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Dokumentenidentifikation DE19804266A1 24.06.1999
Titel Verfahren zum Recyclen von besonders überwachungsbedürftigen Rest- und Abbruchholz
Anmelder Schierenberg, Konrad, 33615 Bielefeld, DE
Erfinder Schierenberg, Konrad, 33615 Bielefeld, DE
DE-Anmeldedatum 04.02.1998
DE-Aktenzeichen 19804266
Offenlegungstag 24.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.06.1999
IPC-Hauptklasse B09B 5/00
IPC-Nebenklasse B27K 5/00   A62D 3/00   B03B 9/06   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Recyclen von besonders überwachungsbedürftigem Rest- und Abbruchholz.

Abbruchholz aus abgerissenen Gebäuden ist meist mit Farben oder Holzschutzmitteln behandelt. Die 4. Bundesimmissionsschutzverordnung enthält Qualitätsrichtlinien für der Verwertung zugeführtes Altholz. Unter anderem sind darin Richtwerte für Chrom, Kupfer, Quecksilber und in Chlorgehalt angegeben. Bei Überschreitung der zulässigen Grenzwerte darf das Altholz keiner stofflichen Wiederverwertung oder einer thermischen Verwertung mehr zugeführt werden. Das Altholz wird in diesen Fällen durch die Umweltämter zu einem "besonders überwachungsbedürftigen Abfall" erklärt und muß in einer Sondermüllverbrennungsanlage entsorgt werden.

Diese Art der Entsorgung des besonders überwachungsbedürftigen Abfalls in einer Sondermüllverbrennungsanlage ist jedoch mit einem äußerst hohen finanziellen und technischen Aufwand verbunden. Des weiteren wird der Rohstoff Holz durch die Verbrennung dem Verwertungskreislauf entzogen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, nach dessen Durchführung vorhandenes Rest- und Abbruchholz, welches als "besonders überwachungsbedürftiger Abfall" eingestuft worden ist, doch einer weiteren Verwendung zuführen zu können.

Die Lösung dieser Aufgabe wird in Verbindung mit den Oberbegriffsmerkmalen erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches angegebene technische Lehre vermittelt.

Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf dem Prinzip der Elution von Schadstoffen aus den Holzabfällen. Dazu wird es in einem ersten Verfahrensschritt zerkleinert, in einem zweiten Verfahrensschritt in einer Lauge oder in Wasser über eine vorbestimmte Prozeßdauer gewaschen und anschließend in einem dritten Verfahrensschrift getrocknet. Das so behandelte Holz genügt anschließend den Annahmekriterien von Anlagen zur thermischen Verwertung oder kann beispielsweise als Ausgangsstoff oder Zusatz bei der Produktion von neuen Spanplatten oder ähnlichem Verwendung finden. Bei der Elution mit Wasser werden insbesondere Schwermetallverbindungen, insbesondere Chrom-, Kupfer- und Quecksilbergehalte deutlich reduziert, ebenso wie organische Halogenverbindungen aus der Holzmatrix extrahiert werden.

Weitere Verbesserungen des Verfahrens ergeben sich aus und in Kombination mit den weiteren Unteransprüchen.

Als besonders vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn die Holzreste bis zu einer maximalen Kantenlänge von 5 mm in einem Schredder zerkleinert werden. Nach diesem ersten Verfahrensschritt können in einem ersten Zwischenschritt metallische Verunreinigungen beispielsweise über einen Magnetabschneider entfernt werden.

Vor dem zweiten Verfahrensschritt, dem eigentlichen Waschen, werden gemäß eines besonders vorteilhaften zweiten Zwischenschrittes Staub- und Leichtteile aus den zerkleinerten Holzresten entfernt, was beispielsweise durch einen Windsichter erfolgen kann.

Vor dem zweiten Verfahrensschritt und nach dem ersten oder zweiten Zwischenschritt erfolgt nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens in einem dritten Zwischenschritt eine Vorreinigung der Holzabfälle durch ein Waschen in kaltem Wasser, welches mit Reinigungszusätzen versehen sein kann.

Während dieses dritten Zwischenschrittes kann vorteilhafterweise ein vierter Zwischenschrift erfolgen, in dem weitere nichtschwimmende Verunreinigungen aus dem Bad entfernt werden.

Vor Durchführung des dritten Verfahrensschrittes, dem Trocknen, besteht zur Entfernung des die Schadstoffe enthaltenden Reinigungswassers in einem fünften Zwischenschritt die Möglichkeit, das Holz nach dem Waschen zu Pellets zu pressen, welche dann nach dem Trocknungsschrift als neues Grundprodukt anzusehen sind, welches zur Herstellung neuer Produkte oder zur Verwertung als Brennmaterial in herkömmlichen Verbrennungsanlagen herangezogen werden kann.

Der zweite Verfahrensschritt der Wäsche wird bevorzugterweise in einer heißen Lauge oder mit Heißwasser, insbesondere in einer Drehtrommel durchgeführt.

Vor dem ersten Verfahrensschritt der Zerkleinerung ist ein vorgeschalteter Verfahrensschritt von Bedeutung, bei dem Proben des zu reinigenden Holzes auf die Art und Menge der darin enthaltenen toxischen Stoffe untersucht werden, wobei aus dem Untersuchungsergebnis eine optimale Prozeßdauer des zweiten Verfahrensschrittes des Hauptwaschganges oder auch des dritten Zwischenschrittes der Vorreinigung mit Kaltwasser hergeleitet wird.

In einem nachgeschalteten abschließenden Verfahrensschritt kann die endgültige Schadstoffbelastung nochmals ermittelt werden, so daß das neue Grundprodukt inklusive des Analyseergebnisses weitergegeben werden kann. Das nun nicht mehr als "besonders überwachungsbedürftiger Abfall" einzustufende Rest- und Abfallholz kann nun unter anderem zur Papierherstellung, Kompostierung oder als normaler Heizbrennstoff eingesetzt werden, steht somit also einem normalen Verwertungskreislauf wieder zur Verfügung.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Recyclen von besonders überwachungsbedürftigem Rest- und Abbruchholz, dadurch gekennzeichnet, daß das Rest- und Abbruchholz von den Schadstoffen gereinigt wird, in dem in einem ersten Verfahrensschritt der Holzabfall zerkleinert wird, in einem zweiten Verfahrensschritt der Holzabfall in Wasser oder einer Lauge über eine vorherbestimmte Prozeßdauer gewaschen wird und in einem dritten Verfahrensschritt getrocknet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der im ersten Verfahrensschritt zerkleinerte Holzabfall in einem Schredder auf eine maximale Kantenlänge von fünf Millimetern zerkleinert wird.
  3. 3. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem ersten Verfahrensschritt in einem ersten Zwischenschritt metallische Verunreinigungen entfernt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entfernung der metallischen Verunreinigungen ein Magnetabschneider verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem zweiten Verfahrensschritt in einem zweiten Zwischenschritt Staub und Leichtteile entfernt werden.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entfernung der Staub- und Leichtteile ein Windsichter verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem zweiten Verfahrensschritt und nach dem zweiten Zwischenschritt in einem dritten Zwischenschritt eine Vorreinigung mit Wasser stattfindet.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß während des dritten Zwischenschrittes in einem vierten Zwischenschritt weitere nichtschwimmende Verunreinigungen entfernt werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem zweiten Verfahrensschritt, dem Waschen, zur Entfernung des die Schadstoffe enthaltenden Reinigungswassers das Holz in einem fünften Zwischenschritt zu Pellets gepreßt wird.
  10. 10. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wäsche im zweiten Verfahrensschritt eine Heißwäsche mit Warmwasser oder heißer Lauge beinhaltet.
  11. 11. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die Wäsche im ersten Verfahrensschritt eine Drehtrommel Verwendung findet.
  12. 12. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in einem dem ersten Verfahrensschritt vorgeschalteten Verfahrensschritt der zu reinigende Holzabfall auf die Art und Menge der damit belasteten Stoffe untersucht wird und daß aus dem Untersuchungsergebnis die erforderliche Prozeßdauer des zweiten Verfahrensschrittes des Hauptwaschganges und des dritten Zwischenschrittes der Vorreinigung hergeleitet wird.
  13. 13. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in einem nachgeschalteten abschließenden Verfahrensschritt die Schadstoffbelastung abschließend ermittelt und dokumentiert wird.






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