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Dokumentenidentifikation DE19715340C2 15.07.1999
Titel Nähautomat zum Annähen einer Patte an einem Nähgutteil
Anmelder Dürkopp Adler AG, 33719 Bielefeld, DE
Erfinder Kaufhold, Tobias, 33604 Bielefeld, DE
Vertreter Patentanwälte Rau, Schneck & Hübner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 12.04.1997
DE-Aktenzeichen 19715340
Offenlegungstag 15.10.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.07.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.07.1999
IPC-Hauptklasse D05B 39/00
IPC-Nebenklasse D05B 35/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Nähautomaten zum Annähen einer Patte an einem Nähgutteil. Aus der DE 41 24 164 C2 (entsprechend US-Patent 5,272,994) ist ein Nähautomat zum Annähen einer Patte an einem Nähgutteil bekannt, wobei ein Nähguthalter vorgesehen ist, der eine Taschen- Klemmplatte und eine Patten-Klemmplatte aufweist. Es ist eine Führungseinrichtung zum Transport des Nähguthalters während der einzelnen Nähvorgänge vorgesehen. Die Patte wird mit einer einzigen Naht benachbart zur Tasche an das Nähgutteil, beispielsweise ein Hemdenvorderteil, angenäht. Hierzu wird nach dem Annähen der Tasche die Patte so zu der angenähten Tasche verschoben, daß die Patten-Naht die richtige Position relativ zur Tasche erhält. Mit diesem bekannten Nähautomat kann nur eine Patte angenäht werden, die keine rohe, d. h. offene, Material-Kante aufweist.

Aus der PFAFF-Informationsschrift "PFAFF Special Service 310-01 Nr. 296-12-15815" ist das Anbringen einer Patte an einem Hemdenvorderteil bekannt. Die Patte wird hierbei mit einer 1. Patten-Naht an dem Hemdenvorderteil angenäht. Anschließend wird die Patte über die 1. Patten-Naht umgeklappt und im Anschluß daran eine 2. Patten-Naht durch die doppelt liegende Patte genäht. Auch hierbei liegt anschließend die Kante der Patte frei unter der Patte. Wenn diese Kante noch roh, d. h. nicht verschlossen, ist, dann neigt die Patte hier beim Waschen zum Ausfransen. Darüber hinaus erfordert diese Art des Annähens einer Patte große manuelle Geschicklichkeit der Näherin und ist kostenaufwendig, da es zeitaufwendig ist, eine Patte in korrekter Lage und ohne Verzerrung aufzunähen.

Aus der US-PS 5,584,258 ist eine Vorrichtung zum Annähen einer Patte an einem Hemdenvorderteil bekannt, mit der in im Prinzip gleicher Weise wie nach der oben zuerst genannten Veröffentlichung eine Patte angenäht werden kann.

Aus der älteren, nicht vorveröffentlichten DE 197 05 314 A1 ist ein Verfahren und ein Nähautomat zum Annähen einer Patte mit roher Schlußkante und einer Tasche an ein Nähgutteil in einem Arbeitsgang bekannt, bei der in einer Vorbereitungsstation ein Taschenzuschnitt auf einem Nähgutteil positioniert wird. Außerdem wird auf diesem Nähgutteil ein Pattenzuschnitt direkt in einer gegenüber seiner Gebrauchslage um 180° umgeklappten Lage positioniert, wobei seine rohe Kante ihre endgültige Lage relativ zum Taschenzuschnitt einnimmt. Nach dem Umbuggen des Taschenzuschnitts wird ein Nähguthalter auf den Taschenzuschnitt und das Nähgutteil aufgesetzt. Ein am Nähguthalter angebrachter Pattengreifer greift die Patte und hebt diese ohne sonstige Lageveränderung vom Nähgutteil ab, so daß das Faltschwert aus der umgebuggten Tasche herausgezogen werden kann. Anschließend wird das Nähgutteil mit dem aufliegenden Taschenzuschnitt und der vom Pattengreifer ergriffenen Patte über die Auflageplatte zur Nähmaschine verfahren. Dort erfolgt das Annähen des Taschenzuschnitts auf dem Nähgutteil in üblicher Weise unter Verfahren des Nähguthalters unter der Nähmaschine. Im Anschluß daran wird die Patte wieder auf dem Nähgutteil abgelegt. Es wird eine in der Auflageplatte ausgebildete Vakuum-Halteeinrichtung aktiviert, so daß das Nähgutteil einerseits und die auf ihm befindliche Patte andererseits durch das Vakuum in ihrer Position gehalten werden. Dann wird der Nähguthalter abgehoben und derartig umgesetzt, daß eine an ihm angebrachte Faltleiste auf der rohen Kante der Patte zur Auflage kommt. Nunmehr wird nach Abschalten des Vakuums das Nähgutteil mit der Patte unter der Maschine in der Weise geführt, daß eine Befestigungsnaht zur Befestigung der Patte am Nähgutteil genäht werden kann. Im Anschluß daran wird eine - von der angenähten Tasche aus gesehen - jenseits der Patte befindliche Wendeleiste in Richtung auf die Faltleiste und unter die Patte bewegt, so daß die Patte um die Faltleiste herumgefaltet wird. Die Wendeleiste wird auf der Faltleiste abgesetzt und die Faltleiste unter dieser weggezogen. Mittels der Wendeleiste wird die Patte dann in ihre untere Stellung gedrückt, in der sich die Patte in ihrer endgültigen Lage befindet. Durch einen Schlitz in der Wendeleiste hindurch wird dann eine zweite Befestigungsnaht genäht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Nähautomaten zum Annähen einer Patte an einem Nähgutteil zu schaffen, mittels dessen eine Patte mit einer 1. Patten-Naht angenäht und nach dem Umklappen über diese Naht mittels einer 2. Patten-Naht fixiert werden kann, wobei eine korrekte Lage ohne Einsatz manueller Geschicklichkeit erreichbar sein soll.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Zum Erfolg der Erfindung trägt mit bei, daß nach dem Nähen der 1. Patten-Naht die Patte mittels eines Überwerfers über diese 1. Patten-Naht gefaltet und dann mittels einer 2. Patten-Naht am Nähgutteil fixiert wird. Die Manipulation der Patte erfolgt hierbei ausschließlich mechanisch. Gemäß Anspruch 2 wird die 2. Patten-Naht derart gelegt, daß die Kante der Patte sich zwischen den beiden Patten-Nähten befindet. Diese Art der Montage der Patte an einem Nähgutteil ist besonders vorteilhaft, wenn die zwischen den Nähten befindliche Kante der Patte eine rohe Kante ist, die also ansonsten zum Ausfransen neigen würde.

In den Unteransprüchen 3 bis 10 sind zahlreiche weitere, vorteilhafte und z. T. erfinderische Ausgestaltungen wiedergegeben.

Die Erfindung wird nachfolgend durch die Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Nähautomaten nach der Erfindung in teilweise aufgebrochener Darstellung,

Fig. 2 einen vertikalen Teil-Schnitt durch den Nähautomaten gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 1,

Fig. 3 die Transferplatte des Nähautomaten in einer gegenüber Fig. 1 vergrößerten Darstellung,

Fig. 4 einen Querschnitt durch die Transferplatte gemäß der Schnittlinie IV-IV in Fig. 3 in gegenüber Fig. 4 vergrößertem Maßstab,

Fig. 5 eine Darstellung gemäß Fig. 4, jedoch in einer anderen Arbeitsstellung,

Fig. 6 einen Teil einer Baugruppe aus den Fig. 4 und 5,

Fig. 7 eine Zuführeinrichtung in einer Ansicht gemäß dem Sichtpfeil VII in Fig. 1 und

Fig. 8 eine der Fig. 4 entsprechende Schnittdarstellung, wobei die Zuführung einer anzunähenden Patte auf die Transferplatte dargestellt ist.

Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Nähautomat weist ein Gestell 1 auf, auf dem eine Nähmaschine 2 ortsfest angeordnet ist. Sie besteht in üblicher Weise aus einer Grundplatte 3, einem Ständer 4 und einem oberen Arm 5. Im Arm 5 der Nähmaschine 2 ist in üblicher Weise eine Armwelle 6 gelagert, die von einem elektrischen Näh-Antriebs-Motor 7 antreibbar ist. Von der Armwelle 6 wird in üblicher Weise der Antrieb einer Nadelstange 8 mit Nadel 9 und außerdem der Antrieb eines in der Grundplatte 3 befindlichen Greifers 10 abgeleitet. Der Nadel 9 wird über einen Fadenhebel 11 und einen Fadenspanner 12 ein Faden 13 zugeführt, der beim Eintauchen der Nadel 9 durch ein Stichloch 14 in die Grundplatte 3 vom Greifer 10 in üblicher Weise erfaßt und mit einem nicht dargestellten Unterfaden zu einer Doppel-Steppstich-Naht verbunden wird.

Oberhalb der Oberseite 15 des Gestells 1 ist auf diesem eine Auflageplatte 16 angeordnet, deren Oberseite eine Nähebene 17 definiert. Diese Auflageplatte 16 ist - zumindest teilweise - auf einer Stützplatte 18 abgestützt, die über Stützen 19 auf dem Gestell 1 gehalten ist. Diese Auflageplatte 16 stützt sich auch auf der Grundplatte 3 der Nähmaschine 2 ab und weist in der als z-Richtung definierten Bewegungsbahn der Nadelstange 8 mit Nadel 9 das den Durchtritt der Nadel 9 zum Greifer 10 gestattende Stichloch 14 auf.

Oberhalb der Auflageplatte 16 ist eine Führungseinrichtung 20 für miteinander zu vernähende Nähgutteile 21, 22, 23 vorgesehen. Sie ist - von der Bedienerseite 24 her gesehen - hinter der Nähmaschine 2 angeordnet. Sie weist eine obere Grundplatte 25 auf, die in dem der Bedienerseite 24 entgegengesetzten rückwärtigen Bereich 26 des Gestells 1 - von der Bedienerseite 24 her gesehen - hinter der Auflageplatte 16 auf dem Gestell 1 über vertikale Stützwände 27 abgestützt ist. An der Unterseite dieser Grundplatte 25 sind parallel zueinander in x-Richtung verlaufende Führungsstangen 28 angebracht, auf denen ein x-Schlitten 29 verschiebbar gelagert ist. Dieser x-Schlitten 29 wird von einem Elektromotor 30, bei dem es sich um einen Getriebemotor handeln kann, über einen Zahnriementrieb 31 angetrieben, dessen Zahnriemen 32 mittels einer Befestigungseinrichtung 33 mit dem x-Schlitten 29 verbunden ist.

An der Unterseite des x-Schlittens 29 ist ein weiteres Paar - in y-Richtung, also senkrecht zur x-Richtung - parallel zueinander verlaufender Führungsstangen 34 angebracht, auf denen ein weiterer Schlitten, ein y-Schlitten 35, in y-Richtung verschiebbar geführt ist. Beide Schlitten 29, 35 sind also hängend an den jeweiligen Führungsstangen 28 bzw. 34 geführt. Der Antrieb des y-Schlittens 35 erfolgt mittels eines - gegebenenfalls ebenfalls als Getriebemotor ausgebildeten - im rückwärtigen Bereich 26 am x-Schlitten 29 angebrachten Elektromotors 36 über einen Zahnriementrieb 37. Der Zahnriemen 38 dieses Zahnriementriebs 37 ist mittels einer Befestigungseinrichtung 39 an der Unterseite des y-Schlittens 35 befestigt. Die x- Richtung und die y-Richtung verlaufen senkrecht zueinander und senkrecht zur z-Richtung. Die x-, y- und z-Richtung bilden also ein normales kartesisches Koordinatensystem. Die x- und y-Richtung verlaufen parallel zur Nähebene 17. Die x-Richtung ist parallel zur Haupt-Längsrichtung der Nähmaschine 2, d. h. parallel zur Armwelle 6.

An der Unterseite des y-Schlittens 35 ist ein Nähguthalter 40 um eine parallel zur y-Richtung verlaufende Schwenkachse 41 gelagert. Hierzu ist der Nähguthalter 40 am Ende eines Transferhebels 42 befestigt, dessen anderes Ende auf der Schwenkachse 41 gelagert ist. Der Transferhebel 42 ist doppelt gekröpft, und zwar zum einen vom Nähguthalter 40 weg in y-Richtung zum rückwärtigen Bereich 26 hin und zum anderen von der Auflageplatte 16 nach oben in z-Richtung zur Unterseite des y-Schlittens 35 hin. Zwischen der Schwenkachse 41 und dem Nähguthalter 40 ist ein Abhebe- und Andrück-Antrieb 43 vorgesehen, der einerseits am Transferhebel 42 und andererseits am y-Schlitten 35 angreift. Es handelt sich um einen Linearantrieb, der in üblicher Weise als pneumatisch beaufschlagbarer Kolben- Zylinder-Antrieb ausgebildet ist. Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, ist die gesamte Führungseinrichtung 20 mit allen zugehörigen Bestandteilen oberhalb der Auflageplatte 16 angeordnet, kann also sehr nahe an der Nähmaschine 2 angeordnet werden.

Der Nähmaschine 2 und der Führungseinrichtung 20 ist eine Vorbereitungsstation 44 vorgeordnet, in der das 1. Nähgutteil 21, bei dem es sich beispielsweise um ein Hemden-Vorderteil handelt, und das 2. Nähgutteil 22, bei dem es sich um einen Taschenzuschnitt handelt, in die für das Nähen notwendige Lage zueinander gebracht werden. Der Taschenzuschnitt wird in der Vorbereitungsstation 44 mittels einer Faltvorrichtung 45 gefaltet. Die Faltvorrichtung 45 weist einen deckelartigen Träger 46 auf, der oberhalb der Auflageplatte 16 angeordnet ist und diese zum rückwärtigen Bereich 26 des Gestells 1 hin überragt. An seinem rückseitigen Ende weist der Träger 46 einen nach unten ragenden Hebelarm 47 auf. Im Bereich seines Übergangs in diesen Hebelarm 47 ist der Träger 46 um eine Schwenkachse 48 schwenkbar gelagert, die sich parallel zur x-Richtung erstreckt, und die in einem gestellfesten Lagerarm 49 abgestützt ist. Im frei über die Auflageplatte 16 ragenden Träger 46 sind die zum Falten des 2. Nähgutteils (Taschenzuschnitt) 22 erforderlichen, nur teilweise dargestellten Faltwerkzeuge untergebracht, mittels derer der Taschenzuschnitt umgebugt und lagegenau auf dem unteren 1. Nähgutteil 21 positioniert wird. Derartige Faltvorrichtungen sind im übrigen allgemein bekannt und in der Praxis verbreitet, so daß eine detaillierte Beschreibung nicht notwendig ist. Beispielhaft darf verwiesen werden auf die DE 37 09 264 A1 (entsprechend US -4,813,362), DE 37 09 210 A1 (entsprechend US 4,793,272) und DE -37 09 251 A1 (entsprechend US 4,785,749).

Der Nähguthalter 40 weist eine Transferplatte 50 auf, die einen beispielsweise etwa U-förmigen Schlitz 51 aufweist, dessen Verlauf dem Verlauf einer zu erzeugenden Naht 52 entspricht, mittels derer das 2. Nähgutteil 22 (Taschenzuschnitt) auf dem 1. Nähgutteil 21 (Hemden-Vorderteil) befestigt werden soll. Die Transferplatte 50 ist spiegelsymmetrisch zu einer Mittelachse 50a aufgebaut, so daß grundsätzlich die Beschreibung einer Seite ausreichend ist.

Auf der Transferplatte 50 ist eine bügelartig ausgebildete Pattenklammer 53 angebracht, die um im Seitenbereich der Transferplatte 50 angeordnete Lager 54 schwenkbar ist. Sie ist mittels in ihren Seitenbereichen angreifende Klemm-Antriebe auf eine Patten-Auflagefläche 56 der Transferplatte 50drückbar. Bei diesen Antrieben 55 handelt es sich um einseitig pneumatisch beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Antriebe, die bei pneumatischer Beaufschlagung eine Klemmleiste 57 der Pattenklammer 53 auf die Auflagefläche 56 drücken. An seitlichen, am Transferhebel 42 angebrachten Trägern 58, an denen jeweils ein Antrieb 55 angebracht ist, sind Rückhol-Federn 59 angebracht, die bei Entlastung der Antriebe 55 die Pattenklammer 53 hochschwenken, so daß ihre Klemmleiste 57 von der Auflagefläche 56 abgehoben ist. Parallel zur Klemmleiste 57 und benachbart zu dieser ist in Richtung zum Schlitz 51 eine schlitzartige 1. Ausnehmung 60 in der Transferplatte 50 ausgebildet. Parallel hierzu ist in Richtung zum Schlitz 51 eine weitere, nämlich eine 2. schlitzartige Ausnehmung 61 in der Transferplatte 50 ausgebildet.

Die Transferplatte 50 ist mit dem Transferhebel 42 mittels festklemmbarer Bolzen 62 verbunden, die ein Ausrichten der Transferplatte 50 zum Transferhebel 42 ermöglichen. Am Transferhebel 42 sind beidseitig Tragarme 63 eines Pattenhalters 64 befestigt, und zwar mittels abgebogener Haltelaschen 65. Die Träger 58 und die Tragarme 63 bilden ein vereinheitlichtes Teil. An jedem Tragarm 63 ist ein Schwenk-Verlager-Teil 66 mittels eines Parallel- Lenkers 67 angelenkt, an dem ein Schwenk-Verlager-Antrieb 68 angreift. Hierbei handelt es sich um einen pneumatisch beaufschlagbaren Kolben- Zylinder-Antrieb, dessen Zylinder 69 am Tragarm 63 mittels eines Gelenks 70 angelenkt ist. Seine Kolbenstange 71 ist über einen Hebel 72 mit dem Parallel-Lenker 67 verbunden. Bei Ein- oder Ausfahrbewegungen der Kolbenstange 71 relativ zum Zylinder 69 wird das Schwenk-Verlager-Teil 66 auf einem Teil-Kreisbogen 73 verschwenkt, der in Fig. 6 angedeutet ist. In Fig. 4 ist die Position des Schwenk-Verlager-Teils 66 bei ausgefahrener Kolbenstange 71 und in Fig. 5 bei in den Zylinder 69 eingefahrener Kolbenstange 71 dargestellt.

In Fig. 6 ist die Stellung des Schwenk-Verlager-Teils 66 bei eingefahrener Stellung der Kolbenstange 71 mit normalen Linien und die Stellung des Schwenk-Verlager-Teils 66 entsprechend der ausgefahrenen Stellung der Kolbenstange 71 mit strichpunktierten Linien dargestellt. Zwischen den beiden Schwenk-Verlager-Teilen 66 ist ein leistenförmiger Klammer- Überwerfer 74 angebracht, der bei der geschilderten Schwenkbewegung der Parallel-Lenker 67 auf einem dem Teil-Kreisbogen 73 entsprechenden Teil-Kreisbogen 73a aus einer 1. Position in der 1. Ausnehmung 60 (siehe Fig. 4) in eine 2. Position in der 2. Ausnehmung 61 (siehe Fig. 5) übergesetzt wird. Wie den Fig. 4 und 5 entnehmbar ist, weist der Klammer- Überwerfer 74 eine untere Klemmkante 75 auf, die sich in der 1. und der 2. Position durch die 1. und 2. Ausnehmung 60 bzw. 61 hindurch nach unten zur Auflageplatte 16 hin erstreckt.

Zwischen den beiden Schwenk-Verlager-Teilen 66 ist weiterhin eine Halteklammer 76 schwenkbar gelagert, die eine leistenförmige Klammer 77 aufweist, die mit einer Klemmkante 78 versehen ist, die sich wiederum durch die 2. Ausnehmung 61 hindurch in Richtung zur Auflageplatte 16 hin erstrecken kann. Die Halteklammer 76 ist mittels Winkelhebeln 79 an den Schwenk-Verlager-Teilen 66 um Schwenkgelenke 80 gelagert. An den Winkelhebeln 79 greift über Zwischenhebel 81 ein Halteklammer-Antrieb 82 an, bei dem es sich ebenfalls jeweils wieder um pneumatisch beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Antriebe handelt. Der jeweilige Zylinder 83 ist mittels eines Schwenkgelenks 84 am Schwenk-Verlager-Teil 66 angelenkt, während seine Kolbenstange 85 an dem Zwischenhebel 81 angreift. Bei in den Zylinder 81 eingefahrener Kolbenstange 85 befindet sich gemäß Fig. 4 die Klammer 77 in der 2. Ausnehmung 61. In der ausgefahrenen Stellung der Kolbenstange 85 befindet sich die Klammer 77 gemäß Fig. 5 in einer gegenüber der Transferplatte 50 hochgeschwenkten Stellung. Im übrigen wird die Halteklammer 76 samt Halteklammer-Antrieb 82 mittels der Schwenk-Verlager-Teile 66 von der 2. Ausnehmung 61 in Richtung zum Schlitz 51 und umgekehrt verlagert.

Das 3. Nähgutteil 23, bei dem es sich um eine Patte, also eine Taschenklappe, handelt, wird als vorgenähtes Teil in der Vorbereitungsstation 44 auf die Patten-Auflagefläche 56 der Transferplatte 50 abgelegt. Hierzu ist am Gestell 1, und zwar bevorzugt an der Unterseite der Auflageplatte 16, eine Patten-Zuführeinrichtung 86 angebracht, die einen Pattenhalter 87 aufweist. Dieser Pattenhalter 87 ist oberhalb der Auflageplatte 16 angeordnet und mittels eines bügelförmigen Arms 88 in einem an der Unterseite der Auflageplatte 16 angebrachten Schiebelager 89 verschiebbar geführt. Hier ist auch ein Linearantrieb 90 zum Verschieben des Arms 88 mit dem Pattenhalter 87 in x-Richtung vorgesehen. Der Pattenhalter 87 besteht im wesentlichen aus einem Blech, auf dem eine Pattenklemme 91 vorgesehen ist, mittels derer eine auf den Pattenhalter 87 aufgelegte Patte 23 während der Zuführbewegung gegen Verrutschen gesichert wird.

Die Patte 23 weist in dem Bereich, in dem sie an das 1. Nähgutteil 21 anzunähen ist, eine rohe Kante 92 auf; in diesem Bereich ist die Patte 23 also nicht vernäht, neigt grundsätzlich also zum Ausfransen.

Im Bereich der Nähmaschine 2 ist eine Einrichtung 93 zum Festlegen des 1. Nähgutteils 21 relativ zur Auflageplatte 16 vorgesehen. Diese ist als Saug-Einrichtung ausgebildet, d. h. gemäß der Darstellung in Fig. 2 ist an der Unterseite der Auflageplatte 16 ein Saugkasten 94 vorgesehen, der mittels Saugöffnungen 95 in der Auflageplatte 16 mit deren Oberseite verbunden ist. An den Saugkasten 94 ist ein Unterdruckschlauch 96 angeschlossen, der von einer nicht dargestellten Unterdruckquelle beaufschlagt wird.

Die beschriebenen Antriebe stehen mit einer Steuerung 99 in Verbindung. Diese gibt bei entsprechenden Befehlseingaben durch die Bedienungsperson die notwendigen Steuerbefehle an die Antriebe.

Die Wirkungsweise ist wie folgt:

Von der Bedienungsperson wird eine Patte 23 in den Pattenhalter 87 eingelegt und unter der Pattenklemme 91 fixiert. Die Patte 23 liegt ausgerichtet auf dem Pattenhalter 87. Weiterhin legt die Bedienungsperson ein 1. Nähgutteil 21, beispielsweise also ein Hemdenvorderteil, auf die Auflageplatte 16 und richtet es dort anhand nicht dargestellter, auf der Auflageplatte angebrachter Markierungen aus. Weiterhin legt die Bedienungsperson ein 2. Nähgutteil 22, also einen Zuschnitt für eine Tasche, in die Faltvorrichtung 45 ein, wo dieses 2. Nähgutteil 22 in bekannter Weise gefaltet und positioniert auf das 1. Nähgutteil aufgelegt wird. Bei diesen Arbeitsgängen befindet sich die Transferplatte 50 nicht in der Vorbereitungsstation 44.

Nachdem das 2. und das 1. Nähgutteil 22 und 21 aufeinander positioniert sind, wird die Transferplatte 50 in von der Auflageplatte 16 abgehobenem Zustand unter Betätigung der entsprechenden Antriebe in die Vorbereitungsstation 44 verfahren und auf die Auflageplatte 16 abgesenkt, wodurch die beiden Nähgutteile 21, 22 aufeinandergedrückt werden. Vor dem Einfahren der Patte 23 unter die Pattenklammer 53 befindet sich der Klammer- Überwerfer 74 in der in Fig. 4 dargestellten Position, d. h. in der 1. Ausnehmung 60. Die Kolbenstange 71 des Schwenk-Verlager-Antriebs 68 ist also aus dem Zylinder 69 herausgefahren. Demgegenüber befindet sich die Halteklammer 76 in ihrer in Fig. 5 und 8 dargestellten, hochgeschwenkten Position. Weiter befindet sich die Klemmleiste 57 hierbei in ihrer hochgeschwenkten Position (Fig. 8). Nunmehr wird der Linierantrieb 90 der Patten-Zuführeinrichtung 86 betätigt, wodurch die Pattenhalter 87 mit der Patte 23 zwischen Pattenklammer 53 und Patten-Auflagefläche 56 eingefahren wird. Nunmehr wird der Klemm-Anrieb 55 mit Druckluft beaufschlagt, wodurch die Klemmleiste 57 gegen die Patte 23 gedrückt wird. Anschließend werden die Pattenklemme 91 freigestellt und der Linearantrieb 90 in umgekehrter Richtung betätigt, wodurch der Pattenhalter 87 wieder in umgekehrter Richtung aus der Vorbereitungsstation 44 herausgefahren wird. Die Patte 23 wird von der Klemmleiste 57 gehalten und zwischen ihr und der Patten-Auflagefläche 56 festgeklemmt. Hierbei befindet sich der Klammer-Überwerfer 74 unter der Patte 23, d. h. diese übergreift den Klammer-Überwerfer 74 und ersteckt sich bis in die 2. Ausnehmung 61, wo sich ihre rohe Kante 92 befindet.

Nunmehr wird durch entsprechenden Anhieb der Elektromotoren 30 und 36 die Transferplatte 50 mit den drei Nähgutteilen 21, 22, 23 unter die Nähmaschine 1 verfahren und die etwa U-förmige Naht 52 genäht, mittels derer das 2. Nähgutteil 22, die Tasche, auf dem 1. Nähgutteil 21 befestigt wird.

Nach dem Nähen der Naht 52, wobei das 1. und 2. Nähgutteil 21, 22 unter der Nähmaschine 2 auf der Auflageplatte 16 verschoben werden, wird bei stillstehendem Nähguthalter 40 die Einrichtung 93 zum Festlegen der Nähgutteile 21, 22 mit Unterdruck beaufschlagt, so daß diese Nähgutteile 21, 22 auf der Auflageplatte 16 fixiert werden. Der Nähguthalter 40 wird jetzt unter entsprechender Betätigung des Antriebs 43 und des Elektromotors 36 von den Nähgutteilen 21, 22 abgehoben, um eine Wegstrecke a zur Tasche 22 hin, also in negativer y-Richtung, versetzt und wieder auf die Nähgutteile 21, 22 aufgesetzt. Die Patte 23 befindet sich jetzt in ihrer richtigen Position zur Tasche 22. Nunmehr wird der Unterdruck abgeschaltet, so daß die Einrichtung 93 deaktiviert ist.

Gleichzeitig oder vorher ist der Halteklammer-Antrieb 82 in der Weise beaufschlagt worden, daß die Halteklammer 76 in ihre in Fig. 4 dargestellte Position herabgeschwenkt wird. Ihre Klemmkante 78 drückt die Patte 23 im Bereich ihrer rohen Kante 92 auf das 1. Nähgutteil 21. Nunmehr wird durch entsprechenden Antrieb der Elektromotoren 30 und 36 eine 1. Patten- Naht 97 genäht, und zwar in der 2. Ausnehmung 61. Im Anschluß daran wird der Halteklammer-Antrieb 82 in der Weise beaufschlagt, daß die Halteklammer 76 in ihre in Fig. 8 dargestellte Nichteingriffs-Position hochgeschwenkt wird. Unmittelbar im Anschluß daran wird der Schwenk- Verlager-Antrieb 68 in der Weise beaufschlagt, daß die Parallel-Lenker 67 aus ihrer in Fig. 4 dargestellten Position in ihre in Fig. 5 dargestellte Position verschwenkt werden, so daß der Klammer-Überwerfer 74 entsprechend dem dem Teil-Kreisbogen 73 entsprechenden Teil-Kreisbogen 73a aus der ersten Ausnehmung 60 in die zweite Ausnehmung 61 bewegt wird und hierbei die Patte 23 über die erste Patten-Naht 97 faltet. Wie Fig. 5 entnehmbar ist, drückt die Klemmkante 75 des Klammer-Überwerfers 74 dann die Patte 23 neben der 1. Patten-Naht 97 auf das 1. Nähgutteil 21. Nunmehr kann hier eine 2. Patten-Naht 98 genäht werden, die so liegt, daß die rohe Kante 92 zwischen der 1. Naht 97 und der 2. Naht 98 liegt. Die rohe Kante 92 ist also verdeckt. Während dieses Vorgangs bleibt die Halteklammer 76 gemäß Fig. 5 außer Eingriff.

Wenn die Vorrichtung derart ausgebildet ist, daß der Abstand zwischen der rohen Kante 92 und der 1. Patten-Naht 97 größer, beispielsweise 5 Millimeter, ist, dann erstreckt sich die 2. Patten-Naht 98 durch zwei Lagen des 3. Nähgutteils (Patte) und durch das 1. Nähgutteil (Hemdenvorderteil) hindurch.

Die Manipulationen der Patte 23 können auch vorgenommen werden, ohne daß zuvor eine Tasche als 2. Nähgutteil 22 angenäht worden ist. Beispielsweise werden Taschenpatten manchmal aus rein dekorativen Gründen vorgesehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Nähautomat zum Annähen einer Patte (23) an einem Nähgutteil (21)
    1. 1. mit einer Nähmaschine (2),
    2. 2. mit einer Auflageplatte (16) für das Nähgutteil (21),
    3. 3. mit einem Nähguthalter (40) für das Nähgutteil (21),
    4. 4. mit einer mit dem Nähguthalter (40) verbundenen Pattenklammer (53) zur Halterung einer Patte (23) auf einer Patten-Auflagefläche (56) des Nähguthalters (40),
    5. 5. mit einer Ausnehmung (61) in dem Nähguthalter (40) zum Nähen einer 1. Patten-Naht (97) benachbart zu einer Kante (92) der Patte (23),
    6. 6. mit einer Einrichtung zum Führen des Nähguthalters (40) relativ zur Nähmaschine (2) während des Nähens der 1. Patten-Naht (97),
    7. 7. mit einer in die Ausnehmung (61) absenkbaren Klammer (77) zum Halten der Patte (23) zwischen der Kante (92) und der 1. Patten- Naht (97) während des Nähens der 1. Patten-Naht (97),
    8. 8. mit einem Klammer-Überwerfer (74),
      1. 1. der während des Nähens der 1. Patten-Naht (97) sich zwischen der Klammer (77) und der Pattenklammer (53) und unterhalb der Patte (23) in einer 1. Position befindet, und
      2. 2. der nach dem Nähen der 1. Patten-Naht (97) unter Mitnahme der Patte (23) über die 1. Patten-Naht (97) bewegbar und in eine 2. Position auf der Patte (23) absenkbar ist zum Halten der Patte (23) während des Nähens einer 2. Patten-Naht (98) in der Ausnehmung (61) und
    9. 9. mit einer Einrichtung zur Führung des Nähguthalters (40) relativ zur Nähmaschine (2) während des Nähens der 2. Patten-Naht (98).
  2. 2. Nähautomat nach Anspruch 1, wobei die 2. Position des Klammer- Überwerfers (74) - von der 1. Position aus gesehen - hinter der Kante (92) der Patte (23) liegt, zum Nähen einer 2. Patten-Naht (98) zwischen dem Klammer-Überwerfer (74) und der Kante (92) der Patte (23).
  3. 3. Nähautomat nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Klammer-Überwerfer (74) aus der 1. Position auf einem Bogen (73a) in die 2. Position bewegbar ist.
  4. 4. Nähautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Klammer- Überwerfer (74) sich in der 1. Position in einer weiteren Ausnehmung (60) des Nähguthalters (40) befindet.
  5. 5. Nähautomat nach Anspruch 3, wobei der Klammer-Überwerfer (74) mit einem Schwenk-Verlager-Teil (66) verbunden ist, das mittels eines Parallel-Lenkers (67) auf einem Teil-Kreisbogen (73, 73a) bewegbar ist.
  6. 6. Nähautomat nach Anspruch 5, wobei das Schwenk-Verlager-Teil (66) mittels eines Antriebs (68) schwenkverlagerbar ist.
  7. 7. Nähautomat nach Anspruch 5, wobei die Klammer (77) schwenkbar an dem Schwenk-Verlager-Teil (66) angelenkt ist.
  8. 8. Nähautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei der Nähguthalter (40) mit einem Schlitz (51) zum Annähen einer Tasche (22) auf das Nähgutteil (21) vor dem Nähen der 1. Patten-Naht (97) versehen ist, wobei Einrichtungen zum Versetzen des Nähguthalters (40) nach dem Annähen der Tasche (22) zu der Tasche (22) hin vorgesehen sind, und wobei Einrichtungen (93) zum Festlegen des Nähgutteils (21) auf der Auflageplatte (16) während des Versetzens des Nähguthalters (40) vorgesehen sind.
  9. 9. Nähautomat nach Anspruch 8, wobei die Einrichtung (93) zum Festlegen des Nähgutteils (21) auf der Auflageplatte (16) eine in der Auflageplatte (16) ausgebildete Saugeinrichtung ist.
  10. 10. Nähautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei eine Patten- Zuführeinrichtung (86) mit einem zwischen die Patten-Auflagefläche (56) und die Pattenklammer (53) einfahrbaren Pattenhalter (87) vorgesehen ist.






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