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Dokumentenidentifikation DE19816737A1 21.10.1999
Titel Vorrichtung zum Aufwärmen und Warmhalten, insbesondere von Bitumen
Anmelder Zepter, Friedrich, 97342 Marktsteft, DE
Erfinder Zepter, Friedrich, 97342 Marktsteft, DE
Vertreter Leybach, H., Dipl.-Chem.Univ. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80997 München
DE-Anmeldedatum 15.04.1998
DE-Aktenzeichen 19816737
Offenlegungstag 21.10.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.10.1999
IPC-Hauptklasse C10C 3/12
IPC-Nebenklasse E01C 19/08   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufheizen und Warmhalten, insbesondere von Bitumen, die einen Rahmen, einen Brenner und ein Gefäß zur Aufnahme des aufzuheizenden und warmzuhaltenden Stoffs umfaßt, wobei der Brenner am Rahmen befestigt ist und im oberen Teil des Rahmens Mittel zum Aufsetzen des Gefäßes vorgesehen sind. Zwecks einfacherer Handhabbarkeit ist die Vorrichtung derart aufgebaut, daß sie von einer Person transportiert und bedient werden kann.
Die Vorrichtung eignet sich aufgrund ihrer Konstruktion besonders für die Verwendung beim Verfüllen von Fugen und Rissen mit Bitumen im Haus- und Straßenbau.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufheizen und Warmhalten, insbesondere von Bitumen und bezieht sich auf die leichtere Handhabbarkeit einer solchen Vorrichtung.

Vorrichtungen zum Verflüssigen von Bitumen gibt es in den verschiedensten Formen. Es handelt sich dabei beispielsweise um großförmige Brennerkessel, die auf motorisierte Fahrzeuge, wie Lastkraftwagen, Selbstfahrer oder Anhänger auf und angebaut sind. Sie dienen dazu, den Bitumen zu erhitzen, bis er flüssig ist, und ihm in diesem Zustand zu halten. Der flüssige Bitumen wird beispielsweise zum Verfüllen von Rissen, Fugen oder zum Ausgießen von großräumigen Betonflächen verwendet. Hierfür ist es erforderlich, daß der flüssige Asphalt eimerweise aus dem beheizten Vorratsbehälter entnommen und zum Ort der Verarbeitung getragen wird. Gerade bei Großbaustellen bzw. bei mehrgeschossigen Baustellen erweist sich dieser von Hand bewerkstelligte Transport als außerordentlich zeit- und kostenaufwendig, wobei für die transportierenden Personen zudem die Gefahr besteht, daß sie sich Verbrennungen zuziehen oder aufgrund der auf die zu transportierenden Eimer verwendeten Aufmerksamkeit fallen. Weiterhin ist ein relativ hoher Energieaufwand dafür erforderlich, daß ständig die gesamte zu verarbeitende Charge geheizt werden muß, und zwar ausgehend vom Zulieferbetrieb bis zur Verarbeitung des letzten Eimers. Letztlich wird noch die Verlegegeschwindigkeit dadurch begrenzt, daß das den Gußasphalt verlegende Personal auf eine Nachlieferung angewiesen ist.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, die die vorstehend genannten Nachteile vermeidet, die insbesondere gut handhabbar ist, d. h. die leicht ist, leicht und schnell zu transportieren ist, wenig Platz einnimmt, von einer Person am Ort der Verarbeitung bedient und mit einem geringen Enegieaufwand betrieben werden kann, d. h. mit der auch kleine Mengen Bitumen rasch verflüssigt und im flüssigen Zustand gehalten werden können, wenn sie verarbeitet werden sollen.

Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.

Wesentlich für die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung ist es, daß die Vorrichtung derart aufgebaut ist, daß sie leicht von einer Person transportiert und betrieben werden kann. Daher sollte sie zum einen nicht schwerer als 30 kg, bevorzugt 20 kg sein. Zum anderen sollte der Rahmen der Vorrichtung für den Transport, beispielsweise in einem Personenkraftwagen, eine Höhe, Breite bzw. Länge von 1 m, bevorzugt 80 cm und besonders bevorzugt 60 cm nicht überschreiten, wobei die Höhe bevorzugt im Bereich von 45 bis 80 cm, besonders bevorzugt 45 bis 60 cm, und die Breite bzw. Länge bevorzugt im Bereich von 35 bis 80 cm, besonders bevorzugt 35 bis 60 cm, liegen.

Der Rahmen der Vorrichtung kann grundsätzlich beliebig gestaltet werden, solange die beiden vorstehend genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Bevorzugt wird der Rahmen von vier Winkelstählen und vier Flachstählen gebildet, wobei sich aus Gründen der Arbeitsökonomie für die Winkel- bzw. die Flachstähle etwa die Abmessungen 40 × 40 × 2 mm (Länge: etwa 500 mm) bzw. 100 × 400 × 6 mm als besonders vorteilhaft erwiesen haben. Bei diesem Aufbau des Rahmens dienen die Flachstähle zusätzlich als Flammschutz und ein Bitumeneimer kann im Stehen ohne Belastung des Rückgrats gehoben werden.

Als Brenner eignen sich grundsätzlich alle Brenner zur Verbrennung von flüssigen und gasförmigen Brennstoffen. Wegen der besseren Abgasbilanz werden bevorzugt Gasbrenner, insbesondere Gaseinschubbrenner verwendet. Wird ein Gasbrenner verwendet, wird zum Schutz vor unkontrolliertem Gasaustritt ein Thermoelement verwendet.

Der Brenner kann fest am Rahmen montiert sein oder höhenverstellbar angeordnet sein. Bevorzugt wird er höhenverstellbar angeordnet, da dadurch die Wärmezufuhr geregelt werden kann. Dies ermöglicht zum einen die Einstellung der Zähigkeit des Bitumens und zum anderen das Vermeiden von Crackprodukten des Bitumens. Die Höhenverstellbarkeit des Brenners wird beispielsweise einfach dadurch erreicht, daß die vorstehend beschriebenen Winkelstähle des Rahmens in bestimmten Abständen mit Längsnuten versehen sind.

Das Gefäß zur Aufnahme des aufzuheizenden und/oder warmzuhaltenden Stoffes, insbesondere des Bitumens kann beliebig geformt sein. Beispielsweise kann ein Bitumeneimer mit 15 l Fassungsvermögen und Ausguß verwendet werden, der üblicherweise zum Transport und zur Verarbeitung von Bitumen eingesetzt wird.

Um den Transport der Vorrichtung zu erleichtern, kann die Vorrichtung beispielsweise mit Tragegriffen oder ähnlichen Mitteln und/oder Rädern versehen werden.

Die Mittel zum Aufsetzen des Gefäßes sind so ausgestaltet, daß sie ein sicheres Aufheizen und Warmhalten des Bitumens ermöglichen, d. h. insbesondere den sicheren Stand des Gefäßes gewährleisten. Derartige Mittel sind beispielsweise zwei Vierkanteisen die im oberen Teil der Vorrichtung befestigt sind. Zusätzlich kann das Gefäß von einem Flammschutz umgeben werden, der vorzugsweise abnehmbar ist und gleichzeitig als Wärmehalter für den Bitumeneimer dient.

Sofern die Vorrichtung für Untererdgleiche eingesetzt wird, beispielsweise Kellerräume, kann sie durch Einbau einer Leckgassicherung und Einbau eines Doppelschlauches umgerüstet werden. Zusätzlich können noch Windschutzbleche seitwärts, eine Tropfenauffangvorrichtung bzw. ein seitlicher Flammschutz angebracht werden.

Grundsätzlich eignet sich die Vorrichtung zum Aufwärmen und/oder Warmhalten von beliebigen Stoffen. Bevorzugt wird die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung zum Aufwärmen und/oder Warmhalten von Bitumen und bituminösen Stoffen eingesetzt, wobei unter bituminösen Stoffen Stoffe verstanden werden, die Bitumen, Teer und/oder Pech in irgendeinem Prozentsatz enthalten. Sie kommen entweder in der Natur vor oder werden technisch hergestellt.

Bei Verwendung der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung entfällt der herkömmliche von Hand bewerkstelligte Transport des heißen Bitumens mit den damit verbundenen Gefahren und dem damit einhergehenden Zeitaufwand und außerdem wird nicht ständig ein erheblicher Vorrat aufgeheizt, sondern nur diejenige Menge, die auch wirklich und unmittelbar anschließend verarbeitet wird.

Für die Vorrichtung bietet sich insbesondere die Verwendung als "Fugengußbrenner" an, bei der die Vorrichtung innerhalb eines Hauses beim Verfüllen von Fugen zum Einsatz kommt und ihre Vorteile voll zum Tragen kommen.

Wegen weiterer Vorteile der Vorrichtung wird auf die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung verwiesen, die anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert wird.

Es zeigt:

Fig. 1 eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung in Seitenansicht und

Fig. 2 diese Vorrichtung in Draufsicht.

Die Vorrichtung 1 umfaßt im wesentlichen einen Rahmen 2, einen Brenner 3 und einen Bitumeneimer 4. Der Rahmen 2 wird von vier verzinkten Winkelstählen 5 (40 × 40 × 2 mm) mit einer Länge von 500 mm, die mit Längsnuten 6 (8 × 35 mm) im Abstand von 10 mm versehen sind, und vier Flachstählen 7 (100 × 400 × 6 mm) gebildet, die an den Winkelstählen 5 verschraubt sind, rechts und links mit je einem Tragegriff 8 versehen sind und als seitlicher Flammschutz dienen. Die Längsnuten 6 dienen zur Höhenverstellung des Brenners 3 durch vier Flügelschrauben (M 6) 9, wodurch die Zäh- oder Dünnflüssigkeit des Bitumens geregelt werden kann und das Überhitzen des Bitumens vermieden werden kann.

Als Brenner 3 wird ein Gaseinschubbrenner verwendet, der sich auf zwei Winkelblechen 10 in der Mitte der Vorrichtung befindet, die fest mit dem Rahmen 2 verbunden sind. Er ist mit zwei Sicherungsschrauben 11 gegen Herausrutschen gesichert. Der Gaseinschubbrenner kann beispielsweise eine Heizleistung von 23,2 Kilowatt aufweisen, mit 1,5 bar Betriebsdruck betrieben werden und an Gasflaschen von 5 kg oder 11 kg angeschlossen sein, wobei als Gasanschluß ein 3 m langer Anschlußschlauch dient. Die Flammstärke wird über ein Regelventil gesteuert. Zum Schutz vor unkontrolliertem Gasaustritt ist ein Thermoelement 12 eingebaut.

Zum Aufsetzen des Bitumeneimers 2 sind im oberen Teil der Vorrichtung zwei Vierkanteisen 13 (12 × 12 mm) eingeschweißt. An diesen befinden sich zwei Steckhülsen 14 zur Aufnahme des aufsteckbaren Flammschutzes und Wärmehalters 15 für den Bitumeneimer 4, der einen Durchmesser von 300 mm aufweist.

Die vorstehend beschriebene Vorrichtung 1 wiegt nur 16 kg, hat eine Höhe von 50 cm und eine Breite von 40 × 40 cm. Durch die minimale Größe kann das Gerät im Kofferraum eines Personenkraftwagens transportiert werden und kann mit wenigen Handgriffen direkt am Einsatzort von einer Person installiert und betrieben werden. Man kann damit in einem Bitumeneimer 2 mit Ausguß bis zu 15 l Bitumen auf über 250°C erhitzen. Von Vorteil ist, daß man nur die gewünschte Menge an Bitumen aufheizen muß und der Bitumen direkt am Einsatzort ohne Wärmeverlust verarbeitet werden kann, wodurch erhebliche Energiemengen und damit Kosten einspart werden können.

Sofern die Vorrichtung für Untererdgleiche eingesetzt wird (Kellerräume), kann sie durch Einbau einer Leckgassicherung und Einbau eines Doppelschlauches umgerüstet werden. Zusätzlich können Windschutzbleche seitwärts, eine Tropfenauffangvorrichtung und kleine Räder zum Transport angebracht werden.

Die Vorrichtung kann durch ihre leichte Handhabbarkeit in vielen Bereichen eingesetzt werden, beispielsweise beim Isolieren von Dächern, bei kleineren Ausbesserungsarbeiten im Straßenbau, beim Verlegen von Teerpappe, und überall dort, wo Bitumen als Anstrichstoff, im Bautenschutz, als Vergußmasse, als elektrisches Isoliermaterial, als Straßenbaumaterial und in der Dachpappen-Industrie sowie als Abdichtungsmittel gegen Grundwasser verarbeitet wird.

Bezugszeichenliste

1Vorrichtung zum Aufheizen und Warmhalten

2Rahmen

3Brenner

4Bitumeneimer

5Winkelstahl

6Längsnut

7Flachstahl

8Tragegriff

9Flügelschraube M6

10Winkelblech

11Sicherungsschraube

12Thermoelement

13Vierkanteisen

14Steckhülsen

15Flammschutz (abnehmbar)


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Aufheizen und Warmhalten, insbesondere von Bitumen, die einen Rahmen (2), einen Brenner (3) und ein Gefäß zur Aufnahme des aufzuheizenden und warmzuhaltenden Stoffs (4) umfaßt, wobei der Brenner (3) am Rahmen (2) befestigt ist und im oberen Teil des Rahmens Mittel zum Aufsetzen des Gefäßes (13) vorgesehen sind, wobei die Vorrichtung derart aufgebaut ist, daß sie von einer Person transportiert und bedient werden kann.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Rahmen (2) eine Höhe im Bereich von 45 bis 80 cm und eine Breite bzw. Länge im Bereich von 35 bis 80 cm aufweist und das Gewicht der Vorrichtung nicht größer als 30 kg ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Rahmen (2) von vier verzinkten Winkelstählen 40 × 40 × 2 mm (5) mit einer Länge von 500 mm und vier Flachstählen 100 × 400 × 6 mm (7) gebildet wird, die an den Winkelstählen (5) verschraubt sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Brenner (3) ein Gaseinschubbrenner ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei der Brenner (3) höhenverstellbar angeordnet ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Gefäß (4) ein Bitumeneimer ist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei als Mittel zum Aufsetzen des Gefäßes im oberen Teil der Vorrichtung zwei Vierkanteisen befestigt sind.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Vorrichtung mit Tragegriffen und/oder Rädern versehen ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Gefäß von einem Flammschutz umgeben wird, der abnehmbar ist.
  10. 10. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 beim Verfüllen von Fugen und Rissen mit Bitumen im Haus- und Straßenbau.






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