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Dokumentenidentifikation DE19525412C2 02.06.1999
Titel Treppe mit Holzstufen
Anmelder Seyfried, Markus, 97877 Wertheim, DE;
Seyfried, Stefan, 97877 Wertheim, DE
Erfinder Seyfried, Markus, 97877 Wertheim, DE;
Seyfried, Stefan, 97877 Wertheim, DE
Vertreter Pöhner, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 97070 Würzburg
DE-Anmeldedatum 12.07.1995
DE-Aktenzeichen 19525412
Offenlegungstag 16.01.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.1999
IPC-Hauptklasse E04F 11/108
IPC-Nebenklasse E04F 11/17   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Treppe mit hölzernen Stufen, die auf oder in einer Tragekonstruktion befestigt sind und eine an die vordere Kante angrenzende Aussparung der Trittfläche aufweisen, bei denen die Aussparung mit der Stufenoberseite fluchtend durch eine Trittplatte aus abriebfestem Material ausgefüllt ist.

Bei der Errichtung von Gebäuden und ihrem Innenausbau finden sowohl Treppen aus Holz als auch aus Stein bzw. Beton Verwendung. Steinerne Treppen sind aufgrund der Härte ihrer Oberfläche langlebig, robust und pflegeleicht, wobei das Material jedoch gleichzeitig die Nachteile einer geringen Zugbelastbarkeit, so daß die Stufen in hinreichender Dicke auszuführen sind, sowie einer hohen Dichte aufweist. Zur Aufnahme des damit verbundenen Eigengewichtes ist eine hinreichende Stärke der Treppe bzw. eine geeignete Unterstützung der Stufen notwendig, wobei ein nachträglicher Einbau einer steinernen Treppe sich aus statischen Gründen vielfach verbietet. Weiterhin weisen steinerne Treppen eine hohe Wärmeleitfähigkeit auf, so daß das Material bei Berührung kalt erscheint und aus diesem Grunde im Inneren von Wohnungen nur sehr begrenzte Anwendungen findet.

Hölzerne Treppen sowie Treppen mit Holzstufen, die auf einem z. B. stählernen Gestell befestigt sind, lassen sich infolge der höheren Zugbelastbarkeit des Materials mit einer wesentlich größeren Konstruktionsvielfalt herstellen, wobei die Unterstützungskonstruktion meist lediglich aus einem oder zwei Trägern besteht. In der Folge ist speziell bei einem nachträglichen oder ersatzweisen Einbau der Treppe eine wesentlich bessere Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten möglich, etwa ein geringes Raumangebot oder eine geringe Tragfähigkeit des Gebäudes, wobei sich auch ästhetische Anforderungen in hohem Maße berücksichtigen lassen. Die geringere Wärmeleitung läßt Holz bei der Berührung warm erscheinen und sein wohnlicher Charakter macht es zu einem bevorzugten Material im Wohnbereich. Die in der Regel lackierten Holzstufen weisen jedoch den Nachteil auf, daß sie nur eine geringe Verschleißfestigkeit besitzen und schnell abgetreten sowie leicht durch harte Gegenstände beschädigt werden. Daher ist bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit eine Aufarbeitung der Oberfläche oder ein Ersatz der Stufen notwendig. Aus der DE 39 05 477 A1 ist hierzu bekannt, die Stufen einer Holztreppe mit einer an den vorderen Kante der Stufe angrenzenden Aussparung zu versehen, in die mit der Oberseite fluchtend eine Drittplatte aus abriebfesten Material eingebracht und bodenseitig mit der Stufe verklebt ist.

Vor diesem Hintergrund hat es sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt, die Trittflächen einer Treppe mit Holzstufen in der Weise zu verändern, daß sich ihr Verschleiß verringert, ohne daß die konstruktiven und ästhetischen Vorteile beeinträchtigt werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Trittplatte aus Stein oder einem Steinersatzmaterial besteht, die bodenseitige Verbindung der Trittplatte mit der Stufe durch eine elastische Klebstoffschicht erfolgt und die Trittplatte seitlich durch einen Spalt, der mit einer elastischen Masse ausgefugt ist, vom hölzernen Teil der Stufe beabstandet ist.

Die Stufen der erfindungsgemäßen Treppe weisen in ihrer Trittfläche eine Aussparung auf, die an ihre Vorderkante angrenzt und von einer Trittplatte aus starrem und/oder abriebfestem Material ausgefüllt wird. Geeignete Materialien für die Trittplatte sind Stein oder ein Steinersatzmaterial. Alle Materialien weisen in bezug auf Abriebfestigkeit und Pflegeleichtigkeit hervorragende Eigenschaften auf und sind sehr robust und langlebig. Unterschiedliche Materialien, beispielsweise Granit oder Marmor, gestatten eine große Vielfalt verschiedener, ansprechender Ausgestaltungen der Treppe. Durch die mit der Oberseite der Stufen fluchtende Platte wird der Bereich der Trittfläche, der den höchsten Belastungen ausgesetzt ist, insbesondere im Anschluß an die Kante der Stufe, von einer verschleißfesten Oberfläche gebildet. Die Trittplatte hat keine tragende Funktion, die weiterhin durch den hölzernen Teil der Stufe ausgeübt wird, so daß sich die Treppe im Hinblick auf ihre Konstruktion und ihren Charakter nur unwesentlich verändert. Die Form der bevorzugt durch Fräsen hergestellten Aussparung sowie der in sie eingepaßten Trittplatte ist beliebig und wird zweckmäßig an die Gestalt des am stärksten abgenutzten Bereichs der Stufe angepaßt, d. h. entspricht in seiner Gestalt etwa einem an die Vorderkante angrenzenden Kreisabschnitt. Denkbar sind aus ästhetischen oder fertigungstechnischen Gründen auch andere Gestalten, z. B. eine rechteckige oder mehrteilige Ausführung der Trittplatte, sowie eine Abrundung im Bereich der Stufenkante, um Verletzungsgefahren bei Stürzen sowie die Abnutzung zu verringern. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Ausdehnungseigenschaften der Materialien bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ist eine elastische Verbindung der Trittplatte mit der Stufe erforderlich. Zu diesem Zweck wird die Platte durch eine elastische Klebstoffschicht auf der Oberfläche der Aussparung befestigt und ist durch eine Dehnungsfuge, die mit einer elastischen Masse ausgefüllt ist, seitlich vom hölzernen Teil der Stufe beabstandet.

Die erfindungsgemäße Treppe zeichnet sich durch eine wesentlich erhöhte Verschleißfestigkeit aus, ohne daß die konstruktiven Möglichkeiten und die Gesamterscheinung einer Holztreppe beeinträchtigt werden. Somit vereinen sich die Vorzüge von Holz- und Steintreppen miteinander. Eine Nachbearbeitung oder ein Ersatz der Stufen ist auf Grund der verminderten Abnutzung auch nach langzeitigem Gebrauch in der Regel nicht notwendig. Ferner lassen sich, ohne daß sich der Verschleiß erhöht, in höherem Maße weiche, preiswerte Holzarten einsetzen, die bisher mangels Abriebfestigkeit für Treppen nur in geringem Umfang nutzbar waren. Erfolgt eine Beschädigung, ist es vielfach hinreichend, nur die Trittplatte auszutauschen, ohne die gesamte Stufe ersetzen zu müssen.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung beträgt die Dicke der Trittplatte etwa ein Drittel bis ein Zehntel, vorzugsweise bis zu einem Fünftel, der Gesamtdicke der Stufe. Insbesondere bei schweren Werkstoffen ist es vorteilhaft, die Plattendicke in dieser Weise zu begrenzen, damit sich das Eigengewicht der Treppe nicht unnötig erhöht und ihre Tragfahigkeit vermindert. Weiterhin weisen für die Trittplatte geeignete Werkstoffe in der Regel nur eine geringe Zugbelastbarkeit auf, so daß der hölzerne Teil der Stufe zur Aufnahme der auftretenden Belastungen mit hinreichendem Querschnitt zu dimensionieren ist.

Die Dicke der Trittplatte beträgt zweckmäßig mindestens 3 mm, vorzugsweise 10-20 mm, da infolge der unterliegenden, elastischen Klebstoffschicht eine hinreichende Eigenfestigkeit bei Belastungen erforderlich ist. Bei zu geringer Dicke der Trittplatte besteht die Gefahr ihres Brechens, wenn auftretende Kräfte nicht hinreichend großflächig auf die Unterlage übertragen werden.

Weitere Einzelheiten, Merkmale oder Vorteile der Erfindung lassen sich dem nachfolgenden Beschreibungsteil entnehmen, in dem anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert wird. Die Zeichnung zeigt in prinzipienhafter Darstellung

Fig. 1 Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Treppenstufe

Fig. 2 Querschnitt entlang der Linie AA' in Fig. 1

Fig. 3 Ansicht einer erfindungsgemäßen Treppe

In Fig. 1 ist die Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Stufe dargestellt, die ein hölzernes Grundteil (1) umfaßt, in das an die vordere Kante (2) der Stufe angrenzend eine Trittplatte (3) eingelegt ist, die aus einem starren, abriebfesten Material, beispielsweise Marmor besteht und von einem Spalt (4) umgeben ist. Der mit einer elastischen Masse, bespielsweise Silikon, ausgefugte Spalt (4) gestattet unterschiedliche Ausdehnungen von Grundteil (1) und Trittplatte (3) bei Schwankungen der Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, ohne daß Beschädigungen infolge von Spannungen auftreten. Der Querschnitt entlang der Linie AA' (Fig. 2) zeigt, daß die in eine Aussparung des Grundteils (1) eingebrachte Trittplatte (3) bodenseitig auf einer elastischen Klebstoffschicht (5) aufliegt, so daß auch in diesem Bereich unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten nicht zu Schäden führen.

Da insbesondere eine steinerne Trittplatte (3) nur geringe Zugbelastungen aufnehmen kann, dient das Grundteil (1) der Aufnahme von auf die Stufe wirkenden Belastungen. Entsprechend ist seine Stärke im Vergleich zur Trittplatte (3) wesentlich größer. Letztere dient dagegen zur Verringerung des Verschleißes der Trittfläche (6), so daß sie vorzugsweise das Zentrum der Stufe sowie den Bereich entlang der Kante (2), die dem höchsten Verschleiß unterliegen, überdeckt. Zweckmäßig ist die Trittplatte (3) an der Kante (2) abgerundet, so daß die Gefahr von Verletzungen bei Stürzen verringert wird und sich ihre Haltbarkeit erhöht.

Wie Fig. 3 zeigt, entspricht die Konstruktion der erfindungsgemäßen Treppe weitgehend einer herkömmlichen Holztreppe mit einem Geländer (7), wobei die Stufen an seitlichen Tragebalken (8) befestigt sind. Somit erfolgt die Erhöhung der Verschleißfestigkeit der Stufen ohne eine nachteilige Beeinträchtigung der Gesamterscheinung der Treppe.


Anspruch[de]
  1. 1. Treppe mit hölzernen Stufen, die auf oder in einer Tragekonstruktion befestigt sind und eine an die vordere Kante (2) angrenzende Aussparung der Trittfläche (6) aufweisen, und bei denen die Aussparung mit der Stufenoberseite fluchtend durch eine Trittplatte (3) aus abriebfestem Material ausgefüllt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. 1. die Trittplatte (3) aus Stein oder einem Steinersatzmaterial besteht,
    2. 2. die bodenseitige Verbindung der Trittplatte (3) mit der Stufe durch eine elastische Klebstoffschicht (5) erfolgt
    3. 3. und die Trittplatte (3) seitlich durch einen Spalt (4), der mit einer elastischen Masse ausgefugt ist, vom hölzernen Teil der Stufe beabstandet ist.
  2. 2. Treppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet; daß das Verhältnis der Dicke der Trittplatte (3) zur Gesamtdicke der Stufe 1 : 3 bis 1 : 10 beträgt.
  3. 3. Treppe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Trittplatte (3) mindestens 3 mm beträgt.






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