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Dokumentenidentifikation DE19634852C2 09.09.1999
Titel Temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackung und Verfahren zur Herstellung von Dichtungssträngen zur Erzeugung von Packungsringen für solche Stopfbuchspackungen
Anmelder Feodor Burgmann Dichtungswerke GmbH & Co, 82515 Wolfratshausen, DE
Erfinder Bamberger, Peter, 82377 Penzberg, DE;
Görlich, Klaus, 82538 Geretsried, DE;
Janoske, Reinhard, 82049 Pullach, DE
Vertreter Dr. Werner Geyer, Klaus Fehners & Partner, 80687 München
DE-Anmeldedatum 28.08.1996
DE-Aktenzeichen 19634852
Offenlegungstag 12.03.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse F16J 15/22
IPC-Nebenklasse B21F 45/00   F16K 41/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackung zum Abdichten insbesondere von Armaturen, die aus einem oder mehreren Ringen aus hitzebeständig imprägnierten, verflochtenen und mit anorganischen Additiven versetzten, in ein elastomere Anteile enthaltendes Füllstoffgemisch eingebetteten Fasergarnen bestehen. Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zur Herstellung von Dichtungssträngen zur Erzeugung von Packungsringen für solche temperatur- und druckbeständigen Stopfbuchspackungen zum Abdichten von Armaturen.

Stopfbuchspackungen, insbesondere maschinell geflochtene Stopfbuchspackungen, stellen sehr preiswerte und ziemlich einfach zu handhabende sowie (bei richtigem Einsatz) sehr zuverlässige Dichtungen dar, die vorzugsweise zur Abdichtung von Wellen, Spindeln oder Kolben bei relativ langsam rotierenden oder oszillierenden Bewegungen oder im Einsatz bei schnelllaufenden Maschinen zur Herabsetzung der Leckage auf ein akzeptables Mindestmaß eingesetzt werden. Stopfbuchspackungen haben sich insbesondere auch zur Verwendung bei Armaturen im Hochdruck- und Hochtemperaturbereich, insbesondere in der Kraftwerkstechnik, bei hervorragender Funktionalität und Sicherheit und trotzdem ausreichender elastischer Packung als bestens einsetzbar erwiesen. Dabei finden als Trägermaterialien insbesondere Baumwolle, Glas, PTFE, Aramid sowie Graphit- und Kohlefasern Anwendung.

Aus der EP 0 482 489 A1 ist ein Flechtstrang bekannt, wie er auch zur Herstellung von Stopfbuchspackungen eingesetzt werden kann. Er besteht aus Fasergarnen, die u. a. in ein elastomere Anteile enthaltendes Füllstoffgemisch eingebettet sind, wobei die eingesetzten Fasern aus unterschiedlichen Materialien bestehen und dabei auch selbstschmierende Produkte enthalten können. Die Fasergarne enthalten zwar auch Metallfasern, neben denen aber auch noch Fasern aus anderen Materialien, wie z. B. Kohlenstoffasern oder Aramid- Fasern, eingesetzt sind. Dabei wird bevorzugt ein Anteil von 20% bis 25% an Metallfasern und ein durchaus weit überwiegender Anteil von 80% bis 75% Kohlenstoff- oder reine Graphit- Fasern angegebenen. Dieser hohe Anteil an Kohlenstoff- oder reinen Graphit-Fasern läßt es allerdings nicht zu, den bekannten Flechtstrang, sollte er zur Herstellung von Stopfbuchspackungen eingesetzt werden, beim Kalibrieren großen Druckkräften wegen der Gefahr des Auftretens von Faserbruch an der verflochtenen Graphitfasern auszusetzen. Andererseits ist aber eine möglichst große Verdichtung beim Kalibrieren wünschenswert, um die Querschnittsdichtigkeit, die ein Maß für die Leckage, z. B. für die Durchlässigkeit von z. B. Wasserdampf, darstellt, zu vergrößern. Anders als beim Einbau von Asbestringen in den Stopfbuchsraum der Aufnahmebohrung, die dort einfach festgeklopft werden, kann es bei der Verwendung von Graphitfasern auch beim Verdichten beim Einbau zu Faserbruch und damit zur Zerstörung des Verbundes kommen, was einen ganz besonders sorgfältigen und fachmännischen Einbau bedingt und daher kostspielig ist. Zudem ist bei Graphitfasern bei hohen Temperaturen, insbesondere wenn diese über der Zeit langsam ansteigen, eine deutliche Neigung zur Oxidation erkennbar: der Graphit oxidiert bei Temperaturen um ca. 400°C, je nach Einbausituation und Betriebsweise, zu CO2, ein Einfluß, der sich mit steigender Temperatur noch deutlich verstärkt.

Bekannt sind ferner (US 2 353 226 und US 2 398 210) Packungsstränge, die aus Garnen gefertigt sind, welche aus einem verdrillten metallischen Schlauchgestricke bestehen. Dabei ist jedes verdrillte metallische Schlauchgestricke auch noch mit einem innenliegenden nichtmetallischen Kernstrang aus Asbest versehen (US 2 398 210), wobei aber auch eine andere Einarbeitung von Asbestfasern oder anderen Arten von Garnen in die Packung angegeben wird (US 2 353 226). Die Verwendung von Asbestfasern in Dichtungspackungen, wie sie früher in großem Maße üblich war, ist jetzt allerdings nicht mehr erwünscht und die erzielbare Querschnittsdichtigkeit der Packungsstränge genügt höheren Anforderungen nicht.

Die DE 40 17 719 C2 beschreibt die Herstellung einzelner, auch geflochtener, Graphitstränge, die mit einer Umflechtung aus Metall oder textilen Werkstoffen oder auch aus Kunststoff versehen sind, wobei die Umflechtung jeweils den einzelnen Strang (im Sinne des Fasergarns) betrifft. Der erzeugte Dichtungsstrang besteht dabei ausschließlich aus parallel zueinander verlaufenden oder miteinander verflochtenen Graphitstreifen, deren jeder seinerseits mit dieser Umflechtung versehen ist, wobei die mit diesen Umflechtungen versehenen Streifen dann ihrerseits wiederum zu einem Gesamtstrang verflochten werden. Wegen der Verwendung des Graphit liegen auch hier wieder alle die Nachteile vor, die weiter oben schon in Verbindung mit der Verwendung von Graphitfasern angegeben wurden.

Aus der DD 0 120 258 ist es bekannt, einen Faserstrang für die Herstellung einer wärmebeständigen elastischen Packung zu schaffen, bei dem ein innerer Strangkern und ein von diesem unabhängiger äußerer Mantel aus unterschiedlichem Fasermaterial verwendet werden. Das Fasermaterial des Kerns und/oder des Mantels der Packung ist mehrschichtig angeordnet, wobei die Faser des Kerns in Form von verdrilltem Glasfasergarn und/oder Zwirn mit Asbestfasern des äußeren Mantels unlösbar miteinander verflochten sind. Das Ganze wird mit einer Umhüllung aus einer Metallfolie versehen, wobei diese Maßnahme nur für solche Teile oder Elemente angegeben wird, die besonderen Belastungen unterliegen, und offensichtlich nur eine bereichsweise Umwicklung an solchen speziellen Teilen oder Elementen vorgesehen ist. Bei diesem bekannten Strang besteht nur die teilweise vorgesehene Umhüllung aus einer Metallfolie, die ein Lösen der Packung verhindern soll, wenn diese einer ständigen Bewegung oder einer ständigen äußeren Druckbelastung ausgesetzt ist. Ansonsten werden nichtmetallische Fasern eingesetzt, wobei insbesondere die Verwendung von Asbestfasern im äußeren Mantel nicht mehr wünschenswert ist.

Bei einer Stopfbuchspackung der eingangs genannten Art für den Hochdruck- und Hochtemperaturbereich, die schon seit einiger Zeit auf dem Markt vertrieben wird, werden als Fasern imprägnierte Graphitfasern eingesetzt, wodurch sich allerdings ebenfalls wieder alle Nachteile ergeben, die weiter oben für die Verwendung von Graphitfasern bereits ausgeführt sind.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Stopfbuchspackung so verbessern, daß sie besonders kompakt und mit einer erheblich größeren Verdichtung herstellbar ist. Zudem soll ein besonders günstiges Verfahren zur Herstellung solcher Stopfbuchsenpackungen vorgeschlagen werden, bei dem die Kalibrierung unter merklich höherem Druck als bei Stopfbuchspackungen mit Graphitfasern erfolgen kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer temperatur- und druckbeständigen Stopfbuchspackung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, daß die Fasergarne aus Metallfasern bestehen und jeder Ring mit einer ihn außen umhüllenden Flechtdecke aus solchen Fasergarnen versehen ist. Dabei werden bevorzugt Metallfasern eingesetzt, deren Durchmesser im Bereich von 6 µm bis 10 µm liegen.

Durch die Verwendung feiner Metallfasern anstelle von Graphitfasern besteht bei dem Einbringen der Stopfbuchsen in den Stopfbuchsraum (Aufnahmebohrung) nicht mehr die Gefahr eines Faserbruches und damit der Zerstörung des Verbundes, so daß hier auch stark verdichtet werden kann. Darüber hinaus entfällt die Gefahr einer unerwünschten Graphitoxidation zu CO2 bei erhöhten Temperaturen, insbesondere auch, wenn diese Temperaturen lang einwirken; die Metallfasern behalten selbst bei hohen Temperaturen, großen Drücken und über lange Einsatzzeiten hinweg ihre auch schon anfangs bestehenden guten Eigenschaften. Zudem lassen sich die erfindungsgemäßen Stopfbuchspackungen mit einer deutlich besseren Querschnittsdichtigkeit als bei bisher bekannten Stopfbuchspackungen mit Graphiffasern erstellen, da keine Gefahr des Entstehens von Faserbrüchen mehr besteht und Metallgarne mit sehr viel kleineren Garndurchmessern (als im Falle von Graphitgarnen) eingesetzt werden können, was alles den Vorteil des Erreichens erheblich größerer Querschnittsdichten und damit kleinerer Leckagen, z. B. eine bessere Undurchlässigkeit gegen z. B. Wasserdampf o. ä., ergibt. Die erfindungsgemäßen Stopfbuchspackungen können bei guter Funktionsfähigkeit merklich höheren Einsatztemperaturen und -Drücken als die gattungsgemäßen Stopfbuchspackungen ausgesetzt werden. Das Umflechten der Dichtungsstränge für die erfindungsgemäßen Stopfbuchspackungen mit einer sie umhüllenden Flechtdecke aus metallischen Fasergarnen bringt noch den Vorteil, daß damit besonders kompakte Stopfbuchspackungen erstellt werden können, wobei ein Zutritt von Luftsauerstoff (auch in den Einsatzfällen mit "systembedingtem" Luftsauerstoff) zum Kern der Dichtungsstränge und damit das Auftreten sonstiger unerwünschter Oxidationsvorgänge dortselbst verhindert wird.

Bei der Erfindung können innerhalb des Kernstranges der Dichtungsstränge sogar zusätzlich noch Graphitfasern und/oder Garne eingeflochten sein, die wegen der umhüllenden Flechtdecke aus metallischen Fasergarnen auch nicht mehr der Gefahr einer unerwünschten Oxidation unterliegen.

Daneben können, ebenfalls vorzugsweise, auch (noch) geeignete nichtmetallische, hochtemperaturbeständige Filamente und/oder Garne aus diesen eingeflochten sein.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Stopfenbuchspackung besteht auch darin, daß die Flechtdecke auf ihrer Außenseite noch mit einem Gleitmittel, vorzugsweise mit Bornitrid, beschichtet ist, wodurch sich besonders gut versiegelte Dichtungsstränge erreichen lassen und der Zusammenbau der aus ihnen bestehenden einzelnen Ringe zu einer Stopfbuchspackung sowie deren Einbau erleichtert wird.

Die erfindungsgemäße Stopfbuchspackung kann besonders vorteilhaft dadurch weitergebildet werden, daß zwischen jeweils zwei in der Stopfbuchspackung aufeinanderfolgenden Ringen eine Metallfolie zwischengeschaltet ist. Hierdurch wird ein nochmaliges, sehr starkes Absinken der Durchlässigkeit, also ein noch besseres Verhindern unerwünschter Leckage, erreicht.

Für die erfindungsgemäße Stopfbuchspackung lassen sich als Metallfasern alle geeigneten nichtrostenden Metallfasern einsetzen, bevorzugt werden jedoch Metallfasern aus X2CrNiMo 17-13-12 oder aus X2CrNiMo 18-14-3 verwendet, mit denen ganz besonders gute Ergebnisse erzielt werden konnten.

Die Fasern der Fasergarne weisen bevorzugt Längen von etwa 90 mm auf, wobei besonders bevorzugt die Fasergarne als Einfachzwirne ausgeführt sind. Für bestimmte Einsatzfälle kann es aber auch vorteilhaft sein, die Fasergame als Mehrfachzwirne vorzusehen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Dichtungssträngen zur Erzeugung von Packungsringen für temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackungen der oben geschilderten, erfindungsgemäßen Art zum Abdichten von Armaturen ist dadurch gekennzeichnet, daß Fasergarne aus Metallfasern in geeigneter Weise, z. B. mittels Hindurchführen durch ein Imprägnierbad, imprägniert und anschließend zu einem Flechtstrang unter gleichzeitiger Imprägnierung in einem hitzebeständige Füllstoffe enthaltenden Imprägnierbad verflochten werden, sodann der Flechtstrang mit einer ihn umgebenden Flechtdecke aus Metallfasergarnen unter Durchlauf durch ein Imprägnierbad überflochten, hiernach getrocknet, anschließend durch Bornitrid-Pulver hindurchgeführt und schließlich unter Verdichtung auf Endmaß kalibriert wird. Dabei wird bevorzugt beim Verflechten der Metallfasergarne zu Fasersträngen zusätzlich höher-temperaturbeständiges Graphitgarn in die Faserstränge miteingeflochten.

Durch das einleitende Imprägnieren der Metallgarne wird eine besonders gute Verarbeitbarkeit derselben während des Herstellungsverfahrens sowie eine Erhöhung der Querschnittsdichtigkeit der durch das Verfahren hergestellten Dichtungsstränge erzielt. Dadurch, daß beim Flechten des Flechtstrangs noch einmal und gleichzeitig eine Imprägnierung in einem hitzebeständige Füllstoffe enthaltenden Imprägnierbad vorgenommen wird, wird erreicht, daß beim Flechten die Hohlräume innerhalb des Flechtstrangs gut mit Imprägniermasse ausgefüllt werden, was erneut den Erhalt einer besonders großen Querschnittsdichtigkeit beim Endprodukt begünstigt. Das Überflechten einer Flechtdecke aus Metallfasergarnen über den Flechtstrang, das ganz besonders vorteilhafterweise konzentrisch erfolgt, sowie der bevorzugte Einsatz vorimprägnierter Flechtgarne für das Flechten der Flechtdecke führt letztlich zu einem sehr kompakten und gut "versiegelten" Endprodukt. Das Hindurchführen durch Bornitrid-Pulver und die anschließende Endmaß-Kalibrierung, die unter deutlich höherer Verdichtung als beim Einsatz von Graphitfasern vorgenommen werden kann, führt ohne Gefahr des Entstehens von Faserbrüchen zu einem im Querschnitt sehr stark verdichteten und damit besonders gut gegen Leckage abdichtenden Endprodukt. Vorteilhafterweise wird der Flechtstrang vor dem Aufflechten der Flechtdecke noch mit einer Metallfolie umwickelt.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung im Prinzip beispielshalber noch näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 den Ablauf der Verfahrensschritte bei einem erfindungsgemäßen Verfahren in einer schematischen Darstellung;

Fig. 2 einen Ausschnitt eines Zweifachzwirnes aus Metallgarn;

Fig. 3 eine prinzipielle Querschnittsdarstellung durch einen erfindungsgemäßen Dichtungsstrang, und

Fig. 4 eine Draufsicht auf den Strang nach Fig. 3 mit teilweiser entfernter Flechtdecke.

In Fig. 1 ist in schematischen Bildern der Verfahrensablauf eines Verfahrens zur Herstellung von Dichtungssträngen, die der Erzeugung von Packungsringen für temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackungen dienen, wie sie z. B. zum Abdichten von Armaturen in der Kraftwerkstechnik eingesetzt werden, gezeigt:

In einer ersten Verfahrensstufe 1 wird Metallgarn 1, das auf einer Vorratsspule 2 aufgewickelt ist, von dieser abgezogen, durch ein Imprägnierbad 3, das sich in einem Imprägnierbehälter 4 befindet, zur Vorimprägnierung hindurchgeführt und anschließend auf eine Spule 5 aufgewickelt.

In der nächsten Verfahrensstufe II wird das vorimprägnierte Metallgarn 1 von der Spule 5 abgezogen, der Wirkung einer Heizeinrichtung 6 zur Trocknung ausgesetzt und nach der Trocknung auf eine weitere Spule 7 aufgewickelt.

Die Metallgarne mehrerer Spulen 7 werden dann in einem Schritt III in geeigneter Weise bei 8 zusammengeführt und gefacht, wobei der gefachte Garnstrang hiernach auf eine Spule 9 aufgewickelt wird.

Die gefachten Metallgarne mehrerer Spulen 9 werden anschließend, wie in Schritt IV dargestellt, über eine Flechteinrichtung 10 unter gleichzeitigem Hindurchlauf durch ein weiteres Imprägnierbad 12 zu einem Flechtstrang 11 geflochten, der, wie in Schritt V gezeigt, seinerseits mit Metallgarnen von weiteren Spulen 13 wiederum unter gleichzeitigem Durchlauf durch ein weiteres Imprägnierbad 14 zu einem Dichtungsstrang 15, der auf seiner Außenseite eine Flechtdecke aufweist, umflochten wird.

Der so erzeugte Dichtungsstrang 15 wird in einem nachgeschaltenem Trocknungsschritt VI getrocknet, anschließend, wie in Schritt VII dargestellt, durch Bornitrid-Pulver 16 hindurchgeführt und in einem anschließenden Schritt VIII durch (z. B. zwei Paare von) Kalibrierwalzen 17, 18 hindurchgeführt, wobei die Kalibrierwalzen jedes Paares zu denen des anderen Paares senkrecht versetzt liegen. Hierdurch erfolgt unter Druck eine Endkalibrierung auf das Endmaß des dann fertigen, im Querschnitt rechteckigen Dichtungsstranges 19, aus dem Dichtungsringe gefertigt werden können, die in axialer Hintereinanderschaltung Stopfbuchsen ergeben.

Bei einem solchen Verfahren können die Metallgarne in Form unterschiedlicher Zwirne eingesetzt werden, wobei sie jedoch besonders bevorzugt als Einfachzwirne Anwendung finden. In Fig. 2 ist eine stark vergrößerte Ansicht eines Abschnitts eines solchen Einfachzwirnes, der aus zwei Metallgarnen 1a und 1b besteht, dargestellt.

Ein konkretes Ausführungsbeispiel für ein solches Verfahren zur Herstellung von Dichtungssträngen mit einem Querschnitt von 10 mm wird nachfolgend angegeben:

Zunächst wird Metallgarn 1 der Qualität X2CrNiMo 17-13-12 einer Feinheit (Titer) von 170 tex.2 mit einem Präparat 3 vorimprägniert, das 2 Gew.-% Bornitrid, 7 Gew.-% NR (Naturkautschuk) und als Rest Benzin enthält, und anschließend bei 120°C während 5 Stunden getrocknet. Dieses getrocknete, imprägnierte Metallgarn 1 wird für die Flechtspulen 5 12-fach gefacht.

Sodann wird das imprägnierte Metallgarn 1 zu einem Flechtstrang 11 mit quadratischem Querschnitt von 9,6 mm Seitenlänge nach Flechtvorschrift geflochten, wozu 288 Metallgarne 12- fach mit 24 Klöppeln geflochten werden und gleichzeitig eine Imprägnierung in einem hitzebeständige Füllstoffe enthaltenden Imprägnierbad 12 erfolgt, das 3 Gew.-% NR, 50 Gew.-% Benzin, 20 Gew.-% Bariumsulfat, 15 Gew.-% Litopone, 6 Gew.-% ZnO und als Rest Additive und Verarbeitungshilfsstoffe enthält. Die Flechtmaschine arbeitet dabei mit 12.12 Metallgarnen als Innenklöppel und mit 12.12 Metallgarnen als Außenklöppel.

Anschließend wird der Flechtstrang 11 unter Verwendung eines Imprägnierbades 14 mit gleicher Zusammensetzung, wie oben zuletzt angeführt, mit 24.4 Metallgarnen, somit insgesamt 96 Metallgarnen, konzentrisch umflochten und das ganze sodann während 5 Stunden bei 120°C in einem Trocknungsofen getrocknet. Hiernach wird der Strang 15 durch Bornitrid-Pulver 16 gezogen, wonach sich, als letzter Arbeitsgang, eine Kalibrierung der Packung unter Verdichtung auf eine Seitenlänge von 10 mm (ausgehend von einem Strang mit einer Seitenlänge von 9,6 mm und einer umflochtenen Decke von 1 mm, also einem Ausgangsmaß von 11,6 mm Seitenlänge) anschließt.

In den Fig. 3 und 4 ist in prinzipieller und vergrößerter Darstellung ein Querschnitt (Fig. 3) durch einen nach diesem Verfahren hergestellten Dichtungsstrang, der allgemein mit 20 bezeichnet wird, bzw. eine Draufsicht (Fig. 4) auf einen solchen Dichtungsstrang 20 wiedergegeben, wobei die Darstellung der Fig. 4 in ihrer rechten Hälfte nur den Flechtstrang 11 zeigt, der, wie in der linken Hälfte dargestellt, mit einer Flechtdecke 21 umflochten ist. Wie aus den Fig. 3 und 4 entnehmbar, ist dabei die Flechtdecke 21 konzentrisch um den Flechtstrang 11 geflochten, wobei letzterer seinerseits 4-fach diagonal geflochten ist, was zu hochverschleißfesten Eigenschaften mit großer Querschnittsstabilität, einer sehr glatten Oberfläche und einer dichten Flechtstruktur führt.

Aus der Darstellung der Fig. 3 ist erkennbar, daß in den Flechtstrang 11 auch noch zusätzlich Graphitgarne 23 eingeflochten sind, wobei sich hier besonders Graphitgarne mit einer Feinheit von ca. 320 tex.3 eignen, die mit einem Präparat, bestehend aus 7 Gew.-% NR, 5 Gew.-% Bornitrid und mit dem Rest als Benzinlösung, imprägniert und über eine Zeitdauer von 5 Stunden während 120°C getrocknet werden.

Bei dem in Fig. 3 gezeigten Flechtaufbau sind siebzehn solche Graphitgarne, nämlich 4.1 Graphitgarne als Eckeinlauf, 8 Graphitgarne als Außeneinlauf, 4.1 Graphitgarne als Inneneinlauf sowie ein Graphitgarn als zentraler Einlauf, eingesetzt. Der in Fig. 3 gezeigte Flechtaufbau besteht weiter aus 12.12 Metallgarnen als Innenklöppeln und 12.12 Metallgarnen als Außenklöppeln.

Die in Fig. 3 auf der Außenseite des Flechtstranges 12 zwischen diesem und der Flechtdecke 21 sich ausbildenden Zwischenräume 24 sind ihrerseits beim fertigen Dichtstrang vollständig mit dem bei der konzentrischen Umflechtung (vgl. Stufe V in Fig. 1) eingesetzten Imprägniermittel ausgefüllt.


Anspruch[de]
  1. 1. Temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackung zum Abdichten von Armaturen, die aus einem oder mehreren Ringen aus hitzebeständig imprägnierten, verflochtenen und mit anorganischen Additiven versetzten, in ein elastomere Anteile enthaltendes Füllstoffgemisch eingebetteten Fasergarnen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasergarne (1a, 1b) aus Metallfasern bestehen und jeder Ring mit einer ihn außen umhüllenden Flechtdecke (21) aus solchen Fasergarnen (1a, 1b) versehen ist.
  2. 2. Stopfbuchspackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfasern Durchmesser aufweisen, die im Bereich von 6 µm bis 10 µm liegen.
  3. 3. Stopfbuchspackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Fasergarnen aus Metallfasern noch Graphitfasern und/oder Graphitgarne und/oder nichtmetallische, hochtemperaturbeständige Filamente und/oder Garne aus diesen angebracht sind.
  4. 4. Stopfbuchspackung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Flechtdecke auf ihrer Außenseite noch mit einem Gleitmittel, vorzugsweise Bornitrid, beschichtet ist.
  5. 5. Stopfbuchspackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen jeweils zwei in der Stopfbuchspackung aufeinanderfolgenden Ringen eine Metallfolie zwischengeschaltet ist.
  6. 6. Stopfbuchspackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfasern aus X2CrNiMo 17-13-12 oder aus X2CrNiMo 18-14-3 bestehen.
  7. 7. Stopfbuchspackung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern der Fasergarne Längen von etwa 90 mm aufweisen.
  8. 8. Stopfbuchspackung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasergarne als Einfachzwirne ausgeführt sind.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung von Dichtungssträngen zur Erzeugung von Packungsringen für temperatur- und druckbeständige Stopfbuchspackungen nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zum Abdichten von Armaturen, dadurch gekennzeichnet, daß Fasergarne aus Metallfasern imprägniert und anschließend zu einem Flechtstrang unter gleichzeitiger Imprägnierung in einem hitzebeständige Füllstoffe enthaltenden Imprägnierbad verflochten werden, der Flechtstrang sodann mit einer ihn umgebenden Flechtdecke aus Metallfasergarnen unter Durchlauf durch ein Imprägnierbad überflochten, hiernach getrocknet, anschließend durch Bornitrid-Pulver hindurchgeführt und sodann unter Verdichtung auf Endmaß kalibriert wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß beim Verflechten der Metallfasergarne zu Fasersträngen auch noch höher temperaturbeständiges Graphitgarn in die Faserstränge miteingeflochten wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallfasergarne für die Flechtdecke vorimprägniert werden.
  12. 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Flechtdecke konzentrisch über den Flechtstrang überflochten wird.
  13. 13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch kennzeichnet, daß der Flechtstrang vor dem Aufflechten seiner Flechtdecke mit Metallfolie umwickelt wird.






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