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Dokumentenidentifikation DE19745178C2 21.10.1999
Titel Walzentrockner, insbesondere für die Trocknung von gewaschenen landwirtschaftlichen Produkten
Anmelder Hunsche, Ernst-Rudolf, 49536 Lienen, DE
Erfinder Hunsche, Ernst-Rudolf, 49536 Lienen, DE
Vertreter Schulze Horn und Kollegen, 48147 Münster
DE-Anmeldedatum 13.10.1997
DE-Aktenzeichen 19745178
Offenlegungstag 23.04.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.10.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.10.1999
IPC-Hauptklasse F26B 17/28
IPC-Nebenklasse F26B 19/00   A23N 12/08   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Walzentrockner, insbesondere für die Trocknung von gewaschenen landwirtschaftlichen Produkten, mit mehreren parallel zueinander angeordneten und einander unmittelbar benachbarten Tuchwalzen, die durch einen gemeinsamen Antriebsmotor über eine Antriebskette gleichsinnig drehantreibbar sind, mit je Tuchwalze einer zugeordneten Wringwalze, die unter der Tuchwalze angeordnet ist, und mit einem die Tuchwalzen und die Wringwalzen an ihren Stirnenden tragenden und lagernden, barrenförmigen Tragrahmen.

Walzentrockner der genannten Art werden insbesondere in Betrieben eingesetzt, in denen landwirtschaftliche Produkte portioniert und abgepackt oder verarbeitet werden und sind von daher aus der Praxis bekannt. Insbesondere unterirdisch wachsende Produkte, wie Kartoffeln oder Mohrrüben oder dgl., müssen vor ihrer Verpackung oder Weiterverarbeitung zunächst gewaschen werden, um sie von anhaftender Erde zu befreien; anschließend ist eine Trocknung erforderlich, um Fäulnisschäden durch zu hohe Feuchtigkeit auszuschließen. Zu diesem Zweck dient der Walzentrockner, der in einem stetigen Durchlauf der Produkte die einzelnen Produktstücke mechanisch schonend sowie ohne Anwendung von Warmluft trocknet.

Bei aus der Praxis bekannten Walzentrocknern wird aber als nachteilig angesehen, daß sie einen hohen Aufwand bei der Montage und Demontage insgesamt sowie einzelner Walzen erfordern, was sowohl den Aufbau des Walzentrockners als auch dessen im Betrieb immer anfallende Wartung sowie gegebenenfalls zusätzliche Reparaturen Zeit- und arbeitsaufwendig macht, was entsprechende Kosten durch Maschinenausfall und Personaleinsatz verursacht.

Für die vorliegende Erfindung stellt sich deshalb die Aufgabe, einen Walzentrockner der eingangs genannten Art zu schaffen, der die aufgeführten Nachteile vermeidet und der insbesondere eine schnellere und einfachere Montage und Demontage des gesamten Walzentrockners sowie einzelner Walzen erlaubt. Dabei sollen anfallende Wartungs- und Reparaturarbeiten schnell und mit geringem Personalaufwand durchführbar sein.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt erfindungsgemäß durch einen Walzentrockner der eingangs genannten Art, der dadurch gekennzeichnet ist,

  • - daß der Tragrahmen für jede Tuchwalze ein Paar von nach oben hin offenen Ausnehmungen aufweist, durch die hindurch an den Stirnenden jeder Tuchwalze vorhandene Achsstummel nach außen verlaufen, wobei an jedem Achsstummel ein Lager und ein Lagergehäuse vorgesehen sind und wobei jedes Lagergehäuse lösbar mit dem Tragrahmen verbunden ist, und
  • - daß jede Wringwalze an ihrem Stirnende je einen Achsstummel aufweist, an dem jeweils ein Lager und ein Lagergehäuse vorgesehen sind, wobei jedes Lagergehäuse mit einer im wesentlich vertikal nach oben verlaufenden Zugstange verbunden ist, die oberhalb des Lagergehäuses im Tragrahmen axial verschieblich geführt ist und die durch mindestens eine einstellbare Federkraft in Richtung nach oben hin vorbelastet ist.

Durch die erfindungsgemäße Gestaltung des Walzentrockners wird vorteilhaft erreicht, daß einerseits jede Tuchwalze zusammen mit ihren beiden Lagern und den zugehörigen Lagergehäusen als Einheit vom Tragrahmen gelöst und nach oben hin aus dem Tragrahmen ausgehoben werden kann. In umgekehrter Weise ist auf ebenso einfache Weise das Einbauen der Tuchwalze möglich. Auf der anderen Seite kann jede Wringwalze nach Lösen der zugehörigen beiden Zugstangen nach unten hin abgesenkt und so aus dem Walzentrockner auf einfache Weise ausgebaut und in umgekehrter Weise ebenso einfach wieder eingebaut werden. Sowohl bei den Tuchwalzen als auch bei den Wringwalzen ist vorab eine Komplettierung mit den Lagern und zugehörigen Lagergehäusen möglich, was an einem vom Aufstellungsort des Walzentrockners entfernten, trockenen und sauberen Arbeitsplatz geschehen kann. Durch die Anordnung der Zugstangen mit ihrem nach oben führenden Verlauf ist gewährleistet, daß die Wringwalzen klemmfrei und verkantungsfrei geführt werden und daß die Einstellung der Andruckkraft, mit der die Wringwalze an ihre zugehörige Tuchwalze angepreßt wird, sehr exakt und reproduzierbar möglich ist. Insgesamt ist somit der erfindungsgemäße Walzentrockner sowohl schnell und einfach montierbar und demontierbar als auch jede einzelne Walze schnell und einfach einbaubar und ausbaubar. Auch die Wartung sowie die im Betrieb notwendige Einstellung der Andruckkraft der Wringwalzen an die zugehörigen Tuchwalzen ist mit geringem Aufwand durchführbar. Dadurch werden verminderte Herstellungskosten, ein geringerer Wartungsaufwand und eine verbesserte betriebliche Verfügbarkeit des Walzentrockners erreicht.

Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, daß die Federkraft durch je eine Druckfeder erzeugbar ist, die mit ihrem unteren Ende am Tragrahmen abgestützt ist und deren oberes Ende an dem oberen Teil der Zugstange angreift. Die Druckfeder ist dabei vorzugsweise eine Schraubenfeder, die um den oberen Teil der Zugstange herumläuft und die somit ihre Kraft genau fluchtend mit der Zugstange auf diese ausübt. Eine Gefahr von Verkantungen der Zugstangen wird dadurch ausgeschlossen. Außerdem sind derartige Federn gängige Produkte, die am Markt zur Verfügung stehen und keine Sonderanfertigung nötig machen.

Um auf technisch möglichst einfache Art und Weise die Einstellung der Federkraft bewirken zu können, wird vorgeschlagen, daß der Angriffspunkt der Druckfeder am oberen Teil der Zugstange durch mindestens eine auf einem Gewindeabschnitt der Zugstange verdrehbare Gewindemutter gebildet ist. Bei dieser Ausführung des Walzentrockners genügt es für die Einstellung der Federkraft, die Gewindemutter in der einen oder anderen Richtung zu verdrehen, wodurch die Federkraft entsprechend vergrößert oder verkleinert wird. Zur Vermeidung von selbsttätigen, unerwünschten Verstellungen der Federkraft ist zweckmäßig jede Gewindemutter mit einer Verdrehsicherung ausgebildet, z. B. einer Kontermutter.

Weiterhin ist vorgesehen, daß die Lagergehäuse der Tuchwalzen jeweils durch mindestens eine lösbare Verschraubung mit dem Tragrahmen verbunden sind und daß die Verschraubungen in Längsrichtung des Tragrahmens gesehen jeweils im Bereich zwischen zwei benachbarten Zugstangen angeordnet sind. Auf diese Weise sind die Verschraubungen der Lagergehäuse der Tuchwalzen problemlos zugänglich, da sie auch im komplett zusammengebauten Zustand des Walzentrockners nicht durch andere Teile desselben, insbesondere durch die Zugstangen, verdeckt werden. Somit ist auch das Ausbauen einer Tuchwalze ohne weiteres möglich, ohne daß zuvor die zugehörige Wringwalze ausgebaut werden müßte.

Um den Antrieb der Tuchwalzen einerseits möglichst einfach zu gestalten und andererseits vor der zwangsläufig anfallenden Feuchtigkeit zu schützen, ist bevorzugt vorgesehen, daß jeweils der Achsstummel an einer Stirnseite jeder Tuchwalze nach außen durch das zugehörige Lagergehäuse hindurchgeführt ist und auf seinem Ende ein Kettenritzel trägt, das in Eingriff mit der Antriebskette steht.

Insbesondere zur Verminderung des Verschleißes der Antriebsteile und zur Erhöhung der Betriebssicherheit und störungsfreien Einsatzzeit der Antriebselemente wird vorgeschlagen, daß zwischen je zwei Kettenritzeln zweier benachbarter Tuchwalzen je ein Umlenkkörper angeordnet ist, der den Umschlingungswinkel der Antriebskette um die Kettenritzel vergrößert.

Die zuvor erwähnten Umlenkkörper sind vorzugsweise auswechselbare Kunststoffkörper. Diese Kunststoffkörper sind einfach herstellbar und, da sie ein Verschleißteil darstellen, kostengünstig bei Bedarf ersetzbar. Außerdem sorgen die Kunststoffkörper für eine Geräuschminderung des laufenden Walzentrockners, was die Arbeitsbedingungen des Bedienungspersonals verbessert.

Um die im Tragrahmen axial verschieblich geführten Zugstangen einerseits ausreichend exakt zu führen und andererseits die Reibungskräfte innerhalb der Führung gering zu halten, wird vorgeschlagen, daß für die axial verschiebliche Führung der Zugstangen am Rahmen für jede Zugstange ein Führungskörper aus Kunststoff mit einer die Zugstange über einen Teil ihrer Länge aufnehmenden Vertikalbohrung angebracht ist.

Weiter ist vorgesehen, daß der Tragrahmen an seinen beiden den Tuchwalzen zugewandten Innenseiten mit an den Tuchwalzen-Stirnenden positionierten, im wesentlichen vertikal nach oben laufenden Leit- und Schutzblechen versehen ist. Durch diese Leit- und Schutzbleche wird einerseits das zu trocknende Gut auf den Tuchwalzen gehalten und gegen ein Herabfallen gesichert und andererseits die von den Gutstücken herangeführte Feuchtigkeit, insbesondere Waschwasser, von den Lagern und den Antriebsteilen der Tuchwalzen und Wringwalzen ferngehalten.

Schließlich wird für den Walzentrockner gemäß Erfindung noch vorgeschlagen, daß der Tragrahmen aufgeständert ist und daß unterhalb der Wringwalzen im Abstand von diesen Mittel zum Auffangen und/oder Ableiten der ausgewrungenen Flüssigkeit angeordnet oder anbringbar sind. Diese aufgeständerte Ausführung des Tragrahmens sorgt zum einen dafür, daß die ausgewrungenen Flüssigkeitsmengen abgeführt und gegebenenfalls nach einer Reinigung wieder für den Waschvorgang eingesetzt werden können und daß andererseits unterhalb des Tragrahmens ausreichend Platz verbleibt, um problemlos die Wringwalzen ein- und ausbauen zu können, ohne daß der ganze Tragrahmen angehoben werden muß.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung erläutert. Die Figuren der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 einen Walzentrockner in Draufsicht,

Fig. 2 einen Tragrahmen als Teil des Walzentrockners aus Fig. 1, in einer Teil-Seitenansicht,

Fig. 3 den Walzentrockner aus Fig. 1 in einem Teil- Vertikalschnitt und

Fig. 4 den Walzentrockner aus Fig. 1 in einer Teil- Seitenansicht auf seinen auslaufseitigen Endbereich.

Wie aus der in Fig. 1 gezeigten Draufsicht auf den Walzentrockner 1 ersichtlich ist, umfaßt dieser eine Anzahl, hier insgesamt 15 Tuchwalzen 2, die parallel zueinander und einander mit geringem Abstand benachbart angeordnet sind. Die Tuchwalzen 2 sind, wie an sich bekannt, mit einem saugfähigen Tuch auf ihrem Umfang bespannt, welches in der Lage ist, Flüssigkeit, insbesondere Waschwasser, von über die Tuchwalzen 2 transportierten Gutstücken, z. B. gewaschenen Kartoffeln, aufzunehmen. An ihren Stirnseiten sind die Tuchwalzen 2 in einem barrenförmigen Tragrahmen 10 gelagert. Mittels eines Antriebsmotors 4 und eines hier nicht sichtbaren Getriebes mit einer Kette und Kettenrädern sowie -ritzeln sind alle Tuchwalzen 2 gleichsinnig drehantreibbar. Im gezeigten Ausführungsbeispiel werden die Tuchwalzen 2 so angetrieben, daß sich die dem Betrachter zugewandte Oberseite von rechts nach links bewegt. Hierdurch wird eine Transportbewegung im Sinne der rechts und links eingezeichneten Pfeile erzeugt. Ganz rechts am Walzentrockner 1 ist eine Einlaufrutsche 18 vorgesehen, über welche die zu trocknenden Gutstücke auf die Tuchwalzen 2 gelangen. Am Auslaufende, d. h. in Fig. 1 links, ist eine Auslaufrutsche 19 vorgesehen, über die die getrockneten Gutstücke den Walzentrockner 1 verlassen und einer weiteren Verarbeitung zugeführt werden, z. B. einer Verpackungsstation oder einer sonstigen Verarbeitungsstelle. Damit die über die Tuchwalzen 2 beförderten Gutstücke nicht seitlich aus dem Walzentrockner 1 herausfallen, sind beiderseits Leit- und Schutzbleche 16 vorgesehen, die im rechten Winkel zu den Drehachsen 20 der Tuchwalzen 2 angeordnet sind.

Unterhalb jeder Tuchwalze 2 ist, was in der Fig. 1 nicht sichtbar ist, je eine Wringwalze angeordnet, die dafür sorgt, daß das von den Tuchwalzen 2 aufgenommene Wasser ausgewrungen wird und nach unten unter den Walzentrockner 1 abtropft.

Fig. 2 der Zeichnung zeigt einen Ausschnitt aus dem Tragrahmen 10 als Teil des Walzentrockners aus Fig. 1, wobei hier sowohl die Tuchwalzen als auch die Wringwalzen sowie alle Teile für deren Antrieb noch nicht eingebaut sind. In diesem Zustand wird die besondere Konstruktion des Tragrahmens 10 deutlich, die ein leichtes Ein- und Ausbauen der Tuchwalzen und der Wringwalzen erlaubt. Zur Aufnahme der Tuchwalzen 2 besitzt der Tragrahmen 10 nach oben hin offene, in Ansicht U-förmige Ausnehmungen 12, durch die an den Stirnseiten der Tuchwalzen 2 vorhandene Achsstummel im zusammengebauten Zustand des Walzentrockners 1 hindurchlaufen. Links und rechts neben jeder Ausnehmung 12 ist je eine Bohrung 13 vorgesehen, die zur Fixierung der Tuchwalze 2 relativ zum Tragrahmen 10 dienen.

Unterhalb der Ausnehmungen 12 und der zugehörigen Bohrungen 13 ist eine Reihe von weiteren Bohrungen 14 erkennbar, die zur Verbindung von noch zu beschreibenden Umlenkkörpern mit dem Tragrahmen 10 dienen.

Im Hintergrund ist eines der Leit- und Schutzbleche 16 sichtbar. Links unten ist eines der vier Beine 11 sichtbar, auf denen der Tragrahmen 10 aufgeständert ist.

Der Tragrahmen 10 ist, wie weiter oben schon erwähnt, barrenförmig ausgeführt; es sind also auf beiden Längsseiten des Walzentrockners 1 spiegelsymmetrische Anordnungen des Tragrahmens 10 vorgesehen.

Fig. 3 der Zeichnung zeigt den Walzentrockner 1 nun in seinem komplettierten Zustand, hier in einem Teil-Vertikalschnitt. Im linken mittleren Teil der Zeichnung ist eine der Tuchwalzen 2 erkennbar, die um ihre Längsmittelachse 20 drehantreibbar ist. Unmittelbar unterhalb der Tuchwalze 2 ist die zugehörige Wringwalze 3 angeordnet, die um ihre Längsmittelachse 30 drehbar ist, wobei die Drehbewegung der Wringwalze 3 durch Reibung von der Tuchwalze 2 auf diese übertragen wird.

Die Tuchwalze 2 besitzt an ihrem hier sichtbaren rechten Stirnende einen nach außen vorragenden Achsstummel 21, der durch den Tragrahmen 10 hindurch verläuft. Auf dem Achsstummel 21 ist zunächst ein Lager 22 angebracht, das von einem Lagergehäuse 23 umgeben ist. Das Lagergehäuse 23 ist auf in Fig. 3 nicht dargestellte Weise mit dem Tragrahmen 10 lösbar verschraubt.

Der Achsstummel 21 verläuft außerdem durch das Lagergehäuse 23 noch weiter nach außen, d. h. in Fig. 3 nach rechts, und trägt auf seinem freien Ende ein Kettenritzel 25, über welches eine Antriebskette 43 läuft, die von einem in Fig. 3 oben sichtbaren Elektromotor 4 mittels eines zwischengeschalteten Getriebes und eines Kettenritzels 40 antreibbar ist.

Auch die Wringwalze 3 besitzt einen von der rechten Stirnseite nach außen vorragenden Achsstummel 31, der an seinem äußeren Ende ebenfalls ein Lager 32 trägt, das von einem Lagergehäuse 33 umgeben ist. Oberseitig ist dieses Lagergehäuse 33 mit einer vertikal nach oben verlaufenden Zugstange 34 verbunden, die ihrerseits in einen Führungskörper 15, der einen Teil des Tragrahmens 10 bildet, in Axialrichtung verschieblich geführt ist. Der obere Teil der Zugstange 34 ist mit einem Außengewinde ausgebildet, auf welches eine Gewindemutter 35 von oben her aufgeschraubt ist. Unterhalb der Gewindemutter 35 ist unter Zwischenlage einer nicht bezifferten Scheibe eine Druckfeder 36 angeordnet, die hier die Form einer Schraubenfeder hat und die die Zugstange 34 umgibt. Das untere Ende der Druckfeder 36 stützt sich auf dem oberen Ende des Führungskörpers 15 ab; das obere Ende der Druckfeder 36 greift unterseitig an der Mutter 35 an. Durch die Druckfeder 36 wird auf die Zugstange 34 eine nach oben weisende Kraft ausgeübt, die die Wringwalze 3 in Richtung zur darüber angeordneten Tuchwalze 2 mit einer Anpreßkraft beaufschlagt. Durch Verstellen der Mutter 35 kann die Kraft der Druckfeder 36 eingestellt werden, wodurch die Anpreßkraft der Wringwalze 3 an die Tuchwalze 2 einstellbar ist.

Rechts unten in Fig. 3 ist schließlich wieder eines der vier Beine 11 erkennbar, die den Tragrahmen 10 und die übrigen Teile des Walzentrockners 1 tragen. Außerdem sorgen diese Beine 11 dafür, daß unterhalb der Wringwalzen 3 noch ein ausreichender Raum verbleibt, der für eine Demontage einer oder mehrerer Wringwalzen 3 nötig ist. Zur Demontage der Wringwalze 3 genügt es, die Mutter 35 von dem oberen Gewindeabschnitt der Zugstange 34 abzuschrauben, wonach dann die Wringwalze 3 zusammen mit ihrem Lager 32, dem Lagergehäuse 33 und der Zugstange 34 nach unten ausgebaut werden kann.

Fig. 4 der Zeichnung schließlich zeigt in einer Seitenansicht den in Fig. 1 linken Endbereich des Walzentrockners 1 mit der Auslaufrutsche 19. Im mittleren Teil der Fig. 4 ist der Tragrahmen 10 erkennbar, an welchem die Tuchwalzen 2 und die Wringwalzen 3 gelagert und gehaltert sind. Wie zuvor schon beschrieben, gehört zu jeder Tuchwalze 2 ein Paar von Achsstummeln 21, die aus den beiden Stirnseiten der Tuchwalze 2 vorstehen, die aber in der Fig. 4 verdeckt und deshalb nicht sichtbar sind. Zu jedem Achsstummel 21 gehören ein Lager 22 und ein Lagergehäuse 23, wobei jedes Lagergehäuse 23 über zwei Verschraubungen 24 mit dem Tragrahmen 10 lösbar verbunden ist. Somit läßt sich nach Losdrehen der Verschraubungen 24 die zugehörige Tuchwalze 2 zusammen mit ihrem Lager und Lagergehäuse nach oben aus dem Tragrahmen 10 herausnehmen. Die Verschraubungen 24 sind dabei so angeordnet, daß die jeweils zwischen zwei benachbarten Zugstangen 34der Wringwalzen 3 liegen, so daß ein freier Zugang gewährleistet ist.

Weiterhin zeigt die Fig. 4, daß die Tuchwalzen 2 einen solchen Abstand voneinander aufweisen, daß eine gleichsinnige Drehung aller Tuchwalzen 2 nicht behindert ist, daß aber gleichzeitig der Spalt zwischen je zwei benachbarten Tuchwalzen 2 möglichst klein ist, um ein Hindurchfallen von zu trocknenden Gutstücken auszuschließen.

Weiterhin zeigt die Fig. 4 besonders deutlich, daß jeder Tuchwalze 2 eine Wringwalze 3 zugeordnet ist, die unmittelbar unterhalb der zugehörigen Tuchwalze 2 angeordnet ist. Die Wringwalzen 3 bestehen vorzugsweise aus Stahl, da so eine lange Lebensdauer und eine zuverlässige Funktion erreicht werden. Wie weiter oben schon erläutert, hängen die Wringwalzen 3 an je einem Paar von Zugstangen 34, die mittels je einer Druckfeder 36 am Tragrahmen 10 abgestützt sind und so die Wringwalze 3 mit einer vorgebbaren Kraft nach oben gegen die Unterseite der zugehörigen Tuchwalze 2 drücken.

Zum gleichsinnigen Drehantrieb der Tuchwalzen 2 dient die Kette 43, die von dem im Zusammenhang mit der Fig. 3 beschriebenen Motor angetrieben wird und von rechts kommend zunächst über ein Umlenk-Kettenrad 41 nach unten verläuft und dann über jedes Kettenritzel 25 der Tuchwalzen 2 geführt ist. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Umschlingungswinkels der Kette 43 auf den Kettenrädern 25 ist zwischen den Kettenrädern 25 je zweier benachbarter Tuchwalzen je ein Umlenkkörper 42 aus Kunststoff vorgesehen, der die Kette 43 im Bereich zwischen den benachbarten Kettenrädern 25 anhebt und umlenkt. Durch Verwendung eines Kunststoffs geringer Reibung für die Umlenkkörper 42 genügt es, diese fest anzuordnen und die Kette 43 über sie hinweggleiten zu lassen, so daß hier zusätzliche Lager für eine Drehung der Umlenkkörper 42 nicht erforderlich sind.

Wie das beschriebene Ausführungsbeispiel des Walzentrockners 1 verdeutlicht, ist dieser sowohl bei seiner Herstellung einfach montierbar als auch im Betrieb für Wartungs- und Reparaturzwecke leicht demontierbar, insbesondere im Hinblick auf den Aus- und Einbau einzelner Tuchwalzen 2 oder Wringwalzen 3.


Anspruch[de]
  1. 1. Walzentrockner, insbesondere für die Trocknung von gewaschenen landwirtschaftlichen Produkten, mit mehreren parallel zueinander angeordneten und einander unmittelbar benachbarten Tuchwalzen (2), die durch einen gemeinsamen Antriebsmotor (4) über eine Antriebskette (43) gleichsinnig drehantreibbar sind, mit je Tuchwalze (2) einer zugeordneten Wringwalze (3), die unter der Tuchwalze (2) angeordnet und gegen diese mit einstellbarer Kraft andrückbar ist, und mit einem die Tuchwalzen (2) und die Wringwalzen (3) an ihren Stirnenden tragenden und lagernden, barrenförmigen Tragrahmen (10), dadurch gekennzeichnet,
    1. 1. daß der Tragrahmen (10) für jede Tuchwalze (2) ein Paar von nach oben hin offenen Ausnehmungen (12) aufweist, durch die hindurch an den Stirnenden jeder Tuchwalze (2) vorhandene Achsstummel (21) nach außen verlaufen, wobei an jedem Achsstummel (21) ein Lager (22) und ein Lagergehäuse (23) vorgesehen sind und wobei jedes Lagergehäuse (23) lösbar mit dem Tragrahmen (10) verbunden ist, und
    2. 2. daß jede Wringwalze (3) an ihrem Stirnende je einen Achsstummel (31) aufweist, an dem jeweils ein Lager (32) und ein Lagergehäuse (33) vorgesehen sind, wobei jedes Lagergehäuse (33) mit einer im wesentlich vertikal nach oben verlaufenden Zugstange (34) verbunden ist, die oberhalb des Lagergehäuses (33) im Tragrahmen (10) axial verschieblich geführt ist und die durch mindestens eine einstellbare Federkraft in Richtung nach oben hin vorbelastet ist.
  2. 2. Walzentrockner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft durch je eine Druckfeder (36) erzeugbar ist, die mit ihrem unteren Ende am Tragrahmen (10) abgestützt ist und deren oberes Ende an dem oberen Teil der Zugstange (34) angreift.
  3. 3. Walzentrockner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Angriffspunkt der Druckfeder (36) am oberen Teil der Zugstange (34) durch mindestens eine auf einem Gewindeabschnitt der Zugstange (34) verdrehbare Gewindemutter (35) gebildet ist.
  4. 4. Walzentrockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagergehäuse (23) der Tuchwalzen (2) jeweils durch mindestens eine lösbare Verschraubung (24) mit dem Tragrahmen (10) verbunden sind und daß die Verschraubungen (24) in Längsrichtung des Tragrahmens (10) gesehen jeweils im Bereich zwischen zwei benachbarten Zugstangen (34) angeordnet sind.
  5. 5. Walzentrockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils der Achsstummel (21) an einer Stirnseite jeder Tuchwalze (2) nach außen durch das zugehörige Lagergehäuse (23) hindurchgeführt ist und auf seinem Ende ein Kettenritzel (25) trägt, das in Eingriff mit der Antriebskette (43) steht.
  6. 6. Walzentrockner nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen je zwei Kettenritzeln (25) zweier benachbarter Tuchwalzen (2) je ein Umlenkkörper (42) angeordnet ist, der den Umschlingungswinkel der Antriebskette (43) um die Kettenritzel (25) vergrößert.
  7. 7. Walzentrockner nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkkörper (42) auswechselbare Kunststoffkörper sind.
  8. 8. Walzentrockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für die axial verschiebliche Führung der Zugstangen (34) am Tragrahmen (10) für jede Zugstange (34) ein Führungskörper (15) aus Kunststoff mit einer die Zugstange (34) über einen Teil ihrer Länge aufnehmenden Vertikalbohrung angebracht ist.
  9. 9. Walzentrockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragrahmen (10) an seinen beiden den Tuchwalzen (2) zugewandten Innenseiten mit an den Tuchwalzen-Stirnenden positionierten, im wesentlichen vertikal nach oben laufenden Leit- und Schutzblechen (16) versehen ist.
  10. 10. Walzentrockner nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragrahmen (10) aufgeständert ist und daß unterhalb der Wringwalzen (3) im Abstand von diesen Mittel zum Auffangen und/oder Ableiten der ausgewrungenen Flüssigkeit angeordnet oder anbringbar sind.






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