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Dokumentenidentifikation DE19804802A1 19.08.1999
Titel Vorrichtung zur Beseitigung von Schnee- und Eisbelägen auf der Fahrbahn
Anmelder Zimmermann, Walter, Dipl.-Phys. Dr., 94526 Metten, DE
Erfinder Zimmermann, Walter, Dipl.-Phys. Dr., 94526 Metten, DE
DE-Anmeldedatum 06.02.1998
DE-Aktenzeichen 19804802
Offenlegungstag 19.08.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.08.1999
IPC-Hauptklasse E01H 5/10
IPC-Nebenklasse F02G 5/00   
Zusammenfassung Schnee- und Eisbeläge auf den Straßen werden durch Räumfahrzeuge unter Einsatz von Streusalz entfernt. Bei Schienenräumfahrzeugen wurden aus mitgeführtem Brennstoff gespeiste Brenner zur thermischen Enteisung vorgeschlagen. Die vorliegende Erfindung soll es den einzelnen Verkehrsteilnehmern ermöglichen, die Fahrbahn vor dem eigenen KFZ von Schnee und Eis thermisch und mechanisch zu befreien oder freizuhalten.
Die Abgase der Antriebsmotoren der am Verkehr beteiligten Fahrzeuge werden bei kritischen Wetterbedingungen benützt, um mit ihrer thermischen und mechanischen Energie den angegebenen Zweck zu erfüllen.
Dies geschieht, indem man durch ein geeignetes Ventil (3) am Ende des Auspuffkrümmers (2) die Abgase über Rohrleitungen (5, 6) durch Düsen (7) vor den Fahrzeugrädern auf die Fahrbahn leitet.

Beschreibung[de]

Alljährlich in der kalten Jahreszeit verursachen Schnee- und Eisglätte Verkehrsunfälle und -behinderungen, die neben Verlusten an Leben und Gesundheit auch mit großen wirtschaftlichen Schäden verbunden sind. Häufig kommen in solchen Situationen Hilfs- und Räumfahrzeuge nicht mehr zu den Unfallstellen durch. Vorsorgemaßnahmen (Streudienst ) bieten trotz hoher Kosten keine absolute Sicherheit und sind teilweise auch umweltschädlich (Streusalz!).

All dies erscheint vermeidbar oder reduzierbar, wenn man bedenkt, daß alle am Verkehr beteiligten Fahrzeuge einen genügenden Energievorrat in Form von Treibstoff mitführen, um die Ausbildung derartiger ungünstiger Fahrbahnverhältnisse zu verhindern. Bei Schienenräumfahrzeugen wurde bereits früher vorgeschlagen, die Schienen mit Hilfe von Brennern zu enteisen, die aus mitgeführten Brennstofftanks gespeist werden (siehe Patentschriften E 01 H 8/0, 2 249 469 und 2 328 827).

Im Gegensatz dazu wird im vorliegenden Antrag eine Zusatzeinrichtung an den am Straßenverkehr beteiligten Kraftfahrzeugen beschrieben, welche Unfälle und Behinderungen bei den in Frage kommenden Wetterbedingungen vermeiden hilft und dabei einen Teil der Verlustleistung des Motors nutzbringend verwertet:

Es handelt sich um eine Vorrichtung, welche die Hitze der Abgase des Antriebsmotors und ihre mechanische Energie benutzt, um die Fahrbahn vor den Fahrzeugrädern von Schnee und Eis zu befreien oder die Bildung eines derartigen Belags zu verhindern. Derartige Vorrichtungen sind auch bereits früher vorgeschlagen worden (siehe DE 42 29 541 A1, DE 31 02 648 A1, DE-OS 19 00 876, DE 91 13 409 U1, DE 84 02 032 U1). Bei diesen Vorrichtungen werden am Ende der Auspuffanlage die Auspuffgase teils auf die Fahrbahn, teils auch auf die Reifen geleitet. Nachteilig ist bei den genannten Vorschlägen, daß die Abgase am Ende der Auspuffleitung, nach dem Passieren der Auspufftöpfe - und bei modernen Fahrzeugen auch des Katalysators - nicht mehr genügend mechanische und thermische Energie besitzen, um den beabsichtigten Zweck zufriedenstellend zu erfüllen.

Dagegen ist die Energie der Abgase unmittelbar nach dem Austritt aus den Motorzylindern noch so hoch, daß sie ausreicht, um bei mäßiger Geschwindigkeit, die bei den in Betracht kommenden Wetterbedingungen geboten ist, Schnee- und Eisschichten auf der Fahrbahnfläche vor den Rädern zu beseitigen. Zweck der in vorliegender Anmeldung beschriebenen Anordnung ist es, den Weg der Abgase von den Zylindern bis zur Straßenoberfläche möglichst kurz und die Energie der Abgase möglichst hoch zu halten. Um dies zu erreichen, wird in der Abgasleitung unmittelbar hinter dem Motor beispielsweise ein 3-Wege-Ventil aus hitzefesten Werkstoffen, wie sie z. B. in der Raketentechnik an thermisch hochbelasteten Bauteilen üblich sind, angebracht. Im Normalbetrieb strömen die Abgase in die Auspuffleitung (Abb. 1). Bei kritischen Wetterbedingungen wird das Ventil so gestellt, daß die Abgase in zwei Leitungen umgelenkt werden, an deren Ende geeignet geformte Düsen die heißen Gasstrahlen auf die Fahrbahn unmittelbar vor den Vorderrädern oder den Antriebsrädern leiten, so daß die Fahrspur schnee- und eisfrei wird bzw. bleibt, wobei durch eine leichte seitliche Schrägstellung der Düsen ein seitliches Wegblasen eventueller auf der Fahrspur verbliebener Eisreste bewirkt werden soll (Abb. 2). Die vorliegenden Abbildungen, welche nur eine der Leitungen zeigen, sind lediglich Schemazeichnungen, da die tatsächliche Ausführung und Anordnung der einzelnen Bauelemente von der jeweiligen Fahrzeugkonstruktion abhängt. Bei der Anordnung und Auslegung der genannten Abgasleitungen ist jedoch anzustreben, daß sie möglichst nahe an den Auspuffkrümmern vorbeigeführt werden, möglichst kurz und im letzten Teil gut wärmeisoliert sind, damit sich das Abgas nicht zu stark abkühlt. Außerdem darf der Strömungswiderstand nicht zu hoch sein.

Aus diesen Bedingungen geht hervor, daß die beschriebene Anordnung vor allem bei Fahrzeugen mit Frontmotor und Frontantrieb oder Heckmotor und Hinterradantrieb sehr günstig ist, aber auch bei Fahrzeugen mit Frontmotor und Hinterradantrieb vorteilhaft eingesetzt werden kann. Ihre Wirksamkeit ist umso besser, je mehr Fahrzeuge im laufenden Verkehr mit ihr ausgerüstet sind. Daß bei ihrem Betrieb der Katalysator und der Schalldämpfer der Fahrzeuge nicht in Funktion sind, kann bei den meist kurzzeitigen, wetterbedingten Ausnahmesituationen als vertretbar angesehen werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische und mechanische Energie der Abgase des fahrzeugeigenen Antriebsmotors benützt wird, um die Fahrspur von Schnee und Eis zu befreien oder freizuhalten, indem man die Motorabgase unmittelbar hinter dem Motor über geeignete Leitungen durch Düsen strömen läßt, welche die Gasstrahlen vor die Vorderräder oder die Antriebsräder des eigenen Fahrzeugs lenken.






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