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Dokumentenidentifikation DE19812492A1 23.09.1999
Titel Rotierende Kehrwalze zur Oberflächenreinigung von Straßen
Anmelder Siegert, Helmut, 55595 Argenschwang, DE
Erfinder Siegert, Helmut, 55595 Argenschwang, DE
Vertreter Patentanwälte BECKER & AUE, 55411 Bingen
DE-Anmeldedatum 21.03.1998
DE-Aktenzeichen 19812492
Offenlegungstag 23.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.09.1999
IPC-Hauptklasse E01H 1/05
Zusammenfassung Eine rotierende Kehrwalze mit umfangsseitigen Borstenbüscheln (2) zur Oberflächenreinigung von Straßen umfaßt eine in einem höhenverstellbaren Halterahmen einer Kehrmaschine gelagerte Antriebswelle (4). Die Borstenbüschel (2) sind mindestens auf einer fliehkraftgesteuerten, zu der Antriebswelle (4) bogenförmig ausgebildeten Halteplatte (3) befestigt, die um ein in Drehrichtung der Kehrwalze im vorderen Bereich (10) der Halteplatte (3) angeordnetes, ortsfestes Lager (11) verschwenkbar ist. Während der Kehrfunktion der Kehrwalze beim Auftreten einer Vertiefung in der zu kehrenden Oberfläche beschreibt das hintere Ende (16) der Halteplatte (3) eine größere Kreisbahn (17) als das vordere Ende (18) der Halteplatte (3). Dadurch ist die Reinigung unebener Oberflächen ohne erhöhten Anpreßdruck der Borstenbüschel (2) auf denselben möglich, da sich die Halteplatten (3) aufgrund ihrer Schwenkbewegung dem Oberflächenprofil anpassen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine rotierende Kehrwalze zur Oberflächenreinigung von Straßen und dgl. mit einer in einem höhenverstellbaren Halterahmen einer Kehrmaschine gelagerten Antriebswelle und mit umfangsseitigen Borstenbüscheln.

Bekannte Kehrwalzen umfassen im wesentlichen mehrere, mit Borstenbüscheln bestückte Scheiben, die parallel zueinander auf einer gemeinsamen Hohlwelle angeordnet sind. Die Hohlwelle wird zur Übertragung der Rotationsbewegung auf eine Antriebswelle einer Kehrmaschine geschoben. Die Kehrwalze ist in einem Halterahmen der Kehrmaschine gelagert. Um geringe Unebenheiten der zu kehrenden Oberfläche auszugleichen, ohne daß die Borstenbüschel der Scheiben zu stark an die Oberfläche angepreßt werden, ist der Halterahmen höhenverstellbar gelagert. Zur Erzielung einer kontinuierlichen Anpassung des Abstandes der Kehrwalze an die zu kehrende Oberfläche erfolgt die Höhenverstellung des Halterahmens mittels einer pendelnden Lagerung oder mittels Sensoren, die den Abstand des Halterahmens zu der Oberfläche stets überprüfen und eine entsprechende Höhenverstellung auslösen. Problematisch ist bei diesen Arten der Höhenverstellung immer der Anpreßdruck der Borstenbüschel auf die zu reinigende Oberfläche. Ist der Anpreßdruck zu hoch, erfolgt ein zu schneller Verschleiß der Borstenbüschel. Ist dagegen der Anpreßdruck zu gering, ergibt sich ein nicht zufriedenstellendes Reinigungsergebnis. Bei fortgeschrittenem Verschleiß der Borstenbüschel muß die Kehrwalze komplett demontiert und entweder einzelne oder alle Besensegmente ausgetauscht werden.

Zum Auskehren von Längsrinnen und Bahnschienen werden spezielle Besen als Zubehör an der Kehrmaschine montiert, da die bekannten Kehrwalzen solche Vertiefungen nicht reinigen können. Bereits Schlaglöcher in der zu kehrenden Oberfläche stellen für bekannte Kehrwalzen Probleme dar. Es ist nahezu unmöglich mit bestimmten Kehrwalzenabschnitten Schlaglöcher auszukehren, ohne daß die anderen Kehrwalzenabschnitte gleichzeitig einem zu hohen Anpreßdruck ausgesetzt sind.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine rotierende Kehrwalze der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine Reinigung unebener Oberflächen von Straßen und dgl. ermöglicht, ohne daß die Borsten einem übermäßigen Verschleiß durch zu hohen Anpreßdruck auf der zu reinigenden Oberfläche unterliegen, wobei keine stetige Höhenanpassung der Kehrwalze erfolgen muß.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Borstenbüschel mindestens auf einer zu der Antriebswelle bogenförmig ausgebildeten, fliehkraftgesteuerten Halteplatte befestigt sind, die um ein in Drehrichtung der Kehrwalze im vorderen Bereich der Halteplatte angeordnetes, ortsfestes Lager verschwenkbar ist, wobei während der Kehrfunktion der Kehrwalze beim Auftreten einer Vertiefung in der zu kehrenden Oberfläche das hintere Ende der Halteplatte eine größere Kreisbahn als das vordere Ende der Halteplatte beschreibt.

Aufgrund der Fliehkraftsteuerung der bogenförmigen Halteplatte und der Anordnung des ortsfesten Lagers, um das die Halteplatte verschwenkbar ist, kann in Abhängigkeit von der eingestellten Drehzahl der Kehrwalze ein bestimmter Anpreßdruck der auf der Halteplatte befestigten Borstenbüschel auf der zu kehrenden Oberfläche eingestellt werden. Durch die resultierende Fliehkraft, die an der Halteplatte wirkt, wird das hintere Ende der Halteplatte beim Auftreten einer Vertiefung in der zu kehrenden Oberfläche stark nach außen gezogen und beschreibt in dieser ausgeschwenkten Endlage eine größere Kreisbahn als das vordere Ende der Halteplatte. Der Radius der großen Kreisbahn stellt den maximalen Abstand der Mittelachse der Kehrwalze zu der zu kehrenden Oberfläche dar. Normalerweise ist die Höhe der Kehrwalze so einzustellen, daß sich auf einer ebenen Oberfläche die umfangsseitigen Borstenbüschel der Halteplatte während der Kehrfunktion im Eingriff befinden. Diese Höheneinstellung gewährleistet die zuverlässige Reinigung von Erhebungen und Vertiefungen im Oberflächenprofil, da sich die Halteplatte durch die Schwenkbewegung der jeweiligen Situation in weiten Bereichen anpaßt, ohne daß der Anpreßdruck der Borstenbüschel auf der Oberfläche unzulässig groß ist, da dieser von der Fliehkraft bewirkt wird. Durch die Vermeidung eines zu großen Anpreßdruckes der Borstenbüschel auf der Oberfläche sind diese einem sehr geringen Verschleiß ausgesetzt.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung stehen die außenseitig auf der Halteplatte angeordneten Borstenbüschel in Drehrichtung der Kehrwalze leicht nach hinten. Diese Schrägstellung der Borstenbüschel bewirkt ein Abfedern dergestalt, daß die ausgestellte Halteplatte bei Berührung der Borstenbüschel mit der zu kehrenden Oberfläche durch die Elastizität der Borstenbüschel abgefangen und zurückgestellt wird, ohne daß bei diesem Vorgang die Borsten der Borstenbüschel brechen.

Zweckmäßigerweise ist die Halteplatte kreisbogenförmig oder evolventenförmig ausgebildet. Die kreisbogenförmige Halteplatte ist einfach herstellbar und ergibt gute Kehreigenschaften. Die evolventenförmige Halteplatte bietet gegenüber der kreisbogenförmigen Halteplatte verbesserte Kehreigenschaften, da sich mehrere hintereinanderliegende Reihen von Borstenbüscheln gleichzeitig im Eingriff auf der zu kehrenden Oberfläche befinden.

Bevorzugt sind mindestens zwei Halteplatten in einer vertikalen Ebene der Kehrwalze gegenüberliegend angeordnet. Weiterhin sind mehrere, jeweils gegenüberliegende Halteplatten nebeneinanderliegend angeordnet. Ferner sind die nebeneinanderliegenden Halteplatten versetzt zueinander angeordnet. Diese Maßnahmen bewirken ein verbessertes Reinigungsergebnis, da die Halteplatten in ihrer Breite relativ schmal ausgeführt werden können und sich so dem über die Breite der Kehrwalze verändernden Oberflächenprofil anpassen. Das Kehren von eingelassenen Bahnschienen und relativ tiefen Wasserabflußrinnen, die in Längsrichtung der zu kehrenden Oberfläche verlaufen, ist sonach sichergestellt. Selbstverständlich ist auch die Anordnung von drei und mehr Halteplatten in einer vertikalen Ebene der Kehrwalze möglich.

Zur Erzielung einer gewissen gegenseitigen Überlappung der Halteplatten bei der Rotation der Kehrwalze ist zweckmäßigerweise der der bogenförmigen Halteplatte zugeordnete Winkel größer als 90°.

Um die Halteplatten mit den darauf befestigten Borstenbüscheln bei fortgeschrittenem Verschleiß der Borstenbüschel leicht wechseln zu können, ohne daß die Kehrwalze demontiert werden muß, sind die Halteplatten lösbar über eine Halteeinrichtung mit dem jeweils zugeordneten Lager verbunden.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung trägt das ortsfeste Lager der Halteplatte einen mit der Halteplatte verbundenen Schwenkarm, dessen freies Ende mit ortsfesten Anschlägen zusammenwirkt. Hierbei befindet sich das freie Ende des Schwenkarmes in einer Ebene mit dem hinteren Ende der Halteplatte. Das bedingt eine Begrenzung der Schwenkbewegung der Halteplatte. Gleichzeitig wirkt der Schwenkarm als Gegengewicht zu der ihm zugeordneten Halteplatte und beeinflußt so die Fliehkraftsteuerung derselben.

Damit eine separate Anbringung der dem freien Ende des Schwenkarms zugeordneten Anschläge vermieden werden kann, ist der eine ortsfeste Anschlag die Antriebswelle und der andere ortsfeste Anschlag das Lager der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte. Diese beiden ortsfesten Anschläge begrenzen den Schwenkwinkel der Halteplatte auf einen Wert, der kleiner als 90° ist, und bewirken so eine zufriedenstellende Reinigungswirkung der Borstenbüschel sowohl bei dem Erreichen der ausgeschwenkten Endlage der Halteplatte, bei der der Schwenkarm gegen die Antriebswelle der Kehrwalze anschlägt, als auch bei dem Erreichen einer eingeschwenkten Endlage der Halteplatte, in der das hintere und das vordere Ende der Halteplatte beim Anschlagen des Schwenkarmes gegen das Lager der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte die gleiche Kreisbahn beschreiben.

Zweckmäßigerweise trägt die Antriebswelle an ihren Enden jeweils ein Antriebskreuz, die durch an den freien Enden ihrer Arme befestigte Achsen miteinander verbunden sind. Die Achsen nehmen zwischen den Antriebskreuzen die Lager der Halteplatten auf. Diese Ausführung der Lagerung der Halteplatten ermöglicht gleichzeitig deren Antrieb. Die Anzahl der Arme jedes Antriebskreuzes und damit auch die Anzahl der verbindenden Achsen ist durch die jeweilige Anzahl der gegenüberliegenden Halteplatten in einer vertikalen Ebene und durch die Anzahl der gegenüberliegenden Halteplatten der benachbarten vertikalen Ebene der Kehrwalze vorgegeben. Ferner ist die Konstruktion verschleißarm und wartungsfreundlich.

Zur Verwirklichung einer einfachen Nebeneinanderordnung der versetzt zueinander angeordneten Halteplatten sind die Lager der Halteplatten als Rundrohr-Abschnitte ausgebildet, deren Länge dem Doppelten der wirksamen Breite der nebeneinandergeordneten Borstenbüschel einer Halteplatte entspricht und deren Innendurchmesser geringfügig größer als der Außendurchmesser der Achsen dimensioniert ist. Aufgrund der gewählten Lagerlänge entfällt die Beabstandung der Halteplatten zueinander mittels Distanzstücken. Selbstverständlich sind Distanzstücke jeweils im Endbereich der nebeneinandergeordneten Halteplatten jeweils unmittelbar vor dem entsprechenden Antriebskreuz vorzusehen. Die Lagerung und die Beabstandung sind robust ausgebildet und gegen Beschädigungen unempfindlich.

Zweckmäßigerweise ist zur Erzielung einer definierten Fliehkraftsteuerung der Halteplatte ein Fliehgewicht im vorderen Bereich der Halteplatte zugeordnet. Das Fliehgewicht ist so bemessen, daß sich bei Stillstand der Kehrwalze jede der zu kehrenden Oberfläche zugewandte Halteplatte mit daran festgelegtem Schwenkarm im stabilen Gleichgewichtszustand befindet.

Um den Abtransport der Kehrgutes von der zu kehrenden Oberfläche in die gewünschte Richtung zu ermöglichen, sind die Halteplatten rechtwinklig oder schräg zur Antriebswelle angeordnet. Der Abtransport der Kehrgutes in einen hinter der Kehrwalze angeordneten Abfallbehälter oder zur Seite ist sonach realisierbar.

Entsprechend der auf der zu kehrenden Oberfläche befindlichen Verunreinigung bestehen die auf der Halteplatte angeordneten Borstenbüschel aus Natur-, Kunststoff- oder Metallborsten bzw. aus Kombinationen dieser Materialien. Ferner sind die Borsten im Querschnitt rund oder rechteckförmig ausgebildet. Dadurch ist die Beseitigung loser Verunreinigung bis hin zu Schnee und Eis von der zu kehrenden Oberfläche möglich.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Antriebswelle als Hohlwelle ausgebildet und auf eine damit korrespondierende Antriebswelle der Kehrmaschine aufschiebbar. Diese Maßnahme ermöglicht den nachträglichen Einbau der Kehrwalze in handelsübliche Kehrmaschinen nahezu jeder Größe.

Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Kehrwalze,

Fig. 2 einen Schnitt durch die Darstellung nach Fig. 1 gemäß der Linie II-II, wobei sich eine Halteplatte in einer eingeschwenkten Endlage und eine andere Halteplatte in einer ausgeschwenkten Endlage befindet,

Fig. 3 eine Seitenansicht eines Ausschnittes der Darstellung gemäß Fig. 2 in Richtung des Pfeiles III und

Fig. 4 eine Darstellung eines Antriebskreuzes der Kehrwalze nach Fig. 1.

Die Kehrwalze 1 umfaßt im wesentlichen außenseitig mit Borstenbüscheln 2 bestückte, kreisbogenförmige Halteplatten 3, die von einer Antriebswelle 4 in Rotationsbewegung versetzt werden, wobei die Antriebswelle 4 an ihrem jeweiligen Ende 5 ein Antriebskreuz 6 trägt. Die Antriebswelle 4 ist als Hohlwelle ausgebildet und auf eine dazu korrespondierende, nicht dargestellte, in einem Halterahmen gelagerte Antriebswelle einer Kehrmaschine aufsteckbar. Die Antriebskreuze 6 sind mittels Achsen 7 miteinander verbunden, die an den freien Enden 8 ihrer Arme 9 befestigt sind. Die kreisbogenförmigen Halteplatten 3 sind senkrecht zur Antriebswelle 4 angeordnet.

In einer vertikalen Ebene weist die Kehrwalze 1 jeweils zwei gegenüberliegenden Halteplatten 3 auf. Im vorderen Bereich 10 der Halteplatte 3 ist ein ortsfestes Lager 11 angeordnet, um das die Halteplatte 3 verschwenkbar ist. Die Verbindung zwischen der Halteplatte 3 und dem Lager 11 ist mittels einer nicht dargestellten Halteeinrichtung realisiert, die ein leichtes Auswechseln der Halteplatte im Bedarfsfall ermöglicht. Das Lager 11 ist als Rundrohr-Abschnitt 12 ausgebildet, dessen Innendurchmesser derart bemessen ist, daß es leicht auf die ihm zugeordnete Achse 7 aufschiebbar ist. Die Länge des Rundrohr-Abschnittes 12 entspricht dem Doppelten der wirksamen Breite der nebeneinandergeordneten Borstenbüschel 2 der Halteplatte 3. Zur Begrenzung der Schwenkbewegung der Halteplatte 3, die diese mit dem ihr zugehörigen Lager 11 um die zugeordnete Achse 7 ausführt, weist das Lager 11 einen Schwenkarm 13 auf, der mit der Halteplatte 3 verbunden ist und dessen freies Ende 14 mit ortsfesten Anschlägen (Antriebswelle 4, Lager 11 der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte 3) zusammenwirkt. In dem vorderen Bereich 10 der Halteplatte, in dem der Schwenkarm 13 mit derselben verbunden ist, ist ein Fliehgewicht 15 an der Halteplatte 3 befestigt. Das Fliehgewicht 15 ist so bemessen, daß sich die Halteplatte 3 bei freier Aufhängung an dem ihr zugehörigen Lager 11 im statischen Gleichgewichtszustand befindet. Ferner schafft das Fliehgewicht 15 einen Ausgleich von Größe und Lage der Einzelschwerpunkte der Halteplatte 3 mit den zugehörigen Borstenbüscheln 2 sowie dem Schwerpunkt des an der Halteplatte 3 befestigten schwenkarmes 13 und verschiebt den resultierenden Gesamtschwerpunkt in die für den Gleichgewichtszustand benötigte Lage. Um eine entsprechende Breite der Kehrwalze 1 zu erreichen, sind mehrere, jeweils zwei Halteplatten 3 aufweisende vertikale Ebenen nebeneinander und um 90° zueinander versetzt angeordnet. Die Halteplatten 3 sind aufgrund der Breite der Lager 11 derart zueinander beabstandet, daß sie sich gegenseitig nicht berühren. Die Anordnung der nebeneinandergeordneten vertikalen Ebenen der Halteplatten 3 ist durch die an der Antriebswelle 4 endseitig befestigten Antriebskreuze 6 zusammengehalten.

Rotiert die Kehrwalze 1 gemäß Richtungspfeil X der Fig. 2, so wirken an der Halteplatte 3 und an den daran befestigten Teilen Einzelfliehkräfte unterschiedlicher Größe, die abhängig von der Rotationsdrehzahl der Kehrwalze 1 sind. Des weiteren lassen sich die wirkenden Einzelfliehkräfte mittels einer Verschiebung des Lagers 11 beeinflussen, da die Verschiebung eine Gewichtsverlagerung der Halteplatte 3 mit den daran befestigten Teilen bewirkt. Die aus den Einzelfliehkräften resultierende Fliehkraft bewirkt die Schwenkbewegung der Halteplatte 3 um die ihr zugeordnete Achse 7, und das hintere Ende 16 der Halteplatte 3 ist bestrebt, eine große Kreisbahn 17 zu beschreiben, während das vordere Ende 18 der Halteplatte 3 eine kleine Kreisbahn 19 beschreibt. In dieser ausgeschwenkten Endlage 20 der Halteplatte 3 schlägt das freie Ende 14 des ihr zugeordneten Schwenkarmes 13 an der Antriebswelle 4 an und begrenzt die Schwenkbewegung der Halteplatte 3. Um das Anschlagen des freien Endes 14 des Schwenkarmes 13 zu ermöglichen, befindet sich das freie Ende 14 in einer Ebene mit dem hinteren Ende 16 der Halteplatte 3. Die im Bereich des hinteren Endes 16 auf der Halteplatte 3 befestigten Borstenbüschel 2 beschreiben in der ausgeschwenkten Endlage 20 der Halteplatte 3 eine Kreisbahn 21, deren Radius um die Borstenlänge gegenüber dem Radius der großen Kreisbahn 17 vergrößert ist. Während der Kehrfunktion ist die Halteplatte 3 aufgrund der Fliehkraftsteuerung stets bemüht die ausgeschwenkten Endlage 20 zu erreichen. Eine andere extreme Position nimmt die Halteplatte 3 bei einer Anpressung der Borstenbüschel 2 auf einer nicht dargestellten Oberfläche ein, die sich im Bereich der kleinen Kreisbahn 17 befindet. Die Halteplatte 3 erreicht eine eingeschwenkte Endlage 22, in der das hintere 16 und das vordere Ende 18 der Halteplatte 3 die gleiche kleine Kreisbahn 19 beschreiben, während die Borstenbüschel 2 die große Kreisbahn 17 beschreiben. Der der Halteplatte 3 zugeordnete Schwenkarm 13 schlägt hierbei mit seinem freien Ende 14 gegen das Lager 11 der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte 3.

Zur Reinigung einer unebenen Oberfläche, die Erhebungen, wie z. B. Buckel, und Vertiefungen, wie z. B. Schlaglöcher, aufweist, ist der Abstand der Antriebswelle 4 zu der zu kehrenden Oberfläche so einzustellen, daß sich die umlaufenden Borstenbüschel 2 auf der großen Kreisbahn 17 befinden. Die Einstellung des Abstandes der Antriebswelle 4 und damit auch der Kehrwalze 1 ist durch einen nicht dargestellten höhenverstellbaren Halterahmen der Kehrmaschine möglich. In dieser Position sind die Borstenbüschel 2 einem durch die resultierende Fliehkraft bestimmten Anpreßdruck auf der Oberfläche ausgesetzt. Befindet sich eine Vertiefung in der zu kehrenden Oberfläche, schwenkt die Halteplatte 3 in Richtung der ausgeschwenkten Endlage 20 und kehrt die Vertiefung aus. Bei dem Auftreffen der Borstenbüschel 2 auf der Oberfläche bewirken die Schrägstellung der Borstenbüschel 2 auf der Halteplatte 3 entgegen die Drehrichtung der Kehrwalze 1 und die Bogenform der Halteplatte 3 ein Abfedern, so daß die Borsten der Borstenbüschel 2 nicht brechen. Das Ausschwenken der Halteplatte 3 ermöglicht ein Auskehren von in die Oberfläche eingelassenen Schienen, die in Kehrrichtung verlaufen.


Anspruch[de]
  1. 1. Rotierende Kehrwalze zur Oberflächenreinigung von Straßen und dgl. mit einer in einem höhenverstellbaren Halterahmen einer Kehrmaschine gelagerten Antriebswelle (4) und mit umfangsseitigen Borstenbüscheln (2), dadurch gekennzeichnet, daß die Borstenbüschel (2) mindestens auf einer zu der Antriebswelle (4) bogenförmig ausgebildeten, fliehkraftgesteuerten Halteplatte (3) befestigt sind, die um ein in Drehrichtung der Kehrwalze im vorderen Bereich (10) der Halteplatte (3) angeordnetes, ortsfestes Lager (11) verschwenkbar ist, wobei während der Kehrfunktion der Kehrwalze (1) beim Auftreten einer Vertiefung in der zu kehrenden Oberfläche das hintere Ende (16) der Halteplatte (3) eine größere Kreisbahn (17) als das vordere Ende (18) der Halteplatte (3) beschreibt.
  2. 2. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die außenseitig auf der Halteplatte (3) angeordneten Borstenbüschel (2) in Drehrichtung der Kehrwalze leicht nach hinten stehen.
  3. 3. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteplatte (3) kreisbogenförmig oder evolventenförmig ausgebildet ist.
  4. 4. Rotierende Kehrwalze nach- einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Halteplatten (3) in einer vertikalen Ebene der Kehrwalze (1) gegenüberliegend angeordnet sind.
  5. 5. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, jeweils gegenüberliegende Halteplatten (3) nebeneinanderliegend angeordnet sind.
  6. 6. Rotierende Kehrwalze nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die nebeneinanderliegenden Halteplatten (3) versetzt zueinander angeordnet sind.
  7. 7. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der der bogenförmigen Halteplatte (3) zugeordnete Winkel größer als 90° ist.
  8. 8. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteplatte (3) lösbar über eine Halteeinrichtung mit dem jeweils zugeordneten Lager (11) verbunden sind.
  9. 9. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das ortsfeste Lager (11) der Halteplatte (3) einen mit der Halteplatte (3) verbundenen Schwenkarm (13) trägt, dessen freies Ende (14) mit ortsfesten Anschlägen zusammenwirkt.
  10. 10. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich das freie Ende (14) des Schwenkarmes (13) in einer Ebene mit dem hinteren Ende (16) der Halteplatte (3) befindet.
  11. 11. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der eine ortsfeste Anschlag die Antriebswelle (4) und der andere ortsfeste Anschlag das Lager (11) der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte (3) ist.
  12. 12. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das hintere (16) und das vordere Ende (18) der Halteplatte (3) beim Anschlagen des Schwenkarmes (13) gegen das Lager (11) der in der benachbarten vertikalen Ebene liegenden Halteplatte (3) die gleiche Kreisbahn (18) beschreiben.
  13. 13. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (4) an ihren Enden (5) jeweils ein Antriebskreuz (6) trägt, die durch an den freien Enden (8) ihrer Arme (9) befestigte Achsen (7) miteinander verbunden sind.
  14. 14. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen (7) zwischen den Antriebskreuzen (6) die Lager (11) der Halteplatten (3) aufnehmen.
  15. 15. Rotierende Kehrwalze nach den Ansprüchen 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager (11) der Halteplatten (3) als Rundrohr-Abschnitte (12) ausgebildet sind, deren Länge dem Doppelten der wirksamen Breite der nebeneinandergeordneten Borstenbüschel (2) einer Halteplatte (3) entspricht und deren Innendurchmesser geringfügig größer als der Außendurchmesser der Achsen (7) dimensioniert ist.
  16. 16. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer definierten Fliehkraftsteuerung der Halteplatte (3) ein Fliehgewicht (15) im vorderen Bereich (10) der Halteplatte (3) zugeordnet ist.
  17. 17. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteplatten (3) rechtwinklig oder schräg zur Antriebswelle (4) angeordnet sind.
  18. 18. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die auf der Halteplatte (3) angeordneten Borstenbüschel (2) aus Natur-, Kunststoff- oder Metallborsten bzw. aus Kombinationen dieser Materialien bestehen.
  19. 19. Rotierende Kehrwalze nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten im Querschnitt rund oder rechteckförmig ausgebildet sind.
  20. 20. Rotierende Kehrwalze nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (4) als Hohlwelle ausgebildet ist und auf eine damit korrespondierende Antriebswelle der Kehrmaschine aufschiebbar ist.






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