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Dokumentenidentifikation DE19817255C1 09.09.1999
Titel Träger zum Transport von Werkstücken
Anmelder Wolf - Montage - Automationsanlagen + Sondermaschinen - GmbH, 97264 Helmstadt, DE
Erfinder Ruhmann, Werner, 59269 Beckum, DE;
Issing, Elmar, 97834 Birkenfeld, DE
Vertreter Patentanwälte Böck + Tappe Kollegen, 97074 Würzburg
DE-Anmeldedatum 19.04.1998
DE-Aktenzeichen 19817255
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B65G 47/38
IPC-Nebenklasse B65G 17/32   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Träger zum Transport von Werkstücken, der derart an ein Fördermittel koppelbar ist, daß der Träger unter Mitnahme durch das Fördermittel durch eine Förderanlage transportierbar ist. Dabei weist der Träger einen Boden, der um eine Achse, die im wesentlichen parallel zur Förderrichtung des Trägers verläuft, gegenüber der Horizontalebene geneigt ist, mindestens ein am Boden im Bereich der unteren Seitenkante angelenktees abklappbares Anschlagelement, das aus einer ersten Stellung, in der das Anschlagelement gegenüber der Bodenebene zumindest geringfügig nach oben hervorragt, in eine zweite Stellung, in der das Anschlagelement mit der Bodenebene im wesentlichen fluchtet, klappbar ist, und ein Tragelement für das zu fördernde Werkstück auf, wobei das Tragelement im Bereich seiner Seitenkante am Anschlagelement im Bereich zwischen dessen Klappachse und dessen gegenüber der Bodenebene hervorragendem Ende angelenkt und mit seiner gegenüberliegenden Seitenkante frei auf dem Boden derart zur Auflage bringbar ist, daß das Tragelement gleichsinnig zum Boden gegenüber der Horizontalebene geneigt ist, wobei der Neigungswinkel des Tragelementes in der ersten Stellung des Anschlagelementes kleiner als der Neigungswinkel des Bodens ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Träger zum Transport von Werkstücken, der derart an ein Fördermittel koppelbar ist, daß der Träger unter Mitnahme durch das Fördermittel durch eine Förderanlage transportierbar ist.

Erfindungsgemäße Träger finden beispielsweise, jedoch keineswegs ausschließlich, Verwendung, um Werkstücke, beispielsweise Bücher, Medikamente oder dergleichen mittels einer Förder- oder Transportanlage aus einem Lager zu einer Versand- oder Verpackungsstation zu bringen oder zu sortieren. Üblicherweise sind dabei im Verlauf der Förder- oder Transportanlage eine Vielzahl von nacheinander angeordneten Stationen vorgesehen, wobei die zu transportierenden Werkstücke an einer bestimmten Station abgegeben werden sollen.

Es sind wannenartige Träger, sogenannte Trays, bekannt, in die das zu transportierende Werkstück eingelegt werden kann. Diese Träger sind derart an ein Fördermittel, beispielsweise die Gliederkette eines Gliederkettenförderers, koppelbar, daß der Träger unter Mitnahme durch das Fördermittel durch die Förder- oder Transportanlage transportierbar ist. Wenn der Träger an seiner bestimmungsgemäßen Station, beispielsweise einer Weiterbearbeitungs-, Versand- oder Verpackungsstation angelangt ist, wird das Werkstück von einer Bedienperson von Hand entnommen. Dies ist umständlich und kostenintensiv, wobei zudem Entnahmefehler nicht zuverlässig auszuschließen sind.

Es sind weiter Träger bekannt, die eine schräge, das heißt gegenüber der Horizontalen geneigte, Tragfläche aufweisen. Dadurch können aufliegende Werkstücke oder Stückgüter aufgrund ihrer Gewichtskraft durch Abgleiten oder Abrollen ohne Zutun eines Benutzers abgegeben werden. Insbesondere bei flächigen Gütern, beispielsweise Büchern, die in Folie eingeschweißt sind, kann ein selbsttätiges Abgleiten von der schrägen Tragfläche aufgrund der vergleichsweise hohen Haftreibung jedoch nicht mit der gebotenen Zuverlässigkeit erreicht werden.

Aus der US-Patentschrift US 4 054 215 ist eine Vorrichtung zum Transport und zur Abgabe von Werkstücken bekannt, bei der ein Träger mittels eines Fördermittels durch eine Förderanlage transportierbar ist. Der Träger weist eine geneigte Auflagefläche für die Werkstücke auf. Im Bereich der unteren Seitenkante der Tragfläche ist eine Bordwand angelenkt, die von einer Sperrstellung, in der die Werkstücke am Abgleiten gehindert werden, in eine Offen-Stellung, in der die Werkstücke von der Tragfläche abgleiten können, klappbar ist. Nachteilig ist jedoch auch bei dieser bekannten Vorrichtung, daß ein selbsttätiges Abgleiten insbesondere flächiger Werkstücke an der jeweiligen Abgabestation aufgrund der Haftreibung nicht zuverlässig gewährleistet ist.

Aus der DE 42 20 117 A1 ist ferner eine Anlage zur Sortierung und Lagerung von Stückgut bekannt, bei der gewölbte Tragschalen für das zu fördernde Stückgut auf ebenen Tragplatten angeordnet sind. Bei Erreichen der jeweiligen Abgabestation werden die Tragplatten seitlich geneigt, wobei die in den Tragschalen befindlichen Stückgüter abgegeben werden. Die Tragschalen selbst werden an der jeweiligen Tragplatte durch einen bordwandartig abklappbaren Flansch gehalten. Zur Abgabe der Tragschale von der Tragplatte wird gleichzeitig mit der Neigung der Tragplatte der Flansch abgeklappt, wodurch die Tragschale von der Tragplatte abgleiten kann.

Im Deutschen Gebrauchsmuster DE-GM 19 56 583 ist eine Vorrichtung zum seitlichen Abwerfen von Preßballen beschrieben. Dabei werden die Preßballen auf zwei parallelen in Transportrichtungen geneigten Gleitkufen gelagert, die wechselweise derart anhebbar sind, daß der jeweilige Preßballen wahlweise nach links oder rechts, bezogen auf die Förderrichtung abgeworfen wird.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen gattungsgemäßen Träger zu schaffen, der eine sichere und zuverlässige Abgabe auch flächiger Werkstücke oder Stückgüter ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch einen Träger nach der Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Gemäß der Erfindung weist der Träger zunächst einen Boden auf, der um eine Achse, die im wesentlichen parallel zur Förderrichtung des Trägers verläuft, gegenüber der Horizontalebene geneigt ist. Der Boden kann dabei in grundsätzlich beliebiger Weise flächig als Bodenplatte oder nach Art eines Gitters oder Rahmens ausgeführt sein. Am Boden ist im Bereich der unteren Seitenkante, das heißt im Bereich der aufgrund der Neigung des Bodens tiefsten Kante, mindestens ein abklappbares Anschlagelement angelenkt, das aus einer ersten Stellung, in der das Anschlagelement gegenüber der Bodenebene zumindest geringfügig nach oben hervorragt, in eine zweite Stellung, in der das Anschlagelement mit der Bodenebene im wesentlichen fluchtet, klappbar ist. Erfindungsgemäß ist weiter ein eigentliches Tragelement für das zu fördernde bzw. zu transportierende Werkstück oder Stückgut vorgesehen, auf dessen Oberfläche das jeweilige Werkstück zur Auflage bringbar ist. Dabei ist das Tragelement im Bereich seiner ersten Seitenkante am Anschlagelement im Bereich zwischen dessen Klappachse und dessen gegenüber der Bodenebene hervorragendem Ende angelenkt. Mit seiner gegenüberliegenden Seitenkante ist das Tragelement im wesentlichen frei, das heißt insbesondere frei beweglich auf dem Boden derart zur Auflage bringbar, daß das Tragelement gegenüber der Horizontalebene geneigt ist, wobei die Neigung gleichsinnig zur Neigung des Bodens ausgerichtet ist und der Neigungswinkel des Tragelementes in der ersten, das heißt hochgeklappten Stellung des Anschlagelementes kleiner als der Neigungswinkel des Bodens ist.

Mit anderen Worten bedeutet dies, daß in der ersten hochgeklappten Stellung des Anschlagelementes dieses nicht nur über den Boden, sondern auch über das Tragelement hervorragt, so daß ein auf dem geneigten Tragelement aufliegendes Werkstück oder Stückgut am Anschlagelement zur Anlage bringbar und so während des Transports durch die Förderanlage zuverlässig gegen ein unbeabsichtigtes Heruntergleiten oder Herunterrollen gesichert ist.

Wenn nun zur bestimmungsgemäßen Abgabe des Werkstücks das Anschlagelement in seine zweite Stellung nach unten geklappt wird, in der es mit der Bodenebene im wesentlichen fluchtet, wird zunächst die Anschlagwirkung bezüglich des transportierten und abzugebenden Werkstücks aufgehoben, so daß aufgrund der Gewichtskraft des Werkstücks und der Neigung des Tragelementes eine Schubkraftkomponente in der Tragelementebene entsteht, die bei z. B. zylindrischen Werkstücken oder flächigen Werkstücken mit glatter Oberfläche bereits ausreicht, um ein selbsttätiges Abgleiten oder Abrollen vom Tragelement zu bewirken. Dabei erfolgt aufgrund der Anlenkung des Tragelementes am Anschlagelement in der vorstehend beschriebenen Weise gleichzeitig eine Vergrößerung des Neigungswinkels des Tragelementes, wodurch die Schubkraftkomponente ebenfalls vergrößert und das Abgleiten erleichtert wird.

Gleichzeitig mit dem Absenken der unteren Seitenkante des Tragelementes wird durch die gelenkige Anbindung an das abklappende Anschlagelement das gesamte Tragelement nach vorne, das heißt im wesentlichen in Gleitrichtung, gezogen, wobei das hintere freie Ende bzw. die hintere freie Kante des Tragelementes über den Boden des Trägers gleitet. Aufgrund der Reibung zwischen den zueinander weisenden Oberflächenbereichen des Werkstücks und des Tragelementes wird das Werkstück dabei mehr oder weniger mitgenommen. Nach Erreichen der zweiten Stellung des Anschlagelementes wird die Abklappbewegung und damit auch die Vorwärtsbewegung des angelenkten Tragelementes schlagartig gestoppt, wodurch aufgrund der Massenträgheit des reibungsbehaftet aufliegenden Werkstücks eine Kraftkomponente entsteht, die der zum bestimmungsgemäßen Abgleiten zu überwindenden Haftreibung entgegengesetzt ist und die in Verbindung mit der Gewichtskraft des Werkstücks und der Neigung, insbesondere mit der beim Abklappen zunehmenden Neigung, des Tragelementes zu einem "Losbrechen" und damit zu einem gesicherten Abgleiten des Werkstücks oder Stückgutes führt.

Die Gestaltung des Tragelementes ist grundsätzlich beliebig, solange zum einen sichergestellt ist, daß die zu transportierenden Werkstücke oder Stückgüter zuverlässig aufgenommen und in der vorstehend beschriebenen Weise wieder abgegeben werden können. So kann das Tragelement als im wesentlichen ebene geschlossene oder mit Ausnehmungen versehene Tragplatte oder aber gitter- und/oder rostartig ausgebildet sein.

Um ein leichtes und zuverlässiges Abgleiten des Werkstückes oder Stückgutes sicherzustellen, sind nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung zumindest die Bereiche des Tragelementes, auf denen die zu fördernden Werkstücke zur Auflage gelangen, mit reibungsvermindernden Mitteln versehen. Dies kann beispielsweise durch einfaches Polieren der entsprechenden Oberflächenbereiche des Tragelementes, durch Aufbringen einer reibungsvermindernden Beschichtung, beispielsweise einer Teflon-Beschichtung, oder durch Anbringung reibungsvermindernder Gleitelemente erfolgen.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Anschlagelement als entlang der Seitenkante des Bodens und/oder des Tragelementes ununterbrochen oder zumindest abschnittsweise verlaufende Bordwand ausgebildet, die sich in der ersten Stellung im wesentlichen senkrecht zur Bodenebene erstreckt. Besonders vorteilhaft bei der Gestaltung des Anschlagelementes als Bordwand ist, daß bei der Anlage an der Bordwand gleichzeitig eine Ausrichtung des Werkstückes oder Stückgutes erfolgt, so daß sich dieses bei der Abgabe nach dem Abklappen der Bordwand in einer definierten Position befindet.

In grundsätzlich beliebiger Weise kann der Ort der Anlenkung des Tragelementes am Anschlagelement konstruktiv vorbestimmt werden. Nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung jedoch ist der Ort der Anlenkung des Tragelementes am Anschlagelement in der Höhe, bezogen auf die Bodenebene, und damit die Neigung des Tragelementes in der ersten Stellung des Anschlagelementes veränderbar ausgebildet. Da bei der Höhenverstellung der Anlenkung neben der Veränderung der Neigung des Tragelementes gleichzeitig der Grad der Vorwärtsbewegung des Tragelementes beim Abklappen des Anschlagelementes verändert wird, kann durch diese Höhenverstellung die der Haftreibung entgegenwirkende Kraft in einfacher und leichter Weise entsprechend den jeweiligen Anforderungen, beispielsweise beim Wechsel der Werkstücke oder dergleichen, verändert werden.

Um die Haftreibung zu verringern und das "Losbrechen" des Werkstücks zu erleichtern, erfolgt nach einer Ausführungsform der Erfindung das Abklappen des Anschlagelementes bzw. der Bordwand von der ersten in die zweite Stellung beschleunigt. Dies kann beispielsweise durch die Verwendung einer vorgespannten energiespeichernden Einheit, insbesondere einer vorgespannte metallischen oder elastomeren Feder oder Federeinheit erreicht werden, die nach dem Entriegeln mittelbar oder unmittelbar auf das Anschlagelement die Abklappbewegung beschleunigend einwirkt. Dadurch kann kurzfristig die auf das Tragelement wirkende Normalkraft und damit die Haftreibung verringert werden. Vorzugsweise ist die Beschleunigung größer als die Erdbeschleunigung, da dann die Haftreibung vollständig aufgehoben und der Abgleitvorgang eingeleitet werden kann.

Nach einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Anschlagelement in seiner ersten Stellung lösbar verriegelbar ausgebildet. Dabei kann die Verriegelung formschlüssig, insbesondere mechanisch, beispielsweise durch mindestens einen hakenartigen Riegel am Anschlagelement, der eine dazu form- und funktionskomplementäre Rastnase am Boden hintergreift, (oder umgekehrt) ausgebildet sein. Die Betätigung des Riegels kann dabei mechanisch, elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch erfolgen. In grundsätzlich beliebiger Weise kann die Verriegelung jedoch auch kraftschlüssig erfolgen, beispielsweise mittels eines Elektro- oder Dauermagneten oder durch Andruck mittels eines Pneumatik- oder Hydraulikzylinders. Wesentlich dabei ist lediglich, daß zum einen während des Transportes des Werkstückes eine sichere Verriegelung erfolgt und zum anderen diese Verriegelung zur Abgabe lösbar ausgebildet ist.

Eine besonders bevorzugte Gestaltung ergibt sich, wenn nach Erreichen einer bestimmungsgemäß anzufahrenden Station die Abgabe des Werkstückes an diese Station, beispielsweise eine Verpackungsstation, selbsttätig erfolgt. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt dabei die Entriegelung des Anschlagelementes durch mechanischen Eingriff mit zur Verriegelung form- und/oder funktionskomplementären ortsfest, das heißt am Ort der gewünschten Abgabe des Werkstückes, an der Förderanlage angeordneten Betätigungselementen. Diese Betätigungselemente können beispielsweise durch mechanische Anschläge gebildet sein, die die Entriegelung unmittelbar mechanisch, beispielsweise durch Anheben eines Riegels, oder aber mittelbar, beispielsweise durch Betätigung eines Pneumatik- oder Hydraulikventils oder eines elektrischen Schalters bewirken.

Alternativ dazu kann die Entriegelung des Anschlagelementes durch ein elektrisches Signal, insbesondere durch ein berührungslos übertragbares Signal, erfolgen. Dies kann ein induktiv, kapazitiv oder per Funk übertragbares elektrisches Signal sein, das beispielsweise die elektromagnetische Verriegelung des Anschlagelementes bzw. der Bordwand löst. Insbesondere bei der Entriegelung mittels per Funk übertragbarer Signale ist ohne aufwendige Umrüstung der Förderanlage die Abgabe der Werkstücke wahlfrei an beliebigen Orten in einfacher und kostengünstiger Weise zu realisieren.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel erfolgt die Entriegelung des Anschlagelementes programmgesteuert. Dazu kann beispielsweise die Verriegelung des Trägers bzw. des Anschlagelementes unmittelbar mit einem programmgesteuerten Rechner verbunden sein und von diesem nach den Programmvorgaben angesteuert und damit entriegelt werden. Alternativ dazu können jedoch auch an der Förderanlage angeordnete mechanische Anschläge, beispielsweise in Form von elektrisch oder pneumatisch betätigbaren Stiften, die programmgesteuert wahlweise in eine Eingriffposition bringbar und aus dieser entfernbar sind, eine programmgesteuerte wahlfreie mechanische Entriegelung und damit eine Abgabe des jeweiligen Werkstückes an nahezu beliebiger Stelle bewirken.

Im folgenden wird die Erfindung anhand lediglich ein Ausführungsbeispiel zeigender Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trägers im Querschnitt mit hochgeklappter Bordwand in Anschlagstellung; und

Fig. 2 das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 in einer entsprechenden Darstellung mit abgeklappter Bordwand in Abgabestellung.

Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trägers 1 weist ein Grundgestell 2 mit einer Basisplatte 3 und einer daran angeordneten Seitenwand 4 auf. Über eine Tragplatte 5 ist der Träger 1 an eine nicht dargestellte Gliederkette eines lediglich schematisch angedeuteten Gliederkettenförderers 6 derart gekoppelt, daß bei der Bewegung der Gliederkette der Träger 1 mitgenommen wird. Die Laufrichtung der Gliederkette und damit die Transportrichtung des Trägers 1 verläuft in der Darstellung nach Fig. 1 senkrecht zur Zeichenebene. Die Kopplung zwischen Gliederkette und Träger 1 kann in grundsätzlich beliebiger Weise formschlüssig, beispielsweise durch mechanischen Eingriff, oder kraftschlüssig, insbesondere durch Reibung zwischen der Tragplatte 5 und der Oberfläche der Gliederkette erfolgen.

Am Grundgestell 2 ist ein Boden 7 angeordnet, der gegenüber der Horizontalebene 8 um eine Achse, die im wesentlichen parallel zur Förderrichtung des Trägers 1 und damit senkrecht zur Zeichenebene verläuft, um den Winkel α geneigt ist. An der unteren Seitenkante 9 des Bodens 7 ist ein Anschlagelement 10 in Form einer Bordwand um die Achse 12 verschwenk- bzw. klappbar angelenkt. In Fig. 1 befindet sich das Anschlagelement 10 in einer ersten Stellung, in der sich die Bordwand im wesentlichen senkrecht zur Bodenebene erstreckt und gegenüber dieser um die Bordwandhöhe nach oben hervorragt, so daß sich im Querschnitt eine schräg liegend L-förmige Gestaltung von Boden 7 und Bordwand bzw. Anschlagelement 10 ergibt.

Ein Tragelement 11, auf dem das zu transportierende und abzugebende Werkstück 13 zur Auflage bringbar ist, ist im Bereich seiner ersten Seitenkante 14 verschwenkbar am Anschlagelement 10 angelenkt. Dabei erfolgt die Anlenkung 15 am Anschlagelement 10 im Bereich zwischen der Klappachse 12 und dem Ende 16. Die der ersten Seitenkante 14 gegenüberliegende zweite Seitenkante 17 des Tragelementes 11 liegt frei bzw. lose auf dem Boden 7 auf. Der Ort der Anlenkung des Tragelementes 11 am Anschlagelement 10, die Länge des Tragelementes 11 zwischen den Seitenkanten 14 und 17 sowie die Neigung des Bodens 7 sind dabei so gewählt, daß sich eine zur Neigung des Bodens 7 gleichsinnige Neigung des Tragelementes 11 ergibt, wobei jedoch der Neigungswinkel β zwischen Tragelement 11 und der Horizontalen kleiner ist als der Neigungswinkel α.

Auf das Tragelement 11 ist ein flächiges zu transportierendes Werkstück 13 in Form beispielsweise eines Buches so aufgelegt, daß es aufgrund der Neigung des Tragelementes 11 und seiner Gewichtskraft, die eine Normalkraftkomponente senkrecht zum Tragelement 11 und eine Schubkraftkomponente in der Tragelementebene in Richtung auf das Anschlagelement 10 bewirkt, am Anschlagelement 10 zur Anlage gelangt. Dabei erfolgt gleichzeitig eine Ausrichtung des Werkstückes 13 entlang der senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden Bordwand 10, so daß sich eine definierte Position des Werkstücks 13 ergibt.

Nach Erreichen einer Position, in der das Werkstück 13 vom Träger 1 abgegeben werden soll (Fig. 2) erfolgt ein Abklappen des Anschlagelementes bzw. der Bordwand 10 um die Achse 12 nach unten in Richtung des Pfeils F in eine Stellung, in der der Boden 7 und die Bordwand 10 im wesentlichen fluchten, das heißt gemeinsam eine im wesentlichen ebene geneigte Fläche bilden. Das Abklappen wird durch ein Lösen der nicht dargestellten Verriegelung der Bordwand 10 beispielsweise über mechanisch wirkende Anschläge an der Förderanlage, die die mechanische Verriegelung der Bordwand in diese eingreifend lösen, eingeleitet. Das Abklappen selbst erfolgt aufgrund der Gewichtskraft der Bordwand 10, die ein Klappmoment um die Achse 12 bewirkt, und kann gegebenenfalls beispielsweise durch eine Feder oder dergleichen unterstützt werden.

Mit dem Abklappen des Anschlagelementes bzw. der Bordwand 10 wird aufgrund der gelenkigen Anbindung 15 des Tragelementes 11 an der Bordwand 10 und aufgrund der freien oder losen Auflage des gegenüberliegenden Endes des Tragelementes 11 auf dem Boden 7 des Trägers 1 das Tragelement 11 nach vorne im wesentlichen in Richtung des Pfeiles B gezogen, wobei gleichzeitig der Neigungswinkel β des Tragelementes gegenüber der Horizontalen vergrößert wird. Dadurch wird zum einen die Normalkraft bezüglich der Tragelementebene und damit die Reibkraft insgesamt verringert und zum anderen das Werkstück 13 in Richtung des Pfeils B beschleunigt. Nach Erreichen der in Fig. 2 dargestellten Endstellung der Bordwand 10 wird diese mehr oder weniger schlagartig in ihrer abwärts und vorwärts gerichteten Klappbewegung gestoppt, während das lediglich reibungsbehaftet auf dem Tragelement 11 aufliegende Werkstück aufgrund seiner Massenträgheit eine Kraft erfährt, die der Haftreibung entgegengesetzt ist und zu einem "Losbrechen" und bestimmungsgemäßen Abgleiten des Werkstücks 13 führt.

Um eine Einstellung des Trägers 1 an unterschiedliche Werkstücke mit unterschiedlichen Reibeigenschaften zu ermöglichen, ist die Anlenkung 15 des Tragelementes 11 am Anschlagelement 10 in Richtung des Pfeils H (Fig. 1) höhenverstellbar ausgebildet.


Anspruch[de]
  1. 1. Träger zum Transport von Werkstücken (13), der derart an ein Fördermittel koppelbar ist, daß der Träger (1) unter Mitnahme durch das Fördermittel durch eine Förderanlage transportierbar ist, und bei dem die Werkstücke (13) an vorbestimmten Abgabestellen durch Abgleiten von einer Auflagefläche abgebbar sind, mit einem Boden (7), der um eine Achse, die im wesentlichen parallel zur Förderrichtung des Trägers (1) verläuft, gegenüber der Horizontalebene geneigt ist, und mindestens einem am Boden (7) im Bereich der unteren Seitenkante (9) angelenkten abklappbaren Anschlagelement (10), das aus einer ersten Stellung, in der das Anschlagelement (10) gegenüber der Bodenebene zumindest geringfügig nach oben hervorragt und die Werkstücke (13) am Abgleiten hindert, in eine zweite Stellung, in der das Anschlagelement (10) mit der Bodenebene im wesentlichen fluchtet, klappbar ist, gekennzeichnet durch ein Tragelement (11) für das zu fördernde Werkstück (13), wobei das Tragelement (11) im Bereich seiner unteren Seitenkante (14) am Anschlagelement (10) im Bereich zwischen dessen Klappachse (12) am Boden (7) und dessen gegenüber der Bodenebene hervorragendem äußeren Ende (16) angelenkt und mit seiner gegenüberliegenden oberen Seitenkante (17) frei auf dem Boden (7) derart zur Auflage bringbar ist, daß das Tragelement (11) gleichsinnig zum Boden (7) gegenüber der Horizontalebene geneigt ist, wobei der Neigungswinkel (β) des Tragelementes (11) in der ersten Stellung des Anschlagelementes (10) kleiner als der Neigungswinkel (α) des Bodens (7) ist.
  2. 2. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragelement (11) als im wesentlichen ebene geschlossene oder mit Ausnehmungen versehene Tragplatte ausgebildet ist.
  3. 3. Träger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tragelement (11) gitter- und/oder rostartig ausgebildet ist.
  4. 4. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Bereiche des Tragelementes (11), auf denen die zu fördernden Werkstücke (13) zur Auflage gelangen, mit reibungsvermindernden Mitteln versehen sind.
  5. 5. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagelement (10) als entlang der Seitenkante des Bodens (7) und/oder des Tragelementes (11) ununterbrochen oder zumindest abschnittsweise verlaufende Bordwand ausgebildet ist, die sich in der ersten Stellung im wesentlichen senkrecht zur Bodenebene erstreckt.
  6. 6. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ort der Anlenkung (15) des Tragelementes (11) am Anschlagelement (10) in der Höhe, bezogen auf die Bodenebene, und damit die Neigung des Tragelementes (11) in der ersten Stellung des Anschlagelementes (10) veränderbar ist.
  7. 7. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abklappen des Anschlagelementes (10) von der ersten in die zweite Stellung beschleunigt, insbesondere federunterstützt erfolgt, wobei vorzugsweise die Beschleunigung größer als die Erdbeschleunigung ist.
  8. 8. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagelement (10) in seiner ersten Stellung formschlüssig, insbesondere mechanisch, oder kraftschlüssig lösbar verriegelbar ist.
  9. 9. Träger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Entriegelung des Anschlagelementes (10) durch mechanischen Eingriff mit zur Verriegelung form- und/oder funktionskomplementären ortsfest an der Förderanlage angeordneten Betätigungselementen, durch ein elektrisches Signal, insbesondere durch ein berührungslos übertragbares Signal, oder programmgesteuert erfolgt.






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