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Dokumentenidentifikation DE19809632A1 09.09.1999
Titel Behälter für rieselfähiges Material
Anmelder Werner Koch Maschinentechnik GmbH, 75228 Ispringen, DE
Erfinder Koch, Werner, 75228 Ispringen, DE
Vertreter porta patentanwälte Dipl.-Phys. Ulrich Twelmeier Dr.techn. Waldemar Leitner, 75172 Pforzheim
DE-Anmeldedatum 06.03.1998
DE-Aktenzeichen 19809632
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B29C 31/02
IPC-Nebenklasse B29C 31/06   B65G 53/46   
Zusammenfassung Beschrieben wird ein Behälter (1) für pulverförmige bis körnige Kunststoffe (G) mit einem Boden (3) und mit einem Auslaß (2) darin, der von einem Strömungsleitkörper (4) überdeckt ist und an den sich ein Dosierorgan (8) anschließt. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß der Strömungsleitkörper (4) eine Schrägfläche (5) hat, von der die Kunststoffe (G) abrutschen, und der mit Abstand vom Boden (3) angeordnet ist, so daß die Kunststoffe (G) unter den Strömungsleitkörper (4) strömen können.

Beschreibung[de]

Die Erfindung geht von einem Behälter mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 aus.

Eine solche Vorrichtung ist aus der DE 28 57 740 bekannt. Ein Behälter für pulverförmige Stoffe weist einen sich nach unten verengenden Boden mit einem Auslaß auf. Unterhalb des Auslasses schließt sich ein Zellenrad an welches das Pulver in einen Mischbehälter dosiert. Um eine Komprimierung des Pulvers im Bereich des Auslasses zu verhindern ist oberhalb des Auslasses ein waagerechtes Abschirmblech angeordnet. Oberhalb des Abschirmblechs ist ein Rührarm angeordnet, der zum einen dafür sorgt daß das Pulver aufgelockert wird und zum anderen das Pulver von der Oberfläche des Abschirmbleches unter die Abschirmung nachschiebt. Unterhalb des Abschirmbleches ist ein zweiter Rührarm vorhanden, der ebenfalls zur Auflockerung des Pulvers dient und gleichzeitig dafür sorgt daß die Zellen des Zellenrades gleichmäßig gefüllt werden. Eine solche Vorrichtung ist jedoch teuer in der Herstellung, da es nötig, ist ein Rührwerk mit zwei Rührarmen in den Behälter einzubauen. Außerdem ist die Wartung und Reinigung einer solchen Vorrichtung kompliziert und zeitaufwendig, da der Bereich unterhalb der Abschirmblechs nur schwer zugänglich ist.

Außerdem ist aus der DE 25 10 963 eine Vorrichtung bekannt, bei der der Boden eines Fallschachts für Kunststoffgranulat durch einen, eine schiefe Ebene bildenden Schieber ausgebildet ist. Die schiefe Ebene läßt das Kunststoffgranulat zu einem Zellenrad, das sich seitlich neben dem Fallschacht befindet, abgleiten. Problematisch hierbei ist jedoch, daß sich die Dichte des Kunststoffgranulats im Bereich des Übergangs vom Fallschacht zum Zellenrad mit zunehmender Füllhöhe des Fallschachts vergrößert. Dadurch schwankt die Menge an Kunststoffgranulat, die durch das Zellenrad dosiert wird, dies ist jedoch nicht erwünscht, da bei manchen Anwendungen schon ein kleiner Unterschied in der Dosis des Kunststoffgranulats zu großen Qualitätsunterschieden führt. So ist es z. B. notwendig, für manche Anwendungen eine konstante Zugabe von kleinsten Mengen Farbgranulats im Bereich von 0,01-3% zu gewährleisten. Um eine Verdichtung in diesem Übergangsbereich zu reduzieren, ist bei der bekannten Vorrichtung unter dem Schieber ein Vibrator angeordnet, wodurch das sich darüber befindliche Kunststoffgranulat aufgelockert wird. Eine weitere Möglichkeit zur Auflockerung des Kunststoffgranulats ist durch ein unrundes, rotierbares Teil gezeigt, das oberhalb des Schiebers in dem Fallschacht angeordnet ist. Nachteilig an dieser Vorrichtung ist, daß sie aufwendig zu realisieren sind und die Effektivität der Auflockerung nicht ausreichend ist.

Aufgabe der Erfindung ist es demnach, eine Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, durch die in einfacher und preiswerter Art und Weise eine Verdichtung des zu dosierenden Materials im Bereich seines Auslasses verhindert wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Behälter mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Schrägfläche des Strömungsleitkörpers rutschen die pulverförmigen bis körnigen Kunststoffe von diesem ab und bewegen sich aufgrund der Schwerkraft nach unten in Richtung des Bodens des Behälters. Nachdem der Strömungsleitkörper erfindungsgemäß beabstandet zum Boden angeordnet ist, können die Kunststoffe unter ihn strömen und somit in den von ihm überdeckten Auslaß eintreten. Eine genaue Dosierung durch das an den Auslaß anschließende Dosierorgan ist dadurch gewährleistet, daß es im Bereich des vom Strömungsleitkörper überdeckten Auslasses zu keiner Verdichtung der Kunststoffe kommt. Bei einem erfindungsgemäßen Behälter ist es demnach nicht nötig, zusätzliche Mittel wie Rührarme, Vibratoren oder unrunde rotierbare Teile einzusetzen, damit eine präzise gleichbleibende Dosierung der Kunststoffe gewährleistet ist.

Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Schrägfläche konisch ist. Eine solche Ausgestaltung ist besonders einfach und preiswert herzustellen, so kann z. B. ein Kreissektor aus einem V2A-Stahlblech ausgestanzt werden und der Kreissektor dann entlang seiner beiden Radien durch bekannte Verbindungsmethoden zu einem Konus verbunden werden.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Strömungsleitkörper lose in den Behälter eingesetzt ist. Dadurch ist es in besonders vorteilhafter Art und Weise möglich, den Strömungsleitkörper aus dem Behälter zu entfernen, und es ist somit eine besonders einfache Reinigung sowohl des Strömungskörpers als auch des Behälters möglich. Außerdem ist dadurch die Möglichkeit gegeben, direkt an den Auslaß gelangen zu können. Vorzugsweise ist der Strömungsleitkörper durch eine Öffnung oben am Behälter in diesen einsetzbar. Dies hat den Vorteil, daß die Person, die den Strömungsleitkörper aus dem Behälter herausnimmt einer sehr geringen Unfallgefahr ausgesetzt ist, da sie mit keinen eventuell vorhandenen scharfen Kanten im Bereich des Auslasses des Behälters in Berührung kommt.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Strömungsleitkörper mit drei Beinen auf dem Boden des Behälters steht. Durch drei Beine wird gewährleistet, daß der Strömungsleitkörper sicher mit dem Boden des Behälter verbunden ist, ohne Umkippen zu können.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß im Boden Sacklöcher für die Beine vorhanden sind, welche zu diesem Zweck senkrecht stehen. Dadurch wird gewährleistet, daß der Strömungsleitkörper noch sicherer mit dem Behälter verbunden ist und somit ein Verkippen oder Verschieben des Strömungsleitkörpers innerhalb des Behälters praktisch unmöglich wird.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Boden zum Auslaß hin geneigt ist. Dadurch ist in vorteilhafter Weise gewährleistet, daß sich keine toten Ecken bilden können, aus denen die Kunststoffe aufgrund der Schwerkraft nicht in Richtung Auslaß strömen können. Es wird dadurch gewährleistet, daß beim Wechsel des Kunststoffes kein alter Kunststoff in dem Behälter zurückbleibt.

Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der Boden annähernd trichterförmig ist. Dadurch wird in vorteilhafter Art und Weise gewährleistet, daß die Kunststoffe von allen Seiten des Behälters auf den Auslaß aufgrund der Schwerkraft zu rutschen. Somit kann sich im Behälter kein toter Winkel bilden, in dem sich Kunststoffe absetzen, ohne daß sie zum Auslaß hin weiterrutschen würden.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind den nachfolgenden Figuren zu entnehmen. Es zeigen:

Fig. 1 einen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines Behälters auf einer Einspritzvorrichtung und

Fig. 2 einen Querschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines Behälters auf einer Einspritzvorrichtung.

Das in Fig. 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Behälters 1 weist einen im wesentlichen trichterförmigen Boden 3 auf, der an seiner tiefsten Stelle einen Auslaß 2 hat. In dem Behälter 1 befindet sich ein Strömungsleitkörper 4, der eine kegelförmige Schrägfläche 5 aufweist und drei senkrecht nach unten weisende Beine 6 hat. Diese Beine 6 sind in drei Sacklöcher 7 in den Boden 3 des Behälters 1 eingesetzt. Dadurch wird der Strömungsleitkörper 4 fest in einer Position gehalten, in welcher er den Auslaß 2 des Behälters 1 überdeckt.

Der Behälter 1 ist mit einem körnigen Kunststoff G, im gezeigten Fall mit einem Kunststoffgranulat, gefüllt. Zum Befüllen des Behälters 1 und zur Herausnahme des Strömungsleitkörpers 4 aus demselben, weist der Behälter 1 an seiner Oberseite eine Öffnung 13 auf. Das Kunststoffgranulat G gleitet aufgrund der Schwerkraft entlang der Schrägfläche 5 des Strömungsleitkörpers 4 um diesen herum und wird somit von einem direkten Weg zum Auslaß 2 abgelenkt. Das Kunststoffgranulat G fällt vielmehr auf den sich zum Auslaß 2 hin neigenden Boden 3 und rutscht durch den Abstand zwischen der Schrägfläche 5 des Strömungsleitkörpers 4 und dem Boden 3 auf diesem zum Auslaß 2. Eine Verdichtung des Kunststoffgranulats G im Bereich des Auslasses 2 ist nicht möglich, da der Druck des sich oberhalb der Schrägfläche 5 des Strömungsleitkörpers 4 befindlichen Kunststoffgranulats G durch die Schrägfläche 5 von dem Kunststoffgranulat G im Bereich des Auslasses 2 abgehalten wird. Dadurch ist gewährleistet, daß die Dichte des Kunststoffgranulats G im Bereich des Auslasses 2 immer konstant bleibt, unabhängig von der Füllhöhe des Behälters 1 mit Kunststoffgranulat G. Dies bedeutet, daß eine genaue Dosierung des Kunststoffgranulats G durch ein sich direkt an den Auslaß 2 anschließendes Dosierorgan 8, hier in Form einer Dosierrolle, möglich ist.

Der Behälter 1 ist mittels einer Befestigungsvorrichtung 9 mit einem Teil eines Adapterflansches 10 verbunden. Über einen anderen Teil des Adapterflansches 10 gelangt eine weitere Kunststoffgranulat-Komponente K aus einem Zwischentrichter 12 in den Einzug einer Spritzgießvorrichtung 11, wo sich die beiden Kunststoffgranulat-Komponenten G und K mischen. Die in Fig. 1 gezeigte Schneckenspritzgießvorrichtung ist nur exemplarisch für weitere, Kunststoffgranulat verarbeitende Spritzgießmaschinen dargestellt. Durch eine solche Anordnung ist gewährleistet, daß das Verhältnis zwischen den beiden Kunststoffgranulat-Komponenten G und K gleich bleibt, was zu einer gleichbleibenden Qualität des fertigen Produktes führt.

Das zweite Ausführungsbeispiel der Fig. 2 stimmt weitgehend mit dem ersten Ausführungsbeispiel überein, so daß hier nur auf die Unterschiede eingegangen wird. Zum Zwecke der Übersichtlichkeit sind die Beine 6 des Strömungsleitkörpers 4 nicht dargestellt. Der Auslaß 2 des Behälters 1 mündet hier in den Einzug eines Dosierorgans 8, in Form eines Schneckenfördergerätes. Der dadurch geförderten Menge an Kunststoffgranulat G wird auch hier eine zweite Kunststoffgranulat-Komponente K im Einzug einer Spritzgießvorrichtung 11 zugegeben. Auch hierbei ergibt sich ein Endprodukt von gleichbleibender Qualität, da eine konstante Zudosierung des Kunststoffgranulats G zur weiteren Kunststoffgranulat-Komponente K aufgrund der konstanten Dichte des Kunststoffgranulats G am Auslaß 2 des Behälters 1 stattfindet.


Anspruch[de]
  1. 1. Behälter (1) für pulverförmige bis körnige Kunststoffe (G) mit einem Boden (3) und mit einem Auslaß (2) darin, der von einem Strömungsleitkörper (4) überdeckt ist und an den sich ein Dosierorgan (8) anschließt, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungsleitkörper (4) eine Schrägfläche (5) hat, von der die Kunststoffe (G) abrutschen, und der mit Abstand vom Boden (3) angeordnet ist, so daß die Kunststoffe (G) unter den Strömungsleitkörper (4) strömen können.
  2. 2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schrägfläche (5) konisch ist.
  3. 3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungsleitkörper (4) lose in den Behälter (1) eingesetzt ist.
  4. 4. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (1) oben eine Öffnung (13) hat, durch die der Strömungsleitkörper (4) von oben in den Behälter (1) einsetzbar ist.
  5. 5. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Strömungsleitkörper (4) mit drei Beinen (6) auf dem Boden (3) des Behälters (1) steht.
  6. 6. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Boden (3) Sacklöcher (7) für die Beine (6) vorhanden sind, welche zu diesem Zweck senkrecht stehen.
  7. 7. Behälter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3) zum Auslaß (2) hin geneigt ist.
  8. 8. Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3) annähernd trichterförmig ist.






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