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Dokumentenidentifikation DE19541813C2 02.06.1999
Titel Werkzeugkombination zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat
Anmelder Technische Universität Dresden, 01069 Dresden, DE
Erfinder Soucek Rudolf, Prof. Dr.-Ing.habil. Dr.-Ing.e.h., 01189 Dresden, DE
DE-Anmeldedatum 09.11.1995
DE-Aktenzeichen 19541813
Offenlegungstag 15.05.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.1999
IPC-Hauptklasse A01B 49/06
IPC-Nebenklasse A01C 5/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Werkzeugkombination zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat in einer Maschine, wobei die Teilfunktionen Lockern, Zerkleinern, Mischen und Säen aller im Boden wirkenden Elemente je nach Einstellung mit unterschiedlicher Intensität ausgeführt werden.

Maschinen und Geräte zur Bodenbearbeitung und Aussaat (im folgenden als Maschinen bezeichnet) sind als Einzelmaschinen zur getrennten Durchführung der Arbeitsgänge Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat oder in unterschiedlichen Teil- oder Vollkombinationen ausgeführt. Ihre Arbeitsorgane führen die Teilfunktionen zur Bodenbearbeitung unabhängig voneinander aus (z. B. Lockerungszinken und Rotoregge). Auch die Säorgane (Schleppschare, Scheibenschare) wirken vorwiegend unabhängig von den Bodenbearbeitungswerkzeugen und sind nur in Einzelfällen für das Zusammenwirken mit diesen ausgeführt (z. B. Fräsrotor- Säschiene).

Maschinen mit aktiv angetriebenen Werkzeugen haben infolge niedriger Arbeitsgeschwindigkeit und hoher Bodenbeschleunigung einen hohen spezifischen Energieverbrauch und in Kombination mit Säscharen bei hohem Anteil pflanzlicher Rückstände eine unzureichende Saatqualität. Maschinen mit passiv gezogenen und/oder rollenden Werkzeugen erzielen auf bindigen Böden nicht die gewünschte Arbeitsqualität und sind infolge des großen Bauraumes nur schwer mit Säeinrichtungen kombinierbar.

Aus der DE-PS 361 987 und der DD 247 367 A1 sind Werkzeugkombinationen für die Saatbettbereitung bekannt, bei denen durch einen von zwei benachbarten rollenden ring- oder sternförmigen Werkzeugen oder gezogenen Eggenwerkzeugen gebildeten Spalt ein rotierend angetriebenes Werkzeug hindurchbewegt wird. Dabei werden die Bodenbruchkörper nach der wendenden Grundbodenbearbeitung zwangsweise zu einem Saatbett zerkleinert. Diese Werkzeugkombination konnte mit bekannten Werkzeugformen nicht verwirklicht werden und auch nach geometrischer und kinematischer Optimierung der Werkzeuge waren deren Einsatzgrenzen zu eng.

Aus der US-PS 3 033 135 ist eine Werkzeugkombination zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat bekannt, bei der die dazu notwendigen Teile in einem landwirtschaftlichen Gerät angeordnet sind. Aus der Druckschrift geht die Anordnung von Lockerungswerkzeugen in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung vor, die rückseitig jeweils eine Säeinrichtung zum Ablegen des Saatgutes in den aufgelockerten Boden aufweisen. Die Säeinrichtung endet an der Unterseite des Lockerungswerkzeuges, so daß eine Saatgutdeponierung unter günstigen Wachstumsbedingungen ausgeschlossen werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, alle Teilfunktionen der nichtwendenden, konservierenden Bodenbearbeitung (Lockern, Zerkleinern, Mischen) und der Aussaat in einer Vorrichtung so zu vereinigen, daß eine Saatgutdeponierung unter günstigen Wachstumsbedingungen erfolgt.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst. Weiterbildungen und Ausführungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Durch die tiefenverstellbaren, gezogenen, zinkenförmigen Werkzeuge wird der Boden aufgebrochen und gelockert. Der nach der Oberfläche hin aufbrechende Boden wird noch während des Aufbruchs im Saathorizont durch die mit Umfangsgeschwindigkeit > Fahrgeschwindigkeit rotierenden Werkzeuge gemeinsam mit den Pflanzenrückständen erfaßt und durch den keilförmigen Spalt gedrückt, der von den am Stiel des Lockerungswerkzeuges befindlichen Gegenwerkzeugen gebildet wird. Dabei erfolgt eine Zwangszerkleinerung der Bodenbruchkörper und ein teilweises Vermischen mit Pflanzenrückständen, von denen ein Teil als Mulchschicht an der Oberfläche verbleibt.

Die Gegenwerkzeuge am Stiel des Lockerungswerkzeuges sind gleichzeitig als Säschare ausgebildet und gegenüber dem Stiel verschiebbar ausgeführt, so daß das zugeführte Saatgut in die tiefeneinstellbare Rille ohne störenden Einfluß durch die Rückstände abgelegt wird. Bei Bedarf können bekannte rollende Werkzeuge die Rückverfestigung des Saathorizontes und/oder die Tiefenführung der Bodenbearbeitungswerkzeuge übernehmen.

Durch Einstellung der Arbeitstiefe der Lockerungswerkzeuge kann die Bearbeitung ohne oder mit Grundbodenbearbeitung erfolgen. Bei Verwendung der Vorrichtung ohne Lockerungswerkzeuge erfolgt die Bodenbearbeitung nur im Saathorizont zur Aussaat.

Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß auch bei der nichtwendenden, konservierenden Bodenbearbeitung die Einlagerung des Saatgutes mit sehr gutem Bodenschluß erfolgt.

Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt

Fig. 1 eine Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht mit einem scheibenförmigen Zerkleinerungswerkzeug

Fig. 2 eine zu Fig. 1 gehörige Vorderansicht

Fig. 3 eine Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht mit einem zinkenförmigen Zerkleinerungswerkzeug

Fig. 4 eine zu Fig. 3 gehörige Draufsicht mit Bodenbruchkörpern.

In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit einem scheibenförmigen Zerkleinerungswerkzeug dargestellt. Die Lockerungswerkzeuge 1 sind mehrfach in Reihe nebeneinander angeordnet. Zwischen zwei Lockerungswerkzeugen 1 ist ein Zerkleinerungswerkzeug 3 angeordnet. Das Lockerungswerkzeug 1 ist mit dem Stiel 2 in seiner Arbeitstiefe einstellbar verbunden. Am Stiel 2 befindet sich ein kombiniertes Zerkleinerungs- und Säwerkzeug 6, in das das Saatgut 7 über Leitungen gelangt.

Gemäß der Fig. 3 ist das scheibenförmige Zerkleinerungswerkzeug 3 durch ein zinkenförmiges Werkzeug 8 ersetzt, das mit oder ohne Schneidring 10 ausgeführt sein kann.

Zur Erzielung einer definierten Deponierung des Saatgutes kann das Säschar 6 mit einer an sich bekannten Leitvorrichtung 11 versehen werden, so daß das Saatgut in den gekrümelten Saathorizont gelangt.

Die in ihrer Arbeitstiefe (tmin-tmax) einstellbaren gezogenen Lockerungswerkzeuge 1 brechen den Boden auf und führen ihn den zwischen den Werkzeugstielen 2 rotierenden Werkzeugen 3 zu. Die Werkzeuge 3 rotieren mit größerer Geschwindigkeit vu als die Fahrgeschwindigkeit vf. Die scheibenförmigen Werkzeuge 3 mit Formelementen schneiden oder die zinkenförmigen Werkzeuge stechen in die oberflächennahe Schicht des Bodens ein und drücken die Bodenbruchkörper mit den darauf befindlichen Pflanzenrückständen 4 durch den Spalt 5, der von den auf den Werkzeugstielen 2 angeordneten kombinierten Zerkleinerungs- und Säwerkzeugen 6 gebildet wird. Dabei werden die Bodenbruchkörper zwangsweise zerdrückt und zerrieben und mit einem Teil der Pflanzenrückstände vermischt. Das Saatgut 7 gelangt in Leitungen an die kombinierten Zerkleinerungs- und Säwerkzeuge 6 und wird in die von diesen geformte Rille im Boden eingebettet.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeugkombination zur Bodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat in einer Maschine, mit in einer Reihe und quer zur Fahrtrichtung an Stielen (2) angeordneten tiefenverstellbaren gezogenen Lockerungswerkzeugen (1), bei der die Stiele (2) verschiebbare Säschare (6) aufweisen, wobei zwei benachbarte Säschare (6) einen keilförmigen Arbeitsspalt (5) bilden und ein, mit gegenüber der Fahrgeschwindigkeit (Vf) vorwärts gerichteter, größerer Umlaufgeschwindigkeit (vu) aktiv angetriebenes, Scheiben- oder Zinkenwerkzeug (3) zwischen zwei den keilförmigen Arbeitsspalt (5) bildenden Säscharen (6) wirkend angeordnet ist.
  2. 2. Werkzeugkombination nach Anspruch 1, bei der die Säschare (6) in ihrer Relativlage zum Stiel (2) und mit diesem zum Scheiben- oder Zinkenwerkzeug (3) fest einstellbar oder durch eine zusätzliche Vertikalkraft im Zusammenwirken mit dem Arbeitswiderstand in ihrer Arbeitstiefe (t) selbsteinstellend sind.
  3. 3. Werkzeugkombination nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Scheiben- oder Zinkenwerkzeuge (3) an ihren Rändern zusätzliche Formteile aufweisen, so daß Form- und Kraftschluß mit den Bodenbruchkörpern und Pflanzenrückständen im Arbeitsspalt (5) durch Keilwirkung entsteht und eine energiearme Druckzerkleinerung erfolgt.
  4. 4. Werkzeugkombination nach Anspruch 1 oder 2, bei der das Scheiben- oder Zinkenwerkzeug (3) ein Zinkenrad (8) ist, und die Zinken radial angestellt sind oder einen positiven oder negativen Winkel (9) zum Radius aufweisen.
  5. 5. Werkzeugkombination nach Anspruch 4, bei der die Wirkelemente des Zinkenrades (8) mit Schneidringen (10) verbunden sind.






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