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Dokumentenidentifikation DE19817315C1 02.06.1999
Titel Spindel
Anmelder Volkmann GmbH & Co., 47804 Krefeld, DE
Erfinder Kroß, Stefan, 41751 Viersen, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Sroka, Dres. Feder, Sroka, 40545 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 18.04.1998
DE-Aktenzeichen 19817315
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.1999
IPC-Hauptklasse D01H 7/86
IPC-Nebenklasse D01H 1/10   
Zusammenfassung Um eine Spindel, enthaltend einen rotatorisch antreibbaren Spindelschaft, einen mittels des Spindelschaftes rotatorisch antreibbaren Zwirntropf (10), der einen radial verlaufenden Fadenleitkanal aufweist, eine mit dem Fadenleitkanal in Verbindung stehende Spindelhohlachse, und einen gegen Drehung arretierbaren Spulenträger (12) sowohl als Zwirnspindel als auch als Fach- oder Spulspindel benutzen zu können, ist diese gekennzeichnet durch eine mit dem Spindelschaft zusammenwirkende Kupplung (21) zum selektiven Antrieb des Spulenträgers (12) und ein in den Spulenträger-Schutztopf (12.3) einfahrbares, auf- und abbewegbares Verlegeorgan (24, 26) für einen insbesondere von einem Spulengatter abgezogenen Fachfaden.

Beschreibung[de]

Spindel, enthaltend einen rotatorisch antreibbaren Spindelschaft, einen mittels des Spindelschaftes rotatorisch antreibbaren Zwirntopf, der einen radial verlaufenden Fadenleitkanal aufweist, eine mit dem Fadenleitkanal in Verbindung stehende Spindelhohlachse, und einen gegen Drehung arretierbaren Spulenträger sowie eine in der Verlängerung der Spindelhohlachse liegende Zentrieröse z. B. gemäß DE 197 26 450 C1.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Spindel so zu gestalten, daß sie entweder als Zwirnspindel, insbesondere Mehrfachdraht- bzw. Doppeldraht-Zwirnspindel, oder als Fach- bzw. Spulspindel werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Spindel gekennzeichnet durch eine mit dem Spindelschaft zusammenwirkende Kupplung zum selektiven Antrieb des Spulenträgers, und ein in den Spulenträger-Schutztopf einfahrbares, auf- und abbewegbares Verlegeorgan für einen insbesondere von einem Spulengatter abgezogenen Fachfaden. Mit einer derartigen Konstruktion besteht die Möglichkeit, die Spindel entweder als Doppeldraht-Zwirnspindel oder als Fach- bzw. Spulspindel zu betreiben.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind in den Unteransprüchen behandelt.

Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher beschrieben.

Fig. 1 zeigt im Axialschnitt eine Doppeldraht-Zwirnspindel;

Fig. 2 zeigt teilweise im Axialschnitt die zu einer Fach- oder Spulspindel umfunktionierte Spindel gemäß Fig. 1;

Fig. 3 zeigt in teilweisem Axialschnitt eine abgewandelte Ausführungsform der Spindel;

Fig. 4 zeigt ausschnittsweise in isometrischer Darstellung eine Doppeldraht-Zwirnmaschine mit einer nach dem Doppeldrahtprinzip arbeitenden Spindel und einer zu einer Fach- oder Spulspindel umfunktionierten Spindel.

Fig. 1 zeigt ausschnittsweise einen Maschinenrahmen 1 mit Antriebs- und Lagergehäuse 2 und Lagergehäusedeckel 3 zur Lagerung einer Doppeldraht-Zwirnspindel S. In dem Lagergehäuse 2 ist ein aus Stator 4 und Rotor 5 bestehender Elektromotor zum Antrieb einer Hohlwelle 6 untergebracht, die in ihrem unteren Abschnitt 6.1 die Funktion des üblichen Spindelschaftes und in ihrem oberen Abschnitt 6.2 die Funktion der bei einer Doppeldraht-Zwirnspindel üblichen Spindelhohlachse hat.

Der Spindelschaftabschnitt 6.1 der Hohlwelle 6 ist in nicht zur Erfindung gehörender Weise mittels Lagern 7 und 8 in einer Lagernabe des Lagergehäusedeckels 3 gelagert.

Auf dem den Spindelschaft 6.2 bildenden unteren Abschnitt der Hohlwelle 6 ist mittels eines Lagers 9 der Zwirntopf 10 gelagert, bestehend aus Lagernabe 10.1, Zwirntopfboden 10.2 und Zwirntopfmantel 10.3, der von einem Spindelgehäuse 11 umgeben ist.

Ein Spulenträger 12 bestehend aus Spulenträgerboden 12.1, Spulenträgernabe 12.2 und Spulenträgerschutztopf 12.3, ist einerseits mit seinem Spulenträgerboden 12.1 unter Zwischenschaltung eines Axiallagers 13 auf der Oberseite des Zwirntopfbodens 10.2 und andererseits mittels seiner Spulenträgernabe 12.2 auf der den oberen Abschnitt der Hohlwelle 6 bildenden Spindelhohlachse 6.2 gelagert. Auf das obere Ende der Spindelhohlachse 6.2 ist das Fadeneinlaufrohr 16 aufgesteckt, in dessen axialer Verlängerung die für eine Doppeldraht-Zwirnspindel übliche Zentrieröse 17 liegt.

Die Spindelhohlachse 6.2 ist im Bereich ihres unteren Endes mit einer Radialöffnung 6.21 versehen, die einem radial durch den Zwirntopfboden 10.2 geführten Fadenleitkanal 10.21 gegenüber liegt, an den sich ein in axialer Richtung durch den Zwirntopfmantel 10.3 geführter Fadenführungskanal 10.31 anschließt.

Durch den hohlen Spindelschaft 6.1 ist eine mittels eines Hubaggregats 18 in Richtung des Doppelpfeiles f1 verstellbare Hubstange 19 geführt, die an ihrem oberen Ende zwei radial nach außen gerichtete Mitnehmerstifte 20 trägt, die durch zwei Axialschlitze 6.11 radial nach außen in einen Bundansatz 21.1 eines eine Kupplung bildenden Kupplungsstückes 21 eingreifen. Dieses Kupplungsstück 21 ist mit einer Radialöffnung 21.2 versehen, die in der in Fig. 1 dargestellten Position die Verbindung zwischen der Radialöffnung 6.21 der Spindelhohlachse 6.2 und dem Fadenleitkanal 10.21 des Zwirntopfbodens 10.2 herstellt.

In Fig. 1 liegt das Kupplungsstück 21 mit einer vorzugsweise konisch gestalteten Kupplungsfläche gegen eine Gegenkupplungsfläche in der Lagerbuchse 10.1 des Zwirntopfes an, wobei die Andruckkraft zwischen Kupplungsstück und Lagerbuchse 10.1 durch eine an dem Lager 14 abgestützten Druckfeder 22 unterstützt bzw. erhöht wird, die gegen die Oberseite des Kupplungsstücks anliegt. Die Hubstange 19 befindet sich dabei in einer unteren Stellung. Die Fluchtstellung zwischen der Radialöffnung 6.21 der Spindelhohlachse, der Radialöffnung 21.2 des Kupplungsstücks und dem Fadenleitkanal 10.21 des Zwirntopfes wird durch ein Rastelement 23 sichergestellt.

Um während des Doppeldrahtzwirnens bei rotierendem Spindelschaft 6.1 und rotierendem Zwirntopf 10 eine Rotation des Spulenträgers 12 zu verhindern, kann dieser mittels geeigneter nicht dargestellter Halteelemente, vorzugsweise einer ein- und ausschaltbaren Elektromagnetkupplung, gegen Drehung gesichert bzw. arretiert werden.

Um die in Fig. 1 dargestellte Spindel als Doppeldraht- Zwirnspindel S wirksam werden zu lassen, wird der von einer auf den Spulenträger 12 aufgesteckten Vorlagespule A nach oben abgezogene Faden a durch das Fadeneinlaufrohr 16, die Spindelhohlachse 6.2, die Radialöffnungen 6.21 und 21.2, den Fadenleitkanal 10.21 sowie den axial verlaufenden Fadenführungskanal 10.31 und die Zentrieröse 17 hindurchgezogen und einen in Fig. 4 schematisiert dargestellten Fadenaufwickelaggregat B zugeführt, um beispielsweise zu einer Kreuzspule C aufgewickelt zu werden.

Um die Spindel gemäß Fig. 2 als Fach- oder Spulspindel benutzen zu können, wird durch Hochfahren der Hubstange 19 das Kupplungsstück mit seiner oberen, vorzugsweise konischen Kupplungsfläche gegen eine Gegenkupplungsfläche des Spulenträgerbodens 12.1 hochgedrückt, so daß nunmehr bei rotierender Hohlwelle 6 der Spulenträger 12 in Rotation versetzt werden kann.

Auf den Spulenträger 12 ist eine zu bewickelnde Fachspule, im vorliegenden Fall eine Scheibenspule D, aufgesteckt.

In Fig. 2 ist oberhalb des Spindelgehäuses 11 ein Verlegekopf 24 dargestellt, mit dem z. B. mittels eines Zahnritzeltriebes 25 ein Verlegerohr 26 einerseits in den Spulenträger-Schutztopf 12.3 eingefahren und andererseits in Richtung der Pfeile f2, f3 auf- und abwärtsbewegt werden kann, um bei rotierender Fachspule D einen von Spulengatter-Vorlagespulen V, siehe Fig. 4, abgezogenen Fachfaden b auf der Fachspule D zu verlegen.

Die Erfindung ermöglicht es damit, auf ein- und derselben Spindel z. B. in einem ersten Arbeitsgang eine Fachspule zu bewickeln und anschließend in einem zweiten Arbeitsgang in der in Fig. 1 dargestellten Weise diesen Fachfaden von der Vorlagespule A abzuziehen und dem Doppeldrahtprinzip entsprechend zu verzwirnen und zu einer Zwirnspule C aufzuwickeln.

Die Ausführungsform gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß den Fig. 1 und 2 dadurch, daß die Kupplung durch eine entlang der Hohlwelle 6 verschiebbare Kupplungs-Verschiebehülse 31 gebildet ist, die auf ihrem Außenumfang eine Verzahnung 31.3 aufweist. Die Zwirntopfnabe 10.1 ist mit einer mit der Außenverzahnung 31.3 zusammenwirkenden Innenverzahnung 10.11 versehen. Die Spulenträgernabe 12.2 ist ebenfalls mit einer mit der Außenverzahnung 31.3 der Schiebebüchse 31 zusammenwirkenden Innenverzahnung 12.21 versehen.

Die einzelnen Außen- und Innenverzahnungen können in ihrer axialen Länge so aufeinander abgestimmt sein, daß folgende Betriebszustände möglich sind:

  • 1. Die Schiebebüchse 31 ist so weit nach unten abgesenkt, daß die Innenverzahnung 12.21 außerhalb des Bereichs der Außenverzahnung 31.3 liegt, so daß bei rotierendem Spindelschaft 6.1 nur der Zwirntopf 10 in Rotation versetzt wird, so daß nach dem Doppeldrahtprinzip gearbeitet werden kann.
  • 2. Bei hochgefahrener Schiebebüchse 31 werden sowohl der Zwirntopf 10 als auch der Spulenträger 12 durch Eingreifen der Außenverzahnung 31.3 in die Innenverzahnungen 10.11 und 12.21 in Drehung versetzt, wobei dann bei funktionslos mitrotierendem Zwirntopf 10 eine Fachspule gemäß Fig. 2 gewickelt werden kann.
  • 3. Bei hochgefahrener Schiebebüchse 31 wird nur der Spulenträger 12 in Rotation versetzt, so daß dann ein der Fig. 2 vergleichbarer Zustand vorliegt.


Anspruch[de]
  1. 1. Spindel, enthaltend einen rotatorisch antreibbaren Spindelschaft (6.1), einen mittels des Spindelschaftes rotatorisch antreibbaren Zwirntopf (10), der einen radial verlaufenden Fadenleitkanal (10.21) aufweist, eine mit dem Fadenleitkanal (10.21) in Verbindung stehende Spindelhohlachse (6.2), und einen gegen Drehung arretierbaren Spulenträger (12) sowie eine in der Verlängerung der Spindelhohlachse (6.2) liegende Zentrieröse (17), gekennzeichnet durch eine mit dem Spindelschaft (6.1) zusammenwirkende Kupplung zum selektiven Antrieb des Spulenträgers (12) und ein in den Spulenträger-Schutztopf (12.3) einfahrbares, auf- und abbewegbares Verlegeorgan für einen insbesondere von einem Spulengatter abgezogenen Fachfaden.
  2. 2. Spindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung zwischen den Zwirntopf (10) oder den Spulenträger (12) antreibenden Positionen umschaltbar ist.
  3. 3. Spindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung zwischen den Zwirntopf (10) und den Spulenträger (12) oder allein den Zwirntopf (10) antreibenden Positionen umschaltbar ist.
  4. 4. Spindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplung eine mit dem Spindelschaft (6.1) drehfest verbundenes Kupplungsstück (21) bzw. (31) ist, das zum Antrieb des Spulenträgers (12) in Richtung desselben verstellbar ist und einen an den Fadenleitkanal (10.21) anschließbaren Fadenkanal (21.2 bzw. 31.2) aufweist.
  5. 5. Spindel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen oberhalb der Spindel angeordneten Verlegekopf (24), dem ein in den Spulenträger-Schutztopf (12.3) einfahrbares und in vertikaler Richtung auf- und abbewegbares Verlegerohr (26) zugeordnet ist.
  6. 6. Spindel nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine drehfest mit dem Kupplungsstück (21 bzw. 31) verbundene, durch den hohlen Spindelschaft (6.1) geführte Hubstange (19).
  7. 7. Spindel nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsstück (21) an seinen Ober- und Unterseiten vorzugsweise konisch gestaltete Kupplungsflächen aufweist, und daß der Spulentopf (10) einerseits und der Spulenträger (12) andererseits mit Gegenkupplungsflächen ausgestattet sind.
  8. 8. Spindel nach Anspruch 7 gekennzeichnet durch ein zwischen dem Kupplungsstück (21) und dem Zwirntopf (10) wirksames Rastelement (23).
  9. 9. Spindel nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch ein das Kupplungsstück in seine untere Position drückendes Druckelement, vorzugsweise in Form einer Druckfeder (22).
  10. 10. Spindel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsstück als eine drehfest mit einer Hubstange (9) verbundene Kupplungsschiebebüchse (31) ausgebildet ist, die an ihrem Außenumfang mit einer Außenverzahnung (31.3) versehen ist, und daß der Zwirntopf (10) und der Spulenträger (12) mit Innenverzahnungen (31.3 bzw. 21.2) ausgerüstet sind, wobei die axialen Längen der Innen- und Außenverzahnungen derart aufeinander abgestimmt sind, daß durch axiales Verschieben der Kupplungsschiebebüchse (31) entweder
    1. a) die Schiebebüchse nur mit dem Zwirntopf (10), oder
    2. b) nur mit dem Spulenträger (12) oder
    3. c) sowohl mit dem Zwirntopf (10) als auch mit dem Spulenträger (12) gekuppelt ist.
  11. 11. Spindel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Spulenträger (12) drehbar auf dem Boden (10.2) des Zwirntopfs gelagert ist.
  12. 12. Spindel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Spulenträger (12), um ihn gegen Drehung zu sichern, eine ein- und ausschaltbare Magnetkupplung zugeordnet ist.






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