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Dokumentenidentifikation DE19811741C1 09.09.1999
Titel Abziehgerät
Anmelder Korupp, Joachim, 25826 St Peter-Ording, DE
Erfinder Korupp, Joachim, 25826 St Peter-Ording, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 24105 Kiel
DE-Anmeldedatum 18.03.1998
DE-Aktenzeichen 19811741
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse E02F 3/96
IPC-Nebenklasse E01C 19/10   
Zusammenfassung Abziehgerät mit einer Abziehbohle und einer mit Aufnahmen (26) versehenen Adapterplatte (24) zur Befestigung an einem Pendelarm (42) eines Baggers, die über ein parallel zur Abziehbohle (10) versetztes in Horizontalrichtung angeordnetes erstes Gelenk (22) eine schwenkbar daran befestigte Gelenkplatte (20) trägt, und an der wiederum über ein weiteres Gelenk (18) rechtwinklig zum ersten Gelenk (22) die Abziehbohle (10) angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Abziehgerät mit einer Abziehbohle nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Derartige Abziehgeräte finden zur Herstellung eines Planums, das heißt einer planen Fläche als Baugrund für z. B. Terrassen, aber auch für betonierte Höfe und dergleichen, Anwendung. Bisher werden nach vorheriger genauer Einmessung per Hand Bohlen über entsprechende, am Rand angeordnete Abziehschienen geführt, die die Bohle in richtiger Höhe halten. Dabei besteht aber das Problem, daß ein ungleichartiger Druck von den ausführenden Personen ausgeübt werden kann.

Zum anderen muß, insbesondere dann, wenn von der Fläche überschüssiges Material abgetragen bzw. in entsprechende Senken verschoben werden soll, eine erhebliche Kraft in Querrichtung aufgebracht werden, die neben der vergleichsweise langen Arbeitszeit auch eine erhebliche Belastung der Arbeiter bedeutet.

Aus der DE 36 08 893 A1 ist dabei bereits eine Hydraulik-Planiereinrichtung mit einer Abziehbohle bekannt, bei der eine bestimmte Lage der Bohle durch Ansteuerung von Hydraulikzylindern Vorgegeben wird. Die Einstellung der über eine Adapterplatte am Arm des Baggers vorgesehenen, über ein parallel zur Abziehbohle angeordnetes erstes und ein rechtwinklig dazu vorgesehenes zweites Gelenk ist dabei kompliziert und führt bei Fehlabstimmung zu nicht ebenen Abziehflächen.

Die Erfindung hat sich daher zur Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der das Abziehen einfacher und schneller erfolgen kann. Weiter soll die Verlagerung von Material auf der Abziehfläche möglichst schnell, d. h. mit vergleichsweise großer Materialmenge pro Bewegung ermöglicht werden.

Erfindungsgemäß wird dies durch ein Abziehgerät mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst, das an einen Pendelarm eines Baggers angesetzt werden kann. Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausführungsformen wieder.

Bagger sind üblicherweise an den Baustellen für derartige größere zu bearbeitende Flächen vorhanden. Allerdings ist es bisher nicht möglich, mit der Baggerschaufel eine Glättung durchzuführen, da durch die unterschiedlichen Winkelverhältnisse hierzu eine sehr aufwendige und hochpräzise Steuerung notwendig wäre. Zum anderen wird unerwünschterweise viel Druck durch die Hydraulik auf den Boden aufgebracht werden.

Auch das maschinelle Ziehen von Abziehbohlen hat sich als nicht praktikabel erwiesen, da nicht in stets der völlig horizontalen Ebene gezogen werden kann, sondern die Bohle teils zu sehr nach oben, teils zu sehr nach unten gezogen wird. Zum anderen wird nicht in gleichbleibender Weise Druck auf die Bohle in Vertikalrichtung aufgebracht, und es können keine wiederholten Ansätze für ein bestimmtes zu bearbeitendes Stück gleichartig ohne manuelle Arbeit wiederholt werden.

Durch die erfindungsgemäße Vorsehung einer mit einer Adapterplatte, einer Gelenkplatte und zwei Achsen, einer rechtwinklig und einer parallel zur Abziehbohle, ist es jedoch ermöglicht worden, durch das Eigengewicht des Abziehgerätes, das durch die versetzte Anordnung des Gelenkes die Abziehbohle nach unten schwenken läßt, eine stets gleichbleibende Belastung zu erreichen.

Da nun noch bei Führung des Abziehgerätes ein Baggerarm die Neigung zur Seite ausgeglichen werden muß, wird vorgeschlagen, ein Gelenklager zur unabhängigen Führung im wesentlichen rechtwinkliger Anordnung zur Abziehbohle vorzusehen.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird von einer Grundplatte, an der die Abziehplatte befestigt ist, zu der Gelenkplatte eine Federverbindung hergestellt, die ein unerwünschtes Verschwenken der Abziehbohle beim Anheben des Abziehgerätes vermeidet.

Vorteilhaft ist zudem, daß kein spezielles Schienensystem erforderlich ist, d. h. mit bisherigem Schienenmaterial wie T-Eisen oder Eisenrohren weiterhin gearbeitet werden kann, ohne daß ein nicht-abgezogener Streifen entsteht.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus nachfolgender Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles anhand der beigefügten Zeichnung. Dabei zeigt:

Fig. 1 eine Seitenansicht eines baggergeführten Abziehgerätes mit einer abgeklappten Adapterplatte, und

Fig. 2 eine Draufsicht auf das baggergeführte Abziehgerät aus der Perspektive des Baggers.

Das in der Fig. 1 dargestellte Abziehgerät besteht im wesentlichen aus vier Teilen:

  • - einer auswechselbaren Abziehbohle 10, die in Breite, Form und Art dem jeweiligen Anwendungszweck anpaßbar ist,
  • - einer Grundplatte 16, an der die jeweilige Abziehbohle ansetzbar ist,
  • - einer Gelenkplatte 20, die durch die gewählte Mechanik sich in Höhe und Neigung relativ zum Baggerarm unabhängig von diesem einstellt, und
  • - einer Adapterplatte 24, die ebenfalls auswechselbar ist und zur Anpassung an den jeweiligen Baggerarmtyp dient.

Eine Abziehbohle ist daher üblicherweise ein Standardwinkeleisen mit ungleichen Schenkeln, zum Beispiel mit den Maßen 200 mm und 100 mm bei einer Materialstärke von 10 bis 14 mm. Die Länge dieser Abziehbohle wird durch die gewünschte Breite des abzuziehenden Streifens bestimmt, wobei Längen bis zu 6 m ohne weiteres möglich sind.

Die Aufnahme an der Grundplatte 16 erfolgt vorteilhafterweise mit einem stabilen Winkeleisen 14, das über den kurzen Schenkel hinübergreift, wobei an einer Vertikalaufnahme durch Bolzen 10 eine Fixierung der Abziehbohle in dem Winkeleisen erreicht wird. Diese der offenen Seite des Winkeleisens gegenüberstehenden, rechtwinkligen Schenkel der Grundplatte 16 sind ca. mit der halben Breite der Abziehbohle 10 ausgeführt und weisen beispielsweise Ausnehmungen für vier Bolzen auf. Dadurch ist eine einerseits sehr stabile Befestigung erreicht, die andererseits dennoch einen schnellen Wechsel der Bohle vor Ort ermöglicht.

An der Oberseite besitzt die Grundplatte 16 zwei stabile Ösen 36, 34, durch die hindurch ein Gelenkbolzen 18 ragt, der von einer darüber angeordneten Gelenkplatte hervorstehende Ösen 30, 32, die wiederum den Ösen 34, 36 der Grundplatte benachbart angeordnet sind, ebenfalls durchragt. Der Gelenkbolzen 18 ist dabei rechtwinklig zur Abziehbohle 10 angeordnet, so daß diese mit Ihren Enden um diesen Gelenkbolzen 18 schwenkend auch geneigte Flächen abziehen kann bzw. bei einer Neigung des Pendelarms des Baggers noch die Horizontallage beibehalten kann. Durch in üblicher Weise im Erdreich verlegte Abziehschienen 44, auf denen die Enden der Abziehbohle 10 aufliegen, wird die Lage der Abziehbohle in dieser Richtung vorgegeben.

Oberhalb der Gelenkplatte sind an diese weitere Gelenklager auf der zum Bagger hin vorderen Seite angeordnet, die zusammen mit entsprechenden Ösen der Adapterplatte und einer hindurchragenden Bolzen ein weiteres Gelenk 22 bilden, um das die Gelenkplatte mit der unter ihr befestigten Grundplatte und Abziehbohle schwenken kann. Durch diese Schwenkmöglichkeit können Höhenungenauigkeiten der Baggerarmführung ausgeglichen werden, da die Abziehplatte so um ihre gesamte Längenerstreckung, also den Versatz des Gelenkes 22 zur Anbringung der Platte 14 nach unten ausschwenken kann. Damit wird die Höhenführung der Abziehbohle ausschließlich durch die verlegten Abziehschienen geleistet, wobei das ganz erhebliche Gewicht der Bohle und des Abziehgerätes dazu dienen, sicherzustellen, daß sämtliches zu verschiebendes Material auch beim Abziehen verschoben wird.

Schließlich wird um ein Durchschwingen der Abziehbohle beim Ausheben zu verhindern, zwischen der Adapterplatte und der Gelenkarmplatte an der dem Gelenk 22 gegenüberliegenden Seite eine Kette 46 vorgeschlagen, die jedoch nicht zu kurz bemessen werden darf, um der Gelenkplatte eine ausreichende Verschwenkung zu ermöglichen.

Die in der Fig. 2 dargestellten Zugfedern 38 und 40 können beide unter einige Spannung gebracht werden, da sie insbesondere ein unnötiges Pendeln der Abziehbohle beim Ausheben unterdrücken sollen.


Anspruch[de]
  1. 1. Abziehgerät mit:
    1. 1. einer Abziehbohle (10),
    2. 2. einer mit Aufnahmen (26) versehenen Adapterplatte (24) zur Befestigung an einem Pendelarm (42) eines Baggers,
    3. 3. einem parallel zur Abziehbohle (10) in Horizontalrichtung angeordnetem ersten Gelenk (22), das eine schwenkbar daran befestigte Gelenkplatte (20) trägt,
    4. 4. einem weiteren Gelenk (18) rechtwinklig zum ersten Gelenk (22), an dem die Abziehbohle (10) angeordnet ist,
    dadurch gekennzeichnet, daß
    1. 1. die Abziehbohle (10) um das Gelenk (18) schwenkend sich aus der Horizontallage neigt,
    2. 2. oberhalb der Gelenkplatte (20) auf der zum Bagger weisenden vorderen Seite Ösen mit entsprechenden Ösen der Adapterplatte ein Gelenk (22) bilden, um das die Gelenkplatte (20) schwingt,
    3. 3. wobei Durchschwingen der Abziehbohle beim Ausheben durch eine Kette (46) zwischen Gelenkplatte und Adapterplatte, an der dem Gelenk (22) gegenüberliegenden - vom Bagger aus und in Abziehrichtung - hinteren Seite verhindert ist.
  2. 2. Abziehgerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Zugfedern (38, 40) neben dem Gelenk (18) zwischen Grundplatte (16) und Gelenkplatte (20) zur Unterdrückung des Pendelns der Abziehbohle um dieses Gelenk.
  3. 3. Abziehgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Grundplatte (16) gewinkelt mit einem rechtwinklig nach unten weisenden Sehenkel ausgebildet ist, dem ein mit seiner Öffnung zugewandtes Winkeleisen (14) an der Unterseite der Grundplatte zugeordnet ist, zur Einhängung der als Winkeleisen ausgebildeten Abziehbohle, wobei durch Bohle und rechtwinkligen Schenkel Bolzen (12) zur weiteren Fixierung vorgesehen sind.






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