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Dokumentenidentifikation DE19811139A1 09.09.1999
Titel Handgriff für einen Schraubenschlüssel
Anmelder Morvai, Laszlo, Dipl.-Designer, 42855 Remscheid, DE
Erfinder Morvai, Laszlo, Dipl.-Designer, 42855 Remscheid, DE
DE-Anmeldedatum 02.03.1998
DE-Aktenzeichen 19811139
Offenlegungstag 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B25B 13/08
IPC-Nebenklasse B25B 23/08   B25B 23/16   B25G 1/10   
Zusammenfassung Um die Handhabung eines Schraubenschlüssels (1), insbesondere in ergometrischer Hinsicht zu verbessern, wird vorgeschlagen, den Handgriff (5) mit Spiel auf dem Mittelteil (2) des Schraubenschlüssels (1) zu lagern, an den beiden Enden (8, 9) des Handgriffs (5) je eine Ausnehmung (10, 11) zur Aufnahme jedes Schraubwerkzeugs (3, 4) vorzusehen und im Handgriff (5) mindestens ein lösbares Gesperre (13, 15) anzuordnen, das den Handgriff (5) am Schraubenschlüssel (1) festhält.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Handgriff für einen Schraubenschlüssel.

Schraubenschlüssel sind insbesondere bekannt als Maul- oder Ringschlüssel. Z. B. weisen die weit verbreiteten Maulschlüssel nach DIN 3110 oder ISO ein relativ schmales Mittelteil auf, an dem zu beiden Seiten je eine relativ breite Maulöffnung als eigentliches Schraubwerkzeug angeformt ist. Die Maulöffnungen haben unterschiedliche Schlüsselweiten, z. B. 14 und 15 Millimeter. Andere Schraubenschlüssel sind als geschlossene oder offene Ringschlüssel ausgebildet. Darüber hinaus gibt es Schraubenschlüssel, die auf der einen Seite einen Maulschlüssel und auf der anderen einen Ringschlüssel umfassen. Alle vorgenannten Schraubenschlüssel können flach, abgewinkelt oder gekröpft ausgebildet sein. Außerdem sind Schraubenschlüssel bekannt, die für spezielle Zwecke ausgebildet und geformt sind. Die der Erfindung zugrundeliegende Problematik wird im nachfolgenden der Einfachheit halber an den sehr bekannten Maul- bzw. Ringschlüsseln erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese beschränkt.

Bei der Handhabung der bekannten Schraubenschlüssel muß die Hand, zur Erzielung des maximalen Drehmoments, das freie Ende, d. h. die freie Maulöffnung, des Schraubenschlüssels umfassen. Die Maulöffnungen sind jedoch - insbesondere nach langem und intensiven Gebrauch - gratig, so daß Verletzungsgefahr für die Hand droht. Die umgreifende Hand findet desweiteren an der freien Maulöffnung keinen optimalen, d. h. ergonomischen Halt, da die metallische Maulöffnung relativ kantig und schmal ausgebildet und eventuell auch noch verölt ist. Damit erhöht sich die Verletzungsgefahr, da bei einem höheren Drehmoment ein Abrutschen der Hand droht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Handgriff für einen Schraubenschlüssel beliebiger Art zu schaffen, der die Handhabung ergonomisch erheblich verbessert.

Diese Aufgabe löst die Erfindung durch das sinnvolle Zusammenwirken der Merkmale des Anspruches 1.

Durch die Erfindung steht ein Handgriff für beide Enden des Schraubenschlüssels zur Verfügung. Der Handgriff kann der Hand ergonomisch optimal angepaßt werden, so daß die Handkraft ein maximales Drehmoment erzeugen kann. Durch seine griffsympathische Ausformung rutscht die Hand auch bei erhöhtem Drehmoment nicht ab, da sie einen besseren Halt am Schraubenschlüssel findet.

Der Handgriff kann schon bei der Herstellung des Schraubenschlüssels aufgebracht sein, zum Beispiel durch Umspritzen. Dabei kann das Spiel zwischen dem Schraubenschlüssel und dem Handgriff durch entsprechende Gestaltung des Spritzwerkzeugs sichergestellt sein.

Insbesondere wenn der Schraubenschlüssel mit dem Handgriff " nachgerüstet" werden soll, ist die separate Herstellung, d. h. Vorfertigung, des Handgriffs nötig. Dann kann der Handgriff einteilig hergestellt sein, aber aus zwei Hälften bestehen, die über den Schraubenschlüssel, z. B. mit Hilfe eines Filmscharniers, aufeinandergeklappt und über Verbindungsmittel miteinander verbunden werden. Der Handgriff kann aber auch aus zwei separaten Teilen vorgefertigt sein, die ebenfalls mit geeigneten Verbindungsmitteln um den Schraubenschlüssel miteinander verbunden werden.

Die vorgenannten Verbindungen können zum Beispiel mittels Klemmen, Magnete, Klettverbindungen, Schweißen (mittels Ultraschall) oder Kleben erzielt werden, wobei das Wiederlösen, falls gewünscht, auch durch einen geeigneten Haftkleber erzielbar ist. Auch Formschluß ist möglich.

Das vorzugsweise spritzgußfähige Material kann aus einem Metall, z. B. einer Aluminium- oder Magnesiumlegierung, oder aus einem geeigneten Kunststoff im weitesten Sinne, und zwar in hart- bis weichelastischer Beschaffenheit, bestehen. So können PP, PUR, PS, PA oder auch Silikon verwendet werden, gegebenenfalls auch gefüllt, z. B. mit Glasfasern. Ein besonders hochwertiger Handgriff kann durch eine Kombination von Kunststoff mit Metall oder auch mit Textil erzielt werden.

Ein Handgriff aus Kunststoff wirkt elektrisch und kälteisolierend, erhöht damit die Sicherheit und ist angenehmer zu benutzen.

Das Gesperre zwischen dem Schraubenschlüssel und dem Handgriff kann im einfachsten Falle erzielt werden durch Erhebungen oder Vertiefungen im Bereich des Griffes, die mit üblicherweise vorhandenen entsprechenden Vertiefungen oder Erhebungen am Schraubwerkzeug (Maulöffnung)formelastisch, d. h. klemmend, zusammenwirken.

Ein besonders hochwertiges Gesperre kann aus einem lösbaren Hebelgesperre bestehen, das mit entsprechenden, üblicherweise vorhandenen Vertiefungen oder Erhöhungen am Schraubwerkzeug zusammenwirkt.

Zusätzlichen Nutzen bringt der Handgriff, wenn er im Bereich seiner Enden mit einer Kennzeichnung versehen ist, die z. B. die Art oder Größe des Schraubwerkzeugs farblich oder numerisch, z. B. Schlüsselweite im Millimeter oder Zoll, angibt. Schließlich kann der Handgriff im Mittelbereich mit einer Fläche versehen sein, die den Nutzer mit den verschiedensten Informationen versorgen kann, z. B. Angabe des Herstellers oder Vertreibers, des bestimmungsgemäßen Gebrauchs bei Sonderwerkzeugen, von Sicherheitshinweisen oder von beliebigen Werbebotschaften.

Ein weiterer Vorteil des Handgriffs aus Kunststoff ist darin zu sehen, daß er bei einer Verpackung bzw. Unterbringung des Schraubenschlüssels zum Transport diesen vor Klappergeräuschen bewahrt.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die im nachfolgenden näher beschrieben werden.

Fig. 1 zeigt einen Schraubenschlüssel in Maulform, auf dessen rechtes Ende ein erfindungsgemäßer Handgriff aufgebracht ist.

Fig. 2 zeigt einen Schraubenschlüssel nach Fig. 1, wobei der Handgriff zweiteilig und mit einem ersten Reibgesperre ausgeführt und vor ihrer Verbindung dargestellt ist.

Fig. 3 zeigt einen Schraubenschlüssel in Ringform, auf dessen rechte Seite ein erfindungsgemäßer Handgriff aufgebracht ist.

Fig. 4 zeigt den Schraubenschlüssel nach Fig. 1, wobei der Handgriff zweiteilig und mit einem zweiten Reibgesperre ausgeführt und vor ihrer Verbindung dargestellt ist.

Fig. 5 zeigt einen Schraubenschlüssel nach Fig. 1, wobei der Handgriff mit einem Formgesperre versehen ist, im Schnitt.

Fig. 6 zeigt eine Hälfte des Handgriffs nach Fig. 5 mit dem Formgesperre.

Fig. 7 zeigt den Schraubenschlüssel nach Fig. 5 vor der Lösung des Formgesperres des Handgriffs.

Fig. 8 zeigt eine abgewandelte Form des Handgriffs auf einem Schraubenschlüssel.

Fig. 9 zeigt einen Handgriff mit der Kennzeichnung der Größen des Schraubenschlüssels.

In den Fig. 1 und 2 ist ein Schraubenschlüssel 1 nach DIN 3110 dargestellt, an dessen Mittelteil 2 sich zu beiden Seiten je ein breiteres Schraubwerkzeug in Form einer Maulschlüsselöffnung 3 und 4 anschließt. Auf dem schmaleren Mittelteil 2 ist ein Handgriff 5 mit Spiel längsbeweglich gelagert. Der Handgriff 5 ist aus Kunststoff gespritzt und aus zwei Teilen 5a und 5b zusammengesetzt. Die Teile 5a und 5b sind spiegelbildlich gleich ausgebildet und können über Verbindungsmittel miteinander verbunden werden. Als Verbindungsmittel sind hier angespritzte, zapfenförmige Klemmnoppen 6 vorgesehen, die in zugeordnete Ausnehmungen 7 eingreifen und verklemmen bzw. verklipsen. Der so auf das Mittelteil 2 aufgebrachte und gelagerte Handgriff 5 kann nun leicht mit einem seiner Enden 8 oder 9 über eine der Maulöffnungen, z. B. 9 über 4, geschoben werden. Hierzu sind zwei Ausnehmungen 10 bzw. 11 vorgesehen, welche die Maulöffnungen 3 bzw. 4 ganz, oder mindestens überwiegend, aufnehmen können.

In den Fig. 1 und 2 ist der Handgriff 5 über die Maulöffnung 4 geschoben. Beim Verschieben gleitet je eine Erhebung 12 bzw. 13 in den Ausnehmungen 10 bzw. 11 über die Maulöffnung 3 bzw. 4 und verrastet hinter dem Grund 14 bzw. 15 der Maulöffnung 3 bzw. 4. Da der Handgriff 5 hier aus elastischem Kunststoff besteht, kann das Gesperre aus 13 und 15 durch einen gewissen axialen Druck - in Längsrichtung des Schraubenschlüssels - auf den Handgriff 5 wieder aufgehoben werden, und der Handgriff 5 gleitet wieder auf das Mittelteil 2 bzw. kann auf die andere Maulöffnung 3 nach links aufgeschoben werden. Dann wird die Maulöffnung 3 von der zugeordneten Ausnehmung 10 des Handgriffes 5 aufgenommen und verrastet, entsprechend der obigen Beschreibung. Der Handgriff 5 ist etwa länglich eiförmig ausgebildet und der umfassenden Hand optimal angepaßt. Die Längsseiten können abgeflacht sein, um einen Aufdruck (gestrichelt angedeutet in Fig. 1) oder dergleichen besser aufnehmen zu können.

In Fig. 3 ist die Anordnung des erfindungsgemäßen Handgriffs auf einem Ringschlüssel 16 nach DIN 3113 dargestellt. Es ist hierzu nur eine leichte Anpassung der entsprechenden Öffnungen bzw. Gesperre erforderlich, so daß hier weitere Details nicht erforderlich sind.

In Fig. 4 ist die Anordnung eines Handgriffs 17 dargestellt, bei dem als Teil eines Reibgesperres einige Noppen 18 angeordnet sind, die mit dem Grund 15 der Maulöffnung zusammenwirken.

In den Fig. 5 bis 7 ist ein Gesperre formschlüssig aus Metall ausgebildet: Zwei Hebelarme 19 sind über eine eingespritzte Achse 20 kippbar. Das Lösen des Gesperres wird durch Zusammendrücken des Endes des Handgriffs 21 bewirkt. Dabei werden die Hebelenden 22 aus dem Bereich des Grundes 14 der Maulöffnung 3 herausgehoben, wodurch das Gesperre gelöst ist und der Handgriff verschoben werden kann.

In der Fig. 8 ist eine andere vorteilhafte Form des Handgriffes 23 dargestellt. Hier ist mehr Platz für Aufdrucke oder sonstige Kennzeichnungen jeglicher Art gewonnen. Eine derartige Form eignet sich daher besonders für Werbeaufdrucke und dergleichen.

In der Fig. 9 ist ein Handgriff 24 dargestellt, an dessen Enden deutliche Kennzeichnungen für die jeweilige, dem Handgriff zugeordnete Maulweite oder dergleichen angebracht sind. Der Platz für Werbeaufdrucke und dergleichen ist jeweils dick gestrichelt angedeutet. Bezugszeichenliste 1 Schraubenschlüssel

2 Mittelteil von 1

3 Maulöffnung

4 Maulöffnung

5 Handgriff

5a Teil von 5

5b Teil von 5

6 Klemmnoppen

7 Ausnehmungen

8 Ende von 5

9 Ende von 5

10 Ausnehmungen

11 Ausnehmungen

12 Erhebung

13 Erhebung

14 Grund von 3

15 Grund von 4

16 Ringschlüssel

17 Handgriff

18 Noppen

19 Hebelarme

20 Achse

21 Handgriff

22 Hebelenden

23 Handgriff

24 Handgriff


Anspruch[de]
  1. 1. Handgriff (5) für einen Schraubenschlüssel (1) mit einem schmalen Mittelteil (2), an dem zu beiden Seiten je ein breiteres Schraubwerkzeug (3, 4) angeordnet ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Handgriff (5) mit Spiel auf dem Mittelteil (2) gelagert ist,

    daß an den beiden Enden (8, 9) des Handgriffs (5) je eine Ausnehmung (10, 11) zur Aufnahme jedes Schraubwerkzeugs (3, 4) vorgesehen ist und

    daß im Handgriff (5) mindestens ein lösbares Gesperre (13, 15) angeordnet ist, das den Handgriff (5) am Schraubenschlüssel (1) festhält.
  2. 2. Handgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er einteilig auf den Mittelteil des Schraubenschlüssels aufgespritzt ist.
  3. 3. Handgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er einteilig ist, aber aus zwei Hälften besteht, die aufeinanderklappbar und über Verbindungsmittel miteinander verbindbar sind.
  4. 4. Handgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er aus zwei separaten Teilen besteht, die über Verbindungsmittel miteinander verbunden sind.
  5. 5. Handgriff nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindungsmittel eine Klemmverbindung, Schraubverbindung, ein Magnet, eine Klettverbindung oder eine Klebeverbindung , insbesondere eine Haftklebeverbindung, oder eine Schweißverbindung, insbesondere eine Ultraschallschweißverbindung, verwendet ist.
  6. 6. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem spritzgußfähigem Material besteht.
  7. 7. Handgriff nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem Metall, insbesondere aus einer Aluminium- oder Magnesiumlegierung besteht.
  8. 8. Handgriff nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Kunststoff weich- bis hart-elastischer Art besteht.
  9. 9. Handgriff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß er aus PP, PUR, PS, PA oder Silikon besteht.
  10. 10. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß er aus Metall und Kunststoff kombiniert ist.
  11. 11. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Gesperre aus elastischen Erhebungen (13) oder Vertiefungen am Handgriff (5) besteht, die mit entsprechenden Vertiefungen (15) oder Erhebungen am Schraubwerkzeug (3, 4) formelastisch zusammenwirken.
  12. 12. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Gesperre aus einem lösbaren Hebelgesperre (19, 22) am Handgriff (21) besteht, das mit entsprechenden Vertiefungen (14) oder Erhöhungen am Schraubwerkzeug (3, 4) zusammenwirkt.
  13. 13. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß er im Bereich seiner Enden mit einer Kennzeichnung, insbesondere in Form eines Hinweises auf die Art und/oder die Größe des zugeordneten Schraubwerkzeugs, versehen ist (Fig. 9).
  14. 14. Handgriff nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß er im Mittelbereich mit einer Fläche zur Information versehen ist, insbesondere zur Angabe des Herstellers oder Vertreibers bzw. zur Darstellung einer Werbebotschaft (Fig. 8).






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