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Dokumentenidentifikation DE19751466A1 29.07.1999
Titel Vorrichtung zur Lagerung einer Spinn-, Zwirn- oder Umwindespindel
Anmelder SKF Textilmaschinen-Komponenten GmbH, 70376 Stuttgart, DE
Erfinder Sailer, Martin, 71540 Murrhardt, DE
Vertreter Möbus und Kollegen, 72762 Reutlingen
DE-Anmeldedatum 20.11.1997
DE-Aktenzeichen 19751466
Offenlegungstag 29.07.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.07.1999
IPC-Hauptklasse D01H 7/12
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Lagerung einer Spinn-, Zwirn- oder Umwindespindel mit einem Hals- und einem Fußlager für den Spindelschaft, die von einem ein- oder mehrteiligen Lagergehäuse (14) umgeben sind, das in einem zylindrischen Außengehäuse (15) angeordnet ist, wobei am Lagergehäuse (14) ein radial vorstehender Bereich (16) vorgesehen ist, der das Lagergehäuse (14) mit dem Außengehäuse (15) kraft- und/oder formschlüssig verbindet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Lagerung einer Spinn-, Zwirn- oder Umwindespindel mit einem Hals- und einem Fußlager für den Spindelschaft, die von einem ein- oder mehrteiligen Lagergehäuse umgeben sind, das in einem zylindrischen Außengehäuse angeordnet ist.

Bei bekannten Spindellagerungen diesen Typs ist das Lagergehäuse in der Regel mit dem Boden des Außengehäuses über ein radial elastisches Element, beispielsweise einem biegeelastischen Bolzen, und zusätzlich im Bereich des Halslagers über ein weiteres elastisches Element, beispielsweise eine Spiralfeder, verbunden. Diese bekannten Konstruktionen gewährleisten eine hohe Laufruhe der Spindel, sind jedoch in der Fertigung relativ aufwendig.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spindellagerung zu schaffen, die kostengünstig zu fertigen ist und eine hohe Laufruhe der Spindel gewährleistet.

Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß am Lagergehäuse mindestens ein radial vorstehender Bereich vorgesehen ist, der das Lagergehäuse mit dem Außengehäuse kraft- und/oder formschlüssig verbindet. Der mindestens eine radial vorstehende Bereich kann entweder ein Ringelement sein oder aber auch von mehreren, über den Umfang des Lagergehäuses verteilt angeordneten radial vorstehenden Elementen gebildet sein. Der mindestens eine radial vorspringende Bereich funktioniert wie eine Membranscheibe oder ein kardanisches Gelenk. Über die Dicke und die Form des Bereichs sowie den gewählten Werkstoff läßt sich die geforderte radiale Federsteifigkeit festlegen. Wird der mindestens eine radial vorstehende Bereich in seiner Steifigkeit entsprechend ausgelegt, so kann auf eine zusätzliche Abstützung des Lagergehäuses am Boden des Außengehäuses verzichtet werden. Der Aufbau der Spindellagerung vereinfacht sich dadurch deutlich. Bei einer besonders kostengünstigen Version können der mindestens eine radial vor stehende Bereich und das Lagergehäuse einteilig ausgebildet sein. Das Lagergehäuse oder ein Teil des Lagergehäuses kann beispielsweise ein Drehteil und der vorspringende Bereich ein an das Lagergehäuse angedrehtes ringförmiges Gebilde sein. Der mindestens eine radial vorstehende Bereich kann auch in axialer Richtung des Lagergehäuses gebogen sein. Dadurch läßt sich der Drehpunkt der Spindellagerung verschieben. Der mindestens eine radial vorstehende Bereich läßt sich dabei vorteilhafterweise oberhalb des Fußlagers anordnen, bevorzugt ist beispielsweise eine Anordnung unterhalb eines am Außengehäuse angeordneten Flansches, mit dessen Hilfe das Außengehäuse in der Maschine befestigt wird. Für die Befestigung des radial vorspringenden Bereichs am Außengehäuse gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine besonders einfache Lösung besteht darin, das Lagergehäuse in das Außengehäuse einzupressen. Außerdem kann der Zwischenraum zwischen dem Lagergehäuse und dem Außengehäuse mindestens teilweise mit einem zähflüssigen Dämpfungsmedium gefüllt sein, wodurch der radiale Ausschlag des Lagergehäuses insbesondere in dem Bereich, in dem die größten Amplituden auftreten, nämlich im Bereich des Fußlagers, optimal gedämpft wird. Es ist dabei nicht nötig, den gesamten Zwischenraum zwischen Lagergehäuse und Außengehäuse mit dem Dämpfungsmedium auszufüllen. Um die Betriebssicherheit der Spindellagerung zu erhöhen, kann außerdem eine axiale Auszugssicherung für das Lagergehäuse vorgesehen sein.

Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spindellagerung anhand der Zeichnung näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des Lagergehäuses einer Spindellagerung;

Fig. 2 eine teilweise geschnittene Seitenansicht der Spindellagerung aus Fig. 1 mit in ein Außengehäuse eingesetztem Lagergehäuse;

Fig. 3 eine vergrößerte Detaildarstellung der Spindellagerung aus Fig. 1;

Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Detailansicht einer zweiten Ausführungsform einer Spindellagerung.

Gemäß Fig. 1 weist die Spindellagerung 10 eine Fußlagereinheit 11 und eine Halslagereinheit 12 auf, die durch ein Gehäuse 13 starr miteinander verbunden sind. Die Halslagereinheit 12 und das Gehäuse 13 bilden zusammen ein Lagergehäuse 14. Das Lagergehäuse 14 ist gemäß Fig. 2 in ein Außengehäuse 15 eingesetzt. Im Bereich der Halslagereinheit 12 ist ein radial vor stehender Bereich 16 in Form eines ringförmigen Elements angeordnet. Dieser Bereich 16 verbindet das Lagergehäuse 14 mit dem Außengehäuse 15 über eine Preßverbindung. Der Hohlraum zwischen dem Lagergehäuse 14, genauer gesagt zwischen dem Gehäuse 13 und dem Außengehäuse 15, ist bis zu einer abgestimmten Höhe mit einem Dämpfungsmedium 17 gefüllt. Eine Kraftübertragung zwischen Lagergehäuse 14 und Außengehäuse 15 findet nur im Bereich des radial vorstehenden Bereichs 16 statt. Im Bereich des Dämpfungsmediums 17 werden lediglich Schwingungen vom Lagergehäuse 14 auf das äußere Gehäuse 15 übertragen. Der ringförmige Bereich 16 wirkt wie eine Membranscheibe, wobei sich über die Dicke und Form des radial vorstehenden Bereichs 16 sowie die Wahl des Werkstoffs die geforderte radiale Steifigkeit des in der Halslagereinheit 12 eingesetzten Halslagers 18 festlegen läßt. Für die Ausgestaltung des radial vorstehenden Bereichs 16 sind verschiedene Lösungen möglich. In Fig. 3 ist eine Ausbildung als ebenes ringförmiges Gebilde gezeigt. Der Drehpunkt D der Spindellagerung befindet sich dann in Höhe des radial abstehenden Bereichs 16. Bei der Ausgestaltung nach Fig. 3 kann der radial vorspringende Bereich 16 einteilig mit der Halslagereinheit 12 ausgebildet werden. Die Einheit 12 und der Ring 16 lassen sich als ein Drehteil formen.

Wie Fig. 4 zeigt, kann der radial vorstehende Bereich 16 jedoch auch in radialer Richtung gewölbt ausgebildet sein. Hierdurch läßt sich der Drehpunkt D der Spindellagerung in axialer Richtung verschieben, vorzugsweise in Richtung Fußlager.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Lagerung einer Spinn-, Zwirn- oder Umwindespindel mit einem Hals- und einem Fußlager für den Spindelschaft, die von einem ein- oder mehrteiligen Lagergehäuse umgeben sind, das in einem zylindrischen Außengehäuse angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß am Lagergehäuse (14) mindestens ein radial vorstehender Bereich (16, 16') vorgesehen ist, der das Lagergehäuse (14) mit dem Außengehäuse (15) kraft- und/oder formschlüssig verbindet.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine radial vorstehende Bereich (16, 16') ein Ringelement ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine radial vorstehende Bereich (16, 16') von mehreren über den Umfang des Lagergehäuses (14) verteilt angeordneten radial vorspringenden Elementen gebildet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine radial vorstehende Bereich (16, 16') und das Lagergehäuse (14) einteilig ausgebildet sind.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine radial vorstehende Bereich (16') in axialer Richtung des Lagergehäuses (14) gebogen ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Lagergehäuse (14) in das Außengehäuse (15) eingepreßt ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenraum zwischen dem Lagergehäuse (14) und dem Außengehäuse (15) mindestens teilweise mit einem zähflüssigen Dämpfungsmedium (17) gefüllt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine radial vorstehende Bereich (16, 16') oberhalb des Fußlagers angeordnet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine axiale Auszugssicherung (19) für das Lagergehäuse (14) vorgesehen ist.






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