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Dokumentenidentifikation DE19809636A1 09.09.1999
Titel Auflöseeinrichtung für ein Offenend-Spinnaggregat
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Erfinder Schmid, Friedbert, 73337 Bad Überkingen, DE
Vertreter Patentanwälte Wilhelm & Dauster, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 06.03.1998
DE-Aktenzeichen 19809636
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse D01H 4/32
IPC-Nebenklasse D01H 4/36   
Zusammenfassung Eine Auflöseeinrichtung für ein Offenend-Spinnaggregat enthält ein eine Auflösewalze aufnehmendes Gehäuse, welches eine lotrecht zur Achse der Auflösewalze angeordnete Grundplatte aufweist. Die Grundplatte ist mit einem flachen Zuschnitt aus Blech abgedeckt, der mit einer Antihaft-Beschichtung versehen ist. Die Antihaft-Beschichtung ist vorzugsweise eine mit PTFE durchsetzte Keramikschicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Auflöseeinrichtung für ein Offenend-Spinnaggregat mit einem eine Auflösewalze aufnehmenden Gehäuse, welches eine lotrecht zur Achse der Auflösewalze angeordnete Grundplatte enthält, die mit einem eine Antihaft- Beschichtung enthaltenden Blecheinsatz versehen ist.

Die im Offenend-Spinnaggregat zu verspinnenden Fasern können trotz der Reinigung der Baumwolle bei der Herstellung des Faserbandes Verunreinigungen in Form von Honigtau aufweisen. Honigtau sind klebrige Ausscheidungen von Insekten, welche die Baumwolle befallen, sowie Nektarausscheidungen der Pflanzen. Honigtau verklebt die Fasern und erschwert dadurch ihre Vereinzelung in der Auflöseeinrichtung. Die klebrigen Ablagerungen setzen sich in der Auflöseeinrichtung dort ab, wo entweder das Fasermaterial an Führungsflächen entlanggleitet oder wo in einer Schmutzabscheideöffnung Verunreinigungen aus der Auflöseeinrichtung abgeschieden werden.

Zum Vermeiden der Honigtauablagerungen ist es durch die DE 42 34 587 A1 bekannt, sowohl die mit den Fasern in Berührung kommenden Umfangsflächen der Auflösewalze als auch die Begrenzungswandungen einer Schmutzabscheideöffnung direkt mit einer Antihaft-Beschichtung zu versehen. Diese Beschichtung kann auch auf einer lotrecht zur Achse der Auflösewalze angeordneten Grundplatte im Bereich der Schmutzabscheideöffnung vorgesehen sein. Dabei ist in der Druckschrift zusätzlich offenbart, daß die Schmutzausscheideöffnung als ein schachtartiges Einsatzteil aus Blech ausgebildet sein kann, welches die Antihaft-Beschichtung enthält.

Direkt auf die Grundplatte aufgetragene Antihaft-Beschichtungen sind dann nicht möglich, wenn die Beschichtung durch eine Wärmebehandlung ausgehärtet werden muß, das Gehäuse jedoch nicht ausreichend wärmefest ist, beispielsweise wenn es aus einem Zinkguß besteht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei der Antihaft- Beschichtung von Gehäusen von Auflöseeinrichtungen keine Rücksicht auf das Material des Gehäuses nehmen zu müssen und auch hinsichtlich der zu beschichtenden Flächen der Grundplatte nicht auf den Bereich einer Schmutzabscheideöffnung begrenzt zu sein.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der Blecheinsatz ein flacher Zuschnitt ist, der die Grundplatte abdeckt.

Mit der Erfindung ist es möglich, unter Beibehaltung der bisherigen Konstruktion die Grundplatte des Gehäuses der Auflöseeinrichtung mit einer Antihaft-Beschichtung zu versehen. Für den nur wenige Zehntelmillimeter starken Zuschnitt braucht lediglich eine geringe Toleranzveränderung des Gehäuses vorgenommen zu werden. Den Zuschnitt selbst kann man aus einem Material herstellen, der den Anforderungen der Antihaft-Beschichtung genügt. Man ist daher vom Material der Grundplatte völlig unabhängig. Außerdem ist es jetzt möglich, die gesamte Grundplatte und nicht nur den Bereich einer Schmutzabscheideöffnung gegen Honigtau- Ablagerungen unempfindlich zu machen.

In Ausgestaltung der Erfindung kann man den Zuschnitt durch die Auflösewalze umgebende Umfangswandungen an die Grundplatte klemmen. Es ist dann nicht erforderlich, den Zuschnitt an die Grundplatte zu kleben oder anderweitig daran zu befestigen. Da die Umfangswandungen ohnehin an der Grundplatte befestigt werden müssen, kann man den Zuschnitt gewissermaßen als dünne Unterlegscheibe zwischen der Grundplatte und den Umfangswandungen vorsehen.

Wenn die Antihaft-Beschichtung auf den Zuschnitt im Zusammenhang mit einer Wärmebehandlung aufgebracht wird, dann bildet sich der dünne Zuschnitt auf der Beschichtungsseite etwas konvex aus, d. h. der Zuschnitt wölbt sich ein wenig. Dies kann man sich dahingehend zunutze machen, daß der Zuschnitt in ungeklemmtem Zustand derart leicht gewölbt ist, daß er nur mit seinen Randbereichen an der Grundplatte anliegt. Nach dem Festklemmen des Zuschnittes an der Grundplatte mittels der Umfangswandungen liegt dann der Zuschnitt plan an der Grundplatte an.

Zweckmäßig ist der Zuschnitt von vornherein mit Aussparungen für die Auflösewalze und für eine der Auflösewalze vorgeordnete Zuführwalze versehen. Die Auflösewalze und die Zuführwalze durchdringen dann den Zuschnitt, der somit sämtliche Flächen an der Grundplatte der Auflöseeinrichtung abdeckt, wobei die Antihaft-Beschichtung des Zuschnittes die Ablagerungen von Honigtau wirksam verhindert.

Wie bereits erwähnt, kann man den Zuschnitt wärmefester als die Grundplatte gestalten. Beispielsweise kann die Grundplatte aus Zinkguß hergestellt sein, wohingegen der Zuschnitt aus beschichtetem Aluminium oder Stahl bestehen kann.

Als Antihaft-Beschichtung des Zuschnittes hat sich eine Keramikschicht bewährt, die mit Polytetrafluorethylen (PTFE) durchsetzt ist. Die Keramikschicht wird auf den Zuschnitt einseitig durch einen heißen Plasmastrahl aufgebracht, wobei sich der Zuschnitt leicht konvex verformt. Anschließend wird die Keramikschicht mit PTFE besprüht, wobei dieser Kunststoff bis zur Grundplatte hin in die Keramikporen des Zuschnittes eindringt. Danach erfolgt zum Aushärten eine Wärmebehandlung bei ca. 350°C. Die Beschichtung aus einem Gemisch von Keramik und PTFE bietet wegen ihrer Kratzfestigkeit nicht nur einen guten Verschleißschutz, sondern hat einen derart geringen Reibwert, daß sie als Antihaft-Beschichtung gegen Schmutz und insbesondere gegen Honigtau geeignet ist.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht auf eine erfindungsgemäße Auflöseeinrichtung,

Fig. 2 ein Schnitt durch die Auflöseeinrichtung längs der Schnittlinie II-II der Fig. 1,

Fig. 3 den erfindungsgemäßen Zuschnitt,

Fig. 4 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles IV auf den Zuschnitt der Fig. 3.

Die Auflöseeinrichtung 1 nach Fig. 1 und 2 ist Bestandteil eines nicht näher dargestellten Offenend-Spinnaggregates, in welchem ein zugeführtes Faserband zu Einzelfasern aufgelöst wird, die anschließend zu einem Faden versponnen werden. Dieses Offenend-Spinnverfahren ist dem Fachmann bekannt.

Die Auflöseeinrichtung 1 enthält eine Auflösewalze 2, die von einem Gehäuse 3 aufgenommen ist. Das Gehäuse 3 enthält eine Grundplatte 4 sowie die Auflösewalze 2 umgebende Umfangswandungen 5. Diese Umfangswandungen 5 enthalten eine Öffnung zum Zuführen des nicht dargestellten Faserbandes, ferner eine einem Schmutzabscheidebereich 20 zugeordnete Schmutzabscheideöffnung sowie eine Öffnung für einen Faserzuführkanal 21, durch den die in der Auflöseeinrichtung 1 vereinzelten Fasern einem nicht dargestellten Spinnrotor zugeführt werden.

Die Grundplatte 4 ist nur auf ihrer der Auflösewalze 2 zugewandten Seite plattenförmig ausgebildet und enthält an ihrer Rückseite hülsenartige Fortsätze 6 und 15. Der hülsenartige Fortsatz 6 dient der Aufnahme eines Lagergehäuses 7 der Auflösewalze 2, der Fortsatz 15 der Aufnahme einer der Auflösewalze 2 vorgeordneten Zuführwalze 16. Es kann vorgesehen sein, das Gehäuse 3 insgesamt um eine durch die Zuführwalze 16 gebildete Schwenkachse verschwenkbar zu gestalten.

Im Lagergehäuse 7 ist eine Achse 8 der Auflösewalze 2 in nicht dargestellter Weise gelagert. Diese Achse 8 verläuft lotrecht zur Grundplatte 4.

Die Auflösewalze 2 ist in bekannter Weise mit einer Garnitur 9 versehen, die aus Sägezähnen oder Nadeln oder dergleichen bestehen kann. In axialer Richtung ist die Auflösewalze 2 an beiden Enden jeweils mit einem Ringbund 10 und 11 begrenzt. Diese Ringbunde 10 und 11 dienen zum einen dem Schutz der Garnitur 9 nach einer Demontage der Auflösewalze 2 sowie zum anderen der Abdichtung der Auflösewalze 2 insgesamt gegen die äußere Atmosphäre. An der Garnitur 9 der Auflösewalze 2 herrscht nämlich bei Betrieb ein Unterdruck.

Die Grundplatte 4 weist eine an den Ringbund 10 angepaßte Ausnehmung 12 auf, die hier als Labyrinthdichtung der Auflösewalze 2 gegenüber dem Gehäuse 3 dient. An den Umfangswandungen 5 ist in vergleichbarer Weise eine an den Ringbund 11 angepaßte Ausnehmung 13 vorgesehen, so daß zur Bedienungsseite hin ebenfalls eine Labyringthdichtung entsteht. Der Ringbund 11 ist zusätzlich mit Flugabweiskerben 14 versehen, die Fasermaterial, welches sich von der Garnitur 9 zum Ringbund 11 hin bewegt, zurückschleudern sollen.

Die Zuführwalze 16 und die nachgeordnete Auflösewalze 2 laufen gleichsinnig entsprechend den Drehrichtungen A und B um, wobei die Drehzahl der Auflösewalze 2 ein Vielfaches der Drehzahl der Zuführwalze 16 beträgt.

Der Zuführwalze 16 ist ein Zuführtisch 17 zugeordnet, der um eine Schwenkachse 18 verschwenkbar ist und dabei in nicht dargestellter Weise das zugeführte Faserband an die Zuführwalze 16 andrückt. Für diesen Andruck eine nicht dargestellte Belastungsfeder vorgesehen. Die Schwenkachse 18 ist ebenfalls im Gehäuse 3 angeordnet. Dem Zuführtisch 17 ist ein als Verdichter ausgebildeter Faserbandführer 19 vorgeordnet, über den das Faserband der Zuführwalze 16 zugeführt wird.

Wie bereits erläutert, kann das Faserband, wenn es ganz oder teilweise aus Baumwolle besteht, mit Honigtau verunreinigt sein. Der Honigtau ist ausgesprochen klebrig und lagert sich überall dort ab, wo das Fasermaterial an Wandungen des Gehäuses 3 gleitet. Dies sind die Bereiche der Zuführwalze 16 und des Zuführtisches 17, vor allem auch der Schmutzabscheidebereich 20 sowie die Umfangswandungen 5. Durch den Stand der Technik ist es bereits bekannt, diese Bereiche gegen Honigtau mit einer Antihaft-Beschichtung zu versehen.

Hinsichtlich der Grundplatte 4 ist es allerdings bisher nur bekannt, den eigentlichen Schmutzabscheidebereich 20 gegen Honigtau zu beschichten, was durch eine direkte Beschichtung der Grundplatte 4 an dieser Stelle oder durch einen Blecheinsatz geschehen kann.

Die Erfindung sieht nun vor, die gesamte Grundplatte 4 mit einer Antihaft-Beschichtung insbesondere gegen Honigtau zu versehen, wobei auch hier ein Blecheinsatz verwendet werden soll, der jedoch die gesamte Grundplatte 4 abdeckt. Hierfür ist ein dünner Zuschnitt 22 vorgesehen, der insbesondere im Detail in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Dieser Zuschnitt 22 wird bei der Montage des Gehäuses 3 zwischen der Grundplatte 4 und den Umfangswandungen 5 eingeklemmt, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist.

Da die Stärke des Zuschnittes 22 nur wenige Zehntelmillimeter beträgt, läßt sich ein solcher Zuschnitt 22 auch nachträglich an einem Gehäuse 3 anbringen, ohne daß die Funktion gestört wird. Die vorgesehene Antihaft-Beschichtung 23 befindet sich auf derjenigen Seite des Zuschnittes 22, die der Auflösewalze 2 zugewandt ist. Da das Aufbringen der Antihaft-Beschichtung 23 in der Regel mit einer Wärmebehandlung verbunden ist, ist es günstig, für den Zuschnitt 22 ein entsprechendes Material zu verwenden, welches beispielsweise aus Aluminium oder Stahl besteht. Die Grundplatte 4 selbst kann dabei weniger wärmefest sein und aus einem Zinkguß bestehen.

Beim Aufbringen der Antihaft-Beschichtung 23 wölbt sich der Zuschnitt 22 in bereits beschriebener Weise. Dies ist aus Fig. 4 deutlich erkennbar. Dies kann man sich zunutze machen, indem bei der Montage in noch ungeklemmtem Zustand zunächst nur die Randbereiche 24 und 25 rundum an der Grundplatte 4 anliegen. Beim Montieren der Umfangswandungen 5 wird dann der Zuschnitt 22 geklemmt und dabei plan gedrückt. Dadurch liegen nach der Montage die Randbereiche 24 und 25 rundum satt an der Grundplatte 4 an.

Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist der Zuschnitt 22 mit einer kreisförmigen Aussparung 26 für den Ringbund 10 der Auflösewalze 2, ferner mit einer kreisförmigen Aussparung 27 für die Zuführwalze 16 sowie mit einer Aussparung 28 für die Schwenkachse 18 des Zuführtisches 17 versehen. Eine weitere Aussparung 29 ist für einen nicht dargestellten Verriegelungshebel für eine ebenfalls nicht dargestellte Abdeckung der Auflösewalze 2vorgesehen.

Die übrigen, nicht näher mit Bezugszeichen versehenen Aussparungen dienen der Montage der Umfangswandungen 5 an der Grundplatte 4.


Anspruch[de]
  1. 1. Auflöseeinrichtung für ein Offenend-Spinnaggregat mit einem eine Auflösewalze aufnehmenden Gehäuse, welches eine lotrecht zur Achse der Auflösewalze angeordnete Grundplatte enthält, die mit einem eine Antihaft-Beschichtung enthaltenden Blecheinsatz versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Blecheinsatz ein flacher Zuschnitt (22) ist, der die Grundplatte (4) abdeckt.
  2. 2. Auflöseeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuschnitt (22) durch die Auflösewalze (2) umgebende Umfangswandungen (5) an die Grundplatte (4) geklemmt ist.
  3. 3. Auflöseeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuschnitt (22) in ungeklemmtem Zustand derart leicht gewölbt ist, daß er nur mit seinen Randbereichen (24, 25) an der Grundplatte (4) anliegt.
  4. 4. Auflöseeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuschnitt (22) mit Aussparungen (26, 27) für die Auflösewalze (2) und für eine der Auflösewalze (2) vorgeordnete Zuführwalze (16) versehen ist.
  5. 5. Auflöseeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zuschnitt (22) wärmefester als die Grundplatte (4) ist.
  6. 6. Auflöseeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Antihaft-Beschichtung (23) des Zuschnittes (22) eine mit PTFE durchsetzte Keramikschicht vorgesehen ist.






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