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Dokumentenidentifikation DE19809438A1 09.09.1999
Titel Teilnehmeranschluß für eine digitale Fernsprechvermittlungsstelle
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Angermüller, Roland, Dipl.-Ing., 82178 Puchheim, DE
DE-Anmeldedatum 05.03.1998
DE-Aktenzeichen 19809438
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse H04M 1/58
IPC-Nebenklasse H04L 25/22   H04B 3/03   
Zusammenfassung Es werden in den Teilnehmeranschlußschaltungen elektronische Gabeln für den Zweidraht-/Vierdrahtübergang verwendet, deren Nachbildungsimpedanzen durch gespeicherte Koeffzientensätze bestimmt werden, die zu einer individuellen Anpassung von zentraler Stelle aus geändert werden können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Teilnehmeranschluß für eine digitale Fernsprechvermittlungsstelle mit einer Vielzahl von teilnehmerleitungsindividuellen Teilnehmerschaltungen. Solche Teilnehmerschaltungen besitzen unter anderem eine Gabelschaltung, die den Zweidraht-/Vierdrahtübergang von der zweidrähtigen Teilnehmerleitung zu den vierdrähtigen Übertragungszweigen der Vermittlungsstelle realisiert.

Es wird dabei angestrebt, daß nur ein geringer Teil der auf dem Vierdrahtempfangszweig ankommenden Signale auf den Vierdrahtsendezweig übergekoppelt wird, da sonst am anderen Ende des Sendezweiges Echoeffekte auftreten, die um so störender sind, je größer die Signallaufzeit im Vierdrahtkreis ist.

Eine Gabelschaltung ist im Prinzip eine Brückenschaltung, die in konventioneller Ausführung in Form eines Differenzialübertragers ausgebildet ist, der einen Acht-Pol bildet, an dessen einem Polpaar beim vorausgesetzten Einsatz in einer Teilnehmeranschlußschaltung eine mit einem Fernsprechendgerät abgeschlossene Teilnehmerleitung angeschlossen ist, an dessen zweiten und dritten Polpaar der Vierdrahtempfangszweig und der Vierdrahtsendezweig des Vierdrahtweges durch die Vermittlungsstelle liegen und an dessen vierten Polpaar eine sogenannte Nachbildungsimpedanz angeschlossen ist.

Die Brückenschaltung ist abgeglichen, wenn die Nachbildungsimpedanz exakt der Impedanz der Zweidrahtleitung mit Abschluß durch ein Teilnehmerendgerät gleicht. In diesem Fall wird bei einer Signalübertragung auf der Zweidrahtleitung in Senderichtung die Signalenergie sich gleichmäßig auf den Vierdrahtsendezweig und den Vierdrahtempfangszweig der Gabelschaltung verteilen, wodurch eine sogenannte Gabeldurchgangsdämpfung entsteht, die Nachbildungsimpedanz hingegen bleibt stromlos. Die dabei auf den Empfangszweig gelangende Signalenergie hat keine störenden Auswirkungen, da sie an keiner Stelle an eine Empfangsschaltung gelangen kann.

Auf dem Vierdrahtempfangszweig ankommende Energie verteilt sich bei einer abgeglichenen Gabelschaltung gleichmäßig auf die Zweidrahtleitung und auf die Nachbildungsimpedanz, wodurch ebenfalls eine Dämpfung entsteht, die sogenannte Gabelübergangsdämpfung. Von der ankommenden Signalenergie fließt hingegen kein Anteil auf den Sendezweig der Vierdrahtleitung zurück.

In neueren Teilnehmeranschlußschaltungen sind an Stelle der geschilderten Übertragergabeln übertragerlose elektronische Gabein im Einsatz, deren Eigenschaften durch Koeffizientensätze bestimmt werden, die in elektronischen Speichern abgelegt sind.

Bei bisherigen Teilnehmeranschlußnetzen werden in den Teilnehmeranschlußschaltungen Gabeln mit einheitlichen Nachbildungsimpedanzen eingesetzt, wobei es sich bei diesen Nachbildungsimpedanzen um "Kompromiss-Nachbildungen" handelt, die so dimensioniert sind, daß sie die elektrischen Werte einer Teilnehmerleitung mit für das Anschlußnetz durchschnittlicher Leitungslänge repräsentieren. Dies hat zur Folge, daß bei den einzelnen Teilnehmerleitungen der Gabelabgleich auf der Vermittlungsseite mehr oder weniger gut ist, womit die Echodämpfung, die ein Maß für die Überkopplung von Vierdrahtempfangszweig auf Vierdrahtsendezweig darstellt, mehr oder weniger groß ist.

In Ländern mit kleinen bis mittleren geographischen Abmessungen und dementsprechend geringeren Leitungslängen konnten die Echoeffekte, die, wie erwähnt, von den Einwegsignallaufzeiten abhängen, hingenommen werden. Durch zusätzliche neue Methoden der Signalverarbeitung und Signalübertragung z. B. Sprachkompressionsverfahren und ATM-Technik und wegen größerer Entfernungen, die sich dadurch ergeben, daß zur Kostenoptimierung ein Routen zu anderen Netzbetreibern vorgenommen wird, können auch in solchen kleinen und mittleren Netzen Laufzeiten entstehen, bei denen die Echoeffekte sich störend auswirken. Es müssen daher im Zusammenhang mit Teilnehmeranschlußleitungen, bei denen die Kompromißnachbildung der Gabel von den tatsächlichen Impedanzverhältnissen der Zweidrahtleitung stärker abweicht, unter Umständen Echokompensatoren eingesetzt werden, um eine befriedigende Gesprächsqualität sicherzustellen. Solche Maßnahmen sind natürlich mit beträchtlichen Kosten verbunden.

Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein Teilnehmeranschlußnetz anzugeben, bei dem trotz der erwähnten in Betracht zu ziehenden Signallaufzeiten in einer Vielzahl von Fällen auf Echokompensatoren verzichtet werden kann.

Diese Aufgabe wird durch ein Teilnehmeranschlußnetz mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Bei dem erfindungsgemäßen Teilnehmeranschlußnetz kommen grundsätzlich in den teilnehmerindividuellen Teilnehmeranschlußschaltungen übertragerlose Gabelschaltungen zum Einsatz, deren Nachbildungsimpedanz durch entsprechende für die Gabel gespeicherte Koeffizientensätze bestimmt wird und bei denen die Koeffizientensätze individuell festgelegt werden können.

Durch die Erfindung ist es also möglich, jeweils im Einzelfall die Nachbildungsimpedanz den tatsächlichen Impedanzverhältnissen der Zweidrahtleitung anzupassen und damit die Echodämpfung zumindest soweit zu erhöhen, daß ein verbleibendes Restecho keine gesonderten Kompensationsmaßnahmen mehr erfordert.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.

Gemäß einer ersten Ausgestaltung weisen die Koeffizientensätze sämtlicher Gabelschaltungen einen einheitlichen Grundwert auf, durch dessen Änderung die genannte individuelle Festlegung erfolgt. Es können somit die Teilnehmeranschlußschaltungen betrieben werden, ohne daß sofort und in jedem Fall eine individuelle Anpassung der Nachbildungsimpedanz erforderlich ist.

Insbesondere dann, wenn gemäß noch einer anderen Ausgestaltung der Erfindung der Grundwert so gewählt ist, daß die durch ihn dargestellte Impedanz angenähert der Impedanz gleicht, die eine mit einem komplexen Widerstand aufweisenden Fernsprechendgerät abgeschlossene Teilnehmerleitung mit statistisch durchschnittlicher Leitungslänge aufweisen würde, liegen "Kompromißgabeln" vor, die in vielen Fällen den Ansprüchen an eine ausreichende Echodämpfung genügen.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist eine Schnittstelle der Fernsprechvermittlungsstelle vorgesehen, über die Änderungen der Koeffizientensätze der teilnehmerindividuellen Gabein von einem Bedienplatz aus vorgenommen werden können.

Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf eine Figur noch näher erläutert. In der Figur ist eine Fernsprechverbindung zwischen einem Fernsprechendgerät TE1 und einem Fernsprechendgerät TE2 dargestellt, die über drei Vermittlungsstellen LE1, LE2 und LE3 läuft.

Das Fernsprechendgerät TE1 ist über die zweidrähtige Teilnehmerleitung TL1 an die Vermittlungsstelle LE1 angeschlossen und das Fernsprechendgerät TE2 ist über die zweidrähtige Teilnehmeranschlußleitung TL2 an die Vermittlungsstelle LE3 angeschlossen. Der Teilnehmerleitungsanschluß in den Vermittlungsstellen erfolgt jeweils über eine Teilnehmeranschlußschaltung TSCH1 bzw. TSCH2. Die Teilnehmeranschlußschaltungen enthalten unter anderem Gabelschaltungen G1 und G2, die dem Zweidraht-/Vierdrahtübergang zwischen den zweidrähtigen Teilnehmerleitungen und den vierdrähtigen Übertragungswegen in der Vermittlungsstelle dienen, die in vierdrähtige Übertragungswege ÜBL zwischen den Vermittlungsstellen münden.

Auch in den Fernsprechendgeräten sind solche Gabelschaltungen vorhanden, die jedoch hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein sollen.

Zumindest bei der Gabelschaltung G1 handelt es sich um eine elektronische Gabelschaltung, deren Nachbildungsimpedanz durch entsprechende Koeffizientensätze bestimmt wird, die in einem zugehörigen Speicher z. B. einem EPROM gespeichert sind.

Bei einer Neuinstallation einer Teilnehmeranschlußschaltung, beispielsweise der dargestellten Teilnehmeranschlußschaltung TSCH1 werden über die zentrale Anlagen-Programm-Software (APS) der Vermittlungsstelle Koeffizientensätze geladen, die einen einheitlichen Grundwert haben, wobei dieser Grundwert sich zusammensetzt aus einem Teilwert, der der komplexen Impedanz eines modernen Fernsprechendgerätes entspricht, und einem Teilwert der der Impedanz eine statistisch mittlere Leitungslänge entspricht, womit bei der Gabelschaltung G1 eine Kompromißnachbildung vorliegt, die möglicherweise schon zu einer ausreichenden Echodämpfung der Gabel führt.

Bei der Teilnehmerschaltung TSCH1 ist ferner eine Schnittstelle SG angedeutet, über die beispielsweise über den Bedienplatzrechner der Vermittlungsstelle modifizierte Koeffizientensätze nachgeladen werden können, die die tatsächliche Leitungsimpedanz der Teilnehmerleitung TL1 und die tatsächliche Impedanz des angeschlossenen Fernsprechendgerätes TE1 berücksichtigen, womit eine optimale Anpassung der Gabelschaltung G1 möglich ist.

Bei der Teilnehmerschaltung TSCH2 wurde bei der dargestellten Konstellation angenommen, daß hier eine konventionelle Übertragergabelschaltung vorliegt oder zwar eine elektronische Gabelschaltung, bei der jedoch eine individuelle Beeinflussung der Koeffizientensätze nicht möglich ist. Es ist ferner angenommen, daß bei einer solchen Kompromißgabel die Fehlanpassung so gravierend ist, daß störende Echoeffekte auftreten, weswegen ein Echokompensator EK vorgesehen sein muß.

Solche Echokompensatoren sind beim erfindungsgemäßen Teilnehmeranschluß wie der Teilnehmeranschlußschaltung TSCH1 entbehrlich, sofern nicht die Einweglaufzeiten wesentlich über die bisher als Toleranzgrenze angesehenen Laufzeiten von 25 ms liegen.


Anspruch[de]
  1. 1. Teilnehmeranschluß für eine digitale Fernsprechvermittlungsstelle (z. B. TE1) mit einer Vielzahl von teilnehmerleitungsindividuellen Teilnehmeranschlußschaltungen (TSCH1), die jeweils eine übertragerlose Gabelschaltung (G1) für den Zweidraht-/Vierdrahtübergang von der zweidrähtigen Teilnehmerleitung (TL1) zu den vierdrähtigen Übertragungswegen durch die Vermittlungsstelle (LE1) aufweisen, deren Nachbildungsimpedanz und damit deren Gabelübergangsdämpfung durch entsprechende für die Gabel gespeicherte Koeffizientensätze bestimmt wird und bei denen die Koeffizientensätze individuell festgelegt werden können.
  2. 2. Teilnehmeranschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Koeffizientensätze sämtlicher Gabelschaltungen einen einheitlichen Grundwert haben, durch dessen Änderung die genannte individuelle Festlegung erfolgt.
  3. 3. Teilnehmeranschluß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundwert so festgelegt ist, daß die durch ihn dargestellte Impedanz angenähert der Impedanz gleicht, die eine mit einem einen komplexen Widerstand aufweisenden Fernsprechendgerät abgeschlossene Teilnehmerleitung mit statistisch durchschnittlicher Leitungslänge aufweisen würde.
  4. 4. Teilnehmeranschluß nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine Schnittstelle (SG), über die Änderungen der Koeffizientensätze der teilnehmerindividuellen Gabel (G1) von einem Bedienplatz aus vorgenommen werden können.






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