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Dokumentenidentifikation DE69323415T2 10.06.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0614697
Titel ZUSAMMENSETZUNGEN FÜR BLÄTTER MIT HOHER WASSERABSORPTION
Anmelder Kyowa Hakko Kogyo Co., Ltd., Tokio/Tokyo, JP
Erfinder INABA, Yukio 2-5-45, Umaokoshi, Mie 510, JP;
YOKOMORI, Yorozu, Mie 510, JP;
KONDO, Ryuzaburo, Tokyo 156, JP
Vertreter Vossius & Partner GbR, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69323415
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 07.09.1993
EP-Aktenzeichen 939196200
WO-Anmeldetag 07.09.1993
PCT-Aktenzeichen JP9301263
WO-Veröffentlichungsnummer 9407599
WO-Veröffentlichungsdatum 14.04.1994
EP-Offenlegungsdatum 14.09.1994
EP date of grant 03.02.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.06.1999
IPC-Hauptklasse B01J 20/26
IPC-Nebenklasse B01J 20/28   

Beschreibung[de]
Zusammensetzungen für Blätter mit hoher Wasserabsorption

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung für ein sehr stark absorbierendes gelierendes Blatt, das für die Exkrementbeseitigung in einem künstlichen Darmausgang, einem Nachtstuhl und ähnlichem verwendet wird.

Es ist bekannt, daß die Beseitigung von in einem künstlichen Darmausgang, einer künstlichen Blase, einem Harnglas, einem Nachtstuhl etc. gesammeltem Exkrement durch vorheriges Geben von sehr stark absorbierenden Polymeren in diese Behälter zum Zweck der Verfestigung des Exkrements erleichtert wird (Japanische veröffentlichte nicht geprüfte Gebrauchsmusteranmeldung Nr. 72998/1984). Ein Nachteil der Beseitigung der Exkremente auf diese Art ist, daß die sehr stark absorbierenden Polymere in Form von Partikeln oder Pulvern im Behälter zu Gel werden, und das Gel Wasser nicht vollständig absorbiert, wenn es mit kotigen Exkrementen, die eine große Menge an Feststoffen enthalten, in Kontakt gebracht wird. Die Beseitigungskapazität ist deshalb nicht zufriedenstellend. Um diesen Nachteil zu beheben, sind Versuche unternommen worden, durch das Trockenverfahren ein sehr stark absorbierendes gelierendes Blatt zu entwickeln. Feste sehr stark absorbierende Polymere werden durch Injektion zu Blättern geformt, um eine sehr stark absorbierende Polymerzusammensetzung herzustellen (Japanische veröffentlichte nicht geprüfte Patentanmeldungen Nr. 67127/1985 und 2918/1987). Feste sehr stark absorbierende Polymere werden zwischen zwei Papierblätter, die ein wasserlösliches Harz und Pulpefasern enthalten, geschichtet, um sehr stark absorbierende Blattmaterialien herzustellen (Japanische veröffentlichte nicht geprüfte Patentanmeldung Nr. 2918/1987).

Ein sehr stark absorbierendes Blatt, das durch das Spritzgußverfahren hergestellt wird, ist einfach in Teile der gewünschten Form zu schneiden und absorbiert eine vergleichbar große Menge an Wasser pro Flächeneinheit, aber im Anfangsstadium hat es keine so gute Absorptionskapazität. Andererseits absorbiert ein sehr stark absorbierendes Blatt, das mit dem Sandwichverfahren hergestellt wird, im Anfangsstadium Wasser schnell, aber seine Wasserabsorptionskapazität pro Flächeneinheit ist nicht so gut. Außerdem ist es nicht so gut beim Zurückhalten des absorbierten Wassers in den sehr stark absorbierenden Polymeren. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung für sehr stark absorbierende gelierende Blätter, die sehr stark absorbierende Polymere, Fasern und Polyakylenoxid umfaßt. Das Polyalkylenoxid überbrückt den Raum zwischen den sehr stark absorbierenden Polymeren und den Fasern, so daß die Zusammensetzung die Form eines porösen Schwammes annimmt. Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem eine Zusammensetzung für ein sehr stark absorbierendes gelierendes Blatt, die durch Ergänzen der vorstehend erwähnten Zusammensetzung durch eine Filterhilfe erhalten wird. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung ein Material zur Exkrementbeseitigung, das aus den vorstehend erwähnten Zusammensetzungen besteht.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Zusammensetzung für sehr stark absorbierende gelierende Blätter zu liefern, die ein sehr stark absorbierendes Polymer, Fasern und Polyalkylenoxid umfassen, so daß die Zusammensetzung die Form eines porösen Schwammes annimmt. Die Zusammensetzung enthält das sehr stark absorbierende Polymer in einem hohen Anteil, so daß die Zusammensetzung eine große Menge Wasser pro Flächeneinheit absorbieren kann. Deshalb ist die Zusammensetzung als Material zur Exkrementbeseitigung geeignet. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Zusammensetzung für sehr stark absorbierende gelierende Blätter zu liefern, die durch Ergänzen der Zusammensetzung mit einer Filterhilfe hergestellt wird, eine bemerkenswerte Wasserabsorptionskapazität pro Flächeneinheit besitzt und im Anfangsstadium eine hohe Wasserabsorptionsgeschwindigkeit aufweist. Die sehr stark absorbierenden gelierenden Blätter, die aus den Zusammensetzungen bestehen, können in Stücke gewünschter Form geschnitten werden und sind als Material für die Exkrementbeseitigung geeignet.

Das sehr stark absorbierende Polymer, das in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, schließt zum Beispiel vernetztes Natriumpolyacrylat, Acrylsäure-Vinylalkohol- Copolymer, Polyvinylalkohol-Copolymer, verseiftes Vinylacetat-Methylacrylat-Copolymer, verseiftes Vinylacetat-Monomethylmaleat-Copolymer, verseiftes Isobutylen- Maleinsäureanhydrid-Copolymer, vernetztes Stärke-Acrylsäuresalz-Pfropfcopolymer, hydrolysiertes Stärke-Acrylnitril-Pfropfcopolymer und vernetztes modifiziertes Polyethylenoxid ein. Als im Handel erhältliches sehr stark absorbierendes Polymer kann "Sumikagel" (Produkt von Sumitomo Chemical Co., Ltd.), "Aquareserve" (Produkt von Nippon Gosei Co., Ltd.), "Sanwet" (Produkt von Sanyo Chemical Industries Ltd.), Panakayaku" (Produkt von Nippon Kayaku Co.,, Ltd.), "Aquakeep" (Produkt. von Sumitomo Seika Chemicals Co., Ltd.) und "WAS" (Produkt von Nichiden Kagaku Co., Ltd.) genannt werden. Diese Polymere können entweder alleine oder in Kombination verwendet werden.

Das sehr stark absorbierende Polymer sollte in einer Menge von 5-75 Gewichts-%, vorzugsweise 10-50 Gewichts-%, bezogen auf die gesamten Feststoffe verwendet werden (im Folgenden ist mit "%" Gewichts-% gemeint). Die Menge an absorbiertem Wasser und das Wasserabsorptionsverhalten variieren abhängig von der Art und der Zusammensetzung des sehr stark absorbierenden Polymers. Deshalb sollte die Art und Menge des sehr stark absorbierenden Polymers nach der Aufgabe und den Bedingungen der Verwendung sorgfältig bestimmt werden. Als Polyalkylenoxid, das in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, kann jedes Polyalkylenoxid verwendet werden, solange es thermoplastisch und in einem organischen Lösungsmittel, wie Chloroform, Methylenchlorid, Trichlorethylen, Methylalkohol und Methylethylketon löslich ist. Das Polyalkylenoxid schließt zum Beispiel Polyethylenoxid, Polyoxyethylenglycol und von Polyoxyethylenglycol abgeleitete Verbindungen ein. Speziell ist "Paogen" bei Dai-ichi Kogyo Seiyaku Co., Ltd. erhältlich.

Das Polyalkylenoxid fungiert als Vernetzungsmittel für das poröse schwammartige Produkt. Das Polyalkylenoxid wird in einer Menge von weniger als 35%, vorzugsweise 25 -10%, bezogen auf die gesamten Feststoffe verwendet, so daß es keinen negativen Einfluß auf die Wasserabsorption hat, sondern dem Blatt ermöglicht, im Anfangsstadium Wasser schnell zu absorbieren.

Als Faser, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, kann jede natürliche Faser oder synthetische Faser verwendet werden. Cellulosefaser ist wegen ihrer guten Wasserabsorption bevorzugt. Die Faser wird in Stücke von weniger als 5,0 mm zerkleinert oder geschnitten, um ihre gleichmäßige Verteilung in das schwammartige Blatt während des Herstellungsverfahrens sicherzustellen. Die Faser liegt bevorzugt in Form von Linters oder großen Flocken von Pulpe vor, das/die durch Zerkleinern der Fasern auf eine Länge von 2- 3 mm erhalten wird/werden.

Das Ziel, die Fasern in das Blatt einzuarbeiten, ist, die Funktion des sehr stark absorbierenden Polymers zu verstärken und die poröse schwammartige Struktur zu erzeugen. Die Menge der Faser beträgt weniger als 20%, vorzugsweise 15-3%, bezogen auf die gesamten Feststoffe in Anbetracht einer einfachen Herstellung der Zusammensetzung. Eine geeignete Menge variiert abhängig von der Aufgabe und den Bedingungen der Verwendung.

Als Filterhilfe, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, kann jede Filterhilfe verwendet werden, solange sie inert und nicht zusammendrückbar ist und ein poröses Blatt bilden kann. Die Filterhilfe schließt zum Beispiel Kieselerde, Aktivkohle, Talk und Perlit ein. Die Filterhilfe wird entweder alleine oder in Kombination verwendet.

Die Filterhilfe soll die Wasserabsorptionsfähigkeit der Zusammensetzung im Anfangsstadium verbessern und den porösen Schwamm erzeugen. Die Filterhilfe erleichtert die Herstellung des sehr stark absorbierenden gelierenden Blattes, weil die Filterhilfe das gegossene Blatt porös macht und die Lösungsmittelverdampfung beschleunigt. Die Filterhilfe wird in einer Menge von mehr als 0,1% bezogen auf die gesamten Feststoffe zugegeben. Die Menge pro Quadratmeter des geschütteten Blattes sollte im halle der Annahme eines Abstreichmesserzwischenraums von 1 bis 1,5 mm als Standard 0,3-1,5 kg, vorzugsweise 0,5-0,8 kg, betragen. Eine geeignete Menge der Filterhilfe variiert abhängig von der Art des Lösungsmittels, der Viskosität der Aufschlämmung, der Menge an Polyalkylenoxid und der gewünschten Stärke des Blattes.

Das folgende Verfahren wird verwendet, um die Zusammensetzung für sehr stark absorbierende gelierende Blätter, die das sehr stark absorbierende Polymer, Fasern und Polyalkylenoxid umfaßt, herzustellen.

Zuerst wird das Polyalkylenoxid in einem organischen Lösungsmittel gelöst. Zu der Lösung wird das sehr stark absorbierende Polymer und die Faser gegeben, und das Gemisch wird zu einer Aufschlämmung verrührt. Die Aufschlämmung wird auf eine flache Tafel gegossen und das gegossene Blatt zur Lösungsmittelverdampfung stehengelassen. Die Lösungsmittelverdampfung kann durch Vibrieren der flachen Tafel mit einem daran angebrachten Vibrator beschleunigt werden. Das so erhaltene gegossene Blatt hat zwei Schichten: die untere Schicht, die mit der flachen Tafel in Kontakt ist, und die reich an sehr stark absorbierendem Polymer ist, und die obere Schicht, die reich an den genoppten Fasern ist. Diese Struktur liefert ausgezeichnete Eigenschaften, die für die Exkrementbeseitigung notwendig sind.

Das vorstehende Verfahren kann so modifiziert werden, daß die Lösung von Polyalkylenoxid mit einem Gemisch aus dem sehr stark absorbierenden Polymer und der Faser und, falls nötig, Filterhilfe vereinigt wird, um eine Aufschlämmung zu erhalten. Die so erhaltene Aufschlämmung wird auf eine flache Tafel gegossen und anschließend wird das Lösungsmittel verdampft. Das Gießen kann durch Beschichten mit einem Abstreichmesser ersetzt werden, wobei die Aufschlämmung kontinuierlich auf einen Ablösefilm aufgetragen, anschließend getrocknet und abgezogen wird.

Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung enthält zusätzlich zum vorstehend genannten sehr stark absorbierenden Polymerharz, Fasern und Polyalkylenoxid wahlweise Bestandteile, wie Duftstoff, Farbstoff und Füllmittel (z. B. Calciumcarbonat). Der Duftstoff schließt zum Beispiel pflanzliches gereinigtes Öl, wie Zitronellenöl, Bittermandelöl, Lavendelöl, Pfefferminzöl, süßes Orangenöl, Petigrainöl, Eukalyptusöl und Coumarin; Pyroligninsäure, erhalten durch trockene Destillation von Holz; gereinigten Extrakt (Sarsaponin) aus Yacca Schidigera (einer Kaktusart), Extrakte aus Blättern und Stengeln von Thaceae, wie Teepflanze, Kamelie und Extrakte aus Blättern von Quercus Salicina in Blume (Eugaceae), und Pflanzenextrakte, die Phenole und Aldehyde, wie Abietinsäure, Flavonoide, Gerbsäure, Gallensäure, Brazilin und Shikonin, enthalten, ein. Der Duftstoff wird entweder alleine oder in Kombination verwendet. Die Menge an Duftstoff beträgt 50- 60 ml pro Quadratmeter des Materials für die Exkrementbeseitigung. Der Duftstoff kann auf das Blatt gesprüht werden oder vor dem Gießen in die Aufschlämmung eingearbeitet werden.

Die folgenden Testbeispiele zeigen die Wirkung der Zusammensetzung; der vorliegenden Erfindung.

Testbeispiel 1

Jede der Zusammensetzungen (Nr. 1, 2, 5 und 6), die in den Beispielen erhalten wurde, wurde mit einer Schere in fünf gleiche Teile geschnitten. Jedes Teil (das 2 g des sehr stark absorbierenden Harzes enthielt) wurde in ein 300-ml-Becherglas gegeben. Urin eines gesunden Erwachsenen wurde in das Becherglas gegeben, um das absorbierte Wasser zu bestimmen. Das Material für die Exkrementbeseitigung absorbierte Urin und wurde ein Gel. Das Gel besaß solch eine Viskosität, daß das Gel langsam zu fließen begann, wenn das Becherglas geneigt wurde. Das Gel hielt Urin darin zurück, sogar wenn das Becherglas auf ein Edelstahlnetz gestellt wurde. Das Gel der Zusammensetzungen Nr. 2 und Nr. 6 wurde ohne einen Spritzer in eine Toilette mit Wasserspülung entsorgt, und es blieb kein Gel im Becherglas zurück. Die Toilette wurde leicht gespült. Tabelle 1 zeigt die in jeder Zusammensetzung in 5 Minuten absorbierte Menge an Wasser.

Tabelle 1

Testbeispiel 2

Jede der Zusammensetzungen Nr. 3 und 7, die in den Beispielen erhalten wurde, wurde mit einer Schere in fünf gleiche Teile geschnitten. Jedes Teil wurde in einen künstlichen Darmausgang gegeben, der aus Vinylkunststoff mit einem Stutzen von 30 mm Durchmesser bestand und von einem Patienten getragen wurde, der lockeren Kot hatte. Das Material für die Exkrementbeseitigung absorbierte nach und nach Wasser von den Exkrementen und bildete ein Gel. Die Gelierung schritt im Verlauf der Zeit fort. Die Zusammensetzung in Kontakt mit den Exkrementen verlor ihre Form, aber bildete keine ungelösten Klumpen, weil sie schwammartig ist. Die Exkrementbeseitigung in einem künstlichen Darmausgang wurde wegen der Fluidität des sehr stark absorbierenden Polymers und der Lockerheit der Exkremente leicht durchgeführt.

Testbeispiel 3

Jede der Zusammensetzungen Nr. 4 und 8, die in den Beispielen erhalten wurde, wurde mit einer Schere in fünf gleiche Teile geschnitten. Jedes Teil (das 2 g; "Sanwet" enthielt) wurde zwischen zwei Teile aus nichtgewebtem Baumwollgewebe 135 · 200 mm ("Cot-Ace" CXX-1032 und CRS 4015-E14, mit einer wasserdichten Seite, hergestellt von Unitika Ltd.) geschichtet. Die Anordnung wurde auf einer Windel ausgebreitet, und die Windel wurde einem einjährigen Baby angezogen. Die Menge an Urin über 3 Stunden betrug etwa 150 g, aber die Hüften des Babys blieben beim Berühren trocken. Das schwammartige Material für die Exkrementbeseitigung schwoll an, aber das so erhaltene Gel zerstreute sich nicht.

Testbeispiel 4

Jede der Zusammensetzungen Nr. 5, 6 und 8, die in den Beispielen erhalten wurde, ließ man zum Gelieren Urin eines gesunden Erwachsenen absorbieren. Der Urin vor und nach der Gelierung wurde dem organoleptischen Test in Übereinstimmung mit der 9- stufigen Rangfolge für Komfort oder Unbehagen (Notiz Nr. 76 vom Ministry of Health and Welfare, Environmental Health Bureau, vom 4. Dezember 1990) unterworfen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.

Tabelle 2

Testbeispiel 5

Die Zusammensetzung Nr. 7, die im Beispiel erhalten wurde, wurde zur Gelierung mit lockeren Exkrementen gemischt. Die Exkremente vor und nach der Gelierung wurden auf die gleiche Weise wie in Testbeispiel 4 nach Unbehagen geordnet. Die Exkremente vor der Gelierung wurden als -3 (sehr unbehaglich) eingeordnet, während die Exkremente nach der Gelierung als -1 (leicht unbehaglich) eingeordnet wurden.

Testbeispiel 6

Jede der Zusammensetzungen Nr. 9 und 10, die in den Beispielen erhalten wurden, wurde mit einer Schere in rechteckige Teile (40 · 80 mm und 180 · 100 mm) geschnitten. Zur Bestimmung der Menge des absorbierten Wassers wurde jede Zusammensetzung 30 Minuten in einem Behälter in 500 g Leitungswasser oder 300 g künstlichem Urin eingetaucht. Die so erhaltene Aufschlämmung wurde durch ein 200-mesh-Drahtnetz filtriert und das Gewicht des Filtrats wurde gemessen. Die Menge an absorbiertem Wasser (in Gramm) wurde durch Abziehen des Gewichts des Filtrats vom Gewicht des Wassers (Urins), das(der) anfänglich im Behälter vorhanden war, bestimmt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt. Die Zusammensetzungen Nr. 9 und 10 besaßen eine sehr hohe Wasserabsorptionsfähigkeit.

Tabelle 3

Testbeispiel 7

Jede der Zusammensetzungen Nr. 9 und 10, die in den Beispielen erhalten wurden, wurde mit einem Cuttermesser in Stücke (30 · 30 mm) geschnitten. Der folgende Test wurde durchgeführt, um die Wasserabsorptionsfähigkeit jeder Zusammensetzung im Verlauf der Zeit zu untersuchen. Jede Zusammensetzung wurde mit 100 g Leitungswasser in Kontakt gehalten und die Menge an absorbiertem Wasser wurde nach 0,5, 1, 2, 3, 5, 10 und 15 Minuten auf die gleiche Weise wie in Testbeispiel 1 gemessen. Die Ergebnisse sind in Fig. 1 gezeigt. Es wird bemerkt, daß die Wasserabsorption in 1-2 Minuten gesättigt war. Dies zeigt, daß die Zusammensetzungen eine sehr schnelle Wasserabsorptionsfähigkeit im Anfangsstadium besitzen.

Wie vorstehend erwähnt, hat die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung eine schwammartige Struktur und kann vorteilhaft für die Exkrementbeseitigung verwendet werden, weil die Zusammensetzung im Anfangsstadium schnell Wasser absorbieren kann. Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann durch eine Filterhilfe ergänzt werden, um die Wasserabsorptionsfähigkeit zu erhöhen. Die vorliegende Zusammensetzung, ergänzt durch eine Filterhilfe, kann leicht in ein Blatt geformt werden, um ein schwammartiges sehr stark absorbierendes Blatt herzustellen. Das schwammartige Blatt kann im Anfangsstadium schnell Wasser absorbieren und behält eine ausgezeichnete Wasserabsorptionsfähigkeit, weil die ausgezeichnete Wasserabsorptionsfähigkeit des sehr stark absorbierenden Harzes nicht gehemmt wird. Die Leistung des sehr stark absorbierenden Blattes unterscheidet sich von der des sehr stark absorbierenden Polymers allein. Das heißt, die Zusammensetzung wird nicht zu ungelösten Klumpen, wenn sie mit lockeren Exkrementen in einem künstlichen Darmausgang in Berührung gebracht wird, im Falle der Verwendung der vorliegenden Zusammensetzung als solcher oder des Formens der vorliegenden Zusammensetzung in ein sehr stark absorbierendes Blatt zum Zweck des Materials zur Exkrementbeseitigung. Zusätzlich behält das schwammartige Blatt seine Form, bis es mit Urin in Kontakt kommt, wenn es im Exkrement plaziert wird. Deshalb bleibt das Blatt für eine lange Zeit wirksam. Außerdem kann das Blatt mit einem Cuttermesser oder einer Schere leicht in die gewünschte Größe und Form für die gedachte Verwendung geschnitten werden. Da das Blatt wasserlöslich ist, kann das Blatt in einer Toilette mit Wasserspülung entsorgt werden. Das Blatt kann für einen künstlichen Darmausgang, eine künstliche Blase, ein Harnglas und Nachtstühle verwendet werden. Die Erfindung wird mit Bezug auf die folgenden Beispiele beschrieben.

Beispiel 1

Die folgenden vier Komponenten wurden in einem 300-ml-Becherglas gemischt: 10 g Sehr stark absorbierendes Polymer, "Sumikagel N-100" (vernetztes Natriumpolyacrylat) von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; 1 g zerkleinerter Pulpe (2,5-2,8 mm lange Faser); 50 g 5%iges "Paogen EP-15", das Chloroform enthält, "Paogen EP-15", das ein bei Dai-ichi Kogyo Seiyaku Co., Ltd. erhältliches Polyalkylenoxid ist; und 20 g Methylalkohol.

Das so erhaltene Aufschlämmungsgemisch wurde gleichmäßig auf einen teflonbeschichteten Metallbottich (160 · 115 mm innen) geschüttet. Der Bottich wurde mit einem Vibrator, der in Kontakt mit seinem Boden gehalten wurde, 10 Sekunden vibriert. Man ließ die Schüttung zur Lösungsmittelverdampfung bei Raumtemperatur stehen. So wurde Zusammensetzung Nr. 1 als ein ungefähr 3 mm dickes schwammartiges Blatt erhalten.

Beispiel 2

Das gleiche Verfahren wie in Beispiel 1 wurde wiederholt, um eine schwammartige Blattprobe (Zusammensetzung Nr. 2) zu erhalten, außer daß das Sehr stark absorbierendes Polymer durch "Aquareserve AP-150A" (vernetztes Natriumpolyacrylat) von Nippon Gosei Co., Ltd. ersetzt wurde und daß die Faser durch das Baumwollgarn (3-4 mm lange Faser) ersetzt wurde.

Beispiel 3

Das gleiche Verfahren wie in Beispiel 1 wurde wiederholt, um eine schwammartige Blattprobe (Zusammensetzung Nr. 3) zu erhalten, außer daß die Menge an Methylalkohol auf 10 g geändert wurde.

Beispiel 4

Die folgenden vier Komponenten wurden in einem 300-ml-Becherglas gemischt: 10 g sehr stark absorbierendes Polymer, "Sanwet 1M-1000" (vernetztes Stärke-Acrylat- Pfropfcopolymer) von Sanyo Chemical Industries, Ltd.; 1 g Baumwollgarn (3-4 mm lange Faser); 50 g 5%iges "Paogen", das Chloroform enthält; und 20 g Methylalkohol.

Das so erhaltene Aufschlämmungsgemisch wurde gleichmäßig auf einen teflonbeschichteten Metallbottich (160 · 115 mm innen) geschüttet. Der Bottich wurde mit einem Vibrator, der in Kontakt mit seinem Boden gehalten wurde, 10 Sekunden vibriert. Man ließ die Schüttung zur Lösungsmittelverdampfung bei Raumtemperatur stehen. So wurde Zusammensetzung Nr. 4 als ein ungefähr 3 mm dickes schwammartiges Blatt erhalten.

Beispiel 5

Zusammensetzung Nr. 5 wurde durch Besprühen der Oberfläche (reich an kurzen Fasern) von Zusammensetzung Nr. 1, die in Beispiel 1 erhalten wurde, mit etwa 1 ml Eukalyptusöl (von Takasago International Corporation) mit einem Haushaltssprüher und anschließendes Trocknen durch einen Trockner bei 40ºC für 1 Stunde hergestellt.

Beispiel 6

Das gleiche Verfahren wie in Beispiel 1 wurde wiederholt, um Zusammensetzung Nr. 6 zu erhalten, außer daß das sehr stark absorbierende Polymer durch "Aquareserve AP- 150A" (vernetztes Natriumpolyacrylat, Produkt von Nippon Gosei Co., Ltd.) ersetzt wurde, daß die Faser durch Baumwollgarn (3-4 mm lange Faser) ersetzt wurde und daß ein 1 : 1 - Gemisch von Lavendelöl und süßem Orangenöl, erhältlich bei Takasago International Corporation, als Duftstoff verwendet wurde.

Beispiel 7

Das gleiche Verfahren wie in Beispiel 1 wurde wiederholt, um eine schwammartige Zusammensetzung Nr. 7 zu erhalten, außer daß die Menge an Methylalkohol auf 10 g geändert wurde und daß etwa 1 ml eines 5%igen Trockendestillats der Teepflanze, "FS- 500A" (ein Produkt von Shiraimatsu Shinyaku Co., Ltd.) als Duftstoff verwendet wurde.

Beispiel 8

Zusammensetzung Nr. 8 wurde durch Besprühen der Oberfläche (reich an Fasern) von Zusammensetzung Nr. 4, die in Beispiel 4 erhalten wurde, mit etwa 1 ml eines 1 : 1- Gemisches aus 3%igem "Paogen", das Ethylalkohol enthielt, und Pfefferminzöl (Produkt von Takasago International Corporation) mit einem Haushaltssprüher und anschließendes Trocknen bei Raumtemperatur für 1 Stunde hergestellt.

Beispiel 9

Die folgenden vier Komponenten wurden in einem 1-1-Kolben gemischt: 40 g Sehr stark absorbierendes Polymer, "Sumikagel N-100" (vernetztes Natriumpolyacrylat) von Sumitomo Chemical Co., Ltd.; 10 g zerkleinerte Pulpe (2,0-2,8 mm lange Faser); 150 g Kieselerde, "Radiolite #600" (ein Produkt von Showa Kagaku Kogyo Co., Ltd.); und 400 g Methanol, das 10%iges "Paogen EP-15" (ein Produkt von Dai-ichi Kogyo Seiyaku Co., Ltd.) enthielt. Das so erhaltene Aufschlämmungsgemisch wurde unter Verwendung eines Abstreichmessers ("DP-150", hergestellt von Tsugawa Seiki Seisakusho Co., Ltd.) auf einen siliciumbehandelten, biaxial orientierten Polyethylenterephthalat-(PET)-Film geschüttet, wobei die Lücke 1,5 mm betrug. Man ließ die Schüttung zur Lösungsmittelverdampfung bei Raumtemperatur stehen. Beim Abziehen wurde Zusammensetzung Nr. 9 als ein schwammartiges, beim Berühren trockenes Blatt erhalten.

Beispiel 10

Das gleiche Verfahren wie in Beispiel 9 wurde wiederholt, um eine schwammartige Blattzusammensetzung Nr. 10 zu erhalten, außer daß die Menge an sehr stark absorbierendem Harz auf 100 g geändert wurde.

Industrielle Anwendbarkeit

Die vorliegende Erfindung liefert eine Zusammensetzung für ein sehr stark absorbierendes gelierendes Blatt, das eine große Absorptionskapazität pro Flächeneinheit besitzt und im Anfangsstadium schnell eine große Menge an Wasser absorbiert. Das Blatt kann leicht in jede gewünschte Form geschnitten werden. Außerdem liefert die vorliegende Erfindung ein Material zur Exkrementbeseitigung, das die Zusammensetzung umfaßt.


Anspruch[de]

1. Zusammensetzung für ein sehr stark absorbierendes gelierendes Blatt, die ein sehr stark absorbierendes Polymer, Faser, Polyalkylenoxid und eine Filterhilfe umfaßt.

2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das sehr stark absorbierende Polymer aus vernetztem Natriumpolyacrylat, Acrylsäure-Vinylalkohol-Copolymer, Polyvinylalkohol- Copolymer, verseiftem Vinylacetat-Methylacrylat-Copolymer, verseiftem Vinylacetat- Monomethylmaleat-Copolymer, verseiftem Isobutylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer, vernetztem Stärke-Acrylsäuresalz-Pfropfcopolymer, hydrolysiertem Stärke-Acrylnitril- Pfropfcopolymer und vernetztem modifiziertem Polyethylenoxid ausgewählt ist.

3. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Faser eine natürliche Faser oder eine synthetische Faser ist.

4. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Filterhilfe aus Kieselerde, Aktivkohle, Talk und Perlit ausgewählt ist.

5. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das sehr stark absorbierende Polymer in einer Menge von 5-75 Gewichts-% enthalten ist.

6. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Faser in einer Menge von weniger als 20 Gewichts-% enthalten ist.

7. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Polyalkylenoxid in einer Menge von weniger als 35 Gewichts-% enthalten ist.

8. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Filterhilfe in einer Menge von mehr als 0,1 Gewichts-% enthalten ist.







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