PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19809651A1 09.09.1999
Titel Schokoladenanlage
Anmelder Gebr. Bindler Maschinenfabrik GmbH & Co KG, 51702 Bergneustadt, DE
Erfinder Bindler, Uwe, 51702 Bergneustadt, DE
Vertreter Cohausz & Florack, 40472 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 06.03.1998
DE-Aktenzeichen 19809651
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse A23G 1/20
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln, insbesondere Schokoladenanlage, mit mindestens zwei Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), wobei in den Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) die Nahrungsmittel vorzugsweise in Produktträgern bearbeitbar und/oder transportierbar sind. Eine derartige bekannte Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln ist erfindungsgemäß dadurch deutlich flexibler, daß die Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) zumindest teilweise mechanisch voneinander unabhängig sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln, insbesondere eine Schokoladenanlage, mit mindestens zwei Abschnitten, wobei in den Abschnitten die Nahrungsmittel vorzugsweise in Produktträgern bearbeitbar und/oder transportierbar sind.

Die aus dem Stand der Technik bekannten Schokoladenanlagen sind stets als Gesamtanlagen aufgebaut, die verschiedene Abschnitte, z. B. Formenwechselabschnitte, Anwärmabschnitte, Kühlabschnitte und Ausformungsabschnitte aufweisen. Die bekannten Anlagen werden auf spezielle Verwendungszwecke, z. B. zur Herstellung von Adventskalendern, zur Herstellung von Schokoladentafeln oder dergleichen zugeschnitten. Die Umrüstung der bekannten Anlage von einer Anlage zur - Herstellung von Adventskalendern auf eine Anlage zur Herstellung von Schokoladentafeln ist in der Regel aufwendig, teilweise sogar unmöglich. Aufgrund ihrer speziellen Auslegung ermöglichen die bekannten Schokoladenanlagen auf der anderen Seite hohe Durchsätze bei der Herstellung der Produkte, auf die die jeweilige Schokoladenanlage zugeschnitten ist.

Problematisch ist also bei den bekannten Schokoladenanlagen, daß sich der Kauf einer solchen Schokoladenanlage nur dann rechnet, wenn die hergestellten Produkte in großen Chargen ausgeliefert werden können. Dies ist insbesondere problematisch, wenn die Markteinführung neuer Produkte ansteht, da in diesem Fall bei den Schokoladenanlagen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, regelmäßig zur Herstellung des neuen Produktes eine neue Schokoladenanlage angeschafft werden muß, da sich bestehende Schokoladenanlagen nicht wirtschaftlich umrüsten lassen, ohne daß der Markterfolg des neuen Produktes vorhersehbar ist. Die Einführung neuer Produkte ist somit mit einem relativ hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden. Darüber hinaus existiert heutzutage ein guter Markt für individuelle, in kleinen Chargen hergestellte Produkte und für saisonabhängig gehandelte Produkte. In beiden Fällen rentiert sich eine speziell für das jeweilige Produkt angeschaffte Schokoladenanlage erst nach einem relativ langen Nutzungszeitraum.

Ausgehend von den zuvor beschriebenen Problemen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln, insbesondere eine Schokoladenanlage, zur Verfügung zu stellen, die eine flexible Herstellung in der Regel kleiner Chargen verschiedener Produkte gewährleistet.

Erfindungsgemäß ist die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe dadurch gelöst, daß die Abschnitte zumindest teilweise mechanisch voneinander unabhängig sind. Die erfindungsgemäß verwirklichte mechanische Unabhängigkeit der Abschnitte voneinander ermöglicht eine individuelle Zusammenstellung einer Anlage vor Ort bei dem Hersteller der Nahrungsmittel, angepaßt an das herzustellende Produkt.

Die individuelle Zusammenstellbarkeit einer Schokoladenanlage nach der Erfindung wird dadurch weiter erleichtert, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte gegeneinander verschiebbar, insbesondere verfahrbar, sind. Entsprechende an den Abschnitten vorgesehene Einrichtungen ermöglichen also die Umkonfigurierung einer bestehenden Schokoladenanlage in kürzester Zeit.

Dadurch, daß gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte unabhängig voneinander in Betrieb nehmbar sind, ergibt sich weiter die Möglichkeit, eine Anlage räumlich unverändert zu lassen, und lediglich einzelne Abschnitte in Betrieb zu nehmen oder außer Betrieb zu setzen, und so die Funktionalität der Anlage insgesamt anzupassen.

Eine optimale Steuerung des Herstellungsprozesses wird bei einer erfindungsgemäß ausgestalteten Schokoladenanlage dadurch gewährleistet, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte miteinander durch elektrische Zustands- und Geschwindigkeitssteuerungen zum seriellen oder parallelen Informationsaustausch verbunden sind.

Eine weitere Flexibilisierung einer erfindungsgemäß ausgestalteten Anlage wird dadurch erreicht, daß zur Übergabe der vorzugsweise in Produktträgern angeordneten Nahrungsmittel zwischen den mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten Transfereinrichtungen, z. B. Roboter oder pneumatische Umsetzvorrichtungen, vorgesehen sind. Zum einen können diese Transfereinrichtungen lediglich zur Übergabe der Nahrungsmittel zwischen benachbarten mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten dienen, zum anderen können jedoch auch mit den Transfereinrichtungen ganze Abschnitte, je nach Anforderung, überbrückt werden. Bei einer zuletzt beschriebenen Überbrückung einzelner Abschnitte entfällt die Notwendigkeit einer räumlichen Umgestaltung der Gesamtanlage.

Zur Optimierung der Auslastung der verschiedenen Abschnitte ist es weiter vorteilhaft zwischen den mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten Zwischenspeicher vorzusehen.

Eine automatisierte Steuerung des Herstellungsprozesses einer erfindungsgemäß ausgestalteten Anlage wird trotz der Vielzahl von Möglichkeiten ihrer Zusammenstellung dadurch gewährleistet, daß die mechanisch voneinander getrennten Abschnitte zumindest teilweise maschinenlesbare Kennzeichnungen, insbesondere Transponder, aufweisen, anhand derer die Anlagensteuerung die jeweilige Anordnung erkennen kann, und somit automatisiert entsprechende Maßnahmen zur Prozeßsteuerung ergreift.

Der Herstellungsablauf wird weiter dadurch verbessert, daß auch die Produktträger der Nahrungsmittel, insbesondere der Schokolade, maschinenlesbare Kennzeichnungen aufweisen. Zur maschinenlesbaren Kennzeichnung eignen sich auch hier Transponder.

Werden zur Zustandskontrolle der Anlage Sensoren, insbesondere Kameras, vorgesehen, so lassen sich Fehlerzustände leicht erkennen.

Sind als Sensoren an der Anlage an den mechanisch voneinander getrennten Abschnitten zumindest teilweise Lesevorrichtungen für die maschinenlesbaren Kennzeichnungen der Produktträger angeordnet, so läßt sich jederzeit der aktuelle Zustand des Herstellungsvorganges überwachen und es wird sogar möglich, während des Herstellungsvorgangs die erfindungsgemäße Anlage auf ein anderes Produkt umzustellen.

Im einzelnen gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln, insbesondere eine Schokoladenanlage, auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird einerseits verwiesen auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche sowie andererseits auf die Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß ausgestalteten Schokoladenanlage in einer Aufsicht.

Das in der einzigen Figur dargestellte Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäß ausgestalteten Schokoladenanlage ist so ausgelegt, daß sich mit dieser Anlage Schokoladen mit Füllung herstellen lassen.

Zur Herstellung von Schokoladen mit Füllung weist die dargestellte Schokoladenanlage zunächst einen Formenwechsel 1 auf. Der Formenwechsel 1 ist über eine nicht dargestellte Transfereinrichtung mit einem Streckenausgleich 2 verbunden. Der Streckenausgleich 2 ist wiederum über eine nicht dargestellte Transfereinrichtung mit einem Formenanwärmer 3 verbunden. An den Formenanwärmer 3 schließt sich an ein Dosier- und Rüttelabschnitt 4, in dem die Schokoladenmasse in die nicht dargestellten, die Produktträger bildenden Formen gefüllt und anschließend durch Rütteln homogenisiert wird. Dem Dosier- und Rüttelabschnitt 4 folgt ein Abschnitt zur Hülsenbildung 5. Die Notwendigkeit der Ausbildung von Hülsen ergibt sich aus der Anforderung, daß Schokolade mit einer Füllung hergestellt werden soll. Die Hülsenbildung wird anschließend in einem Kühlabschnitt 6 fortgesetzt. In die so entstandenen Hülsen innerhalb der Schokolade wird nun in einem Dosierabschnitt 7 die Füllung eingebracht. Die Kühlung der Füllung erfolgt anschließend in einem weiteren Kühlabschnitt 8. Der nachfolgende Deckelabschnitt 9 versieht die gefüllten Schokoladen mit einem Deckel. Die fertigen Schokoladen gelangen dann aus dem Deckelabschnitt 9 in einen Endkühlabschnitt 10 und abschließend in einen Ausformungsabschnitt 11 über den sich der Herstellungskreislauf zum Formenwechsler 1 schließt.

An dem in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schokoladenanlage läßt sich leicht nachvollziehen, daß diese Schokoladenanlage ohne weiteres auf die Herstellung von nicht gefüllten Schokoladen umstellbar ist. Hierzu werden lediglich der Abschnitt zur Hülsenbildung 5, der Kühlabschnitt 6, der Dosierabschnitt 7, der weitere Kühlabschnitt 8 und der Deckelabschnitt 9 außer Betrieb genommen, und die nicht dargestellten Formen direkt von dem Dosier- und Rüttelabschnitt 4 an den Endkühlabschnitt 10 übergeben. Diese direkte Übergabe der Formen von dem Dosier- und Rüttelabschnitt 4 an den Endkühlabschnitt 10 kann beispielsweise über ein einfaches Verfahren des Dosier- und Rüttelabschnittes 4 erfolgen.

Aus der vorstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäß ausgestalteten Schokoladenanlage erkennt man ohne weiteres das hohe Maß an Flexibilität einer derartigen Schokoladenanlage.


Anspruch[de]
  1. 1. Anlage zur Herstellung von Nahrungsmitteln, insbesondere Schokoladenanlage, mit mindestens zwei Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11), wobei in den Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) die Nahrungsmittel vorzugsweise in Produktträgern bearbeitbar und/oder transportierbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) zumindest teilweise mechanisch voneinander unabhängig sind.
  2. 2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) gegeneinander bewegbar, insbesondere verfahrbar, sind.
  3. 3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) unabhängig voneinander in Betrieb nehmbar sind.
  4. 4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) miteinander durch elektrische Zustands- und Geschwindigkeitssteuerungen zum seriellen oder parallelen Informationsaustausch verbunden sind.
  5. 5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Übergabe der vorzugsweise in Produktträgern angeordneten Nahrungsmitteln zwischen den mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) Transfereinrichtungen, z. B. Roboter oder pneumatische Umsetzvorrichtungen, vorgesehen sind.
  6. 6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) Zwischenspeicher vorgesehen sind.
  7. 7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitte (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) zumindest teilweise maschinenlesbare Kennzeichnungen, insbesondere Transponder, aufweisen.
  8. 8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Produktträger maschinenlesbare Kennzeichnungen, insbesondere Transponder, aufweisen.
  9. 9. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Zustandskontrolle der Anlage Sensoren, insbesondere Kameras, vorgesehen sind.
  10. 10. Anlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß an den mechanisch voneinander unabhängigen Abschnitten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11) zumindest teilweise Lesevorrichtungen für die maschinenlesbaren Kennzeichnungen der Produktträger angeordnet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com