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Dokumentenidentifikation DE69506216T2 01.07.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0717161
Titel Fliesenfussboden und sein Herstellungsverfahren
Anmelder Akzo Nobel Decorative Coatings AB, Stockholm, SE
Erfinder Hilgenbrink, Bernhard, 48565 Steinfurt-Borghorst, DE;
Hermann, Günther, 48653 Coesfeld, DE
Vertreter Vossius & Partner GbR, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69506216
Vertragsstaaten AT, CH, DE, FR, LI, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 14.12.1995
EP-Aktenzeichen 958502270
EP-Offenlegungsdatum 19.06.1996
EP date of grant 25.11.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.07.1999
IPC-Hauptklasse E04F 15/08
IPC-Nebenklasse E04F 15/18   C04B 26/14   

Beschreibung[de]

Diese Erfindung betrifft einen Fliesenfußboden und ein Herstellungsverfahren dafür, insbesondere einen Fliesenfußboden, der chemikalienbeständig, z. B. gegen Säuren, und flüssigkeitsdicht, insbesondere gegenüber Säuren, ist.

Fliesenfußböden sind an sich bekannt für Innen- ebenso wie für Außenanwendungen, wie in Industriegebäuden, und von ihnen wird oft gefordert, daß sie chemikalienbeständig und flüssigkeitsdicht sind, und oft werden sie auch wiederholt stark mechanisch belastet. Für diesen Zweck ist es bekannt, z. B. keramische Fliesen auf Basis von Mörtel, gegebenenfalls mit einer Schicht aus Bindemittel, wie Zementaufschlämmung, aufzutragen und die Fliesenschicht auch mit einem versiegelnden Material, das in den Fugen zwischen aneinandergrenzenden Fliesen aufgetragen wird, zu versiegeln. Mit der Oberschicht der Fliesen wird manchmal eine Rüttelverdichtungsbehandlung mit Rüttelwerkzeugen durchgeführt, um die darunterliegende Schicht zu verfestigen oder zu verdichten und den Kontakt mit der Fliesenschicht zu verbessern.

Als Beispiele für derartige Verfahren nach dem Stand der Technik kann auf DE 23 48 301, DE 25 45 925, DE 27 54 800, DE 41 11 152 A1 und EP 0 340 598 A2 verwiesen werden, die Fliesenfußböden offenbaren, bei denen die Fugen mit säurebeständigen Materialien gefüllt sind. Diese und andere Verfahren sowie deren Produkte haben bislang jedoch mehrere Nachteile gezeigt. Einer dieser Nachteile ist, daß solche bislang bekannten Fliesenfußböden schwierig, zeitaufwendig und teuer herzustellen sind und/oder daß sie anfällig für die Bildung von durch hohe Belastungen und Stoßbelastungen verursachten Rissen sind, die für Fliesenfußböden, insbesondere Fliesenfußböden in z. B. Industriegebäuden, nicht ungewöhnlich sind. Solche Risse sind besonders unerwünscht, wenn der Boden auch beständig und dicht gegenüber Chemikalien, insbesondere Flüssigkeiten, sein soll.

Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, einen oder mehrere der folgenden Vorteile gegenüber dem Stand der Technik zu erzielen: verbesserte Chemikalienbeständigkeit, verbesserte Dichtheit und/oder Rißbeständigkeit des Fliesenfußbodens, auch wenn er starken Belastungen und hohen Stoßbelastungen ausgesetzt ist, Verringerung der zum Auslegen des Bodens erforderlichen Zeit, Verringerung der erforderlichen Zeit, bis der Boden Belastungen tragen kann, vereinfachtes Auslegen des Bodens, vermindertes Risiko von unerwünschter Vermi schung der Bodenschichten, verbesserte Bindung der Bodenschichten, verringerter Verbrauch an Bodenmaterialien, wie Bindemitteln, insbesondere organischen Bindern usw., und/oder verringerte Material- und Arbeitskosten.

Die für den erfindungsgemäßen Fliesenfußboden verwendeten Bodenfliesen können von verschiedenen Arten sein, die auch früher als eine Ober- oder Deckschicht von Böden verwendet wurden, wie Fliesen aus metallischen Materialien, natürlichem oder künstlichem Stein, Holzprodukten, Beton, Kunststoffen und insbesondere Keramik, z. B. glasierte oder unglasierte Keramik, wie trocken gepresste und gesinterte keramische Bodenfliesen.

Der erfindungsgemäße Fliesenfußboden umfaßt eine Bodenfliesenschicht auf einem Substrat für die Schicht, wobei das Substrat ein tragendes Bauteil und eine bindende Schicht, umfassend ein Bindemittel, das die Fliesen in der Fliesenschicht an das Substrat bindet, umfaßt. Das Substrat umfaßt als einen oberen Teil davon eine Zwischenschicht, die in wenigstens einem Teil ihrer flächenmäßigen Ausdehnung durchlässig für das und durchdrungen von dem Bindemittel der bindenden Schicht ist. Das Substrat kann auch eine Grundschicht unter der Zwischenschicht und auf dem Bauteil umfassen, die gegebenenfalls einen Teil des Bauteils bildet. Das Bauteil trägt normalerweise über andere auf dem Bauteil vorhandene Schichten, wie die bindende Schicht, die Zwischenschicht und die Grundschicht, falls verwendet, die statischen und dynamischen Belastungen, die auf die Fliesen aufgebracht werden.

Die obere Oberfläche des Bauteils und/oder der Grundschicht sollte geeigneterweise eine Gestalt, z. B. ein Gefälle, aufweisen, die ziemlich genau mit der gewünschten Gestalt der Fliesenschicht, die das Oberteil des Bodens bildet, übereinstimmt, z. B. eine Entfernung in vertikaler Richtung zwischen Grundschicht und oberer Oberfläche der Fliesenschicht, die im Hauptteil der Oberfläche des Bodens weniger als 20 cm und vorzugsweise ungefähr 5 cm vom Mittelwert der Entfernung innerhalb der Oberfläche abweicht, und/oder eine mittlere Abweichung vom Gefällwinkel innerhalb der Fläche von weniger als 10 und vorzugsweise weniger als 3 Grad. Üblicherweise beträgt der Gefällwinkel der Fliesenschicht mehr als 0 Grad von der Horizontalen. Ein geeigneter Grad der Flachheit ist in DIN 18 202 definiert.

Ein geeignetes Material für die Grundschicht ist Beton oder Mörtel, insbesondere Zementmörtel, und die Grundschicht kann Verstärkungen umfassen, wie eingebettete Verstärkungen, z. B. Stahlstäbe und Stahlgitterverstärkungen. Das Material, aus dem die Grundschicht hergestellt wird, umfaßt üblicherweise ein Gemisch aus einer Binderphase, insbesondere einem anorganischen hydraulischen Binder, wie Zement, z. B. Portlandzement oder Aluminiumzement, und aus teilchenförmigen Füllstoffen oder Zuschlägen, insbesondere Sand, Kies und ähnliche Materialien. Ein Beispiel für einen geeigneten Füllstoff ist Sand, vorzugsweise gewaschener Sand, mit einer Korngröße (Siebkurve) im Bereich von 0 bis 8 mm. Wie im Fachgebiet bekannt können auch gröbere Zuschlagfraktionen in der Mischung vorhanden sein, wie zerkleinerte Zuschläge für Beton, Kies, Pflasterstein, Konglomerat, gequollener Ton usw. Das Mischungsverhältnis von Binder, insbesondere Zement, z. B. Portlandzement, zu Füllstoff, insbesondere Sand, beträgt oft geeigneterweise wenigstens 1 : 2 oder wenigstens 1 : 4 und gegebenenfalls bis zu 1 : 10 oder bis zu 1 : 8, z. B. etwa 1 : 6. Ein geeignetes Wasser/Zementverhältnis ist z. B. etwa 0,5, aber auch höhere oder niedrigere Werte können angewendet werden, z. B. bis zu 0,8 und herunter bis zu 0,3.

Die gehärtete Festigkeit des Grundschichtmörtels könnte geeigneterweise wenigstens ZE 12 gemäß DIN 18 560 entsprechen. Dies entspricht üblicherweise einem Zementgehalt von wenigstens 240 kg Zement je Kubikmeter frischem Zementmörtel.

Auf die Grundschicht oder auf das Bauteil, falls keine Grundschicht angewendet wird, wird geeigneterweise eine Zwischenschicht aufgetragen. Der Zweck dieser Zwischenschicht ist es insbesondere vollständig oder wenigstens teilweise zu verhindern, daß sich Grundschichtmaterial in die zum Binden der Fliesen verwendete bindende Schicht mischt, und insbesondere das Durchdringen des Bindemittels in die Grundmaterialschicht auf eine verhältnismäßig enge Zone an der Grenzfläche der Bindemittel/Grundschichten zu begrenzen und/oder einfaches Auftragen des Bindemittels auf die Grundschicht oder gegebenenfalls auf das Bauteil, falls keine getrennte Grundschicht verwendet wird, zu ermöglichen. Die Zwischenschicht ist insbesondere wichtig, falls das Bindemittel auf unvollständig gehärtetes (abgesetztes) oder im wesentlichen ungehärtetes Grundmaterial und/oder ein Grundmaterial aufgetragen wird, das noch Plastizität oder Konsistenz, wie erdfeuchte, flüssige, rauhe, plastische oder halbflüssige Konsistenz, zeigt, z. B. gemessen mit verschiedenen bekannten Meßgeräten, wie Mo-, Fließtisch-, Setzbecher-, Thaulow-, Vebe- und anderen Meßgeräten, und/oder auf eine unvollständig verdichtete oder unverdichtete Grundschicht, wobei es in diesem Fall schwierig sein kann, das Bindemittel als eine Schicht, wie eine gleichmäßige Schicht oder eine Schicht aus Strängen, z. B. mit einem Spachtel (Zahnspachtel) aufzutragen, und/oder das Bindemittel und das Grundschichtmaterial sich übermäßig vermischen können, oder eine Tendenz dazu haben, wobei in diesem Fall ein beträchtlicher Teil des Bindemittels in der Grundschicht verloren gehen und nicht an die Fliesen binden kann.

Vorzugsweise bildet das Bindemittel an oder unter der unteren Oberfläche der Zwischenschicht eine Grenzschicht mit der Grundmaterialschicht vorzugsweise über wenigstens 40%, wenigstens 60% oder wenigstens 80% oder im wesentlichen 100% der flächenmäßigen Ausdehnung der Grundmaterialoberfläche unter den Zwischen/Bindemittelschichten. Ein gewisser Durchdringungsgrad des Bindemittels in das Grundmaterial kann helfen, das Binden an die Grundmaterialschicht zu verbessern, z. B. Durchdringen bis zu einer mittleren Tiefe von wenigstens 1 mm, wenigstens 3 mm oder wenigstens 5 mm und gegebenenfalls bis zu höchstens 20 mm, höchstens 10 mm oder höchstens 6 mm in die Grundmaterialschicht.

Die Zwischenschicht sollte vorzugsweise wenigstens teilweise für das in der bindenden Schicht verwendete Bindemittel durchlässig sein, z. B. Löcher, offene Poren oder Öffnungen umfassen, z. B. zwischen Fasern oder Fasergarnen, die das Durchtreten des Bindemittels erlauben. Diese Porosität schließt die in einem Fasermaterial, insbesondere textilem Fasermaterial, vorliegende Porosität ein. Solche faserigen Materialien können einen mittleren Faserdurchmesser von z. B. wenigstens 0,01, wenigstens 0,05 mm oder wenigstens 0,1 mm und gegebenenfalls bis zu höchstens 2 mm, höchstens 1 mm oder höchstens 0,1 mm aufweisen. Die Porosität kann eine mittlere Porengröße von wenigstens 0,01 mm, wenigstens 0,1 mm oder wenigstens 1 mm und gegebenenfalls bis zu höchstens 5 mm oder höchstens 1 mm umfassen, je nach der Art des porösen Materials. Das poröse Zwischenmaterial ist vorzugsweise flexibel, so daß es auf Grund seines eigenen Gewichts, und gegebenenfalls wenn es mit dem Bindemittel belastet ist, eng der Gestalt der Grundmaterialschicht folgt, auf der es ausgelegt wird, z. B. mit einer Entfernung zwischen Zwischenschicht und dem Substrat, wie der Grundschicht, von höchstens 10 mm oder höchstens 1 mm, berechnet als ein Mittelwert über die flächenmäßige Ausdehnung der Zwischenschicht. Die Flexibilität kann derart sein, daß das Zwischenmaterial ohne Schwierigkeiten auf eine Walze (z. B. eine Walze mit einem Durchmesser von höchstens dem 25fachen der Dicke des Zwischenmaterials) aufgewickelt werden kann. Das Zwischenmaterial kann z. B. aus solchen faserigen Materialien, wie gewebten oder vliesartigen oder anderen textilen Materialien, bestehen. Geeignete Materialien für die Zwischenschicht sind demgemäß z. B. Vliesmaterialien, wobei dieser Ausdruck in einer breiten Bedeutung genommen wird, z. B. vliesartige Materialien, verfilzte Materialien, gewebte Materialien, Tuche, genähte, gestrickte oder schlauchartige Produkte aus organischen und/oder anorganischen Materialien, wie Glas, Stein, organischen Polymeren, wie Polyamiden, Polyestern, Polyolefinen, z. B. Polyethylen, Polypropylen, Acrylpolymeren, Vinylpolymeren usw., vorzugsweise hauptsächlich in der Gestalt von Fasern oder von aus Fasern hergestellten Produkten, z. B. Glasfasermaterialien, Polyamidfasermaterialien, Polyesterfasermaterialien, anderen Textilien oder porösen Produkten. Geeignet sind z. B. Materialien des leichten vliesartigen Typs, z. B. beruhend auf einem oder mehreren der vorstehend erwähnten Materialien, z. B. Poyester, Polyamid, Polypropylen, Polyethylen, Glasfasern und natürlichen Fasern. Geeignet sind üblicherweise Materialien des geo-textilen Typs und andere Materialien, die üblicherweise als Zwischenschichten, z. B. zwischen verschiedenen Materialien, wie Materialen mit unterschiedlichen Korngrößenbereichen z. B. in Straßenbau, Bauindustrie usw., verwendet werden.

Die Zwischenschicht sollte vorzugsweise Eigenschaften aufweisen, die es ermöglichen, daß eine Materialschicht auf der Grundmaterialschicht oder anderem Substrat ausgelegt wird, insbesondere vor teilweisem oder vollständigem Härten oder Absetzen einer(s) solchen Grundschicht oder Substrats, und/oder es ermöglichen, daß auf die Zwischenschicht in gewissem Maße mechanisch eingewirkt wird z. B. durch Auftragen einer Schicht eines flüssigen oder fließfähigen Bindemittels darauf vorzugsweise als eine Schicht mit gleichmäßiger Dicke, gegebenenfalls mit oder in Form von Strängen, z. B. mit Spachteln, wie Spachteln mit oder ohne Zähnen, oder anderen Mitteln, ohne die Erzeugung von Falten oder anderen Unregelmäßigkeiten in der Zwischenschicht oder ohne Entfernung der Schicht von der darunterliegenden Oberfläche. Das Zwischenmaterial kann als Bahnenmaterial, das als Stücke mit geeigneter Länge und Breite, z. B. als überlappende Stücke, auf der Grundschicht oder dem tragenden Bauteil ausgelegt werden kann, zugeführt werden. Vorzugsweise werden die Stücke in parallelen und/oder sich kreuzenden Richtungen ausgelegt. Eine oder mehrere derartige Schichten des Zwischenmaterials, insbesondere Bahnen, können auf das Substrat aufgetragen werden. Das Gewicht je Quadratmeter der Zwischenschicht kann z. B. wenigstens 10, wenigstens 20 oder wenigstens 50 g betragen, und eine geeignete obere Grenze für das Gewicht kann bis zu 500 oder bis zu 300 g sein, z. B. ein Vlies (vliesartig) mit einem Gewicht von 30 bis 240 g je Quadratmeter und geeigneterweise einer Zugfestigkeit gemäß DIN 53857-2 von wenigstens 1 oder wenigstens 3 kN und bis zu z. B. 15 oder bis zu 8 kN. Die Dicke eines Bahn- oder Folienmaterials, das in der Zwischenschicht verwendet wird, kann z. B. wenigstens 0,1 mm, wenigstens 0,5 mm oder wenigstens 1 mm und gegebenenfalls z. B. höchstens 10 mm, höchstens 5 mm, höchstens 2 mm oder höchstens 1 mm betragen. Die Zwischenschicht kann aus einem derartigen Bahn- oder Folienteil oder aus zwei oder mehreren derartigen Teilen, die in einem Stapel aufeinander angeordnet sind, erzeugt werden. Die Porosität des Zwischenmaterials vor dem Tränken mit dem Bindemittel kann z. B. wenigstens 60% und gegebenenfalls höchstens 80% oder höchstens 60%, vorzugsweise hauptsächlich als offene, miteinander in Verbindung stehende Porosität, betragen, je nach z. B. der Art des Materials. Beispiele für geeignete Materialien sind diejenigen, die von Du Pont Company unter dem Handelsnamen "Typar" hergestellt und verkauft werden, z. B. Typar 3207, 3267, 3337, 3407-2, 3707 und insbesondere 3407, 3607-3 und 3857. Diese Materialien werden z. B. in einem Informationsblatt des Herstellers mit dem Titel "Technische Daten Typar" (eine Kopie ist als Tabelle 1 beigefügt) offenbart, und die Offenbarung des Informationsblatts ist durch die Bezugnahme eingeschlossen. Ähnliche Produkte von anderen Herstellern können auch verwendet werden, vorzugsweise Produkte mit Eigenschaften innerhalb oder im wesentlichen innerhalb der durch die vorstehend erwähnten "Typar"-Produkte definierten Bereiche, insbesondere die oberen und unteren Werte für die verschiedenen Eigenschaften, die für die Produkte angegeben werden, insbesondere die besonders erwähnten drei Produkte.

Das Zwischenmaterial sollte demgemäß vorzugsweise durchlässig für das Bindemittel sein, so daß eine auf das Zwischenmaterial aufgetragene Schicht des Bindemittels durch die Zwischenschicht zu der Oberfläche, auf der die Zwischenschicht ruht, d. h. üblicherweise die Oberfläche der Grundschicht oder des Bauteils, durchdringt oder dazu gebracht werden kann, und eine Bindung an die Oberfläche erzeugt. Weiterhin sollte das Material der Zwischenschicht vorzugsweise auch Tränken der Zwischenschicht mit dem Bindemittel zulassen, vorzugsweise so, daß offene leere Zwischenräume oder Hohlräume in der Zwischenschicht gefüllt sind, z. B. zu wenigstens 20%, wenigstens 50%, wenigstens 75% oder im wesentlichen vollständig gefüllt mit dem Bindemittel im fertigen Fliesenfußboden. Gegebenenfalls kann das Zwischenmaterial auch vor dem Auftragen des Zwischenmaterials auf das Substrat, insbesondere das Grundmaterial, mit dem Bindemittel getränkt werden, z. B. bis zu einem Prozentsatz innerhalb der vorstehend erwähnten Grenzen.

Wie vorstehend angegeben, umfaßt die bindende Schicht ein Bindemittel, das an die Bodenfliesen ebenso wie an die Zwischenschicht und die Grundschicht oder das Bauteil, falls keine Grundschicht verwendet wird, binden kann. Das Bindemittel kann anorganischen ebenso wie organischen Ursprungs sein, wie hydraulische Binder, z. B. Zement, wie Portlandzement und Aluminatzement, insbesondere säurebeständiger Zement, Wasserglas, aber vorzugsweise werden organische und insbesondere polymere Binder (Klebstoffe, Leime usw.) verwendet, entweder allein oder in Kombination, gegebenenfalls mit hydraulischen Bindern; wie Epoxyharze, Polyurethane, Polyester usw., z. B. als Dispersionen, wie wäßrige Dispersionen und Emulsionen, insbesondere vom Zweikomponenten-Typ. Beispiele für solche zweikomponentige Binder oder Zweikomponenten-Reaktivharze sind Kombinationen aus einer Harzkomponente und einer Härterkomponente, wobei die Harzkomponente aus Bisphenolharz, wie Bisphenol-A- Harz, Bisphenol-F-Harz oder Bisphenol-A/F-Harz, z. B. mit reaktiven Verdünnungsmitteln, wie Glycidylether, bestehen kann. Der Härter kann vorzugsweise aus einem "kalten Härter", insbesondere Aminhärter, wie aliphatischem Polyamin-, cycloaliphatischem Amin-, aliphatischem Amin- oder aromatischem Aminhärter, z. B. modifiziertem Aminhärter, bestehen. Der Härter, wie Aminhärter, kann geeigneterweise von der Art sein, die in Wasser emulgiert werden kann. Kombinationen von zwei oder mehreren solcher Binder können auch verwendet werden. Das Bindemittel wird vorzugsweise mit Füllstoffen, wie teilchenförmigen oder faserigen Füllstoffen, kombiniert, insbesondere inerten Füllstoffen, wie Siliziumdioxid, z. B. Siliziumdioxidmehl, Schamotte, organisches Harzmehl, organisches Harzgranulat usw. Die Teilchengrößenverteilung der Füllstoffe sollte vorzugsweise so gewählt werden, daß das Bindemittel durch die Zwischenschicht durchdringen und auch in den Fugen zwischen den Fliesen aufsteigen kann, z. B. wenn die Fliesen zum Verdichten und Verfestigen der Fliesenschicht und gegebenenfalls anderer Teile des Bodens unter der Fliesenschicht rüttelverdichtet werden.

Wenn die bindende und/oder Zwischenschichten auf eine frische oder nicht gehärtete Grundschicht aus Mörtel (z. B. Zementmörtel) aufgetragen werden, die feucht, halbnaß oder noch naß ist, sollte das Bindemittel vorzugsweise beständig gegenüber nassen und/oder alkalischen Bedingungen sein und kann vorzugsweise aus wasserdispergierbarem Epoxyharz, säurebeständigen Zementen, Dispersionen, Wasserglas oder Kombinationen von zwei oder mehreren derartiger Materialien bestehen.

Das Bindemittel sollte beständig und/oder undurchlässig gegenüber den Materialien sein, gegenüber denen der Fliesenfußboden beständig und/oder undurchlässig sein sollte. Eine Anzahl derartiger Chemikalien wird in einer Broschüre des Anmelders mit dem Titel "Schönox Fliesentechnik, Beständigkeitsliste, SCHÖNOPOX CON, SCHÖNOPOX CF" erwähnt, deren Offenbarung hier durch Bezugnahme eingeschlossen ist. Das Bindemittel ist vorzugsweise beständig und undurchlässig gegenüber einem oder mehreren der in der Liste in der Broschüre aufgeführten Chemikalien, insbesondere gegenüber den mit "+" oder "(+)" in der Liste markierten. Von solchen Chemikalien in verschiedenen Konzentrationen können erwähnt werden: organische Säuren, z. B. Ameisen-, Essig-, Milch-, Oxal-, Wein- und Zitronensäure, anorganische Säuren, z. B. Bor-, Chrom-, Chlor-, Phosphor-, Salpeter-, Salz- und Schwefelsäure, Basen, z. B. Ammonium-, Kalium- und Natriumhydroxid und Carbonate, Alkohole, z. B. Ethanol, Isopropanol, Butanol und Phenole, Kohlenwasserstoffe, z. B. Petroleum, Benzin, Kerosin, Motoröl, Terpentin usw.

Die Fliesen werden geeigneterweise mit kleinen Fugenbreiten zwischen aneinandergrenzenden Fliesen ausgelegt, wie im Mittel bis zu 15 mm, bis zu 10 mm, bis zu 5 mm, bis zu 2 mm oder bis zu 1 mm, und üblicherweise wenigstens 0,1 mm Fugenbreite. Die Fugen werden vorzugsweise teilweise oder vollständig mit Bindemittel gefüllt, das aus der bindenden Schicht aufsteigt, insbesondere als Folge der Verdichtungs- und Verfestigungsbehandlung, insbesondere mechanischer, vorzugsweise Rüttelverdichtungsbehandlung, aber sie können auch teilweise oder vollständig mit einem Binde- und/oder Siegelmittel, z. B. dem in der bindenden Schicht verwendeten Material, gefüllt werden, das von der Oberseite der Fliesenschicht zugeführt wird. Die Fliesen werden vorzugsweise so bald als möglich von überschüssigem Binde- und/oder Siegelmittel an den Fugen auf der Oberfläche der Fliesen gereinigt.

Geräte und Verfahren zum Verfestigen oder Verdichten von Fliesenfußböden sind bekannt. Rüttelverdichter können gemäß dieser Erfindung vorteilhaft zum Auslegen von Fliesenfußböden verwendet werden, und derartige Geräte und Verfahren, die Fachleuten zuvor be kannt sind, können im allgemeinen auch zum Auslegen von erfindungsgemäßen Fliesenfußböden verwendet werden. Beispiele für solche Geräte sind diejenigen, die von der Firma Karl Dahin, Deutschland, hergestellt werden, wie diejenigen Geräte, die im Handel unter den Handelsnamen "Doberman", "Alano", "Rüttelgerät KD I", "Rüttelgerät KD II" und "Handrüttelgerät KD II" erhältlich sind, sowie Geräte ähnlicher Art von anderen Herstellern.

Eine Ausführungsform dieser Erfindung wird im folgenden Beispiel unter Bezug auf die beigefügte Zeichnung erläutert. Dieses Beispiel soll die Erfindung veranschaulichen, ohne auf irgendeine Weise den Umfang der Erfindung zu begrenzen.

Beispiel

Die beigefügte Zeichnung ist ein vertikaler Schnitt durch einen Teil eines erfindungsgemäßen Fliesenfußbodens. Der Fliesenfußboden ruht auf einem Bauteil für den Fliesenfußboden, das aus einem Aufbau (in der Zeichnung nicht gezeigt) aus Beton, der aus Portlandzement und herkömmlichem Zuschlag hergestellt wurde, besteht. Eine Grundschicht 1 aus Portlandzement, basierend auf einem Gemisch aus 1 Teil Portlandzement und 6 Teilen gewaschenem Sand mit einer Siebkurve von 0 bis 8 mm sowie einer Menge gröberer Zuschlagsteine und einem Wasser/Zementverhältnis von 0,5, wurde auf eine Verstärkung aus verschweißten Stahlstäben (nicht gezeigt) bis zu einer Schichtdicke von etwa 10 cm aufgetragen und abgezogen, um die Oberfläche zu glätten. Die frische ungehärtete Grundschicht wurde mit einer Zwischenschicht 2 aus weichem synthetischem vliesartigem Polymer (Vlies) des geo-textilen Typs mit einem Oberflächengewicht von etwa 100 g je Quadratmeter, einer Dicke von unter 0,9 mm und einem Porengrößenbereich von hauptsächlich 0,1 bis 1,5 mm beschichtet. Das Vlies wurde als Bahnen auf Rollen angeliefert, die mit einer Bahnenbreite von 1 bis 4 m und einer Bahnenlänge von 50 bis 200 m erhältlich waren. Als Bindemittel wurde Epoxymörtel auf der Basis von Epoxyharz des wasseremulgierbaren Typs (SCHÖNOPOX CON, SCHÖNOPOX CF, eingetragene Handelsnamen) mit Siliziumdioxidmehl als einem inerten Füllstoff verwendet. Die bindende Verbindung war ein zweikomponentiger wasseremulgierbarer Epoxyharzmörtel, und das Bindemittel wurde auf der Zwischenschicht mit Spachteln (mit und ohne Zähne) in einer Menge aufgetragen, die ausreichend war, um die Hohlräume in der Zwischenschicht vollständig zu füllen und herunter durch die Zwischenschicht zur Grundschicht zu dringen und damit in Kontakt zu treten sowie eine kontinuierliche Schicht 3 auf der Zwischenschicht zu erzeugen. Der Epoxymörtel, der im fertigen Fliesenfußboden durch die Zwischenschicht 2 gedrungen war, erzeugte an der Grenzfläche der Zwischenschicht 2 mit der Zementmörtelgrundschicht 1 eine Durchdringungsschicht 4 mit ausgezeichneter Bindung an die Grundschicht. Auf die bindende Epoxymörtelschicht 3 wurden trocken gepresste keramische Bodenfliesen 5 gemäß DIN EN 176 und DIN 18 158 eng anstoßend mit einer mittleren Fugenbreite unter 1 mm als Oberschicht ausgelegt. Die Fliesenfußbodenschicht wurde mit einem Rüttelverdichter des üblicherweise zum Rüttel verdichten von Fliesenfußböden verwendeten Typs rüttelverdichtet. Die Rüttelverdichtungsbehandlung wurde durchgeführt, bis entschieden wurde, daß die Grundschicht und die bindende und Zwischenschichten unter Entfernung der Hohlräume aus den Schichten und aus den Grenzflächen zwischen der bindenden Schicht und den unteren Oberflächen der Fliesen verfestigt und verdichtet waren, und das Durchdringen des Bindemittels an die Oberfläche der Grundschicht ausreichend war. Durch die Rüttelverdichtungsbehandlung wurde das Bindemittel dazu gebracht, in den Fugen 6 zwischen den Fliesen aufzusteigen, gegebenenfalls im wesentlichen bis zum Niveau ihrer oberen Oberflächen oder zu einem niedrigeren Niveau, wobei in diesem Fall die Fugen von oben mit einem Mörtelschlamm gefüllt wurden, der im wesentlichen aus dem gleichen Material wie der für die bindende Schicht 3 verwendete Epoxymörtel bestand. Die Oberfläche der Fliesenschicht wurde dann von jeglichem Bindemittel gereinigt, das auf den Fliesenoberflächen ausgebreitet worden war. Der fertige Fußboden war säurebeständig und flüssigkeitsdicht und zeigte hohe mechanische Festigkeit, wobei die vliesartige Zwischenschicht 2 als Verstärkung der bindenden Epoxymörtelschicht 3 wirkt und auch als Sperre gegen Durchdringen des Betonmaterials der Grundschicht in die Epoxymörtelschicht 3.

Andere Ausführungsformen der Erfindung sind Fachleuten aus der vorstehenden Offenbarung ersichtlich.

Tabelle 1 Typar DU PONT

* auch m/s E-4

Die angegebenen Werte liegen innerhalb der Prüfgenauigkeit des betreffenden Labortests. Änderungen vorbehalten.

x eingetragener Handelsname von Du Pont


Anspruch[de]

1. Fliesenfußboden, der chemikalienbeständig und flüssigkeitsdicht ist, wobei der Fußboden eine Oberschicht aus Bodenfliesen (5), ein Substrat für die Bodenfliesenschicht, umfassend ein tragendes Bauteil, und eine Bindemittelschicht (3), umfassend ein Bindemittel, das die Bodenfliesenschicht an das Substrat bindet, umfaßt, wobei das Substrat auch eine Zwischenschicht (2) aus einem Material auf hauptsächlich Faserbasis umfaßt, auf die die Bodenfliesenschicht mit dem Bindemittel gebunden ist, wobei das Bindemittel die Zwischenschicht innerhalb wenigstens eines Teils der flächenmäßigen Ausdehnung der Zwischenschicht durchdringt und somit in Kontakt mit einem darunterliegenden Teil des Substrats tritt und daran bindet, wodurch es zum Binden der Bodenfliesenschicht und der Zwischenschicht an das darunterliegende Substrat zumindest beiträgt.

2. Fliesenfußboden nach Anspruch 1, wobei das Substrat eine Grundmaterialschicht (1), insbesondere eine Zementmörtelschicht, umfaßt und wobei das Bindemittel, das die Zwischenschicht durchdringt, an die Grundmaterialschicht gebunden ist.

3. Fliesenfußboden nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Bindemittel säurebeständig und flüssigkeitsdicht ist und einen Binder, ausgewählt aus organischen Harzen und hydraulischen Bindern, insbesondere Epoxyharzen, wie Epoxymörteln, umfaßt.

4. Fliesenfußboden nach einem der vorstehenden Ansprüche, der als Grundmaterialschicht (1) unter der Zwischenschicht (2) eine Mörtelschicht umfaßt, die aus einer Kombination von Zuschlagstoffen und Mörtelbindemittel, ausgewählt aus hydraulischen Zementen, Gips und organischen Harzen, besteht.

5. Fliesenfußboden nach einem der vorstehenden Ansprüche, der im wesentlichen frei vom Eindringen der Materialien der Grundmaterialschicht, auf der die Zwischenschicht ruht, in die Bindemittelschicht (3) über der Zwischenschicht (2) ist, oder höchstens Eindringen von Material aus der Grundmaterialschicht in die Zwischenschicht bis zu höchstens einem Teil der Dicke der Zwischenschicht zeigt.

6. Fliesenfußboden nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Zwischenschicht (2) aus einem Material auf hauptsächlich Faserbasis, insbesondere textilem Material, wie geo-textilen Materialien, besteht, das miteinander in Verbindung stehende Hohlräume umfaßt, die sich über die Dicke der Zwischenschicht von der Bindemittelschicht (3) bis zu dem Teil des Substrats, insbesondere der Grundmaterialschicht, erstrecken, auf dem die Zwischenschicht ruht, wobei die Hohlräume wenigstens teilweise mit dem Bindemittel gefüllt sind, das aus der Bindemittelschicht zu dem Teil des Substrats (1), auf dem die Zwischenschicht ruht, dringt und damit in Kontakt tritt.

7. Fliesenfußboden nach Anspruch 6, wobei das textile Material vliesartige oder gewebte faserige anorganische oder organische Materialien, insbesondere des geo-textilen Typs, umfaßt.

8. Herstellungsverfahren für einen Fliesenfußboden nach einem der vorstehenden Ansprüche, umfassend:

Auftragen wenigstens einer Schicht, umfassend ein Material auf hauptsächlich Faserbasis (2) und ein Bindemittel (3), als einen oberen Teil eines Substrats für eine Schicht aus Bodenfliesen (5), wobei das aufgetragene Bindemittel dazu geeignet ist, unter der Bodenfliesenschicht eine kontinuierliche Schicht (3) aus chemikalienbeständigem und flüssigkeitsdichtem Bindemittel zu erzeugen, um die Bodenfliesenschicht zu binden, wobei die Zwischenschicht (2) für das Bindemittel durchlässig ist,

Auslegen einer Schicht von Bodenfliesen (5) auf die wenigstens eine Schicht aus Bindemittel und Zwischenmaterial, und

Verfestigen und Verdichten des Fußbodens, indem mit der Bodenfliesenschicht eine mechanische Verdichtungsbehandlung durchgeführt wird, wodurch ein enger bindender Kontakt zwischen den Bodenfliesen und einer darunterliegenden kontinuierlichen Schicht aus Bindemittel erzeugt wird, wobei das Bindemittel, das innerhalb wenigstens eines wesentlichen Teils der flächenmäßigen Ausdehnung der Zwischenschicht vorliegt, durch die Zwischenschicht gedrungen ist und somit in Kontakt mit dem darunterliegenden Teil des Substrats, insbesondere einer Grundmaterialschicht (1) aus Zementmörtel, tritt und daran bindet.

9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Verdichtungsbehandlung eine Rüttelverdichtungsbehandlung umfaßt.

10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Zwischenmaterial als wenigstens eine Schicht (2) auf eine höchstens unvollständig gehärtete und besonders frische ungehärtete Grundmaterialschicht (1) des Substrats aufgetragen wird, wobei die wenigstens eine Zwischenschicht höchstens unvollkommen durchlässig für das unvollständig gehärtete Grundschichtmaterial und in solch einem Ausmaß für das Bindemittel durchlässig ist, daß Kontakt des Bindemittels mit der Grundmaterialschicht durch offene Hohlräume in der Zwischenschicht, die mit den oberen und unteren Seiten der Schicht in Verbindung stehen, möglich ist, wobei die offenen Hohlräume in der Zwischenschicht vor oder nach der Anwendung der mechanischen Verdichtungsbehandlung wenigstens teilweise mit dem Bindemittel gefüllt sind.







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