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Dokumentenidentifikation DE19852719A1 17.06.1999
Titel Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Wolf, Thomas, Dr., 76135 Karlsruhe, DE;
Müller, Tobias, Dr., 69493 Hirschberg, DE
DE-Anmeldedatum 16.11.1998
DE-Aktenzeichen 19852719
Offenlegungstag 17.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.06.1999
IPC-Hauptklasse B65H 7/12
IPC-Nebenklasse G01B 17/00   G01N 29/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung für eine Bogendruckmaschine, mit einer Ultraschall-Meßstrecke, die eine Bogentransportebene (1) kreuzt. Für eine zuverlässige Doppelbogenerkennung wird wenigstens eine weitere derartige Ultraschall-Meßstrecke vorgesehen, wobei die Ultraschall-Meßstrecken (11a, 12a; ...; 11e, 12e) die Bogentransportebene an verschiedenen, voneinander beabstandeten Stellen kreuzen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung für eine Bogendruckmaschine, mit einer Ultraschall-Meßstrecke, die eine Bogentransportebene kreuzt. So eine Kontrollvorrichtung für Bogen und andere Stoffe ist in der Japanischen Patent-Offenlegung Sho 62-70707 beschrieben.

Die über die Ultraschall-Meßstrecke übertragenen Ultraschallwellen werden an jeder Luft/Bogen-Grenzfläche teilweise reflektiert, während ein bestimmter Anteil der Schallintensität geradlinig durchgelassen wird. Dies ermöglicht es, weitgehend unabhängig vom Bedruckstoff die Anzahl aufeinanderliegender Bogen an einem bestimmten Meßort festzustellen.

Es hat sich jedoch gezeigt, daß eine solche Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung im praktischen Einsatz in einer Druckmaschine einen Doppelbogen nicht immer zuverlässig erkennt.

In der Japanischen Patent-Offenlegung Hei 6-263288 wird vorgeschlagen, zur Erhöhung der Zuverlässigkeit der Doppelbogenerkennung zwei oder mehr von ihrem Arbeitsprinzip verschiedene Doppelbogendetektoren, insbesondere einen Ultraschall-Doppelbogendetektor und einen Doppelbogendetektor mit einer optoelektrischen Röhre, gleichzeitig doppelte Bogen überwachen zu lassen.

In der Praxis ist es jedoch schwierig, auf diese Weise eine Verbesserung der Zuverlässigkeit der Doppelbogenerkennung zu erreichen. Dies liegt daran, daß nicht nur die jeweiligen Vorteile, sondern auch die jeweiligen Nachteile der verwendeten Meßprinzipien übernommen werden. Außerdem ist es mit erheblichem Aufwand verbunden, mehrere von ihrem Arbeitsprinzip verschiedene Doppelbogendetektoren zu verwenden und deren jeweilige Ansprechempfindlichkeiten korrekt einzustellen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine sowohl einfache als auch zuverlässige Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung zu schaffen.

Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß wenigstens eine weitere derartige Ultraschall-Meßstrecke vorgesehen ist und daß alle Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene an verschiedenen, voneinander beabstandeten Stellen kreuzen.

Der Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß Wasser- oder Ölfilme zwischen zwei Bogen, insbesondere Druckfarbe auf Wasser- oder Ölbasis, Einfluß auf die Doppelbogenerkennung haben können. Je glatter der Bedruckstoff, desto leichter werden die Bogen dadurch adhäsiv miteinander verbunden, und der fehlende Luft/Bogen-Übergang verhindert die Doppelbogenerkennung mittels Ultraschall. Die Erfindung macht sich zunutze, daß Adhäsionsstellen aufgrund von Wasser- oder Ölfilmen normalerweise örtlich begrenzt sind. Der Fall, daß mehrere Stellen zwischen Bogen, die genau den mehreren Meßorten entsprechen, durch Wasser- oder Ölfilme aneinander haften, ist in der Praxis derart selten, daß er vernachlässigt werden kann. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß sich zumindest an einem der Meßorte Luft zwischen den Bogen befindet. Wenn durch eine der mehreren Meßstrecken gemäß der Erfindung ein Doppelbogen erkannt wird, werden die Meßergebnisse der anderen Meßstrecken ignoriert, und es wird ein Signal ausgegeben, daß ein doppelter Bogen - oder z. B. im Bogenüberlappungsbereich einer Schuppenanlage eine falsche Anzahl von Bogen - erkannt worden ist.

Die Erfindung erlaubt es, die Zuverlässigkeit der Doppelbogenerkennung unter Verwendung eines einzigen Meßprinzips erheblich zu steigern. Als einziges Meßprinzip wird das Ultraschall-Meßprinzip verwendet, welches mit im Handel erhältlichen leistungsstarken und preiswerten Sendern und Empfängern für Ultraschall durchgeführt werden kann. Das Ultraschall-Meßprinzip hat gegenüber anderen Meßprinzipien außerdem den Vorteil, daß die Doppelbogenerkennung weitgehend unabhängig von der Art des Bedruckstoffes erfolgt.

Eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung mit mehreren Ultraschallsendern bzw. -empfängern ist an sich aus der DE-A-44 46 367 bekannt. Wie darin beschrieben, erzeugen mehrere langgestreckte Ultraschall-Senderelemente, die sich jeweils über die gesamte Bogenbreite erstrecken, ein fokussiertes Schallfeld, das einen linienförmigen Meßort am Bogen bildet. In einer Ausführungsform ist auf der entgegengesetzten Bogenseite eine Empfängerzeile aus vielen aneinandergereihten Empfängern vorgesehen, die sich über die gesamte Bogenbreite erstreckt. Offenbar grenzen die Ansprechbereiche der Empfänger auf dem linienförmigen Meßort unmittelbar aneinander an oder überschneiden sich sogar, so daß es keine eindeutig getrennten, voneinander beabstandeten Meßstrecken gibt. Daher würden partielle Wasser- oder Ölfilme zwischen zwei Bogen die Doppelbogenerkennung zusätzlich erschweren, da die Ausgangssignale der betroffenen Ultraschallempfänger verschmiert, d. h. uneindeutig würden.

In einer Ausführungsform der Erfindung sind die verschiedenen Stellen, an denen die Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene kreuzen, im wesentlichen entlang einer geraden Linie senkrecht zur Bogenlaufrichtung verteilt angeordnet, d. h. entlang der Bogenbreite, so daß die Meßorte eine Linie parallel zu den Bogenvorderkanten bilden. Die Meßwerte werden zeitgleich oder in schneller zeitlicher Abfolge abgefragt.

Jede einzelne Ultraschall-Meßstrecke kann durch einen Ultraschallsender und einen Ultraschallempfänger gebildet werden, die auf einander entgegengesetzten Seiten der Bogentransportebene befestigt sind. Da die Erkennungssicherheit um so höher ist, je mehr Meßstrecken verwendet werden, werden in diesem Fall verhältnismäßig viele Sender und Empfänger benötigt.

Die erforderliche Anzahl von Ultraschallempfängern und/oder Ultraschallsendern kann verringert werden, indem Ultraschallsender bzw. -empfänger mit mehreren verschiedenen Sende- bzw. Empfangsrichtungen verwendet werden. Diese verschiedenen Sende- oder Empfangsrichtungen können beispielsweise dadurch hergestellt werden, daß ein drehbarer oder translatorisch bewegbarer Ultraschallsender und/oder -empfänger verwendet wird. Technisch einfacher ist es, nicht den Ultraschallsender oder -empfänger selbst zu bewegen, sondern einen drehbaren oder translatorisch bewegbaren Schallspiegel zu verwenden, der mit dem Ultraschallsender oder -empfänger zusammenwirkt. Alternativ können mehrere feststehende Schallspiegel verwendet werden, die entlang der Bogenbreite verteilt angeordnet sind und die mit einem einzigen Ultraschallsender oder -empfänger zusammenwirken.

In einer Weiterbildung der Erfindung wird dafür gesorgt, daß die Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene unter Winkeln zwischen ca. 20 und 70 Grad kreuzen. Bei kleineren oder größeren Winkeln muß mit Totalreflexionen bzw. Mehrfachreflexionen gerechnet werden, die das Meßergebnis verfälschen können.

Andererseits wurde festgestellt, daß Interferenzen vermieden werden können, wenn Ultraschallsender und/oder Ultraschallempfanger in einem Abstand von wenigstens einigen Zentimetern von der Bogentransportebene angeordnet sind, vorzugsweise in einem Abstand zwischen 5 cm und 10 cm. In diesem Fall kommt man ohne eine Schräglage der Ultraschall-Meßstrecken aus, d. h. sie können die Bogentransportebene im wesentlichen senkrecht kreuzen.

Es folgt eine Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung.

Darin zeigen:

Fig. 1 eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung mit einem feststehenden Ultraschallsender, einem schwenkbaren Schallspiegel auf der Senderseite und fünf feststehenden Ultraschallempfängern,

Fig. 2 eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung mit einem feststehenden Ultraschallsender, einem translatorisch bewegbaren Schallspiegel auf der Senderseite und fünf feststehenden Ultraschallempfängern,

Fig. 3 eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung mit einem feststehenden Ultraschallsender, einem schwenkbaren Schallspiegel auf der Senderseite, einem feststehenden Ultraschallempfänger und fünf getrennt angeordneten feststehenden Schallspiegeln auf der Empfängerseite, und

Fig. 4 eine Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung mit fünf zusammenwirkenden Ultraschallsender- und -empfängerpaaren.

Fig. 1 bis Fig. 4 zeigen schematische Querschnittsansichten von Doppelbogen-Erkennungsvorrichtungen im Bereich eines Anlegetisches 1, dessen Oberseite, über die hinweg die Bogen transportiert werden, gestrichelt eingezeichnet ist. Die Schnittansichten erstrecken sich über die Bogenbreite, d. h. die Figurenebene liegt jeweils senkrecht zur Bogenlaufrichtung. Gleiche oder ähnliche Bestandteile in Fig. 1 bis 4 sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.

In Fig. 1 befinden sich ein Ultraschallsender 2 und ein Schallspiegel 3 auf gleicher Höhe oberhalb des Anlegetisches 1. Der Ultraschallsender 2 ist so ausgerichtet, daß die von ihm erzeugte Schallkeule horizontal auf den Schallspiegel 3 trifft. Der Schallspiegel 3 ist schwenkbar auf einer Achse 4 gelagert, die parallel zur Bogenlautrichtung verläuft. Der Schallspiegel 3 ist mit einem nicht gezeigten Antrieb verbunden, der ihn im Betrieb ständig in einem Winkelbereich um die Achse 4 hin und her schwenkt.

Unterhalb des Anlegetisches 1 sind fünf Ultraschallempfänger 5a bis 5e in gleichen Abständen über die Bogenbreite verteilt befestigt. Die Empfangskeule jedes Ultraschallempfängers 5a bis 5e schließt die Richtung ein, aus welcher der Schall vom Schallspiegel 3 ankommt. Der Anlegetisch 1 enthält geeignete Durchlaßöffnungen für den Schall, bzw. die Ultraschallempfänger 5a bis 5e sind im Anlegetisch 1 eingelassen. Die einzelnen Meßfenster haben vorzugsweise einen Durchmesser von ungefahr 20 bis 30 mm. Die Ultraschallfrequenz liegt vorzugsweise im Bereich von 100 bis 400 kHz.

Wenn der Schallspiegel 3 im Betrieb hin und her schwenkt, trifft die von ihm abgelenkte Schallkeule des Ultraschallsenders 2 nacheinander auf die Ultraschallempfänger 5a bis 5e, läuft vom Ultraschallempfänger 5e zum Ultraschallempfänger 5a zurück und überstreicht die Ultraschallempfänger 5a bis 5e von neuem. Das heißt, die Ultraschallempfänger 5a bis 5e werden nacheinander durch die Schallkeule des Ultraschallsenders 2 abgetastet.

Ein Einzelbogen auf dem Anlegetisch 1 würde die an jedem Ultraschallempfänger 5a bis 5e ankommende Ultraschall-Leistung um einen bestimmten Wert abschwächen. Für einen schematisch eingezeichneten Doppelbogen 6 ist das Dämpfungsmaß ungefähr einhundertfach größer. Für jeden weiteren Bogen tritt ein zusätzlicher Dämpfungsfaktor von ungefähr Einhundert hinzu. Dies ist im wesentlichen unabhängig von Art und Dicke des Bedruckstoffes und außerdem unabhängig davon, ob die Bogen mehr oder weniger eng aufeinanderliegen, solange sich nur ein wenig Luft dazwischen befindet.

Die von jedem einzelnen Ultraschallempfänger 5a bis 5e empfangene Ultraschall-Leistung wird mittels nicht gezeigter elektronischer Schaltungen ausgewertet. Das Auswertungsergebnis für jede einzelne Meßstrecke zeigt an, ob sich auf der gedachten Linie zwischen dem Schallspiegel 3 und dem jeweiligen Ultraschallempfänger 5a bis 5e ein Doppelbogen 6 befindet. Im vorliegenden Beispiel für eine Doppelbogenkontrolle auf einem Anlegetisch 1 wird die Messung und Auswertung im Bereich der Bogenvordermarken durchgeführt. Wenn nur ein einziger der Ultraschallempfänger 5a bis 5e einen Doppelbogen 6 anzeigt, wird die Druckmaschine abgeschaltet.

Für das Auftreten der Grenzflächendämpfung, die für die Doppelbogenerkennung durch Ultraschall ausgenutzt wird, genügt normalerweise bereits die wenige Luft, die von aufeinanderliegenden Bogen aufgrund ihrer Oberflächenrauhigkeit eingeschlossen wird. Je glatter der Bedruckstoff ist, desto eher kann die Grenzflächendämpfung jedoch dadurch aufgehoben werden, daß Wasser oder Öl, nämlich Ölfarbe, in vorangegangenen Prozessen zwischen zwei Bogen gelangt ist und diese aneinander haften läßt. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, daß solche Adhäsionen an allen fünf Meßorten zugleich stattfinden. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß sich an wenigstens einem der Meßorte Luft zwischen den Bogen befindet bzw. Luft zwischen den Bogen eingeschlossen ist.

Mit der oben beschriebenen Signalauswertung durch logische ODER-Verknüpfung der Ausgangssignale der fünf Ultraschallempfänger 5a bis 5e, die fünf voneinander beabstandeten Meßorten auf dem Anlegetisch 1 entsprechen, ergibt sich daher eine nahezu hundertprozentige Sicherheit, daß Doppelbogen korrekt erkannt werden.

Eine nicht dargestellte Variante des Ausführungsbeispiels von Fig. 1 besteht darin, die Sende- und Empfangsfunktionen miteinander zu vertauschen, d. h. es werden z. B. fünf Ultraschallsender auf einer Seite der Bogentransportebene und ein Ultraschallempfänger mit einem schwenkbaren Schallspiegel auf der anderen Seite der Bogentransportebene verwendet.

In einem weiteren, ebenfalls nicht dargestellten Ausführungsbeispiel wird auf einen Schallspiegel verzichtet, indem der einzelne Ultraschallsender oder -empfänger selbst hin und her geschwenkt wird, wobei seine Schallkeule bzw. Keule der Empfangsempfindlichkeit die gegenüberliegenden Ultraschallempfänger bzw. -sender abtastet. Die Verwendung von Schallspiegeln wird jedoch bevorzugt, da sie mit geringer Masse hergestellt werden können, so daß höhere Abtastgeschwindigkeiten möglich sind. Ein beweglicher Ultraschallsender oder -empfänger würde außerdem flexible Stromversorgungs- und Signalleitungen erforderlich machen.

Der Schallspiegel oder der Ultraschallsender oder -empfänger kann kontinuierlich oder schrittweise in dem Winkelbereich hin und her geschwenkt werden. Eine kontinuierliche Schwenkbewegung ist zwar gleichmäßiger, führt aber zu ungenutzten Leerzeiten zwischen den einzelnen Messungen, so daß ein Teil der Ultraschall-Leistung ungenutzt bleibt. Entsprechendes gilt für die an sich bestehende Möglichkeit, den Schallspiegel oder den Ultraschallsender oder -empfänger vollständig um seine Drehachse rotieren zu lassen.

Die Anzahl der Meßstrecken ist in Fig. 1 und den später beschriebenen Ausführungsbeispielen gleich fünf gewählt, kann aber natürlich höher oder niedriger sein. Die optimale Anzahl richtet sich nach der jeweiligen Druckmaschine bzw. nach dem Einsatzort der Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung in der Druckmaschine, der nicht auf den Anleger beschränkt ist.

Das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1 dadurch, daß ein Schallspiegel 7 an einer Schiene 8 aufgehängt ist, die sich entlang der Bogenbreite erstreckt. Der Schallspiegel 7 ist in den eingezeichneten Pfeilrichtungen entlang der Schiene 8 verfahrbar, wobei er die Schallkeule vom Ultraschallsender 2 immer unter dem gleichen Winkel in Richtung auf den Bedruckstoff ablenkt. Während der Schallspiegel 7 die Schiene 8 entlang läuft, erreicht der vom Bedruckstoff durchgelassene Schall nacheinander die Ultraschallempfänger 5a bis 5e.

In einer nicht dargestellten Variante des Ausführungsbeispiel von Fig. 2 kommt man nicht nur mit einem einzigen Ultraschallsender, sondern auch mit einem einzigen Ultraschallempfänger aus. Dazu wird der Ultraschallempfänger an einer zweiten, unterhalb des Anlegetisches 1 angeordneten Schiene gelagert und zeitlich und räumlich parallel zum Ultraschallsender entlang der Schiene verschoben, oder es wird ein Schallspiegel verwendet, der ähnlich wie der Schallspiegel 7 in Fig. 2 entlang einer Schiene beweglich ist und der den Schall auf einen feststehenden Ultraschallempfänger lenkt. Da die Schallkeulen verschiedener Durchstoßpunkte durch den Bedruckstoff zeitlich versetzt an dem einzigen Ultraschallempfänger eintreffen, können die den einzelnen Meßstrecken entsprechenden Signale zur Auswertung voneinander unterschieden werden.

Das in Fig. 3 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1 dadurch, daß anstelle der fünf Ultraschallempfänger 5a bis 5e ein einziger Ultraschallempfänger 9 vorgesehen ist. Fünf Schallspiegel 10a bis 10e sind an solchen Stellen und in solchen Winkeln unterhalb des Anlegetisches 1 befestigt, daß sie den Schall, der die einzelnen Meßstrecken nacheinander durchläuft, wenn sich der Schallspiegel 3 dreht, jeweils auf den Ultraschallempfänger 9 reflektieren.

Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem fünf getrennte Ultraschall-Meßstrecken durch fünf Ultraschallsender 11a bis 11e oberhalb des Anlegetisches 1 und fünf Ultraschallempfänger 12a bis 12e unterhalb des Anlegetisches 1 gebildet werden. Jeweils einer der Ultraschallsender 11a bis 11e und einer der Ultraschallempfänger 12a bis 12e bilden ein Sender-/Empfängerpaar, das einer herkömmlichen Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung entspricht. Die Ausgangssignale der Ultraschallempfänger 12a bis 12e können zeitgleich oder zeitlich versetzt abgefragt werden.

In den Ausführungsbeispielen von Fig. 2, 3 und 4 können die Sende- und Empfangsfunktionen auf ähnliche Weise vertauscht werden wie es im Zusammenhang mit Fig. 1 erläutert wurde.

Soweit in der Beschreibung der Ausführungsbeispiele von feststehenden Schallspiegeln oder Ultraschallsendern- oder -empfängern die Rede ist, sind Bauelemente gemeint, die im laufenden Betrieb feststehend sind. Es kann vorteilhaft sein, eine oder mehrere entlang der Bogenbreite verlaufende Schienen vorzusehen, an denen entlang diese Bauelemente bei einem Formatwechsel verschiebbar und gegebenenfalls im richtigen Neigungswinkel feststellbar sind. Dadurch läßt sich erreichen, daß auch bei einem Wechsel des Papierformates eine optimale Ausnutzung und Anordnung der Sensoren gewährleistet ist. Die Formateinstellung kann manuell erfolgen, aber auch ganz oder teilweise automatisiert werden. Beispielsweise kann vorgesehen werden, daß bei einem Formatwechsel eine automatische Positionierung der beiden äußersten Sende- bzw. Empfangselemente an den rechten bzw. linken Bogenrand erfolgt.

Bei den Ausführungsbeispielen von Fig. 1 und Fig. 3 muß für die Auswertung der Ausgangssignale der einzelnen Ultraschallempfänger 5a bis 5e berücksichtigt werden, daß die vom Schallspiegel 3 ausgehende Schallkeule unter verschiedenen Winkeln auf den Bedruckstoff trifft, die zwischen 20 und 70 Grad liegen sollten. Bei den Ausführungsbeispielen von Fig. 2 und Fig. 4 sind die Winkel gleich, so daß keine getrennten Einstellungen von Ansprechpegeln, Winkeln usw. erforderlich sind. Daß die Ultraschall-Meßstrecken den Bedruckstoff immer unter dem gleichen Winkel schneiden, hat außerdem den Vorteil, daß der Winkel auf einen optimalen Wert von ungefähr 45 Grad eingestellt werden kann. Bezugszeichenliste 1 Anlegetisch

2 Ultraschallsender

3 Schallspiegel

4 Achse

5a bis 5e Ultraschallempfänger

6 Doppelbogen

7 Ultraschallsender

8 Schiene

9 Ultraschallempfänger

10a bis 10e Schallspiegel

11a bis 11e Ultraschallsender

12a bis 12e Ultraschallempfänger


Anspruch[de]
  1. 1. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung für eine Bogendruckmaschine, mit einer Ultraschall-Meßstrecke, die eine Bogentransportebene kreuzt, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine weitere derartige Ultraschall-Meßstrecke vorgesehen ist und daß alle Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene an verschiedenen, voneinander beabstandeten Stellen kreuzen.
  2. 2. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verschiedenen Stellen, an denen die Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene kreuzen, im wesentlichen entlang einer geraden Linie senkrecht zur Bogenlaufrichtung verteilt angeordnet sind.
  3. 3. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede einzelne Ultraschall-Meßstrecke durch einen Ultraschallsender (11a bis 11e) und einen Ultraschallempfänger (12a bis 12e) gebildet wird, die aufeinander entgegengesetzten Seiten der Bogentransportebene befestigt sind.
  4. 4. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschall-Meßstrecken durch mehrere feststehende Ultraschallempfänger (5a bis 5e) oder mehrere feststehende Ultraschallsender und durch einen Ultraschallsender bzw. -empfänger mit mehreren verschiedenen Sende- bzw. Empfangsrichtungen gebildet werden.
  5. 5. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschall-Meßstrecken durch einen Ultraschallsender mit mehreren verschiedenen Senderichtungen und einen Ultraschallempfänger mit mehreren verschiedenen Empfangsrichtungen gebildet werden.
  6. 6. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mehreren verschiedenen Sende- oder Empfangsrichtungen durch einen beweglichen Ultraschallsender bzw. -empfänger oder durch einen feststehenden Ultraschallsender (2) bzw. -empfänger (9) mit einem beweglichen Schallspiegel (3) oder mit mehreren feststehenden Schallspiegeln (10a bis 10e) gebildet werden.
  7. 7. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Ultraschallsender bzw. -empfänger oder der Schallspiegel (3) um eine Achse (4) drehbar ist, die sich im wesentlichen parallel zur Bogenlaufrichtung erstreckt.
  8. 8. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche Ultraschallsender bzw. -empfänger oder der Schallspiegel (7) entlang einer Linie beweglich ist, die im wesentlichen parallel zur Bogentransportebene und senkrecht zur Bogenlaufrichtung verläuft.
  9. 9. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene unter Winkeln von zwischen ca. 20 und 70 Grad kreuzen.
  10. 10. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Ultraschallsender und/oder der oder die Ultraschallempfänger in einem Abstand von wenigstens einigen Zentimetern von der Bogentransportebene angeordnet sind.
  11. 11. Doppelbogen-Erkennungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Ultraschall-Meßstrecken die Bogentransportebene im wesentlichen senkrecht kreuzen.






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