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Dokumentenidentifikation DE19823879C1 19.08.1999
Titel Flußmittelrecycling
Anmelder Solvay Fluor und Derivate GmbH, 30173 Hannover, DE
Erfinder Seseke-Koyro, Ulrich, Dr., 34246 Vellmar, DE;
Born, Thomas, 31188 Holle, DE
DE-Anmeldedatum 28.05.1998
DE-Aktenzeichen 19823879
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.08.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.08.1999
IPC-Hauptklasse C01B 7/19
Zusammenfassung Flußmittelrückstände des Aluminiumlötverfahrens auf Basis von Fluormetallaten, insbesondere von Fluoraluminaten der Alkalimetalle, insbesondere Kalium und Cäsium, können recycled werden, indem sie dem zur Fluorwasserstoff-Herstellung aus Flußspat und Oleum verwendeten Reaktionsgemisch zugesetzt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf das Recycling von Flußmittelrückständen aus Lötverfahren auf Basis von Alkalifluoraluminaten.

Beim Löten, insbesondere von Aluminium und Aluminiumlegierungen, werden Flußmittel auf Basis von Alkalifluoraluminaten eingesetzt. Besonders gut geeignet sind Fluoraluminate, die Kalium und/oder Cäsium umfassen. Ein erheblicher Teil des zum Löten eingesetzten Flußmittels wird nicht verbraucht, sondern verbleibt in Leitungen oder Apparaturen. Ein weiterer Teil der Rückstände resultiert aus der eventuell durchgeführten Reinigung der verlöteten Gegenstände, aus verbrauchter Flußmittelsuspension und aus dem regelmäßig durchgeführten Reinigen von Vorratstanks. Bislang wurden diese Flußmittelrückstände nicht wieder verwendet.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, mit welchem die nutzbringende Wiederverwendung der Flußmittelrückstände möglich ist. Diese Aufgabe wird durch das in den Ansprüchen angegebene Verfahren gelöst.

Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die von anhaftendem Wasser im wesentlichen befreiten Flußmittelrückstände mit Vorteil dem Flußspat zugesetzt werden können, welcher mit Oleum unter Bildung von Fluorwasserstoff und CaSO4 umgesetzt wird.

Erfindungsgemäß werden demgemäß die Flußmittelrückstände auf Basis von Alkalimetallen von Fluoraluminaten als Zusatz zu Flußspat bei der Herstellung von Fluorwasserstoff aus Flußspat und Oleum verwendet.

Bei geringer zugesetzter Menge können die Rückstände mit mehr oder weniger hohem Wassergehalt beigemischt werden, wie sie anfallen. Man kann sie auch vorher weitgehend von Wasser befreien, z. B. in Filterpressen. Die zugesetzten Flußmittelrückstände werden vorteilhaft weitgehend von Wasser befreit eingesetzt, können aber gewünschtenfalls noch Kristallwasser enthalten.

Zweckmäßig setzt man die im wesentlichen von Wasser befreiten Flußmittelrückstände in einer Menge von bis zu 2 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 1 Gew.-%, bezogen auf die als 100 Gew.-% gesetzte Trockenmasse des Flußspats zu.

Das Verfahren eignet sich besonders für Flußmittelrückstände auf Basis von Kalium- und/oder Cäsiumfluoraluminaten, wie KAlF4, K2AlF5 oder K2AlF5-Hydrat. Solche Flußmittelrückstände fallen insbesondere beim Löten von Aluminium oder Aluminiumlegierungen an.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Verwendung ist, daß die Verfahrensweise bei der Fluorwasserstoffherstellung nicht modifiziert werden muß, man kann wie im Stand der Technik beschrieben arbeiten.

Gattungsgemäße Verfahren sind beispielsweise in der deutschen Offenlegungsschrift 22 09 960, 24 35 512, der Schweizer Patentschrift 540 195 und der internationalen Patentanmeldung WO 82/03848 offenbart. Dabei wird Flußspat mit Oleum in einem beheizten Reaktionsgefäß, beispielsweise einem Drehrohrofen, umgesetzt. Die Reaktion kann durch Erhitzen des Reaktionsgemisches auf Temperaturen von bis zu 350° vervollständigt werden. Das Fluorwasserstoffgas, welches freigesetzt wird, wird in bekannter Weise gereinigt. Weiteres, brauchbares Produkt ist CaSO4. Dabei wandeln sich Fluoraluminate in Alaun um.

Vorteile der erfindungsgemäßen Verwendung sind außerdem, daß die Flußmittelrückstände als Wertstoff verwendet werden und daß der Zusatz der Flußmittelrückstände dazu führt, daß beim gebildeten Calciumsulfat eine beschleunigte Verfestigung beobachtet werden kann.

Als Beschleuniger wird üblicherweise KAl(SO4)2-Hydrat zugesetzt, so daß hier entsprechend Rohstoff eingespart werden kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren wird so durchgeführt, daß bei der bekannten HF-Herstellung die gewünschte Menge an Flußmittelrückstand vor oder im Drehrohrofen beigemischt wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung von Flußmittelrückständen auf Basis von Fluoraluminaten der Alkalimetalle als Zusatz zu Flußspat bei der Herstellung von Fluorwasserstoff und CaSO4 aus Flußspat und Oleum.
  2. 2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Fluoraluminate des Kaliums und/oder Cäsiums einsetzt.
  3. 3. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Flußmittelrückstände in einer Menge von bis zu 2 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt der Reaktionsmischung, einsetzt.
  4. 4. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Flußmittelrückstände im wesentlichen von Wasser befreit einsetzt.






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