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Dokumentenidentifikation DE19758317A1 01.07.1999
Titel Spinnmaschine mit langer Antriebswelle
Anmelder Maschinenfabrik Rieter AG, Winterthur, CH
Erfinder Anderegg, Peter, Winterthur, CH;
Lattion, André, Seuzach, CH
Vertreter Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 31.12.1997
DE-Aktenzeichen 19758317
Offenlegungstag 01.07.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.07.1999
IPC-Hauptklasse D01H 1/20
IPC-Nebenklasse D01H 1/32   D01H 1/16   
Zusammenfassung In einer Spinnmaschine (10) sind das Gestell (11) sowie Antriebskomponenten (26a, 26b, 26c) in einzelne Abschnitte unterteilt, wobei für eine rationelle Endmontage teilmontierte Maschinenabschnitte (12a, 12b) und lediglich in Einzelteilen vorliegende Maschinenabschnitte (12c) zum Versand gebracht werden. Die Wellenabschnitte (26a, 26b, 26c) werden jeweils an ihren Enden in Lagern (22a, 22b, 22c, 22d) getragen, wobei einzelne Wellenabschnitte (26c) an einem Ende über eine Kupplung (30) mit einem benachbarten Ende eines weiteren Wellenabschnittes (26b) verbunden sind. Zur Unterdrückung von Biegeschwingungen einer langen aus einzelnen Wellenabschnitten (26a, 26b, 26c) bestehenden Antriebswelle werden zweckmäßigerweise Hilfslager (24) entfernt von den Enden einzelner Wellenabschnitte (26c) vorgesehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs.

Aus der deutschen Patentschrift 882 967 ist eine in zahlreiche Abschnitte unterteilte Spinnmaschine bekannt, bei der sämtliche Längsteile der Maschine so ausgelegt sind, daß sie eine maximale Länge entsprechend der größten Abmessung eines Maschinenabschnittes nicht überschreiten. Zweckmäßigerweise wird eine solche Maschine teilmontiert in die Spinnerei gebracht, so daß die Endmontage mit wenig Aufwand vonstatten geht. Um dies zu erreichen, kann beispielsweise jeder zweite Maschinenabschnitt mehr oder weniger komplett montiert werden, während die dazwischenliegenden Maschinenabschnitte in Einzelteilen zum Versand gelangen. Sie werden bei der endgültigen Aufstellung der Spinnmaschine zwischen den bereits fertig montierten Maschinenabschnitten befestigt, so daß eine lange Spinnmaschine, auch Längsteilmaschine genannt, entsteht.

Es hat sich herausgestellt, daß eine derart hergestellte Spinnmaschine im Betrieb Vibrationen aufweist. Somit ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Spinnmaschine zu schaffen, bei der der erwähnte Nachteil vermieden wird.

Diese Aufgabe wird durch eine Spinnmaschine mit den Merkmalen der Ansprüche gelöst.

Zur Lösung der Aufgabe führt insbesondere, daß innerhalb einzelner Maschinenabschnitte Hilfslager für Wellenabschnitte zusätzlich zu Lagerpunkten jeweils an den Enden der Wellenabschnitte vorgesehen sind.

Eine gemäß der Erfindung hergestellte Spinnmaschine mit einer langen Antriebswelle, unterteilt in mehrere Maschinenabschnitte und Wellenabschnitte, weist Wellenabschnitte auf, die jeweils an den Enden gelagert sind, und andere Wellenabschnitte, die mit einem Hilfslager zwischen deren Enden versehen sind. Für den Transport sind einzelne Maschinenabschnitte vormontiert, wobei die zugehörigen Wellenabschnitte an den Enden im Maschinengestell gelagert sind, und wobei weitere nicht vormontierte Maschinenabschnitte die ersteren Maschinenabschnitte am endgültigen Aufstellungsort verbinden und jeweils einen Wellenabschnitt aufweisen, der von einem Hilfslager gestützt wird. Das Hilfslager ist an einem Träger an Längsteilen zwischen den Enden des jeweiligen Maschinenabschnittes befestigt. Der Lagerträger für das Hilfslager ist vorzugsweise quer zur Längserstreckung eines Maschinenabschnittes in diesem montierbar. Die Wellenabschnitte der endmontierten Maschinenabschnitte sind durch Kupplungen verbunden. Vorzugsweise sind die Wellenabschnitte in jedem 1., 3., 5., usw. Maschinenabschnitt zweifach gelagert, und die Wellenabschnitte der 2., 4. usw. Maschinenabschnitte haben nur ein Hilfslager und werden an ihren Enden lediglich durch die Kupplungen von den Enden der benachbarten Wellenabschnitte getragen. Die Kupplungen verbinden die Wellenabschnitte starr und koaxial miteinander. Die Maschinenabschnitte sind vorzugsweise aus Längsteilen und Querteilen zusammengesetzt, können aber auch lediglich aus miteinander verbundenen Längsteilen eine Tragstruktur bilden. Die Wellenabschnitte sind vorzugsweise in Querteilen, beispielsweise Gestellwänden oder Schilden, gelagert. Die Träger oder Querteile, in welchen die Hilfslager untergebracht sind, verbinden die Längsteile eines Maschinenabschnittes stabilisierend. Es hat sich gezeigt, daß der Träger für das Hilfslager als einfaches plattenförmiges Bauteil ausgeführt werden kann. Um die Biegeschwindungen langer zusammengesetzter Wellen in der Spinnmaschine auf einem akzeptablen Niveau zu halten, genügt es, daß einzelne Wellenabschnitte von beispielsweise 1., 3., 5. Maschinenabschnitten lediglich durch Lager an ihren Enden getragen werden, und daß die Wellenabschnitte dazwischenliegende Maschinenabschnitte, also der 2., 4., 6., usw. Maschinenabschnitte, außer durch das Hilfslager nur an ihren Enden durch Kupplungen gehalten werden, die mit den Enden benachbarter Wellenabschnitte verbunden sind. Die Kupplungen werden vorzugsweise in unmittelbarer Nähe zu jeweils einem Wellenlager eines 1., 3., 5. Maschinenabschnittes angeordnet.

Auch mit schwach dimensionierten Trägern für die Hilfslager lassen sich die Maschinenschwingungen im zulässigen Bereich halten.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung im Detail beschrieben.

In der Figur sind lediglich drei von zahlreichen Maschinenabschnitten 12a, 12c, 12b einer Spinnmaschine 10 nebeneinander dargestellt, wobei die äußeren Maschinenabschnitte 12a, 12b selbständig sind und der dazwischenliegende Maschinenabschnitt 12c erst montiert wird, wenn zwei zu beiden Seiten benachbarte Maschinenabschnitte 12a, 12b in Flucht aufgestellt sind. Der Maschinenabschnitt 12a besteht gemäß dem Ausführungsbeispiel in der Figur aus zwei Querteilen 18a und 18b sowie diese verbindenden Längsteilen 16a und 14a. Weiter ist ein Wellenabschnitt 26a mit Lagern 22a, 22b im Maschinenabschnitt 12a dargestellt. Analog ist der übernächste Maschinenabschnitt 12b mit seinen Querteilen 18c und 18d und diese verbindenden Längsteilen 16b, 14b sowie dem Wellenabschnitt 26b in Lagern 22c, 22d aufgebaut. Der zwischen diesen Maschinenabschnitten 12a, 12b liegende Maschinenabschnitt 12c besteht vorzugsweise aus mehreren Längsteilen 16c, 14c, wobei diese Längsteile 16c, 14c mit Längsteilen 16a, 14a, 16b, 14b oder Querteilen 18b, 18c der benachbarten Maschinenabschnitte 12a, 12c gekoppelt werden. Für die Verbindung dieser Teile werden vorzugsweise Schrauben, Platten, Winkel, Stifte, etc. verwendet. Zur Verbindung der Wellenabschnitte 26a, 26c, 26b untereinander werden Kupplungen 30 verwendet, wovon nur eine zwischen den Maschinenabschnitten 12b und 12c gezeigt ist. Der Wellenabschnitt 26c des zwischen den anderen Maschinenabschnitten 12a, 12b liegenden Maschinenabschnittes 12c ist demnach über Kupplungen 30 mit den benachbarten Wellenabschnitten 26a, 26b verbunden. Zur Stabilisierung dieses Wellenabschnittes 26c dient ein konzentrisch mit diesem Wellenabschnitt 26c angeordnetes Hilfslager 24, welches in einem Lagerträger 30a und/oder Träger 20 sitzt. Bei der Herstellung des Trägers 20 bzw. des Lagerträgers 30a müssen die Befestigungsstellen zum zugehörigen Maschinenabschnitt 12c insofern nicht eng toleriert werden, als die Zentrierung des Hilfslagers 24 und des Lagerträgers 30a bzw. des Trägers 20 gegenüber dem Wellenabschnitt 26c erst erfolgt, wenn die Wellenabschnitte 26a, 26c, 26b aneinandergekoppelt sind. Bei der Montage des Maschinenabschnittes 12c wird also der Wellenabschnitt 26c zunächst starr mit den Wellenabschnitten 26a, 26b verbunden, wobei die Verschraubungen des Lagerträgers 30a bzw. des Trägers 20 zunächst noch lose gehalten sind. Bei einem anschließenden Probelauf der Antriebswelle, also der aneinandergekoppelten Wellenabschnitte 26a, 26c, 26b, zentriert sich das Hilflager 24 auf dem Wellenabschnitt 26c mit dem Lagerträger 30a bzw. dem Träger 20 selbsttätig. Anschließend können die Verbindungen zwischen dem Lagerträger 30a bzw. dem Träger 20 und den übrigen Teilen des betreffenden Maschinenabschnittes 12c, also beispielsweise mit dem Längsteil 16c und/oder 14c, endgültig festgelegt werden.

Eine industriell eingesetzte Spinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine, besteht üblicherweise nicht wie dargestellt nur aus drei Maschinenabschnitten 12a, 12c, 12b, sondern aus einer größeren Anzahl Maschinenabschnitte, so daß eine Spinnmaschine im Fall einer Ringspinnmaschine über 1000 Arbeitsstellen aufweisen kann. Dabei wechseln sich jeweils ein Maschinenabschnitt 12a und ein Maschinenabschnitt 12c ab, also ein selbständiger mehr oder weniger fertig montierter Maschinenabschnitt und ein bei der Aufstellung in der Spinnerei nur in Einzelteilen vorliegender Maschinenabschnitt.


Anspruch[de]
  1. 1. Spinnmaschine (10) mit einer langen Antriebswelle (26a, 26c, 26b, 30), unterteilt in mehrere Maschinenabschnitte (12a, 12c, 12b) und Wellenabschnitte (26a, 26c, 26b), dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Wellenabschnitte (26a, 26b) jeweils an den Enden gelagert sind, und daß andere Wellenabschnitte (26c) mit einem Hilfslager (24) zwischen den Enden versehen sind.
  2. 2. Spinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Maschinenabschnitte (12a, 12b) vormontiert sind, wobei die zugehörigen Wellenabschnitte (26a, 26b) an den Enden mit Lagern (22a, 22b, 22c, 22d) versehen sind, und daß diese Maschinenabschnitte (12a, 12b) verbindenden weiteren Maschinenabschnitte (12c) einen Wellenabschnitt (26c) enthalten, der ein Hilfslager (24) aufweist.
  3. 3. Spinnmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hilfslager (24) in einem Träger (20) befestigt ist, der als zusätzliches Element in dem zusätzlichen Maschinenabschnitt (12c) untergebracht ist.
  4. 4. Spinnmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Lagerträger (30a) oder der Träger (20) quer zur Längserstreckung eines Wellenabschnittes (26c) im zugehörigen Maschinenabschnitt (12c) montierbar ist.
  5. 5. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wellenabschnitte (26a, 26b, 26c) der aneinandergekoppelten Maschinenabschnitte (12a, 12b, 12c) durch Kupplungen (30) verbunden sind.
  6. 6. Spinnmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungen (30) eine starre Verbindung für die Wellenabschnitte (26a, 26b, 26c) darstellen, so daß die Wellenabschnitte (26a, 26b, 26c) koaxial verbunden sind.
  7. 7. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschinenabschnitte (12a, 12b, 12c) jeweils aus Längsteilen (16a, 16b, 16c) und Querteilen (18a, 18b, 18c, 18d) zusammengesetzt sind.
  8. 8. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager (22a, 22b, 22c, 22d), welche die Wellenabschnitte an ihren Enden tragen, in Querteilen (18a, 18b) oder Längsteilen (16a, 14a) untergebracht sind.
  9. 9. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfslager in einem Querteil (18a, 18b) oder Träger (20) montiert ist, wobei die Querteile (18a, 18b) oder Träger (20) Längsteile (16a, 16b, 14a, 14b) stabilisierend verbinden.
  10. 10. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Träger (20) für ein Hilfslager (24) als im wesentlichen plattenförmiges Bauteil ausgeführt ist.
  11. 11. Spinnmaschine nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne Wellenabschnitte (26a, 26b) durch Lager (22a, 22b, 22c, 22d) an ihren Enden getragen werden, wobei außerhalb der Lager jeweils eine Kupplung (30) an jedem Ende eines Wellenabschnittes (26a, 26b) sitzt, und daß andere Wellenabschnitte (26c) durch das Hilfslager (24) und an den Enden durch Kupplungen (30) getragen werden, welche auf dem Wellenende eines benachbarten Wellenabschnittes (26b) in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Lager (22c) angeordnet sind.






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