also außerhalb ihrer Betriebszeitabschnitte von der Fernsprechleitung getrennt und die Fernsprechleitung selbst ist von der Schutzerde getrennt.

Bei Inbetriebnahme der Anlage, entweder durch die Detektion eines Anrufsignals oder durch die Detektion eines Eigenbedarfs (Hörerabheben), befiehlt die Steuerschaltung 107, die die beiden entsprechenden Signale detektiert, die Schließung der Kontakte 104 und 105, die die Fernsprechanlage mit der Leitung verbinden und dadurch ihre Inbetriebnahme ermöglichen. Sie befiehlt ebenfalls die Schließung des Kontakts 106, der die Schutzableiter der Fernsprechleitung erdet und dadurch diese gegen die gleichartigen Störungen schützt, die sich ereignen können, wenn die Fernsprechanlage in Betrieb ist.

Bei Stillstand der Fernsprechanlage detektiert die Schaltung 107 diesen Stillstand durch die weiter oben beschriebenen Einrichtungen, die in der Figur mit der Schaltung 109 zusammenfallen, und steuert die Öffnung der Kontakte 104 und 105, was die Fernsprechanlage isoliert und folglich schützt.

Sie steuert ebenfalls die Öffnung des Kontakts 106, was die Fernsprechleitung gegen Rückleitungsdefekte schützt, die von einem Durchschlag in eine äußere Leitung wie z. B. dem Netz stammen und über die Schutzerde in die Fernsprechleitung gelangen.

Es ist klar, daß all diese Organe nur eine begrenzte dielektrische Festigkeit bzw. Durchschlagsfestigkeit haben, und daß eine sehr große Überspannung, die z. B. von einem heftigen und/oder sehr nahen Blitzschlag stammt, die durch diese verschiedenen Organe hergestellte Isolierung überwinden kann.

Um die Schäden eines solchen Durchschlags möglichst zu begrenzen, schlägt die Erfindung ebenfalls vor, unter den Isolationen dieser verschiedenen Organe absichtlich eine bestimmte Hierarchie festzulegen.

So soll der Kontakt 106 der Kontakt mit der schwächsten Isolation sein, damit z. B. die direkt von einem Einschlag in die Fernsprechleitung stammenden Überspannungen vorrangig in die Erde abfließen.

Dann, wenn die Überspannung noch stärker ist, beginnen die Kontakte 104 und 105 zu leiten.

Die Steuerschaltung 107 schließlich weist die maximale Isolation auf, um keinen Schwachpunkt darzustellen in bezug auf die Isolation, die die Kontakte 104 und 105 gewährleisten.

Folgende Werte können als Beispiel dienen: eine Isolation von 6 kV für den Kontakt 106, von 8 kV für die Kontakte 104 und 105 und von 10 kV für die Steuerschaltung.

Wie oben erwähnt, besteht im Falle eines Gewitters die Gefahr, daß es bei den im Rahmen einer Fernsprechanlage angeschlossenen Geräten, z. B. bei einem Telefaxgerät, zu einer Überspannungsrückleitung durch die Stromleitung kommt.

In diesem Fall schlägt die Erfindung als Verbesserung vor, das durch die Steuerschaltung gelieferte Signal P zu benutzen, um - wie dargestellt in Fig. 2 -, einen Satz Kontakte 112/113 zu betätigen, die ermöglichen, den Netzeingangsanschluß A1/A2 der Fernsprechanlage vom Stromnetz zu trennen.

Wenn die elektrische Versorgung mit Niederspannungs- Blitzschutzsicherungen 114 ausgestattet ist, werden die Kontakte 112, 113 so angeordnet, daß sich diese Blitzschutzsicherungen auf der Netzseite befinden und nicht auf der mit der Fernsprechanlage verbundenen Seite.

In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einer Beschreibung einer Ausführungsart der Steuerschaltung 107 für den Fall dargestellt, daß eine Leitung mit einem normalen Fernsprechapparat verbunden ist, und in Fig. 4 zeigt ein Chonogramm die Folge der Schließungen und Öffnungen der verschiedenen Kontakte in Abhängigkeit von der Mikromotordrehung. In diesem Chronogramm bedeuten die fetten schwarzen Striche den geschlossenen Zustand der Kontakte.

Die Leitung L1/L2 ist über einen Kontakt 115, geschlossen bei aufgelegtem Hörer, mit der Abhebsignal-Detektionsschaltung 109 verbunden. Diese, die weiter unten beschrieben wird, enthält vor allem die Primärseite eines Stromtransformators 116. Die Sekundärseite dieses Transformators, in der Figur schematisiert durch einen Block 123, ist mit dem Apparat 117 des Fernsprechteilnehmers über einen Kontakt 118 verbunden, der bei aufgelegtem Hörer geschlossen ist.

Die galvanische Trennung zwischen der Leitung und dem Apparat ist also sichergestellt, wenn die Kontakte 104/105, die sich in der direkten Verbindung zwischen der Leitung und dem Apparat befinden, geöffnet sind. Es ist dieser Transformator, der die als höher definierte Isolation von z. B. 10 kV aufweist. Dazu verwendet man bei diesem Transformator vorzugsweise einen Ferritkern, der eine gute Isolation der Primär- und Sekundärkreise ermöglicht.

Die Leitung ist über einen Kontakt 119, geschlossen bei aufgelegtem Hörer, auch mit einer Anrufdetektionsschaltung 108 verbunden. Diese umfaßt z. B. einen Transformator des 50 Hz-Typs, dessen Primärseite in Reihe geschaltet ist mit einem Kondensator. Die Vermittlungszentrale sieht sie also wie eine klassische Anrufschaltung.

Das zur Sekundärseite des Tranformators übertragene Anrufsignal (Klingelsignal) wird also detektiert, z. B. mittels Gleichrichtung mit Schwellenwert, und es wird ein "+"-Steuersignal an einen Mikromotor 120 adressiert, der die Schließung und/oder Öffnung der verschiedenen Kontakte nach dem Chronogramm der Fig. 4 tätigt.

Die im Handel erhältlichen Mikromotoren haben einen ausreichend niedrigen Verbrauch, um sie notfalls über eine normale Fernsprechleitung bei abgehobenem Hörer versorgen zu können, so daß sie eine ausreichende mechanische Leistung aufbringen, um diese diversen Kontaktsätze schließen zu können. Die bei aufgelegtem Hörer zulässige Leistung in der Leitung ist hingegen nicht ausreichend. Man versorgt diesen Mikromotor daher aus der Leitung über einen nicht dargestellten Pufferkreis, der z. B. einen Kondensator umfaßt, der durch den schwachen Strom aufgeladen wird, der bei aufgelegtem Hörer aus der Leitung entnommen werden kann. Im allgemeinen verfügt man über genügend Zeit für diese Aufladung. Selbstverständlich könnte der Mikromotor durch das Netz versorgt werden.

Wie das Chronogramm zeigt, werden zuerst die Abhebsignal- Detektionsschaltung und der Isolationstransformator durch die Kontakte 115 und 118 isoliert. Der Motor setzt dann seinen Weg bzw. seine Drehung eine gewisse Zeit lang fort und isoliert dann durch den Kontakt 119 simultan die Anrufsignal-Detektionsschaltung 108, verbindet den Fernsprechapparat durch die Kontakte 104/105 mit der Fernsprechleitung und verbindet mit dieser Leitung durch einen Kontakt 122 eine Auflegsignal-Detektionsschaltung 121, die weiter unten beschrieben wird.

Bei der derart geschlossenen Leitung liegt das Anrufsignal zuerst am Fernsprechapparat an, in dem es auf bekannte Weise die Klingel 124 läuten läßt.

Wenn der Benutzer dann seinen Hörer abnimmt, wird der Apparat aus der Leitung über die Kontakte 104 und 105 mit Gleichstrom versorgt. Die am anderen Ende dieser Leitung befindliche Vermittlungszentrale detektiert das Abheben aufgrund der Stromschwankung und startet dementsprechende Aktionen.

Wenn der Benutzer am Ende der Benutzung des Apparats seinen Hörer auflegt, unterbricht er den Stromfluß in der Leitung, was eine zu einer Veränderung der Spannung in dieser führt. Diese Veränderungen werden auf bekannte Weise von der Vermittlungszentrale detektiert, die dann ihrerseits bei sich die Verbindung abbricht.

Ebenso detektiert die Auflegsignal-Detektionsschaltung 121 eine dieser Schwankungen, z. B. mittels einer Schwellenwertschaltung, und adressiert ein "-"-Signal an den Motor 120.

Dieser dreht sich dann in umgekehrter Richtung, bezogen auf die weiter oben hinsichtlich der Herstellung der Verbindung mit dem Apparat beschriebenen, und er tätigt die Schließung und/oder Öffnung der verschiedenen Kontakte entsprechend dem Chronogramm der Fig. 4, betrachtet in Richtung von "+" nach "-". Der Apparat wird dann galvanisch von der Leitung getrennt, mit der er nur durch den Transformator 116 verbunden ist.

Um das Abheben des Hörers durch den Benutzer zu detektieren, wenn dieser Telefonieren will, während die Kontakte 104/105 geöffnet sind, benutzt man in der Schaltung 109 z. B. ein Element des Typs monostabile Kippschaltung, das ermöglicht, in die Primärseite des Transformators 116 sehr kurze Impulse einzuspeisen, z. B. ungefähr 10 ms lang, die sich mit einem ziemlich langsamen Rhytmus von z. B. 30 bis 60 Hz wiederholen. Die über eine im Ruhezustand befindliche Fernsprechleitung lieferbare Leistung reicht aus, um dieses Resultat zu erzielen. Diese Impulse werden durch die Sekundärseite in den Fernsprechapparat eingespeist und der entsprechende Strom ist sehr schwach, wenn der Hörer aufgelegt ist. Beim Abheben des Hörers erhöht sich dieser Strom stark und diese Erhöhung oder der entsprechende Spannungsabfall werden in der Schaltung 109 detektiert, z. B. durch eine Schwellenschaltung. Die Schaltung 109 sendet dann ein "+"-Signal an den Motor 120, und dieser betätigt die verschiedenen Kontakte wie bei der Detektion des Anrufsignals, um den Fernsprechapparat mit der Leitung zu verbinden.

In dem Fall, wo man anstatt des Transformators 116 eine optoelektronische Verbindung benutzt, kann man auf der Seite des Apparats, in dem Block 123, der in der Figur die Sekundärseite darstellt, eine elektrische Hilfsenergiequelle vorsehen, z. B. eine Batterie mit langer Lebensdauer. Diese Quelle speist eine in dem Block angebrachte Photodiode, die optisch, mit ausreichender Isolation, mit einem Phototransistor verbunden ist, der sich in dem Block 109 befindet. Im aufgelegten Zustand ermöglicht die Anrufdetektionsschaltung nicht die Versorgung der Photodiode wegen ihres Kondensators. Wenn der Teilnehmer den Höhrer 125 abnimmt, um anzurufen, speist die Batterie diese Photodiode über den Kreis 125 des Höhrers. Das abgestrahlte Licht erregt den Phototransistor und die Detektion des empfangenen Signals durch die Schaltung 109 ermöglicht, den Motor 120 zu steuern. Wenn der Kontakt 118 sich öffnet, wird die Batterie von der Photodiode getrennt und kann daher den Betrieb des Apparats nicht stören.

Man sieht also, daß die oben beschriebene Steuerschaltung die Betätigung der Kontakte 104 und 105 und selbstverständlich der anderen notwendigen Kontakte ermöglicht, um die Fernsprechanlage zu verbinden, wenn der Teilnehmer anruft oder angerufen wird, und um diese Verbindung nach dem Auflegen wieder zu trennen.


Anspruch[de]

1. Überspannungs- bzw. Blitzschutzvorrichtung für eine Fernsprecheinrichtung (T1, T2) und die Telephonleitung (L1, L2), an die sie angeschlossen ist, wobei diese Leitung einen Satz Überspannungsableiter (103) umfaßt, die mit einer Schutzerde verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen ersten Satz von Kontakten (104, 105) umfaßt, die außerhalb der Betriebsperioden der Anlage ermöglichen, diese Anlage galvanisch von der Telephonleitung zu trennen, und einen zweiten Satz von Kontakten (106), die ermöglichen, simultan die Leitung galvanisch von der Erde zu trennen, und dadurch, daß sie eine Steuerstromkreis mit starker Isolierung (107) umfaßt, der die Anlage und die Leitung auf nicht-galvanische Weise verbindet, und Einrichtungen (108, 109) umfaßt, um ein von der Leitung kommendes Anrufsignal oder ein von der Anlage kommendes Abhebsignal zu detektieren und um bei der Detektion eines dieser Signale die beiden Kontaktsätze zu betätigen, um die galvanische Verbindung zwischen einerseits der Anlage und der Leitung und andererseits der Leitung und der Erde über die Überspannungsableiter wiederherzustellen; wobei diese Einrichtungen ermöglichen, die Kontaktsätze umgekehrt zu betätigen, um die galvanischen Trennungen nach dem Verschwinden des Abhebsignals wiederherzustellen.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolation des zweiten Kontaksatzes (106) einen ersten Wert darstellt, die Isolation des ersten Kontaktsatzens (104, 105) einen zweiten Wert darstellt, höher als der erste, und die Isolation des Steuerstromkreises (107) einen dritten Wert darstellt, höher als der zweite.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die drei Isolationswerte im wesentlichen gleich 6 kV, 8 kV und 10 KV sind.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Transformator (116) umfaßt, um die genannte nicht-galvanische Verbindung herzustellen.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine mit einem Phototransistor gekoppelte Photodiode umfaßt, um die genannte nicht-galvanische Verbindung herzustellen.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktsätze (104-106) durch einen über die Telephonleitung gespeisten Mikromotor (120) betätigt werden.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktsätze (104-106) durch einen aus dem Stromnetz gespeisten Motor (120) betätigt werden.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlage eine Stromnetz-Versorgung umfaßt, wobei die Schutzvorrichtung ebenfalls die Unterbrechung (112, 113) dieser Versorgung ermöglicht.







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