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Dokumentenidentifikation DE19804667C1 09.09.1999
Titel Verfahren zum Justieren eines Messers beim Messerwechsel sowie Schneidmaschine mit Messerwechselvorrichtung
Anmelder Adolf Mohr Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, 65719 Hofheim, DE
Erfinder Gross, Helmut, 65719 Hofheim, DE;
Rasch, Adolf, 65207 Wiesbaden, DE
Vertreter Quermann, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 65189 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 06.02.1998
DE-Aktenzeichen 19804667
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B26D 7/26
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Justieren eines Messers (12) beim Messerwechsel an einer Schneidmaschine. Bei diesem Verfahren wird das Messer an einem Messerträger lösbar befestigt, wobei das vom Messerträger gelöste Messer relativ zu diesem heb- und senkbar gehalten ist und zum Justieren des Messers auf mindestens ein in der Auflageebene (5) des Schneidgutes angeordnetes Stützteil (19, 20) absenkbar ist.
Erfindungsgemäß wird beim Messerwechsel aus dem Schneidtisch eine Schneidleiste (17) entfernt, das Stützteil aus einer unwirksamen Stellung in eine wirksame Stellung zum Justieren des Messers verfahren, der das Messer lose in dessen angehobener Stellung aufnehmende Messerträger in die untere Endstellung absenkt, das Messer auf das in wirksamer Stellung befindliche Stützteil abgesenkt und in dieser Stellung mit dem Messerträger fest verbunden, der Messerträger angehoben, das Stützteil in die unwirksame Stellung verfahren, die Schneidleiste in den Schneidtisch eingesetzt.
Die Erfindung schlägt ferner eine Schneidmaschine mit Messerwechselvorrichtung unter Verwendung einer Justierung für das Messer in dessen abgesenkte Stellung vor.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich zunächst auf ein Verfahren zum Justieren eines Messers in der abgesenkten Stellung beim Messerwechsel an einer Maschine zum Schneiden von Papier, Pappe und dergleichen. Bei diesem Verfahren wird das Messer an einem heb- und senkbaren Messerträger lösbar befestigt, wobei das vom Messerträger gelöste Messer im Messerträger heb- und senkbar gehalten ist und bei abgesenktem Messerträger das Messer zum Justieren des Messers auf mindestens ein in der Auflageebene des Schneidgutes angeordnetes Stützteil absenkbar ist. Die bei diesem Verfahren Verwendung findende Maschine weist einen Schneidtisch mit Schneidleiste auf.

Schneidmaschinen der in Rede stehenden Art sind zahlreich bekannt. Sie weisen ein Maschinengestell auf, in dem ein Messerträger mit daran befestigtem Messer zum Zwecke des Schneidens absenkbar und zum Verfahren in die Ausgangsposition anhebbar ist. Die Messerbewegung beim Schneiden erfolgt in der Regel im Schwingschnitt, das heißt das Messer bewegt sich gleichzeitig nach unten und zur Seite, wobei es zusätzlich noch eine Schwenkbewegung ausführt, so daß die Schneidkante des Messers erst am Ende des Arbeitshubes parallel und zur Anlage auf einem flachen Gegenstück des Schneidtisches kommt. Bei diesem Gegenstück handelt es sich in aller Regel um eine in den Schneidtisch eingesetzte Schneidleiste aus Kunststoff, beispielsweise PVC oder Polypropylen, in die das Messer im unteren Totpunkt mehr oder weniger eindringt, um zu gewährleisten, daß auch die unteren Blätter des Blattstapels vollständig durchtrennt werden.

Es ist bekannt, die Voreinstellung des Messers beim Messerwechsel durch Aufsetzen des Messers auf die Schneidleiste herbeizuführen. Die Detailverstellung des Messers beim Messerwechsel erfolgt in aller Regel über Exzenter in den Drehpunkten des Messerträgers oder über eine zentrale Tiefenverstellung des im Antriebsstrang des Messerträgers befindlichen Pleuels. Das Ausrichten des Messers an der Schneidleiste ist allerdings mit Nachteilen behaftet. So ist das im Messerträger mittels eines Messerliftes gehaltene Messer zunächst nur lose mit dem Messer verbunden. Der Messerträger wird in seine untere Endstellung abgesenkt und dann das Messer mittels des Messerliftes so weit abgesenkt, daß es auf der Schneidleiste aufliegt, wobei es sich aufgrund des Eigengewichtes und dessen unterer Keilform teilweise in die Schneidleiste eingräbt. Anschließend wird das Messer mittels Schrauben mit dem Messerträger fest verbunden. Hierbei wird das Messer senkrecht zur Schneidebene in Richtung des Messerbalkens gezogen, mit der Konsequenz, daß die in die Schneidleiste eingegrabene, harte Messerspitze Scherkräften senkrecht zur Schneidebene ausgesetzt ist. Dies kann dazu führen, daß die Messerspitze ausbricht und damit das einzusetzende Messer von vorneherein unbrauchbar wird.

Bei einem derartigen Messerwechsel kann insbesondere dann, wenn das zu schneidende Gut nicht unmittelbar auf dem Schneidtisch sondern auf einer Schneidunterlage aufliegt, nicht wie vorbeschrieben das Messer an der Schneidleiste ausgerichtet werden, da es sonst beim Schnitt die Schneidunterlage durchtrennen würde.

Die Erfindung betrifft ferner eine Maschine zum Schneiden von Papier, Pappe oder dergleichen, insbesondere in Form von Stapeln, mit einem Traggestell mit einem darin gelagerten, anheb- und absenkbaren Messerträger, mit dem lösbar ein Messer verbunden ist, sowie mit einem Tisch zur Aufnahme des Schneidgutes und einer Justiervorrichtung zum Justieren des Messers beim Messerwechsel.

Eine derartige Maschine mit Messerwechselvorrichtung, die eine Justiervorrichtung aufweist, ist aus der DE 195 16 347 A1 bekannt. Dort ist die Justiervorrichtung am Messerträger vorgesehen, womit die Ausrichtung des Messers nicht bezüglich der Schneidleiste erfolgt, sondern bezüglich des Messerträgers. Toleranzen zwischen Messer und Messerträger, insbesondere aufgrund der Anordnung der Justiervorrichtung im Messerträger bedingen, daß die Voreinstellung des Messers recht ungenau ist und der Vorgang der Justierung primär auf die Exzenter in den Drehpunkten des Messerträgers bzw. die zentrale Tiefenverstellung des Pleuels verlagert wird. Den bei dieser Maschine vorgesehenen, am Messerträger schwenkbar befestigten Hebeln kommt im wesentlichen die Aufgabe zu, das Messer in seiner Montageposition zu halten.

Aus der DE-OS 20 39 128 ist eine Vorrichtung zum Einstellen des Messers an Schneidmaschinen für Papier, Pappe und dergleichen bekannt, bei denen das Messer am Messerbalken mit durch Durchgangsbohrungen hindurchgreifende Messerbefestigungsschrauben befestigt wird und der Messerabschliff durch Verstellen der Länge der Zugstange des Messerbalkens ausgleichbar ist. Zum Einstellen des Messers sind auf dem Schneidtisch oder Maschinenkörper beispielsweise abnehmbare Lehren vorgesehen, deren Auflageplatten die erforderliche Höhenlage der Messerschneide andeuten. Alternativ wird vorgeschlagen, zur Andeutung der erforderlichen Höhenlage der Messerschneide Lichtmarken zu verwenden, die insbesondere am abgesenkten Preßbalken die einzustellende Höhenlage der Messerschneide andeuten.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Justieren des Messers beim Messerwechsel in seiner abgesenkten Stellung anzugeben, mittels dessen auf einfache Art und Weise eine exakte Justierung des Messers möglich ist. Zudem soll eine Schneidmaschine angegeben werden, bei der mit einfachen baulichen Mitteln die exakte Justierung des Messers in der optimalen Bezugsebene, der Auflageebene des Schneidguts, gewährleistet ist.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren der eingangs genannten Art, das gekennzeichnet ist durch folgende weitere Verfahrensschritte:

  • a) aus dem Schneidtisch wird die Schneidleiste entfernt,
  • b) das Stützteil wird aus einer unwirksamen Stellung in eine wirksame Stellung zum Justieren des Messers verfahren,
  • c) der das Messer lose in dessen angehobener Stellung aufnehmende Messerträger wird in die untere Endstellung abgesenkt,
  • d) das Messer wird auf das in wirksamer Stellung befindliche Stützteil abgesenkt und in dieser Stellung mit dem Messerträger fest verbunden,
  • e) der Messerträger wird angehoben,
  • f) das Stützteil wird in die unwirksame Stellung verfahren,
  • g) die Schneidleiste wird in den Schneidtisch eingesetzt.

Ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, daß beim Messerwechsel die Schneidleiste vom Schneidtisch entfernt wird und statt dessen mindestens ein Stützteil in eine Wirkstellung verbracht wird, das in dieser Position der Lagerung des Messers in seiner Justageposition dient. Das Messer wird dabei zweckmäßig im Bereich voneinander entfernter Stellen, insbesondere im Bereich der beiden Messerenden unterstützt, wobei in diesem Fall mindestens zwei Stützteile erforderlich sind. Damit diese Stützteile wirksam werden können, ist es nur erforderlich, sie aus einem Bereich, in dem das Messer im Betrieb nicht wirksam ist, in den Bereich, den das Messer in seiner im Betrieb abgesenkten Stellung einnimmt, zu verfahren. Das Stützteil bzw. die Stützteile können horizontal eingefahren werden. Als bevorzugt wird es allerdings angesehen, wenn das Stützteil bzw. die Stützteile in ihrer nicht wirksamen Stelle, bezogen auf ihre der Aufnahme des Messers dienenden Fläche, unterhalb der Auflageebene des Schneidgutes angeordnet sind und in ihrer wirksamen Stellung im wesentlichen in der Ebene dieses Schneidgutes. Dies kann besonders einfach dadurch bewerkstelligt werden, daß das Stützteil bzw. die Stützteile schwenkbar im Schneidtisch gelagert sind. Nachdem das Messer durch die Auflage auf dem Stützteil justiert und anschließend mit dem Messerträger fest verbunden und der Messerträger angehoben wurde, kann die Schneidleiste wieder in den Schneidtisch eingesetzt werden. Sofern die Stützteile sich in ihrer wirksamen Stellung dort befinden, wobei üblicherweise die Schneidleiste im Schneidtisch positioniert ist, erfolgt selbstverständlich erst dann die Montage der Schneidleiste, wenn das Stützteil bzw. die Stützteile wieder in ihre unwirksame Stellung zurückverfahren wurden.

Gemäß einer bevorzugten Verfahrensfolge ist vorgesehen, daß die Verfahrensschritte in der Abfolge a bis g erfolgen. Es ist gleichfalls denkbar, daß die Verfahrensschritte a bis c in beliebiger Folge vor dem Verfahrensschritt d erfolgen. Auch können die Verfahrensschritte f und g in beliebiger Folge vor dem Verfahrensschritt e erfolgen.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß beim Entfernen der Schneidleiste aus dem Schneidtisch das Stützteil angehoben und beim Einsetzen der Schneidleiste in den Schneidtisch das Stützteil abgesenkt wird. Die Bewegung des Entfernens bzw. Einsetzens der Schneidleiste ist somit mit dem Überführen des Stützteiles bzw. der Stützteile in deren wirksame bzw. nicht wirksame Stellung gekoppelt.

Um das Messer in unterschiedlichen Höhen, beispielsweise bezüglich einer Schneidunterlage justieren zu können, ist vorgesehen, daß die Lagerung des schwenkbaren Stützteiles exzentrisch verstellbar ist.

Die eingangs genannte erfindungsgemäße Maschine zum Schneiden von Papier, Pappe oder dergleichen mit der Messerwechselvorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Justiervorrichtung im Tisch gelagert und zwischen einer unwirksamen Stellung und einer wirksamen Stellung verfahrbar ist, wobei die Justiervorrichtung mindestens ein Stützteil aufweist, dessen Auflagefläche für das Messer in der wirksamen Stellung des Stützteils in der Auflageebene des Schneidgutes im Bereich der Schneidkante des beim Messerwechsel abgesenkten Messers, und deren Auflagefläche in der unwirksamen Stellung unterhalb der Auflageebene des Schneidgutes oder außerhalb des abgesenkten Messers angeordnet ist. Das Stützteil bzw. die Stützteile können auf unterschiedlichste Art und Weise bewegt werden, insbesondere pneumatisch, hydraulisch, elektrisch oder aber auch mechanisch. Insbesondere unter dem letztgenannten Aspekt ist es denkbar, die Bewegung der Schneidleiste beim Einsetzen in den Tisch bzw. beim Herausnehmen aus dem Tisch zu nutzen, um eine Mechanik zu betätigen, die das Stützteil bzw. die Stützteile bewegt, um diese in die wirksame bzw. nicht wirksame Stellung zu überführen. Bevorzugt sind mehrere Stützteile vorgesehen, wobei das abgesetzte Messer beim Messerwechsel die Stützteile außerhalb des Schneidbereiches des Messers kontaktiert. Sollte ungeachtet des Umstandes, daß die Stützteile aus hartem Material bestehen, beispielsweise aus Metall, Keramik, hartem Kunststoff oder dergleichen, eine Beschädigung des harten Messers beim Justieren erfolgen, so wäre dies nicht von übermäßig großem Nachteil, da die Beschädigung nur einen Bereich des Messers betrifft, mit dem nicht geschnitten wird. Es ist insbesondere vorgesehen, daß die Justiervorrichtung zwei Stützteile aufweist, die in der Verlängerung der in den Tisch eingesetzten Schneidleiste angeordnet sind. Zweckmäßig ist das jeweilige Stützteil im Tisch schwenkbar gelagert. Dies derart, daß die Auflagefläche des Stützteiles für das Messer in der wirksamen Stellung des Stützteiles eine Ebene mit der Auflagefläche des Schneidgutes bildet. Die Auflagefläche der Ebene kann dabei durch die Oberfläche des Tisches gebildet sein; es ist aber gleichfalls denkbar, daß bei Verwendung einer Schneidunterlage deren das Schneidgut aufnehmende Oberfläche eine Ebene mit der Auflagefläche des Stützteiles bildet.

Das Stützteil selbst muß nicht grundsätzlich hart ausgebildet sein. Es reicht aus, wenn es eine harte Einlage aufweist, die entsprechend den Anforderungen ausgetauscht werden kann.

Wie bereits vorstehend angedeutet, wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Stützteile mittels einer Kinematik synchron verschwenkbar sind. Es ist insbesondere daran gedacht, daß bei in den Tisch eingesetzter Schneidleiste von dieser ein Bauteil der Kinematik in eine Wirkstellung überführt ist, und sich die Stützelemente in ihrer nicht wirksamen Stellung befinden. Vorzugsweise spannen Federmittel die Stützelemente in ihre wirksame Stellung vor und es weist die Kinematik Zugmittel auf, die die Stützelemente entgegen der Kraft der Federmittel beaufschlagen. Bei dem Zugmittel kann es sich beispielsweise um einen Bowdenzug handeln.

In den Figuren ist die Erfindung anhand zweier nach dem Verfahren arbeitenden Ausführungsformen einer Schneidmaschine mit Justiervorrichtung beispielsweise dargestellt, ohne auf diese Ausführungsformen beschränkt zu sein. Es zeigt in schematischer Darstellung:

Fig. 1 die Schneidmaschine in einer Frontansicht bei angehobenem Messerträger und im Messerlift gehaltenem, abgesenktem Messer,

Fig. 2 die Schneidemaschine gemäß Darstellung in Fig. 1, bei relativ zum Messerträger angehobenem Messer, in der abgesenkten Stellung des Messerträgers (Justagestellung),

Fig. 3 einen senkrechten Schnitt durch die Schneidmaschine in der Justagestellung des Schneidmessers,

Fig. 4 eine Detailansicht "a" gemäß Fig. 3 mit in wirksamer Stellung gezeigtem Stützteil, das gemäß der ersten Ausführungsform mittels eines Kraftzylinders verschwenkbar ist,

Fig. 5 die Detaildarstellung gemäß Fig. 4, veranschaulicht für das in unwirksamer Stellung befindliche Stützteil,

Fig. 6 eine Detailansicht gemäß Fig. 4 bei in wirksamer Stellung befindlichem Stützteil, das gemäß der zweiten Ausführungsform mechanisch verschwenkbar ist und

Fig. 7 die Detaildarstellung gemäß Fig. 6, bei in unwirksamer Stellung befindlichem Stützteil,

wobei die Fig. 6 und 7 aus Vereinfachungsgründen die in zwei unterschiedlichen Ebenen wirksamen Bereiche von Schwenkhebel und Stützteil der Justiervorrichtung in der jeweiligen Figur veranschaulichen, so daß man sich den in diesen Figuren gezeigten Bowdenzug umgelenkt vorstellen muß.

Fig. 1 zeigt eine Schneidmaschine 1 der eingangs beschriebenen Art, mittels derer ein Schwingschnitt ausgeführt werden kann. Die Maschine weist ein Traggestell 2 auf, in dem ein Messerträger 3 verfahrbar gelagert ist. Vom Traggestell 2 wird ein Tisch 4 aufgenommen, der der Aufnahme des nicht gezeigten, zu schneidenden bzw. geschnittenen Gutes dient. Die Tischoberfläche, auf der das Gut ruht, ist mit der Bezugsziffer 5 bezeichnet. Unter einer Schrägen zur Vertikalen sind im Traggestell 2 oberhalb und seitlich des Tisches 4 zwei Führungsschienen 6 gelagert, wobei jede Führungsschiene 6 einen Führungsschlitten 7 aufnimmt. Dieser ist mit einem Lagerbolzen 8 zur schwenkbaren Aufnahme des Messerträgers 3 versehen. Im Traggestell 2 ist ferner eine vereinfacht mittels eines strichpunktierten Kreises dargestellte Kurbel 9 gelagert, die elektromotorisch antreibbar ist. Mit der Kurbel 9 ist ein Pleuel 10verbunden, das schwenkbar mit einem Lagerbolzen 11 des Messerträgers 3 verbunden ist. Diese kinematische Ausbildung führt dazu, daß beim Bewegen der Kurbel 9 über einen Vollkreis der Messerträger 3 aus der vollständig angehobenen Stellung im Schwingschnitt abgesenkt und wieder vollständig angehoben wird.

Der Messerträger 3 dient der Aufnahme des Schneidmessers 12. Dieses ist über seine Länge mit einer Vielzahl von Gewindebohrungen 13 versehen, im Bereich derer das Messer 12 mit dem Messerträger 3 verbunden wird. Hierzu ist der Messerträger 3 entsprechend der Anzahl der Gewindebohrungen 13 im Messer 12 mit im wesentlich vertikal orientierten Langlöchern versehen, die der Aufnahme von in die Gewindebohrungen 13 des Messers 12 einschraubbaren, nicht gezeigten Schraubbolzen dienen.

Fig. 1 veranschaulicht die Schneidmaschine 1 bei vollständig angehobenem Messerträger beim Messerwechsel. In den Messerträger 3 ist ein aus dem Stand der Technik bekannter Messerlift 14 integriert, wobei zwei Vorsprünge 15 des heb- und senkbaren Teiles des Messerliftes 14 in Lochausnehmungen des Schneidmessers 12 eingehängt sind. Gezeigt ist bei vollständig abgesenktem Teil des Messerliftes das in dieses eingesetzte Schneidmesser 12. Anschließend wird das absenk- und anhebbare Teil des Messerliftes 14 in seine vollständig angehobene Stellung überführt, womit das Messer 12 in seine maximal angehobene Position bezüglich des Messerträgers 3 bewegt wird. In dieser Stellung wird eine lose Verbindung zwischen Messer 12 und Messerträger 3 herbeigeführt, so daß das Messer 12 nicht unbeabsichtigt aus dem Messerträger 3 fallen kann. Erreicht wird dies, indem mindestens im Bereich zweier Langlöcher 16 und der mit diesen korrespondierenden Gewindebohrungen 13 die Gewindebolzen teilweise in das Messer eingeschraubt werden. Das Messer 12 ist damit entsprechend der Vorgabe der Langlöcher 16 nach wie vor relativ zum Messerträger 3 und überdies wegen der nur losen Befestigung senkrecht zur Schneidebene des Messers beweglich.

Die Justage des Messers 12 beim Messerwechsel erfolgt, ausgehend von der zuvor geschilderten, bezüglich des Messerträgers 3angehobenen Messerposition, indem, wie es in Fig. 2 gezeigt ist, der Messerträger 3 in seine vollständig abgesenkte Stellung bewegt und in dieser angehalten wird. Dann wird mittels des Messerliftes 14 das lose mit dem Messerträger 3 befestigte Messer 12 auf die Justiervorrichtung abgesenkt, nachdem die unterhalb des Schneidmessers 12 im Tisch 4 gelagerte Schneidleiste 17 aus der entsprechenden Nut 18 im Tisch 4 entfernt worden ist (siehe Fig. 4 und 5).

Wie der Darstellung der Fig. 2 bis 5 zu entnehmen ist, weist die Justiervorrichtung zwei Stützteile 19 und 20 auf, wobei das Stützteil 19 unterhalb des Messers 12 in unmittelbarer Nähe des Tisches 4 auf der dem Pleuel 10 abgewandten Seite des Tisches und das Stützteil 20 auf der dem Pleuel 10 zugewandten Seite des Tisches 4, in Abstand zu diesem, angeordnet sind, so daß die Stützteile 19 und 20, bezogen auf die Länge des Messers 12, im Bereich der Messerenden in Kontakt mit der Schneidkante 21 des Messers 12 bringbar sind.

Wie insbesondere der Darstellung der Fig. 3 bis 5 zu entnehmen ist, ist das jeweilige Stützteil 19 bzw. 20 im Traggestell 2 um die Achse 22 schwenkbar gelagert. Das jeweilige Stützteil ist im Bereich seines oberen Endes mit einer Nut versehen, in die eine harte Einlage 23 beispielsweise aus Metall, Keramik oder hartem Kunststoff eingesetzt ist. Die der Schneidkante 21 des Messers 12 zugewandte Oberfläche 24 der Einlage 23 ist in der wirksamen Stellung des Stützteiles 19 bzw. 20, wie sie in Fig. 4 gezeigt ist, so angeordnet, daß sie eine Ebene mit der Tischoberfläche 5 bildet.

Zum Justieren des Messers 12 wird dieses auf die Einlagen 23 der beiden Stützteile 19 und 20 abgesenkt, wobei diese abgesenkte Stellung in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist. In dieser Position wird das Messer 12 fest mit dem Messerträger 3 verbunden, indem alle vorhandenen Langlöcher 16 genutzt und in derem Bereich die Schraubverbindungen herbeigeführt werden. Hierbei wird das Messer 12 auch geringfügig in Richtung des Messerträgers 3 bewegt, wie es in Fig. 4 durch den Pfeil 25 veranschaulicht ist. Nachdem das Messer 12 fest mit dem Messerträger 3 verbunden ist, wird der Messerträger in die in Fig. 1 gezeigte angehobene Stellung überführt. Nach dieser Voreinstellung des Messers mittels der Justiervorrichtung kann die Detailverstellung des Messers über Exzenter in den Drehpunkten des Messerträgers oder über eine zentrale Tiefenverstellung des Pleuels erfolgen.

Nachdem das mit dem Messerträger 3 befestigte Messer 12 angehoben ist, wird, wie in der Fig. 5 veranschaulicht, das jeweilige Stützteil 19 bzw. 20 mittels eines an diesem gelenkig angreifenden Stellzylinders 26 verschwenkt, der im Traggestell 2 gelagert ist. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Pneumatikzylinder handeln, der zwischen zwei Endstellungen wirksam ist und damit die wirksame Stellung des jeweiligen Stützteiles 19 bzw. 20, wie in Fig. 4 gezeigt, bzw. die nicht wirksame Stellung des jeweiligen Stützteiles, wie in Fig. 5 gezeigt, vorgibt. Fig. 5 zeigt das aus dem Bereich der Nut 18 im Tisch 4 verschwenkte Stützteil 19 bzw. 20, wobei in die Nut 18 wieder die Schneidleiste 17 eingesetzt ist. Beim Schnitt kontaktiert, wie in Fig. 5 gezeigt, das Schneidmesser 12 mit seiner Schneidkante 21 die Schneidleiste 17 und dringt, um den Schnitt des untersten Bogens des zu schneidenden Gutes zu gewährleisten, teilweise in die Schneidleiste 17 ein.

Bei der in den Fig. 4 und 5 beschriebenen Ausführungsform erfolgt das Einführen bzw. Herausnehmen der Schneidleiste 17 in die Nut 18 unabhängig vom Verschwenken des jeweiligen Stützteiles in die nicht wirksame bzw. wirksame Stellung.

Die Ausführungsform nach den Fig. 6 und 7 veranschaulicht die Koppelung der Bewegung beim Einsetzen bzw. Herausnehmen der Schneidleiste 17 mit der Schwenkbewegung des jeweiligen Stützteiles in dessen nicht wirksame bzw. wirksame Stellung. Bei dieser Ausführungsform greift eine Zugfeder 27 am jeweiligen Stützteil 19 bzw. 20 und am Traggestell 2 an. In entgegengesetzter Wirkrichtung greift am stützteilseitigen Lagerpunkt 28 der Zugfeder 27 ein Bowdenzug 29 an, dessen anderes Ende an einem Lagerpunkt 30 angreift, der im Bereich des freien Endes eines Schwenkhebels 31 angreift, der um eine Achse 32 im Tisch 4 schwenkbar gelagert ist. Der über die Achse 32 hinausstehende Abschnitt 34 des Schwenkhebels 31 besitzt die Funktion eines Anschlages für die in die Nut 18 eingesetzte Schneidleiste 17. Dieser Anschlag ist notwendig, um beim Schwingschnitt, bei dem das Messer fortwährend eine Kraftkomponente in Richtung des Pleuels 10 bzw. des Stützteiles 20 ausübt, eine Verschiebung der Schneidleiste 17 in der Nut 18 zu verhindern. Bei nicht in die Nut 18 eingesetzter Schneidleiste 17, wie dies in Fig. 6 gezeigt ist, zieht die Druckfeder 27 des Stützteils 20 und das mit diesem über einen nicht gezeigten weiteren Bowdenzug verbundene andere Stützteil 19 in die wirksame Stellung. Wird die Schneidleiste 17 in die Nut 18 eingesetzt und dabei gegen den Anschlag 34 verschoben, schwenkt der Schwenkhebel 31, bis er seine Endposition an der Anschlagkante 33 des Tisches 4 erreicht hat, mit der Konsequenz, daß der Schwenkhebel 31 über den Bowdenzug 29 das Stützteil 20 und dieses über den nicht gezeigten weiteren Bowdenzug das andere Stützteil 19 entgegen der Kraft der Feder 27 und der Kraft einer gleichfalls am anderen Stützteil 19 angeordneten Zugfeder in die in Fig. 7 gezeigte nicht wirksame Stellung zieht. Aus Vereinfachungsgründen sind in den Fig. 6 und 7 die in zwei unterschiedlichen Ebenen wirksamen Bereiche von Schwenkhebel 31 und Stützteil 20 in einer Zeichnung veranschaulicht. Dies bedeutet, daß man sich den in diesen Zeichnungen gezeigten Bowdenzug 29 so vorstellen muß, daß er zwischen seinen Angriffspunkten 28 und 30 umzulenken ist, was vereinfacht in den Zeichnungen mittels der strichlierten Linie angedeutet ist, die eine mehrfache Umlenkung darstellt.

Sofern das zu schneidende Gut nicht unmittelbar auf der Tischoberfläche 5, sondern auf einer Schneidunterlage liegend geschnitten werden soll, ist es erforderlich, das Schneidmesser 12 höher zu justieren. Dies kann auf einfache Art und Weise dadurch geschehen, daß, wie in den Fig. 4 bis 7 strichliert verdeutlicht, die Stützteile 19 bzw. 20 im Bereich deren Lager 22 über verstellbare exzentrische Ansätze 35 gelagert sind. Durch Verstellen dieser Exzenter kann die Oberfläche 24 der jeweiligen Einlage 23 auf ein Niveau oberhalb der Tischoberfläche 5 positioniert werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Justieren eines Messers in der abgesenkten Stellung beim Messerwechsel an einer Maschine zum Schneiden von Papier, Pappe und dergleichen, wobei das Messer an einem heb- und senkbaren Messerträger lösbar befestigt ist, das vom Messerträger gelöste Messer im Messerträger heb- und senkbar gehalten ist, und bei abgesenktem Messerträger das Messer zum Justieren des Messers auf mindestens ein in der Auflageebene des Schneidgutes angeordnetes Stützteil absenkbar ist, wobei die Maschine einen Schneidtisch mit Schneidleiste aufweist, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
    1. a) aus dem Schneidtisch wird die Schneidleiste entfernt,
    2. b) das Stützteil wird aus einer unwirksamen Stellung in eine wirksame Stellung zum Justieren des Messers verfahren,
    3. c) der das Messer lose in dessen angehobener Stellung aufnehmende Messerträger wird in die untere Endstellung abgesenkt,
    4. d) das Messer wird auf das in wirksamer Stellung befindliche Stützteil abgesenkt und in dieser Stellung mit dem Messerträger fest verbunden,
    5. e) der Messerträger wird angehoben,
    6. f) das Stützteil wird in die unwirksame Stellung verfahren,
    7. g) die Schneidleiste wird in den Schneidtisch eingesetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrensschritte in der Abfolge a bis g erfolgen.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrensschritte a bis c in beliebiger Folge vor dem Verfahrensschritt d erfolgen.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekenzeichnet, daß die Verfahrensschritte f und g in beliebiger Folge nach dem Verfahrensschritt e erfolgen.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim Entfernen der Schneidleiste aus dem Schneidtisch das Stützteil angehoben und beim Einsetzen der Schneidleiste in den Schneidtisch das Stützteil abgesenkt wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stützteil aus einer abgesenkten, unwirksamen Stellung in eine angehobene, wirksame Stellung zum Justieren des Messers verfahren wird.
  7. 7. Maschine zum Schneiden von Papier, Pappe oder dergleichen, insbesondere in Form von Stapeln, mit einem Traggestell (2) mit einem darin gelagerten, anheb- und absenkbaren Messerträger (3), mit dem lösbar ein Messer (12) verbunden ist, sowie mit einem Tisch (4) zur Aufnahme des Schneidgutes und einer Justiervorrichtung (19, 20) zum Justieren des Messers (12) beim Messerwechsel, dadurch gekennzeichnet, daß die Justiervorrichtung (19, 20) im Tisch (4) gelagert und zwischen einer unwirksamen Stellung und einer wirksamen Stellung verfahrbar ist, wobei die Justiervorrichtung (19, 20) mindestens ein Stützteil aufweist, dessen Auflagefläche (24) für das Messer (12) in der wirksamen Stellung des Stützteils (19, 20) in der Auflageebene (5) des Schneidgutes im Bereich der Schneidkante (21) des beim Messerwechsel abgesenkten Messers (12) und dessen Auflagefläche (24) in der unwirksamen Stellung unterhalb der Auflageebene (5) des Schneidgutes oder außerhalb des abgesenkten Messers (12) angeordnet ist.
  8. 8. Schneidmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Stützteile (19, 20) vorgesehen sind, wobei das abgesenkte Messer (12) beim Messerwechsel die Stützteile (19, 20) außerhalb des Schneidbereiches des Messers (12) kontaktiert.
  9. 9. Schneidmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekenzeichnet, daß zwei Stützteile (19, 20) vorgesehen sind, die in der Verlängerung einer in den Tisch (4) eingesetzten Schneidleiste (17) angeordnet sind.
  10. 10. Schneidmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das jeweilige Stützteil (19, 20) im Tisch (4) schwenkbar gelagert ist.
  11. 11. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das jeweilige Stützteil (19 bzw. 20) eine harte Einlage (23) zur Aufnahme des Messers (12) aufweist.
  12. 12. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützteile (19, 20) mittels einer Kinematik synchron verschwenkbar sind.
  13. 13. Schneidmaschine nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß bei in den Tisch (4) eingesetzter Schneidleiste (17) von dieser ein Bauteil (31) der Kinematik in eine Wirkstellung überführt ist, und sich die Stützelemente (19, 20) in ihrer nicht wirksamen Stellung befinden.
  14. 14. Schneidmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß Federmittel (27) die Stützelemente (19, 20) in ihre wirksame Stellung vorspannen und die Kinematik Zugmittel (29) aufweist, die die Stützelemente (19, 20) entgegen der Kraft der Federmittel (27) beaufschlagen.
  15. 15. Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das jeweilige schwenkbare Stützteil (19; 20) exzentrisch zwecks Höhenverstellung im Tisch (4) gelagert ist.






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