PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19810275A1 09.09.1999
Titel Verfahren und Anlage zur Minderung der Stickoxide im Abgas einer Gasturbine
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Hums, Erich, Dipl.-Chem. Dr., 91093 Heßdorf, DE;
Spitznagel, Günther, Dipl.-Chem. Dr., 91058 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 10.03.1998
DE-Aktenzeichen 19810275
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse F02C 3/30
IPC-Nebenklasse F02C 7/00   B01D 53/92   
Zusammenfassung Einer Gasturbine (2), der ein in einer Brennkammer (8) erzeugtes Arbeitsmittel (RG) und ein Kühlmittel (KM) zugeführt werden, wird zur Minderung der Stickoxide im Abgas (AG) zusätzlich ein Reduktionsmitel (RM), z. B. Ammoniak, zugeführt. Zur Erzielung einer möglichst niedrigen Stickoxid-Emission bei gleichzeitig ungestörtem Betrieb der Gasturbine (2) werden das Reduktionsmittel (RM) und/oder ein Additiv (An) einem Verdünnungsmittel (VM), vorzugsweise dem Kühlmittel (KM), zugemischt. Das dabei entstehende Gemisch (Vm, RM, An) wird stromabwärts des Arbeitsmittels (RG) hinter der Brennkammer (8) über Leitungen (10 bis 16) in die Gasturbine (2) eingebracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Minderung der Stickoxide im Abgas einer Gasturbine, der ein in einer Brennkammer erzeugtes Arbeitsmittel und ein Kühlmittel sowie ein Reduktionsmittel zur Reduktion der Stickoxide zugeführt werden.

Beim Betrieb einer Gasturbine in einer Gasturbinenanlage wird üblicherweise eine Verminderung der Bildung von Stickoxiden (NOx) schon bei der Erzeugung des Arbeitsmittels in der Brennkammer angestrebt. Zu diesem Zweck sind bereits unterschiedliche Primärmaßnahmen bekannt, die in Abhängigkeit vom eingesetzten Brennstoff, z. B. Erdgas, Erdöl oder Kohle, entweder getrennt oder in geeigneter Kombination miteinander durchgeführt werden. Bei Verwendung eines gasförmigen Brennstoffs kann dieser bereits vor der Zündung in der Brennkammer mit der zur Erzeugung des Arbeitsmittels erforderlichen verdichteten Luft gemischt werden. Eine weitere Maßnahme besteht darin, dem Brennstoff in der Brennkammer Dampf zuzumischen.

Bei einer vorzugsweise in einer kombinierten Gas- und Dampfturbinenanlage mit Kohlevergasung vorgesehenen Maßnahme wird dem Brennstoff in der Brennkammer Stickstoff zugemischt, der im Prozeß selbst erzeugt wird. Durch die genannten Primärmaßnahmen wird der Anteil an Stickoxiden im Arbeitsmittel bereits bei dessen Erzeugung dadurch gering gehalten, daß die Verbrennungstemperatur gesenkt und damit örtliche Temperaturspitzen als Ursache für die Bildung von thermischen Stickoxiden vermieden werden.

Des weiteren können durch Sekundärmaßnahmen Stickoxide aus dem Abgas der Verbrennungsanlage oder der der Verbrennungsanlage nachgeschalteten Wärmekraftmaschine entfernt werden.

Hierbei werden üblicherweise mittels der sogenannten selektiven katalytischen Reduktion (SCR) in einer DeNOx-Anlage die Stickoxide mit Hilfe von speziell hierfür entwickelten Katalysatoren in Gegenwart eines Reduktionsmittels, vorzugsweise Ammoniak (NH3), in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Minderung der Stickoxide im Abgas einer Gasturbine anzugeben, das bei gleichzeitiger Erzielung einer möglichst niedrigen Stickoxid-Emission einen ungestörten Betrieb der Gasturbinenanlage ermöglicht. Weiterhin soll eine Gasturbinenanlage angegeben werden, die zusätzlich zu einem möglichst geringen Stickoxidanteil im Abgas der Gasturbine einen hohen Wirkungsgrad aufweist.

Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dabei wird der Gasturbine zusammen mit einem Verdünnungsmittel entweder das Reduktionsmittel zusammen mit mindestens einem Additiv oder nur das Additiv zugeführt. Unter Additiv wird hierbei ein Stoff verstanden, der die Reaktionsgeschwindigkeit der Umwandlung von Stickoxiden in Wasser (H2O) und Stickstoff (N2) erhöht.

Dieses Gemisch aus Verdünnungsmittel und Reduktionsmittel sowie Additiv wird dann stromabwärts des Arbeitsmittels hinter der Brennkammer in die Gasturbine eingebracht. Das Gemisch wird einer Gasturbinenstufe zugeführt, in der die Temperatur des Arbeitsmittels unterhalb von 1100°C liegt. Als Reduktionsmittel wird vorzugsweise Ammoniak oder Harnstoff verwendet.

Als Additive sind im Temperaturbereich des Arbeitsmittels zwischen 500°C und 700°C Kohlehydrate besonders geeignet. Im Temperaturbereich zwischen 700°C und 850°C wird als Additiv vorzugsweise Tertiär-Butanol (tert-Butanol) und/oder Ammoniumformiat an der entsprechenden Stelle der Gasturbine zugeführt wird. Dabei wird Ammoniumformiat zweckmäßigerweise als Additiv an einer Stelle der Gasturbine zugeführt, an der das Arbeitsmittel eine Temperatur zwischen 750°C und 900°C aufweist. Im Temperaturbereich zwischen 800°C und 950°C wird als Additiv vorteilhafterweise Acetamid der Gasturbine zugeführt, während im Temperaturbereich zwischen 850°C und 1100°C Harnstoff als Additiv besonders geeignet ist.

Als Verdünnungsmittel, das den Trägerstrom für das Reduktionsmittel und für das oder jedes Additiv bildet, kann z. B. Stickstoff eingesetzt werden. Vorzugsweise wird jedoch das Kühlmittel, z. B. Luft oder Dampf, verwendet. Bei Dampf als Kühl- und Verdünnungsmittel übernimmt dieser nicht nur die Aufgabe einer Zerstäubung des Reduktionsmittels und des Additivs, sondern fördert auch durch seine Dissoziationsprodukte (H, OH) und freien Radikale (OH-Radikale) die in der Gasturbine ablaufende nicht-katalytische Reduktion von Stickoxiden (SNCR-Reaktion).

Da erkanntermaßen dem Reduktionsmittel zugesetzte Additive Einfluß auf den Temperaturbereich der SNCR-Reaktion nehmen, werden vorzugsweise verschiedene Additive an unterschiedlichen Stellen der Gasturbine zugeführt, an denen das Arbeitsmittel eine für das entsprechende Additiv besonders wirkungsvolle Temperatur aufweist. Mit anderen Worten: Die Additive werden vorzugsweise in jeweils passenden Temperaturfenstern mit dem Dampf als Trägerstrom dem Arbeitsmittel zugemischt. Mit der Eindüsung des Gemisches ist in einfacher Weise eine Anpassung an den Temperaturverlauf des Arbeitsmittels in der Gasturbine möglich. Dazu wird das jeweilige Additiv, z. B. über die Beschaufelung oder über feststehende Teile der Gasturbine, temperaturangepaßt eingebracht.

Bezüglich der Gasturbinenanlage wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 11. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den auf diesen rückbezogenen Unteransprüchen angegeben.

Die Einbringung des Reduktionsmittels und/oder der Additive mit dem Verdünnungsmittel als Trägerstrom in die Gasturbine erfolgt über eine Zuführleitung, die vorzugsweise eine Anzahl von an verschiedenen Stellen in die Gasturbine einmündende Abzweigleitungen aufweist. An diese Abzweigleitungen sind zweckmäßigerweise Zumischleitungen für die Additive im jeweils passenden Temperaturfenster angeschlossen.

Diese nicht-katalytische Primärmaßnahme des Einbringens eines Reduktionsmittels und/oder eines Additivs in die Gasturbine mit dem Kühldampf kann unterstützt werden durch zusätzliche katalytische Maßnahmen. Hierzu ist vorzugsweise die Gasturbine mit einer katalytisch aktiven Beschaufelung, d. h. einer katalytischen Beschichtung der Leit- und/oder Laufschaufeln, versehen. Bei einer kombinierten Gas- und Dampfturbinenanlage, bei der der Gasturbine ein Abhitzekessel nachgeschaltet ist, ist in diesem vorzugsweise eine DeNOx-Anlage angeordnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1 schematisch eine einem Abhitzedampferzeuger vorgeschaltete Gasturbinenanlage mit einer Kühldampfleitung, in die ein Reduktionsmittel einspeisbar ist, und

Fig. 2 in einem Abscheide/Temperatur-Diagramm den Einfluß unterschiedlicher Additive auf den Temperaturbereich des Arbeitsmittels der Gasturbine.

Die Gasturbinenanlage gemäß Fig. 1 umfaßt eine Gasturbine 2 mit angekoppeltem Luftverdichter 4 und Generator 6 sowie eine der Gasturbine 2 vorgeschaltete Brennkammer 8. An die Gasturbine 2 ist eine Kühlmittelleitung 10 angeschlossen, die über Zweige oder Abzweigleitungen 12, 14, 16 in verschiedene Stufen 18, 20 bzw. 22 der Gasturbine 2 mündet. Die Kühlmittelleitung 10 dient zum Zuführen eines Kühlmittels KM, vorzugsweise Dampf, in die Gasturbine 2. Das Kühlmittel KM ist im Ausführungsbeispiel zugleich Verdünnungsmittel VM und Trägerstrom für ein in die Gasturbine 2 einzubringendes Reduktionsmittel RM sowie einer Anzahl von Additiven An.

Dazu ist an die Kühldampfleitung 10, die im Ausführungsbeispiel zugleich Zuführleitung für das Verdünnungsmittel VM ist, eine Zumischleitung 24 für das Reduktionsmittel RM, z. B. Ammoniak, angeschlossen. In die Abzweigleitungen 12, 14, 16 münden weitere Zumischleitungen 26, 28 und 30 für Additive A1 bis An, z. B. Alkohole. In die Zumischleitungen 26, 28 und 30 sind Stellventile 32, 34 bzw. 36 geschaltet. Ebenso ist in die Zumischleitung 24 ein Stellventil 37 geschaltet. Anstelle der Kühlmittelleitung kann auch eine separate Zuführleitung 10 für das Verdünnungsmittel VM vorgesehen sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Kühlmittel KM nicht auch Verdünnungsmittel VM ist.

Die Gasturbine 2 ist abgasseitig mit einem Abhitzedampferzeuger 38 verbunden, in dem eine DeNOx-Anlage 40 angeordnet ist. In Strömungsrichtung des aus der Gasturbine 2 abströmenden Abgases AG vor der DeNOx-Anlage 40 ist in den Abhitzedampferzeuger 38 eine Eindüsleitung 42 für ein Reduktionsmittel RM, vorzugsweise ebenfalls Ammoniak, geführt.

Der Abhitzedampferzeuger 38 umfaßt in Strömungsrichtung des Abgases AG hintereinander angeordnet einen Überhitzer 44 und einen Hochdruck-Verdampfer 46 mit angeschlossener Hochdruck- Trommel 48 sowie einen Mitteldruck-Verdampfer 49 mit angeschlossener Mitteldruck-Trommel 50 und einen Niederdruck-Verdampfer 52 mit angeschlossener Niederdruck-Trommel 54. Im Abhitzedampferzeuger 38 durch indirekten Wärmetausch eines in einem Wasser-Dampf-Kreislauf einer (nicht dargestellte) Dampfturbine strömenden Wasser/Dampf-Gemisches mit dem Abgas AG erzeugter Dampf treibt die Dampfturbine an. Ein Teilstrom des erzeugten Dampfes wird der Gasturbine 2 als Kühldampf KD über die Kühldampfleitung 10 zugeführt.

Beim Betrieb der Gasturbinenanlage wird der Brennkammer 8 über eine Brennstoffleitung 56 Brennstoff B, z. B. Erdgas, zugeführt. Der Brennstoff B wird in der Brennkammer 8 mit verdichteter Frischluft L aus dem Luftverdichter 4 verbrannt. Das bei der Verbrennung entstehende heiße Rauchgas RG dient als Arbeitsmittel und wird über eine Rauchgasleitung 58 in die Gasturbine 2 geleitet. Dort entspannt sich das Rauchgas RG und treibt dabei die Turbine 2 an. Diese wiederum treibt den Luftverdichter 4 und den Generator 6 an.

Das Rauchgas oder Arbeitsmittel RG weist bei Eintritt in die Gasturbine 2 eine Temperatur Te von mehr als 1100°C auf. Die Temperatur T des Arbeitsmittels RG nimmt über die Stufen 18 bis 22 ab, wobei die Temperatur Ta am Ende der Stufe 22 noch etwa 550°C beträgt. Mit dieser Temperatur Ta von etwa 550°C verläßt das Arbeitsmittel RG die Gasturbine 2 als Abgas AG und strömt in den Abhitzedampferzeuger 38 ein. Es verläßt diesen mit einer Temperatur Tk von etwa 70°C in Richtung auf einen nicht dargestellten Kamin.

Das in der Gasturbine 2 über die Stufen 18 bis 22 stufenweise entspannte und sich dabei abkühlende Arbeitsmittel RG nimmt im Bereich höherer Temperatur das Kühlmittel KM, insbesondere aus Leit- und Laufschaufel abströmenden Kühldampf KD oder Kühlluft, auf. Die Verwendung von Dampf oder Luft als Kühlmittel KM für eine Gasturbine ist z. B. aus "Lueger, Lexikon der Technik", vierte Auflage, Band 5, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart (1963), Seite 223, Stichwort: Gasturbine, bekannt.

Der Ort und die Menge des einzuspeisenden Kühlmittels KM werden in Abhängigkeit von der jeweiligen Temperatur T des Arbeitsmittels RG eingestellt. Mit dem Kühlmittel KD, d. h. mit dem Verdünnungsmittel VM wird das über die Zumischleitung 24 zugeführte Reduktionsmittel RM in die Gasturbine 2 eingebracht. Dabei vermischt sich das Reduktionsmittel RM vor Eintritt in die Gasturbine 2 mit dem Verdünnungsmittel VM, während sich dieses Gemisch aus Verdünnungsmittel VM und Reduktionsmittel RM in der Gasturbine 2 mit dem Arbeitsmittel RG vermischt.

Durch geeignete Einstellung der Ventile 32 bis 37 wird die für die nicht-katalytische Reduktion jeweils in einem günstigen Temperaturfenster liegende Stufe 18, 20, 22 der Gasturbine 2 mit dem Gemisch aus Verdünnungsmittel VM und Reduktionsmittel RM einerseits und mit dem entsprechenden Additiv A1 bis An andererseits beaufschlagt. Alternativ kann auch lediglich ein Gemisch aus Verdünnungsmittel VM mit über die Zumischleitungen 12 bis 16 geführten Additiven A1 bis An in die Gasturbine 2 eingebracht werden, wobei dann das oder jedes Additiv A1 bis An selbst Reduktionsmittel ist. Das Verdünnungsmittel VM dient auch für die Additive A1 bis An wiederum als Trägerstrom.

Fig. 2 zeigt in einem Abscheidegrad/Temperatur-Diagramm am Beispiel von fünf bevorzugt eingesetzten Additiven A1 bis A5 deren günstigsten Einsatzbereich innerhalb der Gasturbine 2, d. h. innerhalb der jeweiligen Stufe 18 bis 22. Der Abscheidegrad A ist in Prozent (%) angegeben, während die Temperatur T in Grad Celsius (°C) angegeben ist. In die letzte Stufe 22, d. h. im Temperaturbereich von etwa 550°C bis 700°C, wird vorzugsweise ein Kohlehydrat als Additiv An eingesetzt. Im mittleren Temperaturbereich von etwa 700°C bis 850°C, d. h. im Bereich der zweiten Stufe 20, werden als Additiv An vorzugsweise t-Butanol ((H3C)3C-OH), Ammoniumformiat (NH4COOH) und/oder Acetamid (NH2COCH3) eingesetzt. In die erste Stufe 18 mit einem Temperaturbereich von etwa 800°C bis 1100°C wird als Additiv An vorzugsweise Acetamid (NH2COCH3) und/oder Harnstoff ((NH2)2CO) eingesetzt.

Die Kurvenverläufe der einzelnen Additive An zeigen deutliche Maxima bei bestimmten Temperaturen T. So werden bei einer Temperatur T des Arbeitsmittels RG von 550°C zweckmäßigerweise Kohlehydrate als Additiv A1 eingesetzt, während bei einer Temperatur T von 700°C vorzugsweise t-Butanol als Additiv A2 eingebracht wird. Ammoniumformiat als Additiv A3 eignet sich besonders bei einer Temperatur T von ca. 800°C, während Acetamid als Additiv A4 bei einer Temperatur T von 850°C bis 900°C besonders effektiv ist. Harnstoff als Additiv A5 deckt einen vergleichsweise großen Temperaturbereich bei hohen Temperaturen T von 900°C bis 1050°C ab und ist dort besonders effektiv. Aus der Darstellung gemäß Fig. 2 ergibt sich auch, daß im Temperaturbereich oder Temperaturfenster von 750°C bis 900°C besonders vorteilhaft ein Gemisch aus den Additiven A2 bis A5 eingebracht wird.

Die im jeweils geeigneten Temperaturfenster liegenden Additive A1 bis An werden - ebenso wie das Reduktionsmittel RM - zusammen mit dem Verdünnungsmittel z. B. über die nicht näher dargestellte Beschaufelung oder über feststehende Teile der Gasturbine 2 in diese eingebracht. In der Gasturbine 2 wird das Gemisch aus Verdünnungsmittel VM sowie Reduktionsmittel RM und/oder Additive A1 bis An mit dem Arbeitsmittel RG kontaktiert. Auf diese Weise ist eine besonders günstige Anpassung der Einbringung des Reduktionsmittels RM oder Additivs An an den Temperaturverlauf in der Gasturbine 2 möglich. Dabei kann die Beschaufelung auch in an sich bekannter Weise katalytisch beschichtet sein.

Die durch Einbringen des Reduktionsmittels RM und/oder der Additive A1 bis An mit dem Verdünnungsmittel VM, vorzugsweise mit dem Kühlmittel KM, in der Gasturbine 2 beim Kontakt mit dem Arbeitsmittel RG ablaufende nicht-katalytische Reduktion der Stickoxide setzt sich auf dem Weg des Abgases AG durch den Abhitzedampferzeuger 38 bis zur DeNOx-Anlage 40 fort. Dort wird dann das auf eine Temperatur von etwa 350°C abgekühlte, teilentstickte und noch reduktionsmittelhaltige Abgas AG in Gegenwart der Katalysatoroberfläche der DeNOx-Anlage 40 entstickt. Zur Unterstützung dieser katalytischen Reaktion kann dort zusätzlich Reduktionsmittel RM, vorzugsweise ebenfalls Ammoniak, in das strömende Abgas AG eingedüst werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Minderung der Stickoxide im Abgas einer Gasturbine (2), der ein in einer Brennkammer (8) erzeugtes Arbeitsmittel (RG) und ein Kühlmittel (KM) sowie ein Reduktionsmittel (RM) zur Reduktion der Stickoxide zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Reduktionsmittel (RM) und/oder mindestens ein Additiv (An) einem Verdünnungsmittel (VM) zugemischt werden, und daß das dabei entstehende Gemisch (VM, RM, An) stromabwärts des Arbeitsmittels (RG) hinter der Brennkammer (8) in die Gasturbine (2) eingebracht wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel (RM) Ammoniak (NH3) verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel (RM) Harnstoff verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Verdünnungsmittel (VM) das Kühlmittel (KM), vorzugsweise Dampf, Luft oder Stickstoff, verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch (VM, RM, An) einer Gasturbinenstufe (18 bis 22) zugeführt wird, in der die Temperatur (T) des Arbeitsmittels (RG) unterhalb von 1100°C liegt.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Additiv (A1) ein Kohlehydrat an einer Stelle der Gasturbine (2) zugeführt wird, an der das Arbeitsmittel (RG) eine Temperatur zwischen 500°C und 700°C aufweist.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Additiv (A2, An) Tertiär-Butanol an einer Stelle der Gasturbine (2) zugeführt wird, an der das Arbeitsmittel (RG) eine Temperatur zwischen 700°C und 850°C aufweist.
  8. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Additiv (A3, An) Ammoniumformiat an einer Stelle der Gasturbine (2) zugeführt wird, an der das Arbeitsmittel (RG) eine Temperatur zwischen 750°C und 900°C aufweist.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Additiv (A4, An) Acetamid an einer Stelle der Gasturbine (2) zugeführt wird, an der das Arbeitsmittel (RG) eine Temperatur zwischen 800°C und 950°C aufweist.
  10. 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Additiv (A5, An) Harnstoff an einer Stelle der Gasturbine (2) zugeführt wird, an der das Arbeitsmittel (RG) eine Temperatur zwischen 850°C und 1100°C aufweist.
  11. 11. Gasturbinenanlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einer mittels eines Kühlmittels (KM) gekühlten und einen Verdichter (4) sowie eine Brennkammer (8) aufweisenden Gasturbine (2), gekennzeichnet durch eine mit einer ersten Zumischleitung (24) für ein Reduktionsmittel (RM) und mit mindestens einer zweiten Zumischleitung (26 bis 30) für ein Additiv (An) verbundene Zuführleitung (10) für eine Verdünnungsmittel (VM), das zugleich Trägerstrom sowohl für das der Gasturbine (2) zugeführte Reduktionsmittel (RM) als auch für das Additiv (An) ist.
  12. 12. Gasturbinenanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführleitung (10) für den Trägerstrom (VM) an einer Stelle an die Gasturbine (2) angeschlossen ist, an der die Temperatur (T) des Arbeitsmittels (RG) kleiner als 1100°C ist.
  13. 13. Gasturbinenanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführleitung (10) mindestens zwei Abzweigleitungen (12 bis 16) aufweist, in die jeweils eine der Zumischleitungen (26 bis 30) für das Additiv (An) mündet.
  14. 14. Gasturbinenanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 13, gekennzeichnet durch eine katalytisch aktive Beschaufelung der Gasturbine (2).
  15. 15. Gasturbinenanlage nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasturbine (2) abströmseitig an eine DeNOx-Anlage (40) angeschlossen ist.
  16. 16. Gasturbinenanlage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die DeNOx-Anlage (40) in einem Abhitzedampferzeuger (38) angeordnet ist, in den in Strömungsrichtung des Abgases (AG) aus der Gasturbine (2) vor der DeNOx-Anlage (40) eine Eindüsleitung (42) geführt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com