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Dokumentenidentifikation DE69416572T2 07.10.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0655224
Titel Federbelastete Schraube und Schraubendreher dafür
Anmelder Burke, Dennis W., Milton, Mass., US
Erfinder Burke, Dennis W., Milton, Mass., US
Vertreter Vossius & Partner GbR, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69416572
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 29.11.1994
EP-Aktenzeichen 942034729
EP-Offenlegungsdatum 31.05.1995
EP date of grant 17.02.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.10.1999
IPC-Hauptklasse A61B 17/14
IPC-Nebenklasse B25B 23/00   F16B 31/02   

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Die Erfindung betrifft allgemein die Befestigung orthopädischer Prothesen und insbesondere eine Schraube und einen dafür verwendbaren Schraubendreher zum zeitweiligen Befestigen von Schneidführungen und anderen Vorrichtungen an einem Knochen zur Präparation einer Knochenoberfläche für die Befestigung einer Prothese.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Prothetische Gelenkglieder und deren Verwendung sind seit langem bekannt. Beispiele hierfür sind Knie-, Hüft- und Ellbogenprothesen. Prothesenelemente sind von Herstellern wie beispielsweise Zimmer, Inc. aus Warsaw, Indiana, erhältlich. Oftmals ist es notwendig, zum Präparieren der Knochenoberfläche zur Befestigung des Prothesenelements eine Reihe von Einschnitten in dem Knochen auszubilden oder Knochenbestandteile zu entfernen, um den Knochen an die Größe und Form des hieran zu befestigenden Elements anzugleichen. Jeder Chirurg ist bemüht, präzise Schnitte auszuführen, da die Wahrscheinlichkeit des anatomisch korrekten Sitzes des Prothesenelements mit der Präzision des Schnittes zunimmt. Ein anatomisch korrektes Element sorgt für ein hervorragendes Ergebnis und ist dauerhafter als ein solches, das nicht anatomisch korrekt ist.

Eine Situation, in der ein derartiges Schneiden des Knochens erforderlich ist, ist die Präparation des Femur und der Tibia für einen vollständigen Knieersatz. Derartige Knieprothesen sind beispielsweise von Zimmer, Inc. unter der Marke MGII erhältlich. Speziell die Implantation einer nicht zementierten Ganzknieprothese mit einer Preßpassung erfordert sehr präzise Knochenschnitte. Bei einigen Prothesen ist eine exakte Passung für die erfolgreiche Fixierung der Ersatzgelenkkomponenten durch Einwachsen in den Knochen erforderlich.

Typischerweise werden Knochenschnitte durch eine Schwingsäge oder eine hin- und hergehende Säge unter Verwendung von Schneidführungen oder werkzeugführenden Vorrichtungen, die durch Verstiften oder Klemmen stabilisiert werden, durchgeführt. Es wurden verschiedene Führungen und Verfahren entwickelt, um diese Führungen zeitweise, jedoch starr an den Knochenoberflächen zu befestigen. Beispiele hierfür können in den U. S.- Patenten Nr. 4 787 383; 4 825 857 und 5 129 909 gefunden werden. Insbesondere werden in dem U. S.-Patent Nr. 5 129, 909 Schrauben zum Befestigen der Führungen an dem Knochen verwendet, so daß die Führung unter Druck gegen den Knochen gehalten wird. Eine korrekte und starre Befestigung der Führungen an dem Knochen ist erforderlich, um Knochenschnitte, Prothesensitz und Ausrichtung mit den unteren Gliedmaßen reproduzierbar korrekt sicherzustellen. Es wurde jedoch herausgefunden, daß einige der bekannten Führungen ungeeignet sind, da die Befestigung des Schneidblocks an dem Knochen nicht ausreichend starr ist. Aus diesem Grunde war es in einigen Fällen schwierig, wenn nicht gar unmöglich, vorhersagbar einen präzisen Sitz des femoralen Elements auf dem distalen Femur zu erreichen.

Beim Schneiden des Knochens ist es wichtig, daß die Führungen unbeweglich an dem Knochen befestigt sind und daß die Führungen an jedem Punkt mit der gleichen Kraft befestigt sind, um ein Neigen der Führung zu verhindern. Die von einer Schraube oder einer anderen Befestigungsvorrichtung aufgebrachte Kraft bzw. Belastung sollte an jedem Punkt der Befestigung denselben vorbestimmten Wert aufweisen. Die Befestigungsvorrichtung sollte zudem in der Lage sein, seitlich auf die Führungen aufgebrachte Kräfte aufzunehmen, ohne daß die Führungen sich bewegen können und ohne die Belastung zu verringern.

Bei der Verwendung von Schrauben besteht das Risiko, daß der Chirurg die Gewinde überdreht, wenn auf die Schraube nach dem Anliegen ein zu großes Drehmoment aufgebracht wird, so daß es schwierig, wenn nicht gar unmöglich wird, die Führung starr an der gewünschten Stelle an dem Knochen zu befestigen. Zudem können Schwierigkeiten beim Entfernen der Schraube aus dem Knochen auftreten, wenn der Schneidvorgang beendet ist.

Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes System zum Befestigen von Schneidführungen und dergleichen an Knochenoberflächen zur Präparierung dieser Oberflächen für die Befestigung eines Prothesenelements bereitzustellen.

Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Befestigungsvorrichtung für Schneidführungen und dergleichen für die Präparation einer Knochenoberfläche zur Befestigung eines Prothesenelements bereitzustellen, wobei die Befestigungsvorrichtung mit einer reproduzierbar akuraten Belastung installiert und anschließend leicht ausgebaut werden kann.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorstehend genannten und weiteren Aufgaben der Erfindung werden erfindungsgemäß gelöst durch eine federbelastete Schraube und durch einen zugeordneten Schraubendreher.

Die erfindungsgemäße Schraube beinhaltet eine konventionelle ummantelte Schraube mit einer federbelasteten Hülse an ihrem proximalen Ende. Die Hülse wird normalerweise von einer Feder in einer Stellung weg von dem proximalen Ende der Schraube gehalten, um einen Eingriff des proximalen Endes mit einem in geeigneter Weise ausgebildeten Schraubendreher zu ermöglichen. Wenn die Schraube in den Knochen eindringt und die untere Oberfläche der Hülse anliegt, bewirkt ein weiteres Vordringen der Schraube in den Knochen, daß die Hülse nach oben hin zu dem proximalen Ende der Schraube verschoben wird, wodurch der Schraubendreher angehoben und der das Drehmoment übertragende Eingriff mit dem proximalen Ende der Schraube gelöst wird. Ein weiteres Vordringen der Schraube in den Knochen wird hierdurch verhindert und die Feder übt eine vorbestimmte Last auf die Führung aus.

Der Schraubendreher bzw. die kombinierte Schraubendreh- und Ausziehvorrichtung zur Verwendung mit der federbelasteten Schraube weist einen Antriebszylinder mit einer Vertiefung auf, die so konfiguriert ist, daß sie mit dem proximalen Ende der Schraube zur Übertragung eines Drehmoments hierauf in Eingriff gelangt. An dem anderen, proximalen Ende des Schraubendrehers ist eine Kupplung ausgebildet, die in der Spannvorrichtung eines Werkzeugs oder eines Geräts zum Drehen der Schraube aufgenommen werden kann. Der Antriebszylinder ist verschiebbar in einer Welle angeordnet. In seiner normalen Betriebsstellung wird der Antriebszylinder von einer Feder in einer Stellung zurückgehalten, in der die Ausnehmung in das distale Ende der Welle hineingezogen und hiervon beabstandet ist. Wenn die Schraube in den Knochen vordringt, liegt die Hülse der Schraube auf einer Schulter auf, die auf inneren Oberflächen des distalen Endes der Welle ausgebildet sind, und das proximale Ende der Schraube ist mit der Vertiefung in dem Antriebszylinder in Eingriff. Wenn die Hülse auf der Schraube beim Anliegen der Hülse und weiteren Vordringen der Schraube nach oben wandert, hebt die Schraubenhülse den Schraubendreher in Bezug auf die Schraube nach oben an und bringt somit den Antriebszylinder außer Eingriff mit dem proximalen Ende der Schraube. Ein Kupplungszylinder dient dazu, eine Axialbewegung des Antriebszylinders während des Vordringens der Schraube zu verhindern, so daß der Antriebszylinder von dem proximalen Ende der Schraube an dem geeigneten Punkt abgehoben wird, um ein übermäßiges Anziehen der Schraube und/oder ein Überdrehen des Gewindes zu verhindern.

Wenn die Schraube herausgedreht werden soll, wird eine äußere Hülse manuell gedreht, um den Antriebszylinder durch den Kupplungsmechanismus zu lösen, und die Hülse wird nach unten zu dem distalen Ende der Welle gedrückt. Die Bewegung der äußeren Hülse drückt zudem den inneren Antriebszylinder in Bezug auf die Welle gegen die Kraft der Schraubendreherfeder nach unten, so daß sich die Vertiefung auf dem Antriebszylinder nicht länger innerhalb des distalen Endes der Welle befindet. An diesem Punkt befindet sich die Vertiefung des inneren Antriebszylinders wieder in einer Position, die einen Eingriff mit dem proximalen Ende der Schraube zum Entfernen der Schraube ermöglicht. Wenn die Schraube herausgedreht ist, bringt die Schraubendreherfeder den Antriebszylinder zurück in seine normale, zurückgezogene Stellung, während die Schraubenfeder die Schraubenhülse zurück in ihre normale Stellung bringt. Die äußere Hülse des Schraubendrehers ist drehbar auf der äußeren Oberfläche der Welle angebracht, um zu ermöglichen, daß die äußere Welle zu Beginn des Herausdrehens der Schraube von dem Benutzer ergriffen werden kann.

Die Kombination des Schraubendrehers und der federbelasteten Schraube erlaubt das Aufbringen einer festen, vorbestimmten Kraft an jedem Punkt auf der Führung, so daß ein Neigen der Führung verhindert wird. Die Schraubenfeder übt zudem selbst dann, wenn die Schraube sich löst, weiter eine Kraft auf. Schließlich wird ein akurates Plazieren der Schraube innerhalb des Knochens erreicht und ein Überdrehen des Schraubgewindes verhindert. Diese Kombination ermöglicht zudem ein leichtes Herausdrehen der Schraube mittels des gleichen Werkzeugs, nachdem der Schneidprozeß beendet ist.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die Aufgaben, Vorteile und Merkmale der Erfindung werden durch die nachfolgende Beschreibung weiter verdeutlicht in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen, in denen

Fig. 1 eine partielle, perspektivische Ansicht ist, die die Schraube und den Schraubendreher gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt, wenn sie in Verbindung mit einer typischen femoralen Endbearbeitungsführung verwendet werden;

Fig. 2 eine partielle, perspektivische Ansicht ist, die die Verwendung der erfindungsgemäßen Schraube mit einer typischen Tibiaschneidvorrichtung zeigt;

Fig. 3 eine teilweise geschnittene, perspektivische Ansicht ist, die die Schraube und den Schraubendreher gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt;

Fig. 4 eine geschnittene Draufsicht längs einer Linie 4-4 in Fig. 3 ist;

Fig. 5 eine geschnittene Seitenansicht ist, die das Einführen der erfindungsgemäßen Schraube unter Verwendung des erfindungsgemäßen Schraubendrehers zeigt;

Fig. 6 eine geschnittene Seitenansicht ist, die die erfindungsgemäße Schraube in ihrer vollständig eingedrehten Stellung zeigt; und

Fig. 7 eine geschnittene Seitenansicht ist, die das Herausdrehen der erfindungsgemäßen Schraube mit dem erfindungsgemäßen Schraubendreher zeigt.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELE

Unter Bezug auf die Zeichnungen und insbesondere auf die Fig. 1 und 2 werden die Verwendung der Schraube 10 und des Schraubendrehers 20 gemäß der Erfindung unter speziellem Bezug auf das Präparieren eines Kniegelenks für eine Knievollprothese beschrieben. Es versteht sich jedoch, daß die Schraube und der Schraubendreher gemäß der vorliegenden Erfindung in gleicher Weise bei anderen orthopädischen Verfahren anwendbar sind, die das zeitweilige Anbringen einer Führung, einer werkzeugführenden Vorrichtung bzw. Bohrschablone oder anderer Vorrichtungen, die dazu verwendet werden, das Bearbeiten oder Schneiden einer Knochenoberfläche zur Vorbereitung des Anbringens eines Prothesenelements hieran zu unterstützen.

Vor dem Einsetzen einer Knievollprothese müssen der distale Femur und die proximale Tibia präpariert werden, um die entsprechenden Elemente der Knieprothese aufzunehmen. Die zur Präparation des distalen Femur verwendeten Instrumente schließen typischerweise eine femorale Ausrichtführung, eine femorale Schneidführung, eine A/P-Meßführung und eine femorale Endbearbeitungsführung ein. Die zum Präparieren der proximalen Tibia verwendeten Instrumente schließen typischerweise eine tibiale Schneidführung und eine tibiale Tiefenresektionsführung ein. Nach dem Öffnen des verletzten Kniebereichs verwendet ein Chirurg typischerweise in aufeinanderfolgender Weise diese Instrumente, um das distale Ende des Femur und das proximale Ende der Tibia des Patienten zu präparieren. Die genau verwendeten Vorrichtungen und die von dem Chirurgen angewandte Technik sind nicht Teil der Erfindung und werden hierin nicht beschrieben. Sowohl die Technik als auch die Instrumente variieren innerhalb der Chirurgie und von Chirurg zu Chirurg und dem Fachmann sind verschiedene Techniken und Instrumente bekannt. Beispielhafte Instrumente und Techniken sind in den folgenden Patenten zu finden: U. S.-Patente Nr. 4 567 885; 4 718 413; 4 759 350; 4 791 919; 4 892 093; 5 129 909; 4 787 383; 4 825 857 sowie dem europäischen Patent Nr. 0 243 109.

Fig. 1 zeigt als Beispiel die Verwendung der Schraube 10 in Verbindung mit einer femoralen Endbearbeitungsführung 30 zur Resektion eines Femur 32. Die Befestigung der Endbearbeitungsführung 30 erfolgt lediglich für eine gewisse Zeitdauer, da diese vor dem Einsetzen der Knieprothese entfernt werden muß. Die Führung 30 wird an der präparierten Endoberfläche des distalen Femur 32 befestigt und weist eine flache Unterseite auf, die genau über das präparierte distale Femurende paßt. Die Führung 30 weist Schneidschlitze 34 und 35 für die vorderen und hinteren Kondylen sowie Fasenschneidschlitze 36 auf. Der hintere Kondylus wird bei einem Schneidschlitz 35 geschnitten und der vordere Kondylus wird bei einem Schneidschlitz 34 geschnitten, so daß die Oberfläche in einem rechten Winkel zu der distalen Endfläche des Femur rechteckig beschnitten wird. Die hinteren und vorderen Fasen werden bei Schlitzen 36 geschnitten. Es ist sehr wichtig, daß die Führung 30 präzise, starr und eben auf dem proximalen Ende des Femur 32 plaziert wird. Es ist ebenfalls wichtig, daß die Führung 30 leicht entfernt werden kann, wenn die Schneidvorgänge beendet sind. Bei einigen bereits existierenden Vorrichtungen war es daher üblich, Schrauben zur Befestigung der Führung 30 an dem proximalen Ende des Femur 32 zu verwenden. Da der Knochen etwas weicher ist als die Schraube, muß der Chirurg sehr vorsichtig sein, damit die Schraube nicht zu weit eingeführt wird oder zu fest angezogen wird, was die Gefahr eines Überdrehens des Gewindes birgt, so daß es schwierig ist, die Führung 30 fest an der geeigneten Stelle zu befestigen. Wenn das Gewinde überdreht ist, kann man nicht einfach die Führung an eine andere Stelle bringen und die Schraube erneut eindrehen, da die Führung nicht mehr an der genau erforderlichen Stelle plaziert wäre. Zudem ist es manchmal schwierig, die Schraube zu entfernen, ohne daß der Knochen verletzt wird.

Bei Verwendung dieser Erfindung werden zwei Schrauben 10 für die Führung 30 verwendet, eine an jedem Ende der Führung 30, um eine Drehung der Führung 30 zu verhindern. Die Schrauben 10 sind so positioniert, daß sie den Schneidvorgang nicht stören. Die Schrauben 10 sind daher von den Schlitzen 34 und 35 beabstandet und jenseits der Enden der Schlitze 36 angeordnet. Die Schrauben 10 verlaufen durch in geeigneter Weise konfigurierte Schraubenaufnahmeelemente 38, die an dem Grundkörper der Führung 30 befestigt sind.

Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Schraube 10, die in Verbindung mit einer tibialen Schneideführung 40 zur Resektion der proximalen Tibia 42 verwendet wird. Die Führung 40 wird typischerweise zwischen dem Knöchel und einem Punkt auf der oberen Tibia 42 positioniert, der nahe an dem proximalen Ende der Tibia 42 ist. Die Führung 40 sollte zudem lateral zwischen dem Knöchel und dem Punkt auf der oberen Tibia zentriert sein. Eine typische Führung 40 weist ein Teleskoprohr 46, eine Stange 47 und eine Schneidplattform 50 auf. Die Schneidplattform 50 ist an dem Ende der Stange 47 befestigt. In der Plattform 50 ist ein Schlitz 52 zum Führen eines dazwischenpassenden Sägeblattes (nicht gezeigt) ausgebildet. Ein Sägeblatt wird typischerweise durch den Schlitz 52 eingeführt, um durch die proximale Tibia zu schneiden und einen Knochenabschnitt zu entfernen, damit eine zur Aufnahme eines Prothesenelements (nicht gezeigt) geeignete flache Oberfläche erhalten wird. Die Plattform 50 kann ebenso mit einer tibialen Resektionsführung (nicht gezeigt) verwendet werden.

Die tibiale Schneidführung 40 wird typischerweise mit Schrauben 10, die durch einen Schlitz 44 in der Stange 47 hindurchgeführt sind, sowie Bohrungen 48 in der Schneidplattform 50 an der Tibia 42 befestigt. Typischerweise ist der Schlitz 44 länglich und ermöglicht ein Positionieren der Schraube 10 an der gewünschten Stelle der Tibia 42 sowie eine Justierung der Position der Plattform 50. Die Schraube im Schlitz 44 verhindert eine Rotation oder laterale Bewegung des Rohres 46 bzw. der Führung 40, während die Schrauben in den Bohrungen 48 eine präzise Anordnung der Plattform 50 erlauben. Die Position des Rohres 46 kann bezüglich der Stange 47 eingestellt werden, um einer bestimmten Länge der Tibia 42, an der die Operation durchzuführen ist, angepaßt zu werden. Oftmals ist es notwendig, die Position der Plattform 50 nachzujustieren, so daß die Schrauben 10 aus den Bohrungen 48 entfernt und an einer unterschiedlichen Stelle wieder eingefügt werden müssen. Es ist offensichtlich, daß es wiederum wichtig ist, daß die Schrauben 10 fest eingesetzt werden, daß jedoch die Gewinde nicht überdreht werden, so daß die Führung 40 sicher an der Tibia 42 befestigt ist. Es ist zudem offensichtlich, daß es möglich sein muß, die Schrauben 10 zum Entfernen der Führung 40 nach der Beendigung der Schneidvorgänge leicht herauszuschrauben.

Die Schraube 10 und der Schraubendreher 20 werden nunmehr unter speziellem Bezug auf die Fig. 3 und 4 beschrieben. Die Schraube 10 weist eine Hülse 15, eine Feder 16, einen mittigen Schaft 11 mit einem Gewinde 12, das sich von einem distalen Ende 22 zu der Mitte des Schafts 11 erstreckt, und eine Kupplung auf dem proximalen Ende 13, die so konfiguriert ist, daß sie in eine entsprechend ausgebildete Vertiefung 80 in einem Schraubendreher 20 eingeführt werden kann, auf.

Typischerweise weist das proximale Ende 13 einen Aufbau mit einem sechseckigen Querschnitt auf, der durch sechs flache, winklig angeordnete Flächen 14, die sich parallel zu der Achse des Schafts 11 erstrecken, begrenzt wird. Andere geeignete bekannte Konfigurationen können jedoch ebenfalls verwendet werden.

Die Hülse 15 ist zwischen dem Gewinde 12 und dem proximalen Ende 13 verschiebbar auf dem Schaft 11 angeordnet. Innerhalb der Hülse 15 und den Schaft 11 umgebend ist eine Druckfeder 16 angeordnet. Die Feder 16 wird zwischen einem Steg 17, der um den Außenumfang des Schafts 11 verläuft, und den Endflächen 18 der Hülse 15 festgehalten. Die Axialbewegung der Hülse 15 längs des Schafts 11 zu dem distalen Ende 22 hin wird durch eine Lippe 19 begrenzt, die an dem oberen Ende der Hülse 15 ausgebildet ist, die durch die Feder 16 gegen den Steg 17 gedrückt wird. Die Axialbewegung der Hülse 15 zu dem proximalen Ende 13 hin wird durch die Feder 16 eingeschränkt, jedoch um ein begrenztes Maß ermöglicht, abhängig von der Axialkraft, die auf die Hülse 15 ausgeübt wird. Die Endwände 18 der Hülse 15 können in im wesentlichen rechten Winkeln zu dem Schaft 11 verlaufen, wie in Fig. 3 gezeigt, oder die Wände 18 können zu dem distalen Ende 22 unter einem Winkel ungleich 90º bezüglich des Schafts 11 abgeschrägt sein. Eine abgeschrägte Konfiguration der Wände 18 würde eine Anlage der Schraube 10 in einer angefasten Bohrung in einer Führung 30 oder 40 ermöglichen. Die Seitenwände der Hülse 15 sind typischerweise mit einer Vielzahl axial verlaufender Schlitze 24 versehen, beispielsweise vier an der Zahl, um ein leichtes Reinigen und Sterilisieren der Schraube 10 zu ermöglichen.

Das Gewinde 12 endet typischerweise an einem Punkt am distalen Ende 22, um den Eintritt der Schraube 10 in einen Knochen zu erleichtern. Die Stelle am distalen Ende 22 ist als Trochar-ähnlicher Punkt ausgebildet, um es der Schraube 10 zu ermöglichen, von alleine bzw. selbstschneidend in eine Knochenoberfläche einzudringen, so daß ein Vorbohren der Bohrung umgangen wird. Die Schraube 10 ist vorzugsweise eine ummantelte Schraube und das Gewinde 12 kann eine beliebige Konfiguration aufweisen, die typischerweise für eine Knochenschraube verwendet wird, um ein Vordringen der Schraube 10 in den Knochen zu ermöglichen.

Der Schraubendreher 20 wird nunmehr unter speziellem Bezug auf die Fig. 3 und 4 beschrieben. Der Schraubendreher 20 weist einen Schaft 70, einen Antriebszylinder 72, eine Feder 74, eine Kupplung 65, eine Hülse 84 und eine Hülsenabdeckung 86 auf. Die Kupplung 65 ist an dem proximalen Ende 64 angeordnet und dazu ausgelegt, daß ein bekanntes manuelles oder fremdgetriebenes Gerät (nicht gezeigt) zur Drehung des Schraubendrehers 20 darauf montiert wird. Die Kupplung 65 ist so konfiguriert, daß sie in das Spannfutter (nicht gezeigt) eines derartigen Geräts eingeführt werden kann und, in einem Ausführungsbeispiel, wie in Fig. 3 gezeigt, enthält die Kupplung 65 drei winklig angeordnete flache Flächen 66, die durch Flächen 68 verbunden sind.

Der zylindrische Schaft 70 erstreckt sich von der Kupplung 65 zu dem distalen Ende 62 und weist distale Endwände 69 auf, die durch axiale Schlitze 71 getrennt sind. Der Schaft 70 ist an der Kupplung 65 befestigt oder integral hiermit ausgebildet. Der Antriebszylinder 72 ist innerhalb des Schafts 70 im wesentlichen längs der Achse des Schafts 70 angeordnet und vorzugsweise koaxial hiermit. Der Zylinder 72 kann in einer axialen Richtung gegenüber dem Schaft 70 verschoben werden. Die Bewegung des Zylinders 72 wird durch eine Zugfeder 74 eingeschränkt, die an einem Ende an einem Stift 78 an dem proximalen Ende des Zylinders 72 und an dem anderen Ende an einem Stift 76 innerhalb der mittigen Ausnehmung des Schafts 70 in der Nähe der Kupplung 65 befestigt ist. Die Feder 74 bringt somit eine Vorspannung auf den Zylinder 72 in einer Richtung zum proximalen Ende 64 hin auf. In diesem normalen, vorgespannten Zustand ist das distale Ende des Zylinders 72 innerhalb der Endwände 69 des Schafts 70 zurückgezogen. An seinem distalen Ende weist der Zylinder 72 eine Ausnehmung 80 auf, die so ausgebildet ist, daß sie das proximale Ende 13 der Schraube 10 in einer ein Drehmoment übertragenden Verbindung aufnehmen kann. Typischerweise weist die Ausnehmung 80 wie das proximale Ende 13 einen sechseckigen Querschnitt auf und verfügt über sechs axial verlaufende Seitenflächen 82. Auf den Innenflächen der Wände 69 sind Schultern 108 ausgebildet, um die Hülse 15 der Schraube 10 aufzunehmen. In den Wänden 69 können axiale Schlitze ausgebildet sein, um den Wänden 69 einen gewissen Grad an Flexibilität zu verleihen, damit eine geringfügig vergrößerte Hülse 15 aufgenommen werden kann.

Auf der Außenoberfläche des Schafts 70 sind zwischen dem proximalen Ende 64 und dem distalen Ende 62 eine Hülse 84 und eine Hülsenabdeckung 86 angeordnet. Sowohl die Hülse 84 als auch die Abdeckung 86 weisen eine zylindrische Form auf und sind konzentrisch zum Schaft 70. Die Hülse 84 umgibt den Schaft 70 vollständig, während die Abdeckung 86 die Hülse 84 vollständig umgibt. Die Hülse 84 und die Abdeckung 86 sind in einer axialen Richtung gegenüber dem Schaft 70 verschiebbar und gegenüber dem Schaft 70 drehbar.

Ein Stift 88 verläuft durch einen ähnlich konfigurierten Durchtritt in dem Zylinder 72 an einem Punkt zwischen der Feder 74 und der Ausnehmung 80. Das Ende des Stifts 88 erstreckt sich in eine Nut 90, die um den Umfang der inneren Oberfläche der Hülse 84 ausgebildet ist, und ist darin verschiebbar. Der Stift 88 verläuft durch längliche Schlitze 92, die auf gegenüberliegenden Seiten des Schafts 70 ausgebildet sind. Wenn die Hülse 84 sich gegenüber dem Schaft 70 dreht, wandert jedes Ende des Stifts 88 längs der Nut 90.

Die Schlitze 92 verlaufen in einer Richtung parallel zur Achse des Schafts 70. Jeder Schlitz 92 weist typischerweise eine Verlängerung 93 auf, die unter einem Winkel von im wesentlichen 90º bezüglich der der Ausdehnung des Schlitzes 92 in Axialrichtung verläuft. Die Verlängerungen 93 und der Stift 88 sowie die Feder 74 weisen gemeinsam die Funktion eines Kupplungsmechanismusauf. Die Feder 74 ist mit einem geringen Drehmoment in einer Richtung im Gegenuhrzeigersinn, von der Unterseite von Fig. 3 her gesehen, versehen. Die Feder 74 übt somit ein Drehmoment im Gegenuhrzeigersinn auf den Zylinder 72 aus sowie eine axiale Kraft zum proximalen Ende 64 bezüglich des Schafts 70. Dieses Drehmoment und die Kraft bewirken, daß die Enden des Stifts 88 in der normalen zurückgezogenen Stellung des Zylinders 72 in die Verlängerungen 93 treten - und hierin festsitzen. Dieses Festsitzen dient dazu, den Stift 88 wirksam in einer axialen Richtung nahestmöglich an dem proximalen Ende 64 festzuhalten, um eine ungewollte Axialbewegung des Zylinders 72 zu dem distalen Ende 62 des Schafts 70 hin zu verhindern. Die Verlängerungen 93 verlaufen in solchen Richtungen, daß die Drehung der Kupplung 65 im Uhrzeigersinn, wie in Fig. 3 gezeigt, den Stift 88 in die Verlängerungen 93 schiebt, so daß Drehmoment durch den Stift 88 von dem Schaft 70 auf den Zylinder 72 übertragen wird.

Die Hülse 84 ist mit der Hülsenabdeckung 86 durch eine Lippe 94 der Abdeckung 86 verbunden, die sich in einen ähnlich ausgebildeten Ausschnitt 96 in der Hülse 84 erstreckt. Zusätzlich ist ein Steg 98 auf der inneren Oberfläche der Abdeckung 86 ausgebildet, der sich in eine ähnlich geformte Nut 95 erstreckt, welche an der äußeren Oberfläche der Hülse 84 ausgebildet ist. Ein Steg 98 und eine Nut 95 sowie eine Lippe 94 und ein Ausschnitt 96 beschränken jegliche axiale Bewegung der Hülse 84 in Bezug auf die Hülsenabdeckung 86. Falls gewünscht, kann die äußere Oberfläche der Abdeckung 86 mit einer geriffelten Grifffläche oder mit Rundungen 102, die so ausgebildet sind, daß sie der Form der Finger des Benutzers entsprechen, versehen sein, um einen besseren Griff der Abdeckung 86 zu ermöglichen.

Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, daß dann, wenn der Benutzer einen axialen Druck auf die Abdeckung 86 zu dem distalen Ende 62 hin ausübt, die Lippe 94 und der Ausschnitt 96 die Hülse 84 in einer axialen Richtung zusammen mit der Abdeckung 86 drücken. Eine geringfügige Drehung der Abdeckung 86 im Uhrzeigersinn bezüglich des Schafts 70, wie in Fig. 3 gezeigt, bewirkt, daß die Enden des Stifts 88 infolge der Reibung zwischen den Enden des Stifts 88 und den Innenflächen der Nut 90 aus den Verlängerungen 93 heraustreten. Da der Stift 88 in der Nut 90 ruht, bewirkt eine axiale Bewegung der Hülse 84 zudem, daß der Zylinder 72 axial zu dem distalen Ende 62 vortritt und der Stift 88 sich entlang des Schlitzes 92 nach unten bewegt, nachdem der Stift 88 aus der Verlängerung 93 geschoben wurde. Die axiale Bewegung der Abdeckung 86 und des Zylinders 72 in einer distalen Richtung ist durch die axiale Ausdehnung des Schlitzes 92 begrenzt. Wenn diese Axialkraft weggenommen wird, bewirkt die Feder 74, daß der Pin 88 zu der Verlängerung 93 zurückkehrt und zieht den Zylinder 82 und die Abdeckung 86 zurück zu dem proximalen Ende 64 und die Ausnehmung 80 kehrt in ihre zurückgezogene Stellung bezüglich der Wände 69 zurück.

Die Verwendung der Schraube 10 und des Schraubendrehers 20 werden nunmehr unter besonderen Bezug auf die Fig. 5, 6 und 7 beschrieben. Der Knochen 109 in den Fig. 5 bis 7 kann ein proximaler Femur, eine proximale Tibia oder irgendeine andere Knochenoberfläche sein, in die eine Schraube 10 eingeführt werden soll. Ebenso kann die Vorrichtung 110, die auf dem Knochen 109 dargestellt ist, eine der zuvor unter Bezug auf die Fig. 1 und 2 beschriebenen Führungen 30 bzw. 40 sein oder irgendeine andere Vorrichtung, die an dem Knochen 109 befestigt werden soll. Die Vorrichtung 110 weist eine zuvor ausgebildete Bohrung 112 auf, durch die die Schraube 10 leicht eingeführt werden kann. Wenn eine untere Fläche 18 der Hülse 15 abgeschrägt ist, weist die Bohrung 112 einen angefasten oberen Abschnitt (nicht gezeigt) auf, um die gewünschte Anlage der unteren Fläche 18 der Schraube 10 darin zu ermöglichen.

Ein bekanntes Gerät 106 ist an der Kupplung 65 des Schraubendrehers 20 befestigt. Die Drehung der Vorrichtung 106 bewirkt, daß sich die Kupplung 65 und somit der Zylinder 72 in der gleichen Richtung drehen. In Fig. 5 ist das proximale Ende der Schraube 10 so dargestellt, daß es sich in die Wände 69 und die Ausnehmung 80 in ihrer normalen Betriebsstellung erstreckt. Die oberen Flächen der Lippe 19 liegen an den Schultern 108 an der Innenseite der Wände 69 an. Die Schultern 108 begrenzen das axiale Eindringen des proximalen Endes 13 in die Ausnehmung 80. Es ist ersichtlich, daß in einem normalen Betriebszustand das proximale Ende 13 sich ausreichend tief in die Ausnehmung 80 hinein erstreckt, so daß eine enge Verbindung zur Drehmomentübertragung zwischen beiden Bauteilen hergestellt wird, so daß, wenn das Gerät 106 im Uhrzeigersinn gedreht wird, wie durch den Pfeil in Fig. 5 dargestellt, ein Drehmoment auf das proximale Ende 13 übertragen wird, so daß eine gleiche Drehung im Uhrzeigersinn auf die Schraube 10 übertragen wird. In Fig. 5 ist der Zylinder 72 in seiner vollständig zurückgezogenen Stellung und der Stift 88 befindet sich unter dem Einfluß des Drehmoments und der Federspannung der Feder 74 in der Verlängerung 93. Eine durch das Gerät 106 aufgebrachte Axialkraft wird längs des Schafts 70 nach unten auf den Stift 88 übertragen, der gegen die proximale Fläche der Verlängerung 93 gedrückt wird. Der Stift 88 wiederum überträgt diese Axialkraft auf den Zylinder 72. Die Verlängerung 93 verhindert eine axiale Bewegung des Zylinders 72 gegenüber dem Schaft 70. Der Zylinder 72 überträgt daraufhin diese axiale Kraft auf die Lippe 19, die auf dem Steg 17 der Schraube 10 aufliegt. Der Steg 17 überträgt daraufhin diese Axialkraft auf den Schaft 11, um die Schraube 10 in den Knochen 109 zu treiben.

Wie in Fig. 6 gezeigt, bewirkt dann, wenn die untere Oberfläche 18 der Schraube 10 voll anliegt, ein weiteres axiales Vordringen des Schafts 11 in den Knochen 109 ein Zusammendrücken der Feder 16 zwischen dem Steg 17 und der unteren Fläche 18 der Hülse 15, da die Hülse 15 nicht weiter in die Vorrichtung 110 eindringen kann. Dieses weitere axiale Vordringen des Schafts 11 hebt den Schraubendreher 20 an den Schultern 108 nach oben, wie in Fig. 6 gezeigt, wodurch bewirkt wird, daß das proximale Ende 13 aus der Ausnehmung 80 zurückgezogen wird, so daß die Flächen 14 nicht länger in einer drehmomentübertragenden Verbindung mit den Flächen 82 der Ausnehmung 80 stehen. Nunmehr überträgt ein weiteres Drehen der Vorrichtung 106 im Uhrzeigersinn nicht mehr ein Drehmoment auf das proximale Ende 13. Der Schaft 11 kann somit nicht weiter in den Knochen 109 getrieben werden.

Da das Eindringen des Schafts 11 in den Knochen 109 für alle Schrauben gleich ist und da für alle Schrauben die Feder 16 identisch ist und um ein identisches Maß zusammengedrückt wird, übt jede Schraube eine identische vorbestimmte Kraft auf die Vorrichtung 110 aus, um die Vorrichtung gegen den Knochen 109 zu drücken. Wenn zwei Schrauben verwendet werden, wie in Fig. 1, ergibt sich kein Schrägstellen oder Neigen der Führung 30. Die Kraft bzw. Last ist so vorbestimmt, daß sie derjenigen entspricht, die für die bestimmte Anwendung benötigt wird, um die Vorrichtung 110 starr zu befestigen. Dadurch, daß es nicht möglich ist, daß der Schaft 11 weiter in den Knochen 109 gedreht wird, wird zudem verhindert, daß das Gewinde durch Aufbringen einer übermäßigen Kraft über den Punkt hinaus, an dem die Oberflächen 18 aufliegen, überdreht wird.

Ein weiterer Vorteil dieses Systems besteht darin, daß in dem Fall, daß sich eine Schraube 10 aus irgendeinem Grunde während eines Schneidprozesses lösen sollte, die Feder 16 weiterhin eine Kraft auf die Vorrichtung 110 ausüben würde, so daß eine übermäßige Bewegung der Vorrichtung 110 trotz einer losen Schraube verhindert wird. Schrauben gemäß dem Stand der Technik würden es zulassen, daß sich die Vorrichtung 110 schrägstellt oder wackelt oder sich sogar seitlich bewegt, wenn diese sich lösen. Bei der Tibialführung gemäß Fig. 2 ist es schließlich möglich, eine Axialbewegung der Stange 47 zuzulassen, ohne daß die Schraube 10 in dem Schlitz 44 gelöst wird, da die Stange 47 längs des Schlitzes 44 gegen die Vorspannung der Feder 16 verschoben werden kann. Diese Bewegung erlaubt eine Feineinstellung der Position der Plattform 50.

Fig. 7 zeigt das Entfernen der Schraube 10 unter Verwendung des gleichen Schraubendrehers 20. Die Schultern 108 liegen wiederum an der Außenfläche der Lippen 19 an. Das Aufbringen einer Drehkraft im Uhrzeigersinn auf die Abdeckung 86 bewirkt, daß die Enden des Stifts 88 aus den Verlängerungen 93 heraustreten. Das Aufbringen einer Axialkraft auf die Abdeckung 86 in einer distalen Richtung, wie in Fig. 7 gezeigt, erzeugt eine Axialbewegung der Abdeckung 86 sowie der Hülse 84 zu dem proximalen Ende 13 der Schraube 10 hin. Diese Axialbewegung bewirkt, daß die Feder 74 gedehnt wird und die Feder 74 wirkt dieser Axialbewegung entgegen. Die distale Axialbewegung der Hülse 84 bewirkt, daß der Stift 88 in dem Schlitz 92 nach unten gleitet zu dessen distalem Ende hin, was ebenfalls bewirkt, daß der Zylinder 72 sich in dem Schaft 70 in einer axialen Richtung zum proximalen Ende 13 hin bewegt. Es wird eine ausreichende axiale Bewegung des Zylinders 72 zugelassen, so daß, wenn der Stift 88 sich in dem distalen Ende des Schlitzes 92 befindet, das distale Ende des Zylinders 72 im wesentlichen mit dem distalen Ende der Wände 69 fluchtet. In dieser ausgezogenen Stellung ist die Ausnehmung 80 des Zylinders 72 nunmehr in einer Stellung, in der sie mit dem proximalen Ende 13 der Schraube 10 wieder in Eingriff gelangt, so daß ein Drehmoment übertragen werden kann.

Die zuvor erläuterte axiale Bewegung kann mit einer Hand bewirkt werden. Mit der anderen Hand kann der Chirurg nunmehr die Vorrichtung 106 im Gegenuhrzeigersinn drehen, wie durch den Pfeil in Fig. 7 gezeigt, was entweder manuell oder unter Verwendung einer angetriebenen Vorrichtung erfolgen kann. Gleichzeitig behält der Chirurg den Griff der Abdeckung 86 mit der anderen Hand bei, um die ausgezogene axiale Stellung des Zylinders 72 beizubehalten. Wenn die Vorrichtung 106 den Schaft 70 dreht, ist die Abdeckung 86 daran gehindert, durch die Hände des Chirurgen gedreht zu werden. Der Schaft 70 und der Zylinder 72 drehen sich somit in Bezug auf die Abdeckung 86 und die Hülse 84. Das auf das proximale Ende 64 ausgeübte Drehmoment wird auf den Schaft 70 übertragen und dieses Drehmoment wird von dem Schaft 70 durch den Stift 88, der gegen die Seitenflächen des Schlitzes 92 drückt, auf den Zylinder 72 übertragen.

Wenn weiterhin ein Drehmoment im Gegenuhrzeigersinn auf das proximale Ende 13 aufgebracht wird, tritt der Schraubenschaft 11 nach oben aus dem Knochen 109 aus. Die Feder 16 drückt den Steg 17 nach oben zu den Lippen 19, bis der Steg 17 an den Lippen 19 anstößt. Wenn der Steg 17 wiederum an der Innenfläche der Lippen 19 anliegt, ist die in Fig. 5 dargestellte Situation wieder hergestellt. An diesem Punkt holt die Feder 74 den Zylinder 72 und somit die Hülse 84 und die Abdeckung 86 nach oben in einer proximalen Richtung zurück, bis die Enden des Stifts 88 wiederum in den Verlängerungen 93 sitzen, nachdem die manuelle Axialkraft gelöst wurde. Das proximale Ende 13 befindet sich nunmehr im Eingriff mit der Ausnehmung 80, ohne daß eine axiale Bewegung des Zylinders 72 durch den Benutzer erforderlich ist. Der Chirurg kann dann die Schraube 10 in üblicher Art und Weise durch eine von der Vorrichtung 106 erzeugte Drehung im Gegenuhrzeigersinn weiter herausdrehen.

Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, daß die Schraube 10 das Aufbringen einer vorbestimmten Kraft auf eine Vorrichtung an allen Punkten ermöglicht, so daß die Vorrichtung in einer festen Stellung starr gehalten wird und ein Neigen verhindert wird. Die Schraube verhindert zudem ein Überdrehen des Gewindes durch das Aufbringen eines zusätzlichen Moments, nachdem die Schraube adäquat in einer zuvor ausgebildeten Bohrung sitzt. Überdies bewirkt die Feder in der Schraube, daß weiterhin eine Kraft auf die Vorrichtung ausgeübt wird, selbst wenn die Schraube sich löst. Schließlich ist eine Feineinstellung einer Tibialführung oder dergleichen möglich. Der der Schraube 10 zugeordnete Schraubendreher 20 ermöglicht ein Eindrehen der Schraube und ein Zusammenwirken mit der Schraube, so daß er von dem proximalen Ende der Schraube gelöst wird, wenn eine geeignete Kraft aufgebracht wird. Derselbe Schraubendreher kann zum Herausschrauben der Schraube durch die zuvor beschriebene einzigartige Kupplungsanordnung verwendet werden. Ein einziges Werkzeug ermöglich somit ein Einschrauben und Herausschrauben und dieses Werkzeug kann von einer einzigen Person betätigt werden.

Die Schraube 10 und ihre Bauteile können von beliebiger Größe sein, abhängig von der Anwendung. In gleicher Weise ist der Schraubendreher 20 typischerweise so ausgebildet, daß er die gewünschte Größe hat und eine Form, die es ermöglicht, daß er zusammen mit der Schraube 10 verwendet wird und ein Drehmoment sowie eine Axialkraft hierauf bereitstellt. Die Hülse 15 und die Feder 16 sind so ausgelegt, daß sie die gewünschte Kraft bereitstellen. Die Schraube 10 und ihre Bauteile sowie der Schraubendreher 20 und seine Bauteile sind typischerweise aus rostfreiem Stahl oder ähnlichen Hartmetallen gebildet. Andere geeignete Materialien können jedoch ebenfalls verwendet werden. Die vorstehend vorgeschlagenen Materialien sollen den Umfang der Erfindung in keiner Weise beschränken.


Anspruch[de]

1. Schraube (10), die dazu ausgelegt ist, mittels eines Schraubendrehers (20) gedreht zu werden, um eine orthopädische Vorrichtung abnehmbar an einer Knochenoberfläche zu befestigen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraube aufweist:

einen mittigen Schaft (11) mit einem proximalen Ende (13) und einem distalen Ende (22) sowie einer Mittelachse, die von dem proximalen Ende (13) zu dem distalen Ende (22) verläuft;

ein durchgehendes Gewinde (12), das an dem mittigen Schaft (11) angeordnet ist und sich zu dem distalen Ende (22) des Schafts (11) erstreckt;

eine Kupplung (14), die an dem proximalen Ende (13) des Schafts (11) angeordnet und dazu ausgelegt ist, mit dem Schraubendreher (20) so in Eingriff zu gelangen, daß ein Drehmoment übertragbar ist, um die Schraube (10) zu drehen;

eine Hülse (15), die auf dem Schaft (11) der Schraube (10) angeordnet ist, wobei die Hülse (15) im wesentlichen koaxial mit dem Schaft (11) und in einer axialen Richtung bezüglich des Schafts (11) bewegbar ist, wobei die Hülse (15) eine untere Fläche (18) hat, die dem distalen Ende (22) des Schafts (11) zugewandt ist; und

eine Feder (16) zum Vorspannen der Hülse (15) weg von dem proximalen Ende (13) des Schafts (11);

wobei ein Vordringen der Schraube (10) in einer distalen Richtung in die Knochenoberfläche nach der Anlage der unteren Fläche (18) der Hülse (15) bewirkt, daß die Hülse (15) gegen die Vorspannung der Feder (16) sich zu dem proximalen Ende (13) des Schafts (11) hin bewegt, um eine drehmomentübertragende Relation zwischen dem Schraubendreher (20) und der Kupplung (14) an dem proximalen Ende (13) des Schafts (11) zu beenden.

2. Schraube (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie zudem eine Lippe (19) aufweist, die an der Hülse (15) angeordnet ist, sowie einen Steg (17), der an dem Schaft (11) angeordnet ist, wobei die Lippe (19) und der Steg (17) zusammenwirken, um eine Axialbewegung der Hülse (15) zu dem distalen Ende (22) des Schafts (11) hin zu begrenzen.

3. Schraube (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (16) zusammengedrückt wird, wenn die Schraube (10) in den Knochen vordringt, nachdem die untere Oberfläche (18) der Hülse (15) anliegt.

4. Schraube (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (16) eine vorbestimmte Last bereitstellt, wenn sie ausreichend zusammengedrückt ist, so daß nicht länger eine drehmomentübertragende Relation zwischen dem Schraubendreher (20) und der Kupplung (14) besteht.

5. Vorrichtung zum abnehmbaren Befestigen einer orthopädischen Vorrichtung an einer Knochenoberfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung aufweist:

eine Schraube (10) mit einem proximalen Ende (13), einem distalen Ende (22), einer von dem proximalen Ende zu dem distalen Ende verlaufenden Achse und einem durchgehenden Schraubengewinde (12), das auf der Schraube (10) zu dem distalen Ende (22) verläuft;

einen Schraubendreher (20) mit einem proximalen Ende (64) und einem distalen Ende (62), wobei das distale Ende (62) des Schraubendrehers (20) eine Ausnehmung (80) aufweist, die so konfiguriert ist, daß sie das proximale Ende (13) der Schraube (10) zur Übertragung eines Drehmoments von dem Schraubendreher (20) auf die Schraube (10) aufnehmen kann; und

eine Hülse (15), die auf der Schraube (10) angeordnet und von einer Feder (16) zu dem distalen Ende (22) hin vorbelastet ist, wobei die Hülse (15) untere Oberflächen (18) aufweist, die dem distalen Ende (22) der Schraube (10) zugewandt sind, wobei die Hülse (15) sich längs der Schraube (10) gegen die Vorspannung der Feder (16) zu dem proximalen Ende (13) hin axial verschiebt, wenn die unteren Oberflächen (18) der Hülse (15) anliegen, um das distale Ende (62) des Schraubendrehers (20) von dem proximalen Ende (13) der Schraube (10) zu entfernen, so daß das proximale Ende (13) der Schraube (10) nicht in der Ausnehmung (80) aufgenommen ist, um zu verhindern, daß weiter Drehmoment von dem Schraubendreher (20) auf das proximale Ende (13) der Schraube (10) übertragen wird.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin aufweist:

einen Schaft (70) auf dem Schraubendreher (20) mit einer Mittelachse;

einen Zylinder (72), der in dem Schaft (70) angeordnet und in Bezug auf den Schaft (70) axial bewegbar ist, wobei der Zylinder (72) die Ausnehmung (80) aufweist, die an einem distalen Ende hiervon ausgebildet ist; und

einen manuell betätigbaren Mechanismus zum axialen Bewegen des Zylinders (72) und der Ausnehmung (80) in Bezug auf den Schaft (70) zu dem proximalen Ende (13) der Schraube (10) hin, um ein Aufnehmen des proximalen Endes (13) der Schraube (10) in der Ausnehmung (80) in einer drehmomentübertragenden Relation zum Entfernen der Schraube (10) zu erlauben.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der manuell betätigbare Mechanismus aufweist:

eine Hülse (84) auf dem Schraubendreher (20), der auf dem Schaft (70) angeordnet ist, wobei die Schraubendreherhülse (84) um die Mittelachse des Schafts (70) gegenüber dem Schaft (70) drehbar ist;

einen Mechanismus, der den Zylinder (72) mit der Hülse (84) koppelt; und

eine Feder (74), die den Zylinder (72) axial weg von dem proximalen Ende (13) der Schraube (10) vorbelastet.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Mechanismus aufweist:

eine Nut (90), die an einer inneren Oberfläche der Hülse (84) ausgebildet ist und sich um den gesamten Umfang der inneren Oberfläche der Hülse (84) erstreckt;

einen Stift (88), der mit dem Zylinder (72) gekoppelt ist und sich in die Nut (90) erstreckt; und

einen Schlitz (92), der in dem Schaft (70) angeordnet ist, durch den der Stift (88) verläuft, wobei der Schlitz (92) sich in axialer Richtung bezüglich der Mittelachse des Schafts (70) erstreckt.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (70) eine Verlängerung (93) des Schlitzes (92) aufweist, die sich unter einem Winkel bezüglich der Richtung der Längserstreckung des Schlitzes (92) erstreckt, wobei, wenn ein Drehmoment auf das proximale Ende (64) des Schraubendrehers (20) aufgebracht wird, um die Schraube (10) in den Knochen zu drehen, der Stift (88) in die Verlängerung (93) und gegen Endflächen hiervon gedrückt wird, um eine ungewollte axiale Bewegung des Zylinders (72) in Bezug auf den Schaft (70) zu verhindern.

10. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin Oberflächen an einem distalen Ende des Schafts (70) aufweist, die sich distal über die Ausnehmung (80) in dem Zylinder (72) erstrecken, wenn der Zylinder (72) in einer normalen zurückgezogenen Stellung ist, wobei die distalen Flächen (69) an dem Schaft (70) eine Schulter (108) aufweisen, die an inneren Abschnitten hiervon zum Eingriff mit der Hülse (15) der Schraube (10) ausgebildet sind.







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