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Dokumentenidentifikation DE19902358A1 23.09.1999
Titel Platte
Anmelder Odenwald Faserplattenwerk GmbH, 63916 Amorbach, DE
Erfinder Essel, Karl-Heinz, 63937 Weilbach, DE;
Häusler, Clemens, Dipl.-Ing., 63937 Weilbach, DE;
Rogge, Dirk, Dipl.-Ing., 63916 Amorbach, DE
Vertreter Schieferdecker, L., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 63065 Offenbach
DE-Anmeldedatum 21.01.1999
DE-Aktenzeichen 19902358
Offenlegungstag 23.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.09.1999
IPC-Hauptklasse E04C 2/284
IPC-Nebenklasse E04C 2/16   E04B 1/74   E04B 1/94   C04B 35/80   D06N 7/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Platte mit Feuerschutz- und/oder Schallschutzeigenschaften und insbesondere eine Mineralfasern- und/oder Mineralfaserersatzstoffe aufweisende Verkleidungsplatte für Decken und Wände von Räumen.
Der Kern der Erfindung besteht darin, daß eine schwingfähige Schicht 7 mindestens auf ihrer in eingebauten Zustand sichtbaren Seiten 5' vorgesehen und schwingfähig angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Platte mit Feuerschutz- und/oder Schallschutzeigenschaften, die insbesondere Mineralfasern aufweist und zur Verwendung als Verkleidungsplatte für Decken und Wände von Räumen bestimmt ist.

Platten der genannten Art sind in unterschiedlichen Ausführungsformen seit langem bekannt und werden in großer Zahl bei der Gestaltung von abgehängten Decken und/oder bei der Gestaltung von Wänden verschiedenartigster Räume wegen ihrer Feuerschutz- und/oder Schallschutzeigenschaften eingesetzt. Dazu gehören Großraumbüros, Gänge und Flure, Schulen, Krankenhäuser einschließlich Operationssäle usw. Besondere Bedeutung besitzen dabei insbesondere auch die Hygienezwecken dienenden Platten für Operationssäle und andere Reinräume.

Sofern aufgrund der jeweils unterschiedlichen Anforderungen die im eingebauten Zustand sichtbaren Oberflächen unterschiedlich gestaltet werden müssen, wozu z. B. auch gehören kann, daß sie imprägniert oder gestrichen werden, führt dies in der Regel zu einer Beeinträchtigung ihrer schalldämmenden und/oder schallabsorbierenden Eigenschaften. Jede zusätzliche Veränderung der Plattenoberfläche führt insbesondere bei Mineralfaserplatten zum Verlust der Schallabsorbtionsfähigkeit und verschlechtert dadurch deren akustischen Eigenschaften entscheidend.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen vorzusehen, mir deren Hilfe in beliebiger Weise als Verkleidungsplatten für Räume verwendbare, insbesondere Mineralfasern und/oder Mineralfaser-Ersatzstoffe aufweisende Platten für beliebige Anwendungsfälle gestaltet werden können, ohne daß sie dadurch die grundsätzlich guten Schallschutzeigenschaften verlieren.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teiles des Anspruches 1 vor, daß die Platte mindestens sichtseitig eine ihre Oberfläche bildende, schwingfähige Schicht aufweist und daß die Schicht schwingfähig angeordnet ist.

Die schwingfähige Schicht nimmt die auftreffenden Schallwellen auf und gibt sie an den Grundkörper der Platte bzw. an sein Inneres weiter. Dies geschieht über ein mehr oder weniger großes, grundsätzlich noch vorhandenes Luftpolster zwischen der Schicht und dem Plattengrundkörper, wobei zur Bildung dieses Polster ein Spalt oder Hohlräume in ausreichender Zahl zwischen der Schicht und dem Grundkörper vorgesehen sind. Die Schallwellen werden somit nicht primär von der Schicht selbst absorbiert, sondern werden von dieser in erster Linie weitergegeben.

Die schwingfähige Schicht ist vorzugsweise eine Folie bzw. eine Kunststoffolie und in Weiterbildung der Erfindung eine Schrumpffolie, in die die Platte teilweise oder ganz eingeschweißt sein kann. Die Folie bzw. Bespannung kann aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehen.

Die Platte bzw. ihre Oberfläche kann für unterschiedliche Anforderungen bestimmt sein, so daß die Folie dann ihrerseits eine entsprechend optisch verwendungsbedingte Oberfläche aufweist. Dies ist z. B. durch die Verwendung unterschiedlicher Farben möglich, wozu auch eine silberfarbige Gestaltung gehören kann.

Die Platte kann als Reinraumplatte mit Feuerschutzeigenschaften bzw. als Akustikplatte in Reinräumen, in Hygienebereichen oder auch in Lebensmittelbereichen eingesetzt werden.

Die Erfindung schafft somit eine vielseitig verwendbare Verkleidungsplatte für Räume mit hervorragenden Feuer- und Schallschutzeigenschaften.

Zur Erzielung eines Luftspaltes zwischen dem Grundkörper der Platte und der ihre Oberfläche bildenden Schicht können Abstandshalter z. B. in Gestalt von erhabenen Randteilen vorgesehen seien, die gemeinsam einen Rahmen bilden. Dieser Rahmen besteht zweckmäßigerweise aus Mineralfaser-Plattenstreifen und/oder aus Kalziumsilikat-Plattenstreifen und/oder Gipsfasern-Plattenstreifen und/oder sonstigem, anorganischem Material.

Die erhabenen Randteile können einstückig mit dem Grundkörper verbunden sein. Die vorzugsweise aus Mineralfasern oder anderen Werkstoffen bestehende Grundplatte kann in einem solchen Fall sich durch die Art der mechanischen Bearbeitung ergeben, wobei die Oberfläche Vertiefungen bzw. die verschiedenartigsten Oberflächenstrukturen aufweisen kann.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus Unteransprüchen und der Beschreibung im Zusammenhang mit der Zeichnung hervor.

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung dargestellt sind, näher beschrieben. Dabei zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Platte;

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht einer abgewandelten Ausführungsform und

Fig. 3 einen Schnitt durch eine dritte Ausführungsform in anderem Maßstab sowie abgeschnitten.

Eile zum Verkleiden von Räumen dienende, vorzugsweise Mineralfasern und/oder Mineralfaserersatzstoffe aufweisende Platte 1 umfaßt einen rechteckigen bzw. einen quadratischen Grundkörper 2. Dieser Grundkörper 2 weist mittig mindestens eine Ausnehmung 3 auf. Zur Bildung dieser Ausnehmung 3 dienen Abstandshalter 4, bei denen es sich gemäß dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel um erhabene Randteile 4' handelt, die einstückig mit dem Grundkörper 2 verbunden sind und sich auf der einen, im eingebauten Zustand sichtbaren Seite 5 bzw. Oberfläche 6 des Grundkörpers 2 befinden. In der Oberfläche 6 des Grundkörpers 2 können eine oder mehrere Vertiefungen bzw. Ausnehmungen 3 angeordnet sein und durch mechanische Bearbeitung wie Fräsen, Pressen oder dergleichen unmittelbar bei der Fertigung des Grundkörpers 3 hergestellt werden.

Eine schwingfähige Schicht 7 überspannt die gesamte Oberfläche 6 des Grundkörpers 2 und bildet die eigentliche Oberfläche 8 der Platte 1 auf mindestens ihrer im eingebauten Zustand sichtbaren Seite 5'.

Zwischen der schwingfähigen Schicht 7 und der Oberfläche 6 des Grundkörpers 2 der Platte 1 befindet sich gemäß Ausführungsbeispiel ein Luftpolster in Gestalt von mindestens einem Hohlraum. Dieses Luftpolster ist zweckmäßigerweise ein Luftspalt, der durch einen Spalt 9 zwischen der schwingfähigen Schicht 7 und der Oberfläche 6 des Grundkörpers 2 gebildet ist. Das Luftpolster, der Spalt 9 bzw. der Hohlraum zwischen der Oberfläche 6 des Grundkörpers 2und der schwingfähigen Schicht 7 kann unterschiedlich sein und verschiedene Abmessungen aufweisen.

Als schwingfähige Schicht 7 ist eine Folie und insbesondere eine aus Kunststoff bestehende Schrumpffolie vorgesehen. Sie bildet die im eingebauten Zustand sichtbare Oberfläche 8 der Platte 1, wobei die Platte 1 mit mindestens einer und zweckmäßigerweise mit sechs Seiten in die Folie eingeschweißt ist.

Als Werkstoff für die Folie dient zweckmäßigerweise Polyäthylen bzw. Polyvinylchlorid. Grundsätzlich können aber auch andere Kunststoffe bzw. Werkstoffe eingesetzt werden. Auch ist es vorteilhaft, wenn die Folie aus einem schwer entflammbaren Werkstoff besteht.

Gemäß dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel dienen vorzugsweise schmale Streifen 10 aus Plattenwerkstoff als Abstandshalter und bilden den erhabenen Rand der Platte 1. Die Abstandshalter 4 können gemeinsam einen Rahmen 11 bilden, der aus Mineralfaserplattenstreifen und/oder Kalziumsilikatplattenstreifen und/oder sonstigem, anorganischem Material besteht. Zweckmäßig ist es schließlich, wenn der Rahmen 11 auf den Grundkörper 2 aufgeklebt und/oder gegenagelt und/oder geheftet oder in sonstiger Weise befestigt ist.

Ein weiteres Ausführungsbeispiel von einer Platte 1a ist in Fig. 3 zum Teil sowie im Schnitt und in größerem Maßstab dargestellt.

Grundsätzlich gleiche Teile weisen dieselben Bezugszahlen wie bei den ersten Ausführungsbeispielen und zusätzlich den Buchstabenindex a auf.

Bei der Platte 1a bestehen der Grundkörper 2a und die Randteile 4a in einstückiger Weise aus demselben Werkstoff. Es handelt sich um eine gepreßte Platte 1a mit Mineralwolle bzw. mit Mineralfasern als Hauptbestandteil.

Auf der im eingebautem Zustand sichtbaren Seite 5a bzw. auf der Raumseite befindet sich mindestens eine Ausnehmung 3a bzw. Vertiefung 3a. Die Randteile 4a bilden nicht einen Rahmen, sondern einen ununterbrochenen, erhabenen Rand.

Der Grundkörper 2a besitzt zweckmäßigerweise eine Materialstärke M von 15 mm. Die Breite B der erhabenen Randteile 4a ist etwa 12 mm und die Ausnehmung 3a oder Vertiefung besitzt eine Tiefe T von etwa 0,8 bis 2 mm und vorzugsweise von 1 mm. In Fig. 3 ist die Platte 1a in wesentlich größerem Maßstab dargestellt.

Mindestens auf der im eingebauten Zustand sichtbaren Seite 5a befindet sich eine schwingfähige Schicht 7a bzw. eine Folie 7a. Zwischen der Oberfläche 3a' der Ausnehmung 3a bzw. Vertiefung und der schwingfähigen Schicht 7a/Folie befindet sich ein Luftspalt 9a.

Zweckmäßigerweise ist der Grundkörper 2a der Platte 1a allseitig in eine Folie 7a eingeschlossen bzw. eingeschweißt.

Wie Fig. 3 deutlich zeigt, gehen die Randteile 4a allmählich in die Ausnehmung 3a über bzw. die Ausnehmung 3a läuft bogenförmig wenigstens an zwei einander gegenüberliegenden Seiten allmählich in die Randteile 4a aus.

Erzeugt wird die Ausnehmung 3a bei der Herstellung der Platte 1a durch Prägen oder durch Walzen.

Wesentlich ist, daß die technischen Eigenschaften des Grundkörpers wie Schallschutz und Brandschutz durch die schwingende Folie nicht behindert werden. Vorteilhaft ist, daß die ursprünglich rauhe, poröse Oberfläche des Grundkörpers 2a durch die Folie optisch glatt und geschlossen erscheint. Aufgrund der mindestens sichtseitig angeordneten Folie ist die Platte 1a leicht zu reinigen und läßt sich somit überall dort einsetzen, wo hohe Anforderungen an die Hygiene gestellt werden.

Die Tiefe T der Vertiefung bzw. Ausnehmung 3a ist zwar nur gering. Der dadurch entstehende Luftspalt 9a gestattet aber dennoch ein unbehindertes Schwingen der Folie bzw. der schwingfähigen Schicht 7a.


Anspruch[de]
  1. 1. Platte mit Feuerschutz- und/oder Schallschutzeigenschaften, insbesondere Mineralfasern und/oder Mineralfaserersatzstoffe aufweisende Verkleidungsplatte für Decken und Wände von Räumen, dadurch gekennzeichnet, daß eine schwingfähige Schicht (7) mindestens auf ihrer in eingebauten Zustand sichtbaren Seiten (5') vorgesehen und schwingfähig angeordnet ist.
  2. 2. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Schicht (7) eine Folie vorgesehen ist.
  3. 3. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als schwingfähige Schicht (7) eine Schrumpffolie vorgesehen ist.
  4. 4. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die schwingfähige Schicht (7) aus Polyäthylen bzw. aus Polyvinylchlorid besteht.
  5. 5. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie in die schrumpffähige Folie eingeschweißt ist.
  6. 6. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie schwer entflammbar ist.
  7. 7. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Spalt/Luftspalt/Luftpolster vorgesehen ist.
  8. 8. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Abstandshalter (4) auf der im eingebautem Zustand sichtbaren Oberfläche (6) ihres Grundkörpers (2) angeordnet ist.
  9. 9. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens sichtseitig, vorzugsweise auf fünf oder auf sechs Seiten in die Schrumpffolie eingeschweißt ist.
  10. 10. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens auf ihrer im eingebauten Zustand sichtbaren Seite einen erhabenen Rand aufweist.
  11. 11. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2) allseitig auf der im eingebauten Zustand sichtbaren Seite (5) unter Bildung von mindestens einer Ausnehmung (3) erhabene Randteile (4') aufweist.
  12. 12. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rahmen (11) zur Bildung der Randteile (4') vorgesehen ist.
  13. 13. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Randteile (4)/der Rahmen (11) aus streifenförmigem Material der Mineralfaserplatte und/oder aus Kalziumsilikatplattentenstreifen und/oder sonstigem, anorganischem Material besteht.
  14. 14. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (11) auf den Grundkörper (2) aufgeklebt und/oder genagelt und/ oder geheftet oder in sonstiger Weise befestigt ist.
  15. 15. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2) und die erhabenen Randteile (4') einstückig sind.
  16. 16. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2a) und die erhabenen Randteile (4a) einstückig aus demselben Werkstoff bestehen.
  17. 17. Platte nach mindestens einem dem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (2a) eine Materialstärke (M) von etwa 15 mm, die erhabenen Randteile (4a) eine Breite (B) von etwa 12 mm und die Ausnehmung (3a) eine Tiefe (T) von etwa 0,8 bis 2 mm, vorzugsweise von 1 mm aufweisen.
  18. 18. Platte nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (3a) mindestens teilweise bogenförmig sowie allmählich in die Randteile (4a) ausläuft.
  19. 19. Verfahren zum Herstellen einer Platte mit Feuerschutz- und/oder Schallschutzeigenschaften, insbesondere Mineralfasern und/oder Mineralfaserersatzstoffe aufweisende Verkleidungsplatte für Decken und Wände von Räumen, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Ausnehmung/Vertiefung (3a) bei der Herstellung der Platte (1a) mindestens in der im eingebauten Zustand sichtbaren Seite (5a) durch Prägen oder Walzen erzeugt wird.






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