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Dokumentenidentifikation DE19910643A1 21.10.1999
Titel Metallisches Korn für eine Feuerwaffe
Anmelder Glock, Gaston, Deutsch, AT
Erfinder Glock, Gaston, Deutsch, AT
Vertreter Mitscherlich & Partner, Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 10.03.1999
DE-Aktenzeichen 19910643
Offenlegungstag 21.10.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.10.1999
IPC-Hauptklasse F41G 1/02
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein metallisches Korn (1) für eine Feuerwaffe, das am Schlitten (2) oder am Gehäuse der Feuerwaffe befestigt ist.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß das Korn (1) auf seiner zur Waffe gerichteten Seite zumindest zwei im wesentlichen parallel zueinander verlaufende flügelartige Fortsätze (4) aufweist, die durch eine Durchbrechung (6) des Schlittens (2) bzw. des Gehäuses gesteckt werden und daß zwischen den beiden flügelartigen Fortsätzen (4) ein Klemmstift (3) gepreßt ist, der die flügelartigen Fortsätze (4) auseinanderspreizt und sie dadurch gegen die ihnen zugeordneten Flanken (11) der Durchbrechung (6) drückt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein metallisches Korn für eine Feuerwaffe, das am Schlitten oder am Gehäuse der Feuerwaffe befestigt ist.

Metallische Korne haben gegenüber Kunststoffkornen den Vorteil, massiv und mechanisch stabil zu sein. Schwierigkeiten ergeben sich aber bei der Montage derartiger metallischer Korne, die zumeist aus Stahl bestehen, am ebenfalls stählernen Schlitten oder Gehäuse der Waffe.

Beim Anschrauben des Kornes ist man gezwungen, extrem kleine Schrauben zu verwenden, die während der Montage leicht beschädigt oder zerstört werden und im demontierten Zustand leicht verloren gehen. Zufolge der Kleinheit der Schrauben und der hohen dynamischen Beanspruchungen ist es notwendig, die Schrauben durch Verkleben zu sichern, so daß einer der Hauptvorteile der Schraubverbindungen, nämlich deren Lösbarkeit, zumindest im wesentlichen verloren geht. Dazu kommen die hohen Kosten für die Herstellung derartiger Gewinde.

Es gibt auch Korne, die an der Waffe angenietet sind, siehe US 5,202,524 A. Bei der in dieser Druckschrift geoffenbarten Ausbildung werden zwei hohlzylinderartige Vorsprünge, die praktisch die Funktion von Nieten haben, simultan plastisch verformt. Um diesen Arbeitsgang durchführen zu können, ist es notwendig, über spezielle, äußerst präzise Vorrichtungen zu verfügen, die zwar in den Herstellungsunternehmen vorhanden sind, aber auch bei großen Händlern nicht zu finden sind, von Endverbrauchern ganz zu schweigen. Ein weiterer Nachteil des genieteten Korns liegt darin, daß der Nietvorgang es unmöglich macht, den Stahl, aus dem das Korn besteht, zu härten, da er sonst den Nietvorgang nicht ertragen würde.

Auf Grund dieser Tatsache und der hohen dynamischen Beanspruchungen kommt es immer wieder zum Lockern des Korns, was nur durch entsprechende nachfolgende Deformation, beispielsweise durch Hammerschlag, beseitigt werden kann, was, wie leicht einsichtig ist, häufig zu Beschädigungen der Waffe oder zur Zerstörung des Korns führen kann.

Es gibt auch eine Möglichkeit, das Korn über eine Schwalbenschwanzführung zu montieren. Diese Möglichkeit ist teuer, da die Schwalbenschwanzführung durch entsprechende Bearbeitung hergestellt werden muß, erfordert aber dennoch eine zusätzliche Fixierung des Korns durch Klemmen, Kleben, Schrauben, Verstemmen od. dgl., da der Reibschluß allein nicht ausreicht, um die großen dynamischen Belastungen zu ertragen.

Es besteht somit ein großer Bedarf nach einem Montagesystem für ein metallisches Korn, das zuverlässig hält und dabei leicht anzuwenden ist. Die Schaffung eines solchen Systems unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile ist das Ziel der Erfindung.

Die Erfindung erreicht dieses Ziel dadurch, daß das Korn auf seiner zur Waffe gerichteten Seite zumindest zwei im wesentlichen parallel zueinander verlaufende flügelartige Fortsätze aufweist, die durch eine Ausnehmung in der Waffe gesteckt werden und daß zwischen die beiden flügelartigen Fortsätze ein bevorzugt metallischer Klemmstift gepreßt wird, der die flügelartigen Fortsätze auseinanderspreizt und dadurch gegen die ihnen zugeordneten Kanten der Durchbrechung im Gehäuse oder Schlitten der Waffe drückt.

Die Abmessungen und Formen sind dabei so gewählt, daß die Deformierung der flügelartigen Fortsätze im wesentlichen vollständig elastisch erfolgt, so daß es möglich ist, das Korn, das ja diese flügelartigen Fortsätze trägt, zu härten. Durch entsprechende Wahl der Abmessungen und der Form der flügelartigen Fortsätze ist es in Kenntnis der Erfindung möglich, die zum Hineinpressen des Stiftes notwendige Kraft festzulegen.

Durch Entfernen des Stiftes, was mit einfachen Werkzeugen leicht möglich ist, ist ein Austauschen bzw. ein Entfernen des Kornes leicht möglich, ohne daß das Korn dabei beschädigt wird.

Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt

die Fig. 1 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles I der Fig. 3,

die Fig. 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II-II der Fig. 1 vor dem Einpressen des Klemmstiftes und die Fig. 3 zeigt die Darstellung der Fig. 2 nach erfolgtem Einpressen des Klemmstiftes.

Wie aus Fig. 2, die einen Schnitt im wesentlichen quer zur Laufachse 10 zeigt, ersichtlich ist, ist ein Korn 1 in eine Durchbrechung 6 des Verschlusses 2 mittels zweier flügelartiger, zueinander parallel verlaufender, Fortsätze 4 eingeschoben. Das Korn 1 ruht dabei mit seiner Grundfläche 7 auf der Oberfläche 8 des Verschlusses, wodurch seine Höhenlage bestimmt wird.

Die beiden flügelartigen Fortsätze 4 verlaufen im wesentlichen parallel zueinander und parallel zur Laufachse 10 und weisen daher einander zugekehrte, innere Flanken 9 auf, die einen vorbestimmten Abstand voneinander aufweisen. Die äußeren Flanken der flügelartigen Fortsätze 4 verlaufen gegenüber den seitlichen Flanken 11 der Durchbrechung 6 leicht schräg, so daß zumindest auf der Innenseite des Verschlusses 2 ein geringer Abstand zwischen diesen beiden als Kontaktflächen anzusehenden Flanken bleibt.

Im dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel weisen die einander gegenüberstehenden inneren Flanken 9 der flügelartigen Fortsätze 4 eine Ausbildung auf, durch die eine Art Sitz 5 für einen Fixier- bzw. Klemmstift 3 geschaffen wird. Dieser Klemmstift 3 ist in Fig. 2 in der Position vor der Montage dargestellt, er wird durch Ausüben von Druck in die in Fig. 3 dargestellte Lage gebracht. Dabei spreizt er die beiden flügelartigen Fortsätze 4 so auseinander, daß sie nunmehr über im wesentlichen die gesamte Wandstärke des Verschlusses 2 an den Flanken 11 der Durchbrechung 6 anliegen.

Die flügelartigen Fortsätze 4 weisen bevorzugt eine Außenkontur auf, die, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, das Korn 1 auch formschlüssig festhält, da die Außenkontur der flügelartigen Fortsätze 4 hakenartig ausgebildet ist und die Innenseite der Durchbrechung 6 hintergreift.

Fig. 1 zeigt eine Ansicht in Richtung des Pfeiles I der Fig. 3, dabei ist zu sehen, daß der Klemmstift 3 leichte Ringnuten 12 aufweist, durch die "Querrippen" ausgebildet werden, durch die sein Sitz auf den einander gegenüberliegenden Innenflanken 9 der flügelartigen Fortsätze 4 weiter verbessert wird.

Der Fig. 1 ist auch zu entnehmen, daß das Korn an einer Stelle 13 des Verschlusses 2 montiert wird, an der seine Wandstärke, beispielsweise mittels eines Stirnfräsers, so weit verringert wurde, daß auch der nach innen vorstehende Teil des Kornes 1, die flügelartigen Fortsätze 4, nicht über die benachbarte Kontur des Verschlusses 2 ins Innere der Waffe ragen. Dadurch wird jedwede Gefahr des Verhakens oder einer sonstigen Beeinträchtigung der mechanischen Abläufe beim Gebrauch der Waffe zuverlässig vermieden.

Die Erfindung kann verschiedentlich abgewandelt werden. So ist es nicht notwendig, daß die flügelartigen Fortsätze 4 so wie im gezeigten Ausführungsbeispiel parallel zur Laufachse 10 verlaufen, wenn dies auch bevorzugt wird, da auf diese Weise im Zuge der Montage des Kornes 1 eine automatische Zentrierung desselben erfolgt.

Es ist auch nicht notwendig, die flügelartigen Fortsätze 4 über die gesamte Länge des Kornes durchgehend auszubilden, eine beispielsweise kammartige oder ähnliche Ausbildung wäre durchaus möglich. Dies würde bedeuten, daß mehrere Fortsätze bestehen würden, die aber jeweils in zwei Ebenen fluchten würden. Eine solche Ausbildungsform hätte bei höheren Herstellungskosten und geringerer mechanischer Festigkeit den Vorteil, mit geringeren Einpreßkräften für den Klemmstift 3 auszukommen.

Es ist auch nicht notwendig, daß die flügelartigen Fortsätze 4 die Aufgabe der Zentrierung übernehmen, doch wird dies aus Kostengründen und wegen der leichten Verfügbarkeit bevorzugt. Es muß dabei auch bedacht werden, daß die Breite des Korns im Original nur 2 mm beträgt, was bedeutet, daß die Herstellung mit möglichst einfachen Konturen erfolgen sollte und die Handhabung einfach sein sollte.

Vorteilhafterweise ist die Kante der Flanken 11 der Durchbrechung 6 an der äußeren Oberfläche 8 des Verschlusses 2 abgeschrägt ausgeführt, wie dies aus Fig. 2 und 3 ersichtlich ist, um hier die korrespondierende Ausrundung der Grundfläche 7 des Kornes 1 mit der äußeren Flanke der flügelartigen Fortsätze 4 entsprechend freizustellen und jede Kerbbeanspruchung zu vermeiden. Im Gegensatz dazu kann die entsprechende innere Kontur der Durchbrechung 6 schrf oder bevorzugt gebrochen ausgeführt sein, da dort die Hakenwirkung, die durch das Aufspreizen der flügelartigen Fortsätze 4 erzielt wird, nicht durch Abrundungen, Abschrägungen od. dgl. behindert werden soll.

Die Montage erfolgt einfach, indem zuerst das Korn 1 mit seinen flügelartigen Fortsätzen 4 durch die Durchbrechung 6 gesteckt wird und sodann mittels einer Zange der Klemmstift 3 zwischen die einander zugekehrten inneren Flanken 9 der flügelartigen Fortsätze 4 gepreßt wird. Dieses Einpressen kann, falls erforderlich, auch mittels eines Schraubenziehers und einem leichten Schlag darauf erfolgen, die dazu benötigte Schlagkraft ist um Größenordnungen geringer als beim vorbekannten Nietvorgang, da ja keinerlei plastische Deformation auftritt und da die erlastische Deformation durch die entsprechende geometrische Ausbildung der flügelartigen Fortsätze 4 auf das zum zuverlässigen Festhalten des Korns 1 notwendige Maß beschränkt ist.

Diese Formgebung, durch die ein Auswählen der Einpreßkraft für den Klemmstift 3 festgelegt wird, besteht einerseits aus dem Abstand der einander zugekehrten inneren Flanken 9 der flügelartigen Fortsätze 4, andererseits aus dem Verhältnis zwischen der engsten Stelle dieser Innenflanken, durch die der Klemmstift 3 gedrückt werden muß und dem Durchmesser des Sitzes 5 in seiner noch nicht aufgespreizten Form und natürlich in der Ausbildung des Überganges zwischen den flügelartigen Fortsätzen 4 und dem eigentlichen Körper des Korns 1. Dieser Übergang kann nicht nur ausgerundet sein, wie im vorliegenden Beispiel dargestellt, sondern es kann auch eine richtige Hinterschneidung ausgebildet sein, durch die der Querschnitt des Fußes des flügelartigen Fortsatzes 4 geschwächt wird, was seine elastische Deformation natürlich erleichtert.

Das gleiche gilt mutatis mutandis auch für die Ausbildung der Innenflanken 9 der beiden flügelartigen Fortsätze im Bereich des Überganges zum Körper des Kornes 1. So ist es insbesondere möglich, die zwischen den beiden flügelartigen Fortsätzen 4 ausgebildete nutartige Vertiefung länger auszugestalten, wobei aber bedacht werden muß, daß dann eine Öffnung entsteht, durch die das Äußere des Verschlusses 2 mit dem Inneren verbunden ist.

Es ist je nach Art der Waffe, auf der das Korn anzubringen ist, nicht notwendig, daß das Korn am Verschluß angebracht wird, es kann beispielsweise bei Pistolen mit feststehendem Lauf oder bei Gewehren od. dgl. auch ein unbeweglicher Teil der Waffe, hier generell "Gehäuse" genannt, das Korn tragen.


Anspruch[de]
  1. 1. Metallisches Korn für eine Feuerwaffe, das am Schlitten (2) oder am Gehäuse der Feuerwaffe befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Korn (1) auf seiner zur Waffe gerichteten Seite zumindest zwei im wesentlichen parallel zueinander verlaufende flügelartige Fortsätze (4) aufweist, die durch eine Durchbrechung (6) des Schlittens (2) bzw. des Gehäuses gesteckt werden und daß zwischen die beiden flügelartigen Fortsätze (4) ein Klemmstift (3) gepreßt ist, der die flügelartigen Fortsätze (4), bevorzugt durch im wesentlichen rein elastische Deformation, auseinanderspreizt und sie dadurch gegen die ihnen zugeordneten Flanken (11) der Durchbrechung (6) drückt.
  2. 2. Korn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmstift (3) aus einem metallischen Werkstoff besteht.
  3. 3. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Klemmstift (3) eine texturierte Oberfläche, bevorzugt Ringnuten (12), aufweist.
  4. 4. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenflanken (9) der flügelartigen Fortsätze (4) einen Sitz (5) für den Klemmstift (3) bilden.
  5. 5. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die flügelartigen Fortsätze (4) jeweils in einer Ebene liegen, die parallel zur Laufachse (10) verläuft.
  6. 6. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Flanken der flügelartigen Fortsätze (4) gegenüber den seitlichen Flanken (11) der Durchbrechung (6) leicht schräg verlaufen.
  7. 7. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Seiten der Enden der flügelartigen Fortsätze (4) hakenförmig ausgebildet sind und mit den inneren Kanten der Durchbrechung (6) zusammenwirken.
  8. 8. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrechung (6) an einer Stelle (13) des Schlittens bzw. Gehäuses mit verringertem Querschnitt angeordnet ist.
  9. 9. Korn nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einpressen des Klemmstiftes (3) zwischen den äußeren Flanken der flügelartigen Fortsätze (4) und den zugeordneten Flanken (11) der Durchbrechung (6) ein Spiel besteht, das durch das Einpressen des Klemmstiftes (3) durch im wesentlichen rein elastische Deformation der flügelartigen Fortsätze (4) beseitigt wird.






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