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Dokumentenidentifikation DE19911178A1 16.09.1999
Titel Zugeinrichtung zum Heben oder Schleppen von Lasten
Anmelder Tiefenbach GmbH, 45549 Sprockhövel, DE
Erfinder Burghoff, Jürgen, 45529 Hattingen, DE
Vertreter Pfingsten, D., Dipl.-Ing., Rechtsanw., 42897 Remscheid
DE-Anmeldedatum 12.03.1999
DE-Aktenzeichen 19911178
Offenlegungstag 16.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.09.1999
IPC-Hauptklasse B61J 3/04
Zusammenfassung Die Zugeinrichtung weist zum Heben oder Schleppen von Lasten mittels eines Zugseils (4, 5) eine Steuereinrichtung und einen durch sie gesteuerten Antriebsmotor für das Zugseil auf. Das Zugseil wird durch einen induktiven Näherungsschalter abgetastet, der mit einem geringen Abstand zu dem laufenden Zugseil (4, 5) angeordnet und mit der Steuereinrichtung des Antriebsmotors zur Erfassung einer unzulässigen Schwächung des Seils verbunden ist. Durch zwei induktive Näherungsschalter, die mit einem geringen Abstand zu dem laufenden Zugseil angeordnet sind und sich radial zum Zugseil gegenüberliegen, wird erreicht, daß nur gleichsinnig sich vergrößernde Abstände zwischen der Seiloberfläche und den beiden Näherungsschaltern oder nur einseitig sich zeigende Abstandsänderung zwischen der Seiloberfläche und einem der Näherungsschalter als Schwächung des Seils erfaßt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Zugeinrichtung zum Heben oder Schleppen von Lasten mittels eines Zugseils nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine solche Zugeinrichtung ist z. B. in der Form einer Rangieranlage mit Waggonfördereinrichtung durch die DE 41 01 078 sowie die DE 197 54 094.5, angemeldet am 8.12.97 (bzw. die daraus hervorgegangene Anmeldung) bekannt. Sie wird im Eisenbahnbetrieb zum Verschieben, Verteilen und Positionieren von Eisenbahnwaggons eingesetzt.

Die Zugeinrichtung weist einen Antriebsmotor für das Zugseil auf. Das Zugseil ist mit der Last, z. B. einem Waggon kuppelbar. Die Last wird durch das Zugseil gehoben und gesenkt bzw. in dem o.g. Fall werden Waggons die durch Seilzug längs der Verteilgleise, Verladegleise, Richtungsgleise, Waschstraßen verfahren.

Die Erfindung löst die Aufgabe, den Seilzug zu überwachen und Unfälle durch Seilbruch zu vermeiden.

Die Lösung nach Anspruch 1 hat den Vorteil, daß eine Schwächung des Seils durch Bruch oder Abnutzung einzelner oder mehrerer Drähte oder Litzen sich durch die laufende Überwachung des Seils frühzeitig ankündigt, so daß eine präventive Auswechselung des Seils möglich ist, wenn durch die der Förderanlage zugeordnete Steuerung (Mikrocomputer) festgestellt wird, daß ein Sicherheitsgrenzwert über- bzw. unterschritten ist.

Als Detektor wird eine Induktionsspule verwandt, in deren Magnetfluß das Seil bewegt wird. Die Induktionsspule ist in einen Schwingkreis eingeschaltet, der durch das Seil bedämpft wird. Ein solcher Detektor ist als Näherungsschalter bezeichnet und mit seiner Schaltung z. B. in der Anmeldung AT A1757/93 beschrieben.

Zur störungsfreien Erfassung von Seilfehlern werden zwei Näherungsschalter eingesetzt nach Anspruch 2.

Die Anwendung nach Anspruch 3 gewährleistet einen sicheren Betrieb der Waggon- Förderanlage.

Der Vorteil der automatischen Überwachung und Erfassung von Seilschwächungen nach der Erfindung macht sich insbesondere bei Anlagen geltend, die einem rauhen Betrieb im Freien ausgesetzt sind, bei dem eine laufende Überwachung des Zugseils von Hand wegen der Art der Anlage, aber auch wegen Schmutz und sonstiger Störungen oder wegen der Geschwindigkeit des Zugseils nicht möglich ist.

Im folgenden wird als Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Rangieranlage mit Zugseilüberwachung anhand der Zeichnung beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Rangieranlage mit Waggonfördereinrichtung

Fig. 2 Detail aus Fig. 1 mit Näherungsschaltern.

Die Waggonfördereinrichtung 1 ist in Rollen 2 auf einer Schienenbahn 3 geführt. Bezüglich der weiteren Ausgestaltung und der Kupplung mit einem zu fördernden Waggon wird auf die DE-PS 37 11 411 verwiesen. Die Waggonfördereinrichtung ist an einer Stirnseite mit dem Schleppseil 4 und auf der anderen Stirnseite mit dem Rückholseil 5 verbunden. Zum Aufwinden des Schleppseils dient die Schlepp- Motorwinde 6. Zum Aufwinden des Rückholseils dient die Rückhol-Motorwinde 7. Jede Motorwinde besteht aus einer Windentrommel 8 bzw. 9, die im Aufwickelsinne durch einen Asynchronmotor (Schleppmotor 10 bzw. Rückholmotor 11) angetrieben wird. Die Motoren sind durch eine Steueranlage 12 steuerbar oder regelbar. Durch Programmierung der Steueranlage oder entsprechende Verknüpfung der Schalter sind die Motoren gegeneinander verriegelt; d. h.: wenn einer der Motoren im Aufwindesinne in Betrieb gesetzt wird, kann der andere der Motoren nicht ebenfalls im Aufwickelsinne in Betrieb gesetzt werden. Die Motorwinden sind fest mit dem Untergrund verbunden. Es ist nicht erforderlich, daß eine der Motorwinden z. B. unter Federkraft beweglich gelagert wird; vielmehr wird die erforderliche Seilspannung dadurch aufrechterhalten, daß die jeweils nicht angetriebene Motorwinde geschleppt wird. Insbesondere im Rückholbetrieb kann es vorkommen, daß das zum Schleppen der Schlepp-Motorwinde erforderliche Drehmoment nicht zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Seilspannung ausreicht; in diesem Falle wird die Schlepp-Motorwinde im elektrischen Bremsbetrieb betrieben.

Der Schleppmotor 10 ist vorzugsweise mit einer höheren Nennleistung ausgelegt als der Rückholmotor 11. Die Motoren sind über Getriebe 13 bzw. 14 mit der Seiltrommel verbunden. Die Motoren werden vorzugsweise durch separate Frequenzumrichter 15 bzw. 16 betrieben. Dadurch ist es möglich, die Motoren mit unterschiedlicher Drehzahl anzutreiben und insbesondere für den Rückholbetrieb eine höhere Geschwindigkeit vorzogeben als für den Schleppbetrieb. Ferner kann auch die Rückhol-Winde mit einer mechanischen Bremse 17 verbunden sein, so daß es möglich ist, den geschleppten Waggon an einer gewünschten Position abzubremsen. Dazu kann auch die Schleppwinde mit einer mechanischen oder elektrischen Bremse ausgerüstet sein.

In Fig. 2 sind Seildetektoren im Bereich der Schleppwinde angeordnet. Es handelt sich um zwei Näherungsschalter 18 mit Schwingkreis 19. Die Ausgangssignale jedes der Schwingkreise werden in einer Schaltung, z. B.: Brückenschaltung 20 zusammengeführt. Das Ausgangssignal 21 der Brückenschaltungen wird in der Steuereinrichtung 12 ausgewertet und zur Steuerung der Waggonfördereinrichtung benutzt.

Die Schaltung 20 und Steuerung 12 sind folgender maßen auf einander abgestimmt:

Wenn das Ausgangssignal des einen Näherungsschalters abnimmt und das andere im gleichen Maße zunimmt, gibt die Brücke kein Signal ab: dies ist lediglich ein Zeichen dafür, daß das Seil nicht genau zentrisch zwischen beiden Näherungsschaltern läuft.

Wenn einer der Näherungsschalter ein Signal gibt, während das Signal des anderen unverändert bleibt, so ist dies die Anzeige eines aus dem Seil herausstehenden gebrochenen Drahtendes. Dieses wird registriert und es erfolgt eine Zählung gleichartiger Signalkombinationen. Wenn die Zahl der gebrochenen Drahtenden pro Längeneinheit ein vorgegebenes Maß überschreitet, erfolgt die Abschaltung der Waggonfördereinrichtung.

Wenn beide Näherungsschalter ein Signal zeigen im Sinne eines sich vergrößernden Abstandes des Seils von beiden Näherungsschaltern, so ist dies ein Zeichen dafür, daß der Querschnitt des Seils sich vermindert und ein Seilbruch bevorsteht. In diesem Falle erfolgt eine sofortige Abschaltung der Waggonfördereinrichtung. Bezugszeichenliste 1 Waggonfördereinrichtung

2 Rollen

3 Schienenbahn

4 Schleppseil

5 Rückholseil

6 Schlepp-Motorwinde

7 Rückhol-Motorwinde

8 Windentrommel

9 Windentrommel

10 Asynchronmotor, Schleppmotor

11 Asynchronmotor, Rückholmotor

12 Steueranlage

13 Getriebe 13

14 Getriebe

15 Frequenzumrichter

16 Frequenzumrichter

17 mechanischen Bremse

18 Näherungsschalter

19 Schwingkreis

20 Brückenschaltung

21 Ausgangssignal


Anspruch[de]
  1. 1. Zugeinrichtung zum Heben oder Schleppen von Lasten mittels eines Zugseils (4, 5), das mit der Last verbunden ist und mittels einer Steuereinrichtung und einem dadurch gesteuerten Antriebsmotor für das Zugseil in Schlepp- bzw. Heberichtung und in der Absenkrichtung (Rückrichtung) antreibbar ist;

    Kennzeichen:

    das Zugseil wird durch einen induktiven Näherungsschalter abgetastet, der mit einem geringen Abstand zu dem laufenden Zugseil (4,5) angeordnet und mit der Steuereinrichtung des Antriebsmotors zur Erfassung einer unzulässigen Schwächung des Seils verbunden ist.
  2. 2. Zugeinrichtung nach Anspruch 1,

    Kennzeichen:

    das Zugseil wird durch zwei induktive Näherungsschalter abgetastet, die mit einem geringen Abstand zu dem laufenden Zugseil angeordnet sind und sich radial zum Zugseil gegenüberliegen, wobei die Näherungsschalter mit der Steuereinrichtung des Antriebsmotors zur Erfassung einer unzulässigen Schwächung des Seils derart verbunden sind, daß nur gleichsinnig sich vergrößernde Abstände zwischen der Seiloberfläche und den beiden Näherungsschaltern oder nur einseitig sich zeigende Abstandsänderung zwischen der Seiloberfläche und einem der Näherungsschalter als Schwächung des Seils erfaßt werden.
  3. 3. Zugeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugeinrichtung eine Rangieranlage mit einer Waggonfördereinrichtung (1) zum Verschieben, Verteilen und Positionieren von Eisenbahnwaggons ist, und daß die Waggonfördereinrichtung mit dem Zugseil verbunden und mittels des Antriebs für das Zugseil in Schlepp- und in Rückholrichtung längs einer Förderstrecke fahrbar ist.






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